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		<title>Trigardon - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=%C3%9Cber_uns</id>
		<title>Über uns</title>
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				<updated>2025-11-20T15:44:32Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: /* LARP - Hochfürstentum Trigardon */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= LARP - Hochfürstentum Trigardon =&lt;br /&gt;
Die Spielerinnen und Spieler des Hochfürstentums Trigardon sind eine Gruppe von Personen, die dem Hobby LARP nachgehen. Nähere Informationen dazu findest Du auf den Seiten der [https://mittellande.info/# Kampagne Mittellande] beziehungsweise des [http://www.dlrv.org/# Dachverbandes deutscher LiverollenspielerInnen] und der [http://www.larp-wiki.de# Larp-Wiki]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wir viele sehr widersprüchliche Entwicklungen des LARP mit vollzogen haben, waren in unserer SpielerInnenschaft eine Menge unterschiedliche Vorlieben und Interessen vertreten. Deshalb haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt. Unsere Gruppe wird organisatorisch durch den [[Arbon e.V.]] vertreten, die andere Gruppe fassen sich als Interessengemeinschaft &amp;quot;[http://www.Trigardon.de# freie Spielerschaft Trigardons und Yddlands]&amp;quot; zusammen. Die Spielphilosophie des Arbon e. V. findet ihr [[Spielphilosophie|hier]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig voneinander stellen wir nun verschiedene Regionen des Hochfürstentums Trigardon auf LARP-Veranstaltungen dar. Es handelt sich dabei um ein rein fiktionales Land, dessen einziger Zweck es ist, einen Hintergrund für unser Spiel zu bieten. Mehr dazu erfahrt ihr [http://trigardon-larp.de/index.php?title=Kategorie:Hintergrund hier]. Außerhalb unseres Hobbies hat das Land keine weitere Relevanz und sein Name keinen Anspruch darauf, irgendetwas Reales zu beschreiben, auch nicht metaphorisch oder satirisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs kamen alle Spieler und SpielerInnen aus Wuppertal und Umgebung, inzwischen sind wir weit verstreut zwischen Kiel und Saarbrücken mit Schwerpunkten im erweiterten Ruhrgebiet (zwischen Köln und Dortmund), Wiesbaden und Hannover.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= historisches Tanzen =&lt;br /&gt;
Seit Ende 2008 beschäftigen wir uns, angeregt durch LARP-Veranstaltungen auf denen getanzt wurde, mit historischen Tänzen. Mittlerweilen hat sich unser Repertoire deutlich erweitert und es hat sich unter dem Dach des Arbon e.V. eine wachsende Zahl von Leuten zum historischen tanzen zusammengefunden, die mit dem Hobby &amp;quot;LARP&amp;quot; teilweise gar nichts mehr zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
viele unserer Tänze sind aus dem Bereich &amp;quot;English Country Dance&amp;quot; oder auch &amp;quot;[http://de.wikipedia.org/wiki/Kontratanz Kontratanz]&amp;quot; genannt. Außerdem tanzen wir gerne [http://de.wikipedia.org/wiki/Pavane Pavanen], [http://de.wikipedia.org/wiki/Branle Branlen] und andere Tänze (wie z.b. die beliebte &amp;quot;[http://de.wikipedia.org/wiki/Allemande Allemande]&amp;quot;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige unsere Mitglieder besuchen regelmäßig Workshops, so dass wir uns beständig weiterentwickeln und Erfahrungen sammeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwerpunkt unserer Tanzaktivität liegt im Bereich Wiesbaden, weitere Trainings bei Koblenz, in Bonn, Köln und Münster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer sich dafür interessiert und mal reinschnuppern möchte ist uns herzlich willkommen: [[Tanzen|Klick Hier]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gruppe und Verein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Kategorie:Hintergrund</id>
		<title>Kategorie:Hintergrund</title>
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				<updated>2025-11-20T15:33:36Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;6&amp;quot;&amp;gt;Willkommen im Hochfürstentum Trigardon!&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Trigardon%26Nachbarschaft.jpg|thumb|800px|Landkarte der Stammlande]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Karte Arbon.jpg|thumb|800px|Landkarte der Grafschaft Arbon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trigardon ist ein fiktives Land in der [https://mittellande.info/ Mittellande Kampagne], welches als Hintergrund für eine low-fantasy Larp-Kampagne mit mittelalterlichen Elementen dient. Dargestellt wird eine feudal organisierte Stammesgesellschaft mit Anleihen aus Tolkiens Rohan, die eine polytheistische Schriftreligion mit starkem schamanistischem Erbe pflegt. Der seit Langem andauernde Austausch zwischen sesshaften, halb- und vollnomadischen Bevölkerungsgruppen führte zu einer eigenwilligen Mischkultur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trigardon wurde von einer losen  Interessengemeinschaft von Larpern seit ca. 1994 bespielt. Seit Anfang 2011 haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt. Diese Spaltung ist auch in den Hintergrund übertragen worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Wir, der &amp;quot;[[Arbon e.V.]]&amp;quot;, bespielen das Reich des Hochfürsten von Trigardon mit den Territorien [[Arbon]], [[Altberg]], [[Provincia Orientalis]], [[Ringland]] und [[Okostria - ein Reiseführer|Okostria]], &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*die &amp;quot;Freie Spielerschaft&amp;quot; bespielen das Reich der Hochfürstin von Trigardon mit den Territorien [[Flutland]], [[Dunkelwald]] und [[Wwestport]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Das Fürstentum Yddland gehörte einige Jahre lang zu Trigardon, hat aber spielerisch und organisatorisch nur noch rudimentär mit uns zu tun. Seine Internetpräsenz ist hier [http://www.yddland.de/]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Eilige, die sich nur über die wichtigsten spielerischen Inhalte unseres Hintergrundes informieren wollen, haben wir diese [[Arbon/Trigardon Core-Facts|Kurzübersicht]] zusammen gestellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben findet ihr [[Spielphilosophie|hier]] Informationen über den Spielstil des Arbon e. V. und [[Simulation|hier]] Angaben darüber, welche Funktionen der Hintergrund in unserem Spiel erfüllen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herrscher ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Spitze des [[:Kategorie:Geschichte | noch sehr jungen Reiches]] stehen die Hochfürsten. Sie bzw. ihre Dynastie werden im [[Reichsthing]] gewählt, welchem die wichtigsten Adligen, Priester und Kundigen angehören. &lt;br /&gt;
* Zum ersten Hochfürst des Reiches wurde im Jahr 19 n. K. [[Ardor anh Rhack]] gewählt. &lt;br /&gt;
* Auf seine Herrschaft folgte eine kurze Zeit der Thronwirren, danach die Herrschaft des Hohepriesters [[Wastan]], dessen Abwahl und &lt;br /&gt;
* die Wahl von Ardors Neffen, [[Karoman anh Rhack II.|Karoman II]]. &lt;br /&gt;
* Nach dessen Ermordung leitete Erzkanzler [[Phosphoros anh Son]] die Regierungsgeschäfte kommissarisch. &lt;br /&gt;
* Im Jahre 32 n. K. (2007 Realzeit) wurde dann schließlich das heutige Hochfürstenpaar [[Marsiane Aribor Feuerspeer anh Crul]] und [[Emendon anh Erlenfels]] auf den Thron gewählt. &lt;br /&gt;
* Anfang 36 n. K. (2011) wurde Marsiane wahnsinnig, beschuldigte Emendon aberwitziger Verbrechen und rief dazu auf, ihn zu ermorden, woraufhin dieser schweren Herzens seine Streitkräfte an den Grenzen seiner Stammlande aufmarschieren ließ, um die Gefolgsleute der Hochfürstin davon abzuschrecken, einen sinnlosen Krieg vom Zaun zu brechen. Beide Seiten wachen seither aufmerksam über die Schritte der anderen, ohne wirkliches Blutvergießen zu wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nominell ist Emendons Reich in drei gräfliche Gerichtsbezirke gegliedert, aber neben ihm selbst hält niemand einen Grafentitel. Daher ist der mächtigste Adel der Stand der Barone, der mit großem Selbstbewusstsein über seine Erbterritorien herrscht. Nachgeordnete Vasallen sind, selbst wenn sie nennenswerte Lehen halten, in ihrer politischen Bedeutung mit sehr deutlichem Abstand unter den Baronen angesiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Provinzen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trigardons Kernland besteht aus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*der Grafschaft [[Arbon]]&lt;br /&gt;
*der Grafschaft [[Altberg]]&lt;br /&gt;
*der Freistatt [[Nordern]]&lt;br /&gt;
*der Grafschaft [[Flutland]]&lt;br /&gt;
*[[Dunkelwald|dem Dunklen Wald]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem verfügt das Binnenland Trigardon über die Küstenbesitzungen &lt;br /&gt;
*[[Provincia Orientalis]] &lt;br /&gt;
*und den zu Flutland gehörenden [[Wwestport]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Territorien sind &lt;br /&gt;
* das Fürstentum Okostria und &lt;br /&gt;
* das Ringland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Kultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hochfürstentum ist insgesamt eher dünn besiedelt und der nomadische Lebensstil nichts Exotisches, wenngleich nur in Flutland und im Tejadun wirklich dominant. Die Zugehörigkeit zu [[:Kategorie:Stamm, Sippe, Familie | Stamm, Sippe und Familie]] ist eine der wichtigsten Fragen nicht nur der politischen Kultur. Wirtschaftliche Mittelpunkte sind das [[Längstal von Arbon]], welches auch die Getreidekammer des Reiches genannt wird, die Freistatt [[Nordern]] als uraltes Handelszentrum der nomadischen Sippen und späterem religiösen und politischen Zentrum, sowie die Häfen Tinarport und Drachenport in der [[Provincia Orientalis]], welche mit den Erblanden zusammen ein Nadelöhr des Schiffsverkehrs zwischen dem Tinarrischen und dem Drachenmeer bildet. Der Adel ist die Triebkraft von Handel und Geldwirtschaft. Mit Ausnahme von Tinarport und Drachenport hat sich nirgends die Grundlage für eine reiche Kaufmannschaft oder städtisch-bürgerliche Kultur herausgebildet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gut gerüstetes Edlen-, und Stammeskriegerheer wird nur im Kriegsfall aufgestellt. Das Volk ist zwar zum Kriegsdienst und zum Tragen einer Waffe verpflichtet und die Wehrhaftigkeit ist eine soziale Norm für alle Freien. Aber die Edlen stellen das Gros der Berufskämpfer. Die einzigen Verbände, die Ähnlichkeit mit einem stehenden Heer aufweisen, sind die bewaffneten religiösen Orden. Ständig bewaffnete Söldnerverbände dagegen sind von eher lokaler Bedeutung, z. B. für die mitunter problematische Grenzsicherung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Exportgüter des Hochfürstentums bestehen maßgeblich aus Getreide, Pelzen, Häuten und natürlich Rauschmitteln aller Art. Besonders hervorgetan hat sich arbonisches Bier, welches aus hervorragendem arbonischem Getreide gewonnen wird, süße dunkelwäldische Met-Sorten und Wein, welcher in Arbon und Dunkelwald gekeltert wird. In manchen Klöstern versteht man sich auf die Herstellung konzentrierter Opiate, die ebenfalls in die ganzen Mittellande exportiert werden. Dazu kommen Papier, Holz und Holzkohle aus dem Dunkelwald. Trigardon produziert durch die geographische und z. T. auch einst politische Isolation weitestgehend zur Selbstversorgung. Der Handel mit Gütern des alltäglichen Lebens spielt eine untergeordnete Rolle. Wer allerdings Geld oder Edelmetalle anhäufen konnte – was wiederrum nur auf einen Teil des Adels und die oberste Geistlichkeit zutrifft – importiert Luxusgüter aller Art aus dem Ausland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Fest der Freundschaft]] ist der wichtigste Festtag des Hochfürstentums, sowie der wichtigste religiöse Feiertag der [[Einführung in die Siebenfaltigkeit | Siebenfaltigen Religion]]. An diesem Tag wird der Geist an Einigkeit im gemeinsamen Wettbewerb beschworen und der oberste Richter des [[Tribunal]]s nach einem Turnier von den Priestern für ein Jahr ernannt. Die aktuelle politische Situation hat jedoch ironischerweise dazu geführt, dass die Stämme beider Reichsteile dies nicht mehr gemeinsam tun, sondern getrennt voneinander und zu unterschiedlichen Terminen. Die religiösen Berater beider Hochfürsten sehen die Schuld dafür natürlich beim jeweils Anderen. Trotzdem ist die Siebenfaltigkeit die wichtigste, vielleicht letzte verbindende Klammer der auseinanderdriftenden Reichsteile und damit der einzige Garant für den Frieden. Ebenso wie das Reich ist auch der Klerus in seiner heutigen Form eine sehr junge Institution. Ein Großteil des spirituellen Lebens basiert auf den alten mündlichen Überlieferungen. Erst vor ein bis zwei Generationen entwickelte sich eine systematische Ausbildung des betenden Standes und eine Glaubenslehre auf schriftlicher Basis. Schrift genießt – auch wegen des geringen Alphabetisierungsgrades – einen fast magischen Status.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geltendes Recht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist das sog. [[Corpus Iuris Trigardonis]] in Verbindung mit weiteren Gesetzeswerken, deren Wirksamkeit nicht das ganze Reichsgebiet umfassen (zum Beispiel das [[Arbonisches Ständeedikt|arbonische Ständeedikt]]), sowie dem mündlich überlieferten Gewohnheitsrecht der Stämme und Sippen. Im Wesentlichen basiert das Rechtssystem auf einer jungen Feudalordnung, der man ihre archaischen Vorläufer häufig noch anmerken kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist es ein paar landestypische Eigenheiten zu beachten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&amp;quot;Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!&amp;quot; und &lt;br /&gt;
*&amp;quot;Wo kein Kläger, da kein Richter!&amp;quot; lauten zwei der wichtigsten trigardonischen Rechtsnormen.&lt;br /&gt;
*Gütliche Einigungen ohne eindeutige Schuldzuweisung werden harten Bestrafungen vorgezogen.&lt;br /&gt;
*Durchreisende unterliegen formal der Gerichtsbarkeit des [[Tribunal]]s, des höchsten richterlichen Gremiums.&lt;br /&gt;
*Über Streitigkeiten, die zwischen eigenen Hörigen, Gefolgs- oder Lehensleuten bestehen, richten die entsprechenden Adeligen und Sippenhäupter allein. Einmischung äußerer oder sogar höherer Instanzen kann heftigen Widerstand provozieren.&lt;br /&gt;
*Rache gehört zu den gängigen Schutzpflichten von Lehens- und Familienverbänden und steht nicht per se in Konflikt mit dem Gesetz.&lt;br /&gt;
*Die Ausübung von Schwarzer Magie (deren Definition durchaus variieren kann) ist verboten; &lt;br /&gt;
*des Weiteren sind Drow, Orks und ähnlich aussehende Wesen unerwünscht (Trigardonen neigen dazu, recht drastische und undifferenzierte Meinungen über diese &amp;quot;Tiermenschen&amp;quot; zu haben). &lt;br /&gt;
*Mit öffentlichem Spott wird unter Verweis auf die Bardenfreiheit recht großzügig umgegangen, andererseits schreckt man aber auch nicht davor zurück, Streitigkeiten mit tödlichen Waffengängen beizulegen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<title>Hauptseite</title>
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				<updated>2025-11-20T15:31:57Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;1&amp;quot;&amp;gt;Diese Seite benutzt Cookies. Cookies sind für die optimale Nutzung einer Website grundlegend. Man kann sagen, dass sie tatsächlich auf fast allen Websites zum Einsatz kommen. Mit Cookies werden deine bevorzugten Einstellungen und andere Informationen gespeichert, mit denen wir unsere Website verbessern können.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot;&amp;gt;'''Willkommen auf der Homepage des Arbon e. V.!'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;2&amp;quot;&amp;gt;''(ehemals Trigardon e.V.)''&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Verein für Liverollenspiel, erlebte Geschichte und historischen Tanz&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
| [[Datei:Karte Arbon.jpg|thumb|600px|verweis=Trigardon|Hochfürstentum Trigardon]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''[[Trigardon|Das Hochfürstentum Trigardon]]'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;''(Grafschaften Arbon und Altberg, Provincia Orientalis und Fürstentum Okostria)''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;[http://www.larpwiki.de/LARP#('''L'''ive'''A'''ction'''R'''ole'''P'''layingGame)]: Die Mitglieder des Arbon e.V. bespielen als eine von zwei großen Spielergruppen &amp;lt;br&amp;gt; das gemeinsame fiktive Land &amp;quot;[[Trigardon|Hochfürstentum Trigardon]]&amp;quot;, welches Teil der [https://mittellande.info/ Mittellandkampagne] ist.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Datei:WappenArbonundTrigardon.jpg|thumb|600px|verweis=Newsletter]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''Aktuell:'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;'''* Unsere [[Eine schrecklich glückliche Familie|nächste Veranstaltung]] ist im November.'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;'''* Neues im Forum, Wiki und im IT:''' [[Newsletter|Hier]] findet ihr den vierteljährlichen Newsletter des Arbon e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gruppe und Verein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Arden</id>
		<title>Arden</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Überblick ==&lt;br /&gt;
Die Baronie Arden liegt am rechten Ufer des [[Längstal von Arbon|Arbo]] und zählt zu den fruchtbarsten Gebieten der Grafschaft [[Arbon]]. Sie entstand nach der Niederlage der Sippe anh [[Garesch]] gegen die anh [[Rhack]] vor [[Jahresschrift unserer wehrhaften Bruderschaft#(0) | rund fünfzig Jahren. ]] Verschiedene siegreiche [[Tejadun|Tesch-Sippen]] nahmen daraufhin das Land in Besitz. Im Süden beanspruchte eine dieser Sippen, die sich später anh Arden nannte, den Vorrang über die anderen.&lt;br /&gt;
Der Begründer der Baronie war [[Turaljon anh Arden]], der im Jahr 23 von [[Karoman anh Rhack II.|Karoman II.]] die [[Grundherr|Grundherrenrechte ]] über den südlichen Teil des rechten Arboufers als  [[Baron|erbliches Lehen ]] erhielt. Damit wurde die Baronie Arden vor 27 Jahren (Stand 2025) offiziell gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Erbfolge ==&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Turaljons und der Ermordung seines Sohnes Karoman Turaljon fiel das Erbe an Kara Turalja anh Arden, eine Priesterin Riamodans. Sie verzichtete auf ihr Erbrecht, „schenkte es den Göttern“ und widmete sich ganz ihrem geistlichen Amt. Dieser ungewöhnliche Schritt gilt im Reich als mahnendes Beispiel dafür, wie riskant es sein kann, Geistliche als Sippenoberhäupter einzusetzen. Die Erbfolge der Sippe Arden blieb seither umstritten.&lt;br /&gt;
Der [[Phosphoros anh Son|Erzkanzler]] des Reiches setzte sich anschließend, im Jahr 28, dafür ein, die Baronie einem Außenstehenden zu verleihen: [[Churghan anh Woronesch]], einem Ritter aus [[Taëria]]. Churghan hatte in mehreren Feldzügen an der Seite Arbons gekämpft, dem Grafen Ardor II. zweimal das Leben gerettet und sich durch seine Treue zum Reich ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
Für Kara anh Arden wurde das größte Gut der Baronie, Jardohoven, aus der Verwaltung der Baronie herausgelöst. Sie hält dieses Land als [[Freiherr|Freifrau]], direkt dem [[Emendon anh Erlenfels |Grafen]] unterstellt, jedoch ohne den Rang einer Baronin im rechtlichen  Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenwart ==&lt;br /&gt;
Der heutige Baron von Arden, Churghan anh Woronesch, regiert ohne die Stütze einer eigenen Sippe, hat aber durch ein Konkubinat mit Ojuna anh Arden dauerhaften Rückhalt gewonnen. Ojuna entstammt der alten Linie und gilt als klug und ehrgeizig. Gemeinsam haben sie zwei Söhne:&lt;br /&gt;
* Ilhan Tervis anh Arden, bekannt als „Ischans Wolf“, ist der rechtmäßige Erbe der Baronie. Er ist ein junger Ritter, Absolvent der [[Schulen des Ischan]] und genießt hohes Ansehen für Mut, Disziplin und Loyalität.&lt;br /&gt;
* Yul anh Arden, der jüngere Sohn, steht im Schatten seines Bruders. Er gilt als unzuverlässig und verschwenderisch – ein Taugenichts, wie ihn viele nennen.&lt;br /&gt;
Ojuna anh Arden hat zudem eine Tochter aus einer früheren Verbindung mit Turaljon anh Arden:&lt;br /&gt;
* Nurcan Turalja anh Arden, genannt „Ischans Krähe“, ist Cirkater im Orden des Heiligen Danason. Auch sie ist Absolventin der Schulen des Ischan. Sie ist bekannt als Truppenführerin aus Okostria und neu als  Trigardons Marschall für Hallarand.&lt;br /&gt;
Der Baron übernahm die meisten Vasallenverhältnisse seiner Vorgänger. Sein persönlicher Landbesitz ist geringer als der anderer lokaler Adliger, da niemandem Besitz enteignet wurde, als Woronesch Baron wurde. Dennoch hat er es verstanden, diesen Nachteil durch günstige Pachtverträge und politischen Einfluss auszugleichen. Die Herrschaft der Familie gilt seit über einem Jahrzehnt als stabil und ruhig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Arden ist das ertragreichste Weizenanbaugebiet ganz Trigardons. Die flachen, fruchtbaren Böden entlang des Arbo machen die Baronie zu einer der wichtigsten Kornkammern des Reiches. Dank ihrer klaren geografischen Grenzen und der übersichtlichen Wirtschaftsstruktur ist sie leichter zu verwalten als etwa das benachbarte Garesch.&lt;br /&gt;
Die Fährdienste über den Arbostrom, gemeinsam mit Garesch, sind ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Beide Barone besitzen das Monopol auf die Nutzung der Wasserwege für Handel und Transport. Dieses Monopol geht auf ein Privileg von Karoman anh Rhack II. zurück und bildet bis heute eine wichtige Einnahmequelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besondere Orte ==&lt;br /&gt;
* Ojunas Wehr, größtes Gut der Baronie, beeindruckende Festung, Sitz des Barons&lt;br /&gt;
* Jardohoven – zweitgrößtes Gut der Baronie, im Besitz von Kara anh Arden, Freifrau und Priesterin Riamodans.&lt;br /&gt;
* Schulen des Ischan – im nördlichsten Teil der Baronie gelegen, an einer heiligen Stätte des Arbo. Diese traditionsreiche Institution gilt als Ausbildungsort für den künftigen Adel Trigardons. Sowohl Ilhan Tervis anh Arden als auch Nurcan Turalja anh Arden sind Absolventen dieser ehrwürdigen Schulen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diverses ==&lt;br /&gt;
Das Motto der Sippe anh Arden unter Turalion lautet ‘Wie Hagel zur Erntezeit’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Regionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Arden</id>
		<title>Arden</title>
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				<updated>2025-11-12T15:09:08Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Überblick ==&lt;br /&gt;
Die Baronie Arden liegt am rechten Ufer des [[Längstal von Arbon|Arbo]] und zählt zu den fruchtbarsten Gebieten der Grafschaft [[Arbon]]. Sie entstand nach der Niederlage der Sippe anh [[Garesch]] gegen die anh [[Rhack]] vor rund fünfzig Jahren. Verschiedene siegreiche [[Tejadun|Tesch-Sippen]] nahmen daraufhin das Land in Besitz. Im Süden beanspruchte eine dieser Sippen, die sich später anh Arden nannte, den Vorrang über die anderen.&lt;br /&gt;
Der Begründer der Baronie war [[Turaljon anh Arden]], der im Jahr 23 von [[Karoman anh Rhack II.|Karoman II.]] die [[Grundherr|Grundherrenrechte ]] über den südlichen Teil des rechten Arboufers als  [[Baron|erbliches Lehen ]] erhielt. Damit wurde die Baronie Arden vor 27 Jahren (Stand 2025) offiziell gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Erbfolge ==&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Turaljons und der Ermordung seines Sohnes Karoman Turaljon fiel das Erbe an Kara Turalja anh Arden, eine Priesterin Riamodans. Sie verzichtete auf ihr Erbrecht, „schenkte es den Göttern“ und widmete sich ganz ihrem geistlichen Amt. Dieser ungewöhnliche Schritt gilt im Reich als mahnendes Beispiel dafür, wie riskant es sein kann, Geistliche als Sippenoberhäupter einzusetzen. Die Erbfolge der Sippe Arden blieb seither umstritten.&lt;br /&gt;
Der [[Phosphoros anh Son|Erzkanzler]] des Reiches setzte sich anschließend, im Jahr 28, dafür ein, die Baronie einem Außenstehenden zu verleihen: [[Churghan anh Woronesch]], einem Ritter aus [[Taëria]]. Churghan hatte in mehreren Feldzügen an der Seite Arbons gekämpft, dem Grafen Ardor II. zweimal das Leben gerettet und sich durch seine Treue zum Reich ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
Für Kara anh Arden wurde das größte Gut der Baronie, Jardohoven, aus der Verwaltung der Baronie herausgelöst. Sie hält dieses Land als [[Freiherr|Freifrau]], direkt dem [[Emendon anh Erlenfels |Grafen]] unterstellt, jedoch ohne den Rang einer Baronin im rechtlichen  Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenwart ==&lt;br /&gt;
Der heutige Baron von Arden, Churghan anh Woronesch, regiert ohne die Stütze einer eigenen Sippe, hat aber durch ein Konkubinat mit Ojuna anh Arden dauerhaften Rückhalt gewonnen. Ojuna entstammt der alten Linie und gilt als klug und ehrgeizig. Gemeinsam haben sie zwei Söhne:&lt;br /&gt;
* Ilhan Tervis anh Arden, bekannt als „Ischans Wolf“, ist der rechtmäßige Erbe der Baronie. Er ist ein junger Ritter, Absolvent der [[Schulen des Ischan]] und genießt hohes Ansehen für Mut, Disziplin und Loyalität.&lt;br /&gt;
* Yul anh Arden, der jüngere Sohn, steht im Schatten seines Bruders. Er gilt als unzuverlässig und verschwenderisch – ein Taugenichts, wie ihn viele nennen.&lt;br /&gt;
Ojuna anh Arden hat zudem eine Tochter aus einer früheren Verbindung mit Turaljon anh Arden:&lt;br /&gt;
* Nurcan Turalja anh Arden, genannt „Ischans Krähe“, ist Cirkater im Orden des Heiligen Danason. Auch sie ist Absolventin der Schulen des Ischan. Sie ist bekannt als Truppenführerin aus Okostria und neu als  Trigardons Marschall für Hallarand.&lt;br /&gt;
Der Baron übernahm die meisten Vasallenverhältnisse seiner Vorgänger. Sein persönlicher Landbesitz ist geringer als der anderer lokaler Adliger, da niemandem Besitz enteignet wurde, als Woronesch Baron wurde. Dennoch hat er es verstanden, diesen Nachteil durch günstige Pachtverträge und politischen Einfluss auszugleichen. Die Herrschaft der Familie gilt seit über einem Jahrzehnt als stabil und ruhig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Arden ist das ertragreichste Weizenanbaugebiet ganz Trigardons. Die flachen, fruchtbaren Böden entlang des Arbo machen die Baronie zu einer der wichtigsten Kornkammern des Reiches. Dank ihrer klaren geografischen Grenzen und der übersichtlichen Wirtschaftsstruktur ist sie leichter zu verwalten als etwa das benachbarte Garesch.&lt;br /&gt;
Die Fährdienste über den Arbostrom, gemeinsam mit Garesch, sind ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Beide Barone besitzen das Monopol auf die Nutzung der Wasserwege für Handel und Transport. Dieses Monopol geht auf ein Privileg von Karoman anh Rhack II. zurück und bildet bis heute eine wichtige Einnahmequelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besondere Orte ==&lt;br /&gt;
* Ojunas Wehr, größtes Gut der Baronie, beeindruckende Festung, Sitz des Barons&lt;br /&gt;
* Jardohoven – zweitgrößtes Gut der Baronie, im Besitz von Kara anh Arden, Freifrau und Priesterin Riamodans.&lt;br /&gt;
* Schulen des Ischan – im nördlichsten Teil der Baronie gelegen, an einer heiligen Stätte des Arbo. Diese traditionsreiche Institution gilt als Ausbildungsort für den künftigen Adel Trigardons. Sowohl Ilhan Tervis anh Arden als auch Nurcan Turalja anh Arden sind Absolventen dieser ehrwürdigen Schulen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diverses ==&lt;br /&gt;
Das Motto der Sippe anh Arden unter Turalion lautet ‘Wie Hagel zur Erntezeit’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Regionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Cirkater</id>
		<title>Cirkater</title>
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				<updated>2025-11-11T20:20:57Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: /* Verstorbene Cirkater waren: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die [[Heilige Schrift]] beschreibt einen Circater als einen Glaubenskrieger, der die Gewalt der Götter auf Erden vertritt (Vers 279 - 285). Historisch bedingt wird ein Cirkater selten direkt von den Göttern aufgefordert einen Streich zu führen, es ist vielmehr die eigene Frömmigkeit und der Glaube daran im Sinne eines Gottes zu handeln, welche das Handeln eines Cirkaters bestimmen. So ist es zur Hauptaufgabe der Cirkater geworden in weltlichen Geschicken in ihrer Rolle nicht mitzumischen, sondern mit ihrem Leben und ihrem Schwert für den Schutz der Priesterschaft zu sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von den Göttern zum Cirkater berufen und noch sehr lebendig sind: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Seine Majestät [[Emendon anh Erlenfels]], Von Der Sieben Großen Und Herrlichen Götter Gnaden Hochfürst von Trigardon, Graf von [[Arbon]], Eidmeister der [[Bruderschaft des Heiligen Danason]], Ritter von vierzehnfacher Tugend, Cirkater im Schwert der Sieben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Trogan anh Crul]], erster Kriegsherr des [[Flutland]], Cirkater im Schwert der Sieben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Asarya anh Yaranas]], Cirkater im Schwert der Sieben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Herr [[Victor anh Sion]] Sonderbotschafter des Reiches Trigardon, Ritter zu [[Arbon]], Cirkater in der [[Bruderschaft des Heiligen Danason]], Phönix aus den [[Schulen des Ischan]], Wächter des Hochtempels des Riasion zu Nordern und Hüter des Tempelschwertes &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Aryane anh Rhack]], Tochter der Sya, Tochter des Adryan, Cirkater Cirkater in der [[Bruderschaft des Heiligen Danason]],&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Tangyl Eyseskaelte]], General der [[Schattengarde]], Schwertmeister des [[Dunkelwald]]es, Circater im Schwert der Sieben,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deryas, Cirkater in der [[Bruderschaft des Heiligen Danason]], ein seit längerem unbespielter Charakter mit einem so gut wie inaktiven Spieler,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Estron, Cirkater in der [[Bruderschaft des Heiligen Danason]], ein seit längerem unbespielter Charakter mit einem so gut wie inaktiven Spieler,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Falladorn anh Joscha, Cirkater in der [[Bruderschaft des Heiligen Danason]], ein seit längerem unbespielter Charakter mit einem so gut wie inaktiven Spieler,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Derya Evoerr anh Tarlan]], Cirkater in der [[Bruderschaft des Heiligen Danason]], aktiv bespielter Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verstorbene Cirkater waren: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Arybor anh Crul, Marsianes Vater (scherte sich aber ziemlich wenig um seine Cirkaterrolle), gefallen beim ersten Aufstand gegen Karoman anh Rhack II.,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Turaljon anh Arden, Wächter Siebenstreichs, offiziell von Unbekannten kurz nach dem zweiten Aufstand gegen Karoman anh Rhack II. ermordet,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Ardor anh Rhack II., gefallen in Harnac,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Jurek anh Rhack, Wächter Siebenstreichs, gefallen in Harnac,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Beretryl, Dan und Cirkater in der [[Bruderschaft des Heiligen Danason]], unbespielt seit 1999, 2006 plotbedingt von SL für tot erklärt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Drebyck anh Crul, Marsianes Onkel (scherte sich noch weniger um seine Cirkaterrolle), offiziell friedlich eingeschlafen zur Jahreswende 31/32,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Weg zum Cirkatertum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sicherlich steht es stets nicht im Ermessen der Menschen zu entscheiden, wer ein Cirkater wird, wie es beispielsweise bei einem Ritter der Fall ist. Die Götter wählen ihre Berufenen nach ihrer Frömmigkeit und Fähigkeit aus. So kann jeder berufen werden, so es die Götter wollen. Doch sind auch die Menschen in der Lage ihre Geschicke zu lenken, denn wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. So kann sich ein Cirkater bis zu 6 Erben wählen, welche, ähnlich einem Knappen, die Tugenden und Fähigkeiten eines Cirkaters lernen, und mit ihrem Streben die Aufmerksamkeit der Götter auf sich lenken mögen. Folgt man dieser Ausbildung mit Leidenschaft und wird von den Göttern als würdig betrachtet, so mögen sie ihn eines Tages zum Cirkater berufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Liste von Ämtern, Titeln und politischen Institutionen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Kulturelle Institutionen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klerusspiel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatliche Strukturen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Datei:Trigardonische_M%C3%A4rchensammlung.pdf</id>
		<title>Datei:Trigardonische Märchensammlung.pdf</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Datei:Trigardonische_M%C3%A4rchensammlung.pdf"/>
				<updated>2025-09-03T12:49:32Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: RiaRetterspitz lud eine neue Version von „Datei:Trigardonische Märchensammlung.pdf“ hoch&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Sammlung_von_M%C3%A4rchen_und_Legenden</id>
		<title>Sammlung von Märchen und Legenden</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Sammlung_von_M%C3%A4rchen_und_Legenden"/>
				<updated>2025-09-03T12:48:44Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: /* Die Alabasterne Urne */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Eine PDF-Version zum Download ist hier: [[Datei:Trigardonische_Märchensammlung.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine IT-Version musst du dir selber erstellen ;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natans Blut und die Heilige Elea ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Von den Vorfahren des Kleinen Volkes mündlich überliefert seit Anbeginn von Tag und Nacht, in zwergischer Schrift und Sprache seit unbekannter Vorzeit schriftlich überliefert, in unserer Sprache erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde gegen Ende des zweiten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Gösta''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es begab sich dereinst, als sich die Sterblichen aus Neid und Hass entzweiten, dass Weltvater Natan seinen Bruder Ischan zum Zweikampf forderte, um den Streit zu entscheiden. Weltvater Ischan jedoch, besorgt über die größere Zahl von Natans Stamm, fürchtete einen Betrug seines Bruders. &lt;br /&gt;
Darum sprach er: „Nur dann werde ich mich zum Zweikampf stellen, wenn wir uns an einsamem Orte treffen, wo kein Mensch in den Kampf eingreifen kann!“ &lt;br /&gt;
„So soll es geschehen,“ antwortete Natan, „aber einem von uns wird es die letzte Stunde sein. Und damit beide unserer Stämme die Nachricht von Sieg und Niederlage von einem der Ihren erfahren, soll es Zeugen für unseren Kampf geben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf einigten sie sich und wählten als Kampfplatz einen der Gipfel des Dugor Harog. Jener Berg war in diesen fernen Tagen den Menschen heilig, war er doch damals noch der höchste weit und breit, so hoch, dass sein Gipfel nahezu alle Zeit durch Wolken verdeckt war. Ischan wählte Bakir den Schmied, den geschicktesten seiner Schüler, als Zeugen aus und Natans Wahl fiel auf Elea, seine treueste Schülerin, die von der Göttin des Wissens geliebt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sie seit sieben Tagnächten fortgegangen waren, erschütterten dumpfe Donnerschläge Riaplots Leib und so wussten die Menschen, dass der Kampf begonnen haben musste. Hatten sie doch Ischan mit mächtigen Waffen über der Schulter aufbrechen sehen, so groß und schrecklich, wie sie seither niemand mehr zu führen vermocht hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der Beginn der letzten Tagnächte, denen alles Volk am Dugor Harog hernach als den langen Mond des Schreckens gedachte. Von Jenen, die dort an den steilen Hängen wohnten, starben schon viele in der ersten Tagnacht und noch ungezählte weitere bis sich die Herrin der Erleuchtung zur Nacht wieder in voller Pracht den Menschen zeigte. Viele von ihnen wohnten in Höhlen am Berge, von denen sie nicht wenige selbst hinein gehauen hatten. Obwohl sie schon damals kundig darin waren, in Riaplots Fleisch zu graben und seine Knochen zu formen, so konnten sie doch noch nicht wissen, wie man Gänge und Höhlen baut, die auch dann zu überdauern vermögen, wenn sich die Erde regt. Und nie wieder mussten die Sterblichen erleben, wie der Leib des Königs der Berge sich so sehr in Schmerzen winden musste, wie damals, als Ischan die Schluchten in seinen Leib schlug und Natan ihm tiefe Wunden riss, um seinen Bruder mit Felsen zu erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach sieben Tagnächten, als Ischans Arm erlahmte, schöpfte Natan neuen Atem, um seinem Bruder mächtige Flüche entgegen zu schleudern. Und weil er wusste, dass er auch Riamodan gegen sich hatte, rief er nach den Dienern der Riaranjoscha, auf dass sie die Leidenschaft in Ischan verlöschen mochten.&lt;br /&gt;
Und als weitere sieben Tagnächte vergingen, da eilten die Nebelgeister auf himmlischen Rössern dem Natan zur Hilfe. Als die Sterblichen auch in der Ferne sie erblickten, erschraken alle, denn weithin sichtbar war ihr Heerzug ob seiner großen Zahl, größer als alle Reiterscharen in der Steppe und im Tal. Nie zuvor hatte die Herrin der Weisheit ihre Geister des Nebels mit solcher Stärke entsandt. Hoch über die Flüsse und Täler hinaus ragten sie, selbst zur wärmsten Stunde der Tagnacht ritten sie am Boden, wo sie doch sonst schon lange in den Himmel heimgekehrt wären. Als sie am Berg auf Ischan einstürmten, da erzitterte Riaplots Leib unter den Schlägen ihrer Hufe, viel mehr noch als unter Hieben des Weltvaters zuvor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und als in der viermalsiebten Tagnacht Riamodan sein Antlitz auf dem Gipfel des Dugor Harog zeigte, da erschraken die Sterblichen noch mehr. Denn die Nebelgeister hatten in ihrem Ansturm auch Bakir, den jungen Schüler des Ischan, zu Tode gestampft, den Pakt der Weltväter missachtend, wonach er nur Zeuge, nicht aber Teil des Kampfes sein durfte. Daraufhin schrie der starke Weltvater voller Wut und Rachedurst zum Thron im Feuer hinab und Riamodan antwortete, indem er seinem Günstling für einen mächtigen Zorneshau seine Macht lieh. Damit erschlug Ischan den Heerführer der Nebelgeister, woraufhin die übrigen die Flucht ergriffen. Doch fanden sie den rechten Weg nicht, sondern stürmten vom Gipfel des Dugor Harog in alle Himmelsrichtungen hinab und zermalmten alles zu Staub, was das Unglück besaß, unter ihre Hufe zu geraten. Und die Opfer unter den Sippen, die dort am Berge lebten, waren gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun blieb Natan ohne Beistand dem flammenden Schwert des Ischan ausgeliefert und war schon auf seinen Knien, als Ischan zu seinem letzten Hieb ansetzte. So siegessicher war der stärkere Weltvater, dass er weithin ausholte und Natan Gelegenheit zu einer letzten List gab. Dieser umwickelte seine Hand mit seinem Mantel, schnellte vor und hielt die flache Klinge seines Bruders von sich fern. Doch Ischans Zorn war zu groß, statt mit der flammenden Klinge schlug er denn machtvoll und ohne Gnade mit des Schwertes Kloß hernieder, solange bis er Natan schrecklich zugerichtet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natan wiederum ergriff im Todeskampf Ischans Arm und als er mit zerbrochenen Gliedern herniedersank, da ließ er nicht mehr los, sondern zog Ischan mit sich zu Boden. Und weil dieser in seinem Eifer die Gefahr nicht bemerkte, so kam es dann zuletzt, dass er in seine eigene flammende Klinge stürzte und die Mächte, die er selbst im Zorn gerufen hatte, ihn von Kopf bis Fuß versengten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Feuergott dies sah, erkannte er, dass kein Sterblicher zuvor und kein Sterblicher hernach seine Lieder in solcher Herrlichkeit würde erschallen lassen. Da weinte er Tränen, wie es sonst nur die Herrin der himmlischen Wolken zu tun vermag. Doch waren es graue Tränen, die sich auf Riaplots Leib herabsenkten wie Schnee. Dies war die dunkelste Stunde der Sippen unten am Berge und auch viele Menschen in der Steppe, im Wald und im Tal starben, denn Riamodans Tränen waren bitter und erstickten alles Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich kam Elea aus einem Versteck hervor, wo sie zuletzt ausgeharrt und die schreckliche Schlacht mit eigenen Augen geschaut hatte. Und als sie zu Natan kam, da war er bereits dem Tode geweiht und ihr blieb nichts anderes, als seinen Kopf in ihrem Schoße zu betten und seine zerschmetterte Hand zum Trost in die ihre zu legen. Da kam es, dass sich im heiligen Natan ein letztes Mal die Lebensgeister regten und er zu der frommen Elea sprach: &amp;quot;Sieh, die Zwietracht ist über uns gekommen und unser Streit muss unentschieden bleiben. In unserer Zwietracht haben mein Bruder und ich großes Unglück über alle unter dem Himmel gebracht. Die Geister, die ich rief, haben Heimstätten verwüstet und viele auf ihrem Weg erschlagen, die nicht hätten teilhaben sollen an unserem Kampf. Diese Schuld will ich nicht mit zur Herrin der Seelen nehmen, doch mein letzter Atem schwindet. So bitte ich dich, Elea, bete zu den sieben großen und herrlichen Göttern an meiner statt für die Gunst der Sippen unten am Berge.“ Elea sprach, dies wolle sie für ihren Meister gerne tun und darauf legte der heilige Natan dankbar seine blutige Hand auf Ihre Schulter und schloss für immer seine Augen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es dann, dass die fromme Elea voller Hingabe zu den sieben großen und herrlichen Göttern zu beten begann. „Oh König der Berge,“ bat Elea, „möge das Blut, welches mein Meister vergoss, dein Opfer sein! Ich bitte dich, nimm diese Gabe an.“ &lt;br /&gt;
Und weil sie nicht aufhörte, als Durst und Müdigkeit sie plagten, sondern tapfer ausharrte, erhörte Riaplot ihr Flehen und verwandelte Natans Mantel, mit dem er seine Hand umwickelt hatte, in den Mohn, der allen Schmerz besänftigt. Als Elea, die von ihrem Meister alles über die Kräuter, Moose und Pflanzen gelernt hatte, nun eine Blume sah, die ihr noch fremd war, verstand sie, dass sie erhört worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ihr großen und herrlichen Sieben, hört meinen Eid, der der Eid des Natan ist. Er gibt das von ihm vergossene Blut als Opfer, sein eigenes Blut aber, das von seinem Bruder vergossen wurde, soll das Pfand der Sippen unten am Berge werden, bis zu der Zeit, in der er wiedergeboren wird und seine Schuld bezahlen kann.“&lt;br /&gt;
So betete sie, bis schließlich die erste Nacht der Welt hereinbrach und der erste Tag ihr folgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An jenem ersten Tage stiegen Überlebende von den Sippen unten am Berg hinauf und erst am Abend fanden sie die fromme Elea im Gebet, den verbrannten Leib Ischans zu ihrer rechten, den zerbrochenen Leib Bakirs zu ihrer linken und den zerbrochenen Leib des Natan zu ihren Füßen, sein Blut an ihrer Hand, den Abdruck seiner Hand auf ihrem weißen Kleid. Daraufhin berichtete Elea den Sippen, die am Dugor Harog wohnten, von Natans letztem Wunsch. Und die Sterblichen staunten, denn als sie zu Boden blickten, da ward das viele Blut, welches Natan vergossen hatte, zu Silber verwandelt, wie ein Abbild des hellen Glanzes der Riasina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dies sprach Elea: &amp;quot;Seht, die sieben Großen und Herrlichen Götter haben meine Gebete erhört. Das Blut, welches Natan im Bruderzwist vergoss, ist Euch nun silbernes Pfand für das Unglück, welches Ihr erlitten. Und wenn ihr fragt, wann die Zeit gekommen sei, dass der weise Weltvater sein Pfand einlöse, so seht, dass nicht all sein Blut geronnen ist. Ein kleiner Teil ist noch immer flüssig, obgleich die Götter es zu Silber gemacht haben. Dieses Silber sollt ihr mit Ehrfurcht suchen und bewahren, denn ihm wohnt Natans letzte Kraft noch inne. Und erst wenn der letzte Tropfen geronnen ist, dann wird er wiedergeboren werden und seine Schuld begleichen. Doch seid demütig und verschwendet nicht, was die sieben Großen und Herrlichen gegeben, denn der König der Berge wird jene strafen, die zu gierig sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortan holten die Nachkommen jener Sippen am Dugor Harog kostbares Silber aus dem Berg, wo vorher Natans Blut vergossen worden war. Und alle, die Freunde des Natan gewesen waren, zeigten sich dankbar und dienstbar, wann immer ihnen die Ehre zuteilwurde, sein nunmehr von göttlichem Segen erleuchtetes Blut zu schauen und zu besitzen. Denn durch Eleas Zeugnis galt das Silber aus dem Dugor Harog auch stets als ein Zeichen des Edelmutes und der Demut, die Natan mit seinen letzten Atemzügen gezeigt hatte. Damit war das Leid der Sippen, die dort am Berge wohnten, gemildert, konnten sie doch Silber gegen Brot und Bier und Dörrfleisch und Nüsse tauschen, als weithin um den Dugor Harog, ob der großen Schlacht die dort getobt hatte, für lange Zeit kein Strauch und kein Baum Früchte trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wie Ischan zu Asche verbrannt war, so verbrannten sie auch die Leiber seines Bruders und seines Schülers, um so wenigstens nach dem Tode der zänkischen Brüder ihrem Neid keine Nahrung mehr zu geben. Seitdem bestattet man die Toten auf diese Weise. Während die Weltväter noch heute auf ihre Wiedergeburt warten, so kehrte Bakirs Seele schon in der übernächsten Generation zurück ins Leben und wurde denen geboren, die von seiner Mutter abstammten. Zuvor aber wandelte sein Ahnengeist unter denen, die seine Urne befüllt hatten und ihn ehrten. Ihnen allein verriet er alle Geheimnisse der Schmiedekunst, die er von Ischan einst gelernt hatte. Und bis in unsere Tage werden diese Geheimnisse weiter gegeben von Meister zu Schüler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die treue Elea verlebte ihre übrigen Tage unter den Sippen des Dugor Harog, pflegte den Mohn, den Riaplot ihr als Zeichen seiner Gunst geschenkt hatte und ihre Nachkommen pflegen ihn noch heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geburt von Sommer und Winter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Vorzeit von den Stämmen Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im ersten oder zweiten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Anna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist die Geschichte von der Geburt von Winter und Sommer. So habe ich sie von meiner Großmutter gehört und so erzähle ich sie euch, meine Kindeskinder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Zeit als die Stämme Ischans und Natans sich entzweit hatten, tränkten Flüsse von Blut Riaplots Leib. Die Leben der Menschen und ihre ganze Kraft, viel zu früh vergossen und noch heiß und brodelnd sank tief in den Schoß des großen und herrlichen Gottes und ihm entsprang eine goldene Schlange, so heiß und so schön wie Riasions Auge. Ihr Name war Evörr und wohin sie auch ging, wurde das Land fruchtbar und alles wuchs und gedieh um sie. Doch war das Blut aus dem sie geboren war, zu heiß vom Kampfe. Wenn sie länger an einem Ort verweilte, wurde aus Fülle Dürre und aus Leidenschaft Raserei. So zog sie rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ständige Sterben der Menschen füllte auch Riadugoras Hallen mit dem kühlen Hauch der Seelen. Ihre Winde wurden nie müde, die Toten herbeizubringen. Ein solches Brausen herrschte in den Gewölben der Unterwelt, dass die Toten keine Ruhe finden konnten. So legte sich Riadugora also nieder und gebar eine silberne Schlange, so kalt und so schön wie Riasinas Auge. Sein Name war Jardo und wohin er auch ging, brachte er Ruhe und Andacht. Doch die Kälte des Todes und die neugewonnene Macht der Winde waren zu stark. Wenn er länger an einem Ort verweilte, wurde aus Ruhe Starre und aus Andacht Untätigkeit. So zog er rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages begegneten sich Jardo und Evörr auf ihrer nie enden wollenden Reise. Die Liebe zwischen ihnen war bereits groß, als ihre Blicke sich trafen und sie wuchs mit jedem Tag. Von nun an wandelten sie gemeinsam und wohin auch immer sie gingen, blühte und grünte es und die Erde verschenkte ihre Gaben so bereitwillig wie zu den Zeiten vor dem Bruderkrieg. Als Riaplot dies sah, weinte er, denn er liebte seine Tochter sehr. Noch größer aber als seine Liebe war sein Zorn gegenüber den Menschen, sodass er Riason bat, Jardo und Evörr auf immer zu trennen. Riason kam dieser Bitte schweren Herzens nach, denn auch er erfreute sich an der Harmonie der beiden Liebenden. In seiner Weisheit kettete er Evörr an die Sonne und Jardo an den Mond. Wenn Götter und Menschen versöhnt sind und die ewige Tagnacht herrscht, werden auch die Kinder von Erde und Wind wieder zueinanderfinden. Bis dahin werden wir heiße Sommer und kalte Winter haben und besonders die Winter werden Riaplots Geschöpfen Mühe bereiten, denn Jardo ist nicht leicht versöhnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Yerig-Baum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Im südlichen Längstal mündlich überliefert seit einer Zeit, in der die Vergessene Sprache schon vergessen war und in der die Nurynaische Sippe schon Yergigar besaß, erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des zweiten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Franziska''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Zahl Menschen in Arbons grünen Auen noch gering war und man noch Tage wandern konnte, ohne den Rauch eines wärmenden Feuers zu sichten, lebte ein Jäger, dessen Name Yerig war. Er war der Sohn einer starken Sippe, Vater gesunder Kinder und seine Jagdkunst ward viel gelobt. Und war er auch ein götterfürchtiger Mann, dankte den Göttern jeden Morgen und jeden Abend, brachte Opfer zu den Hohen Tagen und nach jeder Geburt eines Kindes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gab es ein Jahr, als das Vieh in den Wäldern wenig wurde und Yerig weite Wege und lange Tage laufen musste, bis er Wild legen konnte. Er fand sich in ungekannten Weiten, als er schließlich in der Ferne einen Hirsch zu sehen glaubte. So versessen auf die nahe Beute, blieb er blind für die Gefahr und hörte das Gebrüll des Bären, bevor er ihn sah. „Oh ihr Götter, lasst Gnade walten! Wendet des Bären tödliche Pranke ab!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär holte aus und schlug den Jäger nieder, seine Glieder brachen und sein Körper ging zwischen den Gräsern nieder. Mit dem letzten Atem sprach er an die Götter: „Ihr Großen und Herrlichen! Habe ich euch nicht geehrt? Habe ich nicht jeden Morgen und jeden Abend eure Namen gepriesen, euch gegeben von meinen Gütern, was ich entbehren konnte und nicht für jedes Kind mit Opfer gedankt? Habe ich nicht gelebt, wie es ein ehrfürchtiger Mann nur kann? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass mein Körper, der eben noch den Hirsch mit einem Schuss zu töten vermochte, nun hier geschunden liegt und ich das Leben verliere fern von der Heimat und der Sippe? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass die Tiere mich fressen werden anstatt einer würdigen Bestattung neben meinen Ahnen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er nicht mehr sprach zogen die Wolken über der Ebene zusammen, der Himmel wurde dunkel und er vernahm die Stimme Riadoguras, die zu ihm sprach: „Was maßt es du dir an, einzelner Sterblicher, zu zweifeln an den Göttern und nicht zu danken, was dir gegeben ward! In eine ehrwürdige Sippe wurdest du geboren, einen starken Arm ließen wir dir wachsen, einem fruchtbaren Weib wurdest du gegeben und die dir geborenen Kinder ehrten dich. Willst du zweifeln, dass dies die rechte Zeit sei in meine Hallen einzukehren? So sei dir noch weitere Zeit auf dieser Erde gegeben. Dein Körper soll weilen auf diesem Fleck, so dass du Zeit hast, über deine Worte zu sinnen. Ein Baum sollst du werden und zu unseren Ehren sollst du wachsen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erkannte der Jäger die Schande seiner Worte. „So will ich tun, wie mir befohlen, und in ehrfurchtsvoller Arbeit meine Tage verbringen, wie die Götter es bestimmten.“ Und seine Knochen wurzelten tief in die Erde und zogen mit aller Kraft Riaplots Geschenk des Lebens in sich auf. Und aus seinen Lenden wuchs ein Spross gen Himmel, der sich an Riasions Geschenk der Sonnenstrahlen wärmte. „Groß will ich werden und Blätter und Früchte tragen, tief verwurzelt will ich sein und meine Haut stark wie Stein. Zu Ehren der Götter will ich jeden Tag wachsen und danken für mein Leben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, und der Baum wurde stark und seine grüne Krone immer dichter. In den Ästen des Baumes ließen sich die Vögel des Himmels nieder und bauten ihre Nester. Kriechtiere bauten ihre Höhlen zwischen den Wurzeln und der einsame Wanderer fand Schatten unter seinem Blätterdach. So zog der Sommer voran und der Baum brachte hart arbeitend Früchte hervor, saftig waren sie, und wurden röter von Tag zu Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voller Stolz mühte der Baum sich, sie immer größer und saftiger werden zu lassen, da begannen die Vögel bereits, die Früchte zu fressen und die vorbeiziehenden Wanderer zu pflücken, was sie tragen konnten. Da wurde der Baum betrübt und rief zu den Göttern: „Seht ihr großen Götter, getan habe ich, was mir befohlen ward. Gearbeitet habe ich jeden Tag und der Erde abgetrotzt, was ich konnte. All die Mühe habe ich in diese Früchte gesteckt und nun sollen die faulen Vögel sie fressen? Soll jeder Dahergelaufene einfach sich den Wanst mit meinem Tagewerk vollstopfen dürfen, ohne den Finger dafür krümmen zu müssen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sprach Riaplot aus der Erde und den Pflanzen zu ihm: „Sterblicher, ein zweites Mal schon beklagst du dein Schicksal, obwohl die Götter dir mit vollen Händen geben! Wärmte die Sonne dich nicht durch Frühling und Sommer? Gab ich dir nicht aus der Erde all die Kraft, die zu brauchtest? Und stillte der Regen nicht deinen Durst alle Tage? Geize nicht mit deinen Früchten, was bringt es dir, wenn sie an deinen Ästen faulen? Ein Mensch bist du nicht mehr, die Früchte sind für andere.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder erkannte der Baum Yerig seine Fehlerhaftigkeit: „Große Götter, ich danke euch abermals und bitte um Vergebung. Meiner Arbeit Früchte will ich geben, wer sie verlangt, auf dass sie einem anderen nutzen.“ Als dann die letzte Frucht gepflückt war, wollte der Baum noch immer nicht ruhen. Denn Arbeit war es, was die Götter den Sterblichen auferlegt hatten. Und so begann er sein Antlitz in prächtigen Farben zu schmücken. In Rot und Gold ließ er seine Blätter strahlen, auf dass von weit her seine prächtige Krone zu sehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch das prächtige Farbenspiel lockte die Kinder Riadugoras, die Winde: „Sie an, welch schönes Spielzeug! In Rot und Gold ist es aufgemacht!“ - „Lass uns hineinfahren in die Krone und sehen wie die Blätter fliegen!“ Und die wilden Winde fuhren in das Blätterdach, zupften an jedem Ast die Blätter und tanzten wild mit ihnen im Kreise. Doch unbeständig wie die Windeskinder sind, ließen sie ihr Spielzeug alsbald fallen, nur um am nächsten Tage noch einmal zurückzukehren und neues Blattwerk zu zupfen. Wie der Baum Yerig so seine Arbeit zu Boden gleiten sah, würde er traurig und rief die Götter ein drittes Mal an: „Seht ihr Großen, wieder habe ich getan, wie mir geheißen, Mühe und Fleiß in meine Arbeit gesteckt. Doch wie lohnen es mir die Winde? Sie zerreißen mein prächtiges Haupt und lassen die Fetzen arglos am Boden liegen!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wieder zogen die Wolken zusammen und aus ihrer grauen Mitte spricht Riadugoras Stimme: „Sterblicher wieder zweifelst du an uns. Doch was maßt du es dir an, dich zu schmücken in prächtigen Farben? Der eitle Tand steht dir nicht zu, so tragen die Winde ihn fort. Und auch ist es Zeit für dich, die Arbeit ruhen zu lassen. Was dem Mensch der Tag, ist dem Baum das Jahr. Und so wie der Mensch abends seine Glieder zur Ruhe bettet, ist es Zeit für dich, alle Anstrengungen sein zu lassen und über den Winter zu träumen. Doch fürchte dich nicht: Riaranjoscha wird eine Decke aus Schnee über dich breiten, auf dass du im Frühling die Arbeit erneut wirst aufnehmen können.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Schnee aber gefallen war, ächzte der Yerig schwer unter dem Gewicht, schüttelte sich und warf ihn zornig hinfort. Noch ehe er aber diesmal ein Wort des Undankes sprechen konnte, fuhr ein Blitz in ihn ein, fällte ihn und verbrannte ihn zu Asche. Und da die Götter nun lange keine Klage mehr von Yerig hörten, erbarmten sie sich zum nächsten Frühjahr und ließen aus seiner Asche neunundvierzig Blumen spießen. Sie weilten in einem glücklichen, unbeschwerten Leben, tranken Riaranjoschas Wasser, wärmten sich unter Riasions Angesicht, speisten von Riaplots Gaben, vermehrten sich, um am Ende in Riadugoras hütende Arme zu sinken. Sie lebten nur um zu leben in Göttlichem Frieden. Und wie es war, so hatten die Götter ihre Freude daran, denn es war ihr Wille, weil sie es gemacht hatten wie es war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wie der Schnee entstand ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der glänzenden Sonne im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war wohl zu Zeiten des heiligen Timor - weder die Ältesten und Weisesten können dies jedoch mit Sicherheit sagen - dass am letzten Tag, bevor der erste grüne Halm des Frühlings in der Steppe spross und sich Jardo für den nahenden Frühling von Riaplots Angesicht verabschieden musste, er drei Schwestern erblickte, die in der Steppe ihre Stuten molken. Die Frauen gefielen ihm gut und so beschloss er, sich mit ihnen den letzten Tag vor seinem Abschied zu versüßen. In Schlangengestalt kroch er über die Wiese und nacheinander kroch er unter die Röcke aller drei.&lt;br /&gt;
Die drei Schwestern, von denen keine verheiratet war, fanden sich nun bald schwanger und danken den Göttern für das Zeichen ihrer Fruchtbarkeit. Später im Jahr, in der Nacht des ersten schweren Wintersturmes gebaren alle drei ihre Söhne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die große und herrliche Riadugora sah dies und wurde zornig. „Es soll nicht sein, dass mein Sohn, der Gefährte der Nacht, sich mit Sterblichen paart!“ Riadugora ließ die Nächte länger und finsterer als je zuvor werden. Vieh verirrte sich in der Dunkelheit und erfror und die Menschen bekamen Angst und trauten sich bald nicht mehr vor die eigene Tür.&lt;br /&gt;
Die Mutter der Schwestern erschrak, denn sie erkannte dies als Zeichen des Zorns der Göttin und riet ihren Töchtern: Ihr müsst euch der Allverzeihenden stellen, wenn sie es will von Angesicht zu Angesicht, und zwar heute, denn dem Zögernden wird nur zögerlich verziehen.&lt;br /&gt;
Die Schwestern fassten sich ein Herz und ritten hinaus in die Steppe zum Geisterhügel. Nach Sonnenuntergang riefen sie ihre Ahnen um Beistand an und boten der großen und herrlichen Riadugora ihr letztes Vieh als Opfergabe. Sie warteten beharrlich in der bitteren Kälte, bereit zu geben, was die Herrin des Atems ihnen nehmen wollte. Die Allverzeihende legte ihre Stirrn in tiefe Falten: Sie sah die Verzweiflung doch sah sie auch den Mut und die Aufrichtigkeit des Opfers. Die Schwestern harrten bis zum Morgen aus, und die Allverzeihende beschloss schließlich, dass sie den Frauen nicht das Leben nehmen wollte, und so verwandelte sie die Schwestern in drei schwarze Falken.&lt;br /&gt;
Um zu verschleiern, wo ihre Seelen wandelten rief sie mit ihrer Schwester viele Nebelgeister zu sich und schickte sie in einer wilden Jagd über die Steppe, um ihren Sohn irrezuführen. Im Federkleid kehren die Schwestern vor Jardos Augen verborgen zu ihrer Sippe zurück, mit Falkenaugen wachten sie über ihr Heim, und mit ihren scharfen Klauen jagten sie fortan für ihre Kinder, die nie wieder Hunger hatten. Als die jungen Söhne herangewachsen waren, wurden sie zu großen Jägern und ihre Sippe groß und fruchtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jardo wurde traurig, dass seine Mutter die Mütter seiner Kinder in der Kälte sterben lassen hatte und mit Hilfe ihrer Schwester ihre Seelen zu rastlosen Nebelgeistern gemacht hatte. In der Tat wurde er wütend, dass seine allverzeihende Mutter so unversöhnlich gegenüber seinen Kindern war und grausam zur alten Großmutter, die mit gebeugtem Rücken und trüben Augen weder Vieh hüten noch den Acker bestellen konnte. Alt wie sie war, hätte sie vor ihren Töchtern sterben sollen, doch nun musste sie noch die Kindeskinder ernähren.  Er sann auf eine List um die grausame Tat seiner Mutter zu mildern. Lange saß er auf einem grauen Stein und grübelte, doch es wollte ihm nicht gelingen. Während er saß und grübelte, begann er, Wollflusen aus seinem Mantel zu rupfen und je mehr er nachdachte, desto mehr rupfte er Fussel aus. Diese Flusen fielen hell auf Riaplots Antlitz und wie er so dasaß und grübelte und rupfte, wurde die Erde ganz davon bedeckt. Die Decke vervielfachte in der Nacht das Licht Riasinas und der Sterne, und die Menschen schöpften neuen Mut.&lt;br /&gt;
Riadugora blieb es nicht verborgen, dass ihr Sohn wütend gegen sie war, doch lächelte sie und befahl ihren Windgeistern, nun eine Weile zu ruhen. So blieben die Spuren von verirrtem Vieh noch lange bestehen, sodass kein Hirte mehr lange nach einem verlorenen Schaf suchen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aynur, die Schäferin ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Kloster des Heiligen Danason Anfang des fünften Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Tobias''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früh im Sommer war eine junge Schäferin bei den Herden der Sippe, saß vor Ihrer Jurte und flickte gerade ihr Zaumzeug. Aus dem halbhohen Gras tapste ein Murmeltier auf sie zu, blieb vor ihr stehen und sprach sie an. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Das Murmeltier lief in die Jurte, trank Wasser und aß etwas von dem Brot mit Kümmel. Es erzählte der Schäferin von Wiesen mit süßen Kräutern und den Träumen die es im Winter geträumt hatte, bedankte sich und machte sich wieder davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später im Sommer, die Nächte waren inzwischen frei von Frost, bekam die Schäferin erneut Besuch. Eine Gazelle trat vor die Jurte hin und fragte: &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe.&lt;br /&gt;
Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Nach dieser freundlichen Einladung rief die Gazelle ihr Junges aus dem hohen Gras und beide betraten die Jurte. Das Junge sprang in der Jurte über alle Kissen und Kisten, sie aßen und tranken und hatten einen vergnüglichen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Tage vergingen, es war schon beinahe Abend, da trottete ein Dachs auf die Jurte zu. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Der Dachs brummte zuerst etwas missmutig vor sich hin, nahm die Einladung aber doch an. Er nahm gerne von dem Trockenfleisch der Schäferin und davon durstig geworden noch mehr vom Wein, den sie ihm anbot. Mehr als ein bisschen betrunken sang er ihr alle Leider vor, die er kannte und schlief am Feuer ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lauf des Sommers besuchten weitere Tiere der Steppe die junge Schäferin. Eine Schlange verbrachte die Nacht um das Herdfeuer geringelt und deutete ihre Träume, ein stolzer Hirsch lief mit ihr und ihrem Pferd um die Wette, von den hohen Gipfeln kam ein Adler zu ihr herab, der ihr Geschichten von jenseits der Berge erzählte und einer der wilden Esel trug sie, nachdem sie ihn zu Gast geladen hatte auf seinem Rücken zu einem versteckten Wasserloch, das sie bis dahin noch nicht gekannt hatte. Ihnen allen stellte sich Aynur vor und sie alle lud sie zu Gast. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende des Sommers, die Nächte waren schon viel länger geworden und der Herbst färbte das Land hörte die junge Schäferin ein heulen das nicht der Wind war. Sie löschte das Feuer in der Jurte, trieb die Schafe ein gutes Stück weit weg und gürtete sich mit dem langen Messer. Zurück an der Jurte setzte sie sich vor den Eingang und wartete.&lt;br /&gt;
Es wollte schon fast Nacht werden, als ein großer grauer Wolf vor sie hintrat. Seine gelben Augen leuchteten über den elfenbeinweißen Zähnen. Er knurrte leise. &amp;quot;Ein Menschenkind... Was machst du denn ganz alleine in der weiten Steppe?&amp;quot;&lt;br /&gt;
Aynur antwortete ihm: &amp;quot;Ich hüte meinem Vater die Jurte, er ist beim ersten Morgengrauen fort auf die Jagd, das ist sein Handwerk. Das Feuer in der Jurte ist leider ausgegangen, aber du kannst gerne auf ihn warten, damit er es wieder entzündet. Ich erwarte ihn jeden Moment!&amp;quot; &lt;br /&gt;
&amp;quot;Oh, keine Umstände meinethalben, Ich muss fort, ich habe dringende Geschäfte zu erledigen...&amp;quot; antwortete der Wolf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jedermanns Bruder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Stämmen Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst, vor langer, langer Zeit, als Riasina ihre Herde zu sich rief und ihr Antlitz vor den Menschen verschleierte, kam es zu den Ereignissen, von denen ich euch nun berichten will. Bei dieser Mondfinsternis nämlich, gelang es Jardo, dem Gefährten der Nacht, sich aus den silbernen Ketten des Wissens zu befreien, mit denen er an Riasinas Thron gekettet ist, seit Anbeginn von Tag und Nacht. Was folgte nun, da der Herr von Frost und Schnee nun frei war, zu tun, was er wollte? Überzog er alles mit Kälte und der unsichtbaren Macht seiner Mutter? Machte er sich auf den Weg, endlich seine Geliebte zu erreichen, nach der er sich so viele Menschenalter schon sehnte? Nichts von Alledem! Die Menschen bemerkten sein Fehlen erst gar nicht und erfreuten sich an einem langen, warmen Sommer. Der Sommer hatte das Korn reifen lassen, doch die Früchte an den Bäumen verdorrten, ehe sie reif wurden. Und das, was den Menschen von der Ernte übrigblieb, wurde von Fliegen heimgesucht. Niemand konnte mehr ruhig schlafen, so viele Plagegeister hielten die Menschen nachts wach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bauer, der sein Haus am Fluß hatte, besah sich seine Felder, seinen Speicher und sein Haus, wo es von Fliegen und Schnaken nur so wimmelte, und sprach: „Dank sei dir Riaplot, doch wie sollen wir nur überleben, wenn unsere Vorräte verderben, noch ehe der weiße Mantel die Erde bedeckt? Wenn er doch nur kommen würde, der Gefährte der Nacht, mit Eis und Schnee, ehe es zu spät ist. Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte nicht nur Sonne. Nicht weit entfernt vom Bauern ging ein Jäger auf die Jagt. Eines Tages hatte der Jäger einen großen Hirsch verfolgt, als ein Unwetter aufzog und ein heftiger Regen ihn überraschte. Er zog einen Pfeil aus dem Köcher und zielte. Doch just in diesem Moment barst sein geliebter Bogen, denn der Regen hatte das Holz aufquellen lassen. Das Wasser klatschte und prasselte ihm nur so ins Gesicht, dass er bald rein gar nichts mehr sah und als er schließlich nach Hause kam, goss er ganze Bäche aus seinen Stiefeln. Der Hirsch war unterdessen in den Wald zurückgesprungen. Da rief der Jäger: „Wie soll ich nur jagen? Was wird aus mir? Bei diesem Regen muss ich mir bald eine Angel bauen und ein Netz knüpfen und auf die Pirsch gehen nach Hirsch-Fischen und Reh-Fischen! Wie glücklich wäre ich, wenn der Gefährte der Nacht die Blätter von den Bäumen fegen und mir ein paar schöne frost-klare Nächte bescheren könnte! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte den Menschen viele saftige Weidegründe. Und so trieben die Hirten im Tal ihre Herden immer weiter und weiter. Doch die Mutter der Hirtensippe blieb allein zurück. Als die Zeit für die Herbstnächte immer näher rückte, sorgte sie sich sehr, denn noch war keines ihrer Kinder an das Herdfeuer ihres Heims zurückgekehrt. Die alte Frau rief: „Was wird nur aus mir altem Weib! Vor Sorge kann ich nicht schlafen und vor Einsamkeit werde ich noch ganz krank! Hilf mir, Gefährte der Nacht, und weise meinen Kindern den Weg zurück an mein Feuer! Dort wollen wir das Ende des Sommers feiern und dich preisen! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Landauf und landab im ganzen Tal riefen die Menschen bald: „Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
All dies Rufen und Bitten hörte Jardo und beschloss, in die Heime derer einzukehren, die so flehentlich um seine Hilfe baten. Er kehrte ein in das Haus des Bauern, brachte alle Fliegen und Schnaken zum Schweigen, sodass die Vorräte nicht verdarben und der Bauer nach langer Zeit endlich wieder ruhig schlafen konnte. Er fegte die Blätter von den Bäumen und brachte frostige Nächte, in denen der Jäger mit reicher Beute von der Jagt heimkehrte. Er geleitete mit eiskaltem Westwind und Raureif die Hirten zurück zu ihrem Heim, wo sie zum Festessen mit ihrer Mutter fette Schafe schlachteten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wanderer ging er in den Häusern und Jurten ein und aus und zu den Menschen sprach er: &lt;br /&gt;
„Ihr habt mich in euer Heim gerufen. Nun, hier bin ich, bereit zu bleiben und zu geben, was ihr so lange vermisst habt. Doch habe ich drei Bedingungen: Jedem, der an eurer Tür Gastrecht erbittet, dem sollt ihr es gewähren! Bruder sollt ihr mich nun nennen, wenn ich in eurem Heim wohne! Und die Vögel, die füttert nicht vor eurer Tür, sondern dort, wo ihr auch euer Vieh füttert! Und ganz besonders die Eule, die nachts durchs Fenster schaut, die sollt ihr vertreiben, denn sie erspäht für die mächtige Riadugora die Seelen, die sie bald holen kommen will! Verriegelt die Fenster, dass sie eure Kinder in ihren Betten nicht zu lange ansieht!“&lt;br /&gt;
So verging die Zeit, in der der Gefährte der Nacht in den Häusern ein und aus ging. In den kurzen Tagen zehrten die Menschen von ihren Vorräten und fütterten ihr Vieh. Die wenigen Vögel, die sich an den Resten vom Viehfutter und Brotkrumen gütlich taten, hielten sie von ihren Türschwellen fern. Nachts kamen sie um die niedrig brennenden Herdfeuer zusammen, um zu erzählen. Sie hießen Gäste willkommen und waren froh und glücklich, Jedermanns Bruder in ihrer Mitte zu wissen. So vergingen Tag um Tag und Nacht um Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Große und Herrliche Riasina hatte sich derweil ihre Herde genug besehen, warf den Schleier ab und begab sich zu ihrem silbernen Thron, um ihre Reise fortzusetzen. Doch was fand sie dort? Leere Ketten und keine Spur der silbern gefiederten Schlange! Mit den geborstenen Ketten ging sie zu ihrer Schwester, damit sie ihr helfen könnte, den Flüchtigen zu finden. Die Allverzeihende kniff die Augen zusammen und siehe da: enddeckte sie Spuren ihres Sohnes im Tal zwischen den zwei Flüssen. So schickte sie ihre Vögel um Ausschau nach Jardo zu halten. besonders ihre alte treue Eule ließ sich nachts still und unentdeckt in den Bäumen nahe der Häuser nieder, um durch die Fenster zu spähen und zwischen all den Menschen den Sohn ihrer Gebieterin ausfindig zu machen. Doch es wollte ihr bei dem dichten Gewimmel an Menschen in den Häusern nicht gelingen. Tapfer saß sie Nacht um Nacht still ohne ein einziges, leises „Schuhu“ auf ihrem Baum und spitzte die Ohren. Doch hörte sie die Menschen sich untereinander nur Bruder nennen. &lt;br /&gt;
Bald enddeckte sie manch ein Vater auf ihrem Baum und begann, Steine auf sie zu werfen und sie mit den Worten zu verscheuchen: „Fort mit dir, wag es ja nicht, meine Kinder anzusehen, wie sie in ihren Betten schlafen!“&lt;br /&gt;
Das machte die alte, weise Eule stutzig. Hatten die Menschen sie nicht immer freundlich begrüßt, wenn sie auf einem Baum neben dem Haus saß, durch die Fenster die schlafenden Kinder besah und ihnen durch ihr „Schuhu“ gute Träume brachte? Hatte nicht manch eine Mutter nachts das Fenster offengelassen oder war gar mit einem weinenden Kind im Arm vor die Türe gegangen, damit es sich beruhigte und einschlief? &lt;br /&gt;
Sie flog heim zu ihrer Gebieterin und berichtete von all dem was sie gehört und gesehen hatte. Die Allverzeihende ahnte, was geschehen war. Ihr Sohn weilte unter den Sterblichen und verweilte zwischen ihnen, um sich seiner Pflicht zu entziehen. Und so schickte sie die Eule zurück zu den Menschen mit einer List.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Tal zwischen den zwei Flüssen wurden derweil die Nächte immer länger und kälter, jetzt, da Jedermanns Bruder bei den Menschen eingezogen war. Der Bauer besah sich seinen leeren Speicher, in dem selbst die Mäuse erfroren waren. Er seufzte: „Wie sollen wir leben, wenn wir bald das Saatgetreide essen müssen?“ Der Jäger kehrte bald immer öfter mit leeren Händen von der Jagt zurück. Denn im tief verschneiten Wald war kaum noch Wild zu finden. Am Herdfeuer der Sippenmutter tranken die Hirten bald nur noch dünnen Tee. Und statt Geschichten und Gelächter hörte man oft nur noch Murren und Zank. Denn mit der Zeit wird, wie wir alle wissen, die Enge Manchem lästig. &lt;br /&gt;
So kam es, dass eines Tages ein Mütterchen aus ihrer Jurte trat und nach ihren Tieren sah. Gerade hatte die Sippe das Abendgebet gehalten, schon stritten drinnen am Feuer ihre Töchter, während ihre Söhne grimmig und stumm in die Glut starrten. &lt;br /&gt;
Da sah sie auf einem Baum die Eule sitzen. Alt wie sie war, hatte sie keine Angst vor ihr. Was Jedermanns Bruder über die Eule sagte, beeindruckte sie nicht sehr. Die Kindeskinder schliefen in diesen Nächten zwar schlecht, es war jedoch keines gestorben und sie selbst hatte schon seit langem ihren Frieden gemacht. Wenn Die, Deren Thron am Ende steht, sie durch ihre Dienerin in ihre Hallen einladen würde, so sollte es eben geschehen.&lt;br /&gt;
„Grüß dich Mütterchen, Schuhu,“ rief die Eule. „Guten Abend, Eule,“ sprach das Mütterchen.&lt;br /&gt;
„Kalt ist es, Schuhu! Alleine hier draußen?“, sagte die Eule.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist Streit, hier draußen ist Frieden. Zu viel Lärm für meine alten Ohren.“&lt;br /&gt;
„Wie kommts? Schuhu,“ &lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder treibt die Leute zusammen und die Zeit wird ihnen lang. Keine Butter im Tee, alle Wolle versponnen, alle Geschichten schon siebenmal erzählt. Dafür teilen wir uns jetzt die Läuse und die Wanzen.“&lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder also, Schuhu! Wer mag er nur sein?“&lt;br /&gt;
„Der Klein-Große, der Dick-Dünne, der Mit-Ohne-Bart, der genau ist es, der bei uns ein und aus geht.“&lt;br /&gt;
„Der ist es also, Schuhu. Man freut sich ja über jeden Besuch. Bei Manchem bei Kommen, bei Manchem beim Abschied, nicht wahr?“&lt;br /&gt;
Die alte Frau lächelte und sagte nichts mehr.&lt;br /&gt;
„Schuhu, komm morgen wieder und bring einen leeren Schlauch mit.“, sagte die Eule und flog davon. &lt;br /&gt;
Am nächsten Abend trat die alte Frau wieder aus ihrer Jurte, ging dahin, wo das Vieh zusammengetrieben worden war und wartete mit einer leeren Ziegenhaut auf die Eule. Als die Sonne ganz untergegangen war, kam sie schließlich geflogen.&lt;br /&gt;
„Schuhu, Mütterchen, siehst du den Stein da? Nimm ihn und schlag die Eisdecke über dem Wasserloch ein, in dem ihr euer Vieh tränkt.“&lt;br /&gt;
Der Stein war schwer, doch gesagt, getan.&lt;br /&gt;
„Schuhu! Nun fülle den Schlauch und nimm eine Hand voll Schlamm vom Grund. Den Schlamm mischst du in den Gerstenbrei zuhause und lässt ihn stehen. Wirst schon sehen, was daraus wird. Und in den Schlauch sollst du jeden Sommer den Saft der reifsten und besten Früchte füllen und ihn aufheben, bis der Sommer vorbei ist. Der Trunk aus diesem Schlauch wird jeden, der davon trinkt, mit der Wärme des Sommers erfüllen. Einer, der vorm Feuer dies hier trinkt, wird offenbaren, ob er nun klein oder groß ist, ob dick oder dünn, ob er einen Bart hat oder keinen. Er wird seinen wahren Bruder Bruder nennen und seine wahre Schwester Schwester. Nun geh zurück in dein Haus.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Feuer schenkte die Frau allen von dem Wasser aus dem Schlauch ein. Doch wie sonderbar roch dieses Wasser! Es roch nach allen Früchten des Feldes, nach grünem Gras, nach Blumen, nach Honig und nach Harz von den Bäumen. Jeder, dem dieser betörende Duft in die Nase stieg, nahm einen tiefen Zug aus dem Becher. Und noch einen. Und noch einen. Eilig schenkte sie nach. Auch Jedermanns Bruder hatte sich am Feuer eingefunden und bereits gierig drei Becher geleert. &lt;br /&gt;
je mehr er trank, desto mehr stieg die Wehmut in ihm auf. Bald erzählte er den Menschen am Feuer von seiner Geliebten und seiner immerwährenden Suche. Er beweinte sein Schicksal, klagte bitterlich darüber, wie er sich in silbernen Ketten auf rastlosen Reisen am Thron der Riasina plagen musste. Der Trank hatte alle Streitereien am Feuer verstummen lassen und es wurde immer stiller. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald begannen sich die Brüder und Schwestern am Feuer aneinander zu lehnen, denn die Glieder waren ihnen schwer geworden. Nur Jedermanns Bruder trank und redete und trank und redete weiter. Schließlich merkte er, wie still es geworden war, erhob sich und trat vor die Tür. Dort setzte er sich auf einen Stein.&lt;br /&gt;
„Ein Bruder draußen allein in der Nacht. Warum nur, Schuhu?“, fragte eine Stimme.&lt;br /&gt;
„Ach, geh doch weg! Was verstehst du schon,“ sagte er.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist ein warmes Feuer und alles schläft und träumt.“&lt;br /&gt;
„Weißt du wer ich bin? Die Nacht ist mir nicht fremd, die Kälte ist mir eigen. Alles war gut bis zu dieser Nacht. Nun zerreißt mich die Sehnsucht, wenn ich den Duft meiner Geliebten rieche, sie schmecke aber sie nicht sehen oder halten kann.“&lt;br /&gt;
So fuhr er fort, bis er schließlich alles gesagt hatte, müde wurde und sich nur noch unter dem Stein verkriechen und ausruhen wollte. Da lag er nun und die weise Eule griff ihn und trug ihn fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das gefiederte Kalb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Kindern Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des vierten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Sebastian''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verstarb die Mutter von drei Töchtern. Der Klugen vererbte sie den Hof, der Willensstarken die Herde und der Geduldigen die magische Spindel, deren Garn nicht endet. So gab sie jeder Tochter ihren Teil und eine jede war zufrieden. In vollem Glück lebten sie gemeinsam, bis auch das Leben ihres Vaters sich dem Ende näherte und er sie an sein Bett rief. Und wie er sie nun zum letzten Mal sah musste er weinen.&lt;br /&gt;
„Weine nicht“, sagte die Willensstarke. „Denn auch nachdem du gestorben bist, werden deine Kinder und Kindeskinder deinen Namen kennen!“ Doch der Vater weinte nur noch mehr.&lt;br /&gt;
„Warum weinst du denn?“ fragte die Kluge. „Was ist es, dass dir keine Ruhe gönnt?“&lt;br /&gt;
„Ach meine Töchter“, sagte der Vater, „Ich versprach eurer Mutter, das Geheimnis ihres wahren Schatzes zu bewahren. Doch wenn ich gestorben bin, wird niemand mehr davon wissen. Dies betrübt mein Herz.“&lt;br /&gt;
Nun verlangten die Kluge und die Willensstarke von ihrem Vater, ihnen vom wahren Schatz der Mutter zu berichten. Nur die Geduldige hielt seine Hand bis er starb. Und kurz vor seinem letzten Atemzug murmelte er ihr sonderbare Worte ins Ohr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Bestattung sittsam verrichtet war, beschuldigte die willensstarke Tochter ihre geduldige Schwester, das Wissen über den Schatz der Mutter vom Vater offenbart bekommen zu haben und Streit brach aus, weil die eine auf dem Vorwurf beharrte und die andere ihn stur von sich wies. Wie das Glück im Haus abnahm, fasste die kluge Schwester sich ein Herz und sprach zuerst mit der Willensstarken.&lt;br /&gt;
„Warum beschuldigst du unsere Schwester, den Schatz unserer Mutter zu verbergen?“ Fragte sie. „Weißt du es nicht mehr? Die letzten Worte unseres Vaters galten ihr. Aber sie verrät uns nicht, was er ihr sagte.“ Entgegnete die willensstarke Schwester.&lt;br /&gt;
„Sie wird dir nichts davon sagen, weil du sie im Zorn gefragt hast.“ Sagte daraufhin die kluge Schwester. „Aber mir wird sie es sagen, wenn ich sie danach frage.“&lt;br /&gt;
So ging sie zur geduldigen Schwester. Anstatt sie nach den letzten Worten des Vaters zu fragen, wollte sie zunächst erfahren, wie denn der Streit begonnen hätte.&lt;br /&gt;
„Unsere Schwester behauptet, Vater hätte mir mit seinen letzten Worten den Schatz verraten und dass ich ihn für mich allein behalten wolle. Das ist nicht wahr! Doch wo sie mich so frech beschuldigt, will ich ihr gar nichts davon sagen. Soll sie doch denken was sie will und an ihrem ungerechten Zorn ersticken, mir wird sie ohnehin nicht glauben.“&lt;br /&gt;
„Mir aber, wenn ich die Worte kenne.“ Sagte da die kluge Schwester. „Bedenke, wenn der Streit zwischen euch nicht endet, wird das über uns alle Unglück bringen.&lt;br /&gt;
Da gab die geduldige Schwester nach und gab die Worte preis: „Es waren die verwirrten Worte der Seele, die schon auf dem Wege ist. Er sagte: Finde das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.“&lt;br /&gt;
Als die kluge Schwester der Willensstarken nun davon berichtete, meinte diese, dass jenes Kalb der Schatz der Mutter sein müsse. Statt sich mit ihrer geduldigen Schwester zu versöhnen, gab sie die Herde ihrer klugen Schwester zur Aufsicht, nahm Bogen und Dolch und zog aus, das gefiederte Kalb zu suchen, das wie die Lerche singt. Der Streit war zwar nicht geschlichtet, wurde aber auch nicht fortgeführt. Also nahm das Glück der Drei wieder zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lang wanderte sie durch die Welt und bestand viele Abenteuer, ohne das wundersame Tier jemals zu finden. Eines Tages, als die Schatten schon lang waren, kam sie zu einem hohen Berg. Obwohl sie ihn sogleich besteigen wollte, wurde sie plötzlich von einer jähen Müdigkeit erfasst. Nachdem ihr Wille mit ihrer Vernunft gerungen und die Vernunft gesiegt hatte, schlug sie ihr Lager auf um zu rasten und ihr Werk am nächsten Tag zu tun.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber keine Fremde war. &lt;br /&gt;
„Oh mein Kind“, sagte sie, „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will den Schatz meiner Mutter finden!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn so sieht der Schatz meiner Mutter aus!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den geraden Weg. Er führt mich auf den Gipfel dieses Berges!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut. Der Rücken dieses Berges ist von Gier bewaldet und in seinen Tälern fließt Verschwendung. Hier zeigen die Diebe die Wege, die von den Räubern angelegt wurden. Selbst wenn du nur den geraden Weg verfolgst mag es dennoch sein, dass du dein Ziel verlierst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Nach kurzer Zeit begegnete sie einem starken Mann der behauptete, ihr den Weg zeigen zu wollen. Doch die Schwester dachte sich: Verschweigt er die Gefahr, dann ist er ein Feind. Also kämpfte sie mit ihm und siegte, obwohl er viel stärker war. Sodann zwang sie ihn, ihr einen geraden Weg auf den Gipfel des Berges zu hauen.&lt;br /&gt;
Als sie ihr Ziel schon halb erreicht hatte, begegneten sie einem wunderschönen Mann, der sie freundlich nach ihrem Weg fragte. Doch die Schwester dachte sich: Verschweige ich meine Absicht, so hindert er mich nicht. Also sagte sie ihm, dass er ihr schon folgen müsse, um ihren Weg zu kennen. Und obwohl er ihr den blumigsten Wein und die köstlichsten Speisen anbot, wiederstand sie der Versuchung, zu rasten.&lt;br /&gt;
Kurz bevor sie den Gipfel des Berges erreicht hatten, erlahmte ihrem Knecht der Arm und er wollte seinen Dienst nicht länger tun, selbst wenn er geschlagen würde. Da hatte ihr Gefährte auch schon das Lager aufgeschlagen und den Wein und die Speisen bereitet. Da dachte die Schwester sich: Will ich mich nicht im Dickicht verstricken, muss ich darauf warten, dass mein Knecht wieder zu Kräften kommt und rasten. Ich selber aber will nichts von dem kosten, was mir im Wald der Gier angeboten wird.&lt;br /&gt;
Doch während der Rast kam die Nacht und am nächsten Morgen erkannte die Schwester den Wald nicht mehr. Sie konnte sich nicht daran erinnern, welches der gerade Weg auf den Gipfel sein mochte. Sie wollte aber auch ihre Absicht nicht verraten. Daher konnte sie nicht nach der Richtung fragen. So gab sie sich dem Wein, den Speisen und den Männern hin und die Zeit verging und sie vergaß das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod der Mutter vergangen waren und das Glück der beiden verbliebenen Schwestern wieder ab-, wieder zu und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwester zurückgekehrt war, beschloss die Kluge, nach ihr zu suchen. Sie gab der Geduldigen die Aufsicht über den Hof und die Herde und zog in die Welt.&lt;br /&gt;
Nach eiliger Suche erreichte sie den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Alle Diebe und Räuber dort hatte ihre Schwester sich inzwischen unterworfen. In der Hoffnung auf Beute führten sie die Kluge direkt zu ihrer Herrin. Die freute sich sehr über das Wiedersehen mit ihrer Schwester.&lt;br /&gt;
Doch die kluge Schwester sagte: „Sag‘ mir wie es sein kann, dass du deine Schwestern und deine Herde und deine Suche nach dem Schatz unserer Mutter vergessen hast!“&lt;br /&gt;
„Meine Herde habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Und es kümmert mich nicht, denn ich habe jetzt größeren Reichtum. Meine Schwestern hatte ich vergessen, aber ich erinnerte mich dank dir. Und ich will es wiedergutmachen: Geh‘ und bringe unsere Schwester her und lebt mit mir, denn hier wird es uns an nichts fehlen. Das gefiederte Kalb habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Doch glaube ich nicht, dass mehr daran ist als die verwirrten Worte unseres Vaters, die er sprach, als seine Seele schon auf dem Weg gewesen ist.“&lt;br /&gt;
Da merkte die Kluge, dass sie ihre Schwester nur wirklich zurückbekommen würde, wenn sie das gefiederte Kalb fände. Also ging sie zum Schein auf das Angebot ein und bat um einen Knecht, der ihr den Weg zeigen sollte. Diesen aber wies sie an, sie zum Gipfel zu führen. Und als er diesen Dienst verrichtet hatte, schickte sie ihn fort.&lt;br /&gt;
Auf dem Gipfel des Berges erblickte sie ein prachtvolles Haus. Doch ehe sie sich nähern konnte, wurde sie von rascher Müdigkeit übermannt und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber kein Fremder war. „Oh mein Kind“, sagte sie. „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will meine Schwester zurück!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn wenn wir uns den wahren Schatz unserer Mutter teilen, werden ihre falschen Reichtümer sie nicht mehr blenden!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den schnellen Weg. Er führt mich hinter die Türen dieses Hauses!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut, denn hinter diesen Türen liegt die Schule, deren Dach mit Irrtümern gedeckt und deren Boden mit Fehlern gepflastert ist. Hier lehren die Blinden das Lesen und die Tauben den Gesang. Selbst wenn du nur den kurzen Weg verfolgst, mag es sein, dass du deinen Namen vergisst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Von fern sah sie zwei Dienerinnen mit geschorenen Köpfen, eine blind, die andere taub, wie sie das Tor bewachten. Mit lautlosen Schritten näherte sie sich. Sodann grüßte sie die Taube, die sie ja sehen konnte, ohne Stimme, indem sie nur ihre Lippen bewegte. Die fragte nun die Blinde, was die Fremde denn gesagt habe, doch jene gab mit Zeichen und Gebärden zur Antwort, nichts gehört zu haben und was für eine Fremde das denn sein solle. Da dachte die Taube, sie müsse einem Geist gegenüberstehen und sang einen Zauberspruch, um ihn zu binden. Die kluge Schwester merkte sich jeden Klang davon, doch als Wesen von Fleisch und Blut konnte sie damit nicht gebunden werden. Da fürchtete sich die Taube so sehr, dass sie es nicht wagte, ihr den Weg zu versperren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Mauern lebte sie lange Zeit unter den Blinden und Tauben. Sie mimte, zu ihnen zu gehören und lernte von ihnen: Von den Tauben den Gesang und von den Blinden die Schriften, bis sie Klang und Bedeutung vieler Namen erfahren hatte. Doch weil die Blinden nur Schriften lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch sehen konnten und die Tauben nur Lieder lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch hören konnten, war es unmöglich, von ihnen den wahren Namen des gefiederten Kalbs zu lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wagte sie es, den Geist des Hauses zu beschwören, um ihn nach dem wahren Namen des gefiederten Kalbes zu fragen. Der Geist des Hauses, das mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist, gab der Schwester ohne Zögern Antwort auf ihre Frage und er sprach:&lt;br /&gt;
„Ich kenne das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Sein Name ist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt. Es muss mit glühenden Kohlen gefüttert und mit Blut getränkt werden. Drei können es hüten, aber nur wenn zwei von ihnen tot sind. Es durchschaut alle Lügen, doch es ist davon gelangweilt. Es gleitet durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser. Es gibt drei Wege es zu zähmen aber niemand kann diese Wege erlernen.“&lt;br /&gt;
Da grübelte und grübelte die Schwester über dieses Rätsel und konnte es nicht lösen. Ohne Unterlass suchte sie in den Schriften der Blinden und den Liedern der Tauben nach dem richtigen Hinweis. Und nach langer Zeit erfolgloser Mühen vergaß sie ihren Namen. Fortan hielt sie sich für eine Taube unter Tauben und eine Blinde unter Blinden und hielt die Schule auf dem Gipfel des Berges für ihr Heim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod des Vaters vergangen waren und das Glück der verbliebenen Schwester wieder zu- und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwestern zurückgekehrt waren, fand sie eines Mittags eine Lerche auf dem Zweig des Baumes, unter dem die Kälber Schatten suchen. Und zu ihrem Erstaunen ahmte die Lerche keinen Vogel, sondern eines der Kälber nach, welches sogleich antwortete.&lt;br /&gt;
„Oh wie wunderbar!“ Sagte geduldige Schwester. „Du bist das Kalb, das wie die Lerche singt. Wenn du nun auch noch Federn hättest, hätte ich den letzten Wunsch meines Vaters erfüllt.“&lt;br /&gt;
„Wenn du willst, dass mir Federn wachsen“, antwortete das Kalb, „dann musst du mich mit glühenden Kohlen füttern und mit Blut tränken.“&lt;br /&gt;
Die Schwester gab dem Kalb was es verlangte und tatsächlich fraß es die Kohlen. Doch plötzlich war es ihr, als würde sie selbst die Glut auf der Zunge spüren. Da halfen weder Wasser noch Wein, die Schmerzen wollten erst enden, als das Kalb alles aufgefressen hatte. Und als es das Blut trank, schnürte sich der Schwester die Kehle zu und sie wurde von Mattigkeit und Schwindel erfasst. So sank sie hin und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschienen ihr Mutter und Vater. &lt;br /&gt;
Ihr Vater sprach: „Deine Schwester lebt im Wald der Gier und hat ihr Ziel verloren. Du musst sie retten und heimbringen. Dies soll dein Ziel sein, verliere es nicht!“&lt;br /&gt;
Ihre Mutter sprach: „Deine Schwester lebt unter dem Dach der Irrtümer und hat ihren Namen vergessen. Du musst sie retten und heimbringen. Daran soll dein Name gebunden sein, vergiss ihn nicht!“&lt;br /&gt;
„Wie soll ich das anstellen?“ Fragte die Tochter.&lt;br /&gt;
Und sie sagten: „Beide suchten auf dem rechten Weg, aber nicht zur rechten Zeit. Doch sie werden gefunden werden von dem Tier, das sie nicht finden konnten so wie du es fandst, als du es nicht suchtest.“&lt;br /&gt;
Als sie erwachte hatte das Kalb, das wie die Lerche singt, ein prächtiges weißes Federkleid bekommen. Da wusste die Schwester, was sie zu tun hatte. Doch weil sie fürchtete, sie könnte auf dem Weg ihr Ziel verlieren und ihren Namen vergessen, knotete sie das Garn ihrer magischen Spindel an ihren Herd. Denn sie wusste, dass es nie enden und ihr stets den Weg nach Hause zeigen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf verschlungenen Pfaden trabte das gefiederte Kalb so rasch davon, dass die geduldige Schwester kaum mit ihm Schritt halten konnte. Doch bevor es ihr endgültig entwischte, stach sie ihm die magische Spindel ins Federkleid. Dort blieb sie unablöslich hängen und spann ihr Garn von selbst, sodass die Schwester dem gefiederten Kalb stets auf der Spur blieb, indem sie dem Faden folgte.&lt;br /&gt;
Sie fand es erst wieder an einem Feuer im Wald der Gier. Vorsichtig schlich sie sich heran und beobachtete heimlich aus der Dunkelheit, was dort vor sich ging. Am Feuer wärmte sich, einsam und verraten, ihre Schwester mit verschlissenen Kleidern und zerzaustem Haar. Sie saß zwischen zwei auf Stecken gespießten Köpfen und hatte soeben glühende Kohlen für das gefiederte Kalb aus ihrem Feuer geholt.&lt;br /&gt;
„Wer waren die Zwei, mit deren Köpfen du dein Feuer teilst?“ Fragte das Kalb.&lt;br /&gt;
Da berichtete die willensstarke Schwester. „Dieser war mein Knecht, der mich berauben wollte. Da schlug ich ihm den Kopf ab. Und jener war mein Gefährte, der mich bestehlen wollte. Da schlug ich ihm die Hand ab und als er verblutet war, nahm ich auch ihm den hübschen Kopf.“&lt;br /&gt;
Das Kalb blickte hin und her und überlegte.&lt;br /&gt;
„Du, der Räuber und der Dieb, ihr sollt meine Hirten sein!“&lt;br /&gt;
So sprach es und fraß. Da brüllte die einsame Schwester vor Schmerz. Und als das gefiederte Kalb trank, da fiel sie in einen traumlosen Schlummer.&lt;br /&gt;
Die Geduldige erinnerte sich gut an den Streit mit ihrer Schwester, der ohne Versöhnung geblieben war. Und weil sie sich vor dem wilden Anblick und den blutigen Trophäen fürchtete, wagte sie sich erst jetzt hervor. Sanft bettete sie ihre Schwester und flocht ihr das Haar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“ Fragte sie das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Sie glaubte, über Lügner und Betrüger zu herrschen. Aber sie wurde belogen und betrogen. Gestern dachte sie: Morgen hole ich mir meinen Reichtum zurück. Vorgestern dachte sie: Morgen nehme ich Rache an jenen, die meinem Zorn entgingen. Und am Tag davor dachte sie: Morgen kehre ich heim. So ergeht es jenen, die einen starken Willen, aber kein Ziel mehr haben. Sie wärmen sich jeden Tag an einer anderen Lüge. Heute glaubt deine Schwester, in mir den Schatz eurer Mutter gefunden zu haben. Und sie weiß nichts damit anzufangen. Sie wird mich hüten und denken, dass sie mich von Weide zu Weide treibt, so wie sie es einst gelernt hat. Dann wird sie zweifacher Lüge verfallen sein. Nicht sie treibt mich auf dem Pfad ihrer Wahl, ich locke sie auf meinen Pfad. Und es wird auch nicht der Schatz eurer Mutter sein, den sie hütet. Denn nicht zu sein, was ihr glaubt, dass ich bin, ist meine Natur.“ Dies sprach das Kalb.&lt;br /&gt;
Da erbebte die geduldige Schwester und rief unter Tränen: „Grausam bist du! Für dich haben wir unsere Münder mit Asche und Glut und unsere Hände mit Blut gefüllt. Und wie dankst du es? Bekümmert dich das Unglück nicht, das du über meine Schwester bringst?“&lt;br /&gt;
„Nein.“ Sagte das Kalb ohne Bosheit.&lt;br /&gt;
Da weinte die Geduldige die halbe Nacht und musste erkennen, dass das geheimnisvolle Tier ihre Schwester nicht freigeben würde, es gar nicht konnte, da ihre Mutter und ihr Vater und auch sie selbst sie an das gefiederte Kalb gefesselt hatten. So mühsam war ihr diese Erkenntnis, dass ihre Augen austrockneten wie Flüsse in der regenlosen Zeit. So flüsterte sie: „Der Pfad, auf den du meine Schwester lockst, wohin führt er dich?“&lt;br /&gt;
„Dahin, wohin der Mond mich ruft.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
„Dahin werde ich dir folgen, bis du meine Schwester freigegeben hast.“ Versprach sie.&lt;br /&gt;
„Das kannst du nicht.“ Wandte das Kalb ein.&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Sagte die Geduldige.&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag versteckte sie sich wieder vor ihrer Schwester und wartete ab, bis sie sich mit ihren abgeschlagenen Köpfen auf den Weg machte, das Kalb auf seinen Weiden zu hüten. Obwohl der Berg voller Diebe und Räuber war, wagte niemand, ihren Schatz zu begehren. Denn wenn ein gefiedertes Kalb von Dreien gehütet wird, von denen zwei tot sind, dann wird es unsichtbar. So kam die Willensstarke mit ihrem wundersamen Tier bis auf den Gipfel und ihre geduldige Schwester folgte ihnen unbemerkt am Garn ihrer magischen Spindel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wächter des Tores der Schule auf dem Gipfel des Berges sahen und hörten die Willensstarke schon von fern. Mit ihrem furchtlosen Gang, ihren abgeschlagenen Köpfen und ihrem geflochtenen Haar mussten sie sie für den Boten eines Feindes halten. Darum belegten sie sie mit Worten der Macht und warfen sie in den Kerker. Doch keinem Blinden und keinem Tauben offenbarte sie ihre Gründe noch ihre Absicht. Da war schließlich die Reihe an der klugen Schwester, der Fremden ihr Geheimnis zu entlocken. Die Willensstarke staunte nicht schlecht, als sie ihre Schwester erblickte und feststellen musste, dass sie nicht auf ihren Namen hörte und sich benahm, als spräche sie mit einer Unbekannten. So beschloss sie, der klugen Schwester nicht zu vertrauen und allen Fragen mit Schweigen zu begegnen. Nachdem sie sich zum ersten Mal begegnet waren, ohne dass der Willensstarken ein Wort über die Lippen gekommen war und die Kluge sie endlich allein gelassen hatte, um es ein anderes Mal zu versuchen, fragte sie das gefiederte Kalb: „Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“&lt;br /&gt;
„So ergeht es den Klugen beim Versuch, unlösbare Rätsel zu ergründen. Sie müssen ihren Namen vergessen und wer seinen Namen vergessen hat, erkennt das eigene Blut nicht mehr. In ihrem unermüdlichen Streben, einen Weg zu deiner Befreiung zu erlernen, ist sie nun zu der geworden, die dich gefangen hält. Heute wird sie sogar noch größere Mühen auf sich nehmen als sonst. Denn obwohl ihr Geist dich nicht erkennt, hat dein Gesicht in ihrer Seele eine Erinnerung wachgerufen. Und weil sie auf Fehlern wandelt und Schutz unter Irrtümern sucht, muss sie es missverstehen. Statt dich zu erkennen und zu befreien will sie glauben, kurz vor der Lösung ihres Rätsels zu stehen.“ Erklärte das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Welches Rätsel plagt sie so sehr?“ Begehrte die Willensstarke zu wissen.&lt;br /&gt;
„Das Rätsel meines unaussprechlichen Namens, der dennoch nicht verschwiegen werden kann.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, dass die Kluge tatsächlich einen Verdacht schöpfte. Obwohl sie das gefiederte Kalb nicht sehen konnte, erinnerte sie sich sehr gut an die Worte des Geistes der Schule. Als sie zum zweiten Mal in den Kerker ging, um mit der Gefangenen zu sprechen, nahm sie eine Schale glühender Kohlen und eine Schale Blut mit sich. Die stellte sie vor die Willensstarke hin und wartete wachsam ab, was geschehen möge. Das Kalb fraß und trank und die Kluge brüllte, aber nicht allein vor Schmerzen, sondern auch weil sie darüber frohlockte, der Lösung ihres Rätsels nahe gekommen zu sein wie nie zuvor. Daher webte sie, als sie Müdigkeit verspürte, nur umso rastloser ihr Zaubernetz um das gefiederte Kalb herum. Mit Hilfe aller Geister, die ihr im Himmel, auf der Erde und in der Unterwelt dienstbar waren, verlangte sie vom gefiederten Kalb, es möge ihr seinen wahren Namen preisgeben.&lt;br /&gt;
So sprach das gefiederte Kalb: „Mein Name liegt in vollkommener Offenheit vor dir. Er ist ebenso alt, wie die Verbannung der Götter der Unterwelt schon andauert. Er verleiht Macht über alle Wesen außer mir selbst. Mich selbst aber lässt mein Name nur verschwinden. Denn ich gleite durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser.“ Und mit dieser Antwort entschwand es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Moment, in dem das gefiederte Kalb in die unsichtbare Welt überging, wurde auch die geduldige Schwester unsichtbar und leise wie ein Windhauch. Denn sie berührte das Garn ihrer magischen Spindel und diese steckte ja noch immer im Federkleid des Kalbes, war also mit in die Geisterwelt entschwunden. Auf diese Weise gelang es ihr, an den Wächtern vorbei durch die Gänge der Schule bis in den Kerker zu gelangen. Dort fand sie ihre willensstarke Schwester zunächst allein vor, weil die Kluge sich, von Müdigkeit überwältigt, in ihre Kammer zurückgezogen hatte. Das Garn schien mitten in einer Kerkermauer zu enden, doch als die Geduldige genau hinsah, lauschte und fühlte, da meinte sie, die Lücken zwischen den Steinen wären gerade groß genug, um sich hindurchzwängen zu können. Als sie es bemerkte, hörte sie die Willensstarke nach dem Kalb rufen. „Wohin bist du gegangen? Ich fütterte dich, ich tränkte dich, ich hütete dich ohne Rast selbst noch im finsteren Kerker und wie dankst du es mir? Du bist kein geheimer Schatz, ein Fluch bist du!“ Rief sie.&lt;br /&gt;
Die geduldige Schwester näherte sich dem Ohr der Willensstarken und flüsterte mit verstellter Stimme: „Nicht zu sein, was du glaubst, dass ich bin, ist meine Natur. Ich gehe dahin, wohin der Mond mich ruft. Dann erst offenbare ich meinen Segen. Warte geduldig, bis es soweit ist.“&lt;br /&gt;
„Ach, wenn nur meine geduldige Schwester hier wäre.“ Entgegnete die Willensstarke. „Sie wäre besser geeignet für die Aufgabe, die du mir stellst. Ich verließ sie vor Jahren im Streit. Aber nun wünschte ich, es sei für die Versöhnung nicht zu spät.“&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Lächelte ihre Schwester.&lt;br /&gt;
Da betrat die kluge Schwester zum dritten Mal den Kerker, um ihre Gefangene zu zwingen, ihr das Versteck des gefiederten Kalbes zu zeigen. Denn sie wusste und wollte nicht, dass sie das nicht konnte. Als die Willensstarke dabei zusah, wie die Kluge ihre Zaubermittel bereitete, packte sie das Grauen.&lt;br /&gt;
So brüllte sie ihrer Schwester ins Gesicht: „Schläft denn deine Seele schon, während du noch am Leben bist? Erkennst du deine eigene Schwester nicht?“ Und sie sprach die Kluge mit ihrem Namen an und flehte, dass sie sich erinnern möge.&lt;br /&gt;
Diese zögerte, antwortete dann jedoch: „Ich falle nicht auf deine List herein. Dein Flehen und Fluchen wird dir nichts nützen. Ich gebe dich erst frei von meinem Zwang, wenn du mir das Versteck des gefiederten Kalbes verraten hast.“&lt;br /&gt;
Nun erkannte die geduldige Schwester, dass auch die Kluge dem Bann des wundersamen Tiers verfallen war. Darum flüsterte sie auch ihr zu: „Nur der Mond kennt mein Versteck. Dorthin kannst du mir nicht folgen. Doch bist du nicht ausgezogen, um deine Schwester zurückzuholen nachdem sie sich einst auf die Suche nach dem wahren Schatz eurer Mutter machte? Warte nur noch ein wenig. Wenn ich mein Ziel erreicht habe, dann hast du auch deins erreicht.“ &lt;br /&gt;
Als die Kluge verwirrt innehielt, verlor die Geduldige keine Zeit, band ihr magisches Garn um beide Schwestern und zwängte sich durch die Spalte und Fugen der Kerkermauer.&lt;br /&gt;
So gelangte sie in die unsichtbare Welt, die ihr wie eine mondlose Nacht auf schwarzem Meer unter dem Sternenzelt erschien. Weiter und weiter folgte sie dem Faden hinein, bis sie ein weiß erstrahlendes Schlangenei enddeckte. Klein sah es von Weitem aus, doch als sie es erreicht hatte, da war es sieben Ellen hoch, ohne jede Erhebung oder Kerbe und schöner als alles andere auf der weiten Welt. Verzückt stand das Geheimnistier davor. Kaum noch ein Kalb konnte man es nennen, so sehr war es gewachsen. Eben gerade so groß wie das Ei, aber nur, wenn es sich zusammenrollte.&lt;br /&gt;
„Wie bist du nur so groß geworden?“ Fragte die geduldige Schwester das Kalb.&lt;br /&gt;
„Wer das Unbekannte erblickt, dem erscheint es immer groß.“ Sagte das Kalb.&lt;br /&gt;
„Das habe ich erkannt. Doch obwohl du mich durch unbekannte, gar unsichtbare Lande geführt hast, entstammst du dennoch der Herde meiner Mutter. Dank mir hast du Federn. An das Garn meiner magischen Spindel bist du gebunden. Mit deiner Lerchenstimme sprach ich zu meinen Schwestern. Und ich habe den Ort gesehen, an den der Mond dich ruft. Ich kenne dich. Du bist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt und dein Name ist das Geheimnis.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„Ja, so ist es.“ Sagte das Geheimnistier. „Dennoch muss ich gehen, denn in dem Ei verborgen ist meine wahre Herde. Darum biete ich dir diesen Handel an: Jetzt ist die Stunde, in der die Herrin des Wissens ein weiteres Geheimnis verschließt. In der Welt der Sterblichen verfinstert sich der Mond. Nur jetzt ist es möglich, eines wieder herauszuholen. Und unter meinen hundert und tausend Geschwistertieren ist auch der wahre Schatz deiner Mutter. Schneide dein Garn ab und zum Lohn zeige ich ihn dir, auf dass du ihn herausholen kannst.“&lt;br /&gt;
„Nicht diesen Handel will ich mit dir schließen. Mein Name ist an ein anderes Ziel gebunden. Zerschneide ich meinen Faden, muss ich für immer in der Geisterwelt bleiben. Was nützt mir selbst das schönste Geheimnis hier, am schönsten aller Orte? Ich will dich ziehen lassen. Im Austausch will ich nur eine Feder deines Kleides.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„So ist es gesprochen und so soll es auch geschehen.“ Sagte das Geheimnistier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wandte die Geduldige sich ab von dem Ei und kehrte zu ihren Schwestern zurück. Sie sagte ihnen, dass der wahre Schatz ihrer Mutter die Gemeinschaft ihrer Töchter sei. Und weil die Geduldige eine Feder des Geheimnistiers im Haar trug, glaubten sie ihr. Also kehrten sie, nicht ohne Mühen und Gefahren, doch geleitet vom magischen Garn, nach Hause zurück. Dort erinnerten sie sich an glückliche gemeinsame Tage, versöhnten sich und ehrten Mutter und Vater.&lt;br /&gt;
Die Willensstarke hatte nie mehr das Gefühl, eine große Herde zu besitzen. Nach all ihren Erlebnissen kam ihr Erbe ihr klein und bescheiden vor. Auch die Kluge musste für den Rest ihres Lebens von Zeit zu Zeit an ihren Namen erinnert werden und verirrte sich zuweilen gar in ihrem eigenen Hof. Und die Geduldige dachte, wann immer sie eine Blume sah oder die Vögel an einem Frühlingsmorgen hörte, dass diese Dinge sehr gewöhnlich waren, nur ein blasser Abglanz göttlicher Schönheit. Doch die Drei suchten sich gute Männer, hatten viele Kinder und lehrten sie, stark im Willen, klug im Handeln und geduldig in ihren Werken zu sein. Sie erzählten ihnen die Geschichte vom gefiederten Kalb und dem wahren Schatz ihrer Mutter. Nur einen kleinen Teil verschwiegen sie: Keiner der Drei kam jemals ein Wort vom Garn der magischen Spindel über die Lippen. So geriet es mit den Jahren in Vergessenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag sein, dass ihr Haus inzwischen verfallen und ihre Nachkommen über die weite Welt verstreut sind. Doch das Garn von der magischen Spindel ist noch immer fest verknotet an der Stelle, wo einst das Herdfeuer brannte. Es führt hinauf auf den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Auf verschlungenen Pfaden führt es bis zu seinem Gipfel. Scheinbar nur endet es im Kerker der Schule, die mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist. Doch nur scheinbar: Tatsächlich aber geht es in die unsichtbare Welt über. Und von dort bis in den Himmel oder in die Unterwelt oder wo auch immer Riasina ihr Schlangenei verbergen mag. Jedes Mal, wenn Sie vom Himmel verschwindet um ein neues Geheimnistier darin zu verstecken, wird das Garn sichtbar für den, der geduldig genug ist um es zu sehen. Wer zudem über genügend Willenskraft und Klugheit verfügt, vermag ihm zu folgen um, wenn es dem Schicksal gefällt, der Göttin des Wissens ein Stück aus ihrer Herde abspenstig zu machen. Alles was dafür vonnöten ist, sind ein paar glühende Kohlen und ein wenig Blut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der glückliche Tagelöhner==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Längstal von Arbon überliefert, niedergeschrieben auf Burg Bärenfels Ende des vierten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Ripoff einer Figurenerzählung aus Fruits Basket von Natsuki Takaya''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war einmal ein Tagelöhner mit einem guten Herz, der frei war, wie er wollte, durch die Welt zu wandern.&lt;br /&gt;
Wenn er hungernden Kindern begegnete, gab er ihnen aus seinem Brotbeutel, bis er nichts mehr hatte. Wenn er frierenden Greisen begegnete, gab er ihnen von seiner Kleidung, bis er nichts mehr hatte. So ging er nackt in den Wald und begegnete einem Troll.&lt;br /&gt;
Die Bestie behauptete, zu frieren und zu hungern und weil der Tagelöhner kein Brot und keine Kleider mehr hatte, willigte er ein, dass der Troll ihn fressen und sich mit seiner Haut bekleiden dürfe. Jener zögerte nicht, fraß sein Fleisch und seine Innereien, bekleidete sich mit Haut und Haar und machte sich Schmuck aus Zähnen und Knochen. Das einzige, was vom Tagelöhner blieb, waren seine beiden glücklichen Augen. Hell und glücklich leuchteten sie, denn er war in dem Wissen gestorben, dass er anderen hatte helfen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Alabasterne Urne ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Erstmals niedergeschrieben im ersten Jahrzehnt auf den Schulen des Ischan. Mündlich in verschiedenen Varianten seit unbekannter Zeit von den Kindern Ischans und Natans sowie vom Kleinen Volk überliefert. Da schon die Figuren der Danasonvita Kernelemente dieser Sage kennen, ist es inzwischen weitestgehend Gelehrtenkonsens, dass die Handlung erst während des Letzten Großen Stammeskrieges in die Epoche des Königreichs von Altgar verlegt wurde und die Urform verloren ist.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Sebastian''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den goldenen Tagen, an der Grenze der Länder von Gar, wurde eines Tages die königliche Jagdgesellschaft so plötzlich von einem Gewitter überrascht, dass sich nicht einmal die Hirtenkinder aus den Grasmeeren daran erinnern konnten, so etwas schon erlebt zu haben. Jung und mutig wie sie war, entfernte sich Prinzessin Bahadur allein, weil sie eine Spur gefunden hatte, die von keinem bekannten Tier stammen konnte. Nachdem es ebenso plötzlich aufgeklart war, folgte sie der Fährte gegen den Wind bis hinunter zum Fluss, wo sie, verborgen im Dickicht, zwei herrliche Windhunde erblickte. Von nicht weniger als sieben Schritten Länge, mit Hufen statt Pfoten, saßen sie friedlich vor einem im Wurzelwerk gefangenen Boot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nun müssen wir ihn verlassen, Bruder.“, sagte traurig der eine Hund. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Aber wäre es nicht schön, wenn Sterbliche ihn fänden und vor Einsamkeit und Hunger, Durst und Kälte bewahrten?“, fügte er noch hinzu.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Ja, das wäre es, Schwester. Diese müssten aber Nachsicht mit seiner Stummheit haben oder, besser noch, wissen, dass er nur sprechen kann, wenn jemand mit Güte im Herzen die alabasterne Urne für ihn offenhält.“, sagte daraufhin der andere.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Besser nicht.“, gab der erste wieder zur Antwort. „Wer davon wüsste und Güte im Herzen hätte, würde am Ende noch den Fehler begehen, den Deckel in einem Raum mit Fenstern oder mit Kamin oder sogar unter offenem Himmel anzuheben. Oder sie könnte die Urne auch für eine zu lange Dauer geöffnet halten. Und dann würde der Tod ihn ereilen.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Da hast du wohl recht.“, sprach der zweite nun. „Aber unsere Sorge darf es nicht länger sein.“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Daraufhin breiteten die Hunde ihre unsichtbaren Flügel aus und flogen davon.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neugierig schlich die Königstochter, die wohl verstanden hatte, dass sie keine geringeren als Donner und Blitz während ihrer Rast belauscht hatte, aus ihrem Versteck. Wer wohl in dem Boot liegen mochte, dass von einem unbekannten Schicksal in ihr Land getrieben worden war? Darin fand sie einen schönen, jungen Mann, auf dessen Brust eine alabasterne Urne ruhte. Vorsichtig nahm sie das schmucklose Gefäß an sich und noch vorsichtiger weckte sie den Schlafenden. Ohne Misstrauen hieß sie ihn willkommen, stellte sich als Bahadur, Tochter der Königin Banubar, vor und fragte, als er nicht antworten konnte, ob er Dasilaryn sei, der Sohn der Himmlischen Hunde. Und als er dankbar lächelnd nickte, gewährte sie ihm das Gastrecht und brachte ihn nach Gar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasilaryn nannten ihn alle am Hofe, denn es schien der rechte Name für ihn zu sein, weil er zu Fuß kaum langsamer war als zu Pferd. Viele verehrten ihn, weil er große Taten im Krieg beging und niemand ihn mit dem Bogen, dem Speer oder dem Schwerte übertraf. Die meisten mochten ihn ob seiner Schönheit, wegen seines Benehmens, das von edler Erziehung zeugte, und weil er mit eigenen Worten niemals jemanden in seiner Rede unterbrach. Aber manchen war seine Gesellschaft auch lästig, da er selber nur mit Gesten sprach. Und einige wenige fürchteten ihn, jene nämlich, denen sein Schweigen die eigenen schlechten Gedanken offenbarte und denen der Neid im Bauche wohnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem Jahr, als man sich an seine Anwesenheit am Königshof gewöhnt hatte und er niemandes Erstaunen mehr weckte, wagte es die Königstochter, ihn heimlich in die tiefen Keller zu führen. Dort, in einem Raum ohne Fenster und ohne Kamin, erzählte sie ihm davon, wie sie ihn gefunden hatte und was die Himmlischen Hunde einander gesagt hatten. Sodann öffnete sie die alabasterne Urne. Nun, endlich, konnte Dasilaryn ihr berichten, was er von seinem Leben noch wusste.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Ich habe den Namen meiner Mutter vergessen und weiß nichts mehr davon, woher ich stamme. Die Himmlischen Hunde waren mir Lehrer und Beschützer, bis meine letzte Prüfung zur Mannwerdung nahte. Ihre Herrin Casyrga erlegte mir auf, in einsamer Nacht ihre Wolkenherde zu hüten. Zunächst fiel mir nicht ein, wie es mir als Sterblichem nur gelingen könnte und fürchtete, ewig ein Junge bleiben zu müssen. Da lehrte mich die Dasilschwester, mit der Kraft des Donners, und der Dasilbruder, mit der Schönheit himmlischen Feuers zu singen. Doch in der Nacht, in der ich meine Stimme erklingen ließ, wie es mir gelehrt worden war, brauste die Sturmgöttin mit solcher Gewalt heran, dass mir schien, ihr Herz müsse zugleich von loderndem Zorn und rasender Liebesbegierde erfüllt sein. Im Schoß der Erde wollte ich mich vergraben, aber es gab kein Entkommen. Tief versenkte sie ihre Krallen in meiner Brust und riss mir die Seele heraus. Ehe ich aber sterben konnte, fingen die himmlischen Hunde meine Seele in einer alabasternen Urne ein. Dunkelheit umfing mich nun, bis meine Augen dein Gesicht erblickten.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von nun an trafen sich Bahadur und Dasilaryn heimlich, wann immer sie es vermochten. Denn sie wagten es nicht, jemandem das Geheimnis der alabasternen Urne preiszugeben. Niemals ließen sie den Deckel länger als eine Stunde in der Nacht geöffnet. Er sang für sie mit der Schönheit himmlischen Feuers, doch weil sie sich stets in fensterlosen Räumen ohne Kamin trafen, konnte seine Stimme nie die Kraft des Donners entfalten, sodass die Casyrga es nicht hören konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Königstochter ein Jahr später schwanger wurde, bat sie ihre Mutter, Dasilaryn heiraten zu dürfen. Diese aber wollte davon nichts wissen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Wenn der Sohn der Windhunde den Namen seiner Mutter nicht weiß, dann kann er auch kein Ahnenglück in unser Haus bringen!“, entschied sie. Und auch Densyn, dem Vater der Königstochter, gelang es nicht, Königin Banubar umzustimmen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Er ist ein guter Mann.“, sprach er im Vertrauen zu seiner Gattin. „Ein heldenhafter Mann, sagen Viele. Den Göttern hat es gefallen, ihm und unserer Tochter ein Kind zu schenken. Wie kannst du da sagen, dass er kein Ahnenglück in unser Haus gebracht hätte?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Die Königin aber gab zur Antwort: „Bis heute mag er uns Glück gebracht haben. Doch ohne seine Vorfahren zu kennen, kann man nicht wissen, ob nicht hinter diesem Glück sich ein verhängnisvolles Schicksal verbirgt. Und ein Mann mag noch so heldenhaft sein, ohne seine Stimme kann er dennoch kein Heer führen. Darum kann unsere Tochter ihn nicht heiraten. Ich sehe aber, dass du ihn sehr liebgewonnen hast. Ich will ihm also sein Vaterrecht gewähren und vor allen den Gefährten der Thronfolgerin nennen.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und so wie die Königin es gesprochen hatte, so sollte es geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königstochter gebar einen Sohn, der ebenso schön war, wie sein Vater und Allen Freude bereitete, weshalb man ihn Dsibay nannte. Nur die Neider am Hofe trübten das Glück im Hause. Denn der Junge blieb geschwisterlos. Obwohl es die Königin nach einer Enkeltochter verlangte, bestimmte sie keinen anderen Mann für Bahadur. Obwohl nach einigen kinderlosen Jahren die Stimmen lauter wurden, die Dasilaryns Vaterschaft bezweifelten und überhaupt in Frage stellten, ob ein stummer Mann wohl fruchtbar sein könne, hielt Königin Banubar es so, als bemerke sie nichts von alledem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der Sitte zog Dsibay schließlich, als er sieben Jahre zählte, mit Dasilaryn in die Wälder, um die Ischanskunst zu lernen. An dem Abend jedoch, an dem er von seinem Vater in die ersten Geheimnisse auf dem Weg zur Mannwerdung eingeweiht werden sollte, fanden die beiden in ihren Schlingen einen sonderbaren, felsgrauen Habicht vor. Diese ungewollte Beute konnte kein gutes Omen sein, weshalb sie sich wuschen, fasteten und zu den Ahnen beteten. In jener Nacht träumte Dasilaryn, dass der Habicht wieder lebendig würde, während er auf die Größe von drei Ochsen heranwuchs und mit der Stimme von achtundneunzig Weibern schrie:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Einst riss ich dir die Seele heraus. Heute nehme ich dein Herz.“ &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vom Zauber der Großen Harpye getroffen verlor Dasilaryn alle Kraft in den Gliedern und konnte nichts dagegen tun, dass sie seinen Sohn bei lebendigem Leibe fraß. Am Morgen, vom Grauen geweckt, ergriff er nur noch die leblosen Schultern seines Kindes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurück in Gar fiel es den Neidern leicht, den Verdacht des Mordes an Dsibay auf seinen stummen Vater zu lenken. Königin Banubar traf, als sie davon hörte, der Schlag und sie starb. Nur ihre Tochter, die ihr am übernächsten Tag auf den Thron folgte, war voll und ganz von Dasilaryns Unschuld überzeugt, da sie als einzige mit ihm darüber sprechen konnte, was wirklich geschehen war. Vor Wut und Trauer erblindet kümmerte sie sich nicht um Rat, um Omen, den Willen der Mutter und den Segen ihres Vaters, sprach ihren Gefährten frei von aller Schuld und heiratete ihn noch bei Dsibays Bestattung. Ihr Vater Densyn aber ertrug es nicht und verfluchte den Mörder seines Enkels, anstatt die sittsamen Gebete zu sprechen. Weder an Unschuld, noch an die Schuld Dasilaryns glaubend, sprach er den Fluch gegen den unbekannten Täter, wer es auch immer gewesen sein mochte. Sodann verließ er den Hof und mit ihm gingen ein Drittel aller Helden und Würdenträger des Königreiches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die junge Königin von Gar Trost bei ihrem Gatten suchte und die alabasterne Urne öffnete, da erklangen nur seine Klagen, Tränen und Verzweiflung, nicht sein himmlischer Gesang. Schon bald bat er sie, die Urne verschlossen zu halten, da er jedes Mal, wenn sie geöffnet wurde, von Neuem erleiden musste, wie sein Herz zerbrach. Weil Bahadur nun keinen Trost mehr finden konnte, pflegte sie ihr Haar und ihren Herd nicht mehr, so dass sich ein Schleier der Trübsal über den ganzen Hof legte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schlimmer aber erging es Densyn. In der Nacht, nachdem er seinen Fluch gesprochen hatte, bettete er sich zum Schlaf. Da setzte sich ein hässliches Scheusal auf seine Brust, schlug ihm ins Gesicht und auf die Hoden, schrie aber immerzu mit der Stimme seines Enkels: „Großvater, Großvater, warum hast du mich an die Rache gefesselt?“ In jeder folgenden Nacht suchte der böse Geist ihn fortan heim und es nützte nur wenig, dass er sich zuweilen zur Besinnungslosigkeit trank oder sich mit Opium benebelte oder dass er Kräuter gegen das Schlafen selbst einnahm. Nacht für Nacht holte ihn der Wahnsinn etwas mehr. Nach und nach begannen die Helden und Würdenträger, die ihm ins Exil gefolgt waren, ihn zu verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine lange Zeit verging, in der Königin Bahadur nach Mitteln und Wegen gegen den Zorn der Casyrga suchte. Doch niemand unter den Weisen und den Kundigen des Landes wusste Rat und selbst die Narren konnten dazu nichts sagen. So schickte sie Reiter in die Fremde, auf dass sie in fernen Landen Hilfe fänden. Schließlich kehrte einer von ihnen heim und berichtete der Königin, dass er weit weg die weise Hexe Batya gefunden hätte, von der man zu berichten wusste, dass sie einst einen Handel mit der Großen Harpye zu schließen fähig gewesen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfüllt von neuer Hoffnung begab sie sich auf die Reise und gelangte schließlich in Batyas Haus. Es blieb ihr zwar keineswegs verborgen, dass die Hexe seit Jahren keinen Gast mehr gesehen haben konnte, aber dennoch wurde sie freundlich empfangen. Während die beiden Frauen den Herd segneten, wie es schon lange nicht mehr geschehen sein konnte, berichtete die Königin von ihren großen Sorgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Casyrga hat meinen Gatten zur Stummheit verflucht. Er kann nur sprechen, wenn ich eine geheime, alabasterne Urne öffne, doch offen bleiben darf sie nicht zu lange, da ihn sonst der Tod ereilt. Deshalb darf ich sie auch nicht in einem Raum mit Fenstern und Kamin oder gar unter freiem Himmel verwenden. Casyrga hat meinen Sohn gefressen und trachtete danach, meinem Mann die Schuld dafür zuzuschieben. Als meine Mutter davon hörte, traf sie der Schlag und mein Vater verließ mich im Streit. Er lebt nun im Exil, wo er vor Einsamkeit langsam dem Wahnsinn verfällt, wie mir berichtet wurde. Mir ist es, als habe Casyrga all mein Glück geraubt und niemand weiß Rat. Daher frage ich dich, weise Hexe, was soll ich nur tun?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Da fragte Batya, wie Königin Bahadur denn zu so einem sonderbaren Mann gekommen sei. Und die Königin gestand:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Ich habe mich selbst mit ihm verheiratet, gegen den Willen von Mutter und Vater.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Da seufzte die Hexe tief und sprach voller Bedauern: „So lang, wie dein Schicksal mit seinem verbunden bleibt, so lang raubt ihr Fluch dir und den Deinen das Glück. Alle Weisen, Kundigen und Narren in deinem Reich würden dir raten, wenn sie nur den Mut dazu besäßen, deinen Gatten zu verstoßen und der Großen Harpye zu sagen, sie solle mit ihm machen, was sie will. Dieses Opfer, so scheint es, wenn du es bringen könntest, würde dir erlauben, dein Glück von Neuem zu errichten.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie die Königin da weinte und bat und bettelte wie nie zuvor, nickte Batya wissend und erklärte:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Aber du kannst es nicht. Darum ist deine Liebe ebenso gut wie ein Fluch.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unter Tränen fragte da Bahadur:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Nenne mir einen anderen Weg, Frau Batya, denn wenn es ihn gibt, dann kennst ihn nur du allein. Denn hast du nicht schon einmal einen Handel mit Casyrga geschlossen?“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Mir ist verboten, über meine Bande zur Rachegöttin zu sprechen.“, entgegnete ihre Gastgeberin. „Nur so viel kann ich dir verraten: Mir, so wie dir, raubte sie dereinst den Sohn. Seitdem kann ich weder Haar noch Herd mehr pflegen. Es liegt ein Schleier der Trübsal über meinem Haus, der allen Rat zum Schweigen bringt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun schwiegen beide Frauen, bis Batya sich ans Feuer bettete und in den Schlaf sank. Bahadur aber entsann sich der Worte ihrer Mutter, die einst, als sie noch ein Kind gewesen war, ihr zu sagen pflegte: „Dich zu trösten hilft dir nicht zurück aufs Pferd. Doch dir zurück aufs Pferd zu helfen, wird dich trösten.“ Da kehrte sie die Asche zur Tür heraus, wischte den Staub vom Hausaltar, warf die verwelkten Blumen fort, holte neue ins Haus und rastete nicht, bis Batyas Heim wieder wohlgeordnet und von Reinheit duftete. Um die Hexe am nächsten Morgen nicht zu beschämen, bat sie sie, ihr das Haar zu waschen und zu flechten. Dies wolle sie gerne für ihren Gast tun, müsse danach aber das Gleiche auch erbitten, antwortete Batya. Da sagte die Königin, dass es so sein solle und lächelte insgeheim, denn so hatte sie es bezweckt. Und während sie später ihrer Gastgeberin die Zöpfe flocht, sprach diese:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Heute Nacht träumte mir Sonderbares. Ein hässlicher Rachegeist kam zu meiner Türschwelle und bat mich mit Knabenstimme um Einlass. Obwohl mir nicht verborgen blieb, was für ein Wesen er war, gewährte ich es ohne Furcht. Und wie er beim Hausschrein ankam, hatte er sich in einen Jüngling verwandelt, das Gesicht meinem Sohn so ähnlich, dass ich für einen Moment davon getäuscht wurde. Als ich ihn fragte, wer er sei, konnte er seinen Namen nicht nennen. Aber er sprach:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Bitte, Batya, sage meiner Mutter, sie soll die Alabasterschnitzer von Anapat aufsuchen und ihnen das Geheimnis des Herzens entlocken. Denn ohne das Geheimnis des Herzens kann ich nicht befreit werden.‘&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Dies versprach ich dem Jungen und fragte ihn, wer denn seine Mutter sei. ‚Die, der du die Zöpfe flichtst, wenn der Morgen graut.‘, gab er zur Antwort.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beunruhigt wollte Bahadur sogleich erfahren, was der Traum wohl zu bedeuten habe. Und Batya erklärte es:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Dein Sohn hat keine Ruhe gefunden, weil er zum Rachegeist wurde. Zuweilen ergeht es Ahnengeistern so, wenn sie mit Unrecht beladen zur Unterwelt wandern und es nicht selber tilgen können. Seinen Namen kann er nicht sagen, weil er ihn nicht mehr besitzt. Zuweilen ergeht es Fluchbringern so, wenn ihr Name an Flüche gekettet wurde, die sie nicht überbringen können.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Entsetzt berichtete da Bahadur von dem Fluch, den ihr Vater Densyn bei der Bestattung ihres Sohnes gegen den unbekannten Mörder ausgesprochen hatte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Dies ist des Rätsels Lösung.“, meinte Batya traurig. „Wer könnte auch die Königin der Flüche, die Mutter aller Rachegeister, mit einem Fluch belegen, ohne dass er mit aller Macht auf den Fluchenden zurückfällt?“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Inzwischen war Batyas Verdacht geweckt, das Schicksal ihres eigenen Sohnes möge mit dem von Bahadurs Sohn verbunden sein, sprach ihn jedoch nicht aus. Doch mit geflochtenem Haar und heimlicher Hoffnung sagte sie zu Bahadur:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Nur Mut, mutige Königin! Dein Sohn weiß, wie er befreit werden kann. Du musst ins trockene Land Anapat, in dem kein Mensch und kein Tier lebt, das nur die Staubteufel ihre Heimat nennen. Wenn du mit ihnen sprichst, werden sie dir sagen können, wie du die Alabasterschnitzer findest. Für deine Reise gebe ich dir Natans Kupferkessel, der nie zur Neige geht. Wer daraus trinkt, den dürstet und hungert es nicht, der versteht alle Sprachen und spricht zu jedem mit vertrauter Stimme. Das trockene Land Anapat liegt hinter dem Meer, dessen Ende niemand kennt. Um es zu überqueren gebe ich dir das Allwasserpferd, das nie vom rechten Weg abkommt und alle Gewässer überwindet. Du musst allein dorthin, doch damit du nicht der Kälte erliegst, gebe ich dir den Mantel Immerwarm, den ich einst für die Tochter webte, die ich nie haben sollte.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So machte Königin Bahadur sich auf die weite Reise. Wenn sie fror, wickelte sie sich in den Mantel Immerwarm. Als sie das Meer erreichte, dessen Ende niemand kennt, trug sie das Allwasserpferd hinüber. Auf der anderen Seite gelangte sie endlich ins trockene Land Anapat. Als Hunger und Durst sie plagten, trank sie aus Natans Kupferkessel. Nach sieben Tagen und sechs Nächten fand sie einen Reigen der Staubteufel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ihr Staubteufel, ich grüße euch!“, rief die Königin, „Ich bin Bahadur, Tochter der Banubar, Königin von Gar. Ganz alleine trete ich vor euch, nicht um den Frieden in eurem Land zu stören, sondern um Rat zu erbitten. So sagt mir, wenn euer Gemüt mir wohlgesonnen ist, wo finde ich die Alabasterschnitzer?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Wir grüßen dich, Königin Bahadur!“, entgegneten die Staubteufel. „Glück hast du, denn wir versammeln uns zur Feier. Die Ballkönigin kommt um Mitternacht und tanzt in unserem Reigen. Und die Alabasterschnitzer spielen die Musik zu unserem Tanz. Du kannst hier auf sie warten, doch sei gewarnt – unser Hof duldet keine Sterblichen in seiner Mitte. Die Alabasterschnitzer sind wild und werden schnell zornig. Es ist besser, wenn du unter einem Felsen bleibst, bis wir alle ermatten und uns vom wilden Tanz erholen. Und was du auch tust, verberge dich vor der Ballkönigin, bis sie unser Fest wieder verlassen hat!“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versteckte Bahadur sich unter einem Felsen und wartete auf die Mitternacht. Als es soweit war, begann ein gewaltiges Brausen und Tosen in der Luft, die sich mit Sand, Staub und Kieselsteinen füllte, sodass die Königin ihr Gesicht verbarg. Kurz darauf leuchtete der Himmel so hell auf, dass sie die Augen schließen musste und als der Donner über das Land rollte, meinte sie, die Erde selbst müsse bersten.&lt;br /&gt;
Doch es war nur das Fest der Staubteufel und nach einer Weile erkannte sie die den Gesang, der mit der Schönheit des Himmlischen Feuers erklingt, wenngleich er nun auch die Kraft des Donners besaß. Und weil die Wirkung ihres letzten Tranks aus Natans Kupferkessel noch nicht verflogen war, verstand sie die Worte des Liedes, das nicht für die Ohren Sterblicher gemacht war. Denn zur Antwort auf Blitz und Donner sangen die Staubteufel im Chor:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Dein Wort verkündet die Rache. Dein Tanz tötet Mensch und Tier und Fisch und Vogel. Du reißt die Bäume aus und wirfst die Schiffe um in deinem Spiel. Auf dem Grab der zänkischen Brüder erbautest du dein Nest, wo du mit den Vier Winden speist. Deine Untertanen sind wir und wir preisen dich und wir tanzen für dich, du, unsere Ballkönigin, oh große Casyrga!“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis zum Morgen dauerte die Feier der Sturmgöttin und erst, als der letzte Staubteufel sich im Wüstensand zur Ruhe gebettet hatte, wagte sich Bahadur hervor. Über ihr war kein Schatten und kein Harpyienflügel zu sehen, aber unweit des Felsens, unter dem sie sich versteckt hatte, fand sie die beiden schlafenden Windhunde, nicht weniger als sieben Schritte lang, mit Hufen anstatt Pfoten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erneut nahm sie einen tiefen Schluck aus Natans Kupferkessel und schlich sich zu dem einen der beiden. Leise sprach sie ihm mit vertrauter Stimme, dunkel wie fernes Donnergrollen, ins Ohr:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Ein gutes Fest nenne ich es, wenn es uns so ermattet zurücklässt, Bruder! Aber ich hatte einen ganz sonderbaren Traum, der mich nicht mehr loslässt. Ich träumte davon, dass wir der Prinzessin Bahadur aus Gar eine alabasterne Urne überreichten. Aber wir vergaßen ihr zu sagen, wie sie den Mann retten sollte, dessen Seele darin war. Sage mir, was bedeutet das nur?“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Lass mich schlafen und dann darüber nachdenken,“ sagte der Blitz und vergrub die Schnauze unter dem Vorderlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später, es war schon beinahe Abend, sah Bahadur Leben in die Glieder der Windhunde einkehren. Sie streckten und reckten und erhoben sich. Doch während der eine sprang, lief und hechelte, kratzte der andere sich nur hinterm Ohr und blickte dann zum Horizont.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Was ist los, Bruder? Lass uns um die Wette laufen über den halben Himmel! Oder ein paar verirrte Wölkchen erschrecken! Oder lass uns das Glas aus dem Wüstensand ausgraben!“, rief der eine.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Später, Schwester. Jetzt denke ich nach über deinen Traum.“, entgegnete der zweite.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Welchen Traum?“, fragte da der erste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da berichtete der Blitz dem Donner, wie sie ihn geweckt und was sie gesagt hätte. Nun blickten beide Dasilim sich gegenseitig für einen langen Moment schweigend an und Bahadur hätte schwören können, selbst von ihrem Versteck aus gesehen zu haben, wie beider Lefzen schließlich ein gütiges Lächeln annahmen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Ich erinnere mich zwar nicht mehr an den Traum,“ sagte die Dasilschwester, „aber, wenn ich dir im Halbschlaf davon erzählt habe, muss ich ihn wohl geträumt haben. Doch kommt mir jetzt nichts davon mehr rätselhaft vor. Denn schließlich schulden wir Casyrga Treue und dürften Bahadur nichts darüber berichten, wie Batyas Sohn zu retten ist.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Da hast du natürlich recht,“ sagte der Dasilbruder, „trotzdem denke ich zuweilen an ihn, der uns wie ein Sohn gewesen ist. Und ich frage mich, ob die Frau, in deren Obhut wir ihn gaben, nicht Milderung ihres Unglücks verdient hat.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Sie hätte ihn im Boot am Fluss lassen können. Sie hätte kein Kind von ihm bekommen müssen. Und wir haben ihr nicht gesagt, dass sie ihn gegen der Eltern Willen und ohne den Segen seiner Mutter heiraten soll. Sieh dir nur an, was mit ihrem Herzen geschehen ist! Es ist schon fast gänzlich umschlossen von der alabasternen Urne, in der die Seele ihres Mannes wohnt. Zu keiner Vaterliebe ist es mehr fähig und kaum noch zur königlichen Pflicht. Zu trauern um den Sohn und die Mutter vermag es beinahe nicht mehr.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Aber, Schwester, fragst du dich nicht doch zuweilen, was du ihr raten würdest, wenn du dürftest?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Gewiss, Bruder. Ich würde ihr raten, hierher zu kommen, ins trockene Land Anapat. Ich würde ihr raten, zwischen den Staubteufeln zu liegen, bis ihr Herz kaum noch schlägt. Ich würde ihr verraten, dass unsere Spatel und Hämmer und all unser Werkzeug in der Mitte von Casyrgas Tanzplatz versteckt ist, drei Ellen tief im Sand. Wenn ihr Herz kaum noch schlägt, könnte sie damit die Urne in ihrer Brust zertrümmern.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Aber Schwester, bedenke doch, dass Batyas Sohn nach vierzehn Tagen sterben müsste, wenn die Urne zertrümmert ist. Wohlmöglich früher, denn sobald er singt, hört unsere Herrin das und holt ihn sich!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Nicht, wenn Casyrga schläft. Bahadur könnte unserer Herrin die gemahlenen Scherben der alabasternen Urne mit Salz und Staub im gläsernen Wüstenkeil darreichen. Hat sie nur lange genug zwischen den Staubteufeln gelegen, wird die Sturmgöttin sie nicht als Mensch erkennen, sondern nur für einen weiteren Diener halten. Tränke sie beim nächsten Fest vom dargebotenen Trank, würde sie für vierzehn Tage und Nächte schlafen. Stell dir nur vor, was Batyas Sohn in diesen vierzehn Tagen, da seine Seele wieder frei ist, alles tun könnte!“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Das würde Bahadur nicht tun. Sie müsste hinnehmen, dass ihr Mann wohl nach vierzehn Tagen stirbt. Sie müsste darauf vertrauen, dass er einen Weg findet, seinen Sohn zu befreien, ihren Vater zu heilen und sich selbst zu retten. Sie würde nichts tun können, um ihm zu helfen und müsste sich auf einen Mann verlassen, dessen wahren Namen sie nicht einmal kennt. Vor allem aber müsste sie bereit sein, die alabasterne Urne aufzugeben.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Vielleicht nicht, Bruder. Ich würde ihr gewiss sagen, dass es der einzige Weg ist, ihr Königreich zu retten. Wir müssen wohl hinnehmen, dass Batyas Sohn und seine Mutter und Bahadur und das ganze Reich von Gar dem Unglück anheimfallen werden. Nun lass uns am Himmel um die Wette laufen. Bis zum nächsten Fest haben wir noch zwei Wochen Zeit.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da breiteten die Dasilim ihre Flügel aus und verschwanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am ersten Tag konnte Bahadur noch nicht an die Werkzeuge der Alabasterschnitzer denken. Als sie müde wurde, legte sie sich zwischen die Staubteufel und als sie erwachte, trank sie nur sehr wenig. Am dritten Tag wagte sie sich bis zur Mitte des Tanzplatzes, doch ehe sie zu graben begann, schlug ihr das Herz bis zum Halse und sie legte sich wieder zwischen die Staubteufel. Am siebten Tag nahm sie all ihren Mut zusammen und grub Hammer, Spatel, Messer, Zange und Feile aus. Sie brachte die Werkzeuge in ihr Versteck unter dem Stein und schüttete die drei Ellen tiefe Grube im Sand wieder zu. Als sie dieses Werk getan hatte, vergoss sie dreihundertunddreiundvierzig Tränen, bis sie sich völlig erschöpft zwischen die Staubteufel legte und sieben Tage schlief, bis ihr Herz kaum noch schlug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein aufgeregtes Flüstern im sandigen Bett der Staubteufel weckte sie. Die Sturmgöttin wurde erneut zum Fest erwartet. Bahadurs Müdigkeit war jenseits dessen, was Schlaf tilgen und ihr Durst größer, als Trank löschen kann. Leicht wie eine Feder fühlte sie sich, als sie sich erhob und ihr Herzschlag war nicht zu hören. Als die Staubteufel sie Schwester nannten, da glaubte sie, gestorben zu sein.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Nie hätte ich gedacht, dass meine Seele einst an diesen fremden Ort wandern würde, anstatt zu den Ahnen zu gehen.“, dachte sie. „Als ich noch jung war, hätte mich diese Vorstellung fürchterlich entsetzt. Doch jetzt, da es soweit ist, sehe ich keinen Grund zur Klage. Warum soll es ein schlechtes Schicksal sein, hier für eine Göttin zu tanzen, zu der Musik, die ich einst so begehrte, und mich danach wieder zur Ruhe zu betten. Lebenden mag Anapat als einsames Land erscheinen, doch ich sehe hier hundert und tausend Gefährten.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als sie jedoch das Kleid aus warmem Wind und Wüstensand anlegen wollte, fiel ihr Blick auf die Werkzeuge der Alabasterschnitzer. Erst jetzt fiel ihr wieder ein, wer sie war, aus welchem Grund sie hergekommen war und was sie tun wollte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Nun soll ich scheitern? Ich, die kein Gewitter fürchtet und keine lächelnden Lügner im eigenen Haus? Ich, die ich Meer und Wüste durchwanderte? Ich, die das Geheimnis des eigenen Herzens ergründet habe, soll an der Befreiung meines Herzens scheitern? Ich bin Bahadur, die schon als Kind ‚die Mutige‘ genannt wurde und meine Geschichte wird hier nicht enden!“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit diesem Gedanken stieß sie sich das Messer in die Brust, ohne Schmerzen zu fühlen und ohne einen Tropfen Blut zu vergießen. Sie legte ihr Herz frei und fand es von der wohlbekannten Urne fast gänzlich umschlossen.&lt;br /&gt;
Mit Hammer und Spatel zertrümmerte sie den Alabaster zu kleinen Scherben, die sie alle sorgsam mit Zange und Feile herauszog, bis nichts mehr davon in ihr war. Sodann zerrieb sie sie an der Stelle, an der sie ihre Tränen vergossen hatte, mischte sie mit Salz und Staub, füllte alles in einen gläsernen Keil, und legte schließlich das Kleid aus warmem Wind und Wüstensand an, um der Sturmgöttin aufzuwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich erkannte die Große Harpyie nicht, dass sich eine Sterbliche unter ihren Dienern verbarg. Sofern die Himmlischen Hunde es ahnten, so behielten sie es für sich. Und tatsächlich, als Casyrga am Ende des Festes von Bahadurs Trank kostete, fiel sie sogleich in tiefen, traumlosen Schlummer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gar verspürte Dasilaryn nicht sofort, wie die alabasterne Urne zersprang. Am Morgen war ein Bote mit Nachricht für die Königin erschienen und hatte sie stattdessen der Herdmutter überbracht. Bis zum Mittag sprach sich herum, dass es schlechte Kunde war. Weil aber niemand auf den Gedanken kam, dem stummen Königingemahl davon zu erzählen, verlangte er schließlich am Nachmittag mit erhabener Stimme, ihm den Gast vorzuführen. Obgleich er selbst nicht weniger erstaunt darüber war, seine Worte in der Halle widerhallen zu hören, als all die Würdenträger und Diener um ihn herum, duldete er keine Verzögerung. So berichtete der Bote, was zu berichten war:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich diene König Densyn“, sprach er, „doch mein Herr will mich nicht länger an seiner Seite haben. Mit bösen Worten, aus denen Irrsinn spricht, hat er alle vertrieben, die ihn lieben. Sein Ohr leiht er nur noch der falschen Bannerfrau seiner neuen Leibwache aus Räubern. In seinem Namen tätigt sie schändliche Geschäfte und ihr Banner aus Verbrechern hat alle ermordet, die sich ihren schlechten Absichten nicht fügen wollen. Mir allein glückte die Flucht in mondloser Nacht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich wappnete sich Dasilaryn für den Aufbruch und ließ sich von dem Boten zu den Jurten des Königinvaters bringen. Heimlich schlich er sich ins Lager und fand Densyn alleine, beschmutzt, in Lumpen und völlig abgemagert vor, schlaflos Unsinn stammelnd. Da brauste der Sohn der Windhunde auf, schlug alle verräterischen Diener, räuberischen Reiter und zuletzt die falsche Bannerfrau tot. Schließlich wusch er Densyn, schnitt ihm Haar und Bart, kleidete ihn in edle Gewänder und gürtete ihn mit königlichem Schwert. Dieser, zunächst gänzlich teilnahmslos, erkannte nun seinen Schwiegersohn, erinnerte sich, wie ihm geschehen war und weinte in den Armen seines Retters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zur ersten Rast ihres Heimritts schwiegen die beiden Männer, der Sohn ohne Vater und der Vater ohne Sohn. Endlich aber konnte Densyn davon erzählen, wie der Geist des gemordeten Enkelsohns seine Träume heimsuchte und ihn in den Wahnsinn trieb.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Da brach aus Dasilaryn heraus: „Du musst wissen, dass ich meinen Sohn nicht getötet habe. Wissen musst du, warum ich früher darüber nicht sprechen konnte. Wie er zu Tode kam und warum ich ihn nicht retten konnte.&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So erzählte er alles, was er auch Bahadur erzählt hatte, bis hin zu der schrecklichen Erinnerung daran, wie Dsibay von der Casyrga bei lebendigem Leib verschlungen worden war.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Wie ein Fisch trauerte ich trostlos. Bis ich träumte, ich sei ein Vogel unter alabasternem Dach. Plötzlich zersprang es und eröffnete mir den klaren, weiten Sternenhimmel. Doch statt die Flügel auszubreiten, sah ich mich um und erblickte einen schlafenden Menschen, in dem ich mich selbst erkannte und bei dem ich noch verweilen wollte.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nachdem ich schließlich erwachte, begannen hundert Erkenntnisse und tausend Erinnerungen in mir aufzuleuchten. Dann, endlich, fand ich meine Stimme wieder und kann dir nun sagen, wer ich wirklich bin.&lt;br /&gt;
&amp;gt;br&amp;gt;Ich stamme von Ahnen ab, die meine Mutter nicht mehr kennt, weil ihre Lippen mit Eisen verschlossen wurden. Die Verderbnis, derer sie sich schuldig machten, wurde dem Vergessen übereignet. Einzig Casyrga, die meine Mutter an Kindes statt zu sich nahm, könnte davon berichten, wird aber für alle Zeit darüber schweigen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich erinnere mich, ohne andere Menschen im Haus meiner Mutter aufgewachsen zu sein. Sie, ihre Tiere und ihre Geister waren meine einzige Gesellschaft. Als sie zur Frau wurde und verstand, dass all ihre Kinder der Rachegöttin gehören würden, wollte sie mir keine Geschwister zur Seite stellen. Und wenngleich sie mich sehr liebte, gab sie mich dennoch, als ich lernen musste, was ein Mann lernen muss, in die Obhut der Großen Harpyie. Ihre Hunde unterwiesen mich in der Jagd, der Kräuterkunde und den Künsten des Krieges, sie selbst lehrte mich das Recht, die Sitten und die weisen Worte. So wuchs ich heran und hatte schließlich alles gelernt, was Männer lernen müssen. Ein Held könnte ich werden, dachte ich, bis die letzte Prüfung zur Mannwerdung nahte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sein Schwiegersohn geendet hatte, ergriff Densin blutenden Herzens und mit belegter Zunge das Wort:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Nun wird mir offenbart, dass sich schon vor deiner Geburt unsere Schicksale verbanden. Als ich noch ein junger Reiter im Dienste der damaligen Königin war, erhielt ich Befehl, die letzten Flüchtigen einer Sippe zu finden, die so verdorben war, dass ihr Angedenken gänzlich getilgt werden musste. Ich fand und tötete ohne Gnade alle, sogar eine Mutter, die gerade erst entbunden hatte. Ohne mich zu fragen, ob denn nicht wenigstens ihre neugeborene Tochter, unter neuem Namen, das Leben verdient hätte, warf ich sie über eine Klippe. Ich staunte nur kurz, als ein adlergroßer, eisengrauer Habicht den Säugling noch im Herabstürzen ergriff und forttrug. Ich sagte mir, dass das sonderbare Tier das Mädchen gewiss fressen würde. Also kehrte ich heim und meldete die Erfüllung meiner Pflicht.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In den Jahren danach machte mir es das Leben leicht, nicht mehr daran zu denken. Zum Lohn für meine Treue bekam ich die Hand der erstgeborenen Prinzessin, legte die Grausamkeit der Jugend ab, bekam eine furchtlose Tochter und lebte mühelos, als wäre ich ein tugendhafter Mann. Jetzt aber verstehe ich, dass es deine Mutter war, die ich damals über die Klippe warf und keine andere als die Rachegöttin selbst sie rettete, um schließlich dich zur Strafe des Königshauses zu machen und deinen Sohn zum Rachegeist.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Die Asche war schon kalt geworden, da sagte zum Sohn ohne Vater der Vater ohne Sohn:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Besser wäre es gewesen, wenn deine Seele zu den Sternen aufgebrochen wäre und du mich der Vollstreckung durch Siechtum und Wahn überlassen hättest. Wir sollten es beenden. Verflucht sind wir, nichts als Unglück zu bringen ist unser Schicksal.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zur Dämmerung verharrte Dasilaryn regungslos. Doch als der Tag die Nacht berührte, rief er zum Himmel:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Nicht den Sohn der Rache, den Sohn der Windhunde nennt man mich. Der Sturm riss mir die Seele aus dem Leib, fraß mein Herz, raubte mein Glück und machte mich stumm. Aber dennoch lebe ich! Aber dennoch spreche ich! Meine Geschichte wird nicht an einem verloschenen Lagerfeuer enden. Mein Sohn ist zum Rachegeist geworden? Ich fordere ihn zurück! Ich gehe bis zum Berg des Todes und erklimme seinen Gipfel, ich bahne mir den Weg durch Heerscharen von Nebelgeistern, stoße das Tor der Vier Winde auf und hole mir mein Kind aus Casyrgas Nest! Ich fordere ihn zurück! Mit der Kraft des Donners und der Schönheit himmlischen Feuers fordere ich ihn zurück!&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erkannte auch Densyn, dass er nicht gerettet worden war, um einsam an seiner Schuld zugrunde zu gehen. So machten sie wieder kehrt und begaben sich auf schnellstem Weg zum Dugor Harog.&lt;br /&gt;
In Sichtweite der schneebedeckten Gipfel, wo alle Reisenden ihre Pferde zurücklassen müssen, gebot Dasilaryn der Wolkenherde, wie er es einst von den Himmlischen Hunden gelernt hatte, einen raschen Marsch hinauf. Im Schutze der Nacht wurden sie von ihr durch das Tor der Vier Winde getragen, noch ehe Casyrgas Schlummer verflogen war. Als ob sich keine Göttin und kein Gott die Frage stellte, was all die Nebelgeister hier ohne Hirtin oder Hütehunde täten oder was sie mit sich brächten, gelangten die beiden Männer bis zum Harpyiennest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele schlafende Rachegeister fanden sie dort vor. Mit friedlich erscheinenden Gesichtern von Menschen, Tieren, Fischen und Vögeln, Jungen und Alten, allesamt schrecklich befiedert mit schwarzem Eisen, verharrten sie regungslos. Nur ein Einziger von ihnen saß mit beschattetem Antlitz aufrecht, blickte in die Ferne und hielt zärtlich Dsibay in seinen Armen. Vorsichtig wollte Dasilaryn den Jungen an sich nehmen, da erklang eine helle, kindliche Stimme, die fragte:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Glaubst du wirklich, du bekommst deinen Sohn dadurch zurück, dass du einen Rachegeist aus diesem Nest stiehlst?“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Erwartung, sogleich tosende Winde zu hören, hielt er inne. Doch als nichts geschah, antwortete er:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Wie kann ich stehlen, was mir gehört? Ihn mitzunehmen ist mein Vaterrecht!“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Noch immer wendete das Wesen den Blick nicht vom Horizont ab, als es sprach:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Das Vaterrecht gibt es nicht, welches es Sterblichen erlaubt, Tote ins Leben zurückzuholen.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Versuche nicht, mich aufzuhalten!“, rief flehend fast Dasilaryn. „Sieh nur, noch sind die Pforten der Vier Winde geöffnet. Keine Unsterblichen sahen uns kommen, noch ist unentdeckte Flucht uns möglich. Komm lieber mit uns und lasse dich von Casyrgas Knechtschaft befreien!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Da leuchteten die ersten Sonnenstrahlen auf, das Wesen streifte das schwarze Federkleid ab und erst jetzt erkannte der Sohn der Windhunde, mit wem er hier sprach.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und Es sprach:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Ihr kamt nicht unentdeckt, denn nicht ihr Knecht, sondern ihr Herr bin ich! Nicht um eine einzige Seele werdet ihr das Heer der Fluchbringer verringern!“&lt;br /&gt;
So sprach Das Kind Des Morgens Und Des Abends.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der Morgen, an dem die Casyrga im trockenen Land Anapat aus ihrem vierzehntägigen Schlaf erwachte. Mit der Unruhe ihrer Brut im Herzen, breitete sie ihre Flügel aus, um sich eiligen Flugs zum Berg des Todes zu begeben. Unterdessen ließ Dasilaryn, umgeben von erwachenden Rachegeistern, alle Weisheit fahren. Unter Tränen der Verzweiflung griff er nach Dsibay, als ob er ihn dem Göttlichen Richter mit schierer Armeskraft entreißen könnte, was den Unsterblichen nicht einmal zu einer noch so kleinen Geste des Widerstands veranlasste. Denn schon hinter dem Tor der Vier Winde beginnt die Unterwelt; hier können Lebende niemanden mehr berühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Lass mich Dsibays Platz einnehmen!“, rief da entschlossen König Densyn. „Ich diene der Rache, seit ich ein Mann und Reiter bin. Ich brachte den Verfluchten gnadenlosen Tod, verhängnisvolles Schicksal über meine Gattin, meine Tochter und mich selbst, Elend über mein Gefolge und mein Land. Wenn ich nun auch im Tode zum Unglücksbringer werde, so ist es nur gerecht. Mein unbedachter Fluch verwandelte meinen Enkel in einen Rachegeist. Lass mich seinen Platz einnehmen und Casyrgas Heer soll nicht um eine einzige Seele verringert sein!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Mit diesen Worten stürzte sich König Densyn in sein Schwert, wurde zum Geist und nahm Dsibay in seine Arme. Mit jedem Schritt, den er auf das Tor der Vier Winde zuging, verlor der Enkel eine Feder und der Großvater bekam eine, so dass der eine an der Schwelle zum Land der Lebenden wieder ein Knabe, der andere ganz zur Harpyiengestalt geworden war. Noch war die Rachegöttin nicht heran und auch ihre Brut blickte nur neugierig auf ihren neuen Bruder, ohne das Geschehen zu verwehren.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da rief Dasilaryn erneut mit seinem himmlischen Gesang die Wolkenherde herbei, sie den letzten Schritt ins Land der Lebenden zu tragen. Mit einem letzten Gruß an den Schwiegervater stieg er in den Dugor Harog hinab und war mit seinem Sohn im dichten Nebel verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Casyrga, die dem Tausch nicht zugestimmt hatte, verfolgte die beiden und riss zornig an den Bergrücken. Doch als sie ihren Hunden befahl, die Herde auseinanderzutreiben, weigerten sie sich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Warum sollen wir verhindern, was dein Herr hat geschehen lassen? Warum sollen wir helfen den, den wir gemeinsam zum Mann erzogen, in Stücke zu reißen, obwohl sein Schicksal schon erfüllt ist?“, fragten die Dasilim.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da erst erkannte die Casyrga ihr Werk als vollendet an und beschloss, das Übrige der Gnade ihrer Mutter zu überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Allwasserpferd brachte Bahadur zurück zu Batyas Haus, wo die Hexe sie bereits erwartete. Die Königin legte ihre Wange in die Hand der Älteren, nannte sie Mutter und sie küssten sich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Casyrga hat mich besucht.“, sagte Batya ihr. „Doch ehe ich dir davon berichte, was sie mir sagte, muss ich dir erzählen, was zu erzählen mir zuvor verboten war. Von dem Band des Schicksals, dass die Herrin der Stürme und mich an einander bindet.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So gingen sie in die Stube und beim Tee begann die alte Frau, ihre Geschichte zu erzählen:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Je jünger ich war, desto öfter sahen wir uns, denn sie nahm mich als ihr Kind an, nachdem die Lippen meiner Ahnen mit Eisen verschlossen wurden. Sie gab mir Garten, Haus und Herde, aber keinen Mann. Erst, als ich trotzdem schwanger wurde, sagte sie mir, warum ich allein gerettet worden war und was das Schicksal meines Sohnes sein würde.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Der Königin von Gar wurde vom Schicksal befohlen, das Angedenken deiner Sippe auszulöschen. Aufgrund der Natur ihres Gemüts kam sie dem gerne nach. Sich vor allen Racheflüchen gefeit dünkend gab sie Befehl, alle zu finden und ohne Gnade umzubringen, bis hin zum letzten Sklaven und zum letzten Kind. Aber sie täuschte sich, denn auch deren Leben zu nehmen, die nichts zu überliefern wissen, war eine Übertretung. Damit ereilte sie ein einziger Fluch dennoch. Dies war der Fluch deiner Mutter, Batya. Der, auf den sie ihren letzten Atem verwendete. Als sie mit brechenden Augen sah, wie ein Reiter der Königin ihre neugeborene Tochter über eine Klippe warf. Dieser Fluch rief mich herbei und rettete dein Leben. Dein Blut ist, wie ich, an seine Erfüllung gebunden. Er lautet: Die Linien beider, des Reiters und der Königin, mögen tragisch enden. Die Hoffnungen ihrer Nachkommen mögen unter der Schuld ihrer Vorfahren begraben werden. Elend möge ihr Erbe heimsuchen. So lautet der Fluch. Mit meiner Hilfe muss ihn nun der Sohn, dem du das Leben schenken wirst, erfüllen.‘ So sagte mir die Göttin der Rache.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Du siehst, dass ich die Wahrheit sprach, als ich dir sagte, dass deine Liebe zu meinem Sohn ebenso gut ist wie ein Fluch.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ruhig und nachdenklich widersprach die Königin:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Nicht meine Liebe ist der Fluch, sondern mein Verlangen. Aber mit der Zerstörung des Kerkers seiner Seele befreite ich auch mein Herz davon. Dies war das Geheimnis, um dessen Lüftung ich von deinem Hause aus aufgebrochen bin.“ Nun berichtete sie von allem, was sie im trockenen Land Anapat erlebt hatte.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Nach alledem“, ergriff Batya, nachdem Bahadur geendet hatte, wieder das Wort, „bist du vielleicht bereit anzunehmen, was die Götter dir an Gnade gewähren. Die Große Harpyie war hier und trug mir folgende Botschaft für dich auf:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;‚Dsibay wurde durch das Opfer Densyns, des Mörders, befreit. Er ist nun kein Rachegeist mehr. Dasilaryns Schicksal ist erfüllt. Er ist nun nicht weiter an den Fluch seiner Großmutter gebunden. Beiden sind noch vierzehn Jahre des Lebens gewährt, in denen es ihnen gegeben sei, nach eigenem Rat Glück und Unglück zu erstreben. Danach jedoch werden sie sich ihren Platz in meinem Gefolge wählen müssen, denn ihre Seelen sind mein. Bahadur wird keine Kinder mehr haben. Die Linien ihrer Großmutter und ihres Vaters werden mit ihr enden. Lang, weise und gerecht darf sie regieren oder tun, was auch immer sie will. Doch wen auch immer sie sich als Erbin erwählt, Elend wird ihr Reich heimsuchen.‘&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dies ist die Botschaft der Casyrga, die das Schicksal kennt. Danach sprachen wir nicht mehr über dich oder meinen Sohn, sondern nahmen als Mutter und Tochter Abschied voneinander. Denn sie schenkte mir für den Rest meiner Zeit die Freiheit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da lächelte Bahadur und dankte dem Schicksal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ließ die Königin alle Frauen ihrer Sippe versammeln, die wenigstens eine Tochter und einen Mann besaßen. Sodann ließ sie ihren Gemahl nach den Himmlischen Hunden rufen und bat sie um eine letzte Gunst: Sie sollten unter den Prinzessinnen die nächste Königin wählen. Schließlich legte sie die Krone nieder und die Dasilim wählten weise und gerecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vierzehn Jahre noch lebte Bahadur mit Dsibay und Dasilaryn gemeinsam in Batyas Haus. Von ihrer Schwiegermutter erlernte sie die Hexenkunde bis zu deren Tod. Daraufhin lehrte Bahadur vier Prinzessinen alles, was sie wusste und deren Schülerinnen setzen das Werk noch immer fort. Man sagt aber, dass die einstige Königin, als sie alt geworden war, nach Anapat zurückgekehrt sei, wo ihre Seele mit den Staubteufeln tanzt bis zum heutigen Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Dsibay zum Mann herangewachsen und seine Zeit unter den Lebenden verstrichen war, nahmen er und sein Vater Seite an Seite ihren Platz in Casyrgas Gefolge ein. Fortan hüten die beiden gemeinsam mit Blitz und Donner die Wolkenherde. Doch wann immer sie hören, wie ein Mensch unter freiem Himmel einen unbedachten Fluch ausspricht, eilen sie schleunigst herbei, die Worte wieder einzufangen, ehe sie das Ohr der Rachegöttin erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bibliothek]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Überlieferungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Dichtung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Sammlung_von_M%C3%A4rchen_und_Legenden</id>
		<title>Sammlung von Märchen und Legenden</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Sammlung_von_M%C3%A4rchen_und_Legenden"/>
				<updated>2025-09-03T12:34:56Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: /* Die Alabasterne Urne */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Eine PDF-Version zum Download ist hier: [[Datei:Trigardonische_Märchensammlung.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine IT-Version musst du dir selber erstellen ;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natans Blut und die Heilige Elea ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Von den Vorfahren des Kleinen Volkes mündlich überliefert seit Anbeginn von Tag und Nacht, in zwergischer Schrift und Sprache seit unbekannter Vorzeit schriftlich überliefert, in unserer Sprache erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde gegen Ende des zweiten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Gösta''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es begab sich dereinst, als sich die Sterblichen aus Neid und Hass entzweiten, dass Weltvater Natan seinen Bruder Ischan zum Zweikampf forderte, um den Streit zu entscheiden. Weltvater Ischan jedoch, besorgt über die größere Zahl von Natans Stamm, fürchtete einen Betrug seines Bruders. &lt;br /&gt;
Darum sprach er: „Nur dann werde ich mich zum Zweikampf stellen, wenn wir uns an einsamem Orte treffen, wo kein Mensch in den Kampf eingreifen kann!“ &lt;br /&gt;
„So soll es geschehen,“ antwortete Natan, „aber einem von uns wird es die letzte Stunde sein. Und damit beide unserer Stämme die Nachricht von Sieg und Niederlage von einem der Ihren erfahren, soll es Zeugen für unseren Kampf geben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf einigten sie sich und wählten als Kampfplatz einen der Gipfel des Dugor Harog. Jener Berg war in diesen fernen Tagen den Menschen heilig, war er doch damals noch der höchste weit und breit, so hoch, dass sein Gipfel nahezu alle Zeit durch Wolken verdeckt war. Ischan wählte Bakir den Schmied, den geschicktesten seiner Schüler, als Zeugen aus und Natans Wahl fiel auf Elea, seine treueste Schülerin, die von der Göttin des Wissens geliebt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sie seit sieben Tagnächten fortgegangen waren, erschütterten dumpfe Donnerschläge Riaplots Leib und so wussten die Menschen, dass der Kampf begonnen haben musste. Hatten sie doch Ischan mit mächtigen Waffen über der Schulter aufbrechen sehen, so groß und schrecklich, wie sie seither niemand mehr zu führen vermocht hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der Beginn der letzten Tagnächte, denen alles Volk am Dugor Harog hernach als den langen Mond des Schreckens gedachte. Von Jenen, die dort an den steilen Hängen wohnten, starben schon viele in der ersten Tagnacht und noch ungezählte weitere bis sich die Herrin der Erleuchtung zur Nacht wieder in voller Pracht den Menschen zeigte. Viele von ihnen wohnten in Höhlen am Berge, von denen sie nicht wenige selbst hinein gehauen hatten. Obwohl sie schon damals kundig darin waren, in Riaplots Fleisch zu graben und seine Knochen zu formen, so konnten sie doch noch nicht wissen, wie man Gänge und Höhlen baut, die auch dann zu überdauern vermögen, wenn sich die Erde regt. Und nie wieder mussten die Sterblichen erleben, wie der Leib des Königs der Berge sich so sehr in Schmerzen winden musste, wie damals, als Ischan die Schluchten in seinen Leib schlug und Natan ihm tiefe Wunden riss, um seinen Bruder mit Felsen zu erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach sieben Tagnächten, als Ischans Arm erlahmte, schöpfte Natan neuen Atem, um seinem Bruder mächtige Flüche entgegen zu schleudern. Und weil er wusste, dass er auch Riamodan gegen sich hatte, rief er nach den Dienern der Riaranjoscha, auf dass sie die Leidenschaft in Ischan verlöschen mochten.&lt;br /&gt;
Und als weitere sieben Tagnächte vergingen, da eilten die Nebelgeister auf himmlischen Rössern dem Natan zur Hilfe. Als die Sterblichen auch in der Ferne sie erblickten, erschraken alle, denn weithin sichtbar war ihr Heerzug ob seiner großen Zahl, größer als alle Reiterscharen in der Steppe und im Tal. Nie zuvor hatte die Herrin der Weisheit ihre Geister des Nebels mit solcher Stärke entsandt. Hoch über die Flüsse und Täler hinaus ragten sie, selbst zur wärmsten Stunde der Tagnacht ritten sie am Boden, wo sie doch sonst schon lange in den Himmel heimgekehrt wären. Als sie am Berg auf Ischan einstürmten, da erzitterte Riaplots Leib unter den Schlägen ihrer Hufe, viel mehr noch als unter Hieben des Weltvaters zuvor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und als in der viermalsiebten Tagnacht Riamodan sein Antlitz auf dem Gipfel des Dugor Harog zeigte, da erschraken die Sterblichen noch mehr. Denn die Nebelgeister hatten in ihrem Ansturm auch Bakir, den jungen Schüler des Ischan, zu Tode gestampft, den Pakt der Weltväter missachtend, wonach er nur Zeuge, nicht aber Teil des Kampfes sein durfte. Daraufhin schrie der starke Weltvater voller Wut und Rachedurst zum Thron im Feuer hinab und Riamodan antwortete, indem er seinem Günstling für einen mächtigen Zorneshau seine Macht lieh. Damit erschlug Ischan den Heerführer der Nebelgeister, woraufhin die übrigen die Flucht ergriffen. Doch fanden sie den rechten Weg nicht, sondern stürmten vom Gipfel des Dugor Harog in alle Himmelsrichtungen hinab und zermalmten alles zu Staub, was das Unglück besaß, unter ihre Hufe zu geraten. Und die Opfer unter den Sippen, die dort am Berge lebten, waren gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun blieb Natan ohne Beistand dem flammenden Schwert des Ischan ausgeliefert und war schon auf seinen Knien, als Ischan zu seinem letzten Hieb ansetzte. So siegessicher war der stärkere Weltvater, dass er weithin ausholte und Natan Gelegenheit zu einer letzten List gab. Dieser umwickelte seine Hand mit seinem Mantel, schnellte vor und hielt die flache Klinge seines Bruders von sich fern. Doch Ischans Zorn war zu groß, statt mit der flammenden Klinge schlug er denn machtvoll und ohne Gnade mit des Schwertes Kloß hernieder, solange bis er Natan schrecklich zugerichtet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natan wiederum ergriff im Todeskampf Ischans Arm und als er mit zerbrochenen Gliedern herniedersank, da ließ er nicht mehr los, sondern zog Ischan mit sich zu Boden. Und weil dieser in seinem Eifer die Gefahr nicht bemerkte, so kam es dann zuletzt, dass er in seine eigene flammende Klinge stürzte und die Mächte, die er selbst im Zorn gerufen hatte, ihn von Kopf bis Fuß versengten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Feuergott dies sah, erkannte er, dass kein Sterblicher zuvor und kein Sterblicher hernach seine Lieder in solcher Herrlichkeit würde erschallen lassen. Da weinte er Tränen, wie es sonst nur die Herrin der himmlischen Wolken zu tun vermag. Doch waren es graue Tränen, die sich auf Riaplots Leib herabsenkten wie Schnee. Dies war die dunkelste Stunde der Sippen unten am Berge und auch viele Menschen in der Steppe, im Wald und im Tal starben, denn Riamodans Tränen waren bitter und erstickten alles Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich kam Elea aus einem Versteck hervor, wo sie zuletzt ausgeharrt und die schreckliche Schlacht mit eigenen Augen geschaut hatte. Und als sie zu Natan kam, da war er bereits dem Tode geweiht und ihr blieb nichts anderes, als seinen Kopf in ihrem Schoße zu betten und seine zerschmetterte Hand zum Trost in die ihre zu legen. Da kam es, dass sich im heiligen Natan ein letztes Mal die Lebensgeister regten und er zu der frommen Elea sprach: &amp;quot;Sieh, die Zwietracht ist über uns gekommen und unser Streit muss unentschieden bleiben. In unserer Zwietracht haben mein Bruder und ich großes Unglück über alle unter dem Himmel gebracht. Die Geister, die ich rief, haben Heimstätten verwüstet und viele auf ihrem Weg erschlagen, die nicht hätten teilhaben sollen an unserem Kampf. Diese Schuld will ich nicht mit zur Herrin der Seelen nehmen, doch mein letzter Atem schwindet. So bitte ich dich, Elea, bete zu den sieben großen und herrlichen Göttern an meiner statt für die Gunst der Sippen unten am Berge.“ Elea sprach, dies wolle sie für ihren Meister gerne tun und darauf legte der heilige Natan dankbar seine blutige Hand auf Ihre Schulter und schloss für immer seine Augen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es dann, dass die fromme Elea voller Hingabe zu den sieben großen und herrlichen Göttern zu beten begann. „Oh König der Berge,“ bat Elea, „möge das Blut, welches mein Meister vergoss, dein Opfer sein! Ich bitte dich, nimm diese Gabe an.“ &lt;br /&gt;
Und weil sie nicht aufhörte, als Durst und Müdigkeit sie plagten, sondern tapfer ausharrte, erhörte Riaplot ihr Flehen und verwandelte Natans Mantel, mit dem er seine Hand umwickelt hatte, in den Mohn, der allen Schmerz besänftigt. Als Elea, die von ihrem Meister alles über die Kräuter, Moose und Pflanzen gelernt hatte, nun eine Blume sah, die ihr noch fremd war, verstand sie, dass sie erhört worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ihr großen und herrlichen Sieben, hört meinen Eid, der der Eid des Natan ist. Er gibt das von ihm vergossene Blut als Opfer, sein eigenes Blut aber, das von seinem Bruder vergossen wurde, soll das Pfand der Sippen unten am Berge werden, bis zu der Zeit, in der er wiedergeboren wird und seine Schuld bezahlen kann.“&lt;br /&gt;
So betete sie, bis schließlich die erste Nacht der Welt hereinbrach und der erste Tag ihr folgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An jenem ersten Tage stiegen Überlebende von den Sippen unten am Berg hinauf und erst am Abend fanden sie die fromme Elea im Gebet, den verbrannten Leib Ischans zu ihrer rechten, den zerbrochenen Leib Bakirs zu ihrer linken und den zerbrochenen Leib des Natan zu ihren Füßen, sein Blut an ihrer Hand, den Abdruck seiner Hand auf ihrem weißen Kleid. Daraufhin berichtete Elea den Sippen, die am Dugor Harog wohnten, von Natans letztem Wunsch. Und die Sterblichen staunten, denn als sie zu Boden blickten, da ward das viele Blut, welches Natan vergossen hatte, zu Silber verwandelt, wie ein Abbild des hellen Glanzes der Riasina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dies sprach Elea: &amp;quot;Seht, die sieben Großen und Herrlichen Götter haben meine Gebete erhört. Das Blut, welches Natan im Bruderzwist vergoss, ist Euch nun silbernes Pfand für das Unglück, welches Ihr erlitten. Und wenn ihr fragt, wann die Zeit gekommen sei, dass der weise Weltvater sein Pfand einlöse, so seht, dass nicht all sein Blut geronnen ist. Ein kleiner Teil ist noch immer flüssig, obgleich die Götter es zu Silber gemacht haben. Dieses Silber sollt ihr mit Ehrfurcht suchen und bewahren, denn ihm wohnt Natans letzte Kraft noch inne. Und erst wenn der letzte Tropfen geronnen ist, dann wird er wiedergeboren werden und seine Schuld begleichen. Doch seid demütig und verschwendet nicht, was die sieben Großen und Herrlichen gegeben, denn der König der Berge wird jene strafen, die zu gierig sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortan holten die Nachkommen jener Sippen am Dugor Harog kostbares Silber aus dem Berg, wo vorher Natans Blut vergossen worden war. Und alle, die Freunde des Natan gewesen waren, zeigten sich dankbar und dienstbar, wann immer ihnen die Ehre zuteilwurde, sein nunmehr von göttlichem Segen erleuchtetes Blut zu schauen und zu besitzen. Denn durch Eleas Zeugnis galt das Silber aus dem Dugor Harog auch stets als ein Zeichen des Edelmutes und der Demut, die Natan mit seinen letzten Atemzügen gezeigt hatte. Damit war das Leid der Sippen, die dort am Berge wohnten, gemildert, konnten sie doch Silber gegen Brot und Bier und Dörrfleisch und Nüsse tauschen, als weithin um den Dugor Harog, ob der großen Schlacht die dort getobt hatte, für lange Zeit kein Strauch und kein Baum Früchte trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wie Ischan zu Asche verbrannt war, so verbrannten sie auch die Leiber seines Bruders und seines Schülers, um so wenigstens nach dem Tode der zänkischen Brüder ihrem Neid keine Nahrung mehr zu geben. Seitdem bestattet man die Toten auf diese Weise. Während die Weltväter noch heute auf ihre Wiedergeburt warten, so kehrte Bakirs Seele schon in der übernächsten Generation zurück ins Leben und wurde denen geboren, die von seiner Mutter abstammten. Zuvor aber wandelte sein Ahnengeist unter denen, die seine Urne befüllt hatten und ihn ehrten. Ihnen allein verriet er alle Geheimnisse der Schmiedekunst, die er von Ischan einst gelernt hatte. Und bis in unsere Tage werden diese Geheimnisse weiter gegeben von Meister zu Schüler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die treue Elea verlebte ihre übrigen Tage unter den Sippen des Dugor Harog, pflegte den Mohn, den Riaplot ihr als Zeichen seiner Gunst geschenkt hatte und ihre Nachkommen pflegen ihn noch heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geburt von Sommer und Winter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Vorzeit von den Stämmen Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im ersten oder zweiten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Anna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist die Geschichte von der Geburt von Winter und Sommer. So habe ich sie von meiner Großmutter gehört und so erzähle ich sie euch, meine Kindeskinder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Zeit als die Stämme Ischans und Natans sich entzweit hatten, tränkten Flüsse von Blut Riaplots Leib. Die Leben der Menschen und ihre ganze Kraft, viel zu früh vergossen und noch heiß und brodelnd sank tief in den Schoß des großen und herrlichen Gottes und ihm entsprang eine goldene Schlange, so heiß und so schön wie Riasions Auge. Ihr Name war Evörr und wohin sie auch ging, wurde das Land fruchtbar und alles wuchs und gedieh um sie. Doch war das Blut aus dem sie geboren war, zu heiß vom Kampfe. Wenn sie länger an einem Ort verweilte, wurde aus Fülle Dürre und aus Leidenschaft Raserei. So zog sie rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ständige Sterben der Menschen füllte auch Riadugoras Hallen mit dem kühlen Hauch der Seelen. Ihre Winde wurden nie müde, die Toten herbeizubringen. Ein solches Brausen herrschte in den Gewölben der Unterwelt, dass die Toten keine Ruhe finden konnten. So legte sich Riadugora also nieder und gebar eine silberne Schlange, so kalt und so schön wie Riasinas Auge. Sein Name war Jardo und wohin er auch ging, brachte er Ruhe und Andacht. Doch die Kälte des Todes und die neugewonnene Macht der Winde waren zu stark. Wenn er länger an einem Ort verweilte, wurde aus Ruhe Starre und aus Andacht Untätigkeit. So zog er rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages begegneten sich Jardo und Evörr auf ihrer nie enden wollenden Reise. Die Liebe zwischen ihnen war bereits groß, als ihre Blicke sich trafen und sie wuchs mit jedem Tag. Von nun an wandelten sie gemeinsam und wohin auch immer sie gingen, blühte und grünte es und die Erde verschenkte ihre Gaben so bereitwillig wie zu den Zeiten vor dem Bruderkrieg. Als Riaplot dies sah, weinte er, denn er liebte seine Tochter sehr. Noch größer aber als seine Liebe war sein Zorn gegenüber den Menschen, sodass er Riason bat, Jardo und Evörr auf immer zu trennen. Riason kam dieser Bitte schweren Herzens nach, denn auch er erfreute sich an der Harmonie der beiden Liebenden. In seiner Weisheit kettete er Evörr an die Sonne und Jardo an den Mond. Wenn Götter und Menschen versöhnt sind und die ewige Tagnacht herrscht, werden auch die Kinder von Erde und Wind wieder zueinanderfinden. Bis dahin werden wir heiße Sommer und kalte Winter haben und besonders die Winter werden Riaplots Geschöpfen Mühe bereiten, denn Jardo ist nicht leicht versöhnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Yerig-Baum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Im südlichen Längstal mündlich überliefert seit einer Zeit, in der die Vergessene Sprache schon vergessen war und in der die Nurynaische Sippe schon Yergigar besaß, erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des zweiten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Franziska''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Zahl Menschen in Arbons grünen Auen noch gering war und man noch Tage wandern konnte, ohne den Rauch eines wärmenden Feuers zu sichten, lebte ein Jäger, dessen Name Yerig war. Er war der Sohn einer starken Sippe, Vater gesunder Kinder und seine Jagdkunst ward viel gelobt. Und war er auch ein götterfürchtiger Mann, dankte den Göttern jeden Morgen und jeden Abend, brachte Opfer zu den Hohen Tagen und nach jeder Geburt eines Kindes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gab es ein Jahr, als das Vieh in den Wäldern wenig wurde und Yerig weite Wege und lange Tage laufen musste, bis er Wild legen konnte. Er fand sich in ungekannten Weiten, als er schließlich in der Ferne einen Hirsch zu sehen glaubte. So versessen auf die nahe Beute, blieb er blind für die Gefahr und hörte das Gebrüll des Bären, bevor er ihn sah. „Oh ihr Götter, lasst Gnade walten! Wendet des Bären tödliche Pranke ab!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär holte aus und schlug den Jäger nieder, seine Glieder brachen und sein Körper ging zwischen den Gräsern nieder. Mit dem letzten Atem sprach er an die Götter: „Ihr Großen und Herrlichen! Habe ich euch nicht geehrt? Habe ich nicht jeden Morgen und jeden Abend eure Namen gepriesen, euch gegeben von meinen Gütern, was ich entbehren konnte und nicht für jedes Kind mit Opfer gedankt? Habe ich nicht gelebt, wie es ein ehrfürchtiger Mann nur kann? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass mein Körper, der eben noch den Hirsch mit einem Schuss zu töten vermochte, nun hier geschunden liegt und ich das Leben verliere fern von der Heimat und der Sippe? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass die Tiere mich fressen werden anstatt einer würdigen Bestattung neben meinen Ahnen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er nicht mehr sprach zogen die Wolken über der Ebene zusammen, der Himmel wurde dunkel und er vernahm die Stimme Riadoguras, die zu ihm sprach: „Was maßt es du dir an, einzelner Sterblicher, zu zweifeln an den Göttern und nicht zu danken, was dir gegeben ward! In eine ehrwürdige Sippe wurdest du geboren, einen starken Arm ließen wir dir wachsen, einem fruchtbaren Weib wurdest du gegeben und die dir geborenen Kinder ehrten dich. Willst du zweifeln, dass dies die rechte Zeit sei in meine Hallen einzukehren? So sei dir noch weitere Zeit auf dieser Erde gegeben. Dein Körper soll weilen auf diesem Fleck, so dass du Zeit hast, über deine Worte zu sinnen. Ein Baum sollst du werden und zu unseren Ehren sollst du wachsen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erkannte der Jäger die Schande seiner Worte. „So will ich tun, wie mir befohlen, und in ehrfurchtsvoller Arbeit meine Tage verbringen, wie die Götter es bestimmten.“ Und seine Knochen wurzelten tief in die Erde und zogen mit aller Kraft Riaplots Geschenk des Lebens in sich auf. Und aus seinen Lenden wuchs ein Spross gen Himmel, der sich an Riasions Geschenk der Sonnenstrahlen wärmte. „Groß will ich werden und Blätter und Früchte tragen, tief verwurzelt will ich sein und meine Haut stark wie Stein. Zu Ehren der Götter will ich jeden Tag wachsen und danken für mein Leben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, und der Baum wurde stark und seine grüne Krone immer dichter. In den Ästen des Baumes ließen sich die Vögel des Himmels nieder und bauten ihre Nester. Kriechtiere bauten ihre Höhlen zwischen den Wurzeln und der einsame Wanderer fand Schatten unter seinem Blätterdach. So zog der Sommer voran und der Baum brachte hart arbeitend Früchte hervor, saftig waren sie, und wurden röter von Tag zu Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voller Stolz mühte der Baum sich, sie immer größer und saftiger werden zu lassen, da begannen die Vögel bereits, die Früchte zu fressen und die vorbeiziehenden Wanderer zu pflücken, was sie tragen konnten. Da wurde der Baum betrübt und rief zu den Göttern: „Seht ihr großen Götter, getan habe ich, was mir befohlen ward. Gearbeitet habe ich jeden Tag und der Erde abgetrotzt, was ich konnte. All die Mühe habe ich in diese Früchte gesteckt und nun sollen die faulen Vögel sie fressen? Soll jeder Dahergelaufene einfach sich den Wanst mit meinem Tagewerk vollstopfen dürfen, ohne den Finger dafür krümmen zu müssen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sprach Riaplot aus der Erde und den Pflanzen zu ihm: „Sterblicher, ein zweites Mal schon beklagst du dein Schicksal, obwohl die Götter dir mit vollen Händen geben! Wärmte die Sonne dich nicht durch Frühling und Sommer? Gab ich dir nicht aus der Erde all die Kraft, die zu brauchtest? Und stillte der Regen nicht deinen Durst alle Tage? Geize nicht mit deinen Früchten, was bringt es dir, wenn sie an deinen Ästen faulen? Ein Mensch bist du nicht mehr, die Früchte sind für andere.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder erkannte der Baum Yerig seine Fehlerhaftigkeit: „Große Götter, ich danke euch abermals und bitte um Vergebung. Meiner Arbeit Früchte will ich geben, wer sie verlangt, auf dass sie einem anderen nutzen.“ Als dann die letzte Frucht gepflückt war, wollte der Baum noch immer nicht ruhen. Denn Arbeit war es, was die Götter den Sterblichen auferlegt hatten. Und so begann er sein Antlitz in prächtigen Farben zu schmücken. In Rot und Gold ließ er seine Blätter strahlen, auf dass von weit her seine prächtige Krone zu sehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch das prächtige Farbenspiel lockte die Kinder Riadugoras, die Winde: „Sie an, welch schönes Spielzeug! In Rot und Gold ist es aufgemacht!“ - „Lass uns hineinfahren in die Krone und sehen wie die Blätter fliegen!“ Und die wilden Winde fuhren in das Blätterdach, zupften an jedem Ast die Blätter und tanzten wild mit ihnen im Kreise. Doch unbeständig wie die Windeskinder sind, ließen sie ihr Spielzeug alsbald fallen, nur um am nächsten Tage noch einmal zurückzukehren und neues Blattwerk zu zupfen. Wie der Baum Yerig so seine Arbeit zu Boden gleiten sah, würde er traurig und rief die Götter ein drittes Mal an: „Seht ihr Großen, wieder habe ich getan, wie mir geheißen, Mühe und Fleiß in meine Arbeit gesteckt. Doch wie lohnen es mir die Winde? Sie zerreißen mein prächtiges Haupt und lassen die Fetzen arglos am Boden liegen!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wieder zogen die Wolken zusammen und aus ihrer grauen Mitte spricht Riadugoras Stimme: „Sterblicher wieder zweifelst du an uns. Doch was maßt du es dir an, dich zu schmücken in prächtigen Farben? Der eitle Tand steht dir nicht zu, so tragen die Winde ihn fort. Und auch ist es Zeit für dich, die Arbeit ruhen zu lassen. Was dem Mensch der Tag, ist dem Baum das Jahr. Und so wie der Mensch abends seine Glieder zur Ruhe bettet, ist es Zeit für dich, alle Anstrengungen sein zu lassen und über den Winter zu träumen. Doch fürchte dich nicht: Riaranjoscha wird eine Decke aus Schnee über dich breiten, auf dass du im Frühling die Arbeit erneut wirst aufnehmen können.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Schnee aber gefallen war, ächzte der Yerig schwer unter dem Gewicht, schüttelte sich und warf ihn zornig hinfort. Noch ehe er aber diesmal ein Wort des Undankes sprechen konnte, fuhr ein Blitz in ihn ein, fällte ihn und verbrannte ihn zu Asche. Und da die Götter nun lange keine Klage mehr von Yerig hörten, erbarmten sie sich zum nächsten Frühjahr und ließen aus seiner Asche neunundvierzig Blumen spießen. Sie weilten in einem glücklichen, unbeschwerten Leben, tranken Riaranjoschas Wasser, wärmten sich unter Riasions Angesicht, speisten von Riaplots Gaben, vermehrten sich, um am Ende in Riadugoras hütende Arme zu sinken. Sie lebten nur um zu leben in Göttlichem Frieden. Und wie es war, so hatten die Götter ihre Freude daran, denn es war ihr Wille, weil sie es gemacht hatten wie es war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wie der Schnee entstand ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der glänzenden Sonne im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war wohl zu Zeiten des heiligen Timor - weder die Ältesten und Weisesten können dies jedoch mit Sicherheit sagen - dass am letzten Tag, bevor der erste grüne Halm des Frühlings in der Steppe spross und sich Jardo für den nahenden Frühling von Riaplots Angesicht verabschieden musste, er drei Schwestern erblickte, die in der Steppe ihre Stuten molken. Die Frauen gefielen ihm gut und so beschloss er, sich mit ihnen den letzten Tag vor seinem Abschied zu versüßen. In Schlangengestalt kroch er über die Wiese und nacheinander kroch er unter die Röcke aller drei.&lt;br /&gt;
Die drei Schwestern, von denen keine verheiratet war, fanden sich nun bald schwanger und danken den Göttern für das Zeichen ihrer Fruchtbarkeit. Später im Jahr, in der Nacht des ersten schweren Wintersturmes gebaren alle drei ihre Söhne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die große und herrliche Riadugora sah dies und wurde zornig. „Es soll nicht sein, dass mein Sohn, der Gefährte der Nacht, sich mit Sterblichen paart!“ Riadugora ließ die Nächte länger und finsterer als je zuvor werden. Vieh verirrte sich in der Dunkelheit und erfror und die Menschen bekamen Angst und trauten sich bald nicht mehr vor die eigene Tür.&lt;br /&gt;
Die Mutter der Schwestern erschrak, denn sie erkannte dies als Zeichen des Zorns der Göttin und riet ihren Töchtern: Ihr müsst euch der Allverzeihenden stellen, wenn sie es will von Angesicht zu Angesicht, und zwar heute, denn dem Zögernden wird nur zögerlich verziehen.&lt;br /&gt;
Die Schwestern fassten sich ein Herz und ritten hinaus in die Steppe zum Geisterhügel. Nach Sonnenuntergang riefen sie ihre Ahnen um Beistand an und boten der großen und herrlichen Riadugora ihr letztes Vieh als Opfergabe. Sie warteten beharrlich in der bitteren Kälte, bereit zu geben, was die Herrin des Atems ihnen nehmen wollte. Die Allverzeihende legte ihre Stirrn in tiefe Falten: Sie sah die Verzweiflung doch sah sie auch den Mut und die Aufrichtigkeit des Opfers. Die Schwestern harrten bis zum Morgen aus, und die Allverzeihende beschloss schließlich, dass sie den Frauen nicht das Leben nehmen wollte, und so verwandelte sie die Schwestern in drei schwarze Falken.&lt;br /&gt;
Um zu verschleiern, wo ihre Seelen wandelten rief sie mit ihrer Schwester viele Nebelgeister zu sich und schickte sie in einer wilden Jagd über die Steppe, um ihren Sohn irrezuführen. Im Federkleid kehren die Schwestern vor Jardos Augen verborgen zu ihrer Sippe zurück, mit Falkenaugen wachten sie über ihr Heim, und mit ihren scharfen Klauen jagten sie fortan für ihre Kinder, die nie wieder Hunger hatten. Als die jungen Söhne herangewachsen waren, wurden sie zu großen Jägern und ihre Sippe groß und fruchtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jardo wurde traurig, dass seine Mutter die Mütter seiner Kinder in der Kälte sterben lassen hatte und mit Hilfe ihrer Schwester ihre Seelen zu rastlosen Nebelgeistern gemacht hatte. In der Tat wurde er wütend, dass seine allverzeihende Mutter so unversöhnlich gegenüber seinen Kindern war und grausam zur alten Großmutter, die mit gebeugtem Rücken und trüben Augen weder Vieh hüten noch den Acker bestellen konnte. Alt wie sie war, hätte sie vor ihren Töchtern sterben sollen, doch nun musste sie noch die Kindeskinder ernähren.  Er sann auf eine List um die grausame Tat seiner Mutter zu mildern. Lange saß er auf einem grauen Stein und grübelte, doch es wollte ihm nicht gelingen. Während er saß und grübelte, begann er, Wollflusen aus seinem Mantel zu rupfen und je mehr er nachdachte, desto mehr rupfte er Fussel aus. Diese Flusen fielen hell auf Riaplots Antlitz und wie er so dasaß und grübelte und rupfte, wurde die Erde ganz davon bedeckt. Die Decke vervielfachte in der Nacht das Licht Riasinas und der Sterne, und die Menschen schöpften neuen Mut.&lt;br /&gt;
Riadugora blieb es nicht verborgen, dass ihr Sohn wütend gegen sie war, doch lächelte sie und befahl ihren Windgeistern, nun eine Weile zu ruhen. So blieben die Spuren von verirrtem Vieh noch lange bestehen, sodass kein Hirte mehr lange nach einem verlorenen Schaf suchen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aynur, die Schäferin ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Kloster des Heiligen Danason Anfang des fünften Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Tobias''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früh im Sommer war eine junge Schäferin bei den Herden der Sippe, saß vor Ihrer Jurte und flickte gerade ihr Zaumzeug. Aus dem halbhohen Gras tapste ein Murmeltier auf sie zu, blieb vor ihr stehen und sprach sie an. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Das Murmeltier lief in die Jurte, trank Wasser und aß etwas von dem Brot mit Kümmel. Es erzählte der Schäferin von Wiesen mit süßen Kräutern und den Träumen die es im Winter geträumt hatte, bedankte sich und machte sich wieder davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später im Sommer, die Nächte waren inzwischen frei von Frost, bekam die Schäferin erneut Besuch. Eine Gazelle trat vor die Jurte hin und fragte: &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe.&lt;br /&gt;
Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Nach dieser freundlichen Einladung rief die Gazelle ihr Junges aus dem hohen Gras und beide betraten die Jurte. Das Junge sprang in der Jurte über alle Kissen und Kisten, sie aßen und tranken und hatten einen vergnüglichen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Tage vergingen, es war schon beinahe Abend, da trottete ein Dachs auf die Jurte zu. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Der Dachs brummte zuerst etwas missmutig vor sich hin, nahm die Einladung aber doch an. Er nahm gerne von dem Trockenfleisch der Schäferin und davon durstig geworden noch mehr vom Wein, den sie ihm anbot. Mehr als ein bisschen betrunken sang er ihr alle Leider vor, die er kannte und schlief am Feuer ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lauf des Sommers besuchten weitere Tiere der Steppe die junge Schäferin. Eine Schlange verbrachte die Nacht um das Herdfeuer geringelt und deutete ihre Träume, ein stolzer Hirsch lief mit ihr und ihrem Pferd um die Wette, von den hohen Gipfeln kam ein Adler zu ihr herab, der ihr Geschichten von jenseits der Berge erzählte und einer der wilden Esel trug sie, nachdem sie ihn zu Gast geladen hatte auf seinem Rücken zu einem versteckten Wasserloch, das sie bis dahin noch nicht gekannt hatte. Ihnen allen stellte sich Aynur vor und sie alle lud sie zu Gast. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende des Sommers, die Nächte waren schon viel länger geworden und der Herbst färbte das Land hörte die junge Schäferin ein heulen das nicht der Wind war. Sie löschte das Feuer in der Jurte, trieb die Schafe ein gutes Stück weit weg und gürtete sich mit dem langen Messer. Zurück an der Jurte setzte sie sich vor den Eingang und wartete.&lt;br /&gt;
Es wollte schon fast Nacht werden, als ein großer grauer Wolf vor sie hintrat. Seine gelben Augen leuchteten über den elfenbeinweißen Zähnen. Er knurrte leise. &amp;quot;Ein Menschenkind... Was machst du denn ganz alleine in der weiten Steppe?&amp;quot;&lt;br /&gt;
Aynur antwortete ihm: &amp;quot;Ich hüte meinem Vater die Jurte, er ist beim ersten Morgengrauen fort auf die Jagd, das ist sein Handwerk. Das Feuer in der Jurte ist leider ausgegangen, aber du kannst gerne auf ihn warten, damit er es wieder entzündet. Ich erwarte ihn jeden Moment!&amp;quot; &lt;br /&gt;
&amp;quot;Oh, keine Umstände meinethalben, Ich muss fort, ich habe dringende Geschäfte zu erledigen...&amp;quot; antwortete der Wolf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jedermanns Bruder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Stämmen Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst, vor langer, langer Zeit, als Riasina ihre Herde zu sich rief und ihr Antlitz vor den Menschen verschleierte, kam es zu den Ereignissen, von denen ich euch nun berichten will. Bei dieser Mondfinsternis nämlich, gelang es Jardo, dem Gefährten der Nacht, sich aus den silbernen Ketten des Wissens zu befreien, mit denen er an Riasinas Thron gekettet ist, seit Anbeginn von Tag und Nacht. Was folgte nun, da der Herr von Frost und Schnee nun frei war, zu tun, was er wollte? Überzog er alles mit Kälte und der unsichtbaren Macht seiner Mutter? Machte er sich auf den Weg, endlich seine Geliebte zu erreichen, nach der er sich so viele Menschenalter schon sehnte? Nichts von Alledem! Die Menschen bemerkten sein Fehlen erst gar nicht und erfreuten sich an einem langen, warmen Sommer. Der Sommer hatte das Korn reifen lassen, doch die Früchte an den Bäumen verdorrten, ehe sie reif wurden. Und das, was den Menschen von der Ernte übrigblieb, wurde von Fliegen heimgesucht. Niemand konnte mehr ruhig schlafen, so viele Plagegeister hielten die Menschen nachts wach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bauer, der sein Haus am Fluß hatte, besah sich seine Felder, seinen Speicher und sein Haus, wo es von Fliegen und Schnaken nur so wimmelte, und sprach: „Dank sei dir Riaplot, doch wie sollen wir nur überleben, wenn unsere Vorräte verderben, noch ehe der weiße Mantel die Erde bedeckt? Wenn er doch nur kommen würde, der Gefährte der Nacht, mit Eis und Schnee, ehe es zu spät ist. Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte nicht nur Sonne. Nicht weit entfernt vom Bauern ging ein Jäger auf die Jagt. Eines Tages hatte der Jäger einen großen Hirsch verfolgt, als ein Unwetter aufzog und ein heftiger Regen ihn überraschte. Er zog einen Pfeil aus dem Köcher und zielte. Doch just in diesem Moment barst sein geliebter Bogen, denn der Regen hatte das Holz aufquellen lassen. Das Wasser klatschte und prasselte ihm nur so ins Gesicht, dass er bald rein gar nichts mehr sah und als er schließlich nach Hause kam, goss er ganze Bäche aus seinen Stiefeln. Der Hirsch war unterdessen in den Wald zurückgesprungen. Da rief der Jäger: „Wie soll ich nur jagen? Was wird aus mir? Bei diesem Regen muss ich mir bald eine Angel bauen und ein Netz knüpfen und auf die Pirsch gehen nach Hirsch-Fischen und Reh-Fischen! Wie glücklich wäre ich, wenn der Gefährte der Nacht die Blätter von den Bäumen fegen und mir ein paar schöne frost-klare Nächte bescheren könnte! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte den Menschen viele saftige Weidegründe. Und so trieben die Hirten im Tal ihre Herden immer weiter und weiter. Doch die Mutter der Hirtensippe blieb allein zurück. Als die Zeit für die Herbstnächte immer näher rückte, sorgte sie sich sehr, denn noch war keines ihrer Kinder an das Herdfeuer ihres Heims zurückgekehrt. Die alte Frau rief: „Was wird nur aus mir altem Weib! Vor Sorge kann ich nicht schlafen und vor Einsamkeit werde ich noch ganz krank! Hilf mir, Gefährte der Nacht, und weise meinen Kindern den Weg zurück an mein Feuer! Dort wollen wir das Ende des Sommers feiern und dich preisen! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Landauf und landab im ganzen Tal riefen die Menschen bald: „Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
All dies Rufen und Bitten hörte Jardo und beschloss, in die Heime derer einzukehren, die so flehentlich um seine Hilfe baten. Er kehrte ein in das Haus des Bauern, brachte alle Fliegen und Schnaken zum Schweigen, sodass die Vorräte nicht verdarben und der Bauer nach langer Zeit endlich wieder ruhig schlafen konnte. Er fegte die Blätter von den Bäumen und brachte frostige Nächte, in denen der Jäger mit reicher Beute von der Jagt heimkehrte. Er geleitete mit eiskaltem Westwind und Raureif die Hirten zurück zu ihrem Heim, wo sie zum Festessen mit ihrer Mutter fette Schafe schlachteten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wanderer ging er in den Häusern und Jurten ein und aus und zu den Menschen sprach er: &lt;br /&gt;
„Ihr habt mich in euer Heim gerufen. Nun, hier bin ich, bereit zu bleiben und zu geben, was ihr so lange vermisst habt. Doch habe ich drei Bedingungen: Jedem, der an eurer Tür Gastrecht erbittet, dem sollt ihr es gewähren! Bruder sollt ihr mich nun nennen, wenn ich in eurem Heim wohne! Und die Vögel, die füttert nicht vor eurer Tür, sondern dort, wo ihr auch euer Vieh füttert! Und ganz besonders die Eule, die nachts durchs Fenster schaut, die sollt ihr vertreiben, denn sie erspäht für die mächtige Riadugora die Seelen, die sie bald holen kommen will! Verriegelt die Fenster, dass sie eure Kinder in ihren Betten nicht zu lange ansieht!“&lt;br /&gt;
So verging die Zeit, in der der Gefährte der Nacht in den Häusern ein und aus ging. In den kurzen Tagen zehrten die Menschen von ihren Vorräten und fütterten ihr Vieh. Die wenigen Vögel, die sich an den Resten vom Viehfutter und Brotkrumen gütlich taten, hielten sie von ihren Türschwellen fern. Nachts kamen sie um die niedrig brennenden Herdfeuer zusammen, um zu erzählen. Sie hießen Gäste willkommen und waren froh und glücklich, Jedermanns Bruder in ihrer Mitte zu wissen. So vergingen Tag um Tag und Nacht um Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Große und Herrliche Riasina hatte sich derweil ihre Herde genug besehen, warf den Schleier ab und begab sich zu ihrem silbernen Thron, um ihre Reise fortzusetzen. Doch was fand sie dort? Leere Ketten und keine Spur der silbern gefiederten Schlange! Mit den geborstenen Ketten ging sie zu ihrer Schwester, damit sie ihr helfen könnte, den Flüchtigen zu finden. Die Allverzeihende kniff die Augen zusammen und siehe da: enddeckte sie Spuren ihres Sohnes im Tal zwischen den zwei Flüssen. So schickte sie ihre Vögel um Ausschau nach Jardo zu halten. besonders ihre alte treue Eule ließ sich nachts still und unentdeckt in den Bäumen nahe der Häuser nieder, um durch die Fenster zu spähen und zwischen all den Menschen den Sohn ihrer Gebieterin ausfindig zu machen. Doch es wollte ihr bei dem dichten Gewimmel an Menschen in den Häusern nicht gelingen. Tapfer saß sie Nacht um Nacht still ohne ein einziges, leises „Schuhu“ auf ihrem Baum und spitzte die Ohren. Doch hörte sie die Menschen sich untereinander nur Bruder nennen. &lt;br /&gt;
Bald enddeckte sie manch ein Vater auf ihrem Baum und begann, Steine auf sie zu werfen und sie mit den Worten zu verscheuchen: „Fort mit dir, wag es ja nicht, meine Kinder anzusehen, wie sie in ihren Betten schlafen!“&lt;br /&gt;
Das machte die alte, weise Eule stutzig. Hatten die Menschen sie nicht immer freundlich begrüßt, wenn sie auf einem Baum neben dem Haus saß, durch die Fenster die schlafenden Kinder besah und ihnen durch ihr „Schuhu“ gute Träume brachte? Hatte nicht manch eine Mutter nachts das Fenster offengelassen oder war gar mit einem weinenden Kind im Arm vor die Türe gegangen, damit es sich beruhigte und einschlief? &lt;br /&gt;
Sie flog heim zu ihrer Gebieterin und berichtete von all dem was sie gehört und gesehen hatte. Die Allverzeihende ahnte, was geschehen war. Ihr Sohn weilte unter den Sterblichen und verweilte zwischen ihnen, um sich seiner Pflicht zu entziehen. Und so schickte sie die Eule zurück zu den Menschen mit einer List.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Tal zwischen den zwei Flüssen wurden derweil die Nächte immer länger und kälter, jetzt, da Jedermanns Bruder bei den Menschen eingezogen war. Der Bauer besah sich seinen leeren Speicher, in dem selbst die Mäuse erfroren waren. Er seufzte: „Wie sollen wir leben, wenn wir bald das Saatgetreide essen müssen?“ Der Jäger kehrte bald immer öfter mit leeren Händen von der Jagt zurück. Denn im tief verschneiten Wald war kaum noch Wild zu finden. Am Herdfeuer der Sippenmutter tranken die Hirten bald nur noch dünnen Tee. Und statt Geschichten und Gelächter hörte man oft nur noch Murren und Zank. Denn mit der Zeit wird, wie wir alle wissen, die Enge Manchem lästig. &lt;br /&gt;
So kam es, dass eines Tages ein Mütterchen aus ihrer Jurte trat und nach ihren Tieren sah. Gerade hatte die Sippe das Abendgebet gehalten, schon stritten drinnen am Feuer ihre Töchter, während ihre Söhne grimmig und stumm in die Glut starrten. &lt;br /&gt;
Da sah sie auf einem Baum die Eule sitzen. Alt wie sie war, hatte sie keine Angst vor ihr. Was Jedermanns Bruder über die Eule sagte, beeindruckte sie nicht sehr. Die Kindeskinder schliefen in diesen Nächten zwar schlecht, es war jedoch keines gestorben und sie selbst hatte schon seit langem ihren Frieden gemacht. Wenn Die, Deren Thron am Ende steht, sie durch ihre Dienerin in ihre Hallen einladen würde, so sollte es eben geschehen.&lt;br /&gt;
„Grüß dich Mütterchen, Schuhu,“ rief die Eule. „Guten Abend, Eule,“ sprach das Mütterchen.&lt;br /&gt;
„Kalt ist es, Schuhu! Alleine hier draußen?“, sagte die Eule.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist Streit, hier draußen ist Frieden. Zu viel Lärm für meine alten Ohren.“&lt;br /&gt;
„Wie kommts? Schuhu,“ &lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder treibt die Leute zusammen und die Zeit wird ihnen lang. Keine Butter im Tee, alle Wolle versponnen, alle Geschichten schon siebenmal erzählt. Dafür teilen wir uns jetzt die Läuse und die Wanzen.“&lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder also, Schuhu! Wer mag er nur sein?“&lt;br /&gt;
„Der Klein-Große, der Dick-Dünne, der Mit-Ohne-Bart, der genau ist es, der bei uns ein und aus geht.“&lt;br /&gt;
„Der ist es also, Schuhu. Man freut sich ja über jeden Besuch. Bei Manchem bei Kommen, bei Manchem beim Abschied, nicht wahr?“&lt;br /&gt;
Die alte Frau lächelte und sagte nichts mehr.&lt;br /&gt;
„Schuhu, komm morgen wieder und bring einen leeren Schlauch mit.“, sagte die Eule und flog davon. &lt;br /&gt;
Am nächsten Abend trat die alte Frau wieder aus ihrer Jurte, ging dahin, wo das Vieh zusammengetrieben worden war und wartete mit einer leeren Ziegenhaut auf die Eule. Als die Sonne ganz untergegangen war, kam sie schließlich geflogen.&lt;br /&gt;
„Schuhu, Mütterchen, siehst du den Stein da? Nimm ihn und schlag die Eisdecke über dem Wasserloch ein, in dem ihr euer Vieh tränkt.“&lt;br /&gt;
Der Stein war schwer, doch gesagt, getan.&lt;br /&gt;
„Schuhu! Nun fülle den Schlauch und nimm eine Hand voll Schlamm vom Grund. Den Schlamm mischst du in den Gerstenbrei zuhause und lässt ihn stehen. Wirst schon sehen, was daraus wird. Und in den Schlauch sollst du jeden Sommer den Saft der reifsten und besten Früchte füllen und ihn aufheben, bis der Sommer vorbei ist. Der Trunk aus diesem Schlauch wird jeden, der davon trinkt, mit der Wärme des Sommers erfüllen. Einer, der vorm Feuer dies hier trinkt, wird offenbaren, ob er nun klein oder groß ist, ob dick oder dünn, ob er einen Bart hat oder keinen. Er wird seinen wahren Bruder Bruder nennen und seine wahre Schwester Schwester. Nun geh zurück in dein Haus.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Feuer schenkte die Frau allen von dem Wasser aus dem Schlauch ein. Doch wie sonderbar roch dieses Wasser! Es roch nach allen Früchten des Feldes, nach grünem Gras, nach Blumen, nach Honig und nach Harz von den Bäumen. Jeder, dem dieser betörende Duft in die Nase stieg, nahm einen tiefen Zug aus dem Becher. Und noch einen. Und noch einen. Eilig schenkte sie nach. Auch Jedermanns Bruder hatte sich am Feuer eingefunden und bereits gierig drei Becher geleert. &lt;br /&gt;
je mehr er trank, desto mehr stieg die Wehmut in ihm auf. Bald erzählte er den Menschen am Feuer von seiner Geliebten und seiner immerwährenden Suche. Er beweinte sein Schicksal, klagte bitterlich darüber, wie er sich in silbernen Ketten auf rastlosen Reisen am Thron der Riasina plagen musste. Der Trank hatte alle Streitereien am Feuer verstummen lassen und es wurde immer stiller. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald begannen sich die Brüder und Schwestern am Feuer aneinander zu lehnen, denn die Glieder waren ihnen schwer geworden. Nur Jedermanns Bruder trank und redete und trank und redete weiter. Schließlich merkte er, wie still es geworden war, erhob sich und trat vor die Tür. Dort setzte er sich auf einen Stein.&lt;br /&gt;
„Ein Bruder draußen allein in der Nacht. Warum nur, Schuhu?“, fragte eine Stimme.&lt;br /&gt;
„Ach, geh doch weg! Was verstehst du schon,“ sagte er.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist ein warmes Feuer und alles schläft und träumt.“&lt;br /&gt;
„Weißt du wer ich bin? Die Nacht ist mir nicht fremd, die Kälte ist mir eigen. Alles war gut bis zu dieser Nacht. Nun zerreißt mich die Sehnsucht, wenn ich den Duft meiner Geliebten rieche, sie schmecke aber sie nicht sehen oder halten kann.“&lt;br /&gt;
So fuhr er fort, bis er schließlich alles gesagt hatte, müde wurde und sich nur noch unter dem Stein verkriechen und ausruhen wollte. Da lag er nun und die weise Eule griff ihn und trug ihn fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das gefiederte Kalb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Kindern Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des vierten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Sebastian''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verstarb die Mutter von drei Töchtern. Der Klugen vererbte sie den Hof, der Willensstarken die Herde und der Geduldigen die magische Spindel, deren Garn nicht endet. So gab sie jeder Tochter ihren Teil und eine jede war zufrieden. In vollem Glück lebten sie gemeinsam, bis auch das Leben ihres Vaters sich dem Ende näherte und er sie an sein Bett rief. Und wie er sie nun zum letzten Mal sah musste er weinen.&lt;br /&gt;
„Weine nicht“, sagte die Willensstarke. „Denn auch nachdem du gestorben bist, werden deine Kinder und Kindeskinder deinen Namen kennen!“ Doch der Vater weinte nur noch mehr.&lt;br /&gt;
„Warum weinst du denn?“ fragte die Kluge. „Was ist es, dass dir keine Ruhe gönnt?“&lt;br /&gt;
„Ach meine Töchter“, sagte der Vater, „Ich versprach eurer Mutter, das Geheimnis ihres wahren Schatzes zu bewahren. Doch wenn ich gestorben bin, wird niemand mehr davon wissen. Dies betrübt mein Herz.“&lt;br /&gt;
Nun verlangten die Kluge und die Willensstarke von ihrem Vater, ihnen vom wahren Schatz der Mutter zu berichten. Nur die Geduldige hielt seine Hand bis er starb. Und kurz vor seinem letzten Atemzug murmelte er ihr sonderbare Worte ins Ohr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Bestattung sittsam verrichtet war, beschuldigte die willensstarke Tochter ihre geduldige Schwester, das Wissen über den Schatz der Mutter vom Vater offenbart bekommen zu haben und Streit brach aus, weil die eine auf dem Vorwurf beharrte und die andere ihn stur von sich wies. Wie das Glück im Haus abnahm, fasste die kluge Schwester sich ein Herz und sprach zuerst mit der Willensstarken.&lt;br /&gt;
„Warum beschuldigst du unsere Schwester, den Schatz unserer Mutter zu verbergen?“ Fragte sie. „Weißt du es nicht mehr? Die letzten Worte unseres Vaters galten ihr. Aber sie verrät uns nicht, was er ihr sagte.“ Entgegnete die willensstarke Schwester.&lt;br /&gt;
„Sie wird dir nichts davon sagen, weil du sie im Zorn gefragt hast.“ Sagte daraufhin die kluge Schwester. „Aber mir wird sie es sagen, wenn ich sie danach frage.“&lt;br /&gt;
So ging sie zur geduldigen Schwester. Anstatt sie nach den letzten Worten des Vaters zu fragen, wollte sie zunächst erfahren, wie denn der Streit begonnen hätte.&lt;br /&gt;
„Unsere Schwester behauptet, Vater hätte mir mit seinen letzten Worten den Schatz verraten und dass ich ihn für mich allein behalten wolle. Das ist nicht wahr! Doch wo sie mich so frech beschuldigt, will ich ihr gar nichts davon sagen. Soll sie doch denken was sie will und an ihrem ungerechten Zorn ersticken, mir wird sie ohnehin nicht glauben.“&lt;br /&gt;
„Mir aber, wenn ich die Worte kenne.“ Sagte da die kluge Schwester. „Bedenke, wenn der Streit zwischen euch nicht endet, wird das über uns alle Unglück bringen.&lt;br /&gt;
Da gab die geduldige Schwester nach und gab die Worte preis: „Es waren die verwirrten Worte der Seele, die schon auf dem Wege ist. Er sagte: Finde das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.“&lt;br /&gt;
Als die kluge Schwester der Willensstarken nun davon berichtete, meinte diese, dass jenes Kalb der Schatz der Mutter sein müsse. Statt sich mit ihrer geduldigen Schwester zu versöhnen, gab sie die Herde ihrer klugen Schwester zur Aufsicht, nahm Bogen und Dolch und zog aus, das gefiederte Kalb zu suchen, das wie die Lerche singt. Der Streit war zwar nicht geschlichtet, wurde aber auch nicht fortgeführt. Also nahm das Glück der Drei wieder zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lang wanderte sie durch die Welt und bestand viele Abenteuer, ohne das wundersame Tier jemals zu finden. Eines Tages, als die Schatten schon lang waren, kam sie zu einem hohen Berg. Obwohl sie ihn sogleich besteigen wollte, wurde sie plötzlich von einer jähen Müdigkeit erfasst. Nachdem ihr Wille mit ihrer Vernunft gerungen und die Vernunft gesiegt hatte, schlug sie ihr Lager auf um zu rasten und ihr Werk am nächsten Tag zu tun.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber keine Fremde war. &lt;br /&gt;
„Oh mein Kind“, sagte sie, „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will den Schatz meiner Mutter finden!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn so sieht der Schatz meiner Mutter aus!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den geraden Weg. Er führt mich auf den Gipfel dieses Berges!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut. Der Rücken dieses Berges ist von Gier bewaldet und in seinen Tälern fließt Verschwendung. Hier zeigen die Diebe die Wege, die von den Räubern angelegt wurden. Selbst wenn du nur den geraden Weg verfolgst mag es dennoch sein, dass du dein Ziel verlierst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Nach kurzer Zeit begegnete sie einem starken Mann der behauptete, ihr den Weg zeigen zu wollen. Doch die Schwester dachte sich: Verschweigt er die Gefahr, dann ist er ein Feind. Also kämpfte sie mit ihm und siegte, obwohl er viel stärker war. Sodann zwang sie ihn, ihr einen geraden Weg auf den Gipfel des Berges zu hauen.&lt;br /&gt;
Als sie ihr Ziel schon halb erreicht hatte, begegneten sie einem wunderschönen Mann, der sie freundlich nach ihrem Weg fragte. Doch die Schwester dachte sich: Verschweige ich meine Absicht, so hindert er mich nicht. Also sagte sie ihm, dass er ihr schon folgen müsse, um ihren Weg zu kennen. Und obwohl er ihr den blumigsten Wein und die köstlichsten Speisen anbot, wiederstand sie der Versuchung, zu rasten.&lt;br /&gt;
Kurz bevor sie den Gipfel des Berges erreicht hatten, erlahmte ihrem Knecht der Arm und er wollte seinen Dienst nicht länger tun, selbst wenn er geschlagen würde. Da hatte ihr Gefährte auch schon das Lager aufgeschlagen und den Wein und die Speisen bereitet. Da dachte die Schwester sich: Will ich mich nicht im Dickicht verstricken, muss ich darauf warten, dass mein Knecht wieder zu Kräften kommt und rasten. Ich selber aber will nichts von dem kosten, was mir im Wald der Gier angeboten wird.&lt;br /&gt;
Doch während der Rast kam die Nacht und am nächsten Morgen erkannte die Schwester den Wald nicht mehr. Sie konnte sich nicht daran erinnern, welches der gerade Weg auf den Gipfel sein mochte. Sie wollte aber auch ihre Absicht nicht verraten. Daher konnte sie nicht nach der Richtung fragen. So gab sie sich dem Wein, den Speisen und den Männern hin und die Zeit verging und sie vergaß das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod der Mutter vergangen waren und das Glück der beiden verbliebenen Schwestern wieder ab-, wieder zu und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwester zurückgekehrt war, beschloss die Kluge, nach ihr zu suchen. Sie gab der Geduldigen die Aufsicht über den Hof und die Herde und zog in die Welt.&lt;br /&gt;
Nach eiliger Suche erreichte sie den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Alle Diebe und Räuber dort hatte ihre Schwester sich inzwischen unterworfen. In der Hoffnung auf Beute führten sie die Kluge direkt zu ihrer Herrin. Die freute sich sehr über das Wiedersehen mit ihrer Schwester.&lt;br /&gt;
Doch die kluge Schwester sagte: „Sag‘ mir wie es sein kann, dass du deine Schwestern und deine Herde und deine Suche nach dem Schatz unserer Mutter vergessen hast!“&lt;br /&gt;
„Meine Herde habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Und es kümmert mich nicht, denn ich habe jetzt größeren Reichtum. Meine Schwestern hatte ich vergessen, aber ich erinnerte mich dank dir. Und ich will es wiedergutmachen: Geh‘ und bringe unsere Schwester her und lebt mit mir, denn hier wird es uns an nichts fehlen. Das gefiederte Kalb habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Doch glaube ich nicht, dass mehr daran ist als die verwirrten Worte unseres Vaters, die er sprach, als seine Seele schon auf dem Weg gewesen ist.“&lt;br /&gt;
Da merkte die Kluge, dass sie ihre Schwester nur wirklich zurückbekommen würde, wenn sie das gefiederte Kalb fände. Also ging sie zum Schein auf das Angebot ein und bat um einen Knecht, der ihr den Weg zeigen sollte. Diesen aber wies sie an, sie zum Gipfel zu führen. Und als er diesen Dienst verrichtet hatte, schickte sie ihn fort.&lt;br /&gt;
Auf dem Gipfel des Berges erblickte sie ein prachtvolles Haus. Doch ehe sie sich nähern konnte, wurde sie von rascher Müdigkeit übermannt und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber kein Fremder war. „Oh mein Kind“, sagte sie. „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will meine Schwester zurück!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn wenn wir uns den wahren Schatz unserer Mutter teilen, werden ihre falschen Reichtümer sie nicht mehr blenden!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den schnellen Weg. Er führt mich hinter die Türen dieses Hauses!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut, denn hinter diesen Türen liegt die Schule, deren Dach mit Irrtümern gedeckt und deren Boden mit Fehlern gepflastert ist. Hier lehren die Blinden das Lesen und die Tauben den Gesang. Selbst wenn du nur den kurzen Weg verfolgst, mag es sein, dass du deinen Namen vergisst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Von fern sah sie zwei Dienerinnen mit geschorenen Köpfen, eine blind, die andere taub, wie sie das Tor bewachten. Mit lautlosen Schritten näherte sie sich. Sodann grüßte sie die Taube, die sie ja sehen konnte, ohne Stimme, indem sie nur ihre Lippen bewegte. Die fragte nun die Blinde, was die Fremde denn gesagt habe, doch jene gab mit Zeichen und Gebärden zur Antwort, nichts gehört zu haben und was für eine Fremde das denn sein solle. Da dachte die Taube, sie müsse einem Geist gegenüberstehen und sang einen Zauberspruch, um ihn zu binden. Die kluge Schwester merkte sich jeden Klang davon, doch als Wesen von Fleisch und Blut konnte sie damit nicht gebunden werden. Da fürchtete sich die Taube so sehr, dass sie es nicht wagte, ihr den Weg zu versperren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Mauern lebte sie lange Zeit unter den Blinden und Tauben. Sie mimte, zu ihnen zu gehören und lernte von ihnen: Von den Tauben den Gesang und von den Blinden die Schriften, bis sie Klang und Bedeutung vieler Namen erfahren hatte. Doch weil die Blinden nur Schriften lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch sehen konnten und die Tauben nur Lieder lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch hören konnten, war es unmöglich, von ihnen den wahren Namen des gefiederten Kalbs zu lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wagte sie es, den Geist des Hauses zu beschwören, um ihn nach dem wahren Namen des gefiederten Kalbes zu fragen. Der Geist des Hauses, das mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist, gab der Schwester ohne Zögern Antwort auf ihre Frage und er sprach:&lt;br /&gt;
„Ich kenne das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Sein Name ist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt. Es muss mit glühenden Kohlen gefüttert und mit Blut getränkt werden. Drei können es hüten, aber nur wenn zwei von ihnen tot sind. Es durchschaut alle Lügen, doch es ist davon gelangweilt. Es gleitet durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser. Es gibt drei Wege es zu zähmen aber niemand kann diese Wege erlernen.“&lt;br /&gt;
Da grübelte und grübelte die Schwester über dieses Rätsel und konnte es nicht lösen. Ohne Unterlass suchte sie in den Schriften der Blinden und den Liedern der Tauben nach dem richtigen Hinweis. Und nach langer Zeit erfolgloser Mühen vergaß sie ihren Namen. Fortan hielt sie sich für eine Taube unter Tauben und eine Blinde unter Blinden und hielt die Schule auf dem Gipfel des Berges für ihr Heim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod des Vaters vergangen waren und das Glück der verbliebenen Schwester wieder zu- und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwestern zurückgekehrt waren, fand sie eines Mittags eine Lerche auf dem Zweig des Baumes, unter dem die Kälber Schatten suchen. Und zu ihrem Erstaunen ahmte die Lerche keinen Vogel, sondern eines der Kälber nach, welches sogleich antwortete.&lt;br /&gt;
„Oh wie wunderbar!“ Sagte geduldige Schwester. „Du bist das Kalb, das wie die Lerche singt. Wenn du nun auch noch Federn hättest, hätte ich den letzten Wunsch meines Vaters erfüllt.“&lt;br /&gt;
„Wenn du willst, dass mir Federn wachsen“, antwortete das Kalb, „dann musst du mich mit glühenden Kohlen füttern und mit Blut tränken.“&lt;br /&gt;
Die Schwester gab dem Kalb was es verlangte und tatsächlich fraß es die Kohlen. Doch plötzlich war es ihr, als würde sie selbst die Glut auf der Zunge spüren. Da halfen weder Wasser noch Wein, die Schmerzen wollten erst enden, als das Kalb alles aufgefressen hatte. Und als es das Blut trank, schnürte sich der Schwester die Kehle zu und sie wurde von Mattigkeit und Schwindel erfasst. So sank sie hin und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschienen ihr Mutter und Vater. &lt;br /&gt;
Ihr Vater sprach: „Deine Schwester lebt im Wald der Gier und hat ihr Ziel verloren. Du musst sie retten und heimbringen. Dies soll dein Ziel sein, verliere es nicht!“&lt;br /&gt;
Ihre Mutter sprach: „Deine Schwester lebt unter dem Dach der Irrtümer und hat ihren Namen vergessen. Du musst sie retten und heimbringen. Daran soll dein Name gebunden sein, vergiss ihn nicht!“&lt;br /&gt;
„Wie soll ich das anstellen?“ Fragte die Tochter.&lt;br /&gt;
Und sie sagten: „Beide suchten auf dem rechten Weg, aber nicht zur rechten Zeit. Doch sie werden gefunden werden von dem Tier, das sie nicht finden konnten so wie du es fandst, als du es nicht suchtest.“&lt;br /&gt;
Als sie erwachte hatte das Kalb, das wie die Lerche singt, ein prächtiges weißes Federkleid bekommen. Da wusste die Schwester, was sie zu tun hatte. Doch weil sie fürchtete, sie könnte auf dem Weg ihr Ziel verlieren und ihren Namen vergessen, knotete sie das Garn ihrer magischen Spindel an ihren Herd. Denn sie wusste, dass es nie enden und ihr stets den Weg nach Hause zeigen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf verschlungenen Pfaden trabte das gefiederte Kalb so rasch davon, dass die geduldige Schwester kaum mit ihm Schritt halten konnte. Doch bevor es ihr endgültig entwischte, stach sie ihm die magische Spindel ins Federkleid. Dort blieb sie unablöslich hängen und spann ihr Garn von selbst, sodass die Schwester dem gefiederten Kalb stets auf der Spur blieb, indem sie dem Faden folgte.&lt;br /&gt;
Sie fand es erst wieder an einem Feuer im Wald der Gier. Vorsichtig schlich sie sich heran und beobachtete heimlich aus der Dunkelheit, was dort vor sich ging. Am Feuer wärmte sich, einsam und verraten, ihre Schwester mit verschlissenen Kleidern und zerzaustem Haar. Sie saß zwischen zwei auf Stecken gespießten Köpfen und hatte soeben glühende Kohlen für das gefiederte Kalb aus ihrem Feuer geholt.&lt;br /&gt;
„Wer waren die Zwei, mit deren Köpfen du dein Feuer teilst?“ Fragte das Kalb.&lt;br /&gt;
Da berichtete die willensstarke Schwester. „Dieser war mein Knecht, der mich berauben wollte. Da schlug ich ihm den Kopf ab. Und jener war mein Gefährte, der mich bestehlen wollte. Da schlug ich ihm die Hand ab und als er verblutet war, nahm ich auch ihm den hübschen Kopf.“&lt;br /&gt;
Das Kalb blickte hin und her und überlegte.&lt;br /&gt;
„Du, der Räuber und der Dieb, ihr sollt meine Hirten sein!“&lt;br /&gt;
So sprach es und fraß. Da brüllte die einsame Schwester vor Schmerz. Und als das gefiederte Kalb trank, da fiel sie in einen traumlosen Schlummer.&lt;br /&gt;
Die Geduldige erinnerte sich gut an den Streit mit ihrer Schwester, der ohne Versöhnung geblieben war. Und weil sie sich vor dem wilden Anblick und den blutigen Trophäen fürchtete, wagte sie sich erst jetzt hervor. Sanft bettete sie ihre Schwester und flocht ihr das Haar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“ Fragte sie das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Sie glaubte, über Lügner und Betrüger zu herrschen. Aber sie wurde belogen und betrogen. Gestern dachte sie: Morgen hole ich mir meinen Reichtum zurück. Vorgestern dachte sie: Morgen nehme ich Rache an jenen, die meinem Zorn entgingen. Und am Tag davor dachte sie: Morgen kehre ich heim. So ergeht es jenen, die einen starken Willen, aber kein Ziel mehr haben. Sie wärmen sich jeden Tag an einer anderen Lüge. Heute glaubt deine Schwester, in mir den Schatz eurer Mutter gefunden zu haben. Und sie weiß nichts damit anzufangen. Sie wird mich hüten und denken, dass sie mich von Weide zu Weide treibt, so wie sie es einst gelernt hat. Dann wird sie zweifacher Lüge verfallen sein. Nicht sie treibt mich auf dem Pfad ihrer Wahl, ich locke sie auf meinen Pfad. Und es wird auch nicht der Schatz eurer Mutter sein, den sie hütet. Denn nicht zu sein, was ihr glaubt, dass ich bin, ist meine Natur.“ Dies sprach das Kalb.&lt;br /&gt;
Da erbebte die geduldige Schwester und rief unter Tränen: „Grausam bist du! Für dich haben wir unsere Münder mit Asche und Glut und unsere Hände mit Blut gefüllt. Und wie dankst du es? Bekümmert dich das Unglück nicht, das du über meine Schwester bringst?“&lt;br /&gt;
„Nein.“ Sagte das Kalb ohne Bosheit.&lt;br /&gt;
Da weinte die Geduldige die halbe Nacht und musste erkennen, dass das geheimnisvolle Tier ihre Schwester nicht freigeben würde, es gar nicht konnte, da ihre Mutter und ihr Vater und auch sie selbst sie an das gefiederte Kalb gefesselt hatten. So mühsam war ihr diese Erkenntnis, dass ihre Augen austrockneten wie Flüsse in der regenlosen Zeit. So flüsterte sie: „Der Pfad, auf den du meine Schwester lockst, wohin führt er dich?“&lt;br /&gt;
„Dahin, wohin der Mond mich ruft.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
„Dahin werde ich dir folgen, bis du meine Schwester freigegeben hast.“ Versprach sie.&lt;br /&gt;
„Das kannst du nicht.“ Wandte das Kalb ein.&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Sagte die Geduldige.&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag versteckte sie sich wieder vor ihrer Schwester und wartete ab, bis sie sich mit ihren abgeschlagenen Köpfen auf den Weg machte, das Kalb auf seinen Weiden zu hüten. Obwohl der Berg voller Diebe und Räuber war, wagte niemand, ihren Schatz zu begehren. Denn wenn ein gefiedertes Kalb von Dreien gehütet wird, von denen zwei tot sind, dann wird es unsichtbar. So kam die Willensstarke mit ihrem wundersamen Tier bis auf den Gipfel und ihre geduldige Schwester folgte ihnen unbemerkt am Garn ihrer magischen Spindel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wächter des Tores der Schule auf dem Gipfel des Berges sahen und hörten die Willensstarke schon von fern. Mit ihrem furchtlosen Gang, ihren abgeschlagenen Köpfen und ihrem geflochtenen Haar mussten sie sie für den Boten eines Feindes halten. Darum belegten sie sie mit Worten der Macht und warfen sie in den Kerker. Doch keinem Blinden und keinem Tauben offenbarte sie ihre Gründe noch ihre Absicht. Da war schließlich die Reihe an der klugen Schwester, der Fremden ihr Geheimnis zu entlocken. Die Willensstarke staunte nicht schlecht, als sie ihre Schwester erblickte und feststellen musste, dass sie nicht auf ihren Namen hörte und sich benahm, als spräche sie mit einer Unbekannten. So beschloss sie, der klugen Schwester nicht zu vertrauen und allen Fragen mit Schweigen zu begegnen. Nachdem sie sich zum ersten Mal begegnet waren, ohne dass der Willensstarken ein Wort über die Lippen gekommen war und die Kluge sie endlich allein gelassen hatte, um es ein anderes Mal zu versuchen, fragte sie das gefiederte Kalb: „Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“&lt;br /&gt;
„So ergeht es den Klugen beim Versuch, unlösbare Rätsel zu ergründen. Sie müssen ihren Namen vergessen und wer seinen Namen vergessen hat, erkennt das eigene Blut nicht mehr. In ihrem unermüdlichen Streben, einen Weg zu deiner Befreiung zu erlernen, ist sie nun zu der geworden, die dich gefangen hält. Heute wird sie sogar noch größere Mühen auf sich nehmen als sonst. Denn obwohl ihr Geist dich nicht erkennt, hat dein Gesicht in ihrer Seele eine Erinnerung wachgerufen. Und weil sie auf Fehlern wandelt und Schutz unter Irrtümern sucht, muss sie es missverstehen. Statt dich zu erkennen und zu befreien will sie glauben, kurz vor der Lösung ihres Rätsels zu stehen.“ Erklärte das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Welches Rätsel plagt sie so sehr?“ Begehrte die Willensstarke zu wissen.&lt;br /&gt;
„Das Rätsel meines unaussprechlichen Namens, der dennoch nicht verschwiegen werden kann.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, dass die Kluge tatsächlich einen Verdacht schöpfte. Obwohl sie das gefiederte Kalb nicht sehen konnte, erinnerte sie sich sehr gut an die Worte des Geistes der Schule. Als sie zum zweiten Mal in den Kerker ging, um mit der Gefangenen zu sprechen, nahm sie eine Schale glühender Kohlen und eine Schale Blut mit sich. Die stellte sie vor die Willensstarke hin und wartete wachsam ab, was geschehen möge. Das Kalb fraß und trank und die Kluge brüllte, aber nicht allein vor Schmerzen, sondern auch weil sie darüber frohlockte, der Lösung ihres Rätsels nahe gekommen zu sein wie nie zuvor. Daher webte sie, als sie Müdigkeit verspürte, nur umso rastloser ihr Zaubernetz um das gefiederte Kalb herum. Mit Hilfe aller Geister, die ihr im Himmel, auf der Erde und in der Unterwelt dienstbar waren, verlangte sie vom gefiederten Kalb, es möge ihr seinen wahren Namen preisgeben.&lt;br /&gt;
So sprach das gefiederte Kalb: „Mein Name liegt in vollkommener Offenheit vor dir. Er ist ebenso alt, wie die Verbannung der Götter der Unterwelt schon andauert. Er verleiht Macht über alle Wesen außer mir selbst. Mich selbst aber lässt mein Name nur verschwinden. Denn ich gleite durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser.“ Und mit dieser Antwort entschwand es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Moment, in dem das gefiederte Kalb in die unsichtbare Welt überging, wurde auch die geduldige Schwester unsichtbar und leise wie ein Windhauch. Denn sie berührte das Garn ihrer magischen Spindel und diese steckte ja noch immer im Federkleid des Kalbes, war also mit in die Geisterwelt entschwunden. Auf diese Weise gelang es ihr, an den Wächtern vorbei durch die Gänge der Schule bis in den Kerker zu gelangen. Dort fand sie ihre willensstarke Schwester zunächst allein vor, weil die Kluge sich, von Müdigkeit überwältigt, in ihre Kammer zurückgezogen hatte. Das Garn schien mitten in einer Kerkermauer zu enden, doch als die Geduldige genau hinsah, lauschte und fühlte, da meinte sie, die Lücken zwischen den Steinen wären gerade groß genug, um sich hindurchzwängen zu können. Als sie es bemerkte, hörte sie die Willensstarke nach dem Kalb rufen. „Wohin bist du gegangen? Ich fütterte dich, ich tränkte dich, ich hütete dich ohne Rast selbst noch im finsteren Kerker und wie dankst du es mir? Du bist kein geheimer Schatz, ein Fluch bist du!“ Rief sie.&lt;br /&gt;
Die geduldige Schwester näherte sich dem Ohr der Willensstarken und flüsterte mit verstellter Stimme: „Nicht zu sein, was du glaubst, dass ich bin, ist meine Natur. Ich gehe dahin, wohin der Mond mich ruft. Dann erst offenbare ich meinen Segen. Warte geduldig, bis es soweit ist.“&lt;br /&gt;
„Ach, wenn nur meine geduldige Schwester hier wäre.“ Entgegnete die Willensstarke. „Sie wäre besser geeignet für die Aufgabe, die du mir stellst. Ich verließ sie vor Jahren im Streit. Aber nun wünschte ich, es sei für die Versöhnung nicht zu spät.“&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Lächelte ihre Schwester.&lt;br /&gt;
Da betrat die kluge Schwester zum dritten Mal den Kerker, um ihre Gefangene zu zwingen, ihr das Versteck des gefiederten Kalbes zu zeigen. Denn sie wusste und wollte nicht, dass sie das nicht konnte. Als die Willensstarke dabei zusah, wie die Kluge ihre Zaubermittel bereitete, packte sie das Grauen.&lt;br /&gt;
So brüllte sie ihrer Schwester ins Gesicht: „Schläft denn deine Seele schon, während du noch am Leben bist? Erkennst du deine eigene Schwester nicht?“ Und sie sprach die Kluge mit ihrem Namen an und flehte, dass sie sich erinnern möge.&lt;br /&gt;
Diese zögerte, antwortete dann jedoch: „Ich falle nicht auf deine List herein. Dein Flehen und Fluchen wird dir nichts nützen. Ich gebe dich erst frei von meinem Zwang, wenn du mir das Versteck des gefiederten Kalbes verraten hast.“&lt;br /&gt;
Nun erkannte die geduldige Schwester, dass auch die Kluge dem Bann des wundersamen Tiers verfallen war. Darum flüsterte sie auch ihr zu: „Nur der Mond kennt mein Versteck. Dorthin kannst du mir nicht folgen. Doch bist du nicht ausgezogen, um deine Schwester zurückzuholen nachdem sie sich einst auf die Suche nach dem wahren Schatz eurer Mutter machte? Warte nur noch ein wenig. Wenn ich mein Ziel erreicht habe, dann hast du auch deins erreicht.“ &lt;br /&gt;
Als die Kluge verwirrt innehielt, verlor die Geduldige keine Zeit, band ihr magisches Garn um beide Schwestern und zwängte sich durch die Spalte und Fugen der Kerkermauer.&lt;br /&gt;
So gelangte sie in die unsichtbare Welt, die ihr wie eine mondlose Nacht auf schwarzem Meer unter dem Sternenzelt erschien. Weiter und weiter folgte sie dem Faden hinein, bis sie ein weiß erstrahlendes Schlangenei enddeckte. Klein sah es von Weitem aus, doch als sie es erreicht hatte, da war es sieben Ellen hoch, ohne jede Erhebung oder Kerbe und schöner als alles andere auf der weiten Welt. Verzückt stand das Geheimnistier davor. Kaum noch ein Kalb konnte man es nennen, so sehr war es gewachsen. Eben gerade so groß wie das Ei, aber nur, wenn es sich zusammenrollte.&lt;br /&gt;
„Wie bist du nur so groß geworden?“ Fragte die geduldige Schwester das Kalb.&lt;br /&gt;
„Wer das Unbekannte erblickt, dem erscheint es immer groß.“ Sagte das Kalb.&lt;br /&gt;
„Das habe ich erkannt. Doch obwohl du mich durch unbekannte, gar unsichtbare Lande geführt hast, entstammst du dennoch der Herde meiner Mutter. Dank mir hast du Federn. An das Garn meiner magischen Spindel bist du gebunden. Mit deiner Lerchenstimme sprach ich zu meinen Schwestern. Und ich habe den Ort gesehen, an den der Mond dich ruft. Ich kenne dich. Du bist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt und dein Name ist das Geheimnis.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„Ja, so ist es.“ Sagte das Geheimnistier. „Dennoch muss ich gehen, denn in dem Ei verborgen ist meine wahre Herde. Darum biete ich dir diesen Handel an: Jetzt ist die Stunde, in der die Herrin des Wissens ein weiteres Geheimnis verschließt. In der Welt der Sterblichen verfinstert sich der Mond. Nur jetzt ist es möglich, eines wieder herauszuholen. Und unter meinen hundert und tausend Geschwistertieren ist auch der wahre Schatz deiner Mutter. Schneide dein Garn ab und zum Lohn zeige ich ihn dir, auf dass du ihn herausholen kannst.“&lt;br /&gt;
„Nicht diesen Handel will ich mit dir schließen. Mein Name ist an ein anderes Ziel gebunden. Zerschneide ich meinen Faden, muss ich für immer in der Geisterwelt bleiben. Was nützt mir selbst das schönste Geheimnis hier, am schönsten aller Orte? Ich will dich ziehen lassen. Im Austausch will ich nur eine Feder deines Kleides.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„So ist es gesprochen und so soll es auch geschehen.“ Sagte das Geheimnistier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wandte die Geduldige sich ab von dem Ei und kehrte zu ihren Schwestern zurück. Sie sagte ihnen, dass der wahre Schatz ihrer Mutter die Gemeinschaft ihrer Töchter sei. Und weil die Geduldige eine Feder des Geheimnistiers im Haar trug, glaubten sie ihr. Also kehrten sie, nicht ohne Mühen und Gefahren, doch geleitet vom magischen Garn, nach Hause zurück. Dort erinnerten sie sich an glückliche gemeinsame Tage, versöhnten sich und ehrten Mutter und Vater.&lt;br /&gt;
Die Willensstarke hatte nie mehr das Gefühl, eine große Herde zu besitzen. Nach all ihren Erlebnissen kam ihr Erbe ihr klein und bescheiden vor. Auch die Kluge musste für den Rest ihres Lebens von Zeit zu Zeit an ihren Namen erinnert werden und verirrte sich zuweilen gar in ihrem eigenen Hof. Und die Geduldige dachte, wann immer sie eine Blume sah oder die Vögel an einem Frühlingsmorgen hörte, dass diese Dinge sehr gewöhnlich waren, nur ein blasser Abglanz göttlicher Schönheit. Doch die Drei suchten sich gute Männer, hatten viele Kinder und lehrten sie, stark im Willen, klug im Handeln und geduldig in ihren Werken zu sein. Sie erzählten ihnen die Geschichte vom gefiederten Kalb und dem wahren Schatz ihrer Mutter. Nur einen kleinen Teil verschwiegen sie: Keiner der Drei kam jemals ein Wort vom Garn der magischen Spindel über die Lippen. So geriet es mit den Jahren in Vergessenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag sein, dass ihr Haus inzwischen verfallen und ihre Nachkommen über die weite Welt verstreut sind. Doch das Garn von der magischen Spindel ist noch immer fest verknotet an der Stelle, wo einst das Herdfeuer brannte. Es führt hinauf auf den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Auf verschlungenen Pfaden führt es bis zu seinem Gipfel. Scheinbar nur endet es im Kerker der Schule, die mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist. Doch nur scheinbar: Tatsächlich aber geht es in die unsichtbare Welt über. Und von dort bis in den Himmel oder in die Unterwelt oder wo auch immer Riasina ihr Schlangenei verbergen mag. Jedes Mal, wenn Sie vom Himmel verschwindet um ein neues Geheimnistier darin zu verstecken, wird das Garn sichtbar für den, der geduldig genug ist um es zu sehen. Wer zudem über genügend Willenskraft und Klugheit verfügt, vermag ihm zu folgen um, wenn es dem Schicksal gefällt, der Göttin des Wissens ein Stück aus ihrer Herde abspenstig zu machen. Alles was dafür vonnöten ist, sind ein paar glühende Kohlen und ein wenig Blut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der glückliche Tagelöhner==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Längstal von Arbon überliefert, niedergeschrieben auf Burg Bärenfels Ende des vierten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Ripoff einer Figurenerzählung aus Fruits Basket von Natsuki Takaya''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war einmal ein Tagelöhner mit einem guten Herz, der frei war, wie er wollte, durch die Welt zu wandern.&lt;br /&gt;
Wenn er hungernden Kindern begegnete, gab er ihnen aus seinem Brotbeutel, bis er nichts mehr hatte. Wenn er frierenden Greisen begegnete, gab er ihnen von seiner Kleidung, bis er nichts mehr hatte. So ging er nackt in den Wald und begegnete einem Troll.&lt;br /&gt;
Die Bestie behauptete, zu frieren und zu hungern und weil der Tagelöhner kein Brot und keine Kleider mehr hatte, willigte er ein, dass der Troll ihn fressen und sich mit seiner Haut bekleiden dürfe. Jener zögerte nicht, fraß sein Fleisch und seine Innereien, bekleidete sich mit Haut und Haar und machte sich Schmuck aus Zähnen und Knochen. Das einzige, was vom Tagelöhner blieb, waren seine beiden glücklichen Augen. Hell und glücklich leuchteten sie, denn er war in dem Wissen gestorben, dass er anderen hatte helfen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Alabasterne Urne ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Erstmals niedergeschrieben im ersten Jahrzehnt auf den Schulen des Ischan. Mündlich in verschiedenen Varianten seit unbekannter Zeit von den Kindern Ischans und Natans sowie vom Kleinen Volk überliefert. Da schon die Figuren der Danasonvita Kernelemente dieser Sage kennen, ist es inzwischen weitestgehend Gelehrtenkonsens, dass die Handlung erst während des Letzten Großen Stammeskrieges in die Epoche des Königreichs von Altgar verlegt wurde und die Urform verloren ist.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Sebastian''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den goldenen Tagen, an der Grenze der Länder von Gar, wurde eines Tages die königliche Jagdgesellschaft so plötzlich von einem Gewitter überrascht, dass sich nicht einmal die Hirtenkinder aus den Grasmeeren daran erinnern konnten, so etwas schon erlebt zu haben. Jung und mutig wie sie war, entfernte sich Prinzessin Bahadur allein, weil sie eine Spur gefunden hatte, die von keinem bekannten Tier stammen konnte. Nachdem es ebenso plötzlich aufgeklart war, folgte sie der Fährte gegen den Wind bis hinunter zum Fluss, wo sie, verborgen im Dickicht, zwei herrliche Windhunde erblickte. Von nicht weniger als sieben Schritten Länge, mit Hufen statt Pfoten, saßen sie friedlich vor einem im Wurzelwerk gefangenen Boot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nun müssen wir ihn verlassen, Bruder.“, sagte traurig der eine Hund. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Aber wäre es nicht schön, wenn Sterbliche ihn fänden und vor Einsamkeit und Hunger, Durst und Kälte bewahrten?“, fügte er noch hinzu.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Ja, das wäre es, Schwester. Diese müssten aber Nachsicht mit seiner Stummheit haben oder, besser noch, wissen, dass er nur sprechen kann, wenn jemand mit Güte im Herzen die alabasterne Urne für ihn offenhält.“, sagte daraufhin der andere.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Besser nicht.“, gab der erste wieder zur Antwort. „Wer davon wüsste und Güte im Herzen hätte, würde am Ende noch den Fehler begehen, den Deckel in einem Raum mit Fenstern oder mit Kamin oder sogar unter offenem Himmel anzuheben. Oder sie könnte die Urne auch für eine zu lange Dauer geöffnet halten. Und dann würde der Tod ihn ereilen.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Da hast du wohl recht.“, sprach der zweite nun. „Aber unsere Sorge darf es nicht länger sein.“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Daraufhin breiteten die Hunde ihre unsichtbaren Flügel aus und flogen davon.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neugierig schlich die Königstochter, die wohl verstanden hatte, dass sie keine geringeren als Donner und Blitz während ihrer Rast belauscht hatte, aus ihrem Versteck. Wer wohl in dem Boot liegen mochte, dass von einem unbekannten Schicksal in ihr Land getrieben worden war? Darin fand sie einen schönen, jungen Mann, auf dessen Brust eine alabasterne Urne ruhte. Vorsichtig nahm sie das schmucklose Gefäß an sich und noch vorsichtiger weckte sie den Schlafenden. Ohne Misstrauen hieß sie ihn willkommen, stellte sich als Bahadur, Tochter der Königin Banubar, vor und fragte, als er nicht antworten konnte, ob er Dasilaryn sei, der Sohn der Himmlischen Hunde. Und als er dankbar lächelnd nickte, gewährte sie ihm das Gastrecht und brachte ihn nach Gar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasilaryn nannten ihn alle am Hofe, denn es schien der rechte Name für ihn zu sein, weil er zu Fuß kaum langsamer war als zu Pferd. Viele verehrten ihn, weil er große Taten im Krieg beging und niemand ihn mit dem Bogen, dem Speer oder dem Schwerte übertraf. Die meisten mochten ihn ob seiner Schönheit, wegen seines Benehmens, das von edler Erziehung zeugte, und weil er mit eigenen Worten niemals jemanden in seiner Rede unterbrach. Aber manchen war seine Gesellschaft auch lästig, da er selber nur mit Gesten sprach. Und einige wenige fürchteten ihn, jene nämlich, denen sein Schweigen die eigenen schlechten Gedanken offenbarte und denen der Neid im Bauche wohnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem Jahr, als man sich an seine Anwesenheit am Königshof gewöhnt hatte und er niemandes Erstaunen mehr weckte, wagte es die Königstochter, ihn heimlich in die tiefen Keller zu führen. Dort, in einem Raum ohne Fenster und ohne Kamin, erzählte sie ihm davon, wie sie ihn gefunden hatte und was die Himmlischen Hunde einander gesagt hatten. Sodann öffnete sie die alabasterne Urne. Nun, endlich, konnte Dasilaryn ihr berichten, was er von seinem Leben noch wusste.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Ich habe den Namen meiner Mutter vergessen und weiß nichts mehr davon, woher ich stamme. Die Himmlischen Hunde waren mir Lehrer und Beschützer, bis meine letzte Prüfung zur Mannwerdung nahte. Ihre Herrin Casyrga erlegte mir auf, in einsamer Nacht ihre Wolkenherde zu hüten. Zunächst fiel mir nicht ein, wie es mir als Sterblichem nur gelingen könnte und fürchtete, ewig ein Junge bleiben zu müssen. Da lehrte mich die Dasilschwester, mit der Kraft des Donners, und der Dasilbruder, mit der Schönheit himmlischen Feuers zu singen. Doch in der Nacht, in der ich meine Stimme erklingen ließ, wie es mir gelehrt worden war, brauste die Sturmgöttin mit solcher Gewalt heran, dass mir schien, ihr Herz müsse zugleich von loderndem Zorn und rasender Liebesbegierde erfüllt sein. Im Schoß der Erde wollte ich mich vergraben, aber es gab kein Entkommen. Tief versenkte sie ihre Krallen in meiner Brust und riss mir die Seele heraus. Ehe ich aber sterben konnte, fingen die himmlischen Hunde meine Seele in einer alabasternen Urne ein. Dunkelheit umfing mich nun, bis meine Augen dein Gesicht erblickten.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von nun an trafen sich Bahadur und Dasilaryn heimlich, wann immer sie es vermochten. Denn sie wagten es nicht, jemandem das Geheimnis der alabasternen Urne preiszugeben. Niemals ließen sie den Deckel länger als eine Stunde in der Nacht geöffnet. Er sang für sie mit der Schönheit himmlischen Feuers, doch weil sie sich stets in fensterlosen Räumen ohne Kamin trafen, konnte seine Stimme nie die Kraft des Donners entfalten, sodass die Casyrga es nicht hören konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Königstochter ein Jahr später schwanger wurde, bat sie ihre Mutter, Dasilaryn heiraten zu dürfen. Diese aber wollte davon nichts wissen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Wenn der Sohn der Windhunde den Namen seiner Mutter nicht weiß, dann kann er auch kein Ahnenglück in unser Haus bringen!“, entschied sie. Und auch Densyn, dem Vater der Königstochter, gelang es nicht, Königin Banubar umzustimmen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Er ist ein guter Mann.“, sprach er im Vertrauen zu seiner Gattin. „Ein heldenhafter Mann, sagen Viele. Den Göttern hat es gefallen, ihm und unserer Tochter ein Kind zu schenken. Wie kannst du da sagen, dass er kein Ahnenglück in unser Haus gebracht hätte?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Die Königin aber gab zur Antwort: „Bis heute mag er uns Glück gebracht haben. Doch ohne seine Vorfahren zu kennen, kann man nicht wissen, ob nicht hinter diesem Glück sich ein verhängnisvolles Schicksal verbirgt. Und ein Mann mag noch so heldenhaft sein, ohne seine Stimme kann er dennoch kein Heer führen. Darum kann unsere Tochter ihn nicht heiraten. Ich sehe aber, dass du ihn sehr liebgewonnen hast. Ich will ihm also sein Vaterrecht gewähren und vor allen den Gefährten der Thronfolgerin nennen.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und so wie die Königin es gesprochen hatte, so sollte es geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königstochter gebar einen Sohn, der ebenso schön war, wie sein Vater und Allen Freude bereitete, weshalb man ihn Dsibay nannte. Nur die Neider am Hofe trübten das Glück im Hause. Denn der Junge blieb geschwisterlos. Obwohl es die Königin nach einer Enkeltochter verlangte, bestimmte sie keinen anderen Mann für Bahadur. Obwohl nach einigen kinderlosen Jahren die Stimmen lauter wurden, die Dasilaryns Vaterschaft bezweifelten und überhaupt in Frage stellten, ob ein stummer Mann wohl fruchtbar sein könne, hielt Königin Banubar es so, als bemerke sie nichts von alledem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der Sitte zog Dsibay schließlich, als er sieben Jahre zählte, mit Dasilaryn in die Wälder, um die Ischanskunst zu lernen. An dem Abend jedoch, an dem er von seinem Vater in die ersten Geheimnisse auf dem Weg zur Mannwerdung eingeweiht werden sollte, fanden die beiden in ihren Schlingen einen sonderbaren, felsgrauen Habicht vor. Diese ungewollte Beute konnte kein gutes Omen sein, weshalb sie sich wuschen, fasteten und zu den Ahnen beteten. In jener Nacht träumte Dasilaryn, dass der Habicht wieder lebendig würde, während er auf die Größe von drei Ochsen heranwuchs und mit der Stimme von achtundneunzig Weibern schrie:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Einst riss ich dir die Seele heraus. Heute nehme ich dein Herz.“ &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vom Zauber der Großen Harpye getroffen verlor Dasilaryn alle Kraft in den Gliedern und konnte nichts dagegen tun, dass sie seinen Sohn bei lebendigem Leibe fraß. Am Morgen, vom Grauen geweckt, ergriff er nur noch die leblosen Schultern seines Kindes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurück in Gar fiel es den Neidern leicht, den Verdacht des Mordes an Dsibay auf seinen stummen Vater zu lenken. Königin Banubar traf, als sie davon hörte, der Schlag und sie starb. Nur ihre Tochter, die ihr am übernächsten Tag auf den Thron folgte, war voll und ganz von Dasilaryns Unschuld überzeugt, da sie als einzige mit ihm darüber sprechen konnte, was wirklich geschehen war. Vor Wut und Trauer erblindet kümmerte sie sich nicht um Rat, um Omen, den Willen der Mutter und den Segen ihres Vaters, sprach ihren Gefährten frei von aller Schuld und heiratete ihn noch bei Dsibays Bestattung. Ihr Vater Densyn aber ertrug es nicht und verfluchte den Mörder seines Enkels, anstatt die sittsamen Gebete zu sprechen. Weder an Unschuld, noch an die Schuld Dasilaryns glaubend, sprach er den Fluch gegen den unbekannten Täter, wer es auch immer gewesen sein mochte. Sodann verließ er den Hof und mit ihm gingen ein Drittel aller Helden und Würdenträger des Königreiches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die junge Königin von Gar Trost bei ihrem Gatten suchte und die alabasterne Urne öffnete, da erklangen nur seine Klagen, Tränen und Verzweiflung, nicht sein himmlischer Gesang. Schon bald bat er sie, die Urne verschlossen zu halten, da er jedes Mal, wenn sie geöffnet wurde, von Neuem erleiden musste, wie sein Herz zerbrach. Weil Bahadur nun keinen Trost mehr finden konnte, pflegte sie ihr Haar und ihren Herd nicht mehr, so dass sich ein Schleier der Trübsal über den ganzen Hof legte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schlimmer aber erging es Densyn. In der Nacht, nachdem er seinen Fluch gesprochen hatte, bettete er sich zum Schlaf. Da setzte sich ein hässliches Scheusal auf seine Brust, schlug ihm ins Gesicht und auf die Hoden, schrie aber immerzu mit der Stimme seines Enkels: „Großvater, Großvater, warum hast du mich an die Rache gefesselt?“ In jeder folgenden Nacht suchte der böse Geist ihn fortan heim und es nützte nur wenig, dass er sich zuweilen zur Besinnungslosigkeit trank oder sich mit Opium benebelte oder dass er Kräuter gegen das Schlafen selbst einnahm. Nacht für Nacht holte ihn der Wahnsinn etwas mehr. Nach und nach begannen die Helden und Würdenträger, die ihm ins Exil gefolgt waren, ihn zu verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine lange Zeit verging, in der Königin Bahadur nach Mitteln und Wegen gegen den Zorn der Casyrga suchte. Doch niemand unter den Weisen und den Kundigen des Landes wusste Rat und selbst die Narren konnten dazu nichts sagen. So schickte sie Reiter in die Fremde, auf dass sie in fernen Landen Hilfe fänden. Schließlich kehrte einer von ihnen heim und berichtete der Königin, dass er weit weg die weise Hexe Batya gefunden hätte, von der man zu berichten wusste, dass sie einst einen Handel mit der Großen Harpye zu schließen fähig gewesen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfüllt von neuer Hoffnung begab sie sich auf die Reise und gelangte schließlich in Batyas Haus. Es blieb ihr zwar keineswegs verborgen, dass die Hexe seit Jahren keinen Gast mehr gesehen haben konnte, aber dennoch wurde sie freundlich empfangen. Während die beiden Frauen den Herd segneten, wie es schon lange nicht mehr geschehen sein konnte, berichtete die Königin von ihren großen Sorgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Casyrga hat meinen Gatten zur Stummheit verflucht. Er kann nur sprechen, wenn ich eine geheime, alabasterne Urne öffne, doch offen bleiben darf sie nicht zu lange, da ihn sonst der Tod ereilt. Deshalb darf ich sie auch nicht in einem Raum mit Fenstern und Kamin oder gar unter freiem Himmel verwenden. Casyrga hat meinen Sohn gefressen und trachtete danach, meinem Mann die Schuld dafür zuzuschieben. Als meine Mutter davon hörte, traf sie der Schlag und mein Vater verließ mich im Streit. Er lebt nun im Exil, wo er vor Einsamkeit langsam dem Wahnsinn verfällt, wie mir berichtet wurde. Mir ist es, als habe Casyrga all mein Glück geraubt und niemand weiß Rat. Daher frage ich dich, weise Hexe, was soll ich nur tun?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Da fragte Batya, wie Königin Bahadur denn zu so einem sonderbaren Mann gekommen sei. Und die Königin gestand:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Ich habe mich selbst mit ihm verheiratet, gegen den Willen von Mutter und Vater.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Da seufzte die Hexe tief und sprach voller Bedauern: „So lang, wie dein Schicksal mit seinem verbunden bleibt, so lang raubt ihr Fluch dir und den Deinen das Glück. Alle Weisen, Kundigen und Narren in deinem Reich würden dir raten, wenn sie nur den Mut dazu besäßen, deinen Gatten zu verstoßen und der Großen Harpye zu sagen, sie solle mit ihm machen, was sie will. Dieses Opfer, so scheint es, wenn du es bringen könntest, würde dir erlauben, dein Glück von Neuem zu errichten.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie die Königin da weinte und bat und bettelte wie nie zuvor, nickte Batya wissend und erklärte:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Aber du kannst es nicht. Darum ist deine Liebe ebenso gut wie ein Fluch.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unter Tränen fragte da Bahadur:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Nenne mir einen anderen Weg, Frau Batya, denn wenn es ihn gibt, dann kennst ihn nur du allein. Denn hast du nicht schon einmal einen Handel mit Casyrga geschlossen?“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Mir ist verboten, über meine Bande zur Rachegöttin zu sprechen.“, entgegnete ihre Gastgeberin. „Nur so viel kann ich dir verraten: Mir, so wie dir, raubte sie dereinst den Sohn. Seitdem kann ich weder Haar noch Herd mehr pflegen. Es liegt ein Schleier der Trübsal über meinem Haus, der allen Rat zum Schweigen bringt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun schwiegen beide Frauen, bis Batya sich ans Feuer bettete und in den Schlaf sank. Bahadur aber entsann sich der Worte ihrer Mutter, die einst, als sie noch ein Kind gewesen war, ihr zu sagen pflegte: „Dich zu trösten hilft dir nicht zurück aufs Pferd. Doch dir zurück aufs Pferd zu helfen, wird dich trösten.“ Da kehrte sie die Asche zur Tür heraus, wischte den Staub vom Hausaltar, warf die verwelkten Blumen fort, holte neue ins Haus und rastete nicht, bis Batyas Heim wieder wohlgeordnet und von Reinheit duftete. Um die Hexe am nächsten Morgen nicht zu beschämen, bat sie sie, ihr das Haar zu waschen und zu flechten. Dies wolle sie gerne für ihren Gast tun, müsse danach aber das Gleiche auch erbitten, antwortete Batya. Da sagte die Königin, dass es so sein solle und lächelte insgeheim, denn so hatte sie es bezweckt. Und während sie später ihrer Gastgeberin die Zöpfe flocht, sprach diese:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Heute Nacht träumte mir Sonderbares. Ein hässlicher Rachegeist kam zu meiner Türschwelle und bat mich mit Knabenstimme um Einlass. Obwohl mir nicht verborgen blieb, was für ein Wesen er war, gewährte ich es ohne Furcht. Und wie er beim Hausschrein ankam, hatte er sich in einen Jüngling verwandelt, das Gesicht meinem Sohn so ähnlich, dass ich für einen Moment davon getäuscht wurde. Als ich ihn fragte, wer er sei, konnte er seinen Namen nicht nennen. Aber er sprach:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
‚Bitte, Batya, sage meiner Mutter, sie soll die Alabasterschnitzer von Anapat aufsuchen und ihnen das Geheimnis des Herzens entlocken. Denn ohne das Geheimnis des Herzens kann ich nicht befreit werden.‘&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Dies versprach ich dem Jungen und fragte ihn, wer denn seine Mutter sei. ‚Die, der du die Zöpfe flichtst, wenn der Morgen graut.‘, gab er zur Antwort.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beunruhigt wollte Bahadur sogleich erfahren, was der Traum wohl zu bedeuten habe. Und Batya erklärte es:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Dein Sohn hat keine Ruhe gefunden, weil er zum Rachegeist wurde. Zuweilen ergeht es Ahnengeistern so, wenn sie mit Unrecht beladen zur Unterwelt wandern und es nicht selber tilgen können. Seinen Namen kann er nicht sagen, weil er ihn nicht mehr besitzt. Zuweilen ergeht es Fluchbringern so, wenn ihr Name an Flüche gekettet wurde, die sie nicht überbringen können.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Entsetzt berichtete da Bahadur von dem Fluch, den ihr Vater Densyn bei der Bestattung ihres Sohnes gegen den unbekannten Mörder ausgesprochen hatte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Dies ist des Rätsels Lösung.“, meinte Batya traurig. „Wer könnte auch die Königin der Flüche, die Mutter aller Rachegeister, mit einem Fluch belegen, ohne dass er mit aller Macht auf den Fluchenden zurückfällt?“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Inzwischen war Batyas Verdacht geweckt, das Schicksal ihres eigenen Sohnes möge mit dem von Bahadurs Sohn verbunden sein, sprach ihn jedoch nicht aus. Doch mit geflochtenem Haar und heimlicher Hoffnung sagte sie zu Bahadur:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Nur Mut, mutige Königin! Dein Sohn weiß, wie er befreit werden kann. Du musst ins trockene Land Anapat, in dem kein Mensch und kein Tier lebt, das nur die Staubteufel ihre Heimat nennen. Wenn du mit ihnen sprichst, werden sie dir sagen können, wie du die Alabasterschnitzer findest. Für deine Reise gebe ich dir Natans Kupferkessel, der nie zur Neige geht. Wer daraus trinkt, den dürstet und hungert es nicht, der versteht alle Sprachen und spricht zu jedem mit vertrauter Stimme. Das trockene Land Anapat liegt hinter dem Meer, dessen Ende niemand kennt. Um es zu überqueren gebe ich dir das Allwasserpferd, das nie vom rechten Weg abkommt und alle Gewässer überwindet. Du musst allein dorthin, doch damit du nicht der Kälte erliegst, gebe ich dir den Mantel Immerwarm, den ich einst für die Tochter webte, die ich nie haben sollte.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So machte Königin Bahadur sich auf die weite Reise. Wenn sie fror, wickelte sie sich in den Mantel Immerwarm. Als sie das Meer erreichte, dessen Ende niemand kennt, trug sie das Allwasserpferd hinüber. Auf der anderen Seite gelangte sie endlich ins trockene Land Anapat. Als Hunger und Durst sie plagten, trank sie aus Natans Kupferkessel. Nach sieben Tagen und sechs Nächten fand sie einen Reigen der Staubteufel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ihr Staubteufel, ich grüße euch!“, rief die Königin, „Ich bin Bahadur, Tochter der Banubar, Königin von Gar. Ganz alleine trete ich vor euch, nicht um den Frieden in eurem Land zu stören, sondern um Rat zu erbitten. So sagt mir, wenn euer Gemüt mir wohlgesonnen ist, wo finde ich die Alabasterschnitzer?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Wir grüßen dich, Königin Bahadur!“, entgegneten die Staubteufel. „Glück hast du, denn wir versammeln uns zur Feier. Die Ballkönigin kommt um Mitternacht und tanzt in unserem Reigen. Und die Alabasterschnitzer spielen die Musik zu unserem Tanz. Du kannst hier auf sie warten, doch sei gewarnt – unser Hof duldet keine Sterblichen in seiner Mitte. Die Alabasterschnitzer sind wild und werden schnell zornig. Es ist besser, wenn du unter einem Felsen bleibst, bis wir alle ermatten und uns vom wilden Tanz erholen. Und was du auch tust, verberge dich vor der Ballkönigin, bis sie unser Fest wieder verlassen hat!“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versteckte Bahadur sich unter einem Felsen und wartete auf die Mitternacht. Als es soweit war, begann ein gewaltiges Brausen und Tosen in der Luft, die sich mit Sand, Staub und Kieselsteinen füllte, sodass die Königin ihr Gesicht verbarg. Kurz darauf leuchtete der Himmel so hell auf, dass sie die Augen schließen musste und als der Donner über das Land rollte, meinte sie, die Erde selbst müsse bersten.&lt;br /&gt;
Doch es war nur das Fest der Staubteufel und nach einer Weile erkannte sie die den Gesang, der mit der Schönheit des Himmlischen Feuers erklingt, wenngleich er nun auch die Kraft des Donners besaß. Und weil die Wirkung ihres letzten Tranks aus Natans Kupferkessel noch nicht verflogen war, verstand sie die Worte des Liedes, das nicht für die Ohren Sterblicher gemacht war. Denn zur Antwort auf Blitz und Donner sangen die Staubteufel im Chor:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Dein Wort verkündet die Rache. Dein Tanz tötet Mensch und Tier und Fisch und Vogel. Du reißt die Bäume aus und wirfst die Schiffe um in deinem Spiel. Auf dem Grab der zänkischen Brüder erbautest du dein Nest, wo du mit den Vier Winden speist. Deine Untertanen sind wir und wir preisen dich und wir tanzen für dich, du, unsere Ballkönigin, oh große Casyrga!“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis zum Morgen dauerte die Feier der Sturmgöttin und erst, als der letzte Staubteufel sich im Wüstensand zur Ruhe gebettet hatte, wagte sich Bahadur hervor. Über ihr war kein Schatten und kein Harpyienflügel zu sehen, aber unweit des Felsens, unter dem sie sich versteckt hatte, fand sie die beiden schlafenden Windhunde, nicht weniger als sieben Schritte lang, mit Hufen anstatt Pfoten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erneut nahm sie einen tiefen Schluck aus Natans Kupferkessel und schlich sich zu dem einen der beiden. Leise sprach sie ihm mit vertrauter Stimme, dunkel wie fernes Donnergrollen, ins Ohr:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Ein gutes Fest nenne ich es, wenn es uns so ermattet zurücklässt, Bruder! Aber ich hatte einen ganz sonderbaren Traum, der mich nicht mehr loslässt. Ich träumte davon, dass wir der Prinzessin Bahadur aus Gar eine alabasterne Urne überreichten. Aber wir vergaßen ihr zu sagen, wie sie den Mann retten sollte, dessen Seele darin war. Sage mir, was bedeutet das nur?“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Lass mich schlafen und dann darüber nachdenken,“ sagte der Blitz und vergrub die Schnauze unter dem Vorderlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später, es war schon beinahe Abend, sah Bahadur Leben in die Glieder der Windhunde einkehren. Sie streckten und reckten und erhoben sich. Doch während der eine sprang, lief und hechelte, kratzte der andere sich nur hinterm Ohr und blickte dann zum Horizont.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Was ist los, Bruder? Lass uns um die Wette laufen über den halben Himmel! Oder ein paar verirrte Wölkchen erschrecken! Oder lass uns das Glas aus dem Wüstensand ausgraben!“, rief der eine.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Später, Schwester. Jetzt denke ich nach über deinen Traum.“, entgegnete der zweite.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Welchen Traum?“, fragte da der erste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da berichtete der Blitz dem Donner, wie sie ihn geweckt und was sie gesagt hätte. Nun blickten beide Dasilim sich gegenseitig für einen langen Moment schweigend an und Bahadur hätte schwören können, selbst von ihrem Versteck aus gesehen zu haben, wie beider Lefzen schließlich ein gütiges Lächeln annahmen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Ich erinnere mich zwar nicht mehr an den Traum,“ sagte die Dasilschwester, „aber, wenn ich dir im Halbschlaf davon erzählt habe, muss ich ihn wohl geträumt haben. Doch kommt mir jetzt nichts davon mehr rätselhaft vor. Denn schließlich schulden wir Casyrga Treue und dürften Bahadur nichts darüber berichten, wie Batyas Sohn zu retten ist.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Da hast du natürlich recht,“ sagte der Dasilbruder, „trotzdem denke ich zuweilen an ihn, der uns wie ein Sohn gewesen ist. Und ich frage mich, ob die Frau, in deren Obhut wir ihn gaben, nicht Milderung ihres Unglücks verdient hat.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Sie hätte ihn im Boot am Fluss lassen können. Sie hätte kein Kind von ihm bekommen müssen. Und wir haben ihr nicht gesagt, dass sie ihn gegen der Eltern Willen und ohne den Segen seiner Mutter heiraten soll. Sieh dir nur an, was mit ihrem Herzen geschehen ist! Es ist schon fast gänzlich umschlossen von der alabasternen Urne, in der die Seele ihres Mannes wohnt. Zu keiner Vaterliebe ist es mehr fähig und kaum noch zur königlichen Pflicht. Zu trauern um den Sohn und die Mutter vermag es beinahe nicht mehr.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Aber, Schwester, fragst du dich nicht doch zuweilen, was du ihr raten würdest, wenn du dürftest?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Gewiss, Bruder. Ich würde ihr raten, hierher zu kommen, ins trockene Land Anapat. Ich würde ihr raten, zwischen den Staubteufeln zu liegen, bis ihr Herz kaum noch schlägt. Ich würde ihr verraten, dass unsere Spatel und Hämmer und all unser Werkzeug in der Mitte von Casyrgas Tanzplatz versteckt ist, drei Ellen tief im Sand. Wenn ihr Herz kaum noch schlägt, könnte sie damit die Urne in ihrer Brust zertrümmern.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Aber Schwester, bedenke doch, dass Batyas Sohn nach vierzehn Tagen sterben müsste, wenn die Urne zertrümmert ist. Wohlmöglich früher, denn sobald er singt, hört unsere Herrin das und holt ihn sich!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Nicht, wenn Casyrga schläft. Bahadur könnte unserer Herrin die gemahlenen Scherben der alabasternen Urne mit Salz und Staub im gläsernen Wüstenkeil darreichen. Hat sie nur lange genug zwischen den Staubteufeln gelegen, wird die Sturmgöttin sie nicht als Mensch erkennen, sondern nur für einen weiteren Diener halten. Tränke sie beim nächsten Fest vom dargebotenen Trank, würde sie für vierzehn Tage und Nächte schlafen. Stell dir nur vor, was Batyas Sohn in diesen vierzehn Tagen, da seine Seele wieder frei ist, alles tun könnte!“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Das würde Bahadur nicht tun. Sie müsste hinnehmen, dass ihr Mann wohl nach vierzehn Tagen stirbt. Sie müsste darauf vertrauen, dass er einen Weg findet, seinen Sohn zu befreien, ihren Vater zu heilen und sich selbst zu retten. Sie würde nichts tun können, um ihm zu helfen und müsste sich auf einen Mann verlassen, dessen wahren Namen sie nicht einmal kennt. Vor allem aber müsste sie bereit sein, die alabasterne Urne aufzugeben.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Vielleicht nicht, Bruder. Ich würde ihr gewiss sagen, dass es der einzige Weg ist, ihr Königreich zu retten. Wir müssen wohl hinnehmen, dass Batyas Sohn und seine Mutter und Bahadur und das ganze Reich von Gar dem Unglück anheimfallen werden. Nun lass uns am Himmel um die Wette laufen. Bis zum nächsten Fest haben wir noch zwei Wochen Zeit.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da breiteten die Dasilim ihre Flügel aus und verschwanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am ersten Tag konnte Bahadur noch nicht an die Werkzeuge der Alabasterschnitzer denken. Als sie müde wurde, legte sie sich zwischen die Staubteufel und als sie erwachte, trank sie nur sehr wenig. Am dritten Tag wagte sie sich bis zur Mitte des Tanzplatzes, doch ehe sie zu graben begann, schlug ihr das Herz bis zum Halse und sie legte sich wieder zwischen die Staubteufel. Am siebten Tag nahm sie all ihren Mut zusammen und grub Hammer, Spatel, Messer, Zange und Feile aus. Sie brachte die Werkzeuge in ihr Versteck unter dem Stein und schüttete die drei Ellen tiefe Grube im Sand wieder zu. Als sie dieses Werk getan hatte, vergoss sie dreihundertunddreiundvierzig Tränen, bis sie sich völlig erschöpft zwischen die Staubteufel legte und sieben Tage schlief, bis ihr Herz kaum noch schlug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein aufgeregtes Flüstern im sandigen Bett der Staubteufel weckte sie. Die Sturmgöttin wurde erneut zum Fest erwartet. Bahadurs Müdigkeit war jenseits dessen, was Schlaf tilgen und ihr Durst größer, als Trank löschen kann. Leicht wie eine Feder fühlte sie sich, als sie sich erhob und ihr Herzschlag war nicht zu hören. Als die Staubteufel sie Schwester nannten, da glaubte sie, gestorben zu sein.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Nie hätte ich gedacht, dass meine Seele einst an diesen fremden Ort wandern würde, anstatt zu den Ahnen zu gehen.“, dachte sie. „Als ich noch jung war, hätte mich diese Vorstellung fürchterlich entsetzt. Doch jetzt, da es soweit ist, sehe ich keinen Grund zur Klage. Warum soll es ein schlechtes Schicksal sein, hier für eine Göttin zu tanzen, zu der Musik, die ich einst so begehrte, und mich danach wieder zur Ruhe zu betten. Lebenden mag Anapat als einsames Land erscheinen, doch ich sehe hier hundert und tausend Gefährten.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als sie jedoch das Kleid aus warmem Wind und Wüstensand anlegen wollte, fiel ihr Blick auf die Werkzeuge der Alabasterschnitzer. Erst jetzt fiel ihr wieder ein, wer sie war, aus welchem Grund sie hergekommen war und was sie tun wollte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Nun soll ich scheitern? Ich, die kein Gewitter fürchtet und keine lächelnden Lügner im eigenen Haus? Ich, die ich Meer und Wüste durchwanderte? Ich, die das Geheimnis des eigenen Herzens ergründet habe, soll an der Befreiung meines Herzens scheitern? Ich bin Bahadur, die schon als Kind ‚die Mutige‘ genannt wurde und meine Geschichte wird hier nicht enden!“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit diesem Gedanken stieß sie sich das Messer in die Brust, ohne Schmerzen zu fühlen und ohne einen Tropfen Blut zu vergießen. Sie legte ihr Herz frei und fand es von der wohlbekannten Urne fast gänzlich umschlossen.&lt;br /&gt;
Mit Hammer und Spatel zertrümmerte sie den Alabaster zu kleinen Scherben, die sie alle sorgsam mit Zange und Feile herauszog, bis nichts mehr davon in ihr war. Sodann zerrieb sie sie an der Stelle, an der sie ihre Tränen vergossen hatte, mischte sie mit Salz und Staub, füllte alles in einen gläsernen Keil, und legte schließlich das Kleid aus warmem Wind und Wüstensand an, um der Sturmgöttin aufzuwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich erkannte die Große Harpyie nicht, dass sich eine Sterbliche unter ihren Dienern verbarg. Sofern die Himmlischen Hunde es ahnten, so behielten sie es für sich. Und tatsächlich, als Casyrga am Ende des Festes von Bahadurs Trank kostete, fiel sie sogleich in tiefen, traumlosen Schlummer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bibliothek]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Überlieferungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Dichtung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Sammlung_von_M%C3%A4rchen_und_Legenden</id>
		<title>Sammlung von Märchen und Legenden</title>
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				<updated>2025-09-03T12:17:06Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Eine PDF-Version zum Download ist hier: [[Datei:Trigardonische_Märchensammlung.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine IT-Version musst du dir selber erstellen ;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natans Blut und die Heilige Elea ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Von den Vorfahren des Kleinen Volkes mündlich überliefert seit Anbeginn von Tag und Nacht, in zwergischer Schrift und Sprache seit unbekannter Vorzeit schriftlich überliefert, in unserer Sprache erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde gegen Ende des zweiten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Gösta''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es begab sich dereinst, als sich die Sterblichen aus Neid und Hass entzweiten, dass Weltvater Natan seinen Bruder Ischan zum Zweikampf forderte, um den Streit zu entscheiden. Weltvater Ischan jedoch, besorgt über die größere Zahl von Natans Stamm, fürchtete einen Betrug seines Bruders. &lt;br /&gt;
Darum sprach er: „Nur dann werde ich mich zum Zweikampf stellen, wenn wir uns an einsamem Orte treffen, wo kein Mensch in den Kampf eingreifen kann!“ &lt;br /&gt;
„So soll es geschehen,“ antwortete Natan, „aber einem von uns wird es die letzte Stunde sein. Und damit beide unserer Stämme die Nachricht von Sieg und Niederlage von einem der Ihren erfahren, soll es Zeugen für unseren Kampf geben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf einigten sie sich und wählten als Kampfplatz einen der Gipfel des Dugor Harog. Jener Berg war in diesen fernen Tagen den Menschen heilig, war er doch damals noch der höchste weit und breit, so hoch, dass sein Gipfel nahezu alle Zeit durch Wolken verdeckt war. Ischan wählte Bakir den Schmied, den geschicktesten seiner Schüler, als Zeugen aus und Natans Wahl fiel auf Elea, seine treueste Schülerin, die von der Göttin des Wissens geliebt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sie seit sieben Tagnächten fortgegangen waren, erschütterten dumpfe Donnerschläge Riaplots Leib und so wussten die Menschen, dass der Kampf begonnen haben musste. Hatten sie doch Ischan mit mächtigen Waffen über der Schulter aufbrechen sehen, so groß und schrecklich, wie sie seither niemand mehr zu führen vermocht hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der Beginn der letzten Tagnächte, denen alles Volk am Dugor Harog hernach als den langen Mond des Schreckens gedachte. Von Jenen, die dort an den steilen Hängen wohnten, starben schon viele in der ersten Tagnacht und noch ungezählte weitere bis sich die Herrin der Erleuchtung zur Nacht wieder in voller Pracht den Menschen zeigte. Viele von ihnen wohnten in Höhlen am Berge, von denen sie nicht wenige selbst hinein gehauen hatten. Obwohl sie schon damals kundig darin waren, in Riaplots Fleisch zu graben und seine Knochen zu formen, so konnten sie doch noch nicht wissen, wie man Gänge und Höhlen baut, die auch dann zu überdauern vermögen, wenn sich die Erde regt. Und nie wieder mussten die Sterblichen erleben, wie der Leib des Königs der Berge sich so sehr in Schmerzen winden musste, wie damals, als Ischan die Schluchten in seinen Leib schlug und Natan ihm tiefe Wunden riss, um seinen Bruder mit Felsen zu erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach sieben Tagnächten, als Ischans Arm erlahmte, schöpfte Natan neuen Atem, um seinem Bruder mächtige Flüche entgegen zu schleudern. Und weil er wusste, dass er auch Riamodan gegen sich hatte, rief er nach den Dienern der Riaranjoscha, auf dass sie die Leidenschaft in Ischan verlöschen mochten.&lt;br /&gt;
Und als weitere sieben Tagnächte vergingen, da eilten die Nebelgeister auf himmlischen Rössern dem Natan zur Hilfe. Als die Sterblichen auch in der Ferne sie erblickten, erschraken alle, denn weithin sichtbar war ihr Heerzug ob seiner großen Zahl, größer als alle Reiterscharen in der Steppe und im Tal. Nie zuvor hatte die Herrin der Weisheit ihre Geister des Nebels mit solcher Stärke entsandt. Hoch über die Flüsse und Täler hinaus ragten sie, selbst zur wärmsten Stunde der Tagnacht ritten sie am Boden, wo sie doch sonst schon lange in den Himmel heimgekehrt wären. Als sie am Berg auf Ischan einstürmten, da erzitterte Riaplots Leib unter den Schlägen ihrer Hufe, viel mehr noch als unter Hieben des Weltvaters zuvor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und als in der viermalsiebten Tagnacht Riamodan sein Antlitz auf dem Gipfel des Dugor Harog zeigte, da erschraken die Sterblichen noch mehr. Denn die Nebelgeister hatten in ihrem Ansturm auch Bakir, den jungen Schüler des Ischan, zu Tode gestampft, den Pakt der Weltväter missachtend, wonach er nur Zeuge, nicht aber Teil des Kampfes sein durfte. Daraufhin schrie der starke Weltvater voller Wut und Rachedurst zum Thron im Feuer hinab und Riamodan antwortete, indem er seinem Günstling für einen mächtigen Zorneshau seine Macht lieh. Damit erschlug Ischan den Heerführer der Nebelgeister, woraufhin die übrigen die Flucht ergriffen. Doch fanden sie den rechten Weg nicht, sondern stürmten vom Gipfel des Dugor Harog in alle Himmelsrichtungen hinab und zermalmten alles zu Staub, was das Unglück besaß, unter ihre Hufe zu geraten. Und die Opfer unter den Sippen, die dort am Berge lebten, waren gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun blieb Natan ohne Beistand dem flammenden Schwert des Ischan ausgeliefert und war schon auf seinen Knien, als Ischan zu seinem letzten Hieb ansetzte. So siegessicher war der stärkere Weltvater, dass er weithin ausholte und Natan Gelegenheit zu einer letzten List gab. Dieser umwickelte seine Hand mit seinem Mantel, schnellte vor und hielt die flache Klinge seines Bruders von sich fern. Doch Ischans Zorn war zu groß, statt mit der flammenden Klinge schlug er denn machtvoll und ohne Gnade mit des Schwertes Kloß hernieder, solange bis er Natan schrecklich zugerichtet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natan wiederum ergriff im Todeskampf Ischans Arm und als er mit zerbrochenen Gliedern herniedersank, da ließ er nicht mehr los, sondern zog Ischan mit sich zu Boden. Und weil dieser in seinem Eifer die Gefahr nicht bemerkte, so kam es dann zuletzt, dass er in seine eigene flammende Klinge stürzte und die Mächte, die er selbst im Zorn gerufen hatte, ihn von Kopf bis Fuß versengten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Feuergott dies sah, erkannte er, dass kein Sterblicher zuvor und kein Sterblicher hernach seine Lieder in solcher Herrlichkeit würde erschallen lassen. Da weinte er Tränen, wie es sonst nur die Herrin der himmlischen Wolken zu tun vermag. Doch waren es graue Tränen, die sich auf Riaplots Leib herabsenkten wie Schnee. Dies war die dunkelste Stunde der Sippen unten am Berge und auch viele Menschen in der Steppe, im Wald und im Tal starben, denn Riamodans Tränen waren bitter und erstickten alles Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich kam Elea aus einem Versteck hervor, wo sie zuletzt ausgeharrt und die schreckliche Schlacht mit eigenen Augen geschaut hatte. Und als sie zu Natan kam, da war er bereits dem Tode geweiht und ihr blieb nichts anderes, als seinen Kopf in ihrem Schoße zu betten und seine zerschmetterte Hand zum Trost in die ihre zu legen. Da kam es, dass sich im heiligen Natan ein letztes Mal die Lebensgeister regten und er zu der frommen Elea sprach: &amp;quot;Sieh, die Zwietracht ist über uns gekommen und unser Streit muss unentschieden bleiben. In unserer Zwietracht haben mein Bruder und ich großes Unglück über alle unter dem Himmel gebracht. Die Geister, die ich rief, haben Heimstätten verwüstet und viele auf ihrem Weg erschlagen, die nicht hätten teilhaben sollen an unserem Kampf. Diese Schuld will ich nicht mit zur Herrin der Seelen nehmen, doch mein letzter Atem schwindet. So bitte ich dich, Elea, bete zu den sieben großen und herrlichen Göttern an meiner statt für die Gunst der Sippen unten am Berge.“ Elea sprach, dies wolle sie für ihren Meister gerne tun und darauf legte der heilige Natan dankbar seine blutige Hand auf Ihre Schulter und schloss für immer seine Augen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es dann, dass die fromme Elea voller Hingabe zu den sieben großen und herrlichen Göttern zu beten begann. „Oh König der Berge,“ bat Elea, „möge das Blut, welches mein Meister vergoss, dein Opfer sein! Ich bitte dich, nimm diese Gabe an.“ &lt;br /&gt;
Und weil sie nicht aufhörte, als Durst und Müdigkeit sie plagten, sondern tapfer ausharrte, erhörte Riaplot ihr Flehen und verwandelte Natans Mantel, mit dem er seine Hand umwickelt hatte, in den Mohn, der allen Schmerz besänftigt. Als Elea, die von ihrem Meister alles über die Kräuter, Moose und Pflanzen gelernt hatte, nun eine Blume sah, die ihr noch fremd war, verstand sie, dass sie erhört worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ihr großen und herrlichen Sieben, hört meinen Eid, der der Eid des Natan ist. Er gibt das von ihm vergossene Blut als Opfer, sein eigenes Blut aber, das von seinem Bruder vergossen wurde, soll das Pfand der Sippen unten am Berge werden, bis zu der Zeit, in der er wiedergeboren wird und seine Schuld bezahlen kann.“&lt;br /&gt;
So betete sie, bis schließlich die erste Nacht der Welt hereinbrach und der erste Tag ihr folgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An jenem ersten Tage stiegen Überlebende von den Sippen unten am Berg hinauf und erst am Abend fanden sie die fromme Elea im Gebet, den verbrannten Leib Ischans zu ihrer rechten, den zerbrochenen Leib Bakirs zu ihrer linken und den zerbrochenen Leib des Natan zu ihren Füßen, sein Blut an ihrer Hand, den Abdruck seiner Hand auf ihrem weißen Kleid. Daraufhin berichtete Elea den Sippen, die am Dugor Harog wohnten, von Natans letztem Wunsch. Und die Sterblichen staunten, denn als sie zu Boden blickten, da ward das viele Blut, welches Natan vergossen hatte, zu Silber verwandelt, wie ein Abbild des hellen Glanzes der Riasina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dies sprach Elea: &amp;quot;Seht, die sieben Großen und Herrlichen Götter haben meine Gebete erhört. Das Blut, welches Natan im Bruderzwist vergoss, ist Euch nun silbernes Pfand für das Unglück, welches Ihr erlitten. Und wenn ihr fragt, wann die Zeit gekommen sei, dass der weise Weltvater sein Pfand einlöse, so seht, dass nicht all sein Blut geronnen ist. Ein kleiner Teil ist noch immer flüssig, obgleich die Götter es zu Silber gemacht haben. Dieses Silber sollt ihr mit Ehrfurcht suchen und bewahren, denn ihm wohnt Natans letzte Kraft noch inne. Und erst wenn der letzte Tropfen geronnen ist, dann wird er wiedergeboren werden und seine Schuld begleichen. Doch seid demütig und verschwendet nicht, was die sieben Großen und Herrlichen gegeben, denn der König der Berge wird jene strafen, die zu gierig sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortan holten die Nachkommen jener Sippen am Dugor Harog kostbares Silber aus dem Berg, wo vorher Natans Blut vergossen worden war. Und alle, die Freunde des Natan gewesen waren, zeigten sich dankbar und dienstbar, wann immer ihnen die Ehre zuteilwurde, sein nunmehr von göttlichem Segen erleuchtetes Blut zu schauen und zu besitzen. Denn durch Eleas Zeugnis galt das Silber aus dem Dugor Harog auch stets als ein Zeichen des Edelmutes und der Demut, die Natan mit seinen letzten Atemzügen gezeigt hatte. Damit war das Leid der Sippen, die dort am Berge wohnten, gemildert, konnten sie doch Silber gegen Brot und Bier und Dörrfleisch und Nüsse tauschen, als weithin um den Dugor Harog, ob der großen Schlacht die dort getobt hatte, für lange Zeit kein Strauch und kein Baum Früchte trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wie Ischan zu Asche verbrannt war, so verbrannten sie auch die Leiber seines Bruders und seines Schülers, um so wenigstens nach dem Tode der zänkischen Brüder ihrem Neid keine Nahrung mehr zu geben. Seitdem bestattet man die Toten auf diese Weise. Während die Weltväter noch heute auf ihre Wiedergeburt warten, so kehrte Bakirs Seele schon in der übernächsten Generation zurück ins Leben und wurde denen geboren, die von seiner Mutter abstammten. Zuvor aber wandelte sein Ahnengeist unter denen, die seine Urne befüllt hatten und ihn ehrten. Ihnen allein verriet er alle Geheimnisse der Schmiedekunst, die er von Ischan einst gelernt hatte. Und bis in unsere Tage werden diese Geheimnisse weiter gegeben von Meister zu Schüler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die treue Elea verlebte ihre übrigen Tage unter den Sippen des Dugor Harog, pflegte den Mohn, den Riaplot ihr als Zeichen seiner Gunst geschenkt hatte und ihre Nachkommen pflegen ihn noch heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geburt von Sommer und Winter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Vorzeit von den Stämmen Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im ersten oder zweiten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Anna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist die Geschichte von der Geburt von Winter und Sommer. So habe ich sie von meiner Großmutter gehört und so erzähle ich sie euch, meine Kindeskinder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Zeit als die Stämme Ischans und Natans sich entzweit hatten, tränkten Flüsse von Blut Riaplots Leib. Die Leben der Menschen und ihre ganze Kraft, viel zu früh vergossen und noch heiß und brodelnd sank tief in den Schoß des großen und herrlichen Gottes und ihm entsprang eine goldene Schlange, so heiß und so schön wie Riasions Auge. Ihr Name war Evörr und wohin sie auch ging, wurde das Land fruchtbar und alles wuchs und gedieh um sie. Doch war das Blut aus dem sie geboren war, zu heiß vom Kampfe. Wenn sie länger an einem Ort verweilte, wurde aus Fülle Dürre und aus Leidenschaft Raserei. So zog sie rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ständige Sterben der Menschen füllte auch Riadugoras Hallen mit dem kühlen Hauch der Seelen. Ihre Winde wurden nie müde, die Toten herbeizubringen. Ein solches Brausen herrschte in den Gewölben der Unterwelt, dass die Toten keine Ruhe finden konnten. So legte sich Riadugora also nieder und gebar eine silberne Schlange, so kalt und so schön wie Riasinas Auge. Sein Name war Jardo und wohin er auch ging, brachte er Ruhe und Andacht. Doch die Kälte des Todes und die neugewonnene Macht der Winde waren zu stark. Wenn er länger an einem Ort verweilte, wurde aus Ruhe Starre und aus Andacht Untätigkeit. So zog er rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages begegneten sich Jardo und Evörr auf ihrer nie enden wollenden Reise. Die Liebe zwischen ihnen war bereits groß, als ihre Blicke sich trafen und sie wuchs mit jedem Tag. Von nun an wandelten sie gemeinsam und wohin auch immer sie gingen, blühte und grünte es und die Erde verschenkte ihre Gaben so bereitwillig wie zu den Zeiten vor dem Bruderkrieg. Als Riaplot dies sah, weinte er, denn er liebte seine Tochter sehr. Noch größer aber als seine Liebe war sein Zorn gegenüber den Menschen, sodass er Riason bat, Jardo und Evörr auf immer zu trennen. Riason kam dieser Bitte schweren Herzens nach, denn auch er erfreute sich an der Harmonie der beiden Liebenden. In seiner Weisheit kettete er Evörr an die Sonne und Jardo an den Mond. Wenn Götter und Menschen versöhnt sind und die ewige Tagnacht herrscht, werden auch die Kinder von Erde und Wind wieder zueinanderfinden. Bis dahin werden wir heiße Sommer und kalte Winter haben und besonders die Winter werden Riaplots Geschöpfen Mühe bereiten, denn Jardo ist nicht leicht versöhnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Yerig-Baum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Im südlichen Längstal mündlich überliefert seit einer Zeit, in der die Vergessene Sprache schon vergessen war und in der die Nurynaische Sippe schon Yergigar besaß, erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des zweiten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Franziska''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Zahl Menschen in Arbons grünen Auen noch gering war und man noch Tage wandern konnte, ohne den Rauch eines wärmenden Feuers zu sichten, lebte ein Jäger, dessen Name Yerig war. Er war der Sohn einer starken Sippe, Vater gesunder Kinder und seine Jagdkunst ward viel gelobt. Und war er auch ein götterfürchtiger Mann, dankte den Göttern jeden Morgen und jeden Abend, brachte Opfer zu den Hohen Tagen und nach jeder Geburt eines Kindes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gab es ein Jahr, als das Vieh in den Wäldern wenig wurde und Yerig weite Wege und lange Tage laufen musste, bis er Wild legen konnte. Er fand sich in ungekannten Weiten, als er schließlich in der Ferne einen Hirsch zu sehen glaubte. So versessen auf die nahe Beute, blieb er blind für die Gefahr und hörte das Gebrüll des Bären, bevor er ihn sah. „Oh ihr Götter, lasst Gnade walten! Wendet des Bären tödliche Pranke ab!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär holte aus und schlug den Jäger nieder, seine Glieder brachen und sein Körper ging zwischen den Gräsern nieder. Mit dem letzten Atem sprach er an die Götter: „Ihr Großen und Herrlichen! Habe ich euch nicht geehrt? Habe ich nicht jeden Morgen und jeden Abend eure Namen gepriesen, euch gegeben von meinen Gütern, was ich entbehren konnte und nicht für jedes Kind mit Opfer gedankt? Habe ich nicht gelebt, wie es ein ehrfürchtiger Mann nur kann? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass mein Körper, der eben noch den Hirsch mit einem Schuss zu töten vermochte, nun hier geschunden liegt und ich das Leben verliere fern von der Heimat und der Sippe? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass die Tiere mich fressen werden anstatt einer würdigen Bestattung neben meinen Ahnen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er nicht mehr sprach zogen die Wolken über der Ebene zusammen, der Himmel wurde dunkel und er vernahm die Stimme Riadoguras, die zu ihm sprach: „Was maßt es du dir an, einzelner Sterblicher, zu zweifeln an den Göttern und nicht zu danken, was dir gegeben ward! In eine ehrwürdige Sippe wurdest du geboren, einen starken Arm ließen wir dir wachsen, einem fruchtbaren Weib wurdest du gegeben und die dir geborenen Kinder ehrten dich. Willst du zweifeln, dass dies die rechte Zeit sei in meine Hallen einzukehren? So sei dir noch weitere Zeit auf dieser Erde gegeben. Dein Körper soll weilen auf diesem Fleck, so dass du Zeit hast, über deine Worte zu sinnen. Ein Baum sollst du werden und zu unseren Ehren sollst du wachsen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erkannte der Jäger die Schande seiner Worte. „So will ich tun, wie mir befohlen, und in ehrfurchtsvoller Arbeit meine Tage verbringen, wie die Götter es bestimmten.“ Und seine Knochen wurzelten tief in die Erde und zogen mit aller Kraft Riaplots Geschenk des Lebens in sich auf. Und aus seinen Lenden wuchs ein Spross gen Himmel, der sich an Riasions Geschenk der Sonnenstrahlen wärmte. „Groß will ich werden und Blätter und Früchte tragen, tief verwurzelt will ich sein und meine Haut stark wie Stein. Zu Ehren der Götter will ich jeden Tag wachsen und danken für mein Leben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, und der Baum wurde stark und seine grüne Krone immer dichter. In den Ästen des Baumes ließen sich die Vögel des Himmels nieder und bauten ihre Nester. Kriechtiere bauten ihre Höhlen zwischen den Wurzeln und der einsame Wanderer fand Schatten unter seinem Blätterdach. So zog der Sommer voran und der Baum brachte hart arbeitend Früchte hervor, saftig waren sie, und wurden röter von Tag zu Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voller Stolz mühte der Baum sich, sie immer größer und saftiger werden zu lassen, da begannen die Vögel bereits, die Früchte zu fressen und die vorbeiziehenden Wanderer zu pflücken, was sie tragen konnten. Da wurde der Baum betrübt und rief zu den Göttern: „Seht ihr großen Götter, getan habe ich, was mir befohlen ward. Gearbeitet habe ich jeden Tag und der Erde abgetrotzt, was ich konnte. All die Mühe habe ich in diese Früchte gesteckt und nun sollen die faulen Vögel sie fressen? Soll jeder Dahergelaufene einfach sich den Wanst mit meinem Tagewerk vollstopfen dürfen, ohne den Finger dafür krümmen zu müssen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sprach Riaplot aus der Erde und den Pflanzen zu ihm: „Sterblicher, ein zweites Mal schon beklagst du dein Schicksal, obwohl die Götter dir mit vollen Händen geben! Wärmte die Sonne dich nicht durch Frühling und Sommer? Gab ich dir nicht aus der Erde all die Kraft, die zu brauchtest? Und stillte der Regen nicht deinen Durst alle Tage? Geize nicht mit deinen Früchten, was bringt es dir, wenn sie an deinen Ästen faulen? Ein Mensch bist du nicht mehr, die Früchte sind für andere.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder erkannte der Baum Yerig seine Fehlerhaftigkeit: „Große Götter, ich danke euch abermals und bitte um Vergebung. Meiner Arbeit Früchte will ich geben, wer sie verlangt, auf dass sie einem anderen nutzen.“ Als dann die letzte Frucht gepflückt war, wollte der Baum noch immer nicht ruhen. Denn Arbeit war es, was die Götter den Sterblichen auferlegt hatten. Und so begann er sein Antlitz in prächtigen Farben zu schmücken. In Rot und Gold ließ er seine Blätter strahlen, auf dass von weit her seine prächtige Krone zu sehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch das prächtige Farbenspiel lockte die Kinder Riadugoras, die Winde: „Sie an, welch schönes Spielzeug! In Rot und Gold ist es aufgemacht!“ - „Lass uns hineinfahren in die Krone und sehen wie die Blätter fliegen!“ Und die wilden Winde fuhren in das Blätterdach, zupften an jedem Ast die Blätter und tanzten wild mit ihnen im Kreise. Doch unbeständig wie die Windeskinder sind, ließen sie ihr Spielzeug alsbald fallen, nur um am nächsten Tage noch einmal zurückzukehren und neues Blattwerk zu zupfen. Wie der Baum Yerig so seine Arbeit zu Boden gleiten sah, würde er traurig und rief die Götter ein drittes Mal an: „Seht ihr Großen, wieder habe ich getan, wie mir geheißen, Mühe und Fleiß in meine Arbeit gesteckt. Doch wie lohnen es mir die Winde? Sie zerreißen mein prächtiges Haupt und lassen die Fetzen arglos am Boden liegen!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wieder zogen die Wolken zusammen und aus ihrer grauen Mitte spricht Riadugoras Stimme: „Sterblicher wieder zweifelst du an uns. Doch was maßt du es dir an, dich zu schmücken in prächtigen Farben? Der eitle Tand steht dir nicht zu, so tragen die Winde ihn fort. Und auch ist es Zeit für dich, die Arbeit ruhen zu lassen. Was dem Mensch der Tag, ist dem Baum das Jahr. Und so wie der Mensch abends seine Glieder zur Ruhe bettet, ist es Zeit für dich, alle Anstrengungen sein zu lassen und über den Winter zu träumen. Doch fürchte dich nicht: Riaranjoscha wird eine Decke aus Schnee über dich breiten, auf dass du im Frühling die Arbeit erneut wirst aufnehmen können.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Schnee aber gefallen war, ächzte der Yerig schwer unter dem Gewicht, schüttelte sich und warf ihn zornig hinfort. Noch ehe er aber diesmal ein Wort des Undankes sprechen konnte, fuhr ein Blitz in ihn ein, fällte ihn und verbrannte ihn zu Asche. Und da die Götter nun lange keine Klage mehr von Yerig hörten, erbarmten sie sich zum nächsten Frühjahr und ließen aus seiner Asche neunundvierzig Blumen spießen. Sie weilten in einem glücklichen, unbeschwerten Leben, tranken Riaranjoschas Wasser, wärmten sich unter Riasions Angesicht, speisten von Riaplots Gaben, vermehrten sich, um am Ende in Riadugoras hütende Arme zu sinken. Sie lebten nur um zu leben in Göttlichem Frieden. Und wie es war, so hatten die Götter ihre Freude daran, denn es war ihr Wille, weil sie es gemacht hatten wie es war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wie der Schnee entstand ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der glänzenden Sonne im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war wohl zu Zeiten des heiligen Timor - weder die Ältesten und Weisesten können dies jedoch mit Sicherheit sagen - dass am letzten Tag, bevor der erste grüne Halm des Frühlings in der Steppe spross und sich Jardo für den nahenden Frühling von Riaplots Angesicht verabschieden musste, er drei Schwestern erblickte, die in der Steppe ihre Stuten molken. Die Frauen gefielen ihm gut und so beschloss er, sich mit ihnen den letzten Tag vor seinem Abschied zu versüßen. In Schlangengestalt kroch er über die Wiese und nacheinander kroch er unter die Röcke aller drei.&lt;br /&gt;
Die drei Schwestern, von denen keine verheiratet war, fanden sich nun bald schwanger und danken den Göttern für das Zeichen ihrer Fruchtbarkeit. Später im Jahr, in der Nacht des ersten schweren Wintersturmes gebaren alle drei ihre Söhne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die große und herrliche Riadugora sah dies und wurde zornig. „Es soll nicht sein, dass mein Sohn, der Gefährte der Nacht, sich mit Sterblichen paart!“ Riadugora ließ die Nächte länger und finsterer als je zuvor werden. Vieh verirrte sich in der Dunkelheit und erfror und die Menschen bekamen Angst und trauten sich bald nicht mehr vor die eigene Tür.&lt;br /&gt;
Die Mutter der Schwestern erschrak, denn sie erkannte dies als Zeichen des Zorns der Göttin und riet ihren Töchtern: Ihr müsst euch der Allverzeihenden stellen, wenn sie es will von Angesicht zu Angesicht, und zwar heute, denn dem Zögernden wird nur zögerlich verziehen.&lt;br /&gt;
Die Schwestern fassten sich ein Herz und ritten hinaus in die Steppe zum Geisterhügel. Nach Sonnenuntergang riefen sie ihre Ahnen um Beistand an und boten der großen und herrlichen Riadugora ihr letztes Vieh als Opfergabe. Sie warteten beharrlich in der bitteren Kälte, bereit zu geben, was die Herrin des Atems ihnen nehmen wollte. Die Allverzeihende legte ihre Stirrn in tiefe Falten: Sie sah die Verzweiflung doch sah sie auch den Mut und die Aufrichtigkeit des Opfers. Die Schwestern harrten bis zum Morgen aus, und die Allverzeihende beschloss schließlich, dass sie den Frauen nicht das Leben nehmen wollte, und so verwandelte sie die Schwestern in drei schwarze Falken.&lt;br /&gt;
Um zu verschleiern, wo ihre Seelen wandelten rief sie mit ihrer Schwester viele Nebelgeister zu sich und schickte sie in einer wilden Jagd über die Steppe, um ihren Sohn irrezuführen. Im Federkleid kehren die Schwestern vor Jardos Augen verborgen zu ihrer Sippe zurück, mit Falkenaugen wachten sie über ihr Heim, und mit ihren scharfen Klauen jagten sie fortan für ihre Kinder, die nie wieder Hunger hatten. Als die jungen Söhne herangewachsen waren, wurden sie zu großen Jägern und ihre Sippe groß und fruchtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jardo wurde traurig, dass seine Mutter die Mütter seiner Kinder in der Kälte sterben lassen hatte und mit Hilfe ihrer Schwester ihre Seelen zu rastlosen Nebelgeistern gemacht hatte. In der Tat wurde er wütend, dass seine allverzeihende Mutter so unversöhnlich gegenüber seinen Kindern war und grausam zur alten Großmutter, die mit gebeugtem Rücken und trüben Augen weder Vieh hüten noch den Acker bestellen konnte. Alt wie sie war, hätte sie vor ihren Töchtern sterben sollen, doch nun musste sie noch die Kindeskinder ernähren.  Er sann auf eine List um die grausame Tat seiner Mutter zu mildern. Lange saß er auf einem grauen Stein und grübelte, doch es wollte ihm nicht gelingen. Während er saß und grübelte, begann er, Wollflusen aus seinem Mantel zu rupfen und je mehr er nachdachte, desto mehr rupfte er Fussel aus. Diese Flusen fielen hell auf Riaplots Antlitz und wie er so dasaß und grübelte und rupfte, wurde die Erde ganz davon bedeckt. Die Decke vervielfachte in der Nacht das Licht Riasinas und der Sterne, und die Menschen schöpften neuen Mut.&lt;br /&gt;
Riadugora blieb es nicht verborgen, dass ihr Sohn wütend gegen sie war, doch lächelte sie und befahl ihren Windgeistern, nun eine Weile zu ruhen. So blieben die Spuren von verirrtem Vieh noch lange bestehen, sodass kein Hirte mehr lange nach einem verlorenen Schaf suchen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aynur, die Schäferin ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Kloster des Heiligen Danason Anfang des fünften Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Tobias''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früh im Sommer war eine junge Schäferin bei den Herden der Sippe, saß vor Ihrer Jurte und flickte gerade ihr Zaumzeug. Aus dem halbhohen Gras tapste ein Murmeltier auf sie zu, blieb vor ihr stehen und sprach sie an. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Das Murmeltier lief in die Jurte, trank Wasser und aß etwas von dem Brot mit Kümmel. Es erzählte der Schäferin von Wiesen mit süßen Kräutern und den Träumen die es im Winter geträumt hatte, bedankte sich und machte sich wieder davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später im Sommer, die Nächte waren inzwischen frei von Frost, bekam die Schäferin erneut Besuch. Eine Gazelle trat vor die Jurte hin und fragte: &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe.&lt;br /&gt;
Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Nach dieser freundlichen Einladung rief die Gazelle ihr Junges aus dem hohen Gras und beide betraten die Jurte. Das Junge sprang in der Jurte über alle Kissen und Kisten, sie aßen und tranken und hatten einen vergnüglichen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Tage vergingen, es war schon beinahe Abend, da trottete ein Dachs auf die Jurte zu. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Der Dachs brummte zuerst etwas missmutig vor sich hin, nahm die Einladung aber doch an. Er nahm gerne von dem Trockenfleisch der Schäferin und davon durstig geworden noch mehr vom Wein, den sie ihm anbot. Mehr als ein bisschen betrunken sang er ihr alle Leider vor, die er kannte und schlief am Feuer ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lauf des Sommers besuchten weitere Tiere der Steppe die junge Schäferin. Eine Schlange verbrachte die Nacht um das Herdfeuer geringelt und deutete ihre Träume, ein stolzer Hirsch lief mit ihr und ihrem Pferd um die Wette, von den hohen Gipfeln kam ein Adler zu ihr herab, der ihr Geschichten von jenseits der Berge erzählte und einer der wilden Esel trug sie, nachdem sie ihn zu Gast geladen hatte auf seinem Rücken zu einem versteckten Wasserloch, das sie bis dahin noch nicht gekannt hatte. Ihnen allen stellte sich Aynur vor und sie alle lud sie zu Gast. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende des Sommers, die Nächte waren schon viel länger geworden und der Herbst färbte das Land hörte die junge Schäferin ein heulen das nicht der Wind war. Sie löschte das Feuer in der Jurte, trieb die Schafe ein gutes Stück weit weg und gürtete sich mit dem langen Messer. Zurück an der Jurte setzte sie sich vor den Eingang und wartete.&lt;br /&gt;
Es wollte schon fast Nacht werden, als ein großer grauer Wolf vor sie hintrat. Seine gelben Augen leuchteten über den elfenbeinweißen Zähnen. Er knurrte leise. &amp;quot;Ein Menschenkind... Was machst du denn ganz alleine in der weiten Steppe?&amp;quot;&lt;br /&gt;
Aynur antwortete ihm: &amp;quot;Ich hüte meinem Vater die Jurte, er ist beim ersten Morgengrauen fort auf die Jagd, das ist sein Handwerk. Das Feuer in der Jurte ist leider ausgegangen, aber du kannst gerne auf ihn warten, damit er es wieder entzündet. Ich erwarte ihn jeden Moment!&amp;quot; &lt;br /&gt;
&amp;quot;Oh, keine Umstände meinethalben, Ich muss fort, ich habe dringende Geschäfte zu erledigen...&amp;quot; antwortete der Wolf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jedermanns Bruder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Stämmen Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst, vor langer, langer Zeit, als Riasina ihre Herde zu sich rief und ihr Antlitz vor den Menschen verschleierte, kam es zu den Ereignissen, von denen ich euch nun berichten will. Bei dieser Mondfinsternis nämlich, gelang es Jardo, dem Gefährten der Nacht, sich aus den silbernen Ketten des Wissens zu befreien, mit denen er an Riasinas Thron gekettet ist, seit Anbeginn von Tag und Nacht. Was folgte nun, da der Herr von Frost und Schnee nun frei war, zu tun, was er wollte? Überzog er alles mit Kälte und der unsichtbaren Macht seiner Mutter? Machte er sich auf den Weg, endlich seine Geliebte zu erreichen, nach der er sich so viele Menschenalter schon sehnte? Nichts von Alledem! Die Menschen bemerkten sein Fehlen erst gar nicht und erfreuten sich an einem langen, warmen Sommer. Der Sommer hatte das Korn reifen lassen, doch die Früchte an den Bäumen verdorrten, ehe sie reif wurden. Und das, was den Menschen von der Ernte übrigblieb, wurde von Fliegen heimgesucht. Niemand konnte mehr ruhig schlafen, so viele Plagegeister hielten die Menschen nachts wach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bauer, der sein Haus am Fluß hatte, besah sich seine Felder, seinen Speicher und sein Haus, wo es von Fliegen und Schnaken nur so wimmelte, und sprach: „Dank sei dir Riaplot, doch wie sollen wir nur überleben, wenn unsere Vorräte verderben, noch ehe der weiße Mantel die Erde bedeckt? Wenn er doch nur kommen würde, der Gefährte der Nacht, mit Eis und Schnee, ehe es zu spät ist. Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte nicht nur Sonne. Nicht weit entfernt vom Bauern ging ein Jäger auf die Jagt. Eines Tages hatte der Jäger einen großen Hirsch verfolgt, als ein Unwetter aufzog und ein heftiger Regen ihn überraschte. Er zog einen Pfeil aus dem Köcher und zielte. Doch just in diesem Moment barst sein geliebter Bogen, denn der Regen hatte das Holz aufquellen lassen. Das Wasser klatschte und prasselte ihm nur so ins Gesicht, dass er bald rein gar nichts mehr sah und als er schließlich nach Hause kam, goss er ganze Bäche aus seinen Stiefeln. Der Hirsch war unterdessen in den Wald zurückgesprungen. Da rief der Jäger: „Wie soll ich nur jagen? Was wird aus mir? Bei diesem Regen muss ich mir bald eine Angel bauen und ein Netz knüpfen und auf die Pirsch gehen nach Hirsch-Fischen und Reh-Fischen! Wie glücklich wäre ich, wenn der Gefährte der Nacht die Blätter von den Bäumen fegen und mir ein paar schöne frost-klare Nächte bescheren könnte! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte den Menschen viele saftige Weidegründe. Und so trieben die Hirten im Tal ihre Herden immer weiter und weiter. Doch die Mutter der Hirtensippe blieb allein zurück. Als die Zeit für die Herbstnächte immer näher rückte, sorgte sie sich sehr, denn noch war keines ihrer Kinder an das Herdfeuer ihres Heims zurückgekehrt. Die alte Frau rief: „Was wird nur aus mir altem Weib! Vor Sorge kann ich nicht schlafen und vor Einsamkeit werde ich noch ganz krank! Hilf mir, Gefährte der Nacht, und weise meinen Kindern den Weg zurück an mein Feuer! Dort wollen wir das Ende des Sommers feiern und dich preisen! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Landauf und landab im ganzen Tal riefen die Menschen bald: „Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
All dies Rufen und Bitten hörte Jardo und beschloss, in die Heime derer einzukehren, die so flehentlich um seine Hilfe baten. Er kehrte ein in das Haus des Bauern, brachte alle Fliegen und Schnaken zum Schweigen, sodass die Vorräte nicht verdarben und der Bauer nach langer Zeit endlich wieder ruhig schlafen konnte. Er fegte die Blätter von den Bäumen und brachte frostige Nächte, in denen der Jäger mit reicher Beute von der Jagt heimkehrte. Er geleitete mit eiskaltem Westwind und Raureif die Hirten zurück zu ihrem Heim, wo sie zum Festessen mit ihrer Mutter fette Schafe schlachteten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wanderer ging er in den Häusern und Jurten ein und aus und zu den Menschen sprach er: &lt;br /&gt;
„Ihr habt mich in euer Heim gerufen. Nun, hier bin ich, bereit zu bleiben und zu geben, was ihr so lange vermisst habt. Doch habe ich drei Bedingungen: Jedem, der an eurer Tür Gastrecht erbittet, dem sollt ihr es gewähren! Bruder sollt ihr mich nun nennen, wenn ich in eurem Heim wohne! Und die Vögel, die füttert nicht vor eurer Tür, sondern dort, wo ihr auch euer Vieh füttert! Und ganz besonders die Eule, die nachts durchs Fenster schaut, die sollt ihr vertreiben, denn sie erspäht für die mächtige Riadugora die Seelen, die sie bald holen kommen will! Verriegelt die Fenster, dass sie eure Kinder in ihren Betten nicht zu lange ansieht!“&lt;br /&gt;
So verging die Zeit, in der der Gefährte der Nacht in den Häusern ein und aus ging. In den kurzen Tagen zehrten die Menschen von ihren Vorräten und fütterten ihr Vieh. Die wenigen Vögel, die sich an den Resten vom Viehfutter und Brotkrumen gütlich taten, hielten sie von ihren Türschwellen fern. Nachts kamen sie um die niedrig brennenden Herdfeuer zusammen, um zu erzählen. Sie hießen Gäste willkommen und waren froh und glücklich, Jedermanns Bruder in ihrer Mitte zu wissen. So vergingen Tag um Tag und Nacht um Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Große und Herrliche Riasina hatte sich derweil ihre Herde genug besehen, warf den Schleier ab und begab sich zu ihrem silbernen Thron, um ihre Reise fortzusetzen. Doch was fand sie dort? Leere Ketten und keine Spur der silbern gefiederten Schlange! Mit den geborstenen Ketten ging sie zu ihrer Schwester, damit sie ihr helfen könnte, den Flüchtigen zu finden. Die Allverzeihende kniff die Augen zusammen und siehe da: enddeckte sie Spuren ihres Sohnes im Tal zwischen den zwei Flüssen. So schickte sie ihre Vögel um Ausschau nach Jardo zu halten. besonders ihre alte treue Eule ließ sich nachts still und unentdeckt in den Bäumen nahe der Häuser nieder, um durch die Fenster zu spähen und zwischen all den Menschen den Sohn ihrer Gebieterin ausfindig zu machen. Doch es wollte ihr bei dem dichten Gewimmel an Menschen in den Häusern nicht gelingen. Tapfer saß sie Nacht um Nacht still ohne ein einziges, leises „Schuhu“ auf ihrem Baum und spitzte die Ohren. Doch hörte sie die Menschen sich untereinander nur Bruder nennen. &lt;br /&gt;
Bald enddeckte sie manch ein Vater auf ihrem Baum und begann, Steine auf sie zu werfen und sie mit den Worten zu verscheuchen: „Fort mit dir, wag es ja nicht, meine Kinder anzusehen, wie sie in ihren Betten schlafen!“&lt;br /&gt;
Das machte die alte, weise Eule stutzig. Hatten die Menschen sie nicht immer freundlich begrüßt, wenn sie auf einem Baum neben dem Haus saß, durch die Fenster die schlafenden Kinder besah und ihnen durch ihr „Schuhu“ gute Träume brachte? Hatte nicht manch eine Mutter nachts das Fenster offengelassen oder war gar mit einem weinenden Kind im Arm vor die Türe gegangen, damit es sich beruhigte und einschlief? &lt;br /&gt;
Sie flog heim zu ihrer Gebieterin und berichtete von all dem was sie gehört und gesehen hatte. Die Allverzeihende ahnte, was geschehen war. Ihr Sohn weilte unter den Sterblichen und verweilte zwischen ihnen, um sich seiner Pflicht zu entziehen. Und so schickte sie die Eule zurück zu den Menschen mit einer List.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Tal zwischen den zwei Flüssen wurden derweil die Nächte immer länger und kälter, jetzt, da Jedermanns Bruder bei den Menschen eingezogen war. Der Bauer besah sich seinen leeren Speicher, in dem selbst die Mäuse erfroren waren. Er seufzte: „Wie sollen wir leben, wenn wir bald das Saatgetreide essen müssen?“ Der Jäger kehrte bald immer öfter mit leeren Händen von der Jagt zurück. Denn im tief verschneiten Wald war kaum noch Wild zu finden. Am Herdfeuer der Sippenmutter tranken die Hirten bald nur noch dünnen Tee. Und statt Geschichten und Gelächter hörte man oft nur noch Murren und Zank. Denn mit der Zeit wird, wie wir alle wissen, die Enge Manchem lästig. &lt;br /&gt;
So kam es, dass eines Tages ein Mütterchen aus ihrer Jurte trat und nach ihren Tieren sah. Gerade hatte die Sippe das Abendgebet gehalten, schon stritten drinnen am Feuer ihre Töchter, während ihre Söhne grimmig und stumm in die Glut starrten. &lt;br /&gt;
Da sah sie auf einem Baum die Eule sitzen. Alt wie sie war, hatte sie keine Angst vor ihr. Was Jedermanns Bruder über die Eule sagte, beeindruckte sie nicht sehr. Die Kindeskinder schliefen in diesen Nächten zwar schlecht, es war jedoch keines gestorben und sie selbst hatte schon seit langem ihren Frieden gemacht. Wenn Die, Deren Thron am Ende steht, sie durch ihre Dienerin in ihre Hallen einladen würde, so sollte es eben geschehen.&lt;br /&gt;
„Grüß dich Mütterchen, Schuhu,“ rief die Eule. „Guten Abend, Eule,“ sprach das Mütterchen.&lt;br /&gt;
„Kalt ist es, Schuhu! Alleine hier draußen?“, sagte die Eule.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist Streit, hier draußen ist Frieden. Zu viel Lärm für meine alten Ohren.“&lt;br /&gt;
„Wie kommts? Schuhu,“ &lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder treibt die Leute zusammen und die Zeit wird ihnen lang. Keine Butter im Tee, alle Wolle versponnen, alle Geschichten schon siebenmal erzählt. Dafür teilen wir uns jetzt die Läuse und die Wanzen.“&lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder also, Schuhu! Wer mag er nur sein?“&lt;br /&gt;
„Der Klein-Große, der Dick-Dünne, der Mit-Ohne-Bart, der genau ist es, der bei uns ein und aus geht.“&lt;br /&gt;
„Der ist es also, Schuhu. Man freut sich ja über jeden Besuch. Bei Manchem bei Kommen, bei Manchem beim Abschied, nicht wahr?“&lt;br /&gt;
Die alte Frau lächelte und sagte nichts mehr.&lt;br /&gt;
„Schuhu, komm morgen wieder und bring einen leeren Schlauch mit.“, sagte die Eule und flog davon. &lt;br /&gt;
Am nächsten Abend trat die alte Frau wieder aus ihrer Jurte, ging dahin, wo das Vieh zusammengetrieben worden war und wartete mit einer leeren Ziegenhaut auf die Eule. Als die Sonne ganz untergegangen war, kam sie schließlich geflogen.&lt;br /&gt;
„Schuhu, Mütterchen, siehst du den Stein da? Nimm ihn und schlag die Eisdecke über dem Wasserloch ein, in dem ihr euer Vieh tränkt.“&lt;br /&gt;
Der Stein war schwer, doch gesagt, getan.&lt;br /&gt;
„Schuhu! Nun fülle den Schlauch und nimm eine Hand voll Schlamm vom Grund. Den Schlamm mischst du in den Gerstenbrei zuhause und lässt ihn stehen. Wirst schon sehen, was daraus wird. Und in den Schlauch sollst du jeden Sommer den Saft der reifsten und besten Früchte füllen und ihn aufheben, bis der Sommer vorbei ist. Der Trunk aus diesem Schlauch wird jeden, der davon trinkt, mit der Wärme des Sommers erfüllen. Einer, der vorm Feuer dies hier trinkt, wird offenbaren, ob er nun klein oder groß ist, ob dick oder dünn, ob er einen Bart hat oder keinen. Er wird seinen wahren Bruder Bruder nennen und seine wahre Schwester Schwester. Nun geh zurück in dein Haus.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Feuer schenkte die Frau allen von dem Wasser aus dem Schlauch ein. Doch wie sonderbar roch dieses Wasser! Es roch nach allen Früchten des Feldes, nach grünem Gras, nach Blumen, nach Honig und nach Harz von den Bäumen. Jeder, dem dieser betörende Duft in die Nase stieg, nahm einen tiefen Zug aus dem Becher. Und noch einen. Und noch einen. Eilig schenkte sie nach. Auch Jedermanns Bruder hatte sich am Feuer eingefunden und bereits gierig drei Becher geleert. &lt;br /&gt;
je mehr er trank, desto mehr stieg die Wehmut in ihm auf. Bald erzählte er den Menschen am Feuer von seiner Geliebten und seiner immerwährenden Suche. Er beweinte sein Schicksal, klagte bitterlich darüber, wie er sich in silbernen Ketten auf rastlosen Reisen am Thron der Riasina plagen musste. Der Trank hatte alle Streitereien am Feuer verstummen lassen und es wurde immer stiller. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald begannen sich die Brüder und Schwestern am Feuer aneinander zu lehnen, denn die Glieder waren ihnen schwer geworden. Nur Jedermanns Bruder trank und redete und trank und redete weiter. Schließlich merkte er, wie still es geworden war, erhob sich und trat vor die Tür. Dort setzte er sich auf einen Stein.&lt;br /&gt;
„Ein Bruder draußen allein in der Nacht. Warum nur, Schuhu?“, fragte eine Stimme.&lt;br /&gt;
„Ach, geh doch weg! Was verstehst du schon,“ sagte er.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist ein warmes Feuer und alles schläft und träumt.“&lt;br /&gt;
„Weißt du wer ich bin? Die Nacht ist mir nicht fremd, die Kälte ist mir eigen. Alles war gut bis zu dieser Nacht. Nun zerreißt mich die Sehnsucht, wenn ich den Duft meiner Geliebten rieche, sie schmecke aber sie nicht sehen oder halten kann.“&lt;br /&gt;
So fuhr er fort, bis er schließlich alles gesagt hatte, müde wurde und sich nur noch unter dem Stein verkriechen und ausruhen wollte. Da lag er nun und die weise Eule griff ihn und trug ihn fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das gefiederte Kalb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Kindern Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des vierten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Sebastian''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verstarb die Mutter von drei Töchtern. Der Klugen vererbte sie den Hof, der Willensstarken die Herde und der Geduldigen die magische Spindel, deren Garn nicht endet. So gab sie jeder Tochter ihren Teil und eine jede war zufrieden. In vollem Glück lebten sie gemeinsam, bis auch das Leben ihres Vaters sich dem Ende näherte und er sie an sein Bett rief. Und wie er sie nun zum letzten Mal sah musste er weinen.&lt;br /&gt;
„Weine nicht“, sagte die Willensstarke. „Denn auch nachdem du gestorben bist, werden deine Kinder und Kindeskinder deinen Namen kennen!“ Doch der Vater weinte nur noch mehr.&lt;br /&gt;
„Warum weinst du denn?“ fragte die Kluge. „Was ist es, dass dir keine Ruhe gönnt?“&lt;br /&gt;
„Ach meine Töchter“, sagte der Vater, „Ich versprach eurer Mutter, das Geheimnis ihres wahren Schatzes zu bewahren. Doch wenn ich gestorben bin, wird niemand mehr davon wissen. Dies betrübt mein Herz.“&lt;br /&gt;
Nun verlangten die Kluge und die Willensstarke von ihrem Vater, ihnen vom wahren Schatz der Mutter zu berichten. Nur die Geduldige hielt seine Hand bis er starb. Und kurz vor seinem letzten Atemzug murmelte er ihr sonderbare Worte ins Ohr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Bestattung sittsam verrichtet war, beschuldigte die willensstarke Tochter ihre geduldige Schwester, das Wissen über den Schatz der Mutter vom Vater offenbart bekommen zu haben und Streit brach aus, weil die eine auf dem Vorwurf beharrte und die andere ihn stur von sich wies. Wie das Glück im Haus abnahm, fasste die kluge Schwester sich ein Herz und sprach zuerst mit der Willensstarken.&lt;br /&gt;
„Warum beschuldigst du unsere Schwester, den Schatz unserer Mutter zu verbergen?“ Fragte sie. „Weißt du es nicht mehr? Die letzten Worte unseres Vaters galten ihr. Aber sie verrät uns nicht, was er ihr sagte.“ Entgegnete die willensstarke Schwester.&lt;br /&gt;
„Sie wird dir nichts davon sagen, weil du sie im Zorn gefragt hast.“ Sagte daraufhin die kluge Schwester. „Aber mir wird sie es sagen, wenn ich sie danach frage.“&lt;br /&gt;
So ging sie zur geduldigen Schwester. Anstatt sie nach den letzten Worten des Vaters zu fragen, wollte sie zunächst erfahren, wie denn der Streit begonnen hätte.&lt;br /&gt;
„Unsere Schwester behauptet, Vater hätte mir mit seinen letzten Worten den Schatz verraten und dass ich ihn für mich allein behalten wolle. Das ist nicht wahr! Doch wo sie mich so frech beschuldigt, will ich ihr gar nichts davon sagen. Soll sie doch denken was sie will und an ihrem ungerechten Zorn ersticken, mir wird sie ohnehin nicht glauben.“&lt;br /&gt;
„Mir aber, wenn ich die Worte kenne.“ Sagte da die kluge Schwester. „Bedenke, wenn der Streit zwischen euch nicht endet, wird das über uns alle Unglück bringen.&lt;br /&gt;
Da gab die geduldige Schwester nach und gab die Worte preis: „Es waren die verwirrten Worte der Seele, die schon auf dem Wege ist. Er sagte: Finde das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.“&lt;br /&gt;
Als die kluge Schwester der Willensstarken nun davon berichtete, meinte diese, dass jenes Kalb der Schatz der Mutter sein müsse. Statt sich mit ihrer geduldigen Schwester zu versöhnen, gab sie die Herde ihrer klugen Schwester zur Aufsicht, nahm Bogen und Dolch und zog aus, das gefiederte Kalb zu suchen, das wie die Lerche singt. Der Streit war zwar nicht geschlichtet, wurde aber auch nicht fortgeführt. Also nahm das Glück der Drei wieder zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lang wanderte sie durch die Welt und bestand viele Abenteuer, ohne das wundersame Tier jemals zu finden. Eines Tages, als die Schatten schon lang waren, kam sie zu einem hohen Berg. Obwohl sie ihn sogleich besteigen wollte, wurde sie plötzlich von einer jähen Müdigkeit erfasst. Nachdem ihr Wille mit ihrer Vernunft gerungen und die Vernunft gesiegt hatte, schlug sie ihr Lager auf um zu rasten und ihr Werk am nächsten Tag zu tun.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber keine Fremde war. &lt;br /&gt;
„Oh mein Kind“, sagte sie, „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will den Schatz meiner Mutter finden!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn so sieht der Schatz meiner Mutter aus!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den geraden Weg. Er führt mich auf den Gipfel dieses Berges!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut. Der Rücken dieses Berges ist von Gier bewaldet und in seinen Tälern fließt Verschwendung. Hier zeigen die Diebe die Wege, die von den Räubern angelegt wurden. Selbst wenn du nur den geraden Weg verfolgst mag es dennoch sein, dass du dein Ziel verlierst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Nach kurzer Zeit begegnete sie einem starken Mann der behauptete, ihr den Weg zeigen zu wollen. Doch die Schwester dachte sich: Verschweigt er die Gefahr, dann ist er ein Feind. Also kämpfte sie mit ihm und siegte, obwohl er viel stärker war. Sodann zwang sie ihn, ihr einen geraden Weg auf den Gipfel des Berges zu hauen.&lt;br /&gt;
Als sie ihr Ziel schon halb erreicht hatte, begegneten sie einem wunderschönen Mann, der sie freundlich nach ihrem Weg fragte. Doch die Schwester dachte sich: Verschweige ich meine Absicht, so hindert er mich nicht. Also sagte sie ihm, dass er ihr schon folgen müsse, um ihren Weg zu kennen. Und obwohl er ihr den blumigsten Wein und die köstlichsten Speisen anbot, wiederstand sie der Versuchung, zu rasten.&lt;br /&gt;
Kurz bevor sie den Gipfel des Berges erreicht hatten, erlahmte ihrem Knecht der Arm und er wollte seinen Dienst nicht länger tun, selbst wenn er geschlagen würde. Da hatte ihr Gefährte auch schon das Lager aufgeschlagen und den Wein und die Speisen bereitet. Da dachte die Schwester sich: Will ich mich nicht im Dickicht verstricken, muss ich darauf warten, dass mein Knecht wieder zu Kräften kommt und rasten. Ich selber aber will nichts von dem kosten, was mir im Wald der Gier angeboten wird.&lt;br /&gt;
Doch während der Rast kam die Nacht und am nächsten Morgen erkannte die Schwester den Wald nicht mehr. Sie konnte sich nicht daran erinnern, welches der gerade Weg auf den Gipfel sein mochte. Sie wollte aber auch ihre Absicht nicht verraten. Daher konnte sie nicht nach der Richtung fragen. So gab sie sich dem Wein, den Speisen und den Männern hin und die Zeit verging und sie vergaß das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod der Mutter vergangen waren und das Glück der beiden verbliebenen Schwestern wieder ab-, wieder zu und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwester zurückgekehrt war, beschloss die Kluge, nach ihr zu suchen. Sie gab der Geduldigen die Aufsicht über den Hof und die Herde und zog in die Welt.&lt;br /&gt;
Nach eiliger Suche erreichte sie den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Alle Diebe und Räuber dort hatte ihre Schwester sich inzwischen unterworfen. In der Hoffnung auf Beute führten sie die Kluge direkt zu ihrer Herrin. Die freute sich sehr über das Wiedersehen mit ihrer Schwester.&lt;br /&gt;
Doch die kluge Schwester sagte: „Sag‘ mir wie es sein kann, dass du deine Schwestern und deine Herde und deine Suche nach dem Schatz unserer Mutter vergessen hast!“&lt;br /&gt;
„Meine Herde habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Und es kümmert mich nicht, denn ich habe jetzt größeren Reichtum. Meine Schwestern hatte ich vergessen, aber ich erinnerte mich dank dir. Und ich will es wiedergutmachen: Geh‘ und bringe unsere Schwester her und lebt mit mir, denn hier wird es uns an nichts fehlen. Das gefiederte Kalb habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Doch glaube ich nicht, dass mehr daran ist als die verwirrten Worte unseres Vaters, die er sprach, als seine Seele schon auf dem Weg gewesen ist.“&lt;br /&gt;
Da merkte die Kluge, dass sie ihre Schwester nur wirklich zurückbekommen würde, wenn sie das gefiederte Kalb fände. Also ging sie zum Schein auf das Angebot ein und bat um einen Knecht, der ihr den Weg zeigen sollte. Diesen aber wies sie an, sie zum Gipfel zu führen. Und als er diesen Dienst verrichtet hatte, schickte sie ihn fort.&lt;br /&gt;
Auf dem Gipfel des Berges erblickte sie ein prachtvolles Haus. Doch ehe sie sich nähern konnte, wurde sie von rascher Müdigkeit übermannt und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber kein Fremder war. „Oh mein Kind“, sagte sie. „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will meine Schwester zurück!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn wenn wir uns den wahren Schatz unserer Mutter teilen, werden ihre falschen Reichtümer sie nicht mehr blenden!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den schnellen Weg. Er führt mich hinter die Türen dieses Hauses!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut, denn hinter diesen Türen liegt die Schule, deren Dach mit Irrtümern gedeckt und deren Boden mit Fehlern gepflastert ist. Hier lehren die Blinden das Lesen und die Tauben den Gesang. Selbst wenn du nur den kurzen Weg verfolgst, mag es sein, dass du deinen Namen vergisst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Von fern sah sie zwei Dienerinnen mit geschorenen Köpfen, eine blind, die andere taub, wie sie das Tor bewachten. Mit lautlosen Schritten näherte sie sich. Sodann grüßte sie die Taube, die sie ja sehen konnte, ohne Stimme, indem sie nur ihre Lippen bewegte. Die fragte nun die Blinde, was die Fremde denn gesagt habe, doch jene gab mit Zeichen und Gebärden zur Antwort, nichts gehört zu haben und was für eine Fremde das denn sein solle. Da dachte die Taube, sie müsse einem Geist gegenüberstehen und sang einen Zauberspruch, um ihn zu binden. Die kluge Schwester merkte sich jeden Klang davon, doch als Wesen von Fleisch und Blut konnte sie damit nicht gebunden werden. Da fürchtete sich die Taube so sehr, dass sie es nicht wagte, ihr den Weg zu versperren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Mauern lebte sie lange Zeit unter den Blinden und Tauben. Sie mimte, zu ihnen zu gehören und lernte von ihnen: Von den Tauben den Gesang und von den Blinden die Schriften, bis sie Klang und Bedeutung vieler Namen erfahren hatte. Doch weil die Blinden nur Schriften lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch sehen konnten und die Tauben nur Lieder lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch hören konnten, war es unmöglich, von ihnen den wahren Namen des gefiederten Kalbs zu lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wagte sie es, den Geist des Hauses zu beschwören, um ihn nach dem wahren Namen des gefiederten Kalbes zu fragen. Der Geist des Hauses, das mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist, gab der Schwester ohne Zögern Antwort auf ihre Frage und er sprach:&lt;br /&gt;
„Ich kenne das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Sein Name ist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt. Es muss mit glühenden Kohlen gefüttert und mit Blut getränkt werden. Drei können es hüten, aber nur wenn zwei von ihnen tot sind. Es durchschaut alle Lügen, doch es ist davon gelangweilt. Es gleitet durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser. Es gibt drei Wege es zu zähmen aber niemand kann diese Wege erlernen.“&lt;br /&gt;
Da grübelte und grübelte die Schwester über dieses Rätsel und konnte es nicht lösen. Ohne Unterlass suchte sie in den Schriften der Blinden und den Liedern der Tauben nach dem richtigen Hinweis. Und nach langer Zeit erfolgloser Mühen vergaß sie ihren Namen. Fortan hielt sie sich für eine Taube unter Tauben und eine Blinde unter Blinden und hielt die Schule auf dem Gipfel des Berges für ihr Heim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod des Vaters vergangen waren und das Glück der verbliebenen Schwester wieder zu- und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwestern zurückgekehrt waren, fand sie eines Mittags eine Lerche auf dem Zweig des Baumes, unter dem die Kälber Schatten suchen. Und zu ihrem Erstaunen ahmte die Lerche keinen Vogel, sondern eines der Kälber nach, welches sogleich antwortete.&lt;br /&gt;
„Oh wie wunderbar!“ Sagte geduldige Schwester. „Du bist das Kalb, das wie die Lerche singt. Wenn du nun auch noch Federn hättest, hätte ich den letzten Wunsch meines Vaters erfüllt.“&lt;br /&gt;
„Wenn du willst, dass mir Federn wachsen“, antwortete das Kalb, „dann musst du mich mit glühenden Kohlen füttern und mit Blut tränken.“&lt;br /&gt;
Die Schwester gab dem Kalb was es verlangte und tatsächlich fraß es die Kohlen. Doch plötzlich war es ihr, als würde sie selbst die Glut auf der Zunge spüren. Da halfen weder Wasser noch Wein, die Schmerzen wollten erst enden, als das Kalb alles aufgefressen hatte. Und als es das Blut trank, schnürte sich der Schwester die Kehle zu und sie wurde von Mattigkeit und Schwindel erfasst. So sank sie hin und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschienen ihr Mutter und Vater. &lt;br /&gt;
Ihr Vater sprach: „Deine Schwester lebt im Wald der Gier und hat ihr Ziel verloren. Du musst sie retten und heimbringen. Dies soll dein Ziel sein, verliere es nicht!“&lt;br /&gt;
Ihre Mutter sprach: „Deine Schwester lebt unter dem Dach der Irrtümer und hat ihren Namen vergessen. Du musst sie retten und heimbringen. Daran soll dein Name gebunden sein, vergiss ihn nicht!“&lt;br /&gt;
„Wie soll ich das anstellen?“ Fragte die Tochter.&lt;br /&gt;
Und sie sagten: „Beide suchten auf dem rechten Weg, aber nicht zur rechten Zeit. Doch sie werden gefunden werden von dem Tier, das sie nicht finden konnten so wie du es fandst, als du es nicht suchtest.“&lt;br /&gt;
Als sie erwachte hatte das Kalb, das wie die Lerche singt, ein prächtiges weißes Federkleid bekommen. Da wusste die Schwester, was sie zu tun hatte. Doch weil sie fürchtete, sie könnte auf dem Weg ihr Ziel verlieren und ihren Namen vergessen, knotete sie das Garn ihrer magischen Spindel an ihren Herd. Denn sie wusste, dass es nie enden und ihr stets den Weg nach Hause zeigen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf verschlungenen Pfaden trabte das gefiederte Kalb so rasch davon, dass die geduldige Schwester kaum mit ihm Schritt halten konnte. Doch bevor es ihr endgültig entwischte, stach sie ihm die magische Spindel ins Federkleid. Dort blieb sie unablöslich hängen und spann ihr Garn von selbst, sodass die Schwester dem gefiederten Kalb stets auf der Spur blieb, indem sie dem Faden folgte.&lt;br /&gt;
Sie fand es erst wieder an einem Feuer im Wald der Gier. Vorsichtig schlich sie sich heran und beobachtete heimlich aus der Dunkelheit, was dort vor sich ging. Am Feuer wärmte sich, einsam und verraten, ihre Schwester mit verschlissenen Kleidern und zerzaustem Haar. Sie saß zwischen zwei auf Stecken gespießten Köpfen und hatte soeben glühende Kohlen für das gefiederte Kalb aus ihrem Feuer geholt.&lt;br /&gt;
„Wer waren die Zwei, mit deren Köpfen du dein Feuer teilst?“ Fragte das Kalb.&lt;br /&gt;
Da berichtete die willensstarke Schwester. „Dieser war mein Knecht, der mich berauben wollte. Da schlug ich ihm den Kopf ab. Und jener war mein Gefährte, der mich bestehlen wollte. Da schlug ich ihm die Hand ab und als er verblutet war, nahm ich auch ihm den hübschen Kopf.“&lt;br /&gt;
Das Kalb blickte hin und her und überlegte.&lt;br /&gt;
„Du, der Räuber und der Dieb, ihr sollt meine Hirten sein!“&lt;br /&gt;
So sprach es und fraß. Da brüllte die einsame Schwester vor Schmerz. Und als das gefiederte Kalb trank, da fiel sie in einen traumlosen Schlummer.&lt;br /&gt;
Die Geduldige erinnerte sich gut an den Streit mit ihrer Schwester, der ohne Versöhnung geblieben war. Und weil sie sich vor dem wilden Anblick und den blutigen Trophäen fürchtete, wagte sie sich erst jetzt hervor. Sanft bettete sie ihre Schwester und flocht ihr das Haar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“ Fragte sie das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Sie glaubte, über Lügner und Betrüger zu herrschen. Aber sie wurde belogen und betrogen. Gestern dachte sie: Morgen hole ich mir meinen Reichtum zurück. Vorgestern dachte sie: Morgen nehme ich Rache an jenen, die meinem Zorn entgingen. Und am Tag davor dachte sie: Morgen kehre ich heim. So ergeht es jenen, die einen starken Willen, aber kein Ziel mehr haben. Sie wärmen sich jeden Tag an einer anderen Lüge. Heute glaubt deine Schwester, in mir den Schatz eurer Mutter gefunden zu haben. Und sie weiß nichts damit anzufangen. Sie wird mich hüten und denken, dass sie mich von Weide zu Weide treibt, so wie sie es einst gelernt hat. Dann wird sie zweifacher Lüge verfallen sein. Nicht sie treibt mich auf dem Pfad ihrer Wahl, ich locke sie auf meinen Pfad. Und es wird auch nicht der Schatz eurer Mutter sein, den sie hütet. Denn nicht zu sein, was ihr glaubt, dass ich bin, ist meine Natur.“ Dies sprach das Kalb.&lt;br /&gt;
Da erbebte die geduldige Schwester und rief unter Tränen: „Grausam bist du! Für dich haben wir unsere Münder mit Asche und Glut und unsere Hände mit Blut gefüllt. Und wie dankst du es? Bekümmert dich das Unglück nicht, das du über meine Schwester bringst?“&lt;br /&gt;
„Nein.“ Sagte das Kalb ohne Bosheit.&lt;br /&gt;
Da weinte die Geduldige die halbe Nacht und musste erkennen, dass das geheimnisvolle Tier ihre Schwester nicht freigeben würde, es gar nicht konnte, da ihre Mutter und ihr Vater und auch sie selbst sie an das gefiederte Kalb gefesselt hatten. So mühsam war ihr diese Erkenntnis, dass ihre Augen austrockneten wie Flüsse in der regenlosen Zeit. So flüsterte sie: „Der Pfad, auf den du meine Schwester lockst, wohin führt er dich?“&lt;br /&gt;
„Dahin, wohin der Mond mich ruft.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
„Dahin werde ich dir folgen, bis du meine Schwester freigegeben hast.“ Versprach sie.&lt;br /&gt;
„Das kannst du nicht.“ Wandte das Kalb ein.&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Sagte die Geduldige.&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag versteckte sie sich wieder vor ihrer Schwester und wartete ab, bis sie sich mit ihren abgeschlagenen Köpfen auf den Weg machte, das Kalb auf seinen Weiden zu hüten. Obwohl der Berg voller Diebe und Räuber war, wagte niemand, ihren Schatz zu begehren. Denn wenn ein gefiedertes Kalb von Dreien gehütet wird, von denen zwei tot sind, dann wird es unsichtbar. So kam die Willensstarke mit ihrem wundersamen Tier bis auf den Gipfel und ihre geduldige Schwester folgte ihnen unbemerkt am Garn ihrer magischen Spindel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wächter des Tores der Schule auf dem Gipfel des Berges sahen und hörten die Willensstarke schon von fern. Mit ihrem furchtlosen Gang, ihren abgeschlagenen Köpfen und ihrem geflochtenen Haar mussten sie sie für den Boten eines Feindes halten. Darum belegten sie sie mit Worten der Macht und warfen sie in den Kerker. Doch keinem Blinden und keinem Tauben offenbarte sie ihre Gründe noch ihre Absicht. Da war schließlich die Reihe an der klugen Schwester, der Fremden ihr Geheimnis zu entlocken. Die Willensstarke staunte nicht schlecht, als sie ihre Schwester erblickte und feststellen musste, dass sie nicht auf ihren Namen hörte und sich benahm, als spräche sie mit einer Unbekannten. So beschloss sie, der klugen Schwester nicht zu vertrauen und allen Fragen mit Schweigen zu begegnen. Nachdem sie sich zum ersten Mal begegnet waren, ohne dass der Willensstarken ein Wort über die Lippen gekommen war und die Kluge sie endlich allein gelassen hatte, um es ein anderes Mal zu versuchen, fragte sie das gefiederte Kalb: „Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“&lt;br /&gt;
„So ergeht es den Klugen beim Versuch, unlösbare Rätsel zu ergründen. Sie müssen ihren Namen vergessen und wer seinen Namen vergessen hat, erkennt das eigene Blut nicht mehr. In ihrem unermüdlichen Streben, einen Weg zu deiner Befreiung zu erlernen, ist sie nun zu der geworden, die dich gefangen hält. Heute wird sie sogar noch größere Mühen auf sich nehmen als sonst. Denn obwohl ihr Geist dich nicht erkennt, hat dein Gesicht in ihrer Seele eine Erinnerung wachgerufen. Und weil sie auf Fehlern wandelt und Schutz unter Irrtümern sucht, muss sie es missverstehen. Statt dich zu erkennen und zu befreien will sie glauben, kurz vor der Lösung ihres Rätsels zu stehen.“ Erklärte das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Welches Rätsel plagt sie so sehr?“ Begehrte die Willensstarke zu wissen.&lt;br /&gt;
„Das Rätsel meines unaussprechlichen Namens, der dennoch nicht verschwiegen werden kann.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, dass die Kluge tatsächlich einen Verdacht schöpfte. Obwohl sie das gefiederte Kalb nicht sehen konnte, erinnerte sie sich sehr gut an die Worte des Geistes der Schule. Als sie zum zweiten Mal in den Kerker ging, um mit der Gefangenen zu sprechen, nahm sie eine Schale glühender Kohlen und eine Schale Blut mit sich. Die stellte sie vor die Willensstarke hin und wartete wachsam ab, was geschehen möge. Das Kalb fraß und trank und die Kluge brüllte, aber nicht allein vor Schmerzen, sondern auch weil sie darüber frohlockte, der Lösung ihres Rätsels nahe gekommen zu sein wie nie zuvor. Daher webte sie, als sie Müdigkeit verspürte, nur umso rastloser ihr Zaubernetz um das gefiederte Kalb herum. Mit Hilfe aller Geister, die ihr im Himmel, auf der Erde und in der Unterwelt dienstbar waren, verlangte sie vom gefiederten Kalb, es möge ihr seinen wahren Namen preisgeben.&lt;br /&gt;
So sprach das gefiederte Kalb: „Mein Name liegt in vollkommener Offenheit vor dir. Er ist ebenso alt, wie die Verbannung der Götter der Unterwelt schon andauert. Er verleiht Macht über alle Wesen außer mir selbst. Mich selbst aber lässt mein Name nur verschwinden. Denn ich gleite durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser.“ Und mit dieser Antwort entschwand es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Moment, in dem das gefiederte Kalb in die unsichtbare Welt überging, wurde auch die geduldige Schwester unsichtbar und leise wie ein Windhauch. Denn sie berührte das Garn ihrer magischen Spindel und diese steckte ja noch immer im Federkleid des Kalbes, war also mit in die Geisterwelt entschwunden. Auf diese Weise gelang es ihr, an den Wächtern vorbei durch die Gänge der Schule bis in den Kerker zu gelangen. Dort fand sie ihre willensstarke Schwester zunächst allein vor, weil die Kluge sich, von Müdigkeit überwältigt, in ihre Kammer zurückgezogen hatte. Das Garn schien mitten in einer Kerkermauer zu enden, doch als die Geduldige genau hinsah, lauschte und fühlte, da meinte sie, die Lücken zwischen den Steinen wären gerade groß genug, um sich hindurchzwängen zu können. Als sie es bemerkte, hörte sie die Willensstarke nach dem Kalb rufen. „Wohin bist du gegangen? Ich fütterte dich, ich tränkte dich, ich hütete dich ohne Rast selbst noch im finsteren Kerker und wie dankst du es mir? Du bist kein geheimer Schatz, ein Fluch bist du!“ Rief sie.&lt;br /&gt;
Die geduldige Schwester näherte sich dem Ohr der Willensstarken und flüsterte mit verstellter Stimme: „Nicht zu sein, was du glaubst, dass ich bin, ist meine Natur. Ich gehe dahin, wohin der Mond mich ruft. Dann erst offenbare ich meinen Segen. Warte geduldig, bis es soweit ist.“&lt;br /&gt;
„Ach, wenn nur meine geduldige Schwester hier wäre.“ Entgegnete die Willensstarke. „Sie wäre besser geeignet für die Aufgabe, die du mir stellst. Ich verließ sie vor Jahren im Streit. Aber nun wünschte ich, es sei für die Versöhnung nicht zu spät.“&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Lächelte ihre Schwester.&lt;br /&gt;
Da betrat die kluge Schwester zum dritten Mal den Kerker, um ihre Gefangene zu zwingen, ihr das Versteck des gefiederten Kalbes zu zeigen. Denn sie wusste und wollte nicht, dass sie das nicht konnte. Als die Willensstarke dabei zusah, wie die Kluge ihre Zaubermittel bereitete, packte sie das Grauen.&lt;br /&gt;
So brüllte sie ihrer Schwester ins Gesicht: „Schläft denn deine Seele schon, während du noch am Leben bist? Erkennst du deine eigene Schwester nicht?“ Und sie sprach die Kluge mit ihrem Namen an und flehte, dass sie sich erinnern möge.&lt;br /&gt;
Diese zögerte, antwortete dann jedoch: „Ich falle nicht auf deine List herein. Dein Flehen und Fluchen wird dir nichts nützen. Ich gebe dich erst frei von meinem Zwang, wenn du mir das Versteck des gefiederten Kalbes verraten hast.“&lt;br /&gt;
Nun erkannte die geduldige Schwester, dass auch die Kluge dem Bann des wundersamen Tiers verfallen war. Darum flüsterte sie auch ihr zu: „Nur der Mond kennt mein Versteck. Dorthin kannst du mir nicht folgen. Doch bist du nicht ausgezogen, um deine Schwester zurückzuholen nachdem sie sich einst auf die Suche nach dem wahren Schatz eurer Mutter machte? Warte nur noch ein wenig. Wenn ich mein Ziel erreicht habe, dann hast du auch deins erreicht.“ &lt;br /&gt;
Als die Kluge verwirrt innehielt, verlor die Geduldige keine Zeit, band ihr magisches Garn um beide Schwestern und zwängte sich durch die Spalte und Fugen der Kerkermauer.&lt;br /&gt;
So gelangte sie in die unsichtbare Welt, die ihr wie eine mondlose Nacht auf schwarzem Meer unter dem Sternenzelt erschien. Weiter und weiter folgte sie dem Faden hinein, bis sie ein weiß erstrahlendes Schlangenei enddeckte. Klein sah es von Weitem aus, doch als sie es erreicht hatte, da war es sieben Ellen hoch, ohne jede Erhebung oder Kerbe und schöner als alles andere auf der weiten Welt. Verzückt stand das Geheimnistier davor. Kaum noch ein Kalb konnte man es nennen, so sehr war es gewachsen. Eben gerade so groß wie das Ei, aber nur, wenn es sich zusammenrollte.&lt;br /&gt;
„Wie bist du nur so groß geworden?“ Fragte die geduldige Schwester das Kalb.&lt;br /&gt;
„Wer das Unbekannte erblickt, dem erscheint es immer groß.“ Sagte das Kalb.&lt;br /&gt;
„Das habe ich erkannt. Doch obwohl du mich durch unbekannte, gar unsichtbare Lande geführt hast, entstammst du dennoch der Herde meiner Mutter. Dank mir hast du Federn. An das Garn meiner magischen Spindel bist du gebunden. Mit deiner Lerchenstimme sprach ich zu meinen Schwestern. Und ich habe den Ort gesehen, an den der Mond dich ruft. Ich kenne dich. Du bist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt und dein Name ist das Geheimnis.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„Ja, so ist es.“ Sagte das Geheimnistier. „Dennoch muss ich gehen, denn in dem Ei verborgen ist meine wahre Herde. Darum biete ich dir diesen Handel an: Jetzt ist die Stunde, in der die Herrin des Wissens ein weiteres Geheimnis verschließt. In der Welt der Sterblichen verfinstert sich der Mond. Nur jetzt ist es möglich, eines wieder herauszuholen. Und unter meinen hundert und tausend Geschwistertieren ist auch der wahre Schatz deiner Mutter. Schneide dein Garn ab und zum Lohn zeige ich ihn dir, auf dass du ihn herausholen kannst.“&lt;br /&gt;
„Nicht diesen Handel will ich mit dir schließen. Mein Name ist an ein anderes Ziel gebunden. Zerschneide ich meinen Faden, muss ich für immer in der Geisterwelt bleiben. Was nützt mir selbst das schönste Geheimnis hier, am schönsten aller Orte? Ich will dich ziehen lassen. Im Austausch will ich nur eine Feder deines Kleides.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„So ist es gesprochen und so soll es auch geschehen.“ Sagte das Geheimnistier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wandte die Geduldige sich ab von dem Ei und kehrte zu ihren Schwestern zurück. Sie sagte ihnen, dass der wahre Schatz ihrer Mutter die Gemeinschaft ihrer Töchter sei. Und weil die Geduldige eine Feder des Geheimnistiers im Haar trug, glaubten sie ihr. Also kehrten sie, nicht ohne Mühen und Gefahren, doch geleitet vom magischen Garn, nach Hause zurück. Dort erinnerten sie sich an glückliche gemeinsame Tage, versöhnten sich und ehrten Mutter und Vater.&lt;br /&gt;
Die Willensstarke hatte nie mehr das Gefühl, eine große Herde zu besitzen. Nach all ihren Erlebnissen kam ihr Erbe ihr klein und bescheiden vor. Auch die Kluge musste für den Rest ihres Lebens von Zeit zu Zeit an ihren Namen erinnert werden und verirrte sich zuweilen gar in ihrem eigenen Hof. Und die Geduldige dachte, wann immer sie eine Blume sah oder die Vögel an einem Frühlingsmorgen hörte, dass diese Dinge sehr gewöhnlich waren, nur ein blasser Abglanz göttlicher Schönheit. Doch die Drei suchten sich gute Männer, hatten viele Kinder und lehrten sie, stark im Willen, klug im Handeln und geduldig in ihren Werken zu sein. Sie erzählten ihnen die Geschichte vom gefiederten Kalb und dem wahren Schatz ihrer Mutter. Nur einen kleinen Teil verschwiegen sie: Keiner der Drei kam jemals ein Wort vom Garn der magischen Spindel über die Lippen. So geriet es mit den Jahren in Vergessenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag sein, dass ihr Haus inzwischen verfallen und ihre Nachkommen über die weite Welt verstreut sind. Doch das Garn von der magischen Spindel ist noch immer fest verknotet an der Stelle, wo einst das Herdfeuer brannte. Es führt hinauf auf den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Auf verschlungenen Pfaden führt es bis zu seinem Gipfel. Scheinbar nur endet es im Kerker der Schule, die mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist. Doch nur scheinbar: Tatsächlich aber geht es in die unsichtbare Welt über. Und von dort bis in den Himmel oder in die Unterwelt oder wo auch immer Riasina ihr Schlangenei verbergen mag. Jedes Mal, wenn Sie vom Himmel verschwindet um ein neues Geheimnistier darin zu verstecken, wird das Garn sichtbar für den, der geduldig genug ist um es zu sehen. Wer zudem über genügend Willenskraft und Klugheit verfügt, vermag ihm zu folgen um, wenn es dem Schicksal gefällt, der Göttin des Wissens ein Stück aus ihrer Herde abspenstig zu machen. Alles was dafür vonnöten ist, sind ein paar glühende Kohlen und ein wenig Blut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der glückliche Tagelöhner==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Längstal von Arbon überliefert, niedergeschrieben auf Burg Bärenfels Ende des vierten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Ripoff einer Figurenerzählung aus Fruits Basket von Natsuki Takaya''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war einmal ein Tagelöhner mit einem guten Herz, der frei war, wie er wollte, durch die Welt zu wandern.&lt;br /&gt;
Wenn er hungernden Kindern begegnete, gab er ihnen aus seinem Brotbeutel, bis er nichts mehr hatte. Wenn er frierenden Greisen begegnete, gab er ihnen von seiner Kleidung, bis er nichts mehr hatte. So ging er nackt in den Wald und begegnete einem Troll.&lt;br /&gt;
Die Bestie behauptete, zu frieren und zu hungern und weil der Tagelöhner kein Brot und keine Kleider mehr hatte, willigte er ein, dass der Troll ihn fressen und sich mit seiner Haut bekleiden dürfe. Jener zögerte nicht, fraß sein Fleisch und seine Innereien, bekleidete sich mit Haut und Haar und machte sich Schmuck aus Zähnen und Knochen. Das einzige, was vom Tagelöhner blieb, waren seine beiden glücklichen Augen. Hell und glücklich leuchteten sie, denn er war in dem Wissen gestorben, dass er anderen hatte helfen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Alabasterne Urne ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Erstmals niedergeschrieben im ersten Jahrzehnt auf den Schulen des Ischan. Mündlich in verschiedenen Varianten seit unbekannter Zeit von den Kindern Ischans und Natans sowie vom Kleinen Volk überliefert. Da schon die Figuren der Danasonvita Kernelemente dieser Sage kennen, ist es inzwischen weitestgehend Gelehrtenkonsens, dass die Handlung erst während des Letzten Großen Stammeskrieges in die Epoche des Königreichs von Altgar verlegt wurde und die Urform verloren ist.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Sebastian''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den goldenen Tagen, an der Grenze der Länder von Gar, wurde eines Tages die königliche Jagdgesellschaft so plötzlich von einem Gewitter überrascht, dass sich nicht einmal die Hirtenkinder aus den Grasmeeren daran erinnern konnten, so etwas schon erlebt zu haben. Jung und mutig wie sie war, entfernte sich Prinzessin Bahadur allein, weil sie eine Spur gefunden hatte, die von keinem bekannten Tier stammen konnte. Nachdem es ebenso plötzlich aufgeklart war, folgte sie der Fährte gegen den Wind bis hinunter zum Fluss, wo sie, verborgen im Dickicht, zwei herrliche Windhunde erblickte. Von nicht weniger als sieben Schritten Länge, mit Hufen statt Pfoten, saßen sie friedlich vor einem im Wurzelwerk gefangenen Boot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nun müssen wir ihn verlassen, Bruder.“, sagte traurig der eine Hund. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Aber wäre es nicht schön, wenn Sterbliche ihn fänden und vor Einsamkeit und Hunger, Durst und Kälte bewahrten?“, fügte er noch hinzu.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Ja, das wäre es, Schwester. Diese müssten aber Nachsicht mit seiner Stummheit haben oder, besser noch, wissen, dass er nur sprechen kann, wenn jemand mit Güte im Herzen die alabasterne Urne für ihn offenhält.“, sagte daraufhin der andere.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Besser nicht.“, gab der erste wieder zur Antwort. „Wer davon wüsste und Güte im Herzen hätte, würde am Ende noch den Fehler begehen, den Deckel in einem Raum mit Fenstern oder mit Kamin oder sogar unter offenem Himmel anzuheben. Oder sie könnte die Urne auch für eine zu lange Dauer geöffnet halten. Und dann würde der Tod ihn ereilen.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Da hast du wohl recht.“, sprach der zweite nun. „Aber unsere Sorge darf es nicht länger sein.“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Daraufhin breiteten die Hunde ihre unsichtbaren Flügel aus und flogen davon.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neugierig schlich die Königstochter, die wohl verstanden hatte, dass sie keine geringeren als Donner und Blitz während ihrer Rast belauscht hatte, aus ihrem Versteck. Wer wohl in dem Boot liegen mochte, dass von einem unbekannten Schicksal in ihr Land getrieben worden war? Darin fand sie einen schönen, jungen Mann, auf dessen Brust eine alabasterne Urne ruhte. Vorsichtig nahm sie das schmucklose Gefäß an sich und noch vorsichtiger weckte sie den Schlafenden. Ohne Misstrauen hieß sie ihn willkommen, stellte sich als Bahadur, Tochter der Königin Banubar, vor und fragte, als er nicht antworten konnte, ob er Dasilaryn sei, der Sohn der Himmlischen Hunde. Und als er dankbar lächelnd nickte, gewährte sie ihm das Gastrecht und brachte ihn nach Gar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasilaryn nannten ihn alle am Hofe, denn es schien der rechte Name für ihn zu sein, weil er zu Fuß kaum langsamer war als zu Pferd. Viele verehrten ihn, weil er große Taten im Krieg beging und niemand ihn mit dem Bogen, dem Speer oder dem Schwerte übertraf. Die meisten mochten ihn ob seiner Schönheit, wegen seines Benehmens, das von edler Erziehung zeugte, und weil er mit eigenen Worten niemals jemanden in seiner Rede unterbrach. Aber manchen war seine Gesellschaft auch lästig, da er selber nur mit Gesten sprach. Und einige wenige fürchteten ihn, jene nämlich, denen sein Schweigen die eigenen schlechten Gedanken offenbarte und denen der Neid im Bauche wohnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem Jahr, als man sich an seine Anwesenheit am Königshof gewöhnt hatte und er niemandes Erstaunen mehr weckte, wagte es die Königstochter, ihn heimlich in die tiefen Keller zu führen. Dort, in einem Raum ohne Fenster und ohne Kamin, erzählte sie ihm davon, wie sie ihn gefunden hatte und was die Himmlischen Hunde einander gesagt hatten. Sodann öffnete sie die alabasterne Urne. Nun, endlich, konnte Dasilaryn ihr berichten, was er von seinem Leben noch wusste.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Ich habe den Namen meiner Mutter vergessen und weiß nichts mehr davon, woher ich stamme. Die Himmlischen Hunde waren mir Lehrer und Beschützer, bis meine letzte Prüfung zur Mannwerdung nahte. Ihre Herrin Casyrga erlegte mir auf, in einsamer Nacht ihre Wolkenherde zu hüten. Zunächst fiel mir nicht ein, wie es mir als Sterblichem nur gelingen könnte und fürchtete, ewig ein Junge bleiben zu müssen. Da lehrte mich die Dasilschwester, mit der Kraft des Donners, und der Dasilbruder, mit der Schönheit himmlischen Feuers zu singen. Doch in der Nacht, in der ich meine Stimme erklingen ließ, wie es mir gelehrt worden war, brauste die Sturmgöttin mit solcher Gewalt heran, dass mir schien, ihr Herz müsse zugleich von loderndem Zorn und rasender Liebesbegierde erfüllt sein. Im Schoß der Erde wollte ich mich vergraben, aber es gab kein Entkommen. Tief versenkte sie ihre Krallen in meiner Brust und riss mir die Seele heraus. Ehe ich aber sterben konnte, fingen die himmlischen Hunde meine Seele in einer alabasternen Urne ein. Dunkelheit umfing mich nun, bis meine Augen dein Gesicht erblickten.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von nun an trafen sich Bahadur und Dasilaryn heimlich, wann immer sie es vermochten. Denn sie wagten es nicht, jemandem das Geheimnis der alabasternen Urne preiszugeben. Niemals ließen sie den Deckel länger als eine Stunde in der Nacht geöffnet. Er sang für sie mit der Schönheit himmlischen Feuers, doch weil sie sich stets in fensterlosen Räumen ohne Kamin trafen, konnte seine Stimme nie die Kraft des Donners entfalten, sodass die Casyrga es nicht hören konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Königstochter ein Jahr später schwanger wurde, bat sie ihre Mutter, Dasilaryn heiraten zu dürfen. Diese aber wollte davon nichts wissen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Wenn der Sohn der Windhunde den Namen seiner Mutter nicht weiß, dann kann er auch kein Ahnenglück in unser Haus bringen!“, entschied sie. Und auch Densyn, dem Vater der Königstochter, gelang es nicht, Königin Banubar umzustimmen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Er ist ein guter Mann.“, sprach er im Vertrauen zu seiner Gattin. „Ein heldenhafter Mann, sagen Viele. Den Göttern hat es gefallen, ihm und unserer Tochter ein Kind zu schenken. Wie kannst du da sagen, dass er kein Ahnenglück in unser Haus gebracht hätte?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Die Königin aber gab zur Antwort: „Bis heute mag er uns Glück gebracht haben. Doch ohne seine Vorfahren zu kennen, kann man nicht wissen, ob nicht hinter diesem Glück sich ein verhängnisvolles Schicksal verbirgt. Und ein Mann mag noch so heldenhaft sein, ohne seine Stimme kann er dennoch kein Heer führen. Darum kann unsere Tochter ihn nicht heiraten. Ich sehe aber, dass du ihn sehr liebgewonnen hast. Ich will ihm also sein Vaterrecht gewähren und vor allen den Gefährten der Thronfolgerin nennen.“&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und so wie die Königin es gesprochen hatte, so sollte es geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königstochter gebar einen Sohn, der ebenso schön war, wie sein Vater und Allen Freude bereitete, weshalb man ihn Dsibay nannte. Nur die Neider am Hofe trübten das Glück im Hause. Denn der Junge blieb geschwisterlos. Obwohl es die Königin nach einer Enkeltochter verlangte, bestimmte sie keinen anderen Mann für Bahadur. Obwohl nach einigen kinderlosen Jahren die Stimmen lauter wurden, die Dasilaryns Vaterschaft bezweifelten und überhaupt in Frage stellten, ob ein stummer Mann wohl fruchtbar sein könne, hielt Königin Banubar es so, als bemerke sie nichts von alledem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der Sitte zog Dsibay schließlich, als er sieben Jahre zählte, mit Dasilaryn in die Wälder, um die Ischanskunst zu lernen. An dem Abend jedoch, an dem er von seinem Vater in die ersten Geheimnisse auf dem Weg zur Mannwerdung eingeweiht werden sollte, fanden die beiden in ihren Schlingen einen sonderbaren, felsgrauen Habicht vor. Diese ungewollte Beute konnte kein gutes Omen sein, weshalb sie sich wuschen, fasteten und zu den Ahnen beteten. In jener Nacht träumte Dasilaryn, dass der Habicht wieder lebendig würde, während er auf die Größe von drei Ochsen heranwuchs und mit der Stimme von achtundneunzig Weibern schrie:&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;„Einst riss ich dir die Seele heraus. Heute nehme ich dein Herz.“ &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vom Zauber der Großen Harpye getroffen verlor Dasilaryn alle Kraft in den Gliedern und konnte nichts dagegen tun, dass sie seinen Sohn bei lebendigem Leibe fraß. Am Morgen, vom Grauen geweckt, ergriff er nur noch die leblosen Schultern seines Kindes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurück in Gar fiel es den Neidern leicht, den Verdacht des Mordes an Dsibay auf seinen stummen Vater zu lenken. Königin Banubar traf, als sie davon hörte, der Schlag und sie starb. Nur ihre Tochter, die ihr am übernächsten Tag auf den Thron folgte, war voll und ganz von Dasilaryns Unschuld überzeugt, da sie als einzige mit ihm darüber sprechen konnte, was wirklich geschehen war. Vor Wut und Trauer erblindet kümmerte sie sich nicht um Rat, um Omen, den Willen der Mutter und den Segen ihres Vaters, sprach ihren Gefährten frei von aller Schuld und heiratete ihn noch bei Dsibays Bestattung. Ihr Vater Densyn aber ertrug es nicht und verfluchte den Mörder seines Enkels, anstatt die sittsamen Gebete zu sprechen. Weder an Unschuld, noch an die Schuld Dasilaryns glaubend, sprach er den Fluch gegen den unbekannten Täter, wer es auch immer gewesen sein mochte. Sodann verließ er den Hof und mit ihm gingen ein Drittel aller Helden und Würdenträger des Königreiches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die junge Königin von Gar Trost bei ihrem Gatten suchte und die alabasterne Urne öffnete, da erklangen nur seine Klagen, Tränen und Verzweiflung, nicht sein himmlischer Gesang. Schon bald bat er sie, die Urne verschlossen zu halten, da er jedes Mal, wenn sie geöffnet wurde, von Neuem erleiden musste, wie sein Herz zerbrach. Weil Bahadur nun keinen Trost mehr finden konnte, pflegte sie ihr Haar und ihren Herd nicht mehr, so dass sich ein Schleier der Trübsal über den ganzen Hof legte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schlimmer aber erging es Densyn. In der Nacht, nachdem er seinen Fluch gesprochen hatte, bettete er sich zum Schlaf. Da setzte sich ein hässliches Scheusal auf seine Brust, schlug ihm ins Gesicht und auf die Hoden, schrie aber immerzu mit der Stimme seines Enkels: „Großvater, Großvater, warum hast du mich an die Rache gefesselt?“ In jeder folgenden Nacht suchte der böse Geist ihn fortan heim und es nützte nur wenig, dass er sich zuweilen zur Besinnungslosigkeit trank oder sich mit Opium benebelte oder dass er Kräuter gegen das Schlafen selbst einnahm. Nacht für Nacht holte ihn der Wahnsinn etwas mehr. Nach und nach begannen die Helden und Würdenträger, die ihm ins Exil gefolgt waren, ihn zu verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine lange Zeit verging, in der Königin Bahadur nach Mitteln und Wegen gegen den Zorn der Casyrga suchte. Doch niemand unter den Weisen und den Kundigen des Landes wusste Rat und selbst die Narren konnten dazu nichts sagen. So schickte sie Reiter in die Fremde, auf dass sie in fernen Landen Hilfe fänden. Schließlich kehrte einer von ihnen heim und berichtete der Königin, dass er weit weg die weise Hexe Batya gefunden hätte, von der man zu berichten wusste, dass sie einst einen Handel mit der Großen Harpye zu schließen fähig gewesen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bibliothek]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Überlieferungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Dichtung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Eine_schrecklich_gl%C3%BCckliche_Familie</id>
		<title>Eine schrecklich glückliche Familie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Eine_schrecklich_gl%C3%BCckliche_Familie"/>
				<updated>2024-09-21T11:49:54Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: /* Teilnehmerbeitrag */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Spielinfos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was tust du mit um die Dreißig, wenn niemand dir ein eigenes Herdfeuer anvertrauen kann, weil du immer noch kinderlos und ledig bist? Wenn du dir zwar keine Sorgen um dein Wohlergehen machen musst (denn du bist aus gutem Hause), aber die Leute hinter vorgehaltener Hand tuscheln, du hättest es zu nichts gebracht? Du tust endlich, was dir deine Mutter sagt! Sie findet die beste Partie für dich, die sich in deiner Lage noch so eben finden lässt. Dann wirst du dankbar sein und glücklich werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzept ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Eine schrecklich glückliche Familie“ ist der Ausklang einer sittsamen arbonischen Doppelhochzeit im Umfeld der Reiter des Barons von Garesch. Im künftigen Haushalt von '''Unara, Tochter der Raewynn''' und ihres Bräutigams, wird ihre Verbindung ebenso gefeiert wie die von '''Eno Beretryl, Sohn der Thydia Imruhal''' mit dessen Braut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Reiter alltäglichen Umgang mit dem Adel haben und Vasallen niedrigen Ranges vereinzelt auch zu ihren Gästen gehören, stellen wir eine Feier wohlhabender Bauern dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten [[Arbonische Hochzeit|Hochzeitsriten]] (Einschließung, Ausschließung, Ehegelübde, Bestattung, Stieropfer, Hochzeitsnacht) haben unter der Ägidie der Sippenoberhäupter schon stattgefunden. Aber Trigardon ist ein weites Land und viele der Gäste kommen von weit her. Darum ist es sittsam für gut betuchte Paare, wenigstens sieben Tage lang zu feiern, damit auch die Nachzügler noch gebührend feiern können und damit auch diejenigen der Gäste, die sich ständig von Feier zu Feier schnorren, den Zeitpunkt nicht verpassen, endlich wieder zu gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den Aufwand für die Veranstaltung minimal zu halten, stellen wir den sechsten und siebten Tag der Feier dar und wünschen uns Spielanregungen von Allen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regeln ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nach DKWDDK (Du kannst, was du darstellen kannst) mit Opferregel als Spielphilosophie (Dir gelingt, was die Anderen dir glauben wollen) spielen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was ihr von uns erwarten könnt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein stimmungsvolles Ambiente für euer Rollenspiel, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verlässliche Angaben der VeranstalterInnen über das angestrebte Spiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine zwar nicht 24/7, aber zuverlässig ansprechbare Orga auch im Vorfeld, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein durchdachter Fantasy-Spielhintergrund, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine engagierte SL-Betreuung für die gSC, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Fragen und Problemen auf der eigentlichen Veranstaltung, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was wir von euch erwarten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr das Spiel, das ihr haben wollt, selbständig generieren könnt. Wir sind nicht für euren Spielspaß verantwortlich, sondern stellen nur den Rahmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr die Angaben der VeranstalterInnen zur Kenntnis nehmt und euch entsprechend verhaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr zum stimmigen Ambiente beitragt, insbesondere durch passende Gewandung, Zelte und Lichtquellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr euch, wenn ihr aus irgendwelchen Gründen gerade nicht am Rollenspiel teilnehmen wollt, dezent zurückzieht und nicht die, die spielen wollen, durch offensichtliches OT-Verhalten stört. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr verantwortungsvoll mit eurem Wohlbefinden und dem eurer MitspielerInnen umgeht, insbesondere bei Alkoholkonsum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== GSC: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird über einzelne Orga-Mitglieder hinaus keine klassischen NSCs oder Springer geben. Die zwei bis zehn Rollen, die wir als Orga zu vergeben haben, bekommen von uns nur ihren Hintergrund und allgemeine Hinweise zu Mode und Kultur. In diesem Rahmen sollen sie frei spielen. Auch als Orga werden wir in Rollen die meiste Zeit anspielbar sein. In den Hintergrundgeschichten der g(esetzten)SC werden wir Anregungen für mehr oder weniger dezente Nebenplots liefern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu vergebenden Rollen sind vielseitig und reichen von der Magd und dem Knecht über das reiche Sippenoberhaupt bis hin zu dem Geschwisterpaar, dem die Ehre zukommt, mit den blauen Seidenstreifen verheiratet zu werden. In gewissem Rahmen könnt ihr die Rollen in Absprache mit uns mitgestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== SC: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Con ist für Arbonier und Freunde niedriger und mittlerer Ränge konzipiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorisches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wann: 01.11.2024 bis 03.11.2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wo: Florianshütte, Margaretenweg, 53426 Schalkenbach&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unterbringung: Geschlafen wird in einem großen, mäßig beheizbaren Schlafsaal auf selbst mitgebrachten Feldbetten oder Isomatten. Es gibt Strom, Wasser, Toiletten und Waschgelegenheiten, aber keine richtige Dusche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Teilverpflegung: Abends gibt es eine warme Mahlzeit unsererseits, Wasser, Tee und Wasserkocher sind den Tag über vorhanden, Frühstück und Snacks macht ihr selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerbeitrag ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* SC-Beitrag: 35,00 €&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* GSC-Beitrag: 25,00 €&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Conzahler nur nach Absprache!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Team, Anmeldung und Kontakt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Orga, bestehend aus Svenja, Max und Basti erreicht ihr unter Gareschreiterhochzeit@gmx.de &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anmelden könnt ihr euch hier: https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLScsGF2O1F_WJ6wgO3MVHI4-PKCVTsxZdsbq9QG6-WmY0K-3ow/viewform?usp=sharing &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hier sind unsere [[Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters|AGB]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Veranstaltungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Hauptseite</id>
		<title>Hauptseite</title>
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				<updated>2024-09-21T11:48:47Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;1&amp;quot;&amp;gt;Diese Seite benutzt Cookies. Cookies sind für die optimale Nutzung einer Website grundlegend. Man kann sagen, dass sie tatsächlich auf fast allen Websites zum Einsatz kommen. Mit Cookies werden deine bevorzugten Einstellungen und andere Informationen gespeichert, mit denen wir unsere Website verbessern können.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Verein für Liverollenspiel, erlebte Geschichte und historischen Tanz&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
| [[Datei:Karte Arbon.jpg|thumb|600px|verweis=Trigardon|Hochfürstentum Trigardon]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''[[Trigardon|Das Hochfürstentum Trigardon]]'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;''(Grafschaften Arbon und Altberg, Provincia Orientalis und Fürstentum Okostria)''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;[http://www.larpwiki.de/LARP#('''L'''ive'''A'''ction'''R'''ole'''P'''layingGame)]: Die Mitglieder des Arbon e.V. bespielen als eine von zwei großen Spielergruppen &amp;lt;br&amp;gt; das gemeinsame fiktive Land &amp;quot;[[Trigardon|Hochfürstentum Trigardon]]&amp;quot;, welches Teil der [http://www.mittellande.de/ Mittellandkampagne] ist.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Datei:WappenArbonundTrigardon.jpg|thumb|600px|verweis=Newsletter]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''Aktuell:'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;'''* Unsere [[Eine schrecklich glückliche Familie|nächste Veranstaltung]] ist im November.'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;'''* Neues im Forum, Wiki und im IT:''' [[Newsletter|Hier]] findet ihr den vierteljährlichen Newsletter des Arbon e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gruppe und Verein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Eine_schrecklich_gl%C3%BCckliche_Familie</id>
		<title>Eine schrecklich glückliche Familie</title>
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				<updated>2024-09-21T11:46:36Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Spielinfos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was tust du mit um die Dreißig, wenn niemand dir ein eigenes Herdfeuer anvertrauen kann, weil du immer noch kinderlos und ledig bist? Wenn du dir zwar keine Sorgen um dein Wohlergehen machen musst (denn du bist aus gutem Hause), aber die Leute hinter vorgehaltener Hand tuscheln, du hättest es zu nichts gebracht? Du tust endlich, was dir deine Mutter sagt! Sie findet die beste Partie für dich, die sich in deiner Lage noch so eben finden lässt. Dann wirst du dankbar sein und glücklich werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzept ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Eine schrecklich glückliche Familie“ ist der Ausklang einer sittsamen arbonischen Doppelhochzeit im Umfeld der Reiter des Barons von Garesch. Im künftigen Haushalt von '''Unara, Tochter der Raewynn''' und ihres Bräutigams, wird ihre Verbindung ebenso gefeiert wie die von '''Eno Beretryl, Sohn der Thydia Imruhal''' mit dessen Braut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Reiter alltäglichen Umgang mit dem Adel haben und Vasallen niedrigen Ranges vereinzelt auch zu ihren Gästen gehören, stellen wir eine Feier wohlhabender Bauern dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten [[Arbonische Hochzeit|Hochzeitsriten]] (Einschließung, Ausschließung, Ehegelübde, Bestattung, Stieropfer, Hochzeitsnacht) haben unter der Ägidie der Sippenoberhäupter schon stattgefunden. Aber Trigardon ist ein weites Land und viele der Gäste kommen von weit her. Darum ist es sittsam für gut betuchte Paare, wenigstens sieben Tage lang zu feiern, damit auch die Nachzügler noch gebührend feiern können und damit auch diejenigen der Gäste, die sich ständig von Feier zu Feier schnorren, den Zeitpunkt nicht verpassen, endlich wieder zu gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den Aufwand für die Veranstaltung minimal zu halten, stellen wir den sechsten und siebten Tag der Feier dar und wünschen uns Spielanregungen von Allen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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== Regeln ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nach DKWDDK (Du kannst, was du darstellen kannst) mit Opferregel als Spielphilosophie (Dir gelingt, was die Anderen dir glauben wollen) spielen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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== Was ihr von uns erwarten könnt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein stimmungsvolles Ambiente für euer Rollenspiel, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verlässliche Angaben der VeranstalterInnen über das angestrebte Spiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine zwar nicht 24/7, aber zuverlässig ansprechbare Orga auch im Vorfeld, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein durchdachter Fantasy-Spielhintergrund, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine engagierte SL-Betreuung für die gSC, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Fragen und Problemen auf der eigentlichen Veranstaltung, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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== Was wir von euch erwarten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr das Spiel, das ihr haben wollt, selbständig generieren könnt. Wir sind nicht für euren Spielspaß verantwortlich, sondern stellen nur den Rahmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr die Angaben der VeranstalterInnen zur Kenntnis nehmt und euch entsprechend verhaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr zum stimmigen Ambiente beitragt, insbesondere durch passende Gewandung, Zelte und Lichtquellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr euch, wenn ihr aus irgendwelchen Gründen gerade nicht am Rollenspiel teilnehmen wollt, dezent zurückzieht und nicht die, die spielen wollen, durch offensichtliches OT-Verhalten stört. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr verantwortungsvoll mit eurem Wohlbefinden und dem eurer MitspielerInnen umgeht, insbesondere bei Alkoholkonsum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== GSC: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird über einzelne Orga-Mitglieder hinaus keine klassischen NSCs oder Springer geben. Die zwei bis zehn Rollen, die wir als Orga zu vergeben haben, bekommen von uns nur ihren Hintergrund und allgemeine Hinweise zu Mode und Kultur. In diesem Rahmen sollen sie frei spielen. Auch als Orga werden wir in Rollen die meiste Zeit anspielbar sein. In den Hintergrundgeschichten der g(esetzten)SC werden wir Anregungen für mehr oder weniger dezente Nebenplots liefern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu vergebenden Rollen sind vielseitig und reichen von der Magd und dem Knecht über das reiche Sippenoberhaupt bis hin zu dem Geschwisterpaar, dem die Ehre zukommt, mit den blauen Seidenstreifen verheiratet zu werden. In gewissem Rahmen könnt ihr die Rollen in Absprache mit uns mitgestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== SC: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Con ist für Arbonier und Freunde niedriger und mittlerer Ränge konzipiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorisches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wann: 01.11.2024 bis 03.11.2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wo: Florianshütte, Margaretenweg, 53426 Schalkenbach&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unterbringung: Geschlafen wird in einem großen, mäßig beheizbaren Schlafsaal auf selbst mitgebrachten Feldbetten oder Isomatten. Es gibt Strom, Wasser, Toiletten und Waschgelegenheiten, aber keine richtige Dusche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Teilverpflegung: Abends gibt es eine warme Mahlzeit unsererseits, Wasser, Tee und Wasserkocher sind den Tag über vorhanden, Frühstück und Snacks macht ihr selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerbeitrag ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Preise: SC &lt;br /&gt;
35,00 €&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Preise GSC &lt;br /&gt;
25,00 €&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Conzahler nur nach Absprache! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Team, Anmeldung und Kontakt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Orga, bestehend aus Svenja, Max und Basti erreicht ihr unter Gareschreiterhochzeit@gmx.de &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anmelden könnt ihr euch hier: https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLScsGF2O1F_WJ6wgO3MVHI4-PKCVTsxZdsbq9QG6-WmY0K-3ow/viewform?usp=sharing &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hier sind unsere [[Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters|AGB]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Veranstaltungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Eine_schrecklich_gl%C3%BCckliche_Familie</id>
		<title>Eine schrecklich glückliche Familie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Eine_schrecklich_gl%C3%BCckliche_Familie"/>
				<updated>2024-09-21T11:43:53Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: Die Seite wurde neu angelegt: „ == Spielinfos ==  Was tust du mit um die Dreißig, wenn niemand dir ein eigenes Herdfeuer anvertrauen kann, weil du immer noch kinderlos und ledig bist? Wenn…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Spielinfos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was tust du mit um die Dreißig, wenn niemand dir ein eigenes Herdfeuer anvertrauen kann, weil du immer noch kinderlos und ledig bist? Wenn du dir zwar keine Sorgen um dein Wohlergehen machen musst (denn du bist aus gutem Hause), aber die Leute hinter vorgehaltener Hand tuscheln, du hättest es zu nichts gebracht? Du tust endlich, was dir deine Mutter sagt! Sie findet die beste Partie für dich, die sich in deiner Lage noch so eben finden lässt. Dann wirst du dankbar sein und glücklich werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzept ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Eine schrecklich glückliche Familie“ ist der Ausklang einer sittsamen arbonischen Doppelhochzeit im Umfeld der Reiter des Barons von Garesch. Im künftigen Haushalt von '''Unara, Tochter der Raewynn''' und ihres Bräutigams, wird ihre Verbindung ebenso gefeiert wie die von '''Eno Beretryl, Sohn der Thydia Imruhal''' mit dessen Braut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Reiter alltäglichen Umgang mit dem Adel haben und Vasallen niedrigen Ranges vereinzelt auch zu ihren Gästen gehören, stellen wir eine Feier wohlhabender Bauern dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten [[Arbonische Hochzeit|Hochzeitsriten]] (Einschließung, Ausschließung, Ehegelübde, Bestattung, Stieropfer, Hochzeitsnacht) haben unter der Ägidie der Sippenoberhäupter schon stattgefunden. Aber Trigardon ist ein weites Land und viele der Gäste kommen von weit her. Darum ist es sittsam für gut betuchte Paare, wenigstens sieben Tage lang zu feiern, damit auch die Nachzügler noch gebührend feiern können und damit auch diejenigen der Gäste, die sich ständig von Feier zu Feier schnorren, den Zeitpunkt nicht verpassen, endlich wieder zu gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den Aufwand für die Veranstaltung minimal zu halten, stellen wir den sechsten und siebten Tag der Feier dar und wünschen uns Spielanregungen von Allen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regeln ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nach DKWDDK (Du kannst, was du darstellen kannst) mit Opferregel als Spielphilosophie (Dir gelingt, was die Anderen dir glauben wollen) spielen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was ihr von uns erwarten könnt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein stimmungsvolles Ambiente für euer Rollenspiel, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verlässliche Angaben der VeranstalterInnen über das angestrebte Spiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine zwar nicht 24/7, aber zuverlässig ansprechbare Orga auch im Vorfeld, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein durchdachter Fantasy-Spielhintergrund, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine engagierte SL-Betreuung für die gSC, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Fragen und Problemen auf der eigentlichen Veranstaltung, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was wir von euch erwarten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr das Spiel, das ihr haben wollt, selbständig generieren könnt. Wir sind nicht für euren Spielspaß verantwortlich, sondern stellen nur den Rahmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr die Angaben der VeranstalterInnen zur Kenntnis nehmt und euch entsprechend verhaltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr zum stimmigen Ambiente beitragt, insbesondere durch passende Gewandung, Zelte und Lichtquellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr euch, wenn ihr aus irgendwelchen Gründen gerade nicht am Rollenspiel teilnehmen wollt, dezent zurückzieht und nicht die, die spielen wollen, durch offensichtliches OT-Verhalten stört. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr verantwortungsvoll mit eurem Wohlbefinden und dem eurer MitspielerInnen umgeht, insbesondere bei Alkoholkonsum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== GSC: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird über einzelne Orga-Mitglieder hinaus keine klassischen NSCs oder Springer geben. Die zwei bis zehn Rollen, die wir als Orga zu vergeben haben, bekommen von uns nur ihren Hintergrund und allgemeine Hinweise zu Mode und Kultur. In diesem Rahmen sollen sie frei spielen. Auch als Orga werden wir in Rollen die meiste Zeit anspielbar sein. In den Hintergrundgeschichten der g(esetzten)SC werden wir Anregungen für mehr oder weniger dezente Nebenplots liefern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu vergebenden Rollen sind vielseitig und reichen von der Magd und dem Knecht über das reiche Sippenoberhaupt bis hin zu dem Geschwisterpaar, dem die Ehre zukommt, mit den blauen Seidenstreifen verheiratet zu werden. In gewissem Rahmen könnt ihr die Rollen in Absprache mit uns mitgestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== SC: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Con ist für Arbonier und Freunde niedriger und mittlerer Ränge konzipiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorisches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wann: 01.11.2024 bis 03.11.2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wo: Florianshütte, Margaretenweg, 53426 Schalkenbach&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unterbringung: Geschlafen wird in einem großen, mäßig beheizbaren Schlafsaal auf selbst mitgebrachten Feldbetten oder Isomatten. Es gibt Strom, Wasser, Toiletten und Waschgelegenheiten, aber keine richtige Dusche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Teilverpflegung: Abends gibt es eine warme Mahlzeit unsererseits, Wasser, Tee und Wasserkocher sind den Tag über vorhanden, Frühstück und Snacks macht ihr selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerbeitrag ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Preise: SC &lt;br /&gt;
35,00 €&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Preise GSC &lt;br /&gt;
25,00 €&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Conzahler nur nach Absprache! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Team, Anmeldung und Kontakt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Orga, bestehend aus Svenja, Max und Basti erreicht ihr unter reiterhochzeit@gmx.de &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anmelden könnt ihr euch hier: https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLScsGF2O1F_WJ6wgO3MVHI4-PKCVTsxZdsbq9QG6-WmY0K-3ow/viewform?usp=sharing &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hier sind unsere [[Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters|AGB]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Die_Schlacht_ohne_Namen</id>
		<title>Die Schlacht ohne Namen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Die_Schlacht_ohne_Namen"/>
				<updated>2024-05-18T21:51:56Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: Die Seite wurde neu angelegt: „Eine OT-Druckversion dieser Geschichte ist hier: [https://trigardon-larp.de/index.php?title=Datei:Die_Schlacht_ohne_Namen.pdf]  ''OT-Anmerkung: Diese Geschicht…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Eine OT-Druckversion dieser Geschichte ist hier: [https://trigardon-larp.de/index.php?title=Datei:Die_Schlacht_ohne_Namen.pdf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT-Anmerkung: Diese Geschichte über die [[Montrowische Plage]] wurde ca. 17 oder 18 Jahre nach den geschilderten Ereignissen anonym verfasst. Nur ein Teil der Figuren sind eindeutig zuzuordnen. Da es nicht üblich ist, besonders offen über die Erinnerungen an diese Katastrophe zu sprechen, gilt es als unmöglich, die Identitäten des jungen Mannes oder der Hexe klar zu bestimmen. Für beide kommen mehrere historische Persönlichkeiten infrage.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Die Schlacht ohne Namen =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== DIE GRENZFESTUNG ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst lebte ein junger Mann in einer Welt, in der es die Lebenden Toten nicht gab. Gewiss, es gab sie in alten Legenden oder in absonderlichen Berichten vom anderen Ende der Welt. Doch jenseits dieser Schauergeschichten rechnete niemand damit, solchen Gestalten jemals zu begegnen. Es war noch nicht einmal damit zu rechnen, dass jemand, den man kannte, solchen Gestalten einmal begegnen würde. Selbst nicht jemand, von dem man nur gehört hatte. Im Grunde gab es sie nicht. Daran änderten auch die Wenigen nichts, die es besser wussten. Einige von ihnen verschwiegen ihr Wissen aus Bosheit, andere waren des Warnens müde geworden und wieder andere, wohl die allermeisten von ihnen, hatten sich damit zufrieden gegeben, diese Schrecken in uralten Legenden zu suchen oder am anderen Ende der Welt. Daher war es so, als gäbe es sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es waren keine guten Zeiten, aber sie waren besser als das Gewesene, so sagten alle. Der Herrscher des Landes war ermordet worden und sein Erbe verschonte die Mörder, denn er hatte sich mit den Rebellen aus den dunklen Wäldern und den hohen Mooren auf einen faulen Frieden geeinigt. Doch in den Tagen der Großeltern hätte man überhaupt keinen Frieden geschlossen und nach der Schlacht sei immer nur kurz vor der Schlacht gewesen. Also sei es heute besser als gestern, so sagten die Männer. Mit den Rebellen aus den dunklen Wäldern und den hohen Mooren hatte der Erbe des ermordeten Herrschers sich zwar geeinigt, aber die Rebellen aus den alten Bergen hatten ihr eigenes Fürstentum ausgerufen und damit sich selbst und das Land des ermordeten Herrschers in die Knechtschaft von Königin Armut gezwungen. Doch in den Tagen der Großeltern wäre die Armut noch viel größer gewesen und selbst die Habenichtse hätten sich noch vor der Beutelust derer hüten müssen, die sie als Sklaven verschleppen wollten. Also sei es heute besser als gestern, so sagten die Weiber. Während man mit den Rebellen aus den dunklen Wäldern, den hohen Mooren und den alten Bergen beschäftigt gewesen war, hatte das mächtige Nachbarreich im Süden seine Grenzen nach Norden verschoben, ohne einen Preis dafür zu zahlen. So war nun das Erwachen seiner Eroberungslust zu befürchten. Es waren keine guten Zeiten. Aber noch wusste niemand, dass sie besser waren als das Kommende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst recht wusste der junge Mann nichts davon, dem das Leben in jugendlicher Pracht erstrahlte. Er war weder zur Sorglosigkeit erzogen worden, noch war er von der Erfahrung früher Trauer verschont geblieben. An der Seite des Herrschers hatte er sich auf dem Schlachtfeld einen Namen gemacht, er besaß reiche Güter, treue Gefolgsleute und Kindersegen. So lebte er glückreich, wenn auch nicht glücklich, und seine Jugend erstrahlte. Als seine Weisen ihm von schlechten Omen berichteten, verzagte er nicht, denn er wusste ja, dass die Zeiten keine Guten waren. So traf er Vorsorge, wo er es vermochte und ließ ohne Furcht auf sich zukommen, wovon er nichts wissen konnte. Anders als viele es taten, drängte er seinen Herrn, den Erben des Herrschers, nicht zum Waffengang mit den Feinden und Verrätern, die sie schon kannten. Stattdessen riet er, wie es nur wenige taten, zur Wachsamkeit vor den Feinden und Verrätern, die sie noch nicht kannten. Und sein Herr hörte auf die Wenigen, nicht auf die Vielen. Unter diesen wenigen gab es kaum welche, in deren Antlitz noch die Jugend blühte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wachsam befragte sein Herr Omen und Kundschafter, die aus allen Himmelsrichtungen kamen. Kurz vor dem ersten Schnee, nachdem die Ernte eingefahren war, erreichten ihn aus dem umstrittenen Hügelland bei den alten Bergen befremdliche Geschichten, die wie Omen klangen und doch keine waren: Eine Urgroßmutter hätte ein Kindlein totgeschlagen und sei vor der Sippe geflüchtet, berichteten Priester. Es gingen Straßenräuber um, gegen die kein Pfeil wirksam sei, berichteten Hirten. Bauernvolk solle im Wahn das eigene Dorf abgebrannt haben, berichtete eine Krämerin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der junge Mann hörte solche Geschichten aus dem Hügelland, die keiner deuten konnte. Als ihm aber berichtet wurde, wie die Hunde der dortigen Grenzfestung ohne ersichtlichen Grund des Nachtens angeschlagen und bis zum Morgen keine Ruhe mehr gegeben hätten, da ließ er die Pferde satteln, ohne seines Herrn Befehl abzuwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er sich mit seinem Gefolge auf den Weg machte, legte sich die sanfte Decke des Winters über das Tal und der Abend färbte seinen Weg in zartes Rot. Zum letzten Mal sollte der junge Mann den ersten Schnee mit den Augen der Jugend sehen. Hätte er das geahnt, wäre er gewiss für einen Moment vom Pferd gestiegen, um inne zu halten. Doch stattdessen eilte er voran wie junge Männer es nun mal tun. Um Mitternacht kam ihnen ein Staffelreiter entgegen, der ihnen zurief, dass die Grenzfestung angegriffen würde. Da wunderte der junge Mann sich sehr, schließlich hatte es keine Nachrichten über ein heranrückendes Heer aus dem Süden gegeben. Doch der Staffelreiter wusste ebenso wenig, wer die Angreifer waren und setzte seinen Weg fort. Auch der junge Mann wollte jetzt nicht mehr rasten, so dass er mit den seinen bis zum Morgen im Sattel blieb. Da kam ihnen wieder ein Reiter entgegen, der aber keine Eile zu haben schien. Man fragte ihn, ob er Neues zu berichten habe und er gab zur Antwort, dass die Grenzfestung den Angriff abgewehrt habe. Auf die Frage, wer die Angreifer gewesen seien, schwieg er lang und sagte dann, er wisse es nicht. Wie denn ihr Feldzeichen ausgesehen hatte, drang man ungeduldig auf ihn ein. Wieder schwieg der Gefragte lang und beschrieb dann ein Banner aus Menschenhaut, voller entstellter Gesichter, die noch immer qualvoll jammerten. Und aus seinen Augen blickte nur der blaue Mohn. Bestienheere sammelten sich stets viel weiter südlich, wusste der junge Mann. Also begehrte er harsch, alles genau beschrieben zu bekommen, was der Reiter gesehen hatte. „Grauenhaftes“, säuselte dieser zur Antwort und ritt von dannen. Und auf dem ersten Eis des Winters spiegelte sich die aufgehende Sonne im Fluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrige Strecke legten sie abseits der Gewässer durch leeres Land zurück, sodass ihnen niemand mehr begegnete, bis sie die Grenzfestung erreichten. Sie fanden nichts Ungewöhnliches daran, dass es zwar Kampfspuren gab, aber keine Leichen, denn schweigend räumten Männer, Weiber und Kinder verkohltes Holz beiseite, versorgten Verwundete und trieben Vieh zusammen. Rasch eilte der junge Mann in die große Halle zur Burgherrin, die aber mit niemandem mehr sprach. Aufgebahrt lag sie dort mit ihren vier Söhnen; und mit auf den Schwertern gefalteten Händen auch ihre halbe Reiterschar. Nachdenklich betrachtete er sie in ihrem offenen Sarg, kunstvoll geschnitzt und wie ein Boot geformt. Er bat um Schutz für ihre Reise in die Unterwelt und begriff, dass ihre Linie hier endete. Die Väter der Seinen hatten einst Schwerter mit ihr gekreuzt und wieder Frieden geschlossen. Obwohl sie von fremdem Stamme gewesen, hatte sie sich nie mit den Aufständischen eingelassen und noch im vorletzten Jahr viel Blut für ihre Treue bezahlt. Nun hatte sie keines mehr zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der großen Halle fanden ihn seine Männer und berichteten, was das Burgvolk zu erzählen hatte: In der Dunkelheit sei unerkannt eine Vielzahl von drei Seiten herangerückt und hätte wohl die Brücke über den Fluss erobert, wenn die Herrin sie nicht tapfer verteidigt hätte. Zuvor aber müsse in den Hütten vor den Mauern ein stilles Töten begonnen haben, denn erst als dort ein Feuer ausgebrochen sei, habe man Feinde bemerkt, die kein Wachposten habe kommen sehen. Die Hunde seien weggesperrt und die Gänse fortgetrieben worden, nachdem sie nächtelang keine Ruhe gegeben hatten. Die Überraschung sei aber nicht das erstaunlichste, sondern die Angreifer selbst. Schmutzig, schlecht bewaffnet und scheinbar ungeordnet seien sie erst erschienen, doch wichen sie weder Pfeil noch Pferd. Dann sei das schreckliche Banner erschienen, über drei Berittenen in fremden Panzern mit unbekannten Wappen. Die mittlere von ihnen, eine bleiche Frau, hätte die Hand zum Himmel gestreckt und zur Faust geballt, woraufhin ihr Heer aus Lumpengestalten sich wie ein Mann zurückgezogen hätte. Sie hätten die Erschlagenen mitgenommen, eigene wie Gegner, und dies auch bei der Burgherrin versucht. Selbst das Gräberfeld sei zerwühlt. &lt;br /&gt;
Als der junge Mann dies hörte, bestieg er wieder sein Pferd. Die Grenzfestung hatte in den vorangegangenen Kämpfen zweimal den Besitzer gewechselt. Daher gab es dort abseitig zwei Massengräber – eines der Getreuen und eines der Verräter. Als der junge Mann sie aufsuchte, fand er nur noch leeren Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Tagen der Totenwache füllte sich die Grenzfestung mit Menschen und Schnee. Der junge Mann aber beschloss, den schwindenden Spuren der Angreifer so lange zu folgen, bis sie gänzlich bedeckt sein würden. Sie führten ihn bis zum linken Ufer des Flusses und dann stromaufwärts. Die meisten Höfe dort waren schon seit zwei Jahren verwaist. Nur hier und da gewährte der flüchtige Blick Hinweise auf kürzlich eingebrachte Ernte oder Herdstellen, die bis vor wenigen Tagen noch benutzt worden waren. Aber drei Tage lang sah er nicht ein einziges Boot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hause der gefallenen Burgherrin ereignete sich indes höchst Erstaunliches: Zuerst kamen die Reiter und bewaffneten Bauern vom Stamm der Burgherrin sowie erste Vasallen des Herrn mit ihrem Kriegsgefolge. Je öfter es nun erzählt werden musste und je mehr sich vom Flaum des Himmels auf die Dächer herabsenkte, desto schlechter erinnerte sich das Burgvolk daran, was in der Nacht des Angriffs eigentlich geschehen war. Viele meinten, unter den Feinden rastlose Ahnen gesehen zu haben. Einige entsannen sich der Geschichten, die im Stamm der Burgherrin erzählt werden. Sie sagten, dass die Toten zornig seien, weil die Lebenden zusehends nach neuen Sitten lebten. Andere gaben zu bedenken, dass die zornigen Geister der Hügelgräber aus den Sagen der Inselvölker sich keinen Heerführern anschlössen und sich nicht allzu weit von ihren Ruhestätten entfernten. Dennoch wurde die Forderung laut, man müsse die Gefallenen enthaupten und anketten, ehe man sie bestatten dürfe, allen voran die Burgherrin. Ihre Dienerinnen aber drohten denen, die so gesprochen hatten, mit Waffen. Wenn das Burgvolk nicht durch strenge Rede der Herbeigekommenen zur Besinnung gebracht worden wäre, hätte es vielleicht über die Totenwache blutigen Streit gegeben. Aber schon mussten die Wege freigeschaufelt werden, um Platz für Mensch und Tier zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der junge Mann sich natürlich fragte, was das Geheimnis der unbekannten Feinde sein mochte, sprach er mit seinen Reitern nicht darüber. Wenn sie zu laut über die uralten Geschichten von der Geburt des Kleinen Volkes nachdachten, sagte er nur, sie könnten nicht alles wissen. Doch was sie wussten, war, dass die Angreifer weiter am Oberlauf eine Brücke finden würden und man in Erfahrung bringen sollte, ob sie sie überqueren wollten. Nur war die Zeit gegen sie. Am dritten Tag war das Eis so dick, dass niemand eine Brücke brauchen würde und das Schneetreiben so dicht, dass sie ebenso gut eine Streitmacht von Geistern hätten suchen können. Also machten sie kehrt.&lt;br /&gt;
Den Schnee füllten sie in den Teekessel bei ihrer ersten Rast. Vom andern Ufer näherte sich da plötzlich eine teils berittene Schar. Sofort waren die Rastenden bei den Waffen, bis sie bemerkten, dass sie jene kannten, die da kamen. Geführt wurden sie von einem im ganzen Land bekannten Krieger, von dem es hieß, er sei der frommste weit und breit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich füllte man auf der Grenzfestung den Schnee in die Suppentöpfe, als der Herr dort ankam. Ihm oblag es nun in der Not, die Totenrede der Burgherrin zu halten und ihre Dienerinnen zu seinen zu machen. Den Streit des Burgvolkes schlichtete er, indem er die Toten weder enthaupten noch anketten, aber unter den steinernen Bodenplatten der Halle beisetzen ließ, wo sie noch heute ruhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer Bestattung musste auch der junge Mann beiwohnen, denn die kleine, aber einst sehr ansehnliche Streitmacht führte einen einst wortgewaltigen, gemordeten Priester mit sich. Sein Ruhm war so groß, dass die Schande derer, die ihn nicht hatten beschützen können, kaum erträglich war. Mit Ausnahme ihres Anführers benahmen sie sich alle, als sei der Verlust des Priesters das Schlimmste, was dieser Tage geschehen war.&lt;br /&gt;
Scham ergriff derweil das Burgvolk, als die Gefallenen unter die Halle gebettet worden waren. Gegenüber dem Herrn kam sich närrisch vor, wer zuvor rastlose Ahnen gesehen zu haben glaubte. Wenn wirklich Schwarze Kunst im Spiel gewesen sei, sagte einer, dann vielleicht in der Weise, dass die zerlumpten Rebellen in ihren Reihen eine Hexe hatten, die sich dämonische Nachzehrer zu Dienern gemacht hatte, die sie mit Leichen füttern müsse. Aber vielleicht wären die Gräber auch nur zum Hohn der Verteidiger geplündert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuvor, stromaufwärts, noch ehe der ruhmreiche Priester den Flammen übergeben wurde, ja noch bevor der ganze Tross den Fluss überquert hatte oder man ihm hätte Tee anbieten können, sprach der fromme Krieger zu dem jungen Mann: „Wir verloren die Schlacht gegen ein Heer von Lebenden Toten, jenen aus früherer Zeit. Wahr sind die Legenden und Zweifel gibt es nicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== DIE HEXE ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Winter wirkte in der Weite des Landes zunächst wie jeder andere. Die Bauern blieben in den Häusern, wenn sie konnten und die Hirten suchten ihre Winterlager auf, wie seit eh und je. Als Pflanzen und wilde Tiere ihre Rast begonnen hatten, eilten nur noch die Boten von Ort zu Ort. Auf die des Herrn folgten die der Vasallen und Rebellen und ihnen folgten die Nonnen und Möche, die frommen und die falschen. Sie alle berichteten Schreckliches und Rätselhaftes, ohne selbst Klarheit zu haben. Die Schicksalsstrafe für die Ermordung des Herrschers sei über das Volk gekommen, sagten einige. Dass der gemordete Herrscher sich geweigert hätte, ins Totenreich einzugehen und nun die vermessenen Seelen zum Kampf gegen die Lebenden rufe, entgegneten andere. Doch zur Feier der Wintersonnenwende wollte niemand schlechte Kunde hören. Also feierte man weit und breit wie eh und je.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht so im Hügelland. Dort lebten vier Stämme, bei derer zweien es Sitte war, die Toten unverbrannt in der Erde zu bestatten. Dreihundertdreiundvierzig Reiter durchquerten es im Auftrag des Herrn, unter ihnen auch der junge Mann. An jedem Hof befahlen sie dem Volk die Flucht ins weite Tal. Neben Vieh und Waffen durfte nur das Nötigste mitgenommen werden bis zur Rückkehr im Frühling. Wo man den Reitern glaubte und gehorchte, öffneten diese, als sie alleine waren, die Gräber und verbrannten die Toten, wenn die Zeit dafür reichte. Wenn nicht, schnitten sie die Köpfe, Hände und Füße ab und begruben sie achtundneunzig Schritte von den Leibern entfernt. Zumeist aber glaubte und gehorchte man ihnen nicht und beugte sich nur dem Zwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu neunundvierzig Scharen wohl geordnet verrichteten die Reiter ihren Dienst, gaben stets Kunde voneinander, brachten Botschaft ins Tal, holten Brot und Hafer von dort, verweilten aber nirgends länger als geboten. Ein jeder hatte seine Aufgabe und ein jeder erfüllte seine Pflicht. Hier und da fanden sie zerstörte Siedlungen oder herrenloses Vieh, seltener Flüchtende und Getötete gar nicht. Von kleinen Häuflein grausig Entstellter, die scheinbar ziellos erschienen und verschwanden, wurde nun immer häufiger berichtet. Wie befohlen, vermieden die Reiter den Kampf mit ihnen. Doch gelang auch keine Verfolgung für längere Zeit. Bis zur Wintersonnenwende hatte man das Heer der Lebenden Toten nicht aufspüren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schar des jungen Mannes war ein Weg zugefallen, der sie bis zu den Ländereien der Zwerge brachte. Dort waren schon viele seiner Vorfahren zu Gast gewesen und auch wenn es zwischen seinem Stamm und ihrem nicht immer freundlich zugegangen war, so waren sie dem ermordeten Herrscher stets ergeben gewesen und hielten seinem Erben ebenso die Treue. Darum überraschte es den jungen Mann nicht, dass er hier, am Eingang des Passes, bereits erwartet wurde und dankte dem Schicksal, als man ihn zu einer ruhmreichen Hexe des Zwergenkönigs führte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den wenigen Worten ihrer Sprache, derer er mächtig war, grüßte er sie im Namen seiner Sippe und dankte sittsam für den angebotenen Tee. Sodann fragte er: „Sage mir, ist es ein Heer von Geisterwesen, das wir verfolgen, dass wir es nicht finden können oder haben die Lebenden Toten unser Land bereits verlassen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und sie antwortete: „Geisterwesen sind sie, aber an Leiber gebunden. Wir halten die Pässe hier und die Rebellen halten die Pässe dort. Weder können sie unbemerkt beschritten werden, noch würde man die Lebenden Toten kampflos durch die alten Berge ziehen lassen, denn sonst wüsste ich davon. Dies sind nicht die Gründe, warum ihr den Feind nicht finden werdet. Im Boden unter Eis und Schnee erwartet der größte Teil ihres Heeres den Marschbefehl im Frühling. Denn sie müssen nicht essen, trinken, rasten oder schlafen und die Kälte macht ihnen nichts aus. Ihr müsstet das ganze Hügelland drei Ellen tief durchpflügen, um sie alle zu finden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der junge Mann verstand nicht, also fragte er weiter: „Aber wenn die Kälte ihnen nichts ausmacht, warum nutzen sie dann nicht ihren Vorteil und bekämpfen uns im Winter?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da seufzte die Hexe tief und sprach leise, aber klar: „Weil sie nicht gekommen sind, um zu kämpfen, sondern um zu ernten. Sie sahen ein geschwächtes Land und sind zum Entschluss gelangt, dass es reif ist. Die Gräber im Hügelland waren ihnen wie Roggen, der jetzt fast gänzlich gesammelt ist. Doch nach der Schneeschmelze holen sie sich den Weizen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lang sprach die Hexe des Zwergenkönigs zu dem jungen Mann. Sie erzählte ihm von den vermessenen Seelen, die sich vor den Toren des Totenreichs seit Anbeginn der Zeit ansammeln, da sie sich weigern, dort einzukehren. Sie erzählte ihm von den geheimen Worten, mit denen Jene sich rufen, unterwerfen und in Leiber sich kleiden lassen. Sie erzählte ihm davon, wie diese geheimen Worte einst mit gestohlenem Wissen erdacht worden waren, wer sie kennen musste und zu was der werden würde, der vielfach Gebrauch von ihnen machte. Von dieser Natur mussten die Heerführer der Lebenden Toten sein: selbst Lebende Tote, doch mit den verfallenden Seelen noch in den eigenen Leibern. Leibern, die sich der sichtbaren Welt mit der Zeit entzogen, sodass sie nur in der Unsichtbaren noch verletzt werden können. Während man für die wandelnden Leichname keinen Namen hatte, wurden diese besonderen Lebenden Toten von den Zwergen mit vielen Namen benannt: Schattenfleisch, weil sie das Sonnenlicht meiden und ihre Leiber nur im Schatten erscheinen können, wie sie zu Lebzeiten gewesen waren. Zeitdiebe, weil sie ihr falsches Leben durch den Raub an den Jahren der Lebendigen erhalten. Silbersklaven, weil sie dem Fluch des Silbers unterworfen sind. Schwertzungen, weil ihre Worte wie Schwerter in die Herzen fahren. Lügenkönige, weil sie die Lüge ewigen Lebens leben und mit der Verbreitung dieser Lüge sich zu Königen unter den Lebenden Toten aufschwingen. Zumindest drei von ihnen hatten sich vor der Grenzfestung gezeigt und jeder einzelne müsse vernichtet werden, um das Heer des Feindes endgültig zu besiegen. Denn sonst würde sich jeder der erschlagenen Gegner rasch wieder erheben und sich zugleich die Leiber der gefallenen Freunde beim Feind einreihen. Denn zahlreicher noch als die unbestatteten Toten in den Böden dieses kriegerischen Landes, zahlreich wie die Sandkörner der Strände sei die Zahl der vermessenen Seelen vor den Toren des Totenreichs. Darüber sprach die Hexe des Zwergenkönigs so lange, bis der Tee getrunken, erneut gekocht und erneut getrunken war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der junge Mann wollte sich nun schon auf den Weg zu seinem Herrn machen, um ihm zu berichten, was er erfahren hatte, da fiel ihm eine weitere Frage ein. So lud ihn die Hexe ein, noch etwas zu bleiben, mit ihr zu beten und zu speisen. Und für die Antwort brauchte sie so lange, bis die Speisen verzehrt waren. Der junge Mann wollte sich nun zu Bett legen, da es für einen Aufbruch schon zu spät war. Da fiel ihm eine dritte Frage ein. Da lud ihn die Hexe ein, noch etwas zu bleiben, mit ihm zu trinken und Pfeife zu rauchen und sie beantwortete ihm die Frage, bis das Bier getrunken war und sie die Pfeife sieben Mal gestopft hatten. Sodann schlief der junge Mann von Mitternacht bis Morgengrauen und machte sich schließlich auf den Weg zu seinem Herrn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen fand er in seinem Hause vor, wo Rat gehalten wurde von Vasallen und Rebellen, Hexern und Geistlichen, den frommen und den falschen. Doch saß der Herr nicht am Kopf der Tafel, sondern hatte diesen Platz dem Schlichter des faulen Friedens überlassen. Die Gesandten aus den hohen Mooren, den dunklen Wäldern und von den alten Bergen sagten nämlich, dass die Bedrohung, auch wenn sie in seinem Land begonnen hätte, wohlmöglich weit über die Vasallen des Herrn hinausginge. &lt;br /&gt;
Das hinderte viele aber nicht daran, anzuzweifeln, ob die vermeintliche Bedrohung überhaupt noch gefährlich sei. Denn obwohl der fromme Krieger von seiner verlorenen Schlacht berichtete und auch die Hexer und Geistlichen jetzt ohne Zögern über die Lebenden Toten aus früherer Zeit erzählten, war diese Wahrheit schwer hinzunehmen. Besonders die Älteren klammerten sich an die Hoffnung, dass der Feind so schnell wieder gegangen sei, wie er gekommen war. Vielleicht ans Ende der Welt, wo die Gewohnheit ihres Denkens die grauenvolle Tatsache besser ertragen konnte. Die Nachrichten der Reiterscharen aus dem Hügelland gaben ihrer Hoffnung Nahrung, da man ja das Hauptheer der Angreifer nicht hatte finden können.&lt;br /&gt;
Argwöhnisch wurden sie, als der junge Mann berichtete, was er von der Hexe des Zwergenkönigs erfahren hatte. Und zornig, als er vor dem Angriff zur Schneeschmelze warnte. Ob er denn wolle, dass man jetzt neben den Türmen und Mauern auch noch jeden Zaun und Weiler über Jahre hinweg bewachen solle? Ob er denn begreifen könne, in welche Armut man dadurch zurückgeworfen würde? Ob er in seiner Jugend die Worte der Hexe überhaupt verstanden hätte? Ob die alte Dienerin des Zwergenkönigs denn ihren Verstand noch ganz beisammenhätte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der junge Mann begann, mit gut gewählten Worten zu antworten. Worte, die Respekt vor dem Alter ausdrückten, Mitgefühl für die Verunsicherten, ohne sie dem Verdacht der Feigheit auszusetzen. Die Möglichkeit des Irrtums einräumend wog er sie gegen die Pflicht zur Vorsorge ab. Er hätte die Gemüter gewiss damit beruhigt. Doch da begannen die falschen Nonnen und Mönche, im Saal gut verteilt, lachend ein Lied anzustimmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Hört nicht auf die alte Zwergen-Zipfel-Mütze!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habt doch alle mehr Verstand!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sucht rasch bess‘re Zauberstäbe euch als Stütze!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Hüte braucht das Land!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da brausten die Versammelten wieder auf. Die Zwergenfreunde fragten, ob man die alte Hexe, die Älteren, ob man die guten Sitten beleidigen wolle. Und die falschen Nonnen und Mönche sagten schmunzelnd, dass sie damit alle verspotten würden, die sich damit verspotten lassen wollten. So verstand keiner, was eigentlich gesagt worden war, aber alle merkten sich die Worte.Da dachte der junge Mann an den Teil des Gesprächs, von dem er im Saal nichts berichtet hatte. Er dachte an die zweite Frage, die er der Hexe des Zwergenkönigs gestellt hatte: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Du sagst, dass der Feind gekommen ist wie ein Rudel Wölfe, dass einen blutenden Bullen reißen will. Und dass er ohne Mühe ganze Menschenalter auf seine Beute lauern kann. Er mag zwar heute darauf hoffen, ein geschwächtes Land zu erobern. Doch in den Tagen der Großeltern hätte er ein noch viel schwächeres Land noch viel einfacher erobern können. Also sage mir, warum kommen sie heute, warum kamen die Lebenden Toten nicht schon vor meiner Geburt?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und angesichts der zornigen Vasallen und des frechen Lieds erkannte er erst jetzt die ganze Bedeutung der Antwort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ein Feind wie dieser kann in diesem Teil der Welt nicht darauf hoffen, ein Land zu erobern und lange zu behalten. Er kommt, um uns ausbluten zu lassen, zu fressen und wieder zu gehen. Ein Feind wie dieser kann in diesen Tagen nicht darauf hoffen, unbemerkt ein Land auszuplündern und ohne Verfolgung wieder zu verschwinden. Er kam nicht ohne Einladung und kann ohne Hilfe auch nicht wieder gehen. Ein Feind wie dieser hätte hier in den Tagen deiner Großeltern nur Ruinen vergangener Tage vorgefunden. Erst heute, wo wir auf den Ruinen wieder Häuser bauen, wagen sich auch seine Helfer wieder hervor. Die, die nicht ahnten, dass aus dem Kalb, das wir waren, ein kräftiger Bulle werden würde und sich nun vor dem mächtigen Stier sorgen, zu dem wir werden könnten. All die Graukatzen, Krähen, Schakale, Käfer und Würmer, die in Erwartung des Festschmauses fiebrig schon der Wölfe Fraß-Lied singen, hätten sich damals kaum um uns geschert. Daher kamen die Lebenden Toten nicht vor deiner Geburt und sie wären auch heute nicht gekommen, wenn sie nicht Witterung aufgenommen hätten ob der noch unverheilten Wunde des Verrats. Jetzt müssen wir um unser Leben kämpfen. Aber falls wir siegen, werden wir dennoch nicht sicher sein, so lange sie blutet.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und sie hatte ihm davon erzählt, wie sie die Würmer im Lande zum ersten Mal das Fraß-Lied hatte anstimmen hören, das ihr überliefert worden war aus früherer Zeit. Ein Lied, dass jemand, der es gänzlich kennt, nicht ohne Pein anhören kann und so garstig, dass niemand gern darüber spricht. Dessen einzelne, unverbundene Strophen leicht und frisch daherkommen wie heller Wein. Manche handeln von lustigen Namen, hübschen Waren, Narrenschläue und neuen Hüten. Als die Hexe sie ihm vorsang, merkte der junge Mann, dass er sie kannte. Stromauf und Stromab hatten die falschen Mönche und Nonnen sie in den letzten Jahren gesungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Dies ist das Fraß-Lied, das aus früherer Zeit, über das nur die Störenfriede sprechen. Mögest du es nie vergessen. Möge es dir immer garstig sein“, hatte die Hexe gesagt, als sie die letzten Bissen verspeisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== DIE SCHLACHT ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Winter kam der Frühling. Das Volk war zu den Waffen gerufen worden in nie dagewesener Zahl. Es hatte davon gehört, dass von den Inseln und aus den Ländern jenseits der Nachbarländer Krieger zur Hilfe eilten. Es hatte davon gehört, gegen welchen Feind man ziehen würde. Aber die meisten im Land lebten noch immer in einer Welt, in der es die Lebenden Toten nur in Geschichten gab. Also feierte man die Ankunft der längeren Tage weit und breit wie eh und je.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Herr des jungen Mannes, der Erbe des gemordeten Herrschers, hatte sich erneut dafür entschieden, auf der Rat der wenigen anstatt der vielen zu vertrauen. So verfolgte er den riskanten Plan, den Feind so schnell wie möglich mit allem, was er hatte, auf offenem Feld zu stellen. In den Tagen der Schneeschmelze postierte er die Abteilungen des Heeres um das Hügelland herum und gab den Marschbefehl erst, als er jede an ihrem Platz wusste. Fünfundzwanzig Tage lang zog er die Schlinge langsam enger. Doch er wusste, dass der Feind ihm noch immer durchs Netz schlüpfen konnte. Daher bot er ihm, sobald er gesichtet worden war, nur mit einer Abteilung die Schlacht an, während er die übrigen Kräfte in Eilmärschen heranführte. In einer warmen Vollmond-Mitternacht schloss sich die Falle. Nur die Boten blieben auf den Pferden, der Rest der Reiterei kämpfte zu Fuß. Neunhundert versilberte Pfeile waren ausgegeben worden, der Rest der Bogenschützen kämpfte mit dem Beil. Viele trugen Öl und Fackeln in die Schlacht, aber nicht genug. Am Ende, das wussten alle, würde es die schiere Kraft von Armen, Beinen und schlagenden Herzen sein, die allein durch ihre Zahl den Sieg würde bringen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der zuvor berichteten scheinbaren Unordnung der Lebenden Toten gab es zu Beginn der Schlacht keine Spur mehr. Geschlossen rückten sie heran und ihre vorderen Linien waren keine Lumpengestalten, sondern Schwerbewaffnete mit gesenkten Lanzen. Sie scherten sich nicht darum, von den Lebenden aufgespießt zu werden, sondern kamen trotzdem näher, um ihrerseits zu töten, bis ihnen die Schädel eingeschlagen wurden. Die Lebenden wechselten die Linien aus und hielten die Stellung, bis die beiden nächsten Abteilungen des Heeres heran waren und den Kessel schlossen. Es heißt, zuerst hätten ihre Befehlshaber es Wahnsinn genannt, dem Feind jeden Fluchtweg zu verschließen. Doch sie ließen von der gewohnten Kriegskunst ab und gehorchten dem Befehl. So verging die erste Stunde der Schlacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald war es so weit, dass alle Linien ausgewechselt waren und die erste erneut gegen den Feind antreten musste. Da begannen einige zu zögern, was der Feind zum Ausbruch zu nutzen versuchte. Später behaupteten manche, der Herr hätte nur unter Tränen den hinteren Linien den Befehl geben können, die Front für die vorderen zu schließen. So kämpften die vorderen Linien weiter, nicht mit Mut, sondern mit schierer Todesangst. Erst als die Gefallenen sich schon auftürmten, verschafften sie damit den Überlebenden kurze Atemluft. Doch bald kam Bewegung in die Leiber, denn nicht nur kletterten die Lebenden Toten achtlos über sie hinweg. Man sagt auch, dass es den Heerführern des Feindes geradewegs während der Schlacht gelang, die eigene Zahl wieder zu vergrößern mit ihrer dunklen Kunst. So vergingen die zweite und die dritte Stunde der Schlacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl allen erklärt worden war, dass die, gegen die man kämpfen müsse, niemandes Verwandte mehr seien, erkannten nun immer mehr der Krieger bekannte Gesichter in den Reihen der Feinde. Man sagt, viele schlugen die Gesichter von Brüdern, Vätern und Söhnen ein. Doch wenn dies stimmt, dann schlugen viele auch die Gesichter der Schwestern, Mütter und Töchter ein, denn es gab ja keinen Unterschied zwischen Männern und Weibern bei den Lebenden Toten. Doch niemand sagt, dass dies ihm selber zugestoßen sei, sondern stets nur jemand anderem. Inzwischen war eine weitere Abteilung des Heeres angerückt, ohne Platz zum Kämpfen zu finden. Da wurden Krüge mit Öl und brennende Fackeln über die Köpfe der Vorderen geworfen. Erst dadurch gelang es, endlich wieder Linien auszuwechseln. Doch bleibt für immer ungewiss, wie viele Feinde und wie viele Märtyrer das Feuer verschlang, das keinen Unterschied machte zwischen Freund und Feind. Als der Morgen graute, war das ganze Heer herangerückt und schloss einen zweiten Kessel um den ersten. Dem Feind musste klar geworden sein, dass er in dem Getreide, das er hatte ernten wollen, nun zu ersticken drohte, denn er unternahm immer kühnere Ausbruchsversuche. Hatte er bislang nur erhobene Leichname kämpfen lassen, schonte er seine mächtigsten Scheusale jetzt nicht mehr. Ihre Ritter nannten manche sie später, obwohl sie wie alle Lebenden Toten in dieser Schlacht zu Fuß kämpften. Gesichter konnte man auch bei denen nicht erkennen, die offene Helme trugen, sondern nur wabernde Schatten. Mit langen, makellosen Schwertern hieben sie sich Gassen frei, während sie unerträgliche Schreie ausstießen, die niemand je vergessen konnte. Als die Sonne sich über den Hügeln des geschundenen Landes erhob, gelang ihnen der Stoß durch den inneren Ring. Neunhundert versilberte Pfeile empfingen sie auf dem freien Feld vor dem zweiten Ring, doch die Woge der Lebenden Toten war in Bewegung gesetzt und machte nicht mehr Halt. Wer darauf gehofft hatte, dass nun das Sonnenlicht den Kampf alleine weiterführen würde, wurde eines Besseren belehrt. Die Hexen hatten vorhergesagt, dass es die Feinde schmerzen und schwächen würde. Zur Hälfte war das richtig. Im Tageslicht verfielen sie in wilde Raserei, der die Krieger des zweiten Rings kaum stand hielten. Auch hatte der Feind seine Stoßrichtung mit der Sonne im Rücken gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es heißt, die Heerführer der Lebenden Toten seien in Flammen aufgegangen, als sie auf den Boden vordrangen, auf dem man vor der Schlacht die Asche des wortgewandten Priesters verstreut hatte, der im letzten Herbst von ihnen gemordet worden war. Viele wollen ihn in diesem Augenblick gesehen haben. Danach erlahmte der Angriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es heißt, fast sieben Stunden hätte die Schlacht angedauert, von Mitternacht bis Morgengrauen. Doch bis zum Nachmittag gingen die Lebenden über das Feld und schnitten Köpfe, Hände und Füße ab. Und es dauerte noch vier Tage, bis alle Leiber verbrannt waren. Nur wenige der Märtyrer wurden geehrt. Obwohl die Priester ihnen sagen, dass es falsch ist, vermeiden viele der Hinterbliebenen es bis zum heutigen Tag, die Namen der in dieser Schlacht Gefallenen auszusprechen. Sie tun dies, weil sie sich davor fürchten, ihre Lieben als Widergänger herbeizurufen. Jemand sagte dem Herrn am Morgen, dass der Tag nun ihm gehöre. Aber er gab der Schlacht keinen Namen. Vielleicht hätte er dem Heer zu seinem Sieg gratulieren sollen. Aber er fand keine Worte. Man konnte sich nicht erinnern, jemals so viele junge Männer an einem Ort versammelt zu haben. Aber keinem war die jugendliche Pracht geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== DIE DRITTE FRAGE ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Frühling folgte der Sommer, ein Jahr verstrich und es wurde erneut Frühling. Vereinzelt wollten einige noch hier und da wandelnde Leichname gesehen haben, doch wenn die Reiter sie suchten, fanden sie sie nie und oftmals stellte man fest, dass nur von Trugbildern berichtet worden war. Kein Heer der südlichen Nachbarn überschritt die Landesgrenzen und die Rebellen von den alten Bergen unterwarfen sich dem Schlichter des faulen Friedens. Dieser gab den Befehl, dass von nun an alle ihre Verstorbenen verbrennen müssten. Doch die Geistlichen, die frommen wie die falschen, sagten, dass alle ihre Toten gemäß den Sitten ihrer Ahnen bestatten mögen, jeder seinem Stamme gemäß. Und so ist es bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs fragten noch sehr viele, was die Lebenden Toten überhaupt gewollt hatten. Anfangs sprachen viele noch darüber, wie man mit solcherlei Bedrohung künftig umgehen solle. Anfangs fragten noch viele, ob es einen besseren Weg hätte geben müssen, mit der Plage umzugehen und ob die Opfer nicht zu hoch gewesen seien. Und immer öfter fragten Arme und Reiche, erst noch hinter vorgehaltener Hand, warum die alten Hexen und Geistlichen sie nicht rechtzeitig vor dem Grauen gewarnt hatten. In diesem Jahr wurde ein lustiges Lied so bekannt, dass es bald von Fährleuten, Marktweibern und Tagelöhnern, zuweilen auch von Nonnen und Mönchen gesungen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Hört nicht auf die alte Zwergen-Zipfel-Mütze!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habt doch alle mehr Verstand!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sucht rasch bess‘re Zauberstäbe euch als Stütze!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Hüte braucht das Land!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich ersann der Schlichter des faulen Friedens, der selbst ein ruhmreicher Hexer war, seine Lösung für die Zukunft. Er rief einen Waldgeist herbei und gab ihm sechs Hexer an die Seite, die in der südlichen Zauberkunst gebildet waren. Er machte sie zu seinen Amtleuten, ausgestattet mit Vollmacht, Siegel und dem Auftrag, die Schwarzen Künste zu verfolgen und die eigene Zahl zu vergrößern. Nun sollte das Volk sich nicht mehr fürchten müssen. Doch kaum nachdem er den Herren, Stämmen und Vasallen im Land die Zustimmung für seinen Plan abgerungen hatte, setzten die falschen Nonnen und Mönche sich südliche Zauberhüte auf, schworen dem Waldgeist die Treue und bald wusste keiner mehr ihren Orden von den neuen Beschützern zu unterscheiden. Da dachte der Mann, der nicht mehr jung war, an die dritte Frage, die er der Hexe des Zwergenkönigs gestellt hatte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Was genau ist es, dass wir haben, was sie uns nehmen wollen? Sind sie wirklich nur dafür hier, um ihr Heer mit Leichen aufzufüllen? Könnten sie das nicht auch dort, wo die Menschen zugleich zahlreicher und wehrloser sind als hier? Auch verstehe ich nicht, was ihre Helfer sich davon versprechen, einen solchen Feind so sehr erstarken zu lassen. Wer würde so etwas tun? Müssen sie sich am Ende nicht selbst vor denen fürchten, denen sie geholfen haben?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und erst jetzt, ein Jahr nach dem Ende der Plage, erkannte er, wie beunruhigend die vielen fehlenden Antworten geblieben waren. Vielleicht, dachte er nun, sollte man nicht unterschätzen, wie wertvoll ein ganzes Volk für sie gewesen wäre, es abzuschlachten und in ihre Streitmacht einzureihen. Oder wollten sie hier etwas aus früherer Zeit gewinnen, dass längst vergessen wurde? Hatten ihre heimlichen Helfer ihnen etwas versprochen, was wertvoll für sie ist und ihre Taten waren für einen geheimnisvollen Lohn begangen worden? Oder hatten sie gänzlich rätselhafte Gründe gehabt? Die Hexe hatte jedenfalls nur eine halbe Antwort geben können:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Was die Lebenden Toten betrifft, so kann ich dir nur sagen, dass ich das letztlich selbst nicht weiß. Da sie an uns keine Forderungen stellen, werden wir es wohl nie erfahren. Denn entweder müssen wir sterben oder sie alle vernichten. Was aber ihre Helfer betrifft, so wisse: Jeder, dem es nur ausreichend missfällt, dass dieses Land einen Thron und Recht und Sitte hat, würde das tun. Jeder, der sich nur genug davor fürchtet, dass aus unserem Geschick und unserem Wohlstand eines Tages Macht und Reichtum werden könnten. Jeder von ihnen, sofern Mittel und Gelegenheit es zulassen. Solche Leute gibt es im Süden und solche Leute gibt es hier. Leider fürchten sie sich vor jenen, derer sie sich bedienen weniger, als sie es um ihrer selbst willen tun sollten. Es ist ein Spiel für sie.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damals, im Winter der Plage, hatte sie ihm von dem alten Spiel erzählt. Dem Spiel, das jene Fremden spielen, die durch Gier zu Macht gelangten. Das sie mit den Völkern spielen, die sie zu unterjochen sich erwählen. Es wird mit harmlosen Geschenken begonnen, verteilt von Unbekannten mit lustigen Namen, verteilt an wenige, damit viele sie begehren. Sodann werden die Geschenke zu hübschen Waren, die man mit Betrug und Narrenschläue am besten sich erwerben kann. Wenn dann die Leute sich mehr mit ihren Streichen beschäftigen, als mit der Eltern Gebote, dann kommt die Zeit, neue Hüte unters Volk zu bringen. Hüte, die nach Klugheit riechen und wie Reichtum schmecken, aber beides nicht gewähren. Tragen erst viele die neuen Hüte für längere Zeit, werden einige von ihnen anfangen, sich die lustigen Namen der Fremden zu geben, sodass ihr Klang bald kaum noch fremd erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Spiel wird fortgesetzt mit einer plötzlichen Wende hin zu grauenhaften Schrecken. Hungersnöte, Bestienhorden, Seuchen oder Verführer, die die Jugend aufhetzen. Für die, die das Spiel begonnen haben, ist es nicht wichtig, wie sehr dadurch das Land verwüstet wird. Wichtig ist, dass der Schrecken als nie dagewesener Fluch erscheint, der von den alten Hüten nicht zu lindern ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn dann kann der letzte Teil des Spiels beginnen: Die Fremden haben heimlich unter den Leuten mit den neuen Hüten und den lustigen Namen schon ihre Statthalter ernannt. Sie versprechen Linderung, ob sie sie bringen können oder nicht. Und sie werden dabei nicht versäumen, alle alten Wege als Wege in die Schrecken zu verleumden und das Grauen zum Versäumnis alter Hüte zu erklären. War es nur grauenvoll genug, so wird man ihnen Glauben schenken. Da Seuchen vergehen, Bestienheere sich zerstreiten, Hungersnöte schließlich enden und auch verdorbene Jugend einmal selber Kinder hat, wird man sie bestätigt sehen. Dies hatte die Hexe gesagt, als das Bier getrunken war und die Pfeife zum siebten Mal erloschen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Viele Varianten hat das Spiel, doch diese hier wird mit uns gespielt. Unterliegen wir gegen die Lebenden Toten und bleiben sie wirklich hier, werden die Fremden Wege und Heere finden, um die wenigen Überlebenden danach, zum Zeitpunkt ihrer Wahl, zu retten und zu dankbaren Knechten zu machen. Obsiegen wir, werden sie Worte der Lüge und der halben Wahrheit finden, um das Entsetzen des Volkes vor ihren Pflug zu spannen.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur seinem Herrn und seinen engsten Vertrauten hatte der Mann, der nicht mehr jung war, von der Warnung der Hexe des Zwergenkönigs berichtet. Doch als die neuen Zauberhüte sich im Land verteilten, konnte er sie nicht mehr finden und die Zwerge wurden noch wortkarger als sonst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was seinen Herrn betraf, so wollte dieser den neuen Freunden, die ihnen einst gegen die Lebenden Toten zur Seite gestanden hatten, nun seinerseits helfen. Denn sie hatten ihm Nachricht geschickt, dass sie nun der gleichen Bedrohung gegenüberstünden. Weil seine Omen aber unheilvoll waren, baten seine Vasallen ihn, nicht selbst zu gehen, sondern andere zu schicken. Diesmal schloss der Mann, der nicht mehr jung war, sich dem Rat der vielen, nicht der wenigen an. Der Herr aber sagte ihnen das Folgende:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Schlacht, der ich keinen Namen gab, gereicht mir nicht zum Ruhm. Wer an mich denkt, der denkt an das Grauen dieser Nacht. Wenn ihr das Land morgen nicht in den Händen neuer Hüte sehen wollt, dann muss ich beweisen, dass das Glück mit mir ist und ich die Lebenden Toten erneut schlagen kann. Kehre ich siegreich zurück, dann verspreche ich euch, dass ich mir den Thron des Landes nehmen werde. Und dass ich dann Schluss machen werde mit den neuen Hüten und den falschen Nonnen und Mönchen!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So vertraute er erneut auf den Rat der wenigen, nicht der vielen, und zog in den Krieg. Er sollte nie wiederkehren. Die Schlacht ohne Namen war noch lange nicht entschieden. Doch die Jahre vergingen und die Fremden siegten nicht bei ihrem Spiel, wenngleich sie nicht die Mittel verloren, es weiter spielen zu können. Die Kinder, die nach der Plage geboren wurden, haben nun selbst ihre ersten Kinder. Wer das Grauen dieser Nacht gesehen hat, versucht bis heute, es zu vergessen. Und der Mann, der schon lange nicht mehr jung ist, erinnert sich kaum noch daran, dass er einst in einer Welt lebte, in der es die Lebenden Toten nicht gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Dichtung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bibliothek]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Überlieferungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<title>Datei:Trigardonische Märchensammlung.pdf</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: RiaRetterspitz lud eine neue Version von „Datei:Trigardonische Märchensammlung.pdf“ hoch&lt;/p&gt;
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		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Sammlung_von_M%C3%A4rchen_und_Legenden</id>
		<title>Sammlung von Märchen und Legenden</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Eine PDF-Version zum Download ist hier: [[Datei:Trigardonische_Märchensammlung.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine IT-Version musst du dir selber erstellen ;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natans Blut und die Heilige Elea ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Von den Vorfahren des Kleinen Volkes mündlich überliefert seit Anbeginn von Tag und Nacht, in zwergischer Schrift und Sprache seit unbekannter Vorzeit schriftlich überliefert, in unserer Sprache erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde gegen Ende des zweiten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Gösta''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es begab sich dereinst, als sich die Sterblichen aus Neid und Hass entzweiten, dass Weltvater Natan seinen Bruder Ischan zum Zweikampf forderte, um den Streit zu entscheiden. Weltvater Ischan jedoch, besorgt über die größere Zahl von Natans Stamm, fürchtete einen Betrug seines Bruders. &lt;br /&gt;
Darum sprach er: „Nur dann werde ich mich zum Zweikampf stellen, wenn wir uns an einsamem Orte treffen, wo kein Mensch in den Kampf eingreifen kann!“ &lt;br /&gt;
„So soll es geschehen,“ antwortete Natan, „aber einem von uns wird es die letzte Stunde sein. Und damit beide unserer Stämme die Nachricht von Sieg und Niederlage von einem der Ihren erfahren, soll es Zeugen für unseren Kampf geben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf einigten sie sich und wählten als Kampfplatz einen der Gipfel des Dugor Harog. Jener Berg war in diesen fernen Tagen den Menschen heilig, war er doch damals noch der höchste weit und breit, so hoch, dass sein Gipfel nahezu alle Zeit durch Wolken verdeckt war. Ischan wählte Bakir den Schmied, den geschicktesten seiner Schüler, als Zeugen aus und Natans Wahl fiel auf Elea, seine treueste Schülerin, die von der Göttin des Wissens geliebt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sie seit sieben Tagnächten fortgegangen waren, erschütterten dumpfe Donnerschläge Riaplots Leib und so wussten die Menschen, dass der Kampf begonnen haben musste. Hatten sie doch Ischan mit mächtigen Waffen über der Schulter aufbrechen sehen, so groß und schrecklich, wie sie seither niemand mehr zu führen vermocht hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der Beginn der letzten Tagnächte, denen alles Volk am Dugor Harog hernach als den langen Mond des Schreckens gedachte. Von Jenen, die dort an den steilen Hängen wohnten, starben schon viele in der ersten Tagnacht und noch ungezählte weitere bis sich die Herrin der Erleuchtung zur Nacht wieder in voller Pracht den Menschen zeigte. Viele von ihnen wohnten in Höhlen am Berge, von denen sie nicht wenige selbst hinein gehauen hatten. Obwohl sie schon damals kundig darin waren, in Riaplots Fleisch zu graben und seine Knochen zu formen, so konnten sie doch noch nicht wissen, wie man Gänge und Höhlen baut, die auch dann zu überdauern vermögen, wenn sich die Erde regt. Und nie wieder mussten die Sterblichen erleben, wie der Leib des Königs der Berge sich so sehr in Schmerzen winden musste, wie damals, als Ischan die Schluchten in seinen Leib schlug und Natan ihm tiefe Wunden riss, um seinen Bruder mit Felsen zu erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach sieben Tagnächten, als Ischans Arm erlahmte, schöpfte Natan neuen Atem, um seinem Bruder mächtige Flüche entgegen zu schleudern. Und weil er wusste, dass er auch Riamodan gegen sich hatte, rief er nach den Dienern der Riaranjoscha, auf dass sie die Leidenschaft in Ischan verlöschen mochten.&lt;br /&gt;
Und als weitere sieben Tagnächte vergingen, da eilten die Nebelgeister auf himmlischen Rössern dem Natan zur Hilfe. Als die Sterblichen auch in der Ferne sie erblickten, erschraken alle, denn weithin sichtbar war ihr Heerzug ob seiner großen Zahl, größer als alle Reiterscharen in der Steppe und im Tal. Nie zuvor hatte die Herrin der Weisheit ihre Geister des Nebels mit solcher Stärke entsandt. Hoch über die Flüsse und Täler hinaus ragten sie, selbst zur wärmsten Stunde der Tagnacht ritten sie am Boden, wo sie doch sonst schon lange in den Himmel heimgekehrt wären. Als sie am Berg auf Ischan einstürmten, da erzitterte Riaplots Leib unter den Schlägen ihrer Hufe, viel mehr noch als unter Hieben des Weltvaters zuvor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und als in der viermalsiebten Tagnacht Riamodan sein Antlitz auf dem Gipfel des Dugor Harog zeigte, da erschraken die Sterblichen noch mehr. Denn die Nebelgeister hatten in ihrem Ansturm auch Bakir, den jungen Schüler des Ischan, zu Tode gestampft, den Pakt der Weltväter missachtend, wonach er nur Zeuge, nicht aber Teil des Kampfes sein durfte. Daraufhin schrie der starke Weltvater voller Wut und Rachedurst zum Thron im Feuer hinab und Riamodan antwortete, indem er seinem Günstling für einen mächtigen Zorneshau seine Macht lieh. Damit erschlug Ischan den Heerführer der Nebelgeister, woraufhin die übrigen die Flucht ergriffen. Doch fanden sie den rechten Weg nicht, sondern stürmten vom Gipfel des Dugor Harog in alle Himmelsrichtungen hinab und zermalmten alles zu Staub, was das Unglück besaß, unter ihre Hufe zu geraten. Und die Opfer unter den Sippen, die dort am Berge lebten, waren gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun blieb Natan ohne Beistand dem flammenden Schwert des Ischan ausgeliefert und war schon auf seinen Knien, als Ischan zu seinem letzten Hieb ansetzte. So siegessicher war der stärkere Weltvater, dass er weithin ausholte und Natan Gelegenheit zu einer letzten List gab. Dieser umwickelte seine Hand mit seinem Mantel, schnellte vor und hielt die flache Klinge seines Bruders von sich fern. Doch Ischans Zorn war zu groß, statt mit der flammenden Klinge schlug er denn machtvoll und ohne Gnade mit des Schwertes Kloß hernieder, solange bis er Natan schrecklich zugerichtet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natan wiederum ergriff im Todeskampf Ischans Arm und als er mit zerbrochenen Gliedern herniedersank, da ließ er nicht mehr los, sondern zog Ischan mit sich zu Boden. Und weil dieser in seinem Eifer die Gefahr nicht bemerkte, so kam es dann zuletzt, dass er in seine eigene flammende Klinge stürzte und die Mächte, die er selbst im Zorn gerufen hatte, ihn von Kopf bis Fuß versengten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Feuergott dies sah, erkannte er, dass kein Sterblicher zuvor und kein Sterblicher hernach seine Lieder in solcher Herrlichkeit würde erschallen lassen. Da weinte er Tränen, wie es sonst nur die Herrin der himmlischen Wolken zu tun vermag. Doch waren es graue Tränen, die sich auf Riaplots Leib herabsenkten wie Schnee. Dies war die dunkelste Stunde der Sippen unten am Berge und auch viele Menschen in der Steppe, im Wald und im Tal starben, denn Riamodans Tränen waren bitter und erstickten alles Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich kam Elea aus einem Versteck hervor, wo sie zuletzt ausgeharrt und die schreckliche Schlacht mit eigenen Augen geschaut hatte. Und als sie zu Natan kam, da war er bereits dem Tode geweiht und ihr blieb nichts anderes, als seinen Kopf in ihrem Schoße zu betten und seine zerschmetterte Hand zum Trost in die ihre zu legen. Da kam es, dass sich im heiligen Natan ein letztes Mal die Lebensgeister regten und er zu der frommen Elea sprach: &amp;quot;Sieh, die Zwietracht ist über uns gekommen und unser Streit muss unentschieden bleiben. In unserer Zwietracht haben mein Bruder und ich großes Unglück über alle unter dem Himmel gebracht. Die Geister, die ich rief, haben Heimstätten verwüstet und viele auf ihrem Weg erschlagen, die nicht hätten teilhaben sollen an unserem Kampf. Diese Schuld will ich nicht mit zur Herrin der Seelen nehmen, doch mein letzter Atem schwindet. So bitte ich dich, Elea, bete zu den sieben großen und herrlichen Göttern an meiner statt für die Gunst der Sippen unten am Berge.“ Elea sprach, dies wolle sie für ihren Meister gerne tun und darauf legte der heilige Natan dankbar seine blutige Hand auf Ihre Schulter und schloss für immer seine Augen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es dann, dass die fromme Elea voller Hingabe zu den sieben großen und herrlichen Göttern zu beten begann. „Oh König der Berge,“ bat Elea, „möge das Blut, welches mein Meister vergoss, dein Opfer sein! Ich bitte dich, nimm diese Gabe an.“ &lt;br /&gt;
Und weil sie nicht aufhörte, als Durst und Müdigkeit sie plagten, sondern tapfer ausharrte, erhörte Riaplot ihr Flehen und verwandelte Natans Mantel, mit dem er seine Hand umwickelt hatte, in den Mohn, der allen Schmerz besänftigt. Als Elea, die von ihrem Meister alles über die Kräuter, Moose und Pflanzen gelernt hatte, nun eine Blume sah, die ihr noch fremd war, verstand sie, dass sie erhört worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ihr großen und herrlichen Sieben, hört meinen Eid, der der Eid des Natan ist. Er gibt das von ihm vergossene Blut als Opfer, sein eigenes Blut aber, das von seinem Bruder vergossen wurde, soll das Pfand der Sippen unten am Berge werden, bis zu der Zeit, in der er wiedergeboren wird und seine Schuld bezahlen kann.“&lt;br /&gt;
So betete sie, bis schließlich die erste Nacht der Welt hereinbrach und der erste Tag ihr folgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An jenem ersten Tage stiegen Überlebende von den Sippen unten am Berg hinauf und erst am Abend fanden sie die fromme Elea im Gebet, den verbrannten Leib Ischans zu ihrer rechten, den zerbrochenen Leib Bakirs zu ihrer linken und den zerbrochenen Leib des Natan zu ihren Füßen, sein Blut an ihrer Hand, den Abdruck seiner Hand auf ihrem weißen Kleid. Daraufhin berichtete Elea den Sippen, die am Dugor Harog wohnten, von Natans letztem Wunsch. Und die Sterblichen staunten, denn als sie zu Boden blickten, da ward das viele Blut, welches Natan vergossen hatte, zu Silber verwandelt, wie ein Abbild des hellen Glanzes der Riasina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dies sprach Elea: &amp;quot;Seht, die sieben Großen und Herrlichen Götter haben meine Gebete erhört. Das Blut, welches Natan im Bruderzwist vergoss, ist Euch nun silbernes Pfand für das Unglück, welches Ihr erlitten. Und wenn ihr fragt, wann die Zeit gekommen sei, dass der weise Weltvater sein Pfand einlöse, so seht, dass nicht all sein Blut geronnen ist. Ein kleiner Teil ist noch immer flüssig, obgleich die Götter es zu Silber gemacht haben. Dieses Silber sollt ihr mit Ehrfurcht suchen und bewahren, denn ihm wohnt Natans letzte Kraft noch inne. Und erst wenn der letzte Tropfen geronnen ist, dann wird er wiedergeboren werden und seine Schuld begleichen. Doch seid demütig und verschwendet nicht, was die sieben Großen und Herrlichen gegeben, denn der König der Berge wird jene strafen, die zu gierig sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortan holten die Nachkommen jener Sippen am Dugor Harog kostbares Silber aus dem Berg, wo vorher Natans Blut vergossen worden war. Und alle, die Freunde des Natan gewesen waren, zeigten sich dankbar und dienstbar, wann immer ihnen die Ehre zuteilwurde, sein nunmehr von göttlichem Segen erleuchtetes Blut zu schauen und zu besitzen. Denn durch Eleas Zeugnis galt das Silber aus dem Dugor Harog auch stets als ein Zeichen des Edelmutes und der Demut, die Natan mit seinen letzten Atemzügen gezeigt hatte. Damit war das Leid der Sippen, die dort am Berge wohnten, gemildert, konnten sie doch Silber gegen Brot und Bier und Dörrfleisch und Nüsse tauschen, als weithin um den Dugor Harog, ob der großen Schlacht die dort getobt hatte, für lange Zeit kein Strauch und kein Baum Früchte trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wie Ischan zu Asche verbrannt war, so verbrannten sie auch die Leiber seines Bruders und seines Schülers, um so wenigstens nach dem Tode der zänkischen Brüder ihrem Neid keine Nahrung mehr zu geben. Seitdem bestattet man die Toten auf diese Weise. Während die Weltväter noch heute auf ihre Wiedergeburt warten, so kehrte Bakirs Seele schon in der übernächsten Generation zurück ins Leben und wurde denen geboren, die von seiner Mutter abstammten. Zuvor aber wandelte sein Ahnengeist unter denen, die seine Urne befüllt hatten und ihn ehrten. Ihnen allein verriet er alle Geheimnisse der Schmiedekunst, die er von Ischan einst gelernt hatte. Und bis in unsere Tage werden diese Geheimnisse weiter gegeben von Meister zu Schüler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die treue Elea verlebte ihre übrigen Tage unter den Sippen des Dugor Harog, pflegte den Mohn, den Riaplot ihr als Zeichen seiner Gunst geschenkt hatte und ihre Nachkommen pflegen ihn noch heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geburt von Sommer und Winter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Vorzeit von den Stämmen Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im ersten oder zweiten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Anna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist die Geschichte von der Geburt von Winter und Sommer. So habe ich sie von meiner Großmutter gehört und so erzähle ich sie euch, meine Kindeskinder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Zeit als die Stämme Ischans und Natans sich entzweit hatten, tränkten Flüsse von Blut Riaplots Leib. Die Leben der Menschen und ihre ganze Kraft, viel zu früh vergossen und noch heiß und brodelnd sank tief in den Schoß des großen und herrlichen Gottes und ihm entsprang eine goldene Schlange, so heiß und so schön wie Riasions Auge. Ihr Name war Evörr und wohin sie auch ging, wurde das Land fruchtbar und alles wuchs und gedieh um sie. Doch war das Blut aus dem sie geboren war, zu heiß vom Kampfe. Wenn sie länger an einem Ort verweilte, wurde aus Fülle Dürre und aus Leidenschaft Raserei. So zog sie rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ständige Sterben der Menschen füllte auch Riadugoras Hallen mit dem kühlen Hauch der Seelen. Ihre Winde wurden nie müde, die Toten herbeizubringen. Ein solches Brausen herrschte in den Gewölben der Unterwelt, dass die Toten keine Ruhe finden konnten. So legte sich Riadugora also nieder und gebar eine silberne Schlange, so kalt und so schön wie Riasinas Auge. Sein Name war Jardo und wohin er auch ging, brachte er Ruhe und Andacht. Doch die Kälte des Todes und die neugewonnene Macht der Winde waren zu stark. Wenn er länger an einem Ort verweilte, wurde aus Ruhe Starre und aus Andacht Untätigkeit. So zog er rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages begegneten sich Jardo und Evörr auf ihrer nie enden wollenden Reise. Die Liebe zwischen ihnen war bereits groß, als ihre Blicke sich trafen und sie wuchs mit jedem Tag. Von nun an wandelten sie gemeinsam und wohin auch immer sie gingen, blühte und grünte es und die Erde verschenkte ihre Gaben so bereitwillig wie zu den Zeiten vor dem Bruderkrieg. Als Riaplot dies sah, weinte er, denn er liebte seine Tochter sehr. Noch größer aber als seine Liebe war sein Zorn gegenüber den Menschen, sodass er Riason bat, Jardo und Evörr auf immer zu trennen. Riason kam dieser Bitte schweren Herzens nach, denn auch er erfreute sich an der Harmonie der beiden Liebenden. In seiner Weisheit kettete er Evörr an die Sonne und Jardo an den Mond. Wenn Götter und Menschen versöhnt sind und die ewige Tagnacht herrscht, werden auch die Kinder von Erde und Wind wieder zueinanderfinden. Bis dahin werden wir heiße Sommer und kalte Winter haben und besonders die Winter werden Riaplots Geschöpfen Mühe bereiten, denn Jardo ist nicht leicht versöhnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Yerig-Baum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Im südlichen Längstal mündlich überliefert seit einer Zeit, in der die Vergessene Sprache schon vergessen war und in der die Nurynaische Sippe schon Yergigar besaß, erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des zweiten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Franziska''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Zahl Menschen in Arbons grünen Auen noch gering war und man noch Tage wandern konnte, ohne den Rauch eines wärmenden Feuers zu sichten, lebte ein Jäger, dessen Name Yerig war. Er war der Sohn einer starken Sippe, Vater gesunder Kinder und seine Jagdkunst ward viel gelobt. Und war er auch ein götterfürchtiger Mann, dankte den Göttern jeden Morgen und jeden Abend, brachte Opfer zu den Hohen Tagen und nach jeder Geburt eines Kindes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gab es ein Jahr, als das Vieh in den Wäldern wenig wurde und Yerig weite Wege und lange Tage laufen musste, bis er Wild legen konnte. Er fand sich in ungekannten Weiten, als er schließlich in der Ferne einen Hirsch zu sehen glaubte. So versessen auf die nahe Beute, blieb er blind für die Gefahr und hörte das Gebrüll des Bären, bevor er ihn sah. „Oh ihr Götter, lasst Gnade walten! Wendet des Bären tödliche Pranke ab!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär holte aus und schlug den Jäger nieder, seine Glieder brachen und sein Körper ging zwischen den Gräsern nieder. Mit dem letzten Atem sprach er an die Götter: „Ihr Großen und Herrlichen! Habe ich euch nicht geehrt? Habe ich nicht jeden Morgen und jeden Abend eure Namen gepriesen, euch gegeben von meinen Gütern, was ich entbehren konnte und nicht für jedes Kind mit Opfer gedankt? Habe ich nicht gelebt, wie es ein ehrfürchtiger Mann nur kann? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass mein Körper, der eben noch den Hirsch mit einem Schuss zu töten vermochte, nun hier geschunden liegt und ich das Leben verliere fern von der Heimat und der Sippe? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass die Tiere mich fressen werden anstatt einer würdigen Bestattung neben meinen Ahnen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er nicht mehr sprach zogen die Wolken über der Ebene zusammen, der Himmel wurde dunkel und er vernahm die Stimme Riadoguras, die zu ihm sprach: „Was maßt es du dir an, einzelner Sterblicher, zu zweifeln an den Göttern und nicht zu danken, was dir gegeben ward! In eine ehrwürdige Sippe wurdest du geboren, einen starken Arm ließen wir dir wachsen, einem fruchtbaren Weib wurdest du gegeben und die dir geborenen Kinder ehrten dich. Willst du zweifeln, dass dies die rechte Zeit sei in meine Hallen einzukehren? So sei dir noch weitere Zeit auf dieser Erde gegeben. Dein Körper soll weilen auf diesem Fleck, so dass du Zeit hast, über deine Worte zu sinnen. Ein Baum sollst du werden und zu unseren Ehren sollst du wachsen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erkannte der Jäger die Schande seiner Worte. „So will ich tun, wie mir befohlen, und in ehrfurchtsvoller Arbeit meine Tage verbringen, wie die Götter es bestimmten.“ Und seine Knochen wurzelten tief in die Erde und zogen mit aller Kraft Riaplots Geschenk des Lebens in sich auf. Und aus seinen Lenden wuchs ein Spross gen Himmel, der sich an Riasions Geschenk der Sonnenstrahlen wärmte. „Groß will ich werden und Blätter und Früchte tragen, tief verwurzelt will ich sein und meine Haut stark wie Stein. Zu Ehren der Götter will ich jeden Tag wachsen und danken für mein Leben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, und der Baum wurde stark und seine grüne Krone immer dichter. In den Ästen des Baumes ließen sich die Vögel des Himmels nieder und bauten ihre Nester. Kriechtiere bauten ihre Höhlen zwischen den Wurzeln und der einsame Wanderer fand Schatten unter seinem Blätterdach. So zog der Sommer voran und der Baum brachte hart arbeitend Früchte hervor, saftig waren sie, und wurden röter von Tag zu Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voller Stolz mühte der Baum sich, sie immer größer und saftiger werden zu lassen, da begannen die Vögel bereits, die Früchte zu fressen und die vorbeiziehenden Wanderer zu pflücken, was sie tragen konnten. Da wurde der Baum betrübt und rief zu den Göttern: „Seht ihr großen Götter, getan habe ich, was mir befohlen ward. Gearbeitet habe ich jeden Tag und der Erde abgetrotzt, was ich konnte. All die Mühe habe ich in diese Früchte gesteckt und nun sollen die faulen Vögel sie fressen? Soll jeder Dahergelaufene einfach sich den Wanst mit meinem Tagewerk vollstopfen dürfen, ohne den Finger dafür krümmen zu müssen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sprach Riaplot aus der Erde und den Pflanzen zu ihm: „Sterblicher, ein zweites Mal schon beklagst du dein Schicksal, obwohl die Götter dir mit vollen Händen geben! Wärmte die Sonne dich nicht durch Frühling und Sommer? Gab ich dir nicht aus der Erde all die Kraft, die zu brauchtest? Und stillte der Regen nicht deinen Durst alle Tage? Geize nicht mit deinen Früchten, was bringt es dir, wenn sie an deinen Ästen faulen? Ein Mensch bist du nicht mehr, die Früchte sind für andere.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder erkannte der Baum Yerig seine Fehlerhaftigkeit: „Große Götter, ich danke euch abermals und bitte um Vergebung. Meiner Arbeit Früchte will ich geben, wer sie verlangt, auf dass sie einem anderen nutzen.“ Als dann die letzte Frucht gepflückt war, wollte der Baum noch immer nicht ruhen. Denn Arbeit war es, was die Götter den Sterblichen auferlegt hatten. Und so begann er sein Antlitz in prächtigen Farben zu schmücken. In Rot und Gold ließ er seine Blätter strahlen, auf dass von weit her seine prächtige Krone zu sehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch das prächtige Farbenspiel lockte die Kinder Riadugoras, die Winde: „Sie an, welch schönes Spielzeug! In Rot und Gold ist es aufgemacht!“ - „Lass uns hineinfahren in die Krone und sehen wie die Blätter fliegen!“ Und die wilden Winde fuhren in das Blätterdach, zupften an jedem Ast die Blätter und tanzten wild mit ihnen im Kreise. Doch unbeständig wie die Windeskinder sind, ließen sie ihr Spielzeug alsbald fallen, nur um am nächsten Tage noch einmal zurückzukehren und neues Blattwerk zu zupfen. Wie der Baum Yerig so seine Arbeit zu Boden gleiten sah, würde er traurig und rief die Götter ein drittes Mal an: „Seht ihr Großen, wieder habe ich getan, wie mir geheißen, Mühe und Fleiß in meine Arbeit gesteckt. Doch wie lohnen es mir die Winde? Sie zerreißen mein prächtiges Haupt und lassen die Fetzen arglos am Boden liegen!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wieder zogen die Wolken zusammen und aus ihrer grauen Mitte spricht Riadugoras Stimme: „Sterblicher wieder zweifelst du an uns. Doch was maßt du es dir an, dich zu schmücken in prächtigen Farben? Der eitle Tand steht dir nicht zu, so tragen die Winde ihn fort. Und auch ist es Zeit für dich, die Arbeit ruhen zu lassen. Was dem Mensch der Tag, ist dem Baum das Jahr. Und so wie der Mensch abends seine Glieder zur Ruhe bettet, ist es Zeit für dich, alle Anstrengungen sein zu lassen und über den Winter zu träumen. Doch fürchte dich nicht: Riaranjoscha wird eine Decke aus Schnee über dich breiten, auf dass du im Frühling die Arbeit erneut wirst aufnehmen können.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Schnee aber gefallen war, ächzte der Yerig schwer unter dem Gewicht, schüttelte sich und warf ihn zornig hinfort. Noch ehe er aber diesmal ein Wort des Undankes sprechen konnte, fuhr ein Blitz in ihn ein, fällte ihn und verbrannte ihn zu Asche. Und da die Götter nun lange keine Klage mehr von Yerig hörten, erbarmten sie sich zum nächsten Frühjahr und ließen aus seiner Asche neunundvierzig Blumen spießen. Sie weilten in einem glücklichen, unbeschwerten Leben, tranken Riaranjoschas Wasser, wärmten sich unter Riasions Angesicht, speisten von Riaplots Gaben, vermehrten sich, um am Ende in Riadugoras hütende Arme zu sinken. Sie lebten nur um zu leben in Göttlichem Frieden. Und wie es war, so hatten die Götter ihre Freude daran, denn es war ihr Wille, weil sie es gemacht hatten wie es war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wie der Schnee entstand ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der glänzenden Sonne im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war wohl zu Zeiten des heiligen Timor - weder die Ältesten und Weisesten können dies jedoch mit Sicherheit sagen - dass am letzten Tag, bevor der erste grüne Halm des Frühlings in der Steppe spross und sich Jardo für den nahenden Frühling von Riaplots Angesicht verabschieden musste, er drei Schwestern erblickte, die in der Steppe ihre Stuten molken. Die Frauen gefielen ihm gut und so beschloss er, sich mit ihnen den letzten Tag vor seinem Abschied zu versüßen. In Schlangengestalt kroch er über die Wiese und nacheinander kroch er unter die Röcke aller drei.&lt;br /&gt;
Die drei Schwestern, von denen keine verheiratet war, fanden sich nun bald schwanger und danken den Göttern für das Zeichen ihrer Fruchtbarkeit. Später im Jahr, in der Nacht des ersten schweren Wintersturmes gebaren alle drei ihre Söhne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die große und herrliche Riadugora sah dies und wurde zornig. „Es soll nicht sein, dass mein Sohn, der Gefährte der Nacht, sich mit Sterblichen paart!“ Riadugora ließ die Nächte länger und finsterer als je zuvor werden. Vieh verirrte sich in der Dunkelheit und erfror und die Menschen bekamen Angst und trauten sich bald nicht mehr vor die eigene Tür.&lt;br /&gt;
Die Mutter der Schwestern erschrak, denn sie erkannte dies als Zeichen des Zorns der Göttin und riet ihren Töchtern: Ihr müsst euch der Allverzeihenden stellen, wenn sie es will von Angesicht zu Angesicht, und zwar heute, denn dem Zögernden wird nur zögerlich verziehen.&lt;br /&gt;
Die Schwestern fassten sich ein Herz und ritten hinaus in die Steppe zum Geisterhügel. Nach Sonnenuntergang riefen sie ihre Ahnen um Beistand an und boten der großen und herrlichen Riadugora ihr letztes Vieh als Opfergabe. Sie warteten beharrlich in der bitteren Kälte, bereit zu geben, was die Herrin des Atems ihnen nehmen wollte. Die Allverzeihende legte ihre Stirrn in tiefe Falten: Sie sah die Verzweiflung doch sah sie auch den Mut und die Aufrichtigkeit des Opfers. Die Schwestern harrten bis zum Morgen aus, und die Allverzeihende beschloss schließlich, dass sie den Frauen nicht das Leben nehmen wollte, und so verwandelte sie die Schwestern in drei schwarze Falken.&lt;br /&gt;
Um zu verschleiern, wo ihre Seelen wandelten rief sie mit ihrer Schwester viele Nebelgeister zu sich und schickte sie in einer wilden Jagd über die Steppe, um ihren Sohn irrezuführen. Im Federkleid kehren die Schwestern vor Jardos Augen verborgen zu ihrer Sippe zurück, mit Falkenaugen wachten sie über ihr Heim, und mit ihren scharfen Klauen jagten sie fortan für ihre Kinder, die nie wieder Hunger hatten. Als die jungen Söhne herangewachsen waren, wurden sie zu großen Jägern und ihre Sippe groß und fruchtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jardo wurde traurig, dass seine Mutter die Mütter seiner Kinder in der Kälte sterben lassen hatte und mit Hilfe ihrer Schwester ihre Seelen zu rastlosen Nebelgeistern gemacht hatte. In der Tat wurde er wütend, dass seine allverzeihende Mutter so unversöhnlich gegenüber seinen Kindern war und grausam zur alten Großmutter, die mit gebeugtem Rücken und trüben Augen weder Vieh hüten noch den Acker bestellen konnte. Alt wie sie war, hätte sie vor ihren Töchtern sterben sollen, doch nun musste sie noch die Kindeskinder ernähren.  Er sann auf eine List um die grausame Tat seiner Mutter zu mildern. Lange saß er auf einem grauen Stein und grübelte, doch es wollte ihm nicht gelingen. Während er saß und grübelte, begann er, Wollflusen aus seinem Mantel zu rupfen und je mehr er nachdachte, desto mehr rupfte er Fussel aus. Diese Flusen fielen hell auf Riaplots Antlitz und wie er so dasaß und grübelte und rupfte, wurde die Erde ganz davon bedeckt. Die Decke vervielfachte in der Nacht das Licht Riasinas und der Sterne, und die Menschen schöpften neuen Mut.&lt;br /&gt;
Riadugora blieb es nicht verborgen, dass ihr Sohn wütend gegen sie war, doch lächelte sie und befahl ihren Windgeistern, nun eine Weile zu ruhen. So blieben die Spuren von verirrtem Vieh noch lange bestehen, sodass kein Hirte mehr lange nach einem verlorenen Schaf suchen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aynur, die Schäferin ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Kloster des Heiligen Danason Anfang des fünften Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Tobias''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früh im Sommer war eine junge Schäferin bei den Herden der Sippe, saß vor Ihrer Jurte und flickte gerade ihr Zaumzeug. Aus dem halbhohen Gras tapste ein Murmeltier auf sie zu, blieb vor ihr stehen und sprach sie an. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Das Murmeltier lief in die Jurte, trank Wasser und aß etwas von dem Brot mit Kümmel. Es erzählte der Schäferin von Wiesen mit süßen Kräutern und den Träumen die es im Winter geträumt hatte, bedankte sich und machte sich wieder davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später im Sommer, die Nächte waren inzwischen frei von Frost, bekam die Schäferin erneut Besuch. Eine Gazelle trat vor die Jurte hin und fragte: &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe.&lt;br /&gt;
Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Nach dieser freundlichen Einladung rief die Gazelle ihr Junges aus dem hohen Gras und beide betraten die Jurte. Das Junge sprang in der Jurte über alle Kissen und Kisten, sie aßen und tranken und hatten einen vergnüglichen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Tage vergingen, es war schon beinahe Abend, da trottete ein Dachs auf die Jurte zu. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Der Dachs brummte zuerst etwas missmutig vor sich hin, nahm die Einladung aber doch an. Er nahm gerne von dem Trockenfleisch der Schäferin und davon durstig geworden noch mehr vom Wein, den sie ihm anbot. Mehr als ein bisschen betrunken sang er ihr alle Leider vor, die er kannte und schlief am Feuer ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lauf des Sommers besuchten weitere Tiere der Steppe die junge Schäferin. Eine Schlange verbrachte die Nacht um das Herdfeuer geringelt und deutete ihre Träume, ein stolzer Hirsch lief mit ihr und ihrem Pferd um die Wette, von den hohen Gipfeln kam ein Adler zu ihr herab, der ihr Geschichten von jenseits der Berge erzählte und einer der wilden Esel trug sie, nachdem sie ihn zu Gast geladen hatte auf seinem Rücken zu einem versteckten Wasserloch, das sie bis dahin noch nicht gekannt hatte. Ihnen allen stellte sich Aynur vor und sie alle lud sie zu Gast. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende des Sommers, die Nächte waren schon viel länger geworden und der Herbst färbte das Land hörte die junge Schäferin ein heulen das nicht der Wind war. Sie löschte das Feuer in der Jurte, trieb die Schafe ein gutes Stück weit weg und gürtete sich mit dem langen Messer. Zurück an der Jurte setzte sie sich vor den Eingang und wartete.&lt;br /&gt;
Es wollte schon fast Nacht werden, als ein großer grauer Wolf vor sie hintrat. Seine gelben Augen leuchteten über den elfenbeinweißen Zähnen. Er knurrte leise. &amp;quot;Ein Menschenkind... Was machst du denn ganz alleine in der weiten Steppe?&amp;quot;&lt;br /&gt;
Aynur antwortete ihm: &amp;quot;Ich hüte meinem Vater die Jurte, er ist beim ersten Morgengrauen fort auf die Jagd, das ist sein Handwerk. Das Feuer in der Jurte ist leider ausgegangen, aber du kannst gerne auf ihn warten, damit er es wieder entzündet. Ich erwarte ihn jeden Moment!&amp;quot; &lt;br /&gt;
&amp;quot;Oh, keine Umstände meinethalben, Ich muss fort, ich habe dringende Geschäfte zu erledigen...&amp;quot; antwortete der Wolf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jedermanns Bruder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Stämmen Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst, vor langer, langer Zeit, als Riasina ihre Herde zu sich rief und ihr Antlitz vor den Menschen verschleierte, kam es zu den Ereignissen, von denen ich euch nun berichten will. Bei dieser Mondfinsternis nämlich, gelang es Jardo, dem Gefährten der Nacht, sich aus den silbernen Ketten des Wissens zu befreien, mit denen er an Riasinas Thron gekettet ist, seit Anbeginn von Tag und Nacht. Was folgte nun, da der Herr von Frost und Schnee nun frei war, zu tun, was er wollte? Überzog er alles mit Kälte und der unsichtbaren Macht seiner Mutter? Machte er sich auf den Weg, endlich seine Geliebte zu erreichen, nach der er sich so viele Menschenalter schon sehnte? Nichts von Alledem! Die Menschen bemerkten sein Fehlen erst gar nicht und erfreuten sich an einem langen, warmen Sommer. Der Sommer hatte das Korn reifen lassen, doch die Früchte an den Bäumen verdorrten, ehe sie reif wurden. Und das, was den Menschen von der Ernte übrigblieb, wurde von Fliegen heimgesucht. Niemand konnte mehr ruhig schlafen, so viele Plagegeister hielten die Menschen nachts wach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bauer, der sein Haus am Fluß hatte, besah sich seine Felder, seinen Speicher und sein Haus, wo es von Fliegen und Schnaken nur so wimmelte, und sprach: „Dank sei dir Riaplot, doch wie sollen wir nur überleben, wenn unsere Vorräte verderben, noch ehe der weiße Mantel die Erde bedeckt? Wenn er doch nur kommen würde, der Gefährte der Nacht, mit Eis und Schnee, ehe es zu spät ist. Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte nicht nur Sonne. Nicht weit entfernt vom Bauern ging ein Jäger auf die Jagt. Eines Tages hatte der Jäger einen großen Hirsch verfolgt, als ein Unwetter aufzog und ein heftiger Regen ihn überraschte. Er zog einen Pfeil aus dem Köcher und zielte. Doch just in diesem Moment barst sein geliebter Bogen, denn der Regen hatte das Holz aufquellen lassen. Das Wasser klatschte und prasselte ihm nur so ins Gesicht, dass er bald rein gar nichts mehr sah und als er schließlich nach Hause kam, goss er ganze Bäche aus seinen Stiefeln. Der Hirsch war unterdessen in den Wald zurückgesprungen. Da rief der Jäger: „Wie soll ich nur jagen? Was wird aus mir? Bei diesem Regen muss ich mir bald eine Angel bauen und ein Netz knüpfen und auf die Pirsch gehen nach Hirsch-Fischen und Reh-Fischen! Wie glücklich wäre ich, wenn der Gefährte der Nacht die Blätter von den Bäumen fegen und mir ein paar schöne frost-klare Nächte bescheren könnte! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte den Menschen viele saftige Weidegründe. Und so trieben die Hirten im Tal ihre Herden immer weiter und weiter. Doch die Mutter der Hirtensippe blieb allein zurück. Als die Zeit für die Herbstnächte immer näher rückte, sorgte sie sich sehr, denn noch war keines ihrer Kinder an das Herdfeuer ihres Heims zurückgekehrt. Die alte Frau rief: „Was wird nur aus mir altem Weib! Vor Sorge kann ich nicht schlafen und vor Einsamkeit werde ich noch ganz krank! Hilf mir, Gefährte der Nacht, und weise meinen Kindern den Weg zurück an mein Feuer! Dort wollen wir das Ende des Sommers feiern und dich preisen! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Landauf und landab im ganzen Tal riefen die Menschen bald: „Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
All dies Rufen und Bitten hörte Jardo und beschloss, in die Heime derer einzukehren, die so flehentlich um seine Hilfe baten. Er kehrte ein in das Haus des Bauern, brachte alle Fliegen und Schnaken zum Schweigen, sodass die Vorräte nicht verdarben und der Bauer nach langer Zeit endlich wieder ruhig schlafen konnte. Er fegte die Blätter von den Bäumen und brachte frostige Nächte, in denen der Jäger mit reicher Beute von der Jagt heimkehrte. Er geleitete mit eiskaltem Westwind und Raureif die Hirten zurück zu ihrem Heim, wo sie zum Festessen mit ihrer Mutter fette Schafe schlachteten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wanderer ging er in den Häusern und Jurten ein und aus und zu den Menschen sprach er: &lt;br /&gt;
„Ihr habt mich in euer Heim gerufen. Nun, hier bin ich, bereit zu bleiben und zu geben, was ihr so lange vermisst habt. Doch habe ich drei Bedingungen: Jedem, der an eurer Tür Gastrecht erbittet, dem sollt ihr es gewähren! Bruder sollt ihr mich nun nennen, wenn ich in eurem Heim wohne! Und die Vögel, die füttert nicht vor eurer Tür, sondern dort, wo ihr auch euer Vieh füttert! Und ganz besonders die Eule, die nachts durchs Fenster schaut, die sollt ihr vertreiben, denn sie erspäht für die mächtige Riadugora die Seelen, die sie bald holen kommen will! Verriegelt die Fenster, dass sie eure Kinder in ihren Betten nicht zu lange ansieht!“&lt;br /&gt;
So verging die Zeit, in der der Gefährte der Nacht in den Häusern ein und aus ging. In den kurzen Tagen zehrten die Menschen von ihren Vorräten und fütterten ihr Vieh. Die wenigen Vögel, die sich an den Resten vom Viehfutter und Brotkrumen gütlich taten, hielten sie von ihren Türschwellen fern. Nachts kamen sie um die niedrig brennenden Herdfeuer zusammen, um zu erzählen. Sie hießen Gäste willkommen und waren froh und glücklich, Jedermanns Bruder in ihrer Mitte zu wissen. So vergingen Tag um Tag und Nacht um Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Große und Herrliche Riasina hatte sich derweil ihre Herde genug besehen, warf den Schleier ab und begab sich zu ihrem silbernen Thron, um ihre Reise fortzusetzen. Doch was fand sie dort? Leere Ketten und keine Spur der silbern gefiederten Schlange! Mit den geborstenen Ketten ging sie zu ihrer Schwester, damit sie ihr helfen könnte, den Flüchtigen zu finden. Die Allverzeihende kniff die Augen zusammen und siehe da: enddeckte sie Spuren ihres Sohnes im Tal zwischen den zwei Flüssen. So schickte sie ihre Vögel um Ausschau nach Jardo zu halten. besonders ihre alte treue Eule ließ sich nachts still und unentdeckt in den Bäumen nahe der Häuser nieder, um durch die Fenster zu spähen und zwischen all den Menschen den Sohn ihrer Gebieterin ausfindig zu machen. Doch es wollte ihr bei dem dichten Gewimmel an Menschen in den Häusern nicht gelingen. Tapfer saß sie Nacht um Nacht still ohne ein einziges, leises „Schuhu“ auf ihrem Baum und spitzte die Ohren. Doch hörte sie die Menschen sich untereinander nur Bruder nennen. &lt;br /&gt;
Bald enddeckte sie manch ein Vater auf ihrem Baum und begann, Steine auf sie zu werfen und sie mit den Worten zu verscheuchen: „Fort mit dir, wag es ja nicht, meine Kinder anzusehen, wie sie in ihren Betten schlafen!“&lt;br /&gt;
Das machte die alte, weise Eule stutzig. Hatten die Menschen sie nicht immer freundlich begrüßt, wenn sie auf einem Baum neben dem Haus saß, durch die Fenster die schlafenden Kinder besah und ihnen durch ihr „Schuhu“ gute Träume brachte? Hatte nicht manch eine Mutter nachts das Fenster offengelassen oder war gar mit einem weinenden Kind im Arm vor die Türe gegangen, damit es sich beruhigte und einschlief? &lt;br /&gt;
Sie flog heim zu ihrer Gebieterin und berichtete von all dem was sie gehört und gesehen hatte. Die Allverzeihende ahnte, was geschehen war. Ihr Sohn weilte unter den Sterblichen und verweilte zwischen ihnen, um sich seiner Pflicht zu entziehen. Und so schickte sie die Eule zurück zu den Menschen mit einer List.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Tal zwischen den zwei Flüssen wurden derweil die Nächte immer länger und kälter, jetzt, da Jedermanns Bruder bei den Menschen eingezogen war. Der Bauer besah sich seinen leeren Speicher, in dem selbst die Mäuse erfroren waren. Er seufzte: „Wie sollen wir leben, wenn wir bald das Saatgetreide essen müssen?“ Der Jäger kehrte bald immer öfter mit leeren Händen von der Jagt zurück. Denn im tief verschneiten Wald war kaum noch Wild zu finden. Am Herdfeuer der Sippenmutter tranken die Hirten bald nur noch dünnen Tee. Und statt Geschichten und Gelächter hörte man oft nur noch Murren und Zank. Denn mit der Zeit wird, wie wir alle wissen, die Enge Manchem lästig. &lt;br /&gt;
So kam es, dass eines Tages ein Mütterchen aus ihrer Jurte trat und nach ihren Tieren sah. Gerade hatte die Sippe das Abendgebet gehalten, schon stritten drinnen am Feuer ihre Töchter, während ihre Söhne grimmig und stumm in die Glut starrten. &lt;br /&gt;
Da sah sie auf einem Baum die Eule sitzen. Alt wie sie war, hatte sie keine Angst vor ihr. Was Jedermanns Bruder über die Eule sagte, beeindruckte sie nicht sehr. Die Kindeskinder schliefen in diesen Nächten zwar schlecht, es war jedoch keines gestorben und sie selbst hatte schon seit langem ihren Frieden gemacht. Wenn Die, Deren Thron am Ende steht, sie durch ihre Dienerin in ihre Hallen einladen würde, so sollte es eben geschehen.&lt;br /&gt;
„Grüß dich Mütterchen, Schuhu,“ rief die Eule. „Guten Abend, Eule,“ sprach das Mütterchen.&lt;br /&gt;
„Kalt ist es, Schuhu! Alleine hier draußen?“, sagte die Eule.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist Streit, hier draußen ist Frieden. Zu viel Lärm für meine alten Ohren.“&lt;br /&gt;
„Wie kommts? Schuhu,“ &lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder treibt die Leute zusammen und die Zeit wird ihnen lang. Keine Butter im Tee, alle Wolle versponnen, alle Geschichten schon siebenmal erzählt. Dafür teilen wir uns jetzt die Läuse und die Wanzen.“&lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder also, Schuhu! Wer mag er nur sein?“&lt;br /&gt;
„Der Klein-Große, der Dick-Dünne, der Mit-Ohne-Bart, der genau ist es, der bei uns ein und aus geht.“&lt;br /&gt;
„Der ist es also, Schuhu. Man freut sich ja über jeden Besuch. Bei Manchem bei Kommen, bei Manchem beim Abschied, nicht wahr?“&lt;br /&gt;
Die alte Frau lächelte und sagte nichts mehr.&lt;br /&gt;
„Schuhu, komm morgen wieder und bring einen leeren Schlauch mit.“, sagte die Eule und flog davon. &lt;br /&gt;
Am nächsten Abend trat die alte Frau wieder aus ihrer Jurte, ging dahin, wo das Vieh zusammengetrieben worden war und wartete mit einer leeren Ziegenhaut auf die Eule. Als die Sonne ganz untergegangen war, kam sie schließlich geflogen.&lt;br /&gt;
„Schuhu, Mütterchen, siehst du den Stein da? Nimm ihn und schlag die Eisdecke über dem Wasserloch ein, in dem ihr euer Vieh tränkt.“&lt;br /&gt;
Der Stein war schwer, doch gesagt, getan.&lt;br /&gt;
„Schuhu! Nun fülle den Schlauch und nimm eine Hand voll Schlamm vom Grund. Den Schlamm mischst du in den Gerstenbrei zuhause und lässt ihn stehen. Wirst schon sehen, was daraus wird. Und in den Schlauch sollst du jeden Sommer den Saft der reifsten und besten Früchte füllen und ihn aufheben, bis der Sommer vorbei ist. Der Trunk aus diesem Schlauch wird jeden, der davon trinkt, mit der Wärme des Sommers erfüllen. Einer, der vorm Feuer dies hier trinkt, wird offenbaren, ob er nun klein oder groß ist, ob dick oder dünn, ob er einen Bart hat oder keinen. Er wird seinen wahren Bruder Bruder nennen und seine wahre Schwester Schwester. Nun geh zurück in dein Haus.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Feuer schenkte die Frau allen von dem Wasser aus dem Schlauch ein. Doch wie sonderbar roch dieses Wasser! Es roch nach allen Früchten des Feldes, nach grünem Gras, nach Blumen, nach Honig und nach Harz von den Bäumen. Jeder, dem dieser betörende Duft in die Nase stieg, nahm einen tiefen Zug aus dem Becher. Und noch einen. Und noch einen. Eilig schenkte sie nach. Auch Jedermanns Bruder hatte sich am Feuer eingefunden und bereits gierig drei Becher geleert. &lt;br /&gt;
je mehr er trank, desto mehr stieg die Wehmut in ihm auf. Bald erzählte er den Menschen am Feuer von seiner Geliebten und seiner immerwährenden Suche. Er beweinte sein Schicksal, klagte bitterlich darüber, wie er sich in silbernen Ketten auf rastlosen Reisen am Thron der Riasina plagen musste. Der Trank hatte alle Streitereien am Feuer verstummen lassen und es wurde immer stiller. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald begannen sich die Brüder und Schwestern am Feuer aneinander zu lehnen, denn die Glieder waren ihnen schwer geworden. Nur Jedermanns Bruder trank und redete und trank und redete weiter. Schließlich merkte er, wie still es geworden war, erhob sich und trat vor die Tür. Dort setzte er sich auf einen Stein.&lt;br /&gt;
„Ein Bruder draußen allein in der Nacht. Warum nur, Schuhu?“, fragte eine Stimme.&lt;br /&gt;
„Ach, geh doch weg! Was verstehst du schon,“ sagte er.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist ein warmes Feuer und alles schläft und träumt.“&lt;br /&gt;
„Weißt du wer ich bin? Die Nacht ist mir nicht fremd, die Kälte ist mir eigen. Alles war gut bis zu dieser Nacht. Nun zerreißt mich die Sehnsucht, wenn ich den Duft meiner Geliebten rieche, sie schmecke aber sie nicht sehen oder halten kann.“&lt;br /&gt;
So fuhr er fort, bis er schließlich alles gesagt hatte, müde wurde und sich nur noch unter dem Stein verkriechen und ausruhen wollte. Da lag er nun und die weise Eule griff ihn und trug ihn fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das gefiederte Kalb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Kindern Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des vierten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Sebastian''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verstarb die Mutter von drei Töchtern. Der Klugen vererbte sie den Hof, der Willensstarken die Herde und der Geduldigen die magische Spindel, deren Garn nicht endet. So gab sie jeder Tochter ihren Teil und eine jede war zufrieden. In vollem Glück lebten sie gemeinsam, bis auch das Leben ihres Vaters sich dem Ende näherte und er sie an sein Bett rief. Und wie er sie nun zum letzten Mal sah musste er weinen.&lt;br /&gt;
„Weine nicht“, sagte die Willensstarke. „Denn auch nachdem du gestorben bist, werden deine Kinder und Kindeskinder deinen Namen kennen!“ Doch der Vater weinte nur noch mehr.&lt;br /&gt;
„Warum weinst du denn?“ fragte die Kluge. „Was ist es, dass dir keine Ruhe gönnt?“&lt;br /&gt;
„Ach meine Töchter“, sagte der Vater, „Ich versprach eurer Mutter, das Geheimnis ihres wahren Schatzes zu bewahren. Doch wenn ich gestorben bin, wird niemand mehr davon wissen. Dies betrübt mein Herz.“&lt;br /&gt;
Nun verlangten die Kluge und die Willensstarke von ihrem Vater, ihnen vom wahren Schatz der Mutter zu berichten. Nur die Geduldige hielt seine Hand bis er starb. Und kurz vor seinem letzten Atemzug murmelte er ihr sonderbare Worte ins Ohr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Bestattung sittsam verrichtet war, beschuldigte die willensstarke Tochter ihre geduldige Schwester, das Wissen über den Schatz der Mutter vom Vater offenbart bekommen zu haben und Streit brach aus, weil die eine auf dem Vorwurf beharrte und die andere ihn stur von sich wies. Wie das Glück im Haus abnahm, fasste die kluge Schwester sich ein Herz und sprach zuerst mit der Willensstarken.&lt;br /&gt;
„Warum beschuldigst du unsere Schwester, den Schatz unserer Mutter zu verbergen?“ Fragte sie. „Weißt du es nicht mehr? Die letzten Worte unseres Vaters galten ihr. Aber sie verrät uns nicht, was er ihr sagte.“ Entgegnete die willensstarke Schwester.&lt;br /&gt;
„Sie wird dir nichts davon sagen, weil du sie im Zorn gefragt hast.“ Sagte daraufhin die kluge Schwester. „Aber mir wird sie es sagen, wenn ich sie danach frage.“&lt;br /&gt;
So ging sie zur geduldigen Schwester. Anstatt sie nach den letzten Worten des Vaters zu fragen, wollte sie zunächst erfahren, wie denn der Streit begonnen hätte.&lt;br /&gt;
„Unsere Schwester behauptet, Vater hätte mir mit seinen letzten Worten den Schatz verraten und dass ich ihn für mich allein behalten wolle. Das ist nicht wahr! Doch wo sie mich so frech beschuldigt, will ich ihr gar nichts davon sagen. Soll sie doch denken was sie will und an ihrem ungerechten Zorn ersticken, mir wird sie ohnehin nicht glauben.“&lt;br /&gt;
„Mir aber, wenn ich die Worte kenne.“ Sagte da die kluge Schwester. „Bedenke, wenn der Streit zwischen euch nicht endet, wird das über uns alle Unglück bringen.&lt;br /&gt;
Da gab die geduldige Schwester nach und gab die Worte preis: „Es waren die verwirrten Worte der Seele, die schon auf dem Wege ist. Er sagte: Finde das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.“&lt;br /&gt;
Als die kluge Schwester der Willensstarken nun davon berichtete, meinte diese, dass jenes Kalb der Schatz der Mutter sein müsse. Statt sich mit ihrer geduldigen Schwester zu versöhnen, gab sie die Herde ihrer klugen Schwester zur Aufsicht, nahm Bogen und Dolch und zog aus, das gefiederte Kalb zu suchen, das wie die Lerche singt. Der Streit war zwar nicht geschlichtet, wurde aber auch nicht fortgeführt. Also nahm das Glück der Drei wieder zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lang wanderte sie durch die Welt und bestand viele Abenteuer, ohne das wundersame Tier jemals zu finden. Eines Tages, als die Schatten schon lang waren, kam sie zu einem hohen Berg. Obwohl sie ihn sogleich besteigen wollte, wurde sie plötzlich von einer jähen Müdigkeit erfasst. Nachdem ihr Wille mit ihrer Vernunft gerungen und die Vernunft gesiegt hatte, schlug sie ihr Lager auf um zu rasten und ihr Werk am nächsten Tag zu tun.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber keine Fremde war. &lt;br /&gt;
„Oh mein Kind“, sagte sie, „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will den Schatz meiner Mutter finden!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn so sieht der Schatz meiner Mutter aus!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den geraden Weg. Er führt mich auf den Gipfel dieses Berges!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut. Der Rücken dieses Berges ist von Gier bewaldet und in seinen Tälern fließt Verschwendung. Hier zeigen die Diebe die Wege, die von den Räubern angelegt wurden. Selbst wenn du nur den geraden Weg verfolgst mag es dennoch sein, dass du dein Ziel verlierst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Nach kurzer Zeit begegnete sie einem starken Mann der behauptete, ihr den Weg zeigen zu wollen. Doch die Schwester dachte sich: Verschweigt er die Gefahr, dann ist er ein Feind. Also kämpfte sie mit ihm und siegte, obwohl er viel stärker war. Sodann zwang sie ihn, ihr einen geraden Weg auf den Gipfel des Berges zu hauen.&lt;br /&gt;
Als sie ihr Ziel schon halb erreicht hatte, begegneten sie einem wunderschönen Mann, der sie freundlich nach ihrem Weg fragte. Doch die Schwester dachte sich: Verschweige ich meine Absicht, so hindert er mich nicht. Also sagte sie ihm, dass er ihr schon folgen müsse, um ihren Weg zu kennen. Und obwohl er ihr den blumigsten Wein und die köstlichsten Speisen anbot, wiederstand sie der Versuchung, zu rasten.&lt;br /&gt;
Kurz bevor sie den Gipfel des Berges erreicht hatten, erlahmte ihrem Knecht der Arm und er wollte seinen Dienst nicht länger tun, selbst wenn er geschlagen würde. Da hatte ihr Gefährte auch schon das Lager aufgeschlagen und den Wein und die Speisen bereitet. Da dachte die Schwester sich: Will ich mich nicht im Dickicht verstricken, muss ich darauf warten, dass mein Knecht wieder zu Kräften kommt und rasten. Ich selber aber will nichts von dem kosten, was mir im Wald der Gier angeboten wird.&lt;br /&gt;
Doch während der Rast kam die Nacht und am nächsten Morgen erkannte die Schwester den Wald nicht mehr. Sie konnte sich nicht daran erinnern, welches der gerade Weg auf den Gipfel sein mochte. Sie wollte aber auch ihre Absicht nicht verraten. Daher konnte sie nicht nach der Richtung fragen. So gab sie sich dem Wein, den Speisen und den Männern hin und die Zeit verging und sie vergaß das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod der Mutter vergangen waren und das Glück der beiden verbliebenen Schwestern wieder ab-, wieder zu und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwester zurückgekehrt war, beschloss die Kluge, nach ihr zu suchen. Sie gab der Geduldigen die Aufsicht über den Hof und die Herde und zog in die Welt.&lt;br /&gt;
Nach eiliger Suche erreichte sie den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Alle Diebe und Räuber dort hatte ihre Schwester sich inzwischen unterworfen. In der Hoffnung auf Beute führten sie die Kluge direkt zu ihrer Herrin. Die freute sich sehr über das Wiedersehen mit ihrer Schwester.&lt;br /&gt;
Doch die kluge Schwester sagte: „Sag‘ mir wie es sein kann, dass du deine Schwestern und deine Herde und deine Suche nach dem Schatz unserer Mutter vergessen hast!“&lt;br /&gt;
„Meine Herde habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Und es kümmert mich nicht, denn ich habe jetzt größeren Reichtum. Meine Schwestern hatte ich vergessen, aber ich erinnerte mich dank dir. Und ich will es wiedergutmachen: Geh‘ und bringe unsere Schwester her und lebt mit mir, denn hier wird es uns an nichts fehlen. Das gefiederte Kalb habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Doch glaube ich nicht, dass mehr daran ist als die verwirrten Worte unseres Vaters, die er sprach, als seine Seele schon auf dem Weg gewesen ist.“&lt;br /&gt;
Da merkte die Kluge, dass sie ihre Schwester nur wirklich zurückbekommen würde, wenn sie das gefiederte Kalb fände. Also ging sie zum Schein auf das Angebot ein und bat um einen Knecht, der ihr den Weg zeigen sollte. Diesen aber wies sie an, sie zum Gipfel zu führen. Und als er diesen Dienst verrichtet hatte, schickte sie ihn fort.&lt;br /&gt;
Auf dem Gipfel des Berges erblickte sie ein prachtvolles Haus. Doch ehe sie sich nähern konnte, wurde sie von rascher Müdigkeit übermannt und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber kein Fremder war. „Oh mein Kind“, sagte sie. „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will meine Schwester zurück!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn wenn wir uns den wahren Schatz unserer Mutter teilen, werden ihre falschen Reichtümer sie nicht mehr blenden!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den schnellen Weg. Er führt mich hinter die Türen dieses Hauses!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut, denn hinter diesen Türen liegt die Schule, deren Dach mit Irrtümern gedeckt und deren Boden mit Fehlern gepflastert ist. Hier lehren die Blinden das Lesen und die Tauben den Gesang. Selbst wenn du nur den kurzen Weg verfolgst, mag es sein, dass du deinen Namen vergisst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Von fern sah sie zwei Dienerinnen mit geschorenen Köpfen, eine blind, die andere taub, wie sie das Tor bewachten. Mit lautlosen Schritten näherte sie sich. Sodann grüßte sie die Taube, die sie ja sehen konnte, ohne Stimme, indem sie nur ihre Lippen bewegte. Die fragte nun die Blinde, was die Fremde denn gesagt habe, doch jene gab mit Zeichen und Gebärden zur Antwort, nichts gehört zu haben und was für eine Fremde das denn sein solle. Da dachte die Taube, sie müsse einem Geist gegenüberstehen und sang einen Zauberspruch, um ihn zu binden. Die kluge Schwester merkte sich jeden Klang davon, doch als Wesen von Fleisch und Blut konnte sie damit nicht gebunden werden. Da fürchtete sich die Taube so sehr, dass sie es nicht wagte, ihr den Weg zu versperren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Mauern lebte sie lange Zeit unter den Blinden und Tauben. Sie mimte, zu ihnen zu gehören und lernte von ihnen: Von den Tauben den Gesang und von den Blinden die Schriften, bis sie Klang und Bedeutung vieler Namen erfahren hatte. Doch weil die Blinden nur Schriften lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch sehen konnten und die Tauben nur Lieder lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch hören konnten, war es unmöglich, von ihnen den wahren Namen des gefiederten Kalbs zu lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wagte sie es, den Geist des Hauses zu beschwören, um ihn nach dem wahren Namen des gefiederten Kalbes zu fragen. Der Geist des Hauses, das mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist, gab der Schwester ohne Zögern Antwort auf ihre Frage und er sprach:&lt;br /&gt;
„Ich kenne das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Sein Name ist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt. Es muss mit glühenden Kohlen gefüttert und mit Blut getränkt werden. Drei können es hüten, aber nur wenn zwei von ihnen tot sind. Es durchschaut alle Lügen, doch es ist davon gelangweilt. Es gleitet durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser. Es gibt drei Wege es zu zähmen aber niemand kann diese Wege erlernen.“&lt;br /&gt;
Da grübelte und grübelte die Schwester über dieses Rätsel und konnte es nicht lösen. Ohne Unterlass suchte sie in den Schriften der Blinden und den Liedern der Tauben nach dem richtigen Hinweis. Und nach langer Zeit erfolgloser Mühen vergaß sie ihren Namen. Fortan hielt sie sich für eine Taube unter Tauben und eine Blinde unter Blinden und hielt die Schule auf dem Gipfel des Berges für ihr Heim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod des Vaters vergangen waren und das Glück der verbliebenen Schwester wieder zu- und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwestern zurückgekehrt waren, fand sie eines Mittags eine Lerche auf dem Zweig des Baumes, unter dem die Kälber Schatten suchen. Und zu ihrem Erstaunen ahmte die Lerche keinen Vogel, sondern eines der Kälber nach, welches sogleich antwortete.&lt;br /&gt;
„Oh wie wunderbar!“ Sagte geduldige Schwester. „Du bist das Kalb, das wie die Lerche singt. Wenn du nun auch noch Federn hättest, hätte ich den letzten Wunsch meines Vaters erfüllt.“&lt;br /&gt;
„Wenn du willst, dass mir Federn wachsen“, antwortete das Kalb, „dann musst du mich mit glühenden Kohlen füttern und mit Blut tränken.“&lt;br /&gt;
Die Schwester gab dem Kalb was es verlangte und tatsächlich fraß es die Kohlen. Doch plötzlich war es ihr, als würde sie selbst die Glut auf der Zunge spüren. Da halfen weder Wasser noch Wein, die Schmerzen wollten erst enden, als das Kalb alles aufgefressen hatte. Und als es das Blut trank, schnürte sich der Schwester die Kehle zu und sie wurde von Mattigkeit und Schwindel erfasst. So sank sie hin und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschienen ihr Mutter und Vater. &lt;br /&gt;
Ihr Vater sprach: „Deine Schwester lebt im Wald der Gier und hat ihr Ziel verloren. Du musst sie retten und heimbringen. Dies soll dein Ziel sein, verliere es nicht!“&lt;br /&gt;
Ihre Mutter sprach: „Deine Schwester lebt unter dem Dach der Irrtümer und hat ihren Namen vergessen. Du musst sie retten und heimbringen. Daran soll dein Name gebunden sein, vergiss ihn nicht!“&lt;br /&gt;
„Wie soll ich das anstellen?“ Fragte die Tochter.&lt;br /&gt;
Und sie sagten: „Beide suchten auf dem rechten Weg, aber nicht zur rechten Zeit. Doch sie werden gefunden werden von dem Tier, das sie nicht finden konnten so wie du es fandst, als du es nicht suchtest.“&lt;br /&gt;
Als sie erwachte hatte das Kalb, das wie die Lerche singt, ein prächtiges weißes Federkleid bekommen. Da wusste die Schwester, was sie zu tun hatte. Doch weil sie fürchtete, sie könnte auf dem Weg ihr Ziel verlieren und ihren Namen vergessen, knotete sie das Garn ihrer magischen Spindel an ihren Herd. Denn sie wusste, dass es nie enden und ihr stets den Weg nach Hause zeigen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf verschlungenen Pfaden trabte das gefiederte Kalb so rasch davon, dass die geduldige Schwester kaum mit ihm Schritt halten konnte. Doch bevor es ihr endgültig entwischte, stach sie ihm die magische Spindel ins Federkleid. Dort blieb sie unablöslich hängen und spann ihr Garn von selbst, sodass die Schwester dem gefiederten Kalb stets auf der Spur blieb, indem sie dem Faden folgte.&lt;br /&gt;
Sie fand es erst wieder an einem Feuer im Wald der Gier. Vorsichtig schlich sie sich heran und beobachtete heimlich aus der Dunkelheit, was dort vor sich ging. Am Feuer wärmte sich, einsam und verraten, ihre Schwester mit verschlissenen Kleidern und zerzaustem Haar. Sie saß zwischen zwei auf Stecken gespießten Köpfen und hatte soeben glühende Kohlen für das gefiederte Kalb aus ihrem Feuer geholt.&lt;br /&gt;
„Wer waren die Zwei, mit deren Köpfen du dein Feuer teilst?“ Fragte das Kalb.&lt;br /&gt;
Da berichtete die willensstarke Schwester. „Dieser war mein Knecht, der mich berauben wollte. Da schlug ich ihm den Kopf ab. Und jener war mein Gefährte, der mich bestehlen wollte. Da schlug ich ihm die Hand ab und als er verblutet war, nahm ich auch ihm den hübschen Kopf.“&lt;br /&gt;
Das Kalb blickte hin und her und überlegte.&lt;br /&gt;
„Du, der Räuber und der Dieb, ihr sollt meine Hirten sein!“&lt;br /&gt;
So sprach es und fraß. Da brüllte die einsame Schwester vor Schmerz. Und als das gefiederte Kalb trank, da fiel sie in einen traumlosen Schlummer.&lt;br /&gt;
Die Geduldige erinnerte sich gut an den Streit mit ihrer Schwester, der ohne Versöhnung geblieben war. Und weil sie sich vor dem wilden Anblick und den blutigen Trophäen fürchtete, wagte sie sich erst jetzt hervor. Sanft bettete sie ihre Schwester und flocht ihr das Haar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“ Fragte sie das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Sie glaubte, über Lügner und Betrüger zu herrschen. Aber sie wurde belogen und betrogen. Gestern dachte sie: Morgen hole ich mir meinen Reichtum zurück. Vorgestern dachte sie: Morgen nehme ich Rache an jenen, die meinem Zorn entgingen. Und am Tag davor dachte sie: Morgen kehre ich heim. So ergeht es jenen, die einen starken Willen, aber kein Ziel mehr haben. Sie wärmen sich jeden Tag an einer anderen Lüge. Heute glaubt deine Schwester, in mir den Schatz eurer Mutter gefunden zu haben. Und sie weiß nichts damit anzufangen. Sie wird mich hüten und denken, dass sie mich von Weide zu Weide treibt, so wie sie es einst gelernt hat. Dann wird sie zweifacher Lüge verfallen sein. Nicht sie treibt mich auf dem Pfad ihrer Wahl, ich locke sie auf meinen Pfad. Und es wird auch nicht der Schatz eurer Mutter sein, den sie hütet. Denn nicht zu sein, was ihr glaubt, dass ich bin, ist meine Natur.“ Dies sprach das Kalb.&lt;br /&gt;
Da erbebte die geduldige Schwester und rief unter Tränen: „Grausam bist du! Für dich haben wir unsere Münder mit Asche und Glut und unsere Hände mit Blut gefüllt. Und wie dankst du es? Bekümmert dich das Unglück nicht, das du über meine Schwester bringst?“&lt;br /&gt;
„Nein.“ Sagte das Kalb ohne Bosheit.&lt;br /&gt;
Da weinte die Geduldige die halbe Nacht und musste erkennen, dass das geheimnisvolle Tier ihre Schwester nicht freigeben würde, es gar nicht konnte, da ihre Mutter und ihr Vater und auch sie selbst sie an das gefiederte Kalb gefesselt hatten. So mühsam war ihr diese Erkenntnis, dass ihre Augen austrockneten wie Flüsse in der regenlosen Zeit. So flüsterte sie: „Der Pfad, auf den du meine Schwester lockst, wohin führt er dich?“&lt;br /&gt;
„Dahin, wohin der Mond mich ruft.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
„Dahin werde ich dir folgen, bis du meine Schwester freigegeben hast.“ Versprach sie.&lt;br /&gt;
„Das kannst du nicht.“ Wandte das Kalb ein.&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Sagte die Geduldige.&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag versteckte sie sich wieder vor ihrer Schwester und wartete ab, bis sie sich mit ihren abgeschlagenen Köpfen auf den Weg machte, das Kalb auf seinen Weiden zu hüten. Obwohl der Berg voller Diebe und Räuber war, wagte niemand, ihren Schatz zu begehren. Denn wenn ein gefiedertes Kalb von Dreien gehütet wird, von denen zwei tot sind, dann wird es unsichtbar. So kam die Willensstarke mit ihrem wundersamen Tier bis auf den Gipfel und ihre geduldige Schwester folgte ihnen unbemerkt am Garn ihrer magischen Spindel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wächter des Tores der Schule auf dem Gipfel des Berges sahen und hörten die Willensstarke schon von fern. Mit ihrem furchtlosen Gang, ihren abgeschlagenen Köpfen und ihrem geflochtenen Haar mussten sie sie für den Boten eines Feindes halten. Darum belegten sie sie mit Worten der Macht und warfen sie in den Kerker. Doch keinem Blinden und keinem Tauben offenbarte sie ihre Gründe noch ihre Absicht. Da war schließlich die Reihe an der klugen Schwester, der Fremden ihr Geheimnis zu entlocken. Die Willensstarke staunte nicht schlecht, als sie ihre Schwester erblickte und feststellen musste, dass sie nicht auf ihren Namen hörte und sich benahm, als spräche sie mit einer Unbekannten. So beschloss sie, der klugen Schwester nicht zu vertrauen und allen Fragen mit Schweigen zu begegnen. Nachdem sie sich zum ersten Mal begegnet waren, ohne dass der Willensstarken ein Wort über die Lippen gekommen war und die Kluge sie endlich allein gelassen hatte, um es ein anderes Mal zu versuchen, fragte sie das gefiederte Kalb: „Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“&lt;br /&gt;
„So ergeht es den Klugen beim Versuch, unlösbare Rätsel zu ergründen. Sie müssen ihren Namen vergessen und wer seinen Namen vergessen hat, erkennt das eigene Blut nicht mehr. In ihrem unermüdlichen Streben, einen Weg zu deiner Befreiung zu erlernen, ist sie nun zu der geworden, die dich gefangen hält. Heute wird sie sogar noch größere Mühen auf sich nehmen als sonst. Denn obwohl ihr Geist dich nicht erkennt, hat dein Gesicht in ihrer Seele eine Erinnerung wachgerufen. Und weil sie auf Fehlern wandelt und Schutz unter Irrtümern sucht, muss sie es missverstehen. Statt dich zu erkennen und zu befreien will sie glauben, kurz vor der Lösung ihres Rätsels zu stehen.“ Erklärte das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Welches Rätsel plagt sie so sehr?“ Begehrte die Willensstarke zu wissen.&lt;br /&gt;
„Das Rätsel meines unaussprechlichen Namens, der dennoch nicht verschwiegen werden kann.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, dass die Kluge tatsächlich einen Verdacht schöpfte. Obwohl sie das gefiederte Kalb nicht sehen konnte, erinnerte sie sich sehr gut an die Worte des Geistes der Schule. Als sie zum zweiten Mal in den Kerker ging, um mit der Gefangenen zu sprechen, nahm sie eine Schale glühender Kohlen und eine Schale Blut mit sich. Die stellte sie vor die Willensstarke hin und wartete wachsam ab, was geschehen möge. Das Kalb fraß und trank und die Kluge brüllte, aber nicht allein vor Schmerzen, sondern auch weil sie darüber frohlockte, der Lösung ihres Rätsels nahe gekommen zu sein wie nie zuvor. Daher webte sie, als sie Müdigkeit verspürte, nur umso rastloser ihr Zaubernetz um das gefiederte Kalb herum. Mit Hilfe aller Geister, die ihr im Himmel, auf der Erde und in der Unterwelt dienstbar waren, verlangte sie vom gefiederten Kalb, es möge ihr seinen wahren Namen preisgeben.&lt;br /&gt;
So sprach das gefiederte Kalb: „Mein Name liegt in vollkommener Offenheit vor dir. Er ist ebenso alt, wie die Verbannung der Götter der Unterwelt schon andauert. Er verleiht Macht über alle Wesen außer mir selbst. Mich selbst aber lässt mein Name nur verschwinden. Denn ich gleite durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser.“ Und mit dieser Antwort entschwand es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Moment, in dem das gefiederte Kalb in die unsichtbare Welt überging, wurde auch die geduldige Schwester unsichtbar und leise wie ein Windhauch. Denn sie berührte das Garn ihrer magischen Spindel und diese steckte ja noch immer im Federkleid des Kalbes, war also mit in die Geisterwelt entschwunden. Auf diese Weise gelang es ihr, an den Wächtern vorbei durch die Gänge der Schule bis in den Kerker zu gelangen. Dort fand sie ihre willensstarke Schwester zunächst allein vor, weil die Kluge sich, von Müdigkeit überwältigt, in ihre Kammer zurückgezogen hatte. Das Garn schien mitten in einer Kerkermauer zu enden, doch als die Geduldige genau hinsah, lauschte und fühlte, da meinte sie, die Lücken zwischen den Steinen wären gerade groß genug, um sich hindurchzwängen zu können. Als sie es bemerkte, hörte sie die Willensstarke nach dem Kalb rufen. „Wohin bist du gegangen? Ich fütterte dich, ich tränkte dich, ich hütete dich ohne Rast selbst noch im finsteren Kerker und wie dankst du es mir? Du bist kein geheimer Schatz, ein Fluch bist du!“ Rief sie.&lt;br /&gt;
Die geduldige Schwester näherte sich dem Ohr der Willensstarken und flüsterte mit verstellter Stimme: „Nicht zu sein, was du glaubst, dass ich bin, ist meine Natur. Ich gehe dahin, wohin der Mond mich ruft. Dann erst offenbare ich meinen Segen. Warte geduldig, bis es soweit ist.“&lt;br /&gt;
„Ach, wenn nur meine geduldige Schwester hier wäre.“ Entgegnete die Willensstarke. „Sie wäre besser geeignet für die Aufgabe, die du mir stellst. Ich verließ sie vor Jahren im Streit. Aber nun wünschte ich, es sei für die Versöhnung nicht zu spät.“&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Lächelte ihre Schwester.&lt;br /&gt;
Da betrat die kluge Schwester zum dritten Mal den Kerker, um ihre Gefangene zu zwingen, ihr das Versteck des gefiederten Kalbes zu zeigen. Denn sie wusste und wollte nicht, dass sie das nicht konnte. Als die Willensstarke dabei zusah, wie die Kluge ihre Zaubermittel bereitete, packte sie das Grauen.&lt;br /&gt;
So brüllte sie ihrer Schwester ins Gesicht: „Schläft denn deine Seele schon, während du noch am Leben bist? Erkennst du deine eigene Schwester nicht?“ Und sie sprach die Kluge mit ihrem Namen an und flehte, dass sie sich erinnern möge.&lt;br /&gt;
Diese zögerte, antwortete dann jedoch: „Ich falle nicht auf deine List herein. Dein Flehen und Fluchen wird dir nichts nützen. Ich gebe dich erst frei von meinem Zwang, wenn du mir das Versteck des gefiederten Kalbes verraten hast.“&lt;br /&gt;
Nun erkannte die geduldige Schwester, dass auch die Kluge dem Bann des wundersamen Tiers verfallen war. Darum flüsterte sie auch ihr zu: „Nur der Mond kennt mein Versteck. Dorthin kannst du mir nicht folgen. Doch bist du nicht ausgezogen, um deine Schwester zurückzuholen nachdem sie sich einst auf die Suche nach dem wahren Schatz eurer Mutter machte? Warte nur noch ein wenig. Wenn ich mein Ziel erreicht habe, dann hast du auch deins erreicht.“ &lt;br /&gt;
Als die Kluge verwirrt innehielt, verlor die Geduldige keine Zeit, band ihr magisches Garn um beide Schwestern und zwängte sich durch die Spalte und Fugen der Kerkermauer.&lt;br /&gt;
So gelangte sie in die unsichtbare Welt, die ihr wie eine mondlose Nacht auf schwarzem Meer unter dem Sternenzelt erschien. Weiter und weiter folgte sie dem Faden hinein, bis sie ein weiß erstrahlendes Schlangenei enddeckte. Klein sah es von Weitem aus, doch als sie es erreicht hatte, da war es sieben Ellen hoch, ohne jede Erhebung oder Kerbe und schöner als alles andere auf der weiten Welt. Verzückt stand das Geheimnistier davor. Kaum noch ein Kalb konnte man es nennen, so sehr war es gewachsen. Eben gerade so groß wie das Ei, aber nur, wenn es sich zusammenrollte.&lt;br /&gt;
„Wie bist du nur so groß geworden?“ Fragte die geduldige Schwester das Kalb.&lt;br /&gt;
„Wer das Unbekannte erblickt, dem erscheint es immer groß.“ Sagte das Kalb.&lt;br /&gt;
„Das habe ich erkannt. Doch obwohl du mich durch unbekannte, gar unsichtbare Lande geführt hast, entstammst du dennoch der Herde meiner Mutter. Dank mir hast du Federn. An das Garn meiner magischen Spindel bist du gebunden. Mit deiner Lerchenstimme sprach ich zu meinen Schwestern. Und ich habe den Ort gesehen, an den der Mond dich ruft. Ich kenne dich. Du bist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt und dein Name ist das Geheimnis.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„Ja, so ist es.“ Sagte das Geheimnistier. „Dennoch muss ich gehen, denn in dem Ei verborgen ist meine wahre Herde. Darum biete ich dir diesen Handel an: Jetzt ist die Stunde, in der die Herrin des Wissens ein weiteres Geheimnis verschließt. In der Welt der Sterblichen verfinstert sich der Mond. Nur jetzt ist es möglich, eines wieder herauszuholen. Und unter meinen hundert und tausend Geschwistertieren ist auch der wahre Schatz deiner Mutter. Schneide dein Garn ab und zum Lohn zeige ich ihn dir, auf dass du ihn herausholen kannst.“&lt;br /&gt;
„Nicht diesen Handel will ich mit dir schließen. Mein Name ist an ein anderes Ziel gebunden. Zerschneide ich meinen Faden, muss ich für immer in der Geisterwelt bleiben. Was nützt mir selbst das schönste Geheimnis hier, am schönsten aller Orte? Ich will dich ziehen lassen. Im Austausch will ich nur eine Feder deines Kleides.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„So ist es gesprochen und so soll es auch geschehen.“ Sagte das Geheimnistier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wandte die Geduldige sich ab von dem Ei und kehrte zu ihren Schwestern zurück. Sie sagte ihnen, dass der wahre Schatz ihrer Mutter die Gemeinschaft ihrer Töchter sei. Und weil die Geduldige eine Feder des Geheimnistiers im Haar trug, glaubten sie ihr. Also kehrten sie, nicht ohne Mühen und Gefahren, doch geleitet vom magischen Garn, nach Hause zurück. Dort erinnerten sie sich an glückliche gemeinsame Tage, versöhnten sich und ehrten Mutter und Vater.&lt;br /&gt;
Die Willensstarke hatte nie mehr das Gefühl, eine große Herde zu besitzen. Nach all ihren Erlebnissen kam ihr Erbe ihr klein und bescheiden vor. Auch die Kluge musste für den Rest ihres Lebens von Zeit zu Zeit an ihren Namen erinnert werden und verirrte sich zuweilen gar in ihrem eigenen Hof. Und die Geduldige dachte, wann immer sie eine Blume sah oder die Vögel an einem Frühlingsmorgen hörte, dass diese Dinge sehr gewöhnlich waren, nur ein blasser Abglanz göttlicher Schönheit. Doch die Drei suchten sich gute Männer, hatten viele Kinder und lehrten sie, stark im Willen, klug im Handeln und geduldig in ihren Werken zu sein. Sie erzählten ihnen die Geschichte vom gefiederten Kalb und dem wahren Schatz ihrer Mutter. Nur einen kleinen Teil verschwiegen sie: Keiner der Drei kam jemals ein Wort vom Garn der magischen Spindel über die Lippen. So geriet es mit den Jahren in Vergessenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag sein, dass ihr Haus inzwischen verfallen und ihre Nachkommen über die weite Welt verstreut sind. Doch das Garn von der magischen Spindel ist noch immer fest verknotet an der Stelle, wo einst das Herdfeuer brannte. Es führt hinauf auf den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Auf verschlungenen Pfaden führt es bis zu seinem Gipfel. Scheinbar nur endet es im Kerker der Schule, die mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist. Doch nur scheinbar: Tatsächlich aber geht es in die unsichtbare Welt über. Und von dort bis in den Himmel oder in die Unterwelt oder wo auch immer Riasina ihr Schlangenei verbergen mag. Jedes Mal, wenn Sie vom Himmel verschwindet um ein neues Geheimnistier darin zu verstecken, wird das Garn sichtbar für den, der geduldig genug ist um es zu sehen. Wer zudem über genügend Willenskraft und Klugheit verfügt, vermag ihm zu folgen um, wenn es dem Schicksal gefällt, der Göttin des Wissens ein Stück aus ihrer Herde abspenstig zu machen. Alles was dafür vonnöten ist, sind ein paar glühende Kohlen und ein wenig Blut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bibliothek]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Überlieferungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Dichtung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Sammlung_von_M%C3%A4rchen_und_Legenden</id>
		<title>Sammlung von Märchen und Legenden</title>
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				<updated>2023-06-01T16:11:17Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Eine PDF-Version zum Download ist hier: [[Datei:Trigardonische_Märchensammlung.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine IT-Version musst du dir selber erstellen ;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natans Blut und die Heilige Elea ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Von den Vorfahren des Kleinen Volkes mündlich überliefert seit Anbeginn von Tag und Nacht, in zwergischer Schrift und Sprache seit unbekannter Vorzeit schriftlich überliefert, in unserer Sprache erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde gegen Ende des zweiten Jahrzehnts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
OT: Von Gösta''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es begab sich dereinst, als sich die Sterblichen aus Neid und Hass entzweiten, dass Weltvater Natan seinen Bruder Ischan zum Zweikampf forderte, um den Streit zu entscheiden. Weltvater Ischan jedoch, besorgt über die größere Zahl von Natans Stamm, fürchtete einen Betrug seines Bruders. &lt;br /&gt;
Darum sprach er: „Nur dann werde ich mich zum Zweikampf stellen, wenn wir uns an einsamem Orte treffen, wo kein Mensch in den Kampf eingreifen kann!“ &lt;br /&gt;
„So soll es geschehen,“ antwortete Natan, „aber einem von uns wird es die letzte Stunde sein. Und damit beide unserer Stämme die Nachricht von Sieg und Niederlage von einem der Ihren erfahren, soll es Zeugen für unseren Kampf geben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf einigten sie sich und wählten als Kampfplatz einen der Gipfel des Dugor Harog. Jener Berg war in diesen fernen Tagen den Menschen heilig, war er doch damals noch der höchste weit und breit, so hoch, dass sein Gipfel nahezu alle Zeit durch Wolken verdeckt war. Ischan wählte Bakir den Schmied, den geschicktesten seiner Schüler, als Zeugen aus und Natans Wahl fiel auf Elea, seine treueste Schülerin, die von der Göttin des Wissens geliebt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sie seit sieben Tagnächten fortgegangen waren, erschütterten dumpfe Donnerschläge Riaplots Leib und so wussten die Menschen, dass der Kampf begonnen haben musste. Hatten sie doch Ischan mit mächtigen Waffen über der Schulter aufbrechen sehen, so groß und schrecklich, wie sie seither niemand mehr zu führen vermocht hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der Beginn der letzten Tagnächte, denen alles Volk am Dugor Harog hernach als den langen Mond des Schreckens gedachte. Von Jenen, die dort an den steilen Hängen wohnten, starben schon viele in der ersten Tagnacht und noch ungezählte weitere bis sich die Herrin der Erleuchtung zur Nacht wieder in voller Pracht den Menschen zeigte. Viele von ihnen wohnten in Höhlen am Berge, von denen sie nicht wenige selbst hinein gehauen hatten. Obwohl sie schon damals kundig darin waren, in Riaplots Fleisch zu graben und seine Knochen zu formen, so konnten sie doch noch nicht wissen, wie man Gänge und Höhlen baut, die auch dann zu überdauern vermögen, wenn sich die Erde regt. Und nie wieder mussten die Sterblichen erleben, wie der Leib des Königs der Berge sich so sehr in Schmerzen winden musste, wie damals, als Ischan die Schluchten in seinen Leib schlug und Natan ihm tiefe Wunden riss, um seinen Bruder mit Felsen zu erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach sieben Tagnächten, als Ischans Arm erlahmte, schöpfte Natan neuen Atem, um seinem Bruder mächtige Flüche entgegen zu schleudern. Und weil er wusste, dass er auch Riamodan gegen sich hatte, rief er nach den Dienern der Riaranjoscha, auf dass sie die Leidenschaft in Ischan verlöschen mochten.&lt;br /&gt;
Und als weitere sieben Tagnächte vergingen, da eilten die Nebelgeister auf himmlischen Rössern dem Natan zur Hilfe. Als die Sterblichen auch in der Ferne sie erblickten, erschraken alle, denn weithin sichtbar war ihr Heerzug ob seiner großen Zahl, größer als alle Reiterscharen in der Steppe und im Tal. Nie zuvor hatte die Herrin der Weisheit ihre Geister des Nebels mit solcher Stärke entsandt. Hoch über die Flüsse und Täler hinaus ragten sie, selbst zur wärmsten Stunde der Tagnacht ritten sie am Boden, wo sie doch sonst schon lange in den Himmel heimgekehrt wären. Als sie am Berg auf Ischan einstürmten, da erzitterte Riaplots Leib unter den Schlägen ihrer Hufe, viel mehr noch als unter Hieben des Weltvaters zuvor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und als in der viermalsiebten Tagnacht Riamodan sein Antlitz auf dem Gipfel des Dugor Harog zeigte, da erschraken die Sterblichen noch mehr. Denn die Nebelgeister hatten in ihrem Ansturm auch Bakir, den jungen Schüler des Ischan, zu Tode gestampft, den Pakt der Weltväter missachtend, wonach er nur Zeuge, nicht aber Teil des Kampfes sein durfte. Daraufhin schrie der starke Weltvater voller Wut und Rachedurst zum Thron im Feuer hinab und Riamodan antwortete, indem er seinem Günstling für einen mächtigen Zorneshau seine Macht lieh. Damit erschlug Ischan den Heerführer der Nebelgeister, woraufhin die übrigen die Flucht ergriffen. Doch fanden sie den rechten Weg nicht, sondern stürmten vom Gipfel des Dugor Harog in alle Himmelsrichtungen hinab und zermalmten alles zu Staub, was das Unglück besaß, unter ihre Hufe zu geraten. Und die Opfer unter den Sippen, die dort am Berge lebten, waren gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun blieb Natan ohne Beistand dem flammenden Schwert des Ischan ausgeliefert und war schon auf seinen Knien, als Ischan zu seinem letzten Hieb ansetzte. So siegessicher war der stärkere Weltvater, dass er weithin ausholte und Natan Gelegenheit zu einer letzten List gab. Dieser umwickelte seine Hand mit seinem Mantel, schnellte vor und hielt die flache Klinge seines Bruders von sich fern. Doch Ischans Zorn war zu groß, statt mit der flammenden Klinge schlug er denn machtvoll und ohne Gnade mit des Schwertes Kloß hernieder, solange bis er Natan schrecklich zugerichtet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natan wiederum ergriff im Todeskampf Ischans Arm und als er mit zerbrochenen Gliedern herniedersank, da ließ er nicht mehr los, sondern zog Ischan mit sich zu Boden. Und weil dieser in seinem Eifer die Gefahr nicht bemerkte, so kam es dann zuletzt, dass er in seine eigene flammende Klinge stürzte und die Mächte, die er selbst im Zorn gerufen hatte, ihn von Kopf bis Fuß versengten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Feuergott dies sah, erkannte er, dass kein Sterblicher zuvor und kein Sterblicher hernach seine Lieder in solcher Herrlichkeit würde erschallen lassen. Da weinte er Tränen, wie es sonst nur die Herrin der himmlischen Wolken zu tun vermag. Doch waren es graue Tränen, die sich auf Riaplots Leib herabsenkten wie Schnee. Dies war die dunkelste Stunde der Sippen unten am Berge und auch viele Menschen in der Steppe, im Wald und im Tal starben, denn Riamodans Tränen waren bitter und erstickten alles Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich kam Elea aus einem Versteck hervor, wo sie zuletzt ausgeharrt und die schreckliche Schlacht mit eigenen Augen geschaut hatte. Und als sie zu Natan kam, da war er bereits dem Tode geweiht und ihr blieb nichts anderes, als seinen Kopf in ihrem Schoße zu betten und seine zerschmetterte Hand zum Trost in die ihre zu legen. Da kam es, dass sich im heiligen Natan ein letztes Mal die Lebensgeister regten und er zu der frommen Elea sprach: &amp;quot;Sieh, die Zwietracht ist über uns gekommen und unser Streit muss unentschieden bleiben. In unserer Zwietracht haben mein Bruder und ich großes Unglück über alle unter dem Himmel gebracht. Die Geister, die ich rief, haben Heimstätten verwüstet und viele auf ihrem Weg erschlagen, die nicht hätten teilhaben sollen an unserem Kampf. Diese Schuld will ich nicht mit zur Herrin der Seelen nehmen, doch mein letzter Atem schwindet. So bitte ich dich, Elea, bete zu den sieben großen und herrlichen Göttern an meiner statt für die Gunst der Sippen unten am Berge.“ Elea sprach, dies wolle sie für ihren Meister gerne tun und darauf legte der heilige Natan dankbar seine blutige Hand auf Ihre Schulter und schloss für immer seine Augen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es dann, dass die fromme Elea voller Hingabe zu den sieben großen und herrlichen Göttern zu beten begann. „Oh König der Berge,“ bat Elea, „möge das Blut, welches mein Meister vergoss, dein Opfer sein! Ich bitte dich, nimm diese Gabe an.“ &lt;br /&gt;
Und weil sie nicht aufhörte, als Durst und Müdigkeit sie plagten, sondern tapfer ausharrte, erhörte Riaplot ihr Flehen und verwandelte Natans Mantel, mit dem er seine Hand umwickelt hatte, in den Mohn, der allen Schmerz besänftigt. Als Elea, die von ihrem Meister alles über die Kräuter, Moose und Pflanzen gelernt hatte, nun eine Blume sah, die ihr noch fremd war, verstand sie, dass sie erhört worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ihr großen und herrlichen Sieben, hört meinen Eid, der der Eid des Natan ist. Er gibt das von ihm vergossene Blut als Opfer, sein eigenes Blut aber, das von seinem Bruder vergossen wurde, soll das Pfand der Sippen unten am Berge werden, bis zu der Zeit, in der er wiedergeboren wird und seine Schuld bezahlen kann.“&lt;br /&gt;
So betete sie, bis schließlich die erste Nacht der Welt hereinbrach und der erste Tag ihr folgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An jenem ersten Tage stiegen Überlebende von den Sippen unten am Berg hinauf und erst am Abend fanden sie die fromme Elea im Gebet, den verbrannten Leib Ischans zu ihrer rechten, den zerbrochenen Leib Bakirs zu ihrer linken und den zerbrochenen Leib des Natan zu ihren Füßen, sein Blut an ihrer Hand, den Abdruck seiner Hand auf ihrem weißen Kleid. Daraufhin berichtete Elea den Sippen, die am Dugor Harog wohnten, von Natans letztem Wunsch. Und die Sterblichen staunten, denn als sie zu Boden blickten, da ward das viele Blut, welches Natan vergossen hatte, zu Silber verwandelt, wie ein Abbild des hellen Glanzes der Riasina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dies sprach Elea: &amp;quot;Seht, die sieben Großen und Herrlichen Götter haben meine Gebete erhört. Das Blut, welches Natan im Bruderzwist vergoss, ist Euch nun silbernes Pfand für das Unglück, welches Ihr erlitten. Und wenn ihr fragt, wann die Zeit gekommen sei, dass der weise Weltvater sein Pfand einlöse, so seht, dass nicht all sein Blut geronnen ist. Ein kleiner Teil ist noch immer flüssig, obgleich die Götter es zu Silber gemacht haben. Dieses Silber sollt ihr mit Ehrfurcht suchen und bewahren, denn ihm wohnt Natans letzte Kraft noch inne. Und erst wenn der letzte Tropfen geronnen ist, dann wird er wiedergeboren werden und seine Schuld begleichen. Doch seid demütig und verschwendet nicht, was die sieben Großen und Herrlichen gegeben, denn der König der Berge wird jene strafen, die zu gierig sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortan holten die Nachkommen jener Sippen am Dugor Harog kostbares Silber aus dem Berg, wo vorher Natans Blut vergossen worden war. Und alle, die Freunde des Natan gewesen waren, zeigten sich dankbar und dienstbar, wann immer ihnen die Ehre zuteilwurde, sein nunmehr von göttlichem Segen erleuchtetes Blut zu schauen und zu besitzen. Denn durch Eleas Zeugnis galt das Silber aus dem Dugor Harog auch stets als ein Zeichen des Edelmutes und der Demut, die Natan mit seinen letzten Atemzügen gezeigt hatte. Damit war das Leid der Sippen, die dort am Berge wohnten, gemildert, konnten sie doch Silber gegen Brot und Bier und Dörrfleisch und Nüsse tauschen, als weithin um den Dugor Harog, ob der großen Schlacht die dort getobt hatte, für lange Zeit kein Strauch und kein Baum Früchte trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wie Ischan zu Asche verbrannt war, so verbrannten sie auch die Leiber seines Bruders und seines Schülers, um so wenigstens nach dem Tode der zänkischen Brüder ihrem Neid keine Nahrung mehr zu geben. Seitdem bestattet man die Toten auf diese Weise. Während die Weltväter noch heute auf ihre Wiedergeburt warten, so kehrte Bakirs Seele schon in der übernächsten Generation zurück ins Leben und wurde denen geboren, die von seiner Mutter abstammten. Zuvor aber wandelte sein Ahnengeist unter denen, die seine Urne befüllt hatten und ihn ehrten. Ihnen allein verriet er alle Geheimnisse der Schmiedekunst, die er von Ischan einst gelernt hatte. Und bis in unsere Tage werden diese Geheimnisse weiter gegeben von Meister zu Schüler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die treue Elea verlebte ihre übrigen Tage unter den Sippen des Dugor Harog, pflegte den Mohn, den Riaplot ihr als Zeichen seiner Gunst geschenkt hatte und ihre Nachkommen pflegen ihn noch heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geburt von Sommer und Winter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Vorzeit von den Stämmen Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im ersten oder zweiten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Anna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist die Geschichte von der Geburt von Winter und Sommer. So habe ich sie von meiner Großmutter gehört und so erzähle ich sie euch, meine Kindeskinder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Zeit als die Stämme Ischans und Natans sich entzweit hatten, tränkten Flüsse von Blut Riaplots Leib. Die Leben der Menschen und ihre ganze Kraft, viel zu früh vergossen und noch heiß und brodelnd sank tief in den Schoß des großen und herrlichen Gottes und ihm entsprang eine goldene Schlange, so heiß und so schön wie Riasions Auge. Ihr Name war Evörr und wohin sie auch ging, wurde das Land fruchtbar und alles wuchs und gedieh um sie. Doch war das Blut aus dem sie geboren war, zu heiß vom Kampfe. Wenn sie länger an einem Ort verweilte, wurde aus Fülle Dürre und aus Leidenschaft Raserei. So zog sie rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ständige Sterben der Menschen füllte auch Riadugoras Hallen mit dem kühlen Hauch der Seelen. Ihre Winde wurden nie müde, die Toten herbeizubringen. Ein solches Brausen herrschte in den Gewölben der Unterwelt, dass die Toten keine Ruhe finden konnten. So legte sich Riadugora also nieder und gebar eine silberne Schlange, so kalt und so schön wie Riasinas Auge. Sein Name war Jardo und wohin er auch ging, brachte er Ruhe und Andacht. Doch die Kälte des Todes und die neugewonnene Macht der Winde waren zu stark. Wenn er länger an einem Ort verweilte, wurde aus Ruhe Starre und aus Andacht Untätigkeit. So zog er rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages begegneten sich Jardo und Evörr auf ihrer nie enden wollenden Reise. Die Liebe zwischen ihnen war bereits groß, als ihre Blicke sich trafen und sie wuchs mit jedem Tag. Von nun an wandelten sie gemeinsam und wohin auch immer sie gingen, blühte und grünte es und die Erde verschenkte ihre Gaben so bereitwillig wie zu den Zeiten vor dem Bruderkrieg. Als Riaplot dies sah, weinte er, denn er liebte seine Tochter sehr. Noch größer aber als seine Liebe war sein Zorn gegenüber den Menschen, sodass er Riason bat, Jardo und Evörr auf immer zu trennen. Riason kam dieser Bitte schweren Herzens nach, denn auch er erfreute sich an der Harmonie der beiden Liebenden. In seiner Weisheit kettete er Evörr an die Sonne und Jardo an den Mond. Wenn Götter und Menschen versöhnt sind und die ewige Tagnacht herrscht, werden auch die Kinder von Erde und Wind wieder zueinanderfinden. Bis dahin werden wir heiße Sommer und kalte Winter haben und besonders die Winter werden Riaplots Geschöpfen Mühe bereiten, denn Jardo ist nicht leicht versöhnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Yerig-Baum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Im südlichen Längstal mündlich überliefert seit einer Zeit, in der die Vergessene Sprache schon vergessen war und in der die Nurynaische Sippe schon Yergigar besaß, erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des zweiten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Franziska''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Zahl Menschen in Arbons grünen Auen noch gering war und man noch Tage wandern konnte, ohne den Rauch eines wärmenden Feuers zu sichten, lebte ein Jäger, dessen Name Yerig war. Er war der Sohn einer starken Sippe, Vater gesunder Kinder und seine Jagdkunst ward viel gelobt. Und war er auch ein götterfürchtiger Mann, dankte den Göttern jeden Morgen und jeden Abend, brachte Opfer zu den Hohen Tagen und nach jeder Geburt eines Kindes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gab es ein Jahr, als das Vieh in den Wäldern wenig wurde und Yerig weite Wege und lange Tage laufen musste, bis er Wild legen konnte. Er fand sich in ungekannten Weiten, als er schließlich in der Ferne einen Hirsch zu sehen glaubte. So versessen auf die nahe Beute, blieb er blind für die Gefahr und hörte das Gebrüll des Bären, bevor er ihn sah. „Oh ihr Götter, lasst Gnade walten! Wendet des Bären tödliche Pranke ab!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär holte aus und schlug den Jäger nieder, seine Glieder brachen und sein Körper ging zwischen den Gräsern nieder. Mit dem letzten Atem sprach er an die Götter: „Ihr Großen und Herrlichen! Habe ich euch nicht geehrt? Habe ich nicht jeden Morgen und jeden Abend eure Namen gepriesen, euch gegeben von meinen Gütern, was ich entbehren konnte und nicht für jedes Kind mit Opfer gedankt? Habe ich nicht gelebt, wie es ein ehrfürchtiger Mann nur kann? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass mein Körper, der eben noch den Hirsch mit einem Schuss zu töten vermochte, nun hier geschunden liegt und ich das Leben verliere fern von der Heimat und der Sippe? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass die Tiere mich fressen werden anstatt einer würdigen Bestattung neben meinen Ahnen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er nicht mehr sprach zogen die Wolken über der Ebene zusammen, der Himmel wurde dunkel und er vernahm die Stimme Riadoguras, die zu ihm sprach: „Was maßt es du dir an, einzelner Sterblicher, zu zweifeln an den Göttern und nicht zu danken, was dir gegeben ward! In eine ehrwürdige Sippe wurdest du geboren, einen starken Arm ließen wir dir wachsen, einem fruchtbaren Weib wurdest du gegeben und die dir geborenen Kinder ehrten dich. Willst du zweifeln, dass dies die rechte Zeit sei in meine Hallen einzukehren? So sei dir noch weitere Zeit auf dieser Erde gegeben. Dein Körper soll weilen auf diesem Fleck, so dass du Zeit hast, über deine Worte zu sinnen. Ein Baum sollst du werden und zu unseren Ehren sollst du wachsen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erkannte der Jäger die Schande seiner Worte. „So will ich tun, wie mir befohlen, und in ehrfurchtsvoller Arbeit meine Tage verbringen, wie die Götter es bestimmten.“ Und seine Knochen wurzelten tief in die Erde und zogen mit aller Kraft Riaplots Geschenk des Lebens in sich auf. Und aus seinen Lenden wuchs ein Spross gen Himmel, der sich an Riasions Geschenk der Sonnenstrahlen wärmte. „Groß will ich werden und Blätter und Früchte tragen, tief verwurzelt will ich sein und meine Haut stark wie Stein. Zu Ehren der Götter will ich jeden Tag wachsen und danken für mein Leben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, und der Baum wurde stark und seine grüne Krone immer dichter. In den Ästen des Baumes ließen sich die Vögel des Himmels nieder und bauten ihre Nester. Kriechtiere bauten ihre Höhlen zwischen den Wurzeln und der einsame Wanderer fand Schatten unter seinem Blätterdach. So zog der Sommer voran und der Baum brachte hart arbeitend Früchte hervor, saftig waren sie, und wurden röter von Tag zu Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voller Stolz mühte der Baum sich, sie immer größer und saftiger werden zu lassen, da begannen die Vögel bereits, die Früchte zu fressen und die vorbeiziehenden Wanderer zu pflücken, was sie tragen konnten. Da wurde der Baum betrübt und rief zu den Göttern: „Seht ihr großen Götter, getan habe ich, was mir befohlen ward. Gearbeitet habe ich jeden Tag und der Erde abgetrotzt, was ich konnte. All die Mühe habe ich in diese Früchte gesteckt und nun sollen die faulen Vögel sie fressen? Soll jeder Dahergelaufene einfach sich den Wanst mit meinem Tagewerk vollstopfen dürfen, ohne den Finger dafür krümmen zu müssen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sprach Riaplot aus der Erde und den Pflanzen zu ihm: „Sterblicher, ein zweites Mal schon beklagst du dein Schicksal, obwohl die Götter dir mit vollen Händen geben! Wärmte die Sonne dich nicht durch Frühling und Sommer? Gab ich dir nicht aus der Erde all die Kraft, die zu brauchtest? Und stillte der Regen nicht deinen Durst alle Tage? Geize nicht mit deinen Früchten, was bringt es dir, wenn sie an deinen Ästen faulen? Ein Mensch bist du nicht mehr, die Früchte sind für andere.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder erkannte der Baum Yerig seine Fehlerhaftigkeit: „Große Götter, ich danke euch abermals und bitte um Vergebung. Meiner Arbeit Früchte will ich geben, wer sie verlangt, auf dass sie einem anderen nutzen.“ Als dann die letzte Frucht gepflückt war, wollte der Baum noch immer nicht ruhen. Denn Arbeit war es, was die Götter den Sterblichen auferlegt hatten. Und so begann er sein Antlitz in prächtigen Farben zu schmücken. In Rot und Gold ließ er seine Blätter strahlen, auf dass von weit her seine prächtige Krone zu sehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch das prächtige Farbenspiel lockte die Kinder Riadugoras, die Winde: „Sie an, welch schönes Spielzeug! In Rot und Gold ist es aufgemacht!“ - „Lass uns hineinfahren in die Krone und sehen wie die Blätter fliegen!“ Und die wilden Winde fuhren in das Blätterdach, zupften an jedem Ast die Blätter und tanzten wild mit ihnen im Kreise. Doch unbeständig wie die Windeskinder sind, ließen sie ihr Spielzeug alsbald fallen, nur um am nächsten Tage noch einmal zurückzukehren und neues Blattwerk zu zupfen. Wie der Baum Yerig so seine Arbeit zu Boden gleiten sah, würde er traurig und rief die Götter ein drittes Mal an: „Seht ihr Großen, wieder habe ich getan, wie mir geheißen, Mühe und Fleiß in meine Arbeit gesteckt. Doch wie lohnen es mir die Winde? Sie zerreißen mein prächtiges Haupt und lassen die Fetzen arglos am Boden liegen!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wieder zogen die Wolken zusammen und aus ihrer grauen Mitte spricht Riadugoras Stimme: „Sterblicher wieder zweifelst du an uns. Doch was maßt du es dir an, dich zu schmücken in prächtigen Farben? Der eitle Tand steht dir nicht zu, so tragen die Winde ihn fort. Und auch ist es Zeit für dich, die Arbeit ruhen zu lassen. Was dem Mensch der Tag, ist dem Baum das Jahr. Und so wie der Mensch abends seine Glieder zur Ruhe bettet, ist es Zeit für dich, alle Anstrengungen sein zu lassen und über den Winter zu träumen. Doch fürchte dich nicht: Riaranjoscha wird eine Decke aus Schnee über dich breiten, auf dass du im Frühling die Arbeit erneut wirst aufnehmen können.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Schnee aber gefallen war, ächzte der Yerig schwer unter dem Gewicht, schüttelte sich und warf ihn zornig hinfort. Noch ehe er aber diesmal ein Wort des Undankes sprechen konnte, fuhr ein Blitz in ihn ein, fällte ihn und verbrannte ihn zu Asche. Und da die Götter nun lange keine Klage mehr von Yerig hörten, erbarmten sie sich zum nächsten Frühjahr und ließen aus seiner Asche neunundvierzig Blumen spießen. Sie weilten in einem glücklichen, unbeschwerten Leben, tranken Riaranjoschas Wasser, wärmten sich unter Riasions Angesicht, speisten von Riaplots Gaben, vermehrten sich, um am Ende in Riadugoras hütende Arme zu sinken. Sie lebten nur um zu leben in Göttlichem Frieden. Und wie es war, so hatten die Götter ihre Freude daran, denn es war ihr Wille, weil sie es gemacht hatten wie es war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wie der Schnee entstand ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der glänzenden Sonne im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war wohl zu Zeiten des heiligen Timor - weder die Ältesten und Weisesten können dies jedoch mit Sicherheit sagen - dass am letzten Tag, bevor der erste grüne Halm des Frühlings in der Steppe spross und sich Jardo für den nahenden Frühling von Riaplots Angesicht verabschieden musste, er drei Schwestern erblickte, die in der Steppe ihre Stuten molken. Die Frauen gefielen ihm gut und so beschloss er, sich mit ihnen den letzten Tag vor seinem Abschied zu versüßen. In Schlangengestalt kroch er über die Wiese und nacheinander kroch er unter die Röcke aller drei.&lt;br /&gt;
Die drei Schwestern, von denen keine verheiratet war, fanden sich nun bald schwanger und danken den Göttern für das Zeichen ihrer Fruchtbarkeit. Später im Jahr, in der Nacht des ersten schweren Wintersturmes gebaren alle drei ihre Söhne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die große und herrliche Riadugora sah dies und wurde zornig. „Es soll nicht sein, dass mein Sohn, der Gefährte der Nacht, sich mit Sterblichen paart!“ Riadugora ließ die Nächte länger und finsterer als je zuvor werden. Vieh verirrte sich in der Dunkelheit und erfror und die Menschen bekamen Angst und trauten sich bald nicht mehr vor die eigene Tür.&lt;br /&gt;
Die Mutter der Schwestern erschrak, denn sie erkannte dies als Zeichen des Zorns der Göttin und riet ihren Töchtern: Ihr müsst euch der Allverzeihenden stellen, wenn sie es will von Angesicht zu Angesicht, und zwar heute, denn dem Zögernden wird nur zögerlich verziehen.&lt;br /&gt;
Die Schwestern fassten sich ein Herz und ritten hinaus in die Steppe zum Geisterhügel. Nach Sonnenuntergang riefen sie ihre Ahnen um Beistand an und boten der großen und herrlichen Riadugora ihr letztes Vieh als Opfergabe. Sie warteten beharrlich in der bitteren Kälte, bereit zu geben, was die Herrin des Atems ihnen nehmen wollte. Die Allverzeihende legte ihre Stirrn in tiefe Falten: Sie sah die Verzweiflung doch sah sie auch den Mut und die Aufrichtigkeit des Opfers. Die Schwestern harrten bis zum Morgen aus, und die Allverzeihende beschloss schließlich, dass sie den Frauen nicht das Leben nehmen wollte, und so verwandelte sie die Schwestern in drei schwarze Falken.&lt;br /&gt;
Um zu verschleiern, wo ihre Seelen wandelten rief sie mit ihrer Schwester viele Nebelgeister zu sich und schickte sie in einer wilden Jagd über die Steppe, um ihren Sohn irrezuführen. Im Federkleid kehren die Schwestern vor Jardos Augen verborgen zu ihrer Sippe zurück, mit Falkenaugen wachten sie über ihr Heim, und mit ihren scharfen Klauen jagten sie fortan für ihre Kinder, die nie wieder Hunger hatten. Als die jungen Söhne herangewachsen waren, wurden sie zu großen Jägern und ihre Sippe groß und fruchtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jardo wurde traurig, dass seine Mutter die Mütter seiner Kinder in der Kälte sterben lassen hatte und mit Hilfe ihrer Schwester ihre Seelen zu rastlosen Nebelgeistern gemacht hatte. In der Tat wurde er wütend, dass seine allverzeihende Mutter so unversöhnlich gegenüber seinen Kindern war und grausam zur alten Großmutter, die mit gebeugtem Rücken und trüben Augen weder Vieh hüten noch den Acker bestellen konnte. Alt wie sie war, hätte sie vor ihren Töchtern sterben sollen, doch nun musste sie noch die Kindeskinder ernähren.  Er sann auf eine List um die grausame Tat seiner Mutter zu mildern. Lange saß er auf einem grauen Stein und grübelte, doch es wollte ihm nicht gelingen. Während er saß und grübelte, begann er, Wollflusen aus seinem Mantel zu rupfen und je mehr er nachdachte, desto mehr rupfte er Fussel aus. Diese Flusen fielen hell auf Riaplots Antlitz und wie er so dasaß und grübelte und rupfte, wurde die Erde ganz davon bedeckt. Die Decke vervielfachte in der Nacht das Licht Riasinas und der Sterne, und die Menschen schöpften neuen Mut.&lt;br /&gt;
Riadugora blieb es nicht verborgen, dass ihr Sohn wütend gegen sie war, doch lächelte sie und befahl ihren Windgeistern, nun eine Weile zu ruhen. So blieben die Spuren von verirrtem Vieh noch lange bestehen, sodass kein Hirte mehr lange nach einem verlorenen Schaf suchen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aynur, die Schäferin ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Kloster des Heiligen Danason Anfang des fünften Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Tobias''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früh im Sommer war eine junge Schäferin bei den Herden der Sippe, saß vor Ihrer Jurte und flickte gerade ihr Zaumzeug. Aus dem halbhohen Gras tapste ein Murmeltier auf sie zu, blieb vor ihr stehen und sprach sie an. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Das Murmeltier lief in die Jurte, trank Wasser und aß etwas von dem Brot mit Kümmel. Es erzählte der Schäferin von Wiesen mit süßen Kräutern und den Träumen die es im Winter geträumt hatte, bedankte sich und machte sich wieder davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später im Sommer, die Nächte waren inzwischen frei von Frost, bekam die Schäferin erneut Besuch. Eine Gazelle trat vor die Jurte hin und fragte: &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe.&lt;br /&gt;
Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Nach dieser freundlichen Einladung rief die Gazelle ihr Junges aus dem hohen Gras und beide betraten die Jurte. Das Junge sprang in der Jurte über alle Kissen und Kisten, sie aßen und tranken und hatten einen vergnüglichen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Tage vergingen, es war schon beinahe Abend, da trottete ein Dachs auf die Jurte zu. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Der Dachs brummte zuerst etwas missmutig vor sich hin, nahm die Einladung aber doch an. Er nahm gerne von dem Trockenfleisch der Schäferin und davon durstig geworden noch mehr vom Wein, den sie ihm anbot. Mehr als ein bisschen betrunken sang er ihr alle Leider vor, die er kannte und schlief am Feuer ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lauf des Sommers besuchten weitere Tiere der Steppe die junge Schäferin. Eine Schlange verbrachte die Nacht um das Herdfeuer geringelt und deutete ihre Träume, ein stolzer Hirsch lief mit ihr und ihrem Pferd um die Wette, von den hohen Gipfeln kam ein Adler zu ihr herab, der ihr Geschichten von jenseits der Berge erzählte und einer der wilden Esel trug sie, nachdem sie ihn zu Gast geladen hatte auf seinem Rücken zu einem versteckten Wasserloch, das sie bis dahin noch nicht gekannt hatte. Ihnen allen stellte sich Aynur vor und sie alle lud sie zu Gast. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende des Sommers, die Nächte waren schon viel länger geworden und der Herbst färbte das Land hörte die junge Schäferin ein heulen das nicht der Wind war. Sie löschte das Feuer in der Jurte, trieb die Schafe ein gutes Stück weit weg und gürtete sich mit dem langen Messer. Zurück an der Jurte setzte sie sich vor den Eingang und wartete.&lt;br /&gt;
Es wollte schon fast Nacht werden, als ein großer grauer Wolf vor sie hintrat. Seine gelben Augen leuchteten über den elfenbeinweißen Zähnen. Er knurrte leise. &amp;quot;Ein Menschenkind... Was machst du denn ganz alleine in der weiten Steppe?&amp;quot;&lt;br /&gt;
Aynur antwortete ihm: &amp;quot;Ich hüte meinem Vater die Jurte, er ist beim ersten Morgengrauen fort auf die Jagd, das ist sein Handwerk. Das Feuer in der Jurte ist leider ausgegangen, aber du kannst gerne auf ihn warten, damit er es wieder entzündet. Ich erwarte ihn jeden Moment!&amp;quot; &lt;br /&gt;
&amp;quot;Oh, keine Umstände meinethalben, Ich muss fort, ich habe dringende Geschäfte zu erledigen...&amp;quot; antwortete der Wolf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jedermanns Bruder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Stämmen Ischans und Natans überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst, vor langer, langer Zeit, als Riasina ihre Herde zu sich rief und ihr Antlitz vor den Menschen verschleierte, kam es zu den Ereignissen, von denen ich euch nun berichten will. Bei dieser Mondfinsternis nämlich, gelang es Jardo, dem Gefährten der Nacht, sich aus den silbernen Ketten des Wissens zu befreien, mit denen er an Riasinas Thron gekettet ist, seit Anbeginn von Tag und Nacht. Was folgte nun, da der Herr von Frost und Schnee nun frei war, zu tun, was er wollte? Überzog er alles mit Kälte und der unsichtbaren Macht seiner Mutter? Machte er sich auf den Weg, endlich seine Geliebte zu erreichen, nach der er sich so viele Menschenalter schon sehnte? Nichts von Alledem! Die Menschen bemerkten sein Fehlen erst gar nicht und erfreuten sich an einem langen, warmen Sommer. Der Sommer hatte das Korn reifen lassen, doch die Früchte an den Bäumen verdorrten, ehe sie reif wurden. Und das, was den Menschen von der Ernte übrigblieb, wurde von Fliegen heimgesucht. Niemand konnte mehr ruhig schlafen, so viele Plagegeister hielten die Menschen nachts wach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bauer, der sein Haus am Fluß hatte, besah sich seine Felder, seinen Speicher und sein Haus, wo es von Fliegen und Schnaken nur so wimmelte, und sprach: „Dank sei dir Riaplot, doch wie sollen wir nur überleben, wenn unsere Vorräte verderben, noch ehe der weiße Mantel die Erde bedeckt? Wenn er doch nur kommen würde, der Gefährte der Nacht, mit Eis und Schnee, ehe es zu spät ist. Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte nicht nur Sonne. Nicht weit entfernt vom Bauern ging ein Jäger auf die Jagt. Eines Tages hatte der Jäger einen großen Hirsch verfolgt, als ein Unwetter aufzog und ein heftiger Regen ihn überraschte. Er zog einen Pfeil aus dem Köcher und zielte. Doch just in diesem Moment barst sein geliebter Bogen, denn der Regen hatte das Holz aufquellen lassen. Das Wasser klatschte und prasselte ihm nur so ins Gesicht, dass er bald rein gar nichts mehr sah und als er schließlich nach Hause kam, goss er ganze Bäche aus seinen Stiefeln. Der Hirsch war unterdessen in den Wald zurückgesprungen. Da rief der Jäger: „Wie soll ich nur jagen? Was wird aus mir? Bei diesem Regen muss ich mir bald eine Angel bauen und ein Netz knüpfen und auf die Pirsch gehen nach Hirsch-Fischen und Reh-Fischen! Wie glücklich wäre ich, wenn der Gefährte der Nacht die Blätter von den Bäumen fegen und mir ein paar schöne frost-klare Nächte bescheren könnte! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte den Menschen viele saftige Weidegründe. Und so trieben die Hirten im Tal ihre Herden immer weiter und weiter. Doch die Mutter der Hirtensippe blieb allein zurück. Als die Zeit für die Herbstnächte immer näher rückte, sorgte sie sich sehr, denn noch war keines ihrer Kinder an das Herdfeuer ihres Heims zurückgekehrt. Die alte Frau rief: „Was wird nur aus mir altem Weib! Vor Sorge kann ich nicht schlafen und vor Einsamkeit werde ich noch ganz krank! Hilf mir, Gefährte der Nacht, und weise meinen Kindern den Weg zurück an mein Feuer! Dort wollen wir das Ende des Sommers feiern und dich preisen! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Landauf und landab im ganzen Tal riefen die Menschen bald: „Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
All dies Rufen und Bitten hörte Jardo und beschloss, in die Heime derer einzukehren, die so flehentlich um seine Hilfe baten. Er kehrte ein in das Haus des Bauern, brachte alle Fliegen und Schnaken zum Schweigen, sodass die Vorräte nicht verdarben und der Bauer nach langer Zeit endlich wieder ruhig schlafen konnte. Er fegte die Blätter von den Bäumen und brachte frostige Nächte, in denen der Jäger mit reicher Beute von der Jagt heimkehrte. Er geleitete mit eiskaltem Westwind und Raureif die Hirten zurück zu ihrem Heim, wo sie zum Festessen mit ihrer Mutter fette Schafe schlachteten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wanderer ging er in den Häusern und Jurten ein und aus und zu den Menschen sprach er: &lt;br /&gt;
„Ihr habt mich in euer Heim gerufen. Nun, hier bin ich, bereit zu bleiben und zu geben, was ihr so lange vermisst habt. Doch habe ich drei Bedingungen: Jedem, der an eurer Tür Gastrecht erbittet, dem sollt ihr es gewähren! Bruder sollt ihr mich nun nennen, wenn ich in eurem Heim wohne! Und die Vögel, die füttert nicht vor eurer Tür, sondern dort, wo ihr auch euer Vieh füttert! Und ganz besonders die Eule, die nachts durchs Fenster schaut, die sollt ihr vertreiben, denn sie erspäht für die mächtige Riadugora die Seelen, die sie bald holen kommen will! Verriegelt die Fenster, dass sie eure Kinder in ihren Betten nicht zu lange ansieht!“&lt;br /&gt;
So verging die Zeit, in der der Gefährte der Nacht in den Häusern ein und aus ging. In den kurzen Tagen zehrten die Menschen von ihren Vorräten und fütterten ihr Vieh. Die wenigen Vögel, die sich an den Resten vom Viehfutter und Brotkrumen gütlich taten, hielten sie von ihren Türschwellen fern. Nachts kamen sie um die niedrig brennenden Herdfeuer zusammen, um zu erzählen. Sie hießen Gäste willkommen und waren froh und glücklich, Jedermanns Bruder in ihrer Mitte zu wissen. So vergingen Tag um Tag und Nacht um Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Große und Herrliche Riasina hatte sich derweil ihre Herde genug besehen, warf den Schleier ab und begab sich zu ihrem silbernen Thron, um ihre Reise fortzusetzen. Doch was fand sie dort? Leere Ketten und keine Spur der silbern gefiederten Schlange! Mit den geborstenen Ketten ging sie zu ihrer Schwester, damit sie ihr helfen könnte, den Flüchtigen zu finden. Die Allverzeihende kniff die Augen zusammen und siehe da: enddeckte sie Spuren ihres Sohnes im Tal zwischen den zwei Flüssen. So schickte sie ihre Vögel um Ausschau nach Jardo zu halten. besonders ihre alte treue Eule ließ sich nachts still und unentdeckt in den Bäumen nahe der Häuser nieder, um durch die Fenster zu spähen und zwischen all den Menschen den Sohn ihrer Gebieterin ausfindig zu machen. Doch es wollte ihr bei dem dichten Gewimmel an Menschen in den Häusern nicht gelingen. Tapfer saß sie Nacht um Nacht still ohne ein einziges, leises „Schuhu“ auf ihrem Baum und spitzte die Ohren. Doch hörte sie die Menschen sich untereinander nur Bruder nennen. &lt;br /&gt;
Bald enddeckte sie manch ein Vater auf ihrem Baum und begann, Steine auf sie zu werfen und sie mit den Worten zu verscheuchen: „Fort mit dir, wag es ja nicht, meine Kinder anzusehen, wie sie in ihren Betten schlafen!“&lt;br /&gt;
Das machte die alte, weise Eule stutzig. Hatten die Menschen sie nicht immer freundlich begrüßt, wenn sie auf einem Baum neben dem Haus saß, durch die Fenster die schlafenden Kinder besah und ihnen durch ihr „Schuhu“ gute Träume brachte? Hatte nicht manch eine Mutter nachts das Fenster offengelassen oder war gar mit einem weinenden Kind im Arm vor die Türe gegangen, damit es sich beruhigte und einschlief? &lt;br /&gt;
Sie flog heim zu ihrer Gebieterin und berichtete von all dem was sie gehört und gesehen hatte. Die Allverzeihende ahnte, was geschehen war. Ihr Sohn weilte unter den Sterblichen und verweilte zwischen ihnen, um sich seiner Pflicht zu entziehen. Und so schickte sie die Eule zurück zu den Menschen mit einer List.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Tal zwischen den zwei Flüssen wurden derweil die Nächte immer länger und kälter, jetzt, da Jedermanns Bruder bei den Menschen eingezogen war. Der Bauer besah sich seinen leeren Speicher, in dem selbst die Mäuse erfroren waren. Er seufzte: „Wie sollen wir leben, wenn wir bald das Saatgetreide essen müssen?“ Der Jäger kehrte bald immer öfter mit leeren Händen von der Jagt zurück. Denn im tief verschneiten Wald war kaum noch Wild zu finden. Am Herdfeuer der Sippenmutter tranken die Hirten bald nur noch dünnen Tee. Und statt Geschichten und Gelächter hörte man oft nur noch Murren und Zank. Denn mit der Zeit wird, wie wir alle wissen, die Enge Manchem lästig. &lt;br /&gt;
So kam es, dass eines Tages ein Mütterchen aus ihrer Jurte trat und nach ihren Tieren sah. Gerade hatte die Sippe das Abendgebet gehalten, schon stritten drinnen am Feuer ihre Töchter, während ihre Söhne grimmig und stumm in die Glut starrten. &lt;br /&gt;
Da sah sie auf einem Baum die Eule sitzen. Alt wie sie war, hatte sie keine Angst vor ihr. Was Jedermanns Bruder über die Eule sagte, beeindruckte sie nicht sehr. Die Kindeskinder schliefen in diesen Nächten zwar schlecht, es war jedoch keines gestorben und sie selbst hatte schon seit langem ihren Frieden gemacht. Wenn Die, Deren Thron am Ende steht, sie durch ihre Dienerin in ihre Hallen einladen würde, so sollte es eben geschehen.&lt;br /&gt;
„Grüß dich Mütterchen, Schuhu,“ rief die Eule. „Guten Abend, Eule,“ sprach das Mütterchen.&lt;br /&gt;
„Kalt ist es, Schuhu! Alleine hier draußen?“, sagte die Eule.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist Streit, hier draußen ist Frieden. Zu viel Lärm für meine alten Ohren.“&lt;br /&gt;
„Wie kommts? Schuhu,“ &lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder treibt die Leute zusammen und die Zeit wird ihnen lang. Keine Butter im Tee, alle Wolle versponnen, alle Geschichten schon siebenmal erzählt. Dafür teilen wir uns jetzt die Läuse und die Wanzen.“&lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder also, Schuhu! Wer mag er nur sein?“&lt;br /&gt;
„Der Klein-Große, der Dick-Dünne, der Mit-Ohne-Bart, der genau ist es, der bei uns ein und aus geht.“&lt;br /&gt;
„Der ist es also, Schuhu. Man freut sich ja über jeden Besuch. Bei Manchem bei Kommen, bei Manchem beim Abschied, nicht wahr?“&lt;br /&gt;
Die alte Frau lächelte und sagte nichts mehr.&lt;br /&gt;
„Schuhu, komm morgen wieder und bring einen leeren Schlauch mit.“, sagte die Eule und flog davon. &lt;br /&gt;
Am nächsten Abend trat die alte Frau wieder aus ihrer Jurte, ging dahin, wo das Vieh zusammengetrieben worden war und wartete mit einer leeren Ziegenhaut auf die Eule. Als die Sonne ganz untergegangen war, kam sie schließlich geflogen.&lt;br /&gt;
„Schuhu, Mütterchen, siehst du den Stein da? Nimm ihn und schlag die Eisdecke über dem Wasserloch ein, in dem ihr euer Vieh tränkt.“&lt;br /&gt;
Der Stein war schwer, doch gesagt, getan.&lt;br /&gt;
„Schuhu! Nun fülle den Schlauch und nimm eine Hand voll Schlamm vom Grund. Den Schlamm mischst du in den Gerstenbrei zuhause und lässt ihn stehen. Wirst schon sehen, was daraus wird. Und in den Schlauch sollst du jeden Sommer den Saft der reifsten und besten Früchte füllen und ihn aufheben, bis der Sommer vorbei ist. Der Trunk aus diesem Schlauch wird jeden, der davon trinkt, mit der Wärme des Sommers erfüllen. Einer, der vorm Feuer dies hier trinkt, wird offenbaren, ob er nun klein oder groß ist, ob dick oder dünn, ob er einen Bart hat oder keinen. Er wird seinen wahren Bruder Bruder nennen und seine wahre Schwester Schwester. Nun geh zurück in dein Haus.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Feuer schenkte die Frau allen von dem Wasser aus dem Schlauch ein. Doch wie sonderbar roch dieses Wasser! Es roch nach allen Früchten des Feldes, nach grünem Gras, nach Blumen, nach Honig und nach Harz von den Bäumen. Jeder, dem dieser betörende Duft in die Nase stieg, nahm einen tiefen Zug aus dem Becher. Und noch einen. Und noch einen. Eilig schenkte sie nach. Auch Jedermanns Bruder hatte sich am Feuer eingefunden und bereits gierig drei Becher geleert. &lt;br /&gt;
je mehr er trank, desto mehr stieg die Wehmut in ihm auf. Bald erzählte er den Menschen am Feuer von seiner Geliebten und seiner immerwährenden Suche. Er beweinte sein Schicksal, klagte bitterlich darüber, wie er sich in silbernen Ketten auf rastlosen Reisen am Thron der Riasina plagen musste. Der Trank hatte alle Streitereien am Feuer verstummen lassen und es wurde immer stiller. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald begannen sich die Brüder und Schwestern am Feuer aneinander zu lehnen, denn die Glieder waren ihnen schwer geworden. Nur Jedermanns Bruder trank und redete und trank und redete weiter. Schließlich merkte er, wie still es geworden war, erhob sich und trat vor die Tür. Dort setzte er sich auf einen Stein.&lt;br /&gt;
„Ein Bruder draußen allein in der Nacht. Warum nur, Schuhu?“, fragte eine Stimme.&lt;br /&gt;
„Ach, geh doch weg! Was verstehst du schon,“ sagte er.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist ein warmes Feuer und alles schläft und träumt.“&lt;br /&gt;
„Weißt du wer ich bin? Die Nacht ist mir nicht fremd, die Kälte ist mir eigen. Alles war gut bis zu dieser Nacht. Nun zerreißt mich die Sehnsucht, wenn ich den Duft meiner Geliebten rieche, sie schmecke aber sie nicht sehen oder halten kann.“&lt;br /&gt;
So fuhr er fort, bis er schließlich alles gesagt hatte, müde wurde und sich nur noch unter dem Stein verkriechen und ausruhen wollte. Da lag er nun und die weise Eule griff ihn und trug ihn fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das gefiederte Kalb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Kindern Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des vierten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Sebastian''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verstarb die Mutter von drei Töchtern. Der Klugen vererbte sie den Hof, der Willensstarken die Herde und der Geduldigen die magische Spindel, deren Garn nicht endet. So gab sie jeder Tochter ihren Teil und eine jede war zufrieden. In vollem Glück lebten sie gemeinsam, bis auch das Leben ihres Vaters sich dem Ende näherte und er sie an sein Bett rief. Und wie er sie nun zum letzten Mal sah musste er weinen.&lt;br /&gt;
„Weine nicht“, sagte die Willensstarke. „Denn auch nachdem du gestorben bist, werden deine Kinder und Kindeskinder deinen Namen kennen!“ Doch der Vater weinte nur noch mehr.&lt;br /&gt;
„Warum weinst du denn?“ fragte die Kluge. „Was ist es, dass dir keine Ruhe gönnt?“&lt;br /&gt;
„Ach meine Töchter“, sagte der Vater, „Ich versprach eurer Mutter, das Geheimnis ihres wahren Schatzes zu bewahren. Doch wenn ich gestorben bin, wird niemand mehr davon wissen. Dies betrübt mein Herz.“&lt;br /&gt;
Nun verlangten die Kluge und die Willensstarke von ihrem Vater, ihnen vom wahren Schatz der Mutter zu berichten. Nur die Geduldige hielt seine Hand bis er starb. Und kurz vor seinem letzten Atemzug murmelte er ihr sonderbare Worte ins Ohr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Bestattung sittsam verrichtet war, beschuldigte die willensstarke Tochter ihre geduldige Schwester, das Wissen über den Schatz der Mutter vom Vater offenbart bekommen zu haben und Streit brach aus, weil die eine auf dem Vorwurf beharrte und die andere ihn stur von sich wies. Wie das Glück im Haus abnahm, fasste die kluge Schwester sich ein Herz und sprach zuerst mit der Willensstarken.&lt;br /&gt;
„Warum beschuldigst du unsere Schwester, den Schatz unserer Mutter zu verbergen?“ Fragte sie. „Weißt du es nicht mehr? Die letzten Worte unseres Vaters galten ihr. Aber sie verrät uns nicht, was er ihr sagte.“ Entgegnete die willensstarke Schwester.&lt;br /&gt;
„Sie wird dir nichts davon sagen, weil du sie im Zorn gefragt hast.“ Sagte daraufhin die kluge Schwester. „Aber mir wird sie es sagen, wenn ich sie danach frage.“&lt;br /&gt;
So ging sie zur geduldigen Schwester. Anstatt sie nach den letzten Worten des Vaters zu fragen, wollte sie zunächst erfahren, wie denn der Streit begonnen hätte.&lt;br /&gt;
„Unsere Schwester behauptet, Vater hätte mir mit seinen letzten Worten den Schatz verraten und dass ich ihn für mich allein behalten wolle. Das ist nicht wahr! Doch wo sie mich so frech beschuldigt, will ich ihr gar nichts davon sagen. Soll sie doch denken was sie will und an ihrem ungerechten Zorn ersticken, mir wird sie ohnehin nicht glauben.“&lt;br /&gt;
„Mir aber, wenn ich die Worte kenne.“ Sagte da die kluge Schwester. „Bedenke, wenn der Streit zwischen euch nicht endet, wird das über uns alle Unglück bringen.&lt;br /&gt;
Da gab die geduldige Schwester nach und gab die Worte preis: „Es waren die verwirrten Worte der Seele, die schon auf dem Wege ist. Er sagte: Finde das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.“&lt;br /&gt;
Als die kluge Schwester der Willensstarken nun davon berichtete, meinte diese, dass jenes Kalb der Schatz der Mutter sein müsse. Statt sich mit ihrer geduldigen Schwester zu versöhnen, gab sie die Herde ihrer klugen Schwester zur Aufsicht, nahm Bogen und Dolch und zog aus, das gefiederte Kalb zu suchen, das wie die Lerche singt. Der Streit war zwar nicht geschlichtet, wurde aber auch nicht fortgeführt. Also nahm das Glück der Drei wieder zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lang wanderte sie durch die Welt und bestand viele Abenteuer, ohne das wundersame Tier jemals zu finden. Eines Tages, als die Schatten schon lang waren, kam sie zu einem hohen Berg. Obwohl sie ihn sogleich besteigen wollte, wurde sie plötzlich von einer jähen Müdigkeit erfasst. Nachdem ihr Wille mit ihrer Vernunft gerungen und die Vernunft gesiegt hatte, schlug sie ihr Lager auf um zu rasten und ihr Werk am nächsten Tag zu tun.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber keine Fremde war. &lt;br /&gt;
„Oh mein Kind“, sagte sie, „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will den Schatz meiner Mutter finden!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn so sieht der Schatz meiner Mutter aus!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den geraden Weg. Er führt mich auf den Gipfel dieses Berges!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut. Der Rücken dieses Berges ist von Gier bewaldet und in seinen Tälern fließt Verschwendung. Hier zeigen die Diebe die Wege, die von den Räubern angelegt wurden. Selbst wenn du nur den geraden Weg verfolgst mag es dennoch sein, dass du dein Ziel verlierst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Nach kurzer Zeit begegnete sie einem starken Mann der behauptete, ihr den Weg zeigen zu wollen. Doch die Schwester dachte sich: Verschweigt er die Gefahr, dann ist er ein Feind. Also kämpfte sie mit ihm und siegte, obwohl er viel stärker war. Sodann zwang sie ihn, ihr einen geraden Weg auf den Gipfel des Berges zu hauen.&lt;br /&gt;
Als sie ihr Ziel schon halb erreicht hatte, begegneten sie einem wunderschönen Mann, der sie freundlich nach ihrem Weg fragte. Doch die Schwester dachte sich: Verschweige ich meine Absicht, so hindert er mich nicht. Also sagte sie ihm, dass er ihr schon folgen müsse, um ihren Weg zu kennen. Und obwohl er ihr den blumigsten Wein und die köstlichsten Speisen anbot, wiederstand sie der Versuchung, zu rasten.&lt;br /&gt;
Kurz bevor sie den Gipfel des Berges erreicht hatten, erlahmte ihrem Knecht der Arm und er wollte seinen Dienst nicht länger tun, selbst wenn er geschlagen würde. Da hatte ihr Gefährte auch schon das Lager aufgeschlagen und den Wein und die Speisen bereitet. Da dachte die Schwester sich: Will ich mich nicht im Dickicht verstricken, muss ich darauf warten, dass mein Knecht wieder zu Kräften kommt und rasten. Ich selber aber will nichts von dem kosten, was mir im Wald der Gier angeboten wird.&lt;br /&gt;
Doch während der Rast kam die Nacht und am nächsten Morgen erkannte die Schwester den Wald nicht mehr. Sie konnte sich nicht daran erinnern, welches der gerade Weg auf den Gipfel sein mochte. Sie wollte aber auch ihre Absicht nicht verraten. Daher konnte sie nicht nach der Richtung fragen. So gab sie sich dem Wein, den Speisen und den Männern hin und die Zeit verging und sie vergaß das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod der Mutter vergangen waren und das Glück der beiden verbliebenen Schwestern wieder ab-, wieder zu und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwester zurückgekehrt war, beschloss die Kluge, nach ihr zu suchen. Sie gab der Geduldigen die Aufsicht über den Hof und die Herde und zog in die Welt.&lt;br /&gt;
Nach eiliger Suche erreichte sie den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Alle Diebe und Räuber dort hatte ihre Schwester sich inzwischen unterworfen. In der Hoffnung auf Beute führten sie die Kluge direkt zu ihrer Herrin. Die freute sich sehr über das Wiedersehen mit ihrer Schwester.&lt;br /&gt;
Doch die kluge Schwester sagte: „Sag‘ mir wie es sein kann, dass du deine Schwestern und deine Herde und deine Suche nach dem Schatz unserer Mutter vergessen hast!“&lt;br /&gt;
„Meine Herde habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Und es kümmert mich nicht, denn ich habe jetzt größeren Reichtum. Meine Schwestern hatte ich vergessen, aber ich erinnerte mich dank dir. Und ich will es wiedergutmachen: Geh‘ und bringe unsere Schwester her und lebt mit mir, denn hier wird es uns an nichts fehlen. Das gefiederte Kalb habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Doch glaube ich nicht, dass mehr daran ist als die verwirrten Worte unseres Vaters, die er sprach, als seine Seele schon auf dem Weg gewesen ist.“&lt;br /&gt;
Da merkte die Kluge, dass sie ihre Schwester nur wirklich zurückbekommen würde, wenn sie das gefiederte Kalb fände. Also ging sie zum Schein auf das Angebot ein und bat um einen Knecht, der ihr den Weg zeigen sollte. Diesen aber wies sie an, sie zum Gipfel zu führen. Und als er diesen Dienst verrichtet hatte, schickte sie ihn fort.&lt;br /&gt;
Auf dem Gipfel des Berges erblickte sie ein prachtvolles Haus. Doch ehe sie sich nähern konnte, wurde sie von rascher Müdigkeit übermannt und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber kein Fremder war. „Oh mein Kind“, sagte sie. „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will meine Schwester zurück!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn wenn wir uns den wahren Schatz unserer Mutter teilen, werden ihre falschen Reichtümer sie nicht mehr blenden!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den schnellen Weg. Er führt mich hinter die Türen dieses Hauses!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut, denn hinter diesen Türen liegt die Schule, deren Dach mit Irrtümern gedeckt und deren Boden mit Fehlern gepflastert ist. Hier lehren die Blinden das Lesen und die Tauben den Gesang. Selbst wenn du nur den kurzen Weg verfolgst, mag es sein, dass du deinen Namen vergisst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Von fern sah sie zwei Dienerinnen mit geschorenen Köpfen, eine blind, die andere taub, wie sie das Tor bewachten. Mit lautlosen Schritten näherte sie sich. Sodann grüßte sie die Taube, die sie ja sehen konnte, ohne Stimme, indem sie nur ihre Lippen bewegte. Die fragte nun die Blinde, was die Fremde denn gesagt habe, doch jene gab mit Zeichen und Gebärden zur Antwort, nichts gehört zu haben und was für eine Fremde das denn sein solle. Da dachte die Taube, sie müsse einem Geist gegenüberstehen und sang einen Zauberspruch, um ihn zu binden. Die kluge Schwester merkte sich jeden Klang davon, doch als Wesen von Fleisch und Blut konnte sie damit nicht gebunden werden. Da fürchtete sich die Taube so sehr, dass sie es nicht wagte, ihr den Weg zu versperren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Mauern lebte sie lange Zeit unter den Blinden und Tauben. Sie mimte, zu ihnen zu gehören und lernte von ihnen: Von den Tauben den Gesang und von den Blinden die Schriften, bis sie Klang und Bedeutung vieler Namen erfahren hatte. Doch weil die Blinden nur Schriften lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch sehen konnten und die Tauben nur Lieder lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch hören konnten, war es unmöglich, von ihnen den wahren Namen des gefiederten Kalbs zu lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wagte sie es, den Geist des Hauses zu beschwören, um ihn nach dem wahren Namen des gefiederten Kalbes zu fragen. Der Geist des Hauses, das mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist, gab der Schwester ohne Zögern Antwort auf ihre Frage und er sprach:&lt;br /&gt;
„Ich kenne das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Sein Name ist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt. Es muss mit glühenden Kohlen gefüttert und mit Blut getränkt werden. Drei können es hüten, aber nur wenn zwei von ihnen tot sind. Es durchschaut alle Lügen, doch es ist davon gelangweilt. Es gleitet durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser. Es gibt drei Wege es zu zähmen aber niemand kann diese Wege erlernen.“&lt;br /&gt;
Da grübelte und grübelte die Schwester über dieses Rätsel und konnte es nicht lösen. Ohne Unterlass suchte sie in den Schriften der Blinden und den Liedern der Tauben nach dem richtigen Hinweis. Und nach langer Zeit erfolgloser Mühen vergaß sie ihren Namen. Fortan hielt sie sich für eine Taube unter Tauben und eine Blinde unter Blinden und hielt die Schule auf dem Gipfel des Berges für ihr Heim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod des Vaters vergangen waren und das Glück der verbliebenen Schwester wieder zu- und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwestern zurückgekehrt waren, fand sie eines Mittags eine Lerche auf dem Zweig des Baumes, unter dem die Kälber Schatten suchen. Und zu ihrem Erstaunen ahmte die Lerche keinen Vogel, sondern eines der Kälber nach, welches sogleich antwortete.&lt;br /&gt;
„Oh wie wunderbar!“ Sagte geduldige Schwester. „Du bist das Kalb, das wie die Lerche singt. Wenn du nun auch noch Federn hättest, hätte ich den letzten Wunsch meines Vaters erfüllt.“&lt;br /&gt;
„Wenn du willst, dass mir Federn wachsen“, antwortete das Kalb, „dann musst du mich mit glühenden Kohlen füttern und mit Blut tränken.“&lt;br /&gt;
Die Schwester gab dem Kalb was es verlangte und tatsächlich fraß es die Kohlen. Doch plötzlich war es ihr, als würde sie selbst die Glut auf der Zunge spüren. Da halfen weder Wasser noch Wein, die Schmerzen wollten erst enden, als das Kalb alles aufgefressen hatte. Und als es das Blut trank, schnürte sich der Schwester die Kehle zu und sie wurde von Mattigkeit und Schwindel erfasst. So sank sie hin und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschienen ihr Mutter und Vater. &lt;br /&gt;
Ihr Vater sprach: „Deine Schwester lebt im Wald der Gier und hat ihr Ziel verloren. Du musst sie retten und heimbringen. Dies soll dein Ziel sein, verliere es nicht!“&lt;br /&gt;
Ihre Mutter sprach: „Deine Schwester lebt unter dem Dach der Irrtümer und hat ihren Namen vergessen. Du musst sie retten und heimbringen. Daran soll dein Name gebunden sein, vergiss ihn nicht!“&lt;br /&gt;
„Wie soll ich das anstellen?“ Fragte die Tochter.&lt;br /&gt;
Und sie sagten: „Beide suchten auf dem rechten Weg, aber nicht zur rechten Zeit. Doch sie werden gefunden werden von dem Tier, das sie nicht finden konnten so wie du es fandst, als du es nicht suchtest.“&lt;br /&gt;
Als sie erwachte hatte das Kalb, das wie die Lerche singt, ein prächtiges weißes Federkleid bekommen. Da wusste die Schwester, was sie zu tun hatte. Doch weil sie fürchtete, sie könnte auf dem Weg ihr Ziel verlieren und ihren Namen vergessen, knotete sie das Garn ihrer magischen Spindel an ihren Herd. Denn sie wusste, dass es nie enden und ihr stets den Weg nach Hause zeigen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf verschlungenen Pfaden trabte das gefiederte Kalb so rasch davon, dass die geduldige Schwester kaum mit ihm Schritt halten konnte. Doch bevor es ihr endgültig entwischte, stach sie ihm die magische Spindel ins Federkleid. Dort blieb sie unablöslich hängen und spann ihr Garn von selbst, sodass die Schwester dem gefiederten Kalb stets auf der Spur blieb, indem sie dem Faden folgte.&lt;br /&gt;
Sie fand es erst wieder an einem Feuer im Wald der Gier. Vorsichtig schlich sie sich heran und beobachtete heimlich aus der Dunkelheit, was dort vor sich ging. Am Feuer wärmte sich, einsam und verraten, ihre Schwester mit verschlissenen Kleidern und zerzaustem Haar. Sie saß zwischen zwei auf Stecken gespießten Köpfen und hatte soeben glühende Kohlen für das gefiederte Kalb aus ihrem Feuer geholt.&lt;br /&gt;
„Wer waren die Zwei, mit deren Köpfen du dein Feuer teilst?“ Fragte das Kalb.&lt;br /&gt;
Da berichtete die willensstarke Schwester. „Dieser war mein Knecht, der mich berauben wollte. Da schlug ich ihm den Kopf ab. Und jener war mein Gefährte, der mich bestehlen wollte. Da schlug ich ihm die Hand ab und als er verblutet war, nahm ich auch ihm den hübschen Kopf.“&lt;br /&gt;
Das Kalb blickte hin und her und überlegte.&lt;br /&gt;
„Du, der Räuber und der Dieb, ihr sollt meine Hirten sein!“&lt;br /&gt;
So sprach es und fraß. Da brüllte die einsame Schwester vor Schmerz. Und als das gefiederte Kalb trank, da fiel sie in einen traumlosen Schlummer.&lt;br /&gt;
Die Geduldige erinnerte sich gut an den Streit mit ihrer Schwester, der ohne Versöhnung geblieben war. Und weil sie sich vor dem wilden Anblick und den blutigen Trophäen fürchtete, wagte sie sich erst jetzt hervor. Sanft bettete sie ihre Schwester und flocht ihr das Haar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“ Fragte sie das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Sie glaubte, über Lügner und Betrüger zu herrschen. Aber sie wurde belogen und betrogen. Gestern dachte sie: Morgen hole ich mir meinen Reichtum zurück. Vorgestern dachte sie: Morgen nehme ich Rache an jenen, die meinem Zorn entgingen. Und am Tag davor dachte sie: Morgen kehre ich heim. So ergeht es jenen, die einen starken Willen, aber kein Ziel mehr haben. Sie wärmen sich jeden Tag an einer anderen Lüge. Heute glaubt deine Schwester, in mir den Schatz eurer Mutter gefunden zu haben. Und sie weiß nichts damit anzufangen. Sie wird mich hüten und denken, dass sie mich von Weide zu Weide treibt, so wie sie es einst gelernt hat. Dann wird sie zweifacher Lüge verfallen sein. Nicht sie treibt mich auf dem Pfad ihrer Wahl, ich locke sie auf meinen Pfad. Und es wird auch nicht der Schatz eurer Mutter sein, den sie hütet. Denn nicht zu sein, was ihr glaubt, dass ich bin, ist meine Natur.“ Dies sprach das Kalb.&lt;br /&gt;
Da erbebte die geduldige Schwester und rief unter Tränen: „Grausam bist du! Für dich haben wir unsere Münder mit Asche und Glut und unsere Hände mit Blut gefüllt. Und wie dankst du es? Bekümmert dich das Unglück nicht, das du über meine Schwester bringst?“&lt;br /&gt;
„Nein.“ Sagte das Kalb ohne Bosheit.&lt;br /&gt;
Da weinte die Geduldige die halbe Nacht und musste erkennen, dass das geheimnisvolle Tier ihre Schwester nicht freigeben würde, es gar nicht konnte, da ihre Mutter und ihr Vater und auch sie selbst sie an das gefiederte Kalb gefesselt hatten. So mühsam war ihr diese Erkenntnis, dass ihre Augen austrockneten wie Flüsse in der regenlosen Zeit. So flüsterte sie: „Der Pfad, auf den du meine Schwester lockst, wohin führt er dich?“&lt;br /&gt;
„Dahin, wohin der Mond mich ruft.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
„Dahin werde ich dir folgen, bis du meine Schwester freigegeben hast.“ Versprach sie.&lt;br /&gt;
„Das kannst du nicht.“ Wandte das Kalb ein.&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Sagte die Geduldige.&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag versteckte sie sich wieder vor ihrer Schwester und wartete ab, bis sie sich mit ihren abgeschlagenen Köpfen auf den Weg machte, das Kalb auf seinen Weiden zu hüten. Obwohl der Berg voller Diebe und Räuber war, wagte niemand, ihren Schatz zu begehren. Denn wenn ein gefiedertes Kalb von Dreien gehütet wird, von denen zwei tot sind, dann wird es unsichtbar. So kam die Willensstarke mit ihrem wundersamen Tier bis auf den Gipfel und ihre geduldige Schwester folgte ihnen unbemerkt am Garn ihrer magischen Spindel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wächter des Tores der Schule auf dem Gipfel des Berges sahen und hörten die Willensstarke schon von fern. Mit ihrem furchtlosen Gang, ihren abgeschlagenen Köpfen und ihrem geflochtenen Haar mussten sie sie für den Boten eines Feindes halten. Darum belegten sie sie mit Worten der Macht und warfen sie in den Kerker. Doch keinem Blinden und keinem Tauben offenbarte sie ihre Gründe noch ihre Absicht. Da war schließlich die Reihe an der klugen Schwester, der Fremden ihr Geheimnis zu entlocken. Die Willensstarke staunte nicht schlecht, als sie ihre Schwester erblickte und feststellen musste, dass sie nicht auf ihren Namen hörte und sich benahm, als spräche sie mit einer Unbekannten. So beschloss sie, der klugen Schwester nicht zu vertrauen und allen Fragen mit Schweigen zu begegnen. Nachdem sie sich zum ersten Mal begegnet waren, ohne dass der Willensstarken ein Wort über die Lippen gekommen war und die Kluge sie endlich allein gelassen hatte, um es ein anderes Mal zu versuchen, fragte sie das gefiederte Kalb: „Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“&lt;br /&gt;
„So ergeht es den Klugen beim Versuch, unlösbare Rätsel zu ergründen. Sie müssen ihren Namen vergessen und wer seinen Namen vergessen hat, erkennt das eigene Blut nicht mehr. In ihrem unermüdlichen Streben, einen Weg zu deiner Befreiung zu erlernen, ist sie nun zu der geworden, die dich gefangen hält. Heute wird sie sogar noch größere Mühen auf sich nehmen als sonst. Denn obwohl ihr Geist dich nicht erkennt, hat dein Gesicht in ihrer Seele eine Erinnerung wachgerufen. Und weil sie auf Fehlern wandelt und Schutz unter Irrtümern sucht, muss sie es missverstehen. Statt dich zu erkennen und zu befreien will sie glauben, kurz vor der Lösung ihres Rätsels zu stehen.“ Erklärte das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Welches Rätsel plagt sie so sehr?“ Begehrte die Willensstarke zu wissen.&lt;br /&gt;
„Das Rätsel meines unaussprechlichen Namens, der dennoch nicht verschwiegen werden kann.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, dass die Kluge tatsächlich einen Verdacht schöpfte. Obwohl sie das gefiederte Kalb nicht sehen konnte, erinnerte sie sich sehr gut an die Worte des Geistes der Schule. Als sie zum zweiten Mal in den Kerker ging, um mit der Gefangenen zu sprechen, nahm sie eine Schale glühender Kohlen und eine Schale Blut mit sich. Die stellte sie vor die Willensstarke hin und wartete wachsam ab, was geschehen möge. Das Kalb fraß und trank und die Kluge brüllte, aber nicht allein vor Schmerzen, sondern auch weil sie darüber frohlockte, der Lösung ihres Rätsels nahe gekommen zu sein wie nie zuvor. Daher webte sie, als sie Müdigkeit verspürte, nur umso rastloser ihr Zaubernetz um das gefiederte Kalb herum. Mit Hilfe aller Geister, die ihr im Himmel, auf der Erde und in der Unterwelt dienstbar waren, verlangte sie vom gefiederten Kalb, es möge ihr seinen wahren Namen preisgeben.&lt;br /&gt;
So sprach das gefiederte Kalb: „Mein Name liegt in vollkommener Offenheit vor dir. Er ist ebenso alt, wie die Verbannung der Götter der Unterwelt schon andauert. Er verleiht Macht über alle Wesen außer mir selbst. Mich selbst aber lässt mein Name nur verschwinden. Denn ich gleite durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser.“ Und mit dieser Antwort entschwand es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Moment, in dem das gefiederte Kalb in die unsichtbare Welt überging, wurde auch die geduldige Schwester unsichtbar und leise wie ein Windhauch. Denn sie berührte das Garn ihrer magischen Spindel und diese steckte ja noch immer im Federkleid des Kalbes, war also mit in die Geisterwelt entschwunden. Auf diese Weise gelang es ihr, an den Wächtern vorbei durch die Gänge der Schule bis in den Kerker zu gelangen. Dort fand sie ihre willensstarke Schwester zunächst allein vor, weil die Kluge sich, von Müdigkeit überwältigt, in ihre Kammer zurückgezogen hatte. Das Garn schien mitten in einer Kerkermauer zu enden, doch als die Geduldige genau hinsah, lauschte und fühlte, da meinte sie, die Lücken zwischen den Steinen wären gerade groß genug, um sich hindurchzwängen zu können. Als sie es bemerkte, hörte sie die Willensstarke nach dem Kalb rufen. „Wohin bist du gegangen? Ich fütterte dich, ich tränkte dich, ich hütete dich ohne Rast selbst noch im finsteren Kerker und wie dankst du es mir? Du bist kein geheimer Schatz, ein Fluch bist du!“ Rief sie.&lt;br /&gt;
Die geduldige Schwester näherte sich dem Ohr der Willensstarken und flüsterte mit verstellter Stimme: „Nicht zu sein, was du glaubst, dass ich bin, ist meine Natur. Ich gehe dahin, wohin der Mond mich ruft. Dann erst offenbare ich meinen Segen. Warte geduldig, bis es soweit ist.“&lt;br /&gt;
„Ach, wenn nur meine geduldige Schwester hier wäre.“ Entgegnete die Willensstarke. „Sie wäre besser geeignet für die Aufgabe, die du mir stellst. Ich verließ sie vor Jahren im Streit. Aber nun wünschte ich, es sei für die Versöhnung nicht zu spät.“&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Lächelte ihre Schwester.&lt;br /&gt;
Da betrat die kluge Schwester zum dritten Mal den Kerker, um ihre Gefangene zu zwingen, ihr das Versteck des gefiederten Kalbes zu zeigen. Denn sie wusste und wollte nicht, dass sie das nicht konnte. Als die Willensstarke dabei zusah, wie die Kluge ihre Zaubermittel bereitete, packte sie das Grauen.&lt;br /&gt;
So brüllte sie ihrer Schwester ins Gesicht: „Schläft denn deine Seele schon, während du noch am Leben bist? Erkennst du deine eigene Schwester nicht?“ Und sie sprach die Kluge mit ihrem Namen an und flehte, dass sie sich erinnern möge.&lt;br /&gt;
Diese zögerte, antwortete dann jedoch: „Ich falle nicht auf deine List herein. Dein Flehen und Fluchen wird dir nichts nützen. Ich gebe dich erst frei von meinem Zwang, wenn du mir das Versteck des gefiederten Kalbes verraten hast.“&lt;br /&gt;
Nun erkannte die geduldige Schwester, dass auch die Kluge dem Bann des wundersamen Tiers verfallen war. Darum flüsterte sie auch ihr zu: „Nur der Mond kennt mein Versteck. Dorthin kannst du mir nicht folgen. Doch bist du nicht ausgezogen, um deine Schwester zurückzuholen nachdem sie sich einst auf die Suche nach dem wahren Schatz eurer Mutter machte? Warte nur noch ein wenig. Wenn ich mein Ziel erreicht habe, dann hast du auch deins erreicht.“ &lt;br /&gt;
Als die Kluge verwirrt innehielt, verlor die Geduldige keine Zeit, band ihr magisches Garn um beide Schwestern und zwängte sich durch die Spalte und Fugen der Kerkermauer.&lt;br /&gt;
So gelangte sie in die unsichtbare Welt, die ihr wie eine mondlose Nacht auf schwarzem Meer unter dem Sternenzelt erschien. Weiter und weiter folgte sie dem Faden hinein, bis sie ein weiß erstrahlendes Schlangenei enddeckte. Klein sah es von Weitem aus, doch als sie es erreicht hatte, da war es sieben Ellen hoch, ohne jede Erhebung oder Kerbe und schöner als alles andere auf der weiten Welt. Verzückt stand das Geheimnistier davor. Kaum noch ein Kalb konnte man es nennen, so sehr war es gewachsen. Eben gerade so groß wie das Ei, aber nur, wenn es sich zusammenrollte.&lt;br /&gt;
„Wie bist du nur so groß geworden?“ Fragte die geduldige Schwester das Kalb.&lt;br /&gt;
„Wer das Unbekannte erblickt, dem erscheint es immer groß.“ Sagte das Kalb.&lt;br /&gt;
„Das habe ich erkannt. Doch obwohl du mich durch unbekannte, gar unsichtbare Lande geführt hast, entstammst du dennoch der Herde meiner Mutter. Dank mir hast du Federn. An das Garn meiner magischen Spindel bist du gebunden. Mit deiner Lerchenstimme sprach ich zu meinen Schwestern. Und ich habe den Ort gesehen, an den der Mond dich ruft. Ich kenne dich. Du bist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt und dein Name ist das Geheimnis.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„Ja, so ist es.“ Sagte das Geheimnistier. „Dennoch muss ich gehen, denn in dem Ei verborgen ist meine wahre Herde. Darum biete ich dir diesen Handel an: Jetzt ist die Stunde, in der die Herrin des Wissens ein weiteres Geheimnis verschließt. In der Welt der Sterblichen verfinstert sich der Mond. Nur jetzt ist es möglich, eines wieder herauszuholen. Und unter meinen hundert und tausend Geschwistertieren ist auch der wahre Schatz deiner Mutter. Schneide dein Garn ab und zum Lohn zeige ich ihn dir, auf dass du ihn herausholen kannst.“&lt;br /&gt;
„Nicht diesen Handel will ich mit dir schließen. Mein Name ist an ein anderes Ziel gebunden. Zerschneide ich meinen Faden, muss ich für immer in der Geisterwelt bleiben. Was nützt mir selbst das schönste Geheimnis hier, am schönsten aller Orte? Ich will dich ziehen lassen. Im Austausch will ich nur eine Feder deines Kleides.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„So ist es gesprochen und so soll es auch geschehen.“ Sagte das Geheimnistier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wandte die Geduldige sich ab von dem Ei und kehrte zu ihren Schwestern zurück. Sie sagte ihnen, dass der wahre Schatz ihrer Mutter die Gemeinschaft ihrer Töchter sei. Und weil die Geduldige eine Feder des Geheimnistiers im Haar trug, glaubten sie ihr. Also kehrten sie, nicht ohne Mühen und Gefahren, doch geleitet vom magischen Garn, nach Hause zurück. Dort erinnerten sie sich an glückliche gemeinsame Tage, versöhnten sich und ehrten Mutter und Vater.&lt;br /&gt;
Die Willensstarke hatte nie mehr das Gefühl, eine große Herde zu besitzen. Nach all ihren Erlebnissen kam ihr Erbe ihr klein und bescheiden vor. Auch die Kluge musste für den Rest ihres Lebens von Zeit zu Zeit an ihren Namen erinnert werden und verirrte sich zuweilen gar in ihrem eigenen Hof. Und die Geduldige dachte, wann immer sie eine Blume sah oder die Vögel an einem Frühlingsmorgen hörte, dass diese Dinge sehr gewöhnlich waren, nur ein blasser Abglanz göttlicher Schönheit. Doch die Drei suchten sich gute Männer, hatten viele Kinder und lehrten sie, stark im Willen, klug im Handeln und geduldig in ihren Werken zu sein. Sie erzählten ihnen die Geschichte vom gefiederten Kalb und dem wahren Schatz ihrer Mutter. Nur einen kleinen Teil verschwiegen sie: Keiner der Drei kam jemals ein Wort vom Garn der magischen Spindel über die Lippen. So geriet es mit den Jahren in Vergessenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag sein, dass ihr Haus inzwischen verfallen und ihre Nachkommen über die weite Welt verstreut sind. Doch das Garn von der magischen Spindel ist noch immer fest verknotet an der Stelle, wo einst das Herdfeuer brannte. Es führt hinauf auf den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Auf verschlungenen Pfaden führt es bis zu seinem Gipfel. Scheinbar nur endet es im Kerker der Schule, die mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist. Doch nur scheinbar: Tatsächlich aber geht es in die unsichtbare Welt über. Und von dort bis in den Himmel oder in die Unterwelt oder wo auch immer Riasina ihr Schlangenei verbergen mag. Jedes Mal, wenn Sie vom Himmel verschwindet um ein neues Geheimnistier darin zu verstecken, wird das Garn sichtbar für den, der geduldig genug ist um es zu sehen. Wer zudem über genügend Willenskraft und Klugheit verfügt, vermag ihm zu folgen um, wenn es dem Schicksal gefällt, der Göttin des Wissens ein Stück aus ihrer Herde abspenstig zu machen. Alles was dafür vonnöten ist, sind ein paar glühende Kohlen und ein wenig Blut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bibliothek]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Überlieferungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Dichtung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Sammlung_von_M%C3%A4rchen_und_Legenden</id>
		<title>Sammlung von Märchen und Legenden</title>
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				<updated>2023-06-01T16:08:34Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Eine PDF-Version zum Download ist hier: [[Datei:Trigardonische_Märchensammlung.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine IT-Version musst du dir selber erstellen ;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natans Blut und die Heilige Elea ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Von den Vorfahren des Kleinen Volkes mündlich überliefert seit Anbeginn von Tag und Nacht, in zwergischer Schrift und Sprache seit unbekannter Vorzeit schriftlich überliefert, in unserer Sprache erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde gegen Ende des zweiten Jahrzehnts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
OT: Von Gösta''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es begab sich dereinst, als sich die Sterblichen aus Neid und Hass entzweiten, dass Weltvater Natan seinen Bruder Ischan zum Zweikampf forderte, um den Streit zu entscheiden. Weltvater Ischan jedoch, besorgt über die größere Zahl von Natans Stamm, fürchtete einen Betrug seines Bruders. &lt;br /&gt;
Darum sprach er: „Nur dann werde ich mich zum Zweikampf stellen, wenn wir uns an einsamem Orte treffen, wo kein Mensch in den Kampf eingreifen kann!“ &lt;br /&gt;
„So soll es geschehen,“ antwortete Natan, „aber einem von uns wird es die letzte Stunde sein. Und damit beide unserer Stämme die Nachricht von Sieg und Niederlage von einem der Ihren erfahren, soll es Zeugen für unseren Kampf geben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf einigten sie sich und wählten als Kampfplatz einen der Gipfel des Dugor Harog. Jener Berg war in diesen fernen Tagen den Menschen heilig, war er doch damals noch der höchste weit und breit, so hoch, dass sein Gipfel nahezu alle Zeit durch Wolken verdeckt war. Ischan wählte Bakir den Schmied, den geschicktesten seiner Schüler, als Zeugen aus und Natans Wahl fiel auf Elea, seine treueste Schülerin, die von der Göttin des Wissens geliebt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sie seit sieben Tagnächten fortgegangen waren, erschütterten dumpfe Donnerschläge Riaplots Leib und so wussten die Menschen, dass der Kampf begonnen haben musste. Hatten sie doch Ischan mit mächtigen Waffen über der Schulter aufbrechen sehen, so groß und schrecklich, wie sie seither niemand mehr zu führen vermocht hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der Beginn der letzten Tagnächte, denen alles Volk am Dugor Harog hernach als den langen Mond des Schreckens gedachte. Von Jenen, die dort an den steilen Hängen wohnten, starben schon viele in der ersten Tagnacht und noch ungezählte weitere bis sich die Herrin der Erleuchtung zur Nacht wieder in voller Pracht den Menschen zeigte. Viele von ihnen wohnten in Höhlen am Berge, von denen sie nicht wenige selbst hinein gehauen hatten. Obwohl sie schon damals kundig darin waren, in Riaplots Fleisch zu graben und seine Knochen zu formen, so konnten sie doch noch nicht wissen, wie man Gänge und Höhlen baut, die auch dann zu überdauern vermögen, wenn sich die Erde regt. Und nie wieder mussten die Sterblichen erleben, wie der Leib des Königs der Berge sich so sehr in Schmerzen winden musste, wie damals, als Ischan die Schluchten in seinen Leib schlug und Natan ihm tiefe Wunden riss, um seinen Bruder mit Felsen zu erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach sieben Tagnächten, als Ischans Arm erlahmte, schöpfte Natan neuen Atem, um seinem Bruder mächtige Flüche entgegen zu schleudern. Und weil er wusste, dass er auch Riamodan gegen sich hatte, rief er nach den Dienern der Riaranjoscha, auf dass sie die Leidenschaft in Ischan verlöschen mochten.&lt;br /&gt;
Und als weitere sieben Tagnächte vergingen, da eilten die Nebelgeister auf himmlischen Rössern dem Natan zur Hilfe. Als die Sterblichen auch in der Ferne sie erblickten, erschraken alle, denn weithin sichtbar war ihr Heerzug ob seiner großen Zahl, größer als alle Reiterscharen in der Steppe und im Tal. Nie zuvor hatte die Herrin der Weisheit ihre Geister des Nebels mit solcher Stärke entsandt. Hoch über die Flüsse und Täler hinaus ragten sie, selbst zur wärmsten Stunde der Tagnacht ritten sie am Boden, wo sie doch sonst schon lange in den Himmel heimgekehrt wären. Als sie am Berg auf Ischan einstürmten, da erzitterte Riaplots Leib unter den Schlägen ihrer Hufe, viel mehr noch als unter Hieben des Weltvaters zuvor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und als in der viermalsiebten Tagnacht Riamodan sein Antlitz auf dem Gipfel des Dugor Harog zeigte, da erschraken die Sterblichen noch mehr. Denn die Nebelgeister hatten in ihrem Ansturm auch Bakir, den jungen Schüler des Ischan, zu Tode gestampft, den Pakt der Weltväter missachtend, wonach er nur Zeuge, nicht aber Teil des Kampfes sein durfte. Daraufhin schrie der starke Weltvater voller Wut und Rachedurst zum Thron im Feuer hinab und Riamodan antwortete, indem er seinem Günstling für einen mächtigen Zorneshau seine Macht lieh. Damit erschlug Ischan den Heerführer der Nebelgeister, woraufhin die übrigen die Flucht ergriffen. Doch fanden sie den rechten Weg nicht, sondern stürmten vom Gipfel des Dugor Harog in alle Himmelsrichtungen hinab und zermalmten alles zu Staub, was das Unglück besaß, unter ihre Hufe zu geraten. Und die Opfer unter den Sippen, die dort am Berge lebten, waren gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun blieb Natan ohne Beistand dem flammenden Schwert des Ischan ausgeliefert und war schon auf seinen Knien, als Ischan zu seinem letzten Hieb ansetzte. So siegessicher war der stärkere Weltvater, dass er weithin ausholte und Natan Gelegenheit zu einer letzten List gab. Dieser umwickelte seine Hand mit seinem Mantel, schnellte vor und hielt die flache Klinge seines Bruders von sich fern. Doch Ischans Zorn war zu groß, statt mit der flammenden Klinge schlug er denn machtvoll und ohne Gnade mit des Schwertes Kloß hernieder, solange bis er Natan schrecklich zugerichtet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natan wiederum ergriff im Todeskampf Ischans Arm und als er mit zerbrochenen Gliedern herniedersank, da ließ er nicht mehr los, sondern zog Ischan mit sich zu Boden. Und weil dieser in seinem Eifer die Gefahr nicht bemerkte, so kam es dann zuletzt, dass er in seine eigene flammende Klinge stürzte und die Mächte, die er selbst im Zorn gerufen hatte, ihn von Kopf bis Fuß versengten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Feuergott dies sah, erkannte er, dass kein Sterblicher zuvor und kein Sterblicher hernach seine Lieder in solcher Herrlichkeit würde erschallen lassen. Da weinte er Tränen, wie es sonst nur die Herrin der himmlischen Wolken zu tun vermag. Doch waren es graue Tränen, die sich auf Riaplots Leib herabsenkten wie Schnee. Dies war die dunkelste Stunde der Sippen unten am Berge und auch viele Menschen in der Steppe, im Wald und im Tal starben, denn Riamodans Tränen waren bitter und erstickten alles Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich kam Elea aus einem Versteck hervor, wo sie zuletzt ausgeharrt und die schreckliche Schlacht mit eigenen Augen geschaut hatte. Und als sie zu Natan kam, da war er bereits dem Tode geweiht und ihr blieb nichts anderes, als seinen Kopf in ihrem Schoße zu betten und seine zerschmetterte Hand zum Trost in die ihre zu legen. Da kam es, dass sich im heiligen Natan ein letztes Mal die Lebensgeister regten und er zu der frommen Elea sprach: &amp;quot;Sieh, die Zwietracht ist über uns gekommen und unser Streit muss unentschieden bleiben. In unserer Zwietracht haben mein Bruder und ich großes Unglück über alle unter dem Himmel gebracht. Die Geister, die ich rief, haben Heimstätten verwüstet und viele auf ihrem Weg erschlagen, die nicht hätten teilhaben sollen an unserem Kampf. Diese Schuld will ich nicht mit zur Herrin der Seelen nehmen, doch mein letzter Atem schwindet. So bitte ich dich, Elea, bete zu den sieben großen und herrlichen Göttern an meiner statt für die Gunst der Sippen unten am Berge.“ Elea sprach, dies wolle sie für ihren Meister gerne tun und darauf legte der heilige Natan dankbar seine blutige Hand auf Ihre Schulter und schloss für immer seine Augen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es dann, dass die fromme Elea voller Hingabe zu den sieben großen und herrlichen Göttern zu beten begann. „Oh König der Berge,“ bat Elea, „möge das Blut, welches mein Meister vergoss, dein Opfer sein! Ich bitte dich, nimm diese Gabe an.“ &lt;br /&gt;
Und weil sie nicht aufhörte, als Durst und Müdigkeit sie plagten, sondern tapfer ausharrte, erhörte Riaplot ihr Flehen und verwandelte Natans Mantel, mit dem er seine Hand umwickelt hatte, in den Mohn, der allen Schmerz besänftigt. Als Elea, die von ihrem Meister alles über die Kräuter, Moose und Pflanzen gelernt hatte, nun eine Blume sah, die ihr noch fremd war, verstand sie, dass sie erhört worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ihr großen und herrlichen Sieben, hört meinen Eid, der der Eid des Natan ist. Er gibt das von ihm vergossene Blut als Opfer, sein eigenes Blut aber, das von seinem Bruder vergossen wurde, soll das Pfand der Sippen unten am Berge werden, bis zu der Zeit, in der er wiedergeboren wird und seine Schuld bezahlen kann.“&lt;br /&gt;
So betete sie, bis schließlich die erste Nacht der Welt hereinbrach und der erste Tag ihr folgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An jenem ersten Tage stiegen Überlebende von den Sippen unten am Berg hinauf und erst am Abend fanden sie die fromme Elea im Gebet, den verbrannten Leib Ischans zu ihrer rechten, den zerbrochenen Leib Bakirs zu ihrer linken und den zerbrochenen Leib des Natan zu ihren Füßen, sein Blut an ihrer Hand, den Abdruck seiner Hand auf ihrem weißen Kleid. Daraufhin berichtete Elea den Sippen, die am Dugor Harog wohnten, von Natans letztem Wunsch. Und die Sterblichen staunten, denn als sie zu Boden blickten, da ward das viele Blut, welches Natan vergossen hatte, zu Silber verwandelt, wie ein Abbild des hellen Glanzes der Riasina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dies sprach Elea: &amp;quot;Seht, die sieben Großen und Herrlichen Götter haben meine Gebete erhört. Das Blut, welches Natan im Bruderzwist vergoss, ist Euch nun silbernes Pfand für das Unglück, welches Ihr erlitten. Und wenn ihr fragt, wann die Zeit gekommen sei, dass der weise Weltvater sein Pfand einlöse, so seht, dass nicht all sein Blut geronnen ist. Ein kleiner Teil ist noch immer flüssig, obgleich die Götter es zu Silber gemacht haben. Dieses Silber sollt ihr mit Ehrfurcht suchen und bewahren, denn ihm wohnt Natans letzte Kraft noch inne. Und erst wenn der letzte Tropfen geronnen ist, dann wird er wiedergeboren werden und seine Schuld begleichen. Doch seid demütig und verschwendet nicht, was die sieben Großen und Herrlichen gegeben, denn der König der Berge wird jene strafen, die zu gierig sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortan holten die Nachkommen jener Sippen am Dugor Harog kostbares Silber aus dem Berg, wo vorher Natans Blut vergossen worden war. Und alle, die Freunde des Natan gewesen waren, zeigten sich dankbar und dienstbar, wann immer ihnen die Ehre zuteilwurde, sein nunmehr von göttlichem Segen erleuchtetes Blut zu schauen und zu besitzen. Denn durch Eleas Zeugnis galt das Silber aus dem Dugor Harog auch stets als ein Zeichen des Edelmutes und der Demut, die Natan mit seinen letzten Atemzügen gezeigt hatte. Damit war das Leid der Sippen, die dort am Berge wohnten, gemildert, konnten sie doch Silber gegen Brot und Bier und Dörrfleisch und Nüsse tauschen, als weithin um den Dugor Harog, ob der großen Schlacht die dort getobt hatte, für lange Zeit kein Strauch und kein Baum Früchte trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wie Ischan zu Asche verbrannt war, so verbrannten sie auch die Leiber seines Bruders und seines Schülers, um so wenigstens nach dem Tode der zänkischen Brüder ihrem Neid keine Nahrung mehr zu geben. Seitdem bestattet man die Toten auf diese Weise. Während die Weltväter noch heute auf ihre Wiedergeburt warten, so kehrte Bakirs Seele schon in der übernächsten Generation zurück ins Leben und wurde denen geboren, die von seiner Mutter abstammten. Zuvor aber wandelte sein Ahnengeist unter denen, die seine Urne befüllt hatten und ihn ehrten. Ihnen allein verriet er alle Geheimnisse der Schmiedekunst, die er von Ischan einst gelernt hatte. Und bis in unsere Tage werden diese Geheimnisse weiter gegeben von Meister zu Schüler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die treue Elea verlebte ihre übrigen Tage unter den Sippen des Dugor Harog, pflegte den Mohn, den Riaplot ihr als Zeichen seiner Gunst geschenkt hatte und ihre Nachkommen pflegen ihn noch heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geburt von Sommer und Winter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Vorzeit von den Stämmen Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im ersten oder zweiten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Anna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist die Geschichte von der Geburt von Winter und Sommer. So habe ich sie von meiner Großmutter gehört und so erzähle ich sie euch, meine Kindeskinder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Zeit als die Stämme Ischans und Natans sich entzweit hatten, tränkten Flüsse von Blut Riaplots Leib. Die Leben der Menschen und ihre ganze Kraft, viel zu früh vergossen und noch heiß und brodelnd sank tief in den Schoß des großen und herrlichen Gottes und ihm entsprang eine goldene Schlange, so heiß und so schön wie Riasions Auge. Ihr Name war Evörr und wohin sie auch ging, wurde das Land fruchtbar und alles wuchs und gedieh um sie. Doch war das Blut aus dem sie geboren war, zu heiß vom Kampfe. Wenn sie länger an einem Ort verweilte, wurde aus Fülle Dürre und aus Leidenschaft Raserei. So zog sie rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ständige Sterben der Menschen füllte auch Riadugoras Hallen mit dem kühlen Hauch der Seelen. Ihre Winde wurden nie müde, die Toten herbeizubringen. Ein solches Brausen herrschte in den Gewölben der Unterwelt, dass die Toten keine Ruhe finden konnten. So legte sich Riadugora also nieder und gebar eine silberne Schlange, so kalt und so schön wie Riasinas Auge. Sein Name war Jardo und wohin er auch ging, brachte er Ruhe und Andacht. Doch die Kälte des Todes und die neugewonnene Macht der Winde waren zu stark. Wenn er länger an einem Ort verweilte, wurde aus Ruhe Starre und aus Andacht Untätigkeit. So zog er rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages begegneten sich Jardo und Evörr auf ihrer nie enden wollenden Reise. Die Liebe zwischen ihnen war bereits groß, als ihre Blicke sich trafen und sie wuchs mit jedem Tag. Von nun an wandelten sie gemeinsam und wohin auch immer sie gingen, blühte und grünte es und die Erde verschenkte ihre Gaben so bereitwillig wie zu den Zeiten vor dem Bruderkrieg. Als Riaplot dies sah, weinte er, denn er liebte seine Tochter sehr. Noch größer aber als seine Liebe war sein Zorn gegenüber den Menschen, sodass er Riason bat, Jardo und Evörr auf immer zu trennen. Riason kam dieser Bitte schweren Herzens nach, denn auch er erfreute sich an der Harmonie der beiden Liebenden. In seiner Weisheit kettete er Evörr an die Sonne und Jardo an den Mond. Wenn Götter und Menschen versöhnt sind und die ewige Tagnacht herrscht, werden auch die Kinder von Erde und Wind wieder zueinanderfinden. Bis dahin werden wir heiße Sommer und kalte Winter haben und besonders die Winter werden Riaplots Geschöpfen Mühe bereiten, denn Jardo ist nicht leicht versöhnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Yerig-Baum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Im südlichen Längstal mündlich überliefert seit einer Zeit, in der die Vergessene Sprache schon vergessen war und in der die Nurynaische Sippe schon Yergigar besaß, erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des zweiten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Franziska''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Zahl Menschen in Arbons grünen Auen noch gering war und man noch Tage wandern konnte, ohne den Rauch eines wärmenden Feuers zu sichten, lebte ein Jäger, dessen Name Yerig war. Er war der Sohn einer starken Sippe, Vater gesunder Kinder und seine Jagdkunst ward viel gelobt. Und war er auch ein götterfürchtiger Mann, dankte den Göttern jeden Morgen und jeden Abend, brachte Opfer zu den Hohen Tagen und nach jeder Geburt eines Kindes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gab es ein Jahr, als das Vieh in den Wäldern wenig wurde und Yerig weite Wege und lange Tage laufen musste, bis er Wild legen konnte. Er fand sich in ungekannten Weiten, als er schließlich in der Ferne einen Hirsch zu sehen glaubte. So versessen auf die nahe Beute, blieb er blind für die Gefahr und hörte das Gebrüll des Bären, bevor er ihn sah. „Oh ihr Götter, lasst Gnade walten! Wendet des Bären tödliche Pranke ab!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär holte aus und schlug den Jäger nieder, seine Glieder brachen und sein Körper ging zwischen den Gräsern nieder. Mit dem letzten Atem sprach er an die Götter: „Ihr Großen und Herrlichen! Habe ich euch nicht geehrt? Habe ich nicht jeden Morgen und jeden Abend eure Namen gepriesen, euch gegeben von meinen Gütern, was ich entbehren konnte und nicht für jedes Kind mit Opfer gedankt? Habe ich nicht gelebt, wie es ein ehrfürchtiger Mann nur kann? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass mein Körper, der eben noch den Hirsch mit einem Schuss zu töten vermochte, nun hier geschunden liegt und ich das Leben verliere fern von der Heimat und der Sippe? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass die Tiere mich fressen werden anstatt einer würdigen Bestattung neben meinen Ahnen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er nicht mehr sprach zogen die Wolken über der Ebene zusammen, der Himmel wurde dunkel und er vernahm die Stimme Riadoguras, die zu ihm sprach: „Was maßt es du dir an, einzelner Sterblicher, zu zweifeln an den Göttern und nicht zu danken, was dir gegeben ward! In eine ehrwürdige Sippe wurdest du geboren, einen starken Arm ließen wir dir wachsen, einem fruchtbaren Weib wurdest du gegeben und die dir geborenen Kinder ehrten dich. Willst du zweifeln, dass dies die rechte Zeit sei in meine Hallen einzukehren? So sei dir noch weitere Zeit auf dieser Erde gegeben. Dein Körper soll weilen auf diesem Fleck, so dass du Zeit hast, über deine Worte zu sinnen. Ein Baum sollst du werden und zu unseren Ehren sollst du wachsen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erkannte der Jäger die Schande seiner Worte. „So will ich tun, wie mir befohlen, und in ehrfurchtsvoller Arbeit meine Tage verbringen, wie die Götter es bestimmten.“ Und seine Knochen wurzelten tief in die Erde und zogen mit aller Kraft Riaplots Geschenk des Lebens in sich auf. Und aus seinen Lenden wuchs ein Spross gen Himmel, der sich an Riasions Geschenk der Sonnenstrahlen wärmte. „Groß will ich werden und Blätter und Früchte tragen, tief verwurzelt will ich sein und meine Haut stark wie Stein. Zu Ehren der Götter will ich jeden Tag wachsen und danken für mein Leben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, und der Baum wurde stark und seine grüne Krone immer dichter. In den Ästen des Baumes ließen sich die Vögel des Himmels nieder und bauten ihre Nester. Kriechtiere bauten ihre Höhlen zwischen den Wurzeln und der einsame Wanderer fand Schatten unter seinem Blätterdach. So zog der Sommer voran und der Baum brachte hart arbeitend Früchte hervor, saftig waren sie, und wurden röter von Tag zu Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voller Stolz mühte der Baum sich, sie immer größer und saftiger werden zu lassen, da begannen die Vögel bereits, die Früchte zu fressen und die vorbeiziehenden Wanderer zu pflücken, was sie tragen konnten. Da wurde der Baum betrübt und rief zu den Göttern: „Seht ihr großen Götter, getan habe ich, was mir befohlen ward. Gearbeitet habe ich jeden Tag und der Erde abgetrotzt, was ich konnte. All die Mühe habe ich in diese Früchte gesteckt und nun sollen die faulen Vögel sie fressen? Soll jeder Dahergelaufene einfach sich den Wanst mit meinem Tagewerk vollstopfen dürfen, ohne den Finger dafür krümmen zu müssen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sprach Riaplot aus der Erde und den Pflanzen zu ihm: „Sterblicher, ein zweites Mal schon beklagst du dein Schicksal, obwohl die Götter dir mit vollen Händen geben! Wärmte die Sonne dich nicht durch Frühling und Sommer? Gab ich dir nicht aus der Erde all die Kraft, die zu brauchtest? Und stillte der Regen nicht deinen Durst alle Tage? Geize nicht mit deinen Früchten, was bringt es dir, wenn sie an deinen Ästen faulen? Ein Mensch bist du nicht mehr, die Früchte sind für andere.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder erkannte der Baum Yerig seine Fehlerhaftigkeit: „Große Götter, ich danke euch abermals und bitte um Vergebung. Meiner Arbeit Früchte will ich geben, wer sie verlangt, auf dass sie einem anderen nutzen.“ Als dann die letzte Frucht gepflückt war, wollte der Baum noch immer nicht ruhen. Denn Arbeit war es, was die Götter den Sterblichen auferlegt hatten. Und so begann er sein Antlitz in prächtigen Farben zu schmücken. In Rot und Gold ließ er seine Blätter strahlen, auf dass von weit her seine prächtige Krone zu sehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch das prächtige Farbenspiel lockte die Kinder Riadugoras, die Winde: „Sie an, welch schönes Spielzeug! In Rot und Gold ist es aufgemacht!“ - „Lass uns hineinfahren in die Krone und sehen wie die Blätter fliegen!“ Und die wilden Winde fuhren in das Blätterdach, zupften an jedem Ast die Blätter und tanzten wild mit ihnen im Kreise. Doch unbeständig wie die Windeskinder sind, ließen sie ihr Spielzeug alsbald fallen, nur um am nächsten Tage noch einmal zurückzukehren und neues Blattwerk zu zupfen. Wie der Baum Yerig so seine Arbeit zu Boden gleiten sah, würde er traurig und rief die Götter ein drittes Mal an: „Seht ihr Großen, wieder habe ich getan, wie mir geheißen, Mühe und Fleiß in meine Arbeit gesteckt. Doch wie lohnen es mir die Winde? Sie zerreißen mein prächtiges Haupt und lassen die Fetzen arglos am Boden liegen!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wieder zogen die Wolken zusammen und aus ihrer grauen Mitte spricht Riadugoras Stimme: „Sterblicher wieder zweifelst du an uns. Doch was maßt du es dir an, dich zu schmücken in prächtigen Farben? Der eitle Tand steht dir nicht zu, so tragen die Winde ihn fort. Und auch ist es Zeit für dich, die Arbeit ruhen zu lassen. Was dem Mensch der Tag, ist dem Baum das Jahr. Und so wie der Mensch abends seine Glieder zur Ruhe bettet, ist es Zeit für dich, alle Anstrengungen sein zu lassen und über den Winter zu träumen. Doch fürchte dich nicht: Riaranjoscha wird eine Decke aus Schnee über dich breiten, auf dass du im Frühling die Arbeit erneut wirst aufnehmen können.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Schnee aber gefallen war, ächzte der Yerig schwer unter dem Gewicht, schüttelte sich und warf ihn zornig hinfort. Noch ehe er aber diesmal ein Wort des Undankes sprechen konnte, fuhr ein Blitz in ihn ein, fällte ihn und verbrannte ihn zu Asche. Und da die Götter nun lange keine Klage mehr von Yerig hörten, erbarmten sie sich zum nächsten Frühjahr und ließen aus seiner Asche neunundvierzig Blumen spießen. Sie weilten in einem glücklichen, unbeschwerten Leben, tranken Riaranjoschas Wasser, wärmten sich unter Riasions Angesicht, speisten von Riaplots Gaben, vermehrten sich, um am Ende in Riadugoras hütende Arme zu sinken. Sie lebten nur um zu leben in Göttlichem Frieden. Und wie es war, so hatten die Götter ihre Freude daran, denn es war ihr Wille, weil sie es gemacht hatten wie es war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wie der Schnee entstand ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der glänzenden Sonne im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war wohl zu Zeiten des heiligen Timor - weder die Ältesten und Weisesten können dies jedoch mit Sicherheit sagen - dass am letzten Tag, bevor der erste grüne Halm des Frühlings in der Steppe spross und sich Jardo für den nahenden Frühling von Riaplots Angesicht verabschieden musste, er drei Schwestern erblickte, die in der Steppe ihre Stuten molken. Die Frauen gefielen ihm gut und so beschloss er, sich mit ihnen den letzten Tag vor seinem Abschied zu versüßen. In Schlangengestalt kroch er über die Wiese und nacheinander kroch er unter die Röcke aller drei.&lt;br /&gt;
Die drei Schwestern, von denen keine verheiratet war, fanden sich nun bald schwanger und danken den Göttern für das Zeichen ihrer Fruchtbarkeit. Später im Jahr, in der Nacht des ersten schweren Wintersturmes gebaren alle drei ihre Söhne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die große und herrliche Riadugora sah dies und wurde zornig. „Es soll nicht sein, dass mein Sohn, der Gefährte der Nacht, sich mit Sterblichen paart!“ Riadugora ließ die Nächte länger und finsterer als je zuvor werden. Vieh verirrte sich in der Dunkelheit und erfror und die Menschen bekamen Angst und trauten sich bald nicht mehr vor die eigene Tür.&lt;br /&gt;
Die Mutter der Schwestern erschrak, denn sie erkannte dies als Zeichen des Zorns der Göttin und riet ihren Töchtern: Ihr müsst euch der Allverzeihenden stellen, wenn sie es will von Angesicht zu Angesicht, und zwar heute, denn dem Zögernden wird nur zögerlich verziehen.&lt;br /&gt;
Die Schwestern fassten sich ein Herz und ritten hinaus in die Steppe zum Geisterhügel. Nach Sonnenuntergang riefen sie ihre Ahnen um Beistand an und boten der großen und herrlichen Riadugora ihr letztes Vieh als Opfergabe. Sie warteten beharrlich in der bitteren Kälte, bereit zu geben, was die Herrin des Atems ihnen nehmen wollte. Die Allverzeihende legte ihre Stirrn in tiefe Falten: Sie sah die Verzweiflung doch sah sie auch den Mut und die Aufrichtigkeit des Opfers. Die Schwestern harrten bis zum Morgen aus, und die Allverzeihende beschloss schließlich, dass sie den Frauen nicht das Leben nehmen wollte, und so verwandelte sie die Schwestern in drei schwarze Falken.&lt;br /&gt;
Um zu verschleiern, wo ihre Seelen wandelten rief sie mit ihrer Schwester viele Nebelgeister zu sich und schickte sie in einer wilden Jagd über die Steppe, um ihren Sohn irrezuführen. Im Federkleid kehren die Schwestern vor Jardos Augen verborgen zu ihrer Sippe zurück, mit Falkenaugen wachten sie über ihr Heim, und mit ihren scharfen Klauen jagten sie fortan für ihre Kinder, die nie wieder Hunger hatten. Als die jungen Söhne herangewachsen waren, wurden sie zu großen Jägern und ihre Sippe groß und fruchtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jardo wurde traurig, dass seine Mutter die Mütter seiner Kinder in der Kälte sterben lassen hatte und mit Hilfe ihrer Schwester ihre Seelen zu rastlosen Nebelgeistern gemacht hatte. In der Tat wurde er wütend, dass seine allverzeihende Mutter so unversöhnlich gegenüber seinen Kindern war und grausam zur alten Großmutter, die mit gebeugtem Rücken und trüben Augen weder Vieh hüten noch den Acker bestellen konnte. Alt wie sie war, hätte sie vor ihren Töchtern sterben sollen, doch nun musste sie noch die Kindeskinder ernähren.  Er sann auf eine List um die grausame Tat seiner Mutter zu mildern. Lange saß er auf einem grauen Stein und grübelte, doch es wollte ihm nicht gelingen. Während er saß und grübelte, begann er, Wollflusen aus seinem Mantel zu rupfen und je mehr er nachdachte, desto mehr rupfte er Fussel aus. Diese Flusen fielen hell auf Riaplots Antlitz und wie er so dasaß und grübelte und rupfte, wurde die Erde ganz davon bedeckt. Die Decke vervielfachte in der Nacht das Licht Riasinas und der Sterne, und die Menschen schöpften neuen Mut.&lt;br /&gt;
Riadugora blieb es nicht verborgen, dass ihr Sohn wütend gegen sie war, doch lächelte sie und befahl ihren Windgeistern, nun eine Weile zu ruhen. So blieben die Spuren von verirrtem Vieh noch lange bestehen, sodass kein Hirte mehr lange nach einem verlorenen Schaf suchen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aynur, die Schäferin ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Kloster des Heiligen Danason Anfang des fünften Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Tobias''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früh im Sommer war eine junge Schäferin bei den Herden der Sippe, saß vor Ihrer Jurte und flickte gerade ihr Zaumzeug. Aus dem halbhohen Gras tapste ein Murmeltier auf sie zu, blieb vor ihr stehen und sprach sie an. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Das Murmeltier lief in die Jurte, trank Wasser und aß etwas von dem Brot mit Kümmel. Es erzählte der Schäferin von Wiesen mit süßen Kräutern und den Träumen die es im Winter geträumt hatte, bedankte sich und machte sich wieder davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später im Sommer, die Nächte waren inzwischen frei von Frost, bekam die Schäferin erneut Besuch. Eine Gazelle trat vor die Jurte hin und fragte: &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe.&lt;br /&gt;
Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Nach dieser freundlichen Einladung rief die Gazelle ihr Junges aus dem hohen Gras und beide betraten die Jurte. Das Junge sprang in der Jurte über alle Kissen und Kisten, sie aßen und tranken und hatten einen vergnüglichen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Tage vergingen, es war schon beinahe Abend, da trottete ein Dachs auf die Jurte zu. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Der Dachs brummte zuerst etwas missmutig vor sich hin, nahm die Einladung aber doch an. Er nahm gerne von dem Trockenfleisch der Schäferin und davon durstig geworden noch mehr vom Wein, den sie ihm anbot. Mehr als ein bisschen betrunken sang er ihr alle Leider vor, die er kannte und schlief am Feuer ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lauf des Sommers besuchten weitere Tiere der Steppe die junge Schäferin. Eine Schlange verbrachte die Nacht um das Herdfeuer geringelt und deutete ihre Träume, ein stolzer Hirsch lief mit ihr und ihrem Pferd um die Wette, von den hohen Gipfeln kam ein Adler zu ihr herab, der ihr Geschichten von jenseits der Berge erzählte und einer der wilden Esel trug sie, nachdem sie ihn zu Gast geladen hatte auf seinem Rücken zu einem versteckten Wasserloch, das sie bis dahin noch nicht gekannt hatte. Ihnen allen stellte sich Aynur vor und sie alle lud sie zu Gast. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende des Sommers, die Nächte waren schon viel länger geworden und der Herbst färbte das Land hörte die junge Schäferin ein heulen das nicht der Wind war. Sie löschte das Feuer in der Jurte, trieb die Schafe ein gutes Stück weit weg und gürtete sich mit dem langen Messer. Zurück an der Jurte setzte sie sich vor den Eingang und wartete.&lt;br /&gt;
Es wollte schon fast Nacht werden, als ein großer grauer Wolf vor sie hintrat. Seine gelben Augen leuchteten über den elfenbeinweißen Zähnen. Er knurrte leise. &amp;quot;Ein Menschenkind... Was machst du denn ganz alleine in der weiten Steppe?&amp;quot;&lt;br /&gt;
Aynur antwortete ihm: &amp;quot;Ich hüte meinem Vater die Jurte, er ist beim ersten Morgengrauen fort auf die Jagd, das ist sein Handwerk. Das Feuer in der Jurte ist leider ausgegangen, aber du kannst gerne auf ihn warten, damit er es wieder entzündet. Ich erwarte ihn jeden Moment!&amp;quot; &lt;br /&gt;
&amp;quot;Oh, keine Umstände meinethalben, Ich muss fort, ich habe dringende Geschäfte zu erledigen...&amp;quot; antwortete der Wolf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jedermanns Bruder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Stämmen Ischans und Natans überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst, vor langer, langer Zeit, als Riasina ihre Herde zu sich rief und ihr Antlitz vor den Menschen verschleierte, kam es zu den Ereignissen, von denen ich euch nun berichten will. Bei dieser Mondfinsternis nämlich, gelang es Jardo, dem Gefährten der Nacht, sich aus den silbernen Ketten des Wissens zu befreien, mit denen er an Riasinas Thron gekettet ist, seit Anbeginn von Tag und Nacht. Was folgte nun, da der Herr von Frost und Schnee nun frei war, zu tun, was er wollte? Überzog er alles mit Kälte und der unsichtbaren Macht seiner Mutter? Machte er sich auf den Weg, endlich seine Geliebte zu erreichen, nach der er sich so viele Menschenalter schon sehnte? Nichts von Alledem! Die Menschen bemerkten sein Fehlen erst gar nicht und erfreuten sich an einem langen, warmen Sommer. Der Sommer hatte das Korn reifen lassen, doch die Früchte an den Bäumen verdorrten, ehe sie reif wurden. Und das, was den Menschen von der Ernte übrigblieb, wurde von Fliegen heimgesucht. Niemand konnte mehr ruhig schlafen, so viele Plagegeister hielten die Menschen nachts wach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bauer, der sein Haus am Fluß hatte, besah sich seine Felder, seinen Speicher und sein Haus, wo es von Fliegen und Schnaken nur so wimmelte, und sprach: „Dank sei dir Riaplot, doch wie sollen wir nur überleben, wenn unsere Vorräte verderben, noch ehe der weiße Mantel die Erde bedeckt? Wenn er doch nur kommen würde, der Gefährte der Nacht, mit Eis und Schnee, ehe es zu spät ist. Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte nicht nur Sonne. Nicht weit entfernt vom Bauern ging ein Jäger auf die Jagt. Eines Tages hatte der Jäger einen großen Hirsch verfolgt, als ein Unwetter aufzog und ein heftiger Regen ihn überraschte. Er zog einen Pfeil aus dem Köcher und zielte. Doch just in diesem Moment barst sein geliebter Bogen, denn der Regen hatte das Holz aufquellen lassen. Das Wasser klatschte und prasselte ihm nur so ins Gesicht, dass er bald rein gar nichts mehr sah und als er schließlich nach Hause kam, goss er ganze Bäche aus seinen Stiefeln. Der Hirsch war unterdessen in den Wald zurückgesprungen. Da rief der Jäger: „Wie soll ich nur jagen? Was wird aus mir? Bei diesem Regen muss ich mir bald eine Angel bauen und ein Netz knüpfen und auf die Pirsch gehen nach Hirsch-Fischen und Reh-Fischen! Wie glücklich wäre ich, wenn der Gefährte der Nacht die Blätter von den Bäumen fegen und mir ein paar schöne frost-klare Nächte bescheren könnte! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte den Menschen viele saftige Weidegründe. Und so trieben die Hirten im Tal ihre Herden immer weiter und weiter. Doch die Mutter der Hirtensippe blieb allein zurück. Als die Zeit für die Herbstnächte immer näher rückte, sorgte sie sich sehr, denn noch war keines ihrer Kinder an das Herdfeuer ihres Heims zurückgekehrt. Die alte Frau rief: „Was wird nur aus mir altem Weib! Vor Sorge kann ich nicht schlafen und vor Einsamkeit werde ich noch ganz krank! Hilf mir, Gefährte der Nacht, und weise meinen Kindern den Weg zurück an mein Feuer! Dort wollen wir das Ende des Sommers feiern und dich preisen! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Landauf und landab im ganzen Tal riefen die Menschen bald: „Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
All dies Rufen und Bitten hörte Jardo und beschloss, in die Heime derer einzukehren, die so flehentlich um seine Hilfe baten. Er kehrte ein in das Haus des Bauern, brachte alle Fliegen und Schnaken zum Schweigen, sodass die Vorräte nicht verdarben und der Bauer nach langer Zeit endlich wieder ruhig schlafen konnte. Er fegte die Blätter von den Bäumen und brachte frostige Nächte, in denen der Jäger mit reicher Beute von der Jagt heimkehrte. Er geleitete mit eiskaltem Westwind und Raureif die Hirten zurück zu ihrem Heim, wo sie zum Festessen mit ihrer Mutter fette Schafe schlachteten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wanderer ging er in den Häusern und Jurten ein und aus und zu den Menschen sprach er: &lt;br /&gt;
„Ihr habt mich in euer Heim gerufen. Nun, hier bin ich, bereit zu bleiben und zu geben, was ihr so lange vermisst habt. Doch habe ich drei Bedingungen: Jedem, der an eurer Tür Gastrecht erbittet, dem sollt ihr es gewähren! Bruder sollt ihr mich nun nennen, wenn ich in eurem Heim wohne! Und die Vögel, die füttert nicht vor eurer Tür, sondern dort, wo ihr auch euer Vieh füttert! Und ganz besonders die Eule, die nachts durchs Fenster schaut, die sollt ihr vertreiben, denn sie erspäht für die mächtige Riadugora die Seelen, die sie bald holen kommen will! Verriegelt die Fenster, dass sie eure Kinder in ihren Betten nicht zu lange ansieht!“&lt;br /&gt;
So verging die Zeit, in der der Gefährte der Nacht in den Häusern ein und aus ging. In den kurzen Tagen zehrten die Menschen von ihren Vorräten und fütterten ihr Vieh. Die wenigen Vögel, die sich an den Resten vom Viehfutter und Brotkrumen gütlich taten, hielten sie von ihren Türschwellen fern. Nachts kamen sie um die niedrig brennenden Herdfeuer zusammen, um zu erzählen. Sie hießen Gäste willkommen und waren froh und glücklich, Jedermanns Bruder in ihrer Mitte zu wissen. So vergingen Tag um Tag und Nacht um Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Große und Herrliche Riasina hatte sich derweil ihre Herde genug besehen, warf den Schleier ab und begab sich zu ihrem silbernen Thron, um ihre Reise fortzusetzen. Doch was fand sie dort? Leere Ketten und keine Spur der silbern gefiederten Schlange! Mit den geborstenen Ketten ging sie zu ihrer Schwester, damit sie ihr helfen könnte, den Flüchtigen zu finden. Die Allverzeihende kniff die Augen zusammen und siehe da: enddeckte sie Spuren ihres Sohnes im Tal zwischen den zwei Flüssen. So schickte sie ihre Vögel um Ausschau nach Jardo zu halten. besonders ihre alte treue Eule ließ sich nachts still und unentdeckt in den Bäumen nahe der Häuser nieder, um durch die Fenster zu spähen und zwischen all den Menschen den Sohn ihrer Gebieterin ausfindig zu machen. Doch es wollte ihr bei dem dichten Gewimmel an Menschen in den Häusern nicht gelingen. Tapfer saß sie Nacht um Nacht still ohne ein einziges, leises „Schuhu“ auf ihrem Baum und spitzte die Ohren. Doch hörte sie die Menschen sich untereinander nur Bruder nennen. &lt;br /&gt;
Bald enddeckte sie manch ein Vater auf ihrem Baum und begann, Steine auf sie zu werfen und sie mit den Worten zu verscheuchen: „Fort mit dir, wag es ja nicht, meine Kinder anzusehen, wie sie in ihren Betten schlafen!“&lt;br /&gt;
Das machte die alte, weise Eule stutzig. Hatten die Menschen sie nicht immer freundlich begrüßt, wenn sie auf einem Baum neben dem Haus saß, durch die Fenster die schlafenden Kinder besah und ihnen durch ihr „Schuhu“ gute Träume brachte? Hatte nicht manch eine Mutter nachts das Fenster offengelassen oder war gar mit einem weinenden Kind im Arm vor die Türe gegangen, damit es sich beruhigte und einschlief? &lt;br /&gt;
Sie flog heim zu ihrer Gebieterin und berichtete von all dem was sie gehört und gesehen hatte. Die Allverzeihende ahnte, was geschehen war. Ihr Sohn weilte unter den Sterblichen und verweilte zwischen ihnen, um sich seiner Pflicht zu entziehen. Und so schickte sie die Eule zurück zu den Menschen mit einer List.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Tal zwischen den zwei Flüssen wurden derweil die Nächte immer länger und kälter, jetzt, da Jedermanns Bruder bei den Menschen eingezogen war. Der Bauer besah sich seinen leeren Speicher, in dem selbst die Mäuse erfroren waren. Er seufzte: „Wie sollen wir leben, wenn wir bald das Saatgetreide essen müssen?“ Der Jäger kehrte bald immer öfter mit leeren Händen von der Jagt zurück. Denn im tief verschneiten Wald war kaum noch Wild zu finden. Am Herdfeuer der Sippenmutter tranken die Hirten bald nur noch dünnen Tee. Und statt Geschichten und Gelächter hörte man oft nur noch Murren und Zank. Denn mit der Zeit wird, wie wir alle wissen, die Enge Manchem lästig. &lt;br /&gt;
So kam es, dass eines Tages ein Mütterchen aus ihrer Jurte trat und nach ihren Tieren sah. Gerade hatte die Sippe das Abendgebet gehalten, schon stritten drinnen am Feuer ihre Töchter, während ihre Söhne grimmig und stumm in die Glut starrten. &lt;br /&gt;
Da sah sie auf einem Baum die Eule sitzen. Alt wie sie war, hatte sie keine Angst vor ihr. Was Jedermanns Bruder über die Eule sagte, beeindruckte sie nicht sehr. Die Kindeskinder schliefen in diesen Nächten zwar schlecht, es war jedoch keines gestorben und sie selbst hatte schon seit langem ihren Frieden gemacht. Wenn Die, Deren Thron am Ende steht, sie durch ihre Dienerin in ihre Hallen einladen würde, so sollte es eben geschehen.&lt;br /&gt;
„Grüß dich Mütterchen, Schuhu,“ rief die Eule. „Guten Abend, Eule,“ sprach das Mütterchen.&lt;br /&gt;
„Kalt ist es, Schuhu! Alleine hier draußen?“, sagte die Eule.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist Streit, hier draußen ist Frieden. Zu viel Lärm für meine alten Ohren.“&lt;br /&gt;
„Wie kommts? Schuhu,“ &lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder treibt die Leute zusammen und die Zeit wird ihnen lang. Keine Butter im Tee, alle Wolle versponnen, alle Geschichten schon siebenmal erzählt. Dafür teilen wir uns jetzt die Läuse und die Wanzen.“&lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder also, Schuhu! Wer mag er nur sein?“&lt;br /&gt;
„Der Klein-Große, der Dick-Dünne, der Mit-Ohne-Bart, der genau ist es, der bei uns ein und aus geht.“&lt;br /&gt;
„Der ist es also, Schuhu. Man freut sich ja über jeden Besuch. Bei Manchem bei Kommen, bei Manchem beim Abschied, nicht wahr?“&lt;br /&gt;
Die alte Frau lächelte und sagte nichts mehr.&lt;br /&gt;
„Schuhu, komm morgen wieder und bring einen leeren Schlauch mit.“, sagte die Eule und flog davon. &lt;br /&gt;
Am nächsten Abend trat die alte Frau wieder aus ihrer Jurte, ging dahin, wo das Vieh zusammengetrieben worden war und wartete mit einer leeren Ziegenhaut auf die Eule. Als die Sonne ganz untergegangen war, kam sie schließlich geflogen.&lt;br /&gt;
„Schuhu, Mütterchen, siehst du den Stein da? Nimm ihn und schlag die Eisdecke über dem Wasserloch ein, in dem ihr euer Vieh tränkt.“&lt;br /&gt;
Der Stein war schwer, doch gesagt, getan.&lt;br /&gt;
„Schuhu! Nun fülle den Schlauch und nimm eine Hand voll Schlamm vom Grund. Den Schlamm mischst du in den Gerstenbrei zuhause und lässt ihn stehen. Wirst schon sehen, was daraus wird. Und in den Schlauch sollst du jeden Sommer den Saft der reifsten und besten Früchte füllen und ihn aufheben, bis der Sommer vorbei ist. Der Trunk aus diesem Schlauch wird jeden, der davon trinkt, mit der Wärme des Sommers erfüllen. Einer, der vorm Feuer dies hier trinkt, wird offenbaren, ob er nun klein oder groß ist, ob dick oder dünn, ob er einen Bart hat oder keinen. Er wird seinen wahren Bruder Bruder nennen und seine wahre Schwester Schwester. Nun geh zurück in dein Haus.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Feuer schenkte die Frau allen von dem Wasser aus dem Schlauch ein. Doch wie sonderbar roch dieses Wasser! Es roch nach allen Früchten des Feldes, nach grünem Gras, nach Blumen, nach Honig und nach Harz von den Bäumen. Jeder, dem dieser betörende Duft in die Nase stieg, nahm einen tiefen Zug aus dem Becher. Und noch einen. Und noch einen. Eilig schenkte sie nach. Auch Jedermanns Bruder hatte sich am Feuer eingefunden und bereits gierig drei Becher geleert. &lt;br /&gt;
je mehr er trank, desto mehr stieg die Wehmut in ihm auf. Bald erzählte er den Menschen am Feuer von seiner Geliebten und seiner immerwährenden Suche. Er beweinte sein Schicksal, klagte bitterlich darüber, wie er sich in silbernen Ketten auf rastlosen Reisen am Thron der Riasina plagen musste. Der Trank hatte alle Streitereien am Feuer verstummen lassen und es wurde immer stiller. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald begannen sich die Brüder und Schwestern am Feuer aneinander zu lehnen, denn die Glieder waren ihnen schwer geworden. Nur Jedermanns Bruder trank und redete und trank und redete weiter. Schließlich merkte er, wie still es geworden war, erhob sich und trat vor die Tür. Dort setzte er sich auf einen Stein.&lt;br /&gt;
„Ein Bruder draußen allein in der Nacht. Warum nur, Schuhu?“, fragte eine Stimme.&lt;br /&gt;
„Ach, geh doch weg! Was verstehst du schon,“ sagte er.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist ein warmes Feuer und alles schläft und träumt.“&lt;br /&gt;
„Weißt du wer ich bin? Die Nacht ist mir nicht fremd, die Kälte ist mir eigen. Alles war gut bis zu dieser Nacht. Nun zerreißt mich die Sehnsucht, wenn ich den Duft meiner Geliebten rieche, sie schmecke aber sie nicht sehen oder halten kann.“&lt;br /&gt;
So fuhr er fort, bis er schließlich alles gesagt hatte, müde wurde und sich nur noch unter dem Stein verkriechen und ausruhen wollte. Da lag er nun und die weise Eule griff ihn und trug ihn fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das gefiederte Kalb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Kindern Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des vierten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Sebastian''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verstarb die Mutter von drei Töchtern. Der Klugen vererbte sie den Hof, der Willensstarken die Herde und der Geduldigen die magische Spindel, deren Garn nicht endet. So gab sie jeder Tochter ihren Teil und eine jede war zufrieden. In vollem Glück lebten sie gemeinsam, bis auch das Leben ihres Vaters sich dem Ende näherte und er sie an sein Bett rief. Und wie er sie nun zum letzten Mal sah musste er weinen.&lt;br /&gt;
„Weine nicht“, sagte die Willensstarke. „Denn auch nachdem du gestorben bist, werden deine Kinder und Kindeskinder deinen Namen kennen!“ Doch der Vater weinte nur noch mehr.&lt;br /&gt;
„Warum weinst du denn?“ fragte die Kluge. „Was ist es, dass dir keine Ruhe gönnt?“&lt;br /&gt;
„Ach meine Töchter“, sagte der Vater, „Ich versprach eurer Mutter, das Geheimnis ihres wahren Schatzes zu bewahren. Doch wenn ich gestorben bin, wird niemand mehr davon wissen. Dies betrübt mein Herz.“&lt;br /&gt;
Nun verlangten die Kluge und die Willensstarke von ihrem Vater, ihnen vom wahren Schatz der Mutter zu berichten. Nur die Geduldige hielt seine Hand bis er starb. Und kurz vor seinem letzten Atemzug murmelte er ihr sonderbare Worte ins Ohr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Bestattung sittsam verrichtet war, beschuldigte die willensstarke Tochter ihre geduldige Schwester, das Wissen über den Schatz der Mutter vom Vater offenbart bekommen zu haben und Streit brach aus, weil die eine auf dem Vorwurf beharrte und die andere ihn stur von sich wies. Wie das Glück im Haus abnahm, fasste die kluge Schwester sich ein Herz und sprach zuerst mit der Willensstarken.&lt;br /&gt;
„Warum beschuldigst du unsere Schwester, den Schatz unserer Mutter zu verbergen?“ Fragte sie. „Weißt du es nicht mehr? Die letzten Worte unseres Vaters galten ihr. Aber sie verrät uns nicht, was er ihr sagte.“ Entgegnete die willensstarke Schwester.&lt;br /&gt;
„Sie wird dir nichts davon sagen, weil du sie im Zorn gefragt hast.“ Sagte daraufhin die kluge Schwester. „Aber mir wird sie es sagen, wenn ich sie danach frage.“&lt;br /&gt;
So ging sie zur geduldigen Schwester. Anstatt sie nach den letzten Worten des Vaters zu fragen, wollte sie zunächst erfahren, wie denn der Streit begonnen hätte.&lt;br /&gt;
„Unsere Schwester behauptet, Vater hätte mir mit seinen letzten Worten den Schatz verraten und dass ich ihn für mich allein behalten wolle. Das ist nicht wahr! Doch wo sie mich so frech beschuldigt, will ich ihr gar nichts davon sagen. Soll sie doch denken was sie will und an ihrem ungerechten Zorn ersticken, mir wird sie ohnehin nicht glauben.“&lt;br /&gt;
„Mir aber, wenn ich die Worte kenne.“ Sagte da die kluge Schwester. „Bedenke, wenn der Streit zwischen euch nicht endet, wird das über uns alle Unglück bringen.&lt;br /&gt;
Da gab die geduldige Schwester nach und gab die Worte preis: „Es waren die verwirrten Worte der Seele, die schon auf dem Wege ist. Er sagte: Finde das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.“&lt;br /&gt;
Als die kluge Schwester der Willensstarken nun davon berichtete, meinte diese, dass jenes Kalb der Schatz der Mutter sein müsse. Statt sich mit ihrer geduldigen Schwester zu versöhnen, gab sie die Herde ihrer klugen Schwester zur Aufsicht, nahm Bogen und Dolch und zog aus, das gefiederte Kalb zu suchen, das wie die Lerche singt. Der Streit war zwar nicht geschlichtet, wurde aber auch nicht fortgeführt. Also nahm das Glück der Drei wieder zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lang wanderte sie durch die Welt und bestand viele Abenteuer, ohne das wundersame Tier jemals zu finden. Eines Tages, als die Schatten schon lang waren, kam sie zu einem hohen Berg. Obwohl sie ihn sogleich besteigen wollte, wurde sie plötzlich von einer jähen Müdigkeit erfasst. Nachdem ihr Wille mit ihrer Vernunft gerungen und die Vernunft gesiegt hatte, schlug sie ihr Lager auf um zu rasten und ihr Werk am nächsten Tag zu tun.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber keine Fremde war. &lt;br /&gt;
„Oh mein Kind“, sagte sie, „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will den Schatz meiner Mutter finden!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn so sieht der Schatz meiner Mutter aus!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den geraden Weg. Er führt mich auf den Gipfel dieses Berges!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut. Der Rücken dieses Berges ist von Gier bewaldet und in seinen Tälern fließt Verschwendung. Hier zeigen die Diebe die Wege, die von den Räubern angelegt wurden. Selbst wenn du nur den geraden Weg verfolgst mag es dennoch sein, dass du dein Ziel verlierst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Nach kurzer Zeit begegnete sie einem starken Mann der behauptete, ihr den Weg zeigen zu wollen. Doch die Schwester dachte sich: Verschweigt er die Gefahr, dann ist er ein Feind. Also kämpfte sie mit ihm und siegte, obwohl er viel stärker war. Sodann zwang sie ihn, ihr einen geraden Weg auf den Gipfel des Berges zu hauen.&lt;br /&gt;
Als sie ihr Ziel schon halb erreicht hatte, begegneten sie einem wunderschönen Mann, der sie freundlich nach ihrem Weg fragte. Doch die Schwester dachte sich: Verschweige ich meine Absicht, so hindert er mich nicht. Also sagte sie ihm, dass er ihr schon folgen müsse, um ihren Weg zu kennen. Und obwohl er ihr den blumigsten Wein und die köstlichsten Speisen anbot, wiederstand sie der Versuchung, zu rasten.&lt;br /&gt;
Kurz bevor sie den Gipfel des Berges erreicht hatten, erlahmte ihrem Knecht der Arm und er wollte seinen Dienst nicht länger tun, selbst wenn er geschlagen würde. Da hatte ihr Gefährte auch schon das Lager aufgeschlagen und den Wein und die Speisen bereitet. Da dachte die Schwester sich: Will ich mich nicht im Dickicht verstricken, muss ich darauf warten, dass mein Knecht wieder zu Kräften kommt und rasten. Ich selber aber will nichts von dem kosten, was mir im Wald der Gier angeboten wird.&lt;br /&gt;
Doch während der Rast kam die Nacht und am nächsten Morgen erkannte die Schwester den Wald nicht mehr. Sie konnte sich nicht daran erinnern, welches der gerade Weg auf den Gipfel sein mochte. Sie wollte aber auch ihre Absicht nicht verraten. Daher konnte sie nicht nach der Richtung fragen. So gab sie sich dem Wein, den Speisen und den Männern hin und die Zeit verging und sie vergaß das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod der Mutter vergangen waren und das Glück der beiden verbliebenen Schwestern wieder ab-, wieder zu und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwester zurückgekehrt war, beschloss die Kluge, nach ihr zu suchen. Sie gab der Geduldigen die Aufsicht über den Hof und die Herde und zog in die Welt.&lt;br /&gt;
Nach eiliger Suche erreichte sie den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Alle Diebe und Räuber dort hatte ihre Schwester sich inzwischen unterworfen. In der Hoffnung auf Beute führten sie die Kluge direkt zu ihrer Herrin. Die freute sich sehr über das Wiedersehen mit ihrer Schwester.&lt;br /&gt;
Doch die kluge Schwester sagte: „Sag‘ mir wie es sein kann, dass du deine Schwestern und deine Herde und deine Suche nach dem Schatz unserer Mutter vergessen hast!“&lt;br /&gt;
„Meine Herde habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Und es kümmert mich nicht, denn ich habe jetzt größeren Reichtum. Meine Schwestern hatte ich vergessen, aber ich erinnerte mich dank dir. Und ich will es wiedergutmachen: Geh‘ und bringe unsere Schwester her und lebt mit mir, denn hier wird es uns an nichts fehlen. Das gefiederte Kalb habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Doch glaube ich nicht, dass mehr daran ist als die verwirrten Worte unseres Vaters, die er sprach, als seine Seele schon auf dem Weg gewesen ist.“&lt;br /&gt;
Da merkte die Kluge, dass sie ihre Schwester nur wirklich zurückbekommen würde, wenn sie das gefiederte Kalb fände. Also ging sie zum Schein auf das Angebot ein und bat um einen Knecht, der ihr den Weg zeigen sollte. Diesen aber wies sie an, sie zum Gipfel zu führen. Und als er diesen Dienst verrichtet hatte, schickte sie ihn fort.&lt;br /&gt;
Auf dem Gipfel des Berges erblickte sie ein prachtvolles Haus. Doch ehe sie sich nähern konnte, wurde sie von rascher Müdigkeit übermannt und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber kein Fremder war. „Oh mein Kind“, sagte sie. „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will meine Schwester zurück!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn wenn wir uns den wahren Schatz unserer Mutter teilen, werden ihre falschen Reichtümer sie nicht mehr blenden!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den schnellen Weg. Er führt mich hinter die Türen dieses Hauses!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut, denn hinter diesen Türen liegt die Schule, deren Dach mit Irrtümern gedeckt und deren Boden mit Fehlern gepflastert ist. Hier lehren die Blinden das Lesen und die Tauben den Gesang. Selbst wenn du nur den kurzen Weg verfolgst, mag es sein, dass du deinen Namen vergisst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Von fern sah sie zwei Dienerinnen mit geschorenen Köpfen, eine blind, die andere taub, wie sie das Tor bewachten. Mit lautlosen Schritten näherte sie sich. Sodann grüßte sie die Taube, die sie ja sehen konnte, ohne Stimme, indem sie nur ihre Lippen bewegte. Die fragte nun die Blinde, was die Fremde denn gesagt habe, doch jene gab mit Zeichen und Gebärden zur Antwort, nichts gehört zu haben und was für eine Fremde das denn sein solle. Da dachte die Taube, sie müsse einem Geist gegenüberstehen und sang einen Zauberspruch, um ihn zu binden. Die kluge Schwester merkte sich jeden Klang davon, doch als Wesen von Fleisch und Blut konnte sie damit nicht gebunden werden. Da fürchtete sich die Taube so sehr, dass sie es nicht wagte, ihr den Weg zu versperren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Mauern lebte sie lange Zeit unter den Blinden und Tauben. Sie mimte, zu ihnen zu gehören und lernte von ihnen: Von den Tauben den Gesang und von den Blinden die Schriften, bis sie Klang und Bedeutung vieler Namen erfahren hatte. Doch weil die Blinden nur Schriften lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch sehen konnten und die Tauben nur Lieder lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch hören konnten, war es unmöglich, von ihnen den wahren Namen des gefiederten Kalbs zu lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wagte sie es, den Geist des Hauses zu beschwören, um ihn nach dem wahren Namen des gefiederten Kalbes zu fragen. Der Geist des Hauses, das mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist, gab der Schwester ohne Zögern Antwort auf ihre Frage und er sprach:&lt;br /&gt;
„Ich kenne das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Sein Name ist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt. Es muss mit glühenden Kohlen gefüttert und mit Blut getränkt werden. Drei können es hüten, aber nur wenn zwei von ihnen tot sind. Es durchschaut alle Lügen, doch es ist davon gelangweilt. Es gleitet durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser. Es gibt drei Wege es zu zähmen aber niemand kann diese Wege erlernen.“&lt;br /&gt;
Da grübelte und grübelte die Schwester über dieses Rätsel und konnte es nicht lösen. Ohne Unterlass suchte sie in den Schriften der Blinden und den Liedern der Tauben nach dem richtigen Hinweis. Und nach langer Zeit erfolgloser Mühen vergaß sie ihren Namen. Fortan hielt sie sich für eine Taube unter Tauben und eine Blinde unter Blinden und hielt die Schule auf dem Gipfel des Berges für ihr Heim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod des Vaters vergangen waren und das Glück der verbliebenen Schwester wieder zu- und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwestern zurückgekehrt waren, fand sie eines Mittags eine Lerche auf dem Zweig des Baumes, unter dem die Kälber Schatten suchen. Und zu ihrem Erstaunen ahmte die Lerche keinen Vogel, sondern eines der Kälber nach, welches sogleich antwortete.&lt;br /&gt;
„Oh wie wunderbar!“ Sagte geduldige Schwester. „Du bist das Kalb, das wie die Lerche singt. Wenn du nun auch noch Federn hättest, hätte ich den letzten Wunsch meines Vaters erfüllt.“&lt;br /&gt;
„Wenn du willst, dass mir Federn wachsen“, antwortete das Kalb, „dann musst du mich mit glühenden Kohlen füttern und mit Blut tränken.“&lt;br /&gt;
Die Schwester gab dem Kalb was es verlangte und tatsächlich fraß es die Kohlen. Doch plötzlich war es ihr, als würde sie selbst die Glut auf der Zunge spüren. Da halfen weder Wasser noch Wein, die Schmerzen wollten erst enden, als das Kalb alles aufgefressen hatte. Und als es das Blut trank, schnürte sich der Schwester die Kehle zu und sie wurde von Mattigkeit und Schwindel erfasst. So sank sie hin und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschienen ihr Mutter und Vater. &lt;br /&gt;
Ihr Vater sprach: „Deine Schwester lebt im Wald der Gier und hat ihr Ziel verloren. Du musst sie retten und heimbringen. Dies soll dein Ziel sein, verliere es nicht!“&lt;br /&gt;
Ihre Mutter sprach: „Deine Schwester lebt unter dem Dach der Irrtümer und hat ihren Namen vergessen. Du musst sie retten und heimbringen. Daran soll dein Name gebunden sein, vergiss ihn nicht!“&lt;br /&gt;
„Wie soll ich das anstellen?“ Fragte die Tochter.&lt;br /&gt;
Und sie sagten: „Beide suchten auf dem rechten Weg, aber nicht zur rechten Zeit. Doch sie werden gefunden werden von dem Tier, das sie nicht finden konnten so wie du es fandst, als du es nicht suchtest.“&lt;br /&gt;
Als sie erwachte hatte das Kalb, das wie die Lerche singt, ein prächtiges weißes Federkleid bekommen. Da wusste die Schwester, was sie zu tun hatte. Doch weil sie fürchtete, sie könnte auf dem Weg ihr Ziel verlieren und ihren Namen vergessen, knotete sie das Garn ihrer magischen Spindel an ihren Herd. Denn sie wusste, dass es nie enden und ihr stets den Weg nach Hause zeigen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf verschlungenen Pfaden trabte das gefiederte Kalb so rasch davon, dass die geduldige Schwester kaum mit ihm Schritt halten konnte. Doch bevor es ihr endgültig entwischte, stach sie ihm die magische Spindel ins Federkleid. Dort blieb sie unablöslich hängen und spann ihr Garn von selbst, sodass die Schwester dem gefiederten Kalb stets auf der Spur blieb, indem sie dem Faden folgte.&lt;br /&gt;
Sie fand es erst wieder an einem Feuer im Wald der Gier. Vorsichtig schlich sie sich heran und beobachtete heimlich aus der Dunkelheit, was dort vor sich ging. Am Feuer wärmte sich, einsam und verraten, ihre Schwester mit verschlissenen Kleidern und zerzaustem Haar. Sie saß zwischen zwei auf Stecken gespießten Köpfen und hatte soeben glühende Kohlen für das gefiederte Kalb aus ihrem Feuer geholt.&lt;br /&gt;
„Wer waren die Zwei, mit deren Köpfen du dein Feuer teilst?“ Fragte das Kalb.&lt;br /&gt;
Da berichtete die willensstarke Schwester. „Dieser war mein Knecht, der mich berauben wollte. Da schlug ich ihm den Kopf ab. Und jener war mein Gefährte, der mich bestehlen wollte. Da schlug ich ihm die Hand ab und als er verblutet war, nahm ich auch ihm den hübschen Kopf.“&lt;br /&gt;
Das Kalb blickte hin und her und überlegte.&lt;br /&gt;
„Du, der Räuber und der Dieb, ihr sollt meine Hirten sein!“&lt;br /&gt;
So sprach es und fraß. Da brüllte die einsame Schwester vor Schmerz. Und als das gefiederte Kalb trank, da fiel sie in einen traumlosen Schlummer.&lt;br /&gt;
Die Geduldige erinnerte sich gut an den Streit mit ihrer Schwester, der ohne Versöhnung geblieben war. Und weil sie sich vor dem wilden Anblick und den blutigen Trophäen fürchtete, wagte sie sich erst jetzt hervor. Sanft bettete sie ihre Schwester und flocht ihr das Haar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“ Fragte sie das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Sie glaubte, über Lügner und Betrüger zu herrschen. Aber sie wurde belogen und betrogen. Gestern dachte sie: Morgen hole ich mir meinen Reichtum zurück. Vorgestern dachte sie: Morgen nehme ich Rache an jenen, die meinem Zorn entgingen. Und am Tag davor dachte sie: Morgen kehre ich heim. So ergeht es jenen, die einen starken Willen, aber kein Ziel mehr haben. Sie wärmen sich jeden Tag an einer anderen Lüge. Heute glaubt deine Schwester, in mir den Schatz eurer Mutter gefunden zu haben. Und sie weiß nichts damit anzufangen. Sie wird mich hüten und denken, dass sie mich von Weide zu Weide treibt, so wie sie es einst gelernt hat. Dann wird sie zweifacher Lüge verfallen sein. Nicht sie treibt mich auf dem Pfad ihrer Wahl, ich locke sie auf meinen Pfad. Und es wird auch nicht der Schatz eurer Mutter sein, den sie hütet. Denn nicht zu sein, was ihr glaubt, dass ich bin, ist meine Natur.“ Dies sprach das Kalb.&lt;br /&gt;
Da erbebte die geduldige Schwester und rief unter Tränen: „Grausam bist du! Für dich haben wir unsere Münder mit Asche und Glut und unsere Hände mit Blut gefüllt. Und wie dankst du es? Bekümmert dich das Unglück nicht, das du über meine Schwester bringst?“&lt;br /&gt;
„Nein.“ Sagte das Kalb ohne Bosheit.&lt;br /&gt;
Da weinte die Geduldige die halbe Nacht und musste erkennen, dass das geheimnisvolle Tier ihre Schwester nicht freigeben würde, es gar nicht konnte, da ihre Mutter und ihr Vater und auch sie selbst sie an das gefiederte Kalb gefesselt hatten. So mühsam war ihr diese Erkenntnis, dass ihre Augen austrockneten wie Flüsse in der regenlosen Zeit. So flüsterte sie: „Der Pfad, auf den du meine Schwester lockst, wohin führt er dich?“&lt;br /&gt;
„Dahin, wohin der Mond mich ruft.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
„Dahin werde ich dir folgen, bis du meine Schwester freigegeben hast.“ Versprach sie.&lt;br /&gt;
„Das kannst du nicht.“ Wandte das Kalb ein.&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Sagte die Geduldige.&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag versteckte sie sich wieder vor ihrer Schwester und wartete ab, bis sie sich mit ihren abgeschlagenen Köpfen auf den Weg machte, das Kalb auf seinen Weiden zu hüten. Obwohl der Berg voller Diebe und Räuber war, wagte niemand, ihren Schatz zu begehren. Denn wenn ein gefiedertes Kalb von Dreien gehütet wird, von denen zwei tot sind, dann wird es unsichtbar. So kam die Willensstarke mit ihrem wundersamen Tier bis auf den Gipfel und ihre geduldige Schwester folgte ihnen unbemerkt am Garn ihrer magischen Spindel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wächter des Tores der Schule auf dem Gipfel des Berges sahen und hörten die Willensstarke schon von fern. Mit ihrem furchtlosen Gang, ihren abgeschlagenen Köpfen und ihrem geflochtenen Haar mussten sie sie für den Boten eines Feindes halten. Darum belegten sie sie mit Worten der Macht und warfen sie in den Kerker. Doch keinem Blinden und keinem Tauben offenbarte sie ihre Gründe noch ihre Absicht. Da war schließlich die Reihe an der klugen Schwester, der Fremden ihr Geheimnis zu entlocken. Die Willensstarke staunte nicht schlecht, als sie ihre Schwester erblickte und feststellen musste, dass sie nicht auf ihren Namen hörte und sich benahm, als spräche sie mit einer Unbekannten. So beschloss sie, der klugen Schwester nicht zu vertrauen und allen Fragen mit Schweigen zu begegnen. Nachdem sie sich zum ersten Mal begegnet waren, ohne dass der Willensstarken ein Wort über die Lippen gekommen war und die Kluge sie endlich allein gelassen hatte, um es ein anderes Mal zu versuchen, fragte sie das gefiederte Kalb: „Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“&lt;br /&gt;
„So ergeht es den Klugen beim Versuch, unlösbare Rätsel zu ergründen. Sie müssen ihren Namen vergessen und wer seinen Namen vergessen hat, erkennt das eigene Blut nicht mehr. In ihrem unermüdlichen Streben, einen Weg zu deiner Befreiung zu erlernen, ist sie nun zu der geworden, die dich gefangen hält. Heute wird sie sogar noch größere Mühen auf sich nehmen als sonst. Denn obwohl ihr Geist dich nicht erkennt, hat dein Gesicht in ihrer Seele eine Erinnerung wachgerufen. Und weil sie auf Fehlern wandelt und Schutz unter Irrtümern sucht, muss sie es missverstehen. Statt dich zu erkennen und zu befreien will sie glauben, kurz vor der Lösung ihres Rätsels zu stehen.“ Erklärte das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Welches Rätsel plagt sie so sehr?“ Begehrte die Willensstarke zu wissen.&lt;br /&gt;
„Das Rätsel meines unaussprechlichen Namens, der dennoch nicht verschwiegen werden kann.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, dass die Kluge tatsächlich einen Verdacht schöpfte. Obwohl sie das gefiederte Kalb nicht sehen konnte, erinnerte sie sich sehr gut an die Worte des Geistes der Schule. Als sie zum zweiten Mal in den Kerker ging, um mit der Gefangenen zu sprechen, nahm sie eine Schale glühender Kohlen und eine Schale Blut mit sich. Die stellte sie vor die Willensstarke hin und wartete wachsam ab, was geschehen möge. Das Kalb fraß und trank und die Kluge brüllte, aber nicht allein vor Schmerzen, sondern auch weil sie darüber frohlockte, der Lösung ihres Rätsels nahe gekommen zu sein wie nie zuvor. Daher webte sie, als sie Müdigkeit verspürte, nur umso rastloser ihr Zaubernetz um das gefiederte Kalb herum. Mit Hilfe aller Geister, die ihr im Himmel, auf der Erde und in der Unterwelt dienstbar waren, verlangte sie vom gefiederten Kalb, es möge ihr seinen wahren Namen preisgeben.&lt;br /&gt;
So sprach das gefiederte Kalb: „Mein Name liegt in vollkommener Offenheit vor dir. Er ist ebenso alt, wie die Verbannung der Götter der Unterwelt schon andauert. Er verleiht Macht über alle Wesen außer mir selbst. Mich selbst aber lässt mein Name nur verschwinden. Denn ich gleite durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser.“ Und mit dieser Antwort entschwand es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Moment, in dem das gefiederte Kalb in die unsichtbare Welt überging, wurde auch die geduldige Schwester unsichtbar und leise wie ein Windhauch. Denn sie berührte das Garn ihrer magischen Spindel und diese steckte ja noch immer im Federkleid des Kalbes, war also mit in die Geisterwelt entschwunden. Auf diese Weise gelang es ihr, an den Wächtern vorbei durch die Gänge der Schule bis in den Kerker zu gelangen. Dort fand sie ihre willensstarke Schwester zunächst allein vor, weil die Kluge sich, von Müdigkeit überwältigt, in ihre Kammer zurückgezogen hatte. Das Garn schien mitten in einer Kerkermauer zu enden, doch als die Geduldige genau hinsah, lauschte und fühlte, da meinte sie, die Lücken zwischen den Steinen wären gerade groß genug, um sich hindurchzwängen zu können. Als sie es bemerkte, hörte sie die Willensstarke nach dem Kalb rufen. „Wohin bist du gegangen? Ich fütterte dich, ich tränkte dich, ich hütete dich ohne Rast selbst noch im finsteren Kerker und wie dankst du es mir? Du bist kein geheimer Schatz, ein Fluch bist du!“ Rief sie.&lt;br /&gt;
Die geduldige Schwester näherte sich dem Ohr der Willensstarken und flüsterte mit verstellter Stimme: „Nicht zu sein, was du glaubst, dass ich bin, ist meine Natur. Ich gehe dahin, wohin der Mond mich ruft. Dann erst offenbare ich meinen Segen. Warte geduldig, bis es soweit ist.“&lt;br /&gt;
„Ach, wenn nur meine geduldige Schwester hier wäre.“ Entgegnete die Willensstarke. „Sie wäre besser geeignet für die Aufgabe, die du mir stellst. Ich verließ sie vor Jahren im Streit. Aber nun wünschte ich, es sei für die Versöhnung nicht zu spät.“&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Lächelte ihre Schwester.&lt;br /&gt;
Da betrat die kluge Schwester zum dritten Mal den Kerker, um ihre Gefangene zu zwingen, ihr das Versteck des gefiederten Kalbes zu zeigen. Denn sie wusste und wollte nicht, dass sie das nicht konnte. Als die Willensstarke dabei zusah, wie die Kluge ihre Zaubermittel bereitete, packte sie das Grauen.&lt;br /&gt;
So brüllte sie ihrer Schwester ins Gesicht: „Schläft denn deine Seele schon, während du noch am Leben bist? Erkennst du deine eigene Schwester nicht?“ Und sie sprach die Kluge mit ihrem Namen an und flehte, dass sie sich erinnern möge.&lt;br /&gt;
Diese zögerte, antwortete dann jedoch: „Ich falle nicht auf deine List herein. Dein Flehen und Fluchen wird dir nichts nützen. Ich gebe dich erst frei von meinem Zwang, wenn du mir das Versteck des gefiederten Kalbes verraten hast.“&lt;br /&gt;
Nun erkannte die geduldige Schwester, dass auch die Kluge dem Bann des wundersamen Tiers verfallen war. Darum flüsterte sie auch ihr zu: „Nur der Mond kennt mein Versteck. Dorthin kannst du mir nicht folgen. Doch bist du nicht ausgezogen, um deine Schwester zurückzuholen nachdem sie sich einst auf die Suche nach dem wahren Schatz eurer Mutter machte? Warte nur noch ein wenig. Wenn ich mein Ziel erreicht habe, dann hast du auch deins erreicht.“ &lt;br /&gt;
Als die Kluge verwirrt innehielt, verlor die Geduldige keine Zeit, band ihr magisches Garn um beide Schwestern und zwängte sich durch die Spalte und Fugen der Kerkermauer.&lt;br /&gt;
So gelangte sie in die unsichtbare Welt, die ihr wie eine mondlose Nacht auf schwarzem Meer unter dem Sternenzelt erschien. Weiter und weiter folgte sie dem Faden hinein, bis sie ein weiß erstrahlendes Schlangenei enddeckte. Klein sah es von Weitem aus, doch als sie es erreicht hatte, da war es sieben Ellen hoch, ohne jede Erhebung oder Kerbe und schöner als alles andere auf der weiten Welt. Verzückt stand das Geheimnistier davor. Kaum noch ein Kalb konnte man es nennen, so sehr war es gewachsen. Eben gerade so groß wie das Ei, aber nur, wenn es sich zusammenrollte.&lt;br /&gt;
„Wie bist du nur so groß geworden?“ Fragte die geduldige Schwester das Kalb.&lt;br /&gt;
„Wer das Unbekannte erblickt, dem erscheint es immer groß.“ Sagte das Kalb.&lt;br /&gt;
„Das habe ich erkannt. Doch obwohl du mich durch unbekannte, gar unsichtbare Lande geführt hast, entstammst du dennoch der Herde meiner Mutter. Dank mir hast du Federn. An das Garn meiner magischen Spindel bist du gebunden. Mit deiner Lerchenstimme sprach ich zu meinen Schwestern. Und ich habe den Ort gesehen, an den der Mond dich ruft. Ich kenne dich. Du bist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt und dein Name ist das Geheimnis.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„Ja, so ist es.“ Sagte das Geheimnistier. „Dennoch muss ich gehen, denn in dem Ei verborgen ist meine wahre Herde. Darum biete ich dir diesen Handel an: Jetzt ist die Stunde, in der die Herrin des Wissens ein weiteres Geheimnis verschließt. In der Welt der Sterblichen verfinstert sich der Mond. Nur jetzt ist es möglich, eines wieder herauszuholen. Und unter meinen hundert und tausend Geschwistertieren ist auch der wahre Schatz deiner Mutter. Schneide dein Garn ab und zum Lohn zeige ich ihn dir, auf dass du ihn herausholen kannst.“&lt;br /&gt;
„Nicht diesen Handel will ich mit dir schließen. Mein Name ist an ein anderes Ziel gebunden. Zerschneide ich meinen Faden, muss ich für immer in der Geisterwelt bleiben. Was nützt mir selbst das schönste Geheimnis hier, am schönsten aller Orte? Ich will dich ziehen lassen. Im Austausch will ich nur eine Feder deines Kleides.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„So ist es gesprochen und so soll es auch geschehen.“ Sagte das Geheimnistier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wandte die Geduldige sich ab von dem Ei und kehrte zu ihren Schwestern zurück. Sie sagte ihnen, dass der wahre Schatz ihrer Mutter die Gemeinschaft ihrer Töchter sei. Und weil die Geduldige eine Feder des Geheimnistiers im Haar trug, glaubten sie ihr. Also kehrten sie, nicht ohne Mühen und Gefahren, doch geleitet vom magischen Garn, nach Hause zurück. Dort erinnerten sie sich an glückliche gemeinsame Tage, versöhnten sich und ehrten Mutter und Vater.&lt;br /&gt;
Die Willensstarke hatte nie mehr das Gefühl, eine große Herde zu besitzen. Nach all ihren Erlebnissen kam ihr Erbe ihr klein und bescheiden vor. Auch die Kluge musste für den Rest ihres Lebens von Zeit zu Zeit an ihren Namen erinnert werden und verirrte sich zuweilen gar in ihrem eigenen Hof. Und die Geduldige dachte, wann immer sie eine Blume sah oder die Vögel an einem Frühlingsmorgen hörte, dass diese Dinge sehr gewöhnlich waren, nur ein blasser Abglanz göttlicher Schönheit. Doch die Drei suchten sich gute Männer, hatten viele Kinder und lehrten sie, stark im Willen, klug im Handeln und geduldig in ihren Werken zu sein. Sie erzählten ihnen die Geschichte vom gefiederten Kalb und dem wahren Schatz ihrer Mutter. Nur einen kleinen Teil verschwiegen sie: Keiner der Drei kam jemals ein Wort vom Garn der magischen Spindel über die Lippen. So geriet es mit den Jahren in Vergessenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag sein, dass ihr Haus inzwischen verfallen und ihre Nachkommen über die weite Welt verstreut sind. Doch das Garn von der magischen Spindel ist noch immer fest verknotet an der Stelle, wo einst das Herdfeuer brannte. Es führt hinauf auf den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Auf verschlungenen Pfaden führt es bis zu seinem Gipfel. Scheinbar nur endet es im Kerker der Schule, die mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist. Doch nur scheinbar: Tatsächlich aber geht es in die unsichtbare Welt über. Und von dort bis in den Himmel oder in die Unterwelt oder wo auch immer Riasina ihr Schlangenei verbergen mag. Jedes Mal, wenn Sie vom Himmel verschwindet um ein neues Geheimnistier darin zu verstecken, wird das Garn sichtbar für den, der geduldig genug ist um es zu sehen. Wer zudem über genügend Willenskraft und Klugheit verfügt, vermag ihm zu folgen um, wenn es dem Schicksal gefällt, der Göttin des Wissens ein Stück aus ihrer Herde abspenstig zu machen. Alles was dafür vonnöten ist, sind ein paar glühende Kohlen und ein wenig Blut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Überlieferungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Dichtung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Datei:Trigardonische_M%C3%A4rchensammlung.pdf</id>
		<title>Datei:Trigardonische Märchensammlung.pdf</title>
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				<updated>2023-06-01T16:05:02Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Sammlung_von_M%C3%A4rchen_und_Legenden</id>
		<title>Sammlung von Märchen und Legenden</title>
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				<updated>2023-06-01T16:03:55Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: Die Seite wurde neu angelegt: „ == Natans Blut und die Heilige Elea ==  ''IT: Von den Vorfahren des Kleinen Volkes mündlich überliefert seit Anbeginn von Tag und Nacht, in zwergischer Schr…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Natans Blut und die Heilige Elea ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Von den Vorfahren des Kleinen Volkes mündlich überliefert seit Anbeginn von Tag und Nacht, in zwergischer Schrift und Sprache seit unbekannter Vorzeit schriftlich überliefert, in unserer Sprache erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde gegen Ende des zweiten Jahrzehnts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
OT: Von Gösta''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es begab sich dereinst, als sich die Sterblichen aus Neid und Hass entzweiten, dass Weltvater Natan seinen Bruder Ischan zum Zweikampf forderte, um den Streit zu entscheiden. Weltvater Ischan jedoch, besorgt über die größere Zahl von Natans Stamm, fürchtete einen Betrug seines Bruders. &lt;br /&gt;
Darum sprach er: „Nur dann werde ich mich zum Zweikampf stellen, wenn wir uns an einsamem Orte treffen, wo kein Mensch in den Kampf eingreifen kann!“ &lt;br /&gt;
„So soll es geschehen,“ antwortete Natan, „aber einem von uns wird es die letzte Stunde sein. Und damit beide unserer Stämme die Nachricht von Sieg und Niederlage von einem der Ihren erfahren, soll es Zeugen für unseren Kampf geben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf einigten sie sich und wählten als Kampfplatz einen der Gipfel des Dugor Harog. Jener Berg war in diesen fernen Tagen den Menschen heilig, war er doch damals noch der höchste weit und breit, so hoch, dass sein Gipfel nahezu alle Zeit durch Wolken verdeckt war. Ischan wählte Bakir den Schmied, den geschicktesten seiner Schüler, als Zeugen aus und Natans Wahl fiel auf Elea, seine treueste Schülerin, die von der Göttin des Wissens geliebt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sie seit sieben Tagnächten fortgegangen waren, erschütterten dumpfe Donnerschläge Riaplots Leib und so wussten die Menschen, dass der Kampf begonnen haben musste. Hatten sie doch Ischan mit mächtigen Waffen über der Schulter aufbrechen sehen, so groß und schrecklich, wie sie seither niemand mehr zu führen vermocht hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der Beginn der letzten Tagnächte, denen alles Volk am Dugor Harog hernach als den langen Mond des Schreckens gedachte. Von Jenen, die dort an den steilen Hängen wohnten, starben schon viele in der ersten Tagnacht und noch ungezählte weitere bis sich die Herrin der Erleuchtung zur Nacht wieder in voller Pracht den Menschen zeigte. Viele von ihnen wohnten in Höhlen am Berge, von denen sie nicht wenige selbst hinein gehauen hatten. Obwohl sie schon damals kundig darin waren, in Riaplots Fleisch zu graben und seine Knochen zu formen, so konnten sie doch noch nicht wissen, wie man Gänge und Höhlen baut, die auch dann zu überdauern vermögen, wenn sich die Erde regt. Und nie wieder mussten die Sterblichen erleben, wie der Leib des Königs der Berge sich so sehr in Schmerzen winden musste, wie damals, als Ischan die Schluchten in seinen Leib schlug und Natan ihm tiefe Wunden riss, um seinen Bruder mit Felsen zu erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach sieben Tagnächten, als Ischans Arm erlahmte, schöpfte Natan neuen Atem, um seinem Bruder mächtige Flüche entgegen zu schleudern. Und weil er wusste, dass er auch Riamodan gegen sich hatte, rief er nach den Dienern der Riaranjoscha, auf dass sie die Leidenschaft in Ischan verlöschen mochten.&lt;br /&gt;
Und als weitere sieben Tagnächte vergingen, da eilten die Nebelgeister auf himmlischen Rössern dem Natan zur Hilfe. Als die Sterblichen auch in der Ferne sie erblickten, erschraken alle, denn weithin sichtbar war ihr Heerzug ob seiner großen Zahl, größer als alle Reiterscharen in der Steppe und im Tal. Nie zuvor hatte die Herrin der Weisheit ihre Geister des Nebels mit solcher Stärke entsandt. Hoch über die Flüsse und Täler hinaus ragten sie, selbst zur wärmsten Stunde der Tagnacht ritten sie am Boden, wo sie doch sonst schon lange in den Himmel heimgekehrt wären. Als sie am Berg auf Ischan einstürmten, da erzitterte Riaplots Leib unter den Schlägen ihrer Hufe, viel mehr noch als unter Hieben des Weltvaters zuvor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und als in der viermalsiebten Tagnacht Riamodan sein Antlitz auf dem Gipfel des Dugor Harog zeigte, da erschraken die Sterblichen noch mehr. Denn die Nebelgeister hatten in ihrem Ansturm auch Bakir, den jungen Schüler des Ischan, zu Tode gestampft, den Pakt der Weltväter missachtend, wonach er nur Zeuge, nicht aber Teil des Kampfes sein durfte. Daraufhin schrie der starke Weltvater voller Wut und Rachedurst zum Thron im Feuer hinab und Riamodan antwortete, indem er seinem Günstling für einen mächtigen Zorneshau seine Macht lieh. Damit erschlug Ischan den Heerführer der Nebelgeister, woraufhin die übrigen die Flucht ergriffen. Doch fanden sie den rechten Weg nicht, sondern stürmten vom Gipfel des Dugor Harog in alle Himmelsrichtungen hinab und zermalmten alles zu Staub, was das Unglück besaß, unter ihre Hufe zu geraten. Und die Opfer unter den Sippen, die dort am Berge lebten, waren gewaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun blieb Natan ohne Beistand dem flammenden Schwert des Ischan ausgeliefert und war schon auf seinen Knien, als Ischan zu seinem letzten Hieb ansetzte. So siegessicher war der stärkere Weltvater, dass er weithin ausholte und Natan Gelegenheit zu einer letzten List gab. Dieser umwickelte seine Hand mit seinem Mantel, schnellte vor und hielt die flache Klinge seines Bruders von sich fern. Doch Ischans Zorn war zu groß, statt mit der flammenden Klinge schlug er denn machtvoll und ohne Gnade mit des Schwertes Kloß hernieder, solange bis er Natan schrecklich zugerichtet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natan wiederum ergriff im Todeskampf Ischans Arm und als er mit zerbrochenen Gliedern herniedersank, da ließ er nicht mehr los, sondern zog Ischan mit sich zu Boden. Und weil dieser in seinem Eifer die Gefahr nicht bemerkte, so kam es dann zuletzt, dass er in seine eigene flammende Klinge stürzte und die Mächte, die er selbst im Zorn gerufen hatte, ihn von Kopf bis Fuß versengten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Feuergott dies sah, erkannte er, dass kein Sterblicher zuvor und kein Sterblicher hernach seine Lieder in solcher Herrlichkeit würde erschallen lassen. Da weinte er Tränen, wie es sonst nur die Herrin der himmlischen Wolken zu tun vermag. Doch waren es graue Tränen, die sich auf Riaplots Leib herabsenkten wie Schnee. Dies war die dunkelste Stunde der Sippen unten am Berge und auch viele Menschen in der Steppe, im Wald und im Tal starben, denn Riamodans Tränen waren bitter und erstickten alles Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich kam Elea aus einem Versteck hervor, wo sie zuletzt ausgeharrt und die schreckliche Schlacht mit eigenen Augen geschaut hatte. Und als sie zu Natan kam, da war er bereits dem Tode geweiht und ihr blieb nichts anderes, als seinen Kopf in ihrem Schoße zu betten und seine zerschmetterte Hand zum Trost in die ihre zu legen. Da kam es, dass sich im heiligen Natan ein letztes Mal die Lebensgeister regten und er zu der frommen Elea sprach: &amp;quot;Sieh, die Zwietracht ist über uns gekommen und unser Streit muss unentschieden bleiben. In unserer Zwietracht haben mein Bruder und ich großes Unglück über alle unter dem Himmel gebracht. Die Geister, die ich rief, haben Heimstätten verwüstet und viele auf ihrem Weg erschlagen, die nicht hätten teilhaben sollen an unserem Kampf. Diese Schuld will ich nicht mit zur Herrin der Seelen nehmen, doch mein letzter Atem schwindet. So bitte ich dich, Elea, bete zu den sieben großen und herrlichen Göttern an meiner statt für die Gunst der Sippen unten am Berge.“ Elea sprach, dies wolle sie für ihren Meister gerne tun und darauf legte der heilige Natan dankbar seine blutige Hand auf Ihre Schulter und schloss für immer seine Augen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam es dann, dass die fromme Elea voller Hingabe zu den sieben großen und herrlichen Göttern zu beten begann. „Oh König der Berge,“ bat Elea, „möge das Blut, welches mein Meister vergoss, dein Opfer sein! Ich bitte dich, nimm diese Gabe an.“ &lt;br /&gt;
Und weil sie nicht aufhörte, als Durst und Müdigkeit sie plagten, sondern tapfer ausharrte, erhörte Riaplot ihr Flehen und verwandelte Natans Mantel, mit dem er seine Hand umwickelt hatte, in den Mohn, der allen Schmerz besänftigt. Als Elea, die von ihrem Meister alles über die Kräuter, Moose und Pflanzen gelernt hatte, nun eine Blume sah, die ihr noch fremd war, verstand sie, dass sie erhört worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ihr großen und herrlichen Sieben, hört meinen Eid, der der Eid des Natan ist. Er gibt das von ihm vergossene Blut als Opfer, sein eigenes Blut aber, das von seinem Bruder vergossen wurde, soll das Pfand der Sippen unten am Berge werden, bis zu der Zeit, in der er wiedergeboren wird und seine Schuld bezahlen kann.“&lt;br /&gt;
So betete sie, bis schließlich die erste Nacht der Welt hereinbrach und der erste Tag ihr folgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An jenem ersten Tage stiegen Überlebende von den Sippen unten am Berg hinauf und erst am Abend fanden sie die fromme Elea im Gebet, den verbrannten Leib Ischans zu ihrer rechten, den zerbrochenen Leib Bakirs zu ihrer linken und den zerbrochenen Leib des Natan zu ihren Füßen, sein Blut an ihrer Hand, den Abdruck seiner Hand auf ihrem weißen Kleid. Daraufhin berichtete Elea den Sippen, die am Dugor Harog wohnten, von Natans letztem Wunsch. Und die Sterblichen staunten, denn als sie zu Boden blickten, da ward das viele Blut, welches Natan vergossen hatte, zu Silber verwandelt, wie ein Abbild des hellen Glanzes der Riasina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dies sprach Elea: &amp;quot;Seht, die sieben Großen und Herrlichen Götter haben meine Gebete erhört. Das Blut, welches Natan im Bruderzwist vergoss, ist Euch nun silbernes Pfand für das Unglück, welches Ihr erlitten. Und wenn ihr fragt, wann die Zeit gekommen sei, dass der weise Weltvater sein Pfand einlöse, so seht, dass nicht all sein Blut geronnen ist. Ein kleiner Teil ist noch immer flüssig, obgleich die Götter es zu Silber gemacht haben. Dieses Silber sollt ihr mit Ehrfurcht suchen und bewahren, denn ihm wohnt Natans letzte Kraft noch inne. Und erst wenn der letzte Tropfen geronnen ist, dann wird er wiedergeboren werden und seine Schuld begleichen. Doch seid demütig und verschwendet nicht, was die sieben Großen und Herrlichen gegeben, denn der König der Berge wird jene strafen, die zu gierig sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortan holten die Nachkommen jener Sippen am Dugor Harog kostbares Silber aus dem Berg, wo vorher Natans Blut vergossen worden war. Und alle, die Freunde des Natan gewesen waren, zeigten sich dankbar und dienstbar, wann immer ihnen die Ehre zuteilwurde, sein nunmehr von göttlichem Segen erleuchtetes Blut zu schauen und zu besitzen. Denn durch Eleas Zeugnis galt das Silber aus dem Dugor Harog auch stets als ein Zeichen des Edelmutes und der Demut, die Natan mit seinen letzten Atemzügen gezeigt hatte. Damit war das Leid der Sippen, die dort am Berge wohnten, gemildert, konnten sie doch Silber gegen Brot und Bier und Dörrfleisch und Nüsse tauschen, als weithin um den Dugor Harog, ob der großen Schlacht die dort getobt hatte, für lange Zeit kein Strauch und kein Baum Früchte trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wie Ischan zu Asche verbrannt war, so verbrannten sie auch die Leiber seines Bruders und seines Schülers, um so wenigstens nach dem Tode der zänkischen Brüder ihrem Neid keine Nahrung mehr zu geben. Seitdem bestattet man die Toten auf diese Weise. Während die Weltväter noch heute auf ihre Wiedergeburt warten, so kehrte Bakirs Seele schon in der übernächsten Generation zurück ins Leben und wurde denen geboren, die von seiner Mutter abstammten. Zuvor aber wandelte sein Ahnengeist unter denen, die seine Urne befüllt hatten und ihn ehrten. Ihnen allein verriet er alle Geheimnisse der Schmiedekunst, die er von Ischan einst gelernt hatte. Und bis in unsere Tage werden diese Geheimnisse weiter gegeben von Meister zu Schüler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die treue Elea verlebte ihre übrigen Tage unter den Sippen des Dugor Harog, pflegte den Mohn, den Riaplot ihr als Zeichen seiner Gunst geschenkt hatte und ihre Nachkommen pflegen ihn noch heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geburt von Sommer und Winter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Vorzeit von den Stämmen Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im ersten oder zweiten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Anna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist die Geschichte von der Geburt von Winter und Sommer. So habe ich sie von meiner Großmutter gehört und so erzähle ich sie euch, meine Kindeskinder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Zeit als die Stämme Ischans und Natans sich entzweit hatten, tränkten Flüsse von Blut Riaplots Leib. Die Leben der Menschen und ihre ganze Kraft, viel zu früh vergossen und noch heiß und brodelnd sank tief in den Schoß des großen und herrlichen Gottes und ihm entsprang eine goldene Schlange, so heiß und so schön wie Riasions Auge. Ihr Name war Evörr und wohin sie auch ging, wurde das Land fruchtbar und alles wuchs und gedieh um sie. Doch war das Blut aus dem sie geboren war, zu heiß vom Kampfe. Wenn sie länger an einem Ort verweilte, wurde aus Fülle Dürre und aus Leidenschaft Raserei. So zog sie rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ständige Sterben der Menschen füllte auch Riadugoras Hallen mit dem kühlen Hauch der Seelen. Ihre Winde wurden nie müde, die Toten herbeizubringen. Ein solches Brausen herrschte in den Gewölben der Unterwelt, dass die Toten keine Ruhe finden konnten. So legte sich Riadugora also nieder und gebar eine silberne Schlange, so kalt und so schön wie Riasinas Auge. Sein Name war Jardo und wohin er auch ging, brachte er Ruhe und Andacht. Doch die Kälte des Todes und die neugewonnene Macht der Winde waren zu stark. Wenn er länger an einem Ort verweilte, wurde aus Ruhe Starre und aus Andacht Untätigkeit. So zog er rastlos durch die Lande und hatte keine Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages begegneten sich Jardo und Evörr auf ihrer nie enden wollenden Reise. Die Liebe zwischen ihnen war bereits groß, als ihre Blicke sich trafen und sie wuchs mit jedem Tag. Von nun an wandelten sie gemeinsam und wohin auch immer sie gingen, blühte und grünte es und die Erde verschenkte ihre Gaben so bereitwillig wie zu den Zeiten vor dem Bruderkrieg. Als Riaplot dies sah, weinte er, denn er liebte seine Tochter sehr. Noch größer aber als seine Liebe war sein Zorn gegenüber den Menschen, sodass er Riason bat, Jardo und Evörr auf immer zu trennen. Riason kam dieser Bitte schweren Herzens nach, denn auch er erfreute sich an der Harmonie der beiden Liebenden. In seiner Weisheit kettete er Evörr an die Sonne und Jardo an den Mond. Wenn Götter und Menschen versöhnt sind und die ewige Tagnacht herrscht, werden auch die Kinder von Erde und Wind wieder zueinanderfinden. Bis dahin werden wir heiße Sommer und kalte Winter haben und besonders die Winter werden Riaplots Geschöpfen Mühe bereiten, denn Jardo ist nicht leicht versöhnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Yerig-Baum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Im südlichen Längstal mündlich überliefert seit einer Zeit, in der die Vergessene Sprache schon vergessen war und in der die Nurynaische Sippe schon Yergigar besaß, erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des zweiten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Franziska''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Zahl Menschen in Arbons grünen Auen noch gering war und man noch Tage wandern konnte, ohne den Rauch eines wärmenden Feuers zu sichten, lebte ein Jäger, dessen Name Yerig war. Er war der Sohn einer starken Sippe, Vater gesunder Kinder und seine Jagdkunst ward viel gelobt. Und war er auch ein götterfürchtiger Mann, dankte den Göttern jeden Morgen und jeden Abend, brachte Opfer zu den Hohen Tagen und nach jeder Geburt eines Kindes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gab es ein Jahr, als das Vieh in den Wäldern wenig wurde und Yerig weite Wege und lange Tage laufen musste, bis er Wild legen konnte. Er fand sich in ungekannten Weiten, als er schließlich in der Ferne einen Hirsch zu sehen glaubte. So versessen auf die nahe Beute, blieb er blind für die Gefahr und hörte das Gebrüll des Bären, bevor er ihn sah. „Oh ihr Götter, lasst Gnade walten! Wendet des Bären tödliche Pranke ab!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär holte aus und schlug den Jäger nieder, seine Glieder brachen und sein Körper ging zwischen den Gräsern nieder. Mit dem letzten Atem sprach er an die Götter: „Ihr Großen und Herrlichen! Habe ich euch nicht geehrt? Habe ich nicht jeden Morgen und jeden Abend eure Namen gepriesen, euch gegeben von meinen Gütern, was ich entbehren konnte und nicht für jedes Kind mit Opfer gedankt? Habe ich nicht gelebt, wie es ein ehrfürchtiger Mann nur kann? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass mein Körper, der eben noch den Hirsch mit einem Schuss zu töten vermochte, nun hier geschunden liegt und ich das Leben verliere fern von der Heimat und der Sippe? Wie könnt ihr es Recht nennen, dass die Tiere mich fressen werden anstatt einer würdigen Bestattung neben meinen Ahnen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er nicht mehr sprach zogen die Wolken über der Ebene zusammen, der Himmel wurde dunkel und er vernahm die Stimme Riadoguras, die zu ihm sprach: „Was maßt es du dir an, einzelner Sterblicher, zu zweifeln an den Göttern und nicht zu danken, was dir gegeben ward! In eine ehrwürdige Sippe wurdest du geboren, einen starken Arm ließen wir dir wachsen, einem fruchtbaren Weib wurdest du gegeben und die dir geborenen Kinder ehrten dich. Willst du zweifeln, dass dies die rechte Zeit sei in meine Hallen einzukehren? So sei dir noch weitere Zeit auf dieser Erde gegeben. Dein Körper soll weilen auf diesem Fleck, so dass du Zeit hast, über deine Worte zu sinnen. Ein Baum sollst du werden und zu unseren Ehren sollst du wachsen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erkannte der Jäger die Schande seiner Worte. „So will ich tun, wie mir befohlen, und in ehrfurchtsvoller Arbeit meine Tage verbringen, wie die Götter es bestimmten.“ Und seine Knochen wurzelten tief in die Erde und zogen mit aller Kraft Riaplots Geschenk des Lebens in sich auf. Und aus seinen Lenden wuchs ein Spross gen Himmel, der sich an Riasions Geschenk der Sonnenstrahlen wärmte. „Groß will ich werden und Blätter und Früchte tragen, tief verwurzelt will ich sein und meine Haut stark wie Stein. Zu Ehren der Götter will ich jeden Tag wachsen und danken für mein Leben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, und der Baum wurde stark und seine grüne Krone immer dichter. In den Ästen des Baumes ließen sich die Vögel des Himmels nieder und bauten ihre Nester. Kriechtiere bauten ihre Höhlen zwischen den Wurzeln und der einsame Wanderer fand Schatten unter seinem Blätterdach. So zog der Sommer voran und der Baum brachte hart arbeitend Früchte hervor, saftig waren sie, und wurden röter von Tag zu Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voller Stolz mühte der Baum sich, sie immer größer und saftiger werden zu lassen, da begannen die Vögel bereits, die Früchte zu fressen und die vorbeiziehenden Wanderer zu pflücken, was sie tragen konnten. Da wurde der Baum betrübt und rief zu den Göttern: „Seht ihr großen Götter, getan habe ich, was mir befohlen ward. Gearbeitet habe ich jeden Tag und der Erde abgetrotzt, was ich konnte. All die Mühe habe ich in diese Früchte gesteckt und nun sollen die faulen Vögel sie fressen? Soll jeder Dahergelaufene einfach sich den Wanst mit meinem Tagewerk vollstopfen dürfen, ohne den Finger dafür krümmen zu müssen?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sprach Riaplot aus der Erde und den Pflanzen zu ihm: „Sterblicher, ein zweites Mal schon beklagst du dein Schicksal, obwohl die Götter dir mit vollen Händen geben! Wärmte die Sonne dich nicht durch Frühling und Sommer? Gab ich dir nicht aus der Erde all die Kraft, die zu brauchtest? Und stillte der Regen nicht deinen Durst alle Tage? Geize nicht mit deinen Früchten, was bringt es dir, wenn sie an deinen Ästen faulen? Ein Mensch bist du nicht mehr, die Früchte sind für andere.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder erkannte der Baum Yerig seine Fehlerhaftigkeit: „Große Götter, ich danke euch abermals und bitte um Vergebung. Meiner Arbeit Früchte will ich geben, wer sie verlangt, auf dass sie einem anderen nutzen.“ Als dann die letzte Frucht gepflückt war, wollte der Baum noch immer nicht ruhen. Denn Arbeit war es, was die Götter den Sterblichen auferlegt hatten. Und so begann er sein Antlitz in prächtigen Farben zu schmücken. In Rot und Gold ließ er seine Blätter strahlen, auf dass von weit her seine prächtige Krone zu sehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch das prächtige Farbenspiel lockte die Kinder Riadugoras, die Winde: „Sie an, welch schönes Spielzeug! In Rot und Gold ist es aufgemacht!“ - „Lass uns hineinfahren in die Krone und sehen wie die Blätter fliegen!“ Und die wilden Winde fuhren in das Blätterdach, zupften an jedem Ast die Blätter und tanzten wild mit ihnen im Kreise. Doch unbeständig wie die Windeskinder sind, ließen sie ihr Spielzeug alsbald fallen, nur um am nächsten Tage noch einmal zurückzukehren und neues Blattwerk zu zupfen. Wie der Baum Yerig so seine Arbeit zu Boden gleiten sah, würde er traurig und rief die Götter ein drittes Mal an: „Seht ihr Großen, wieder habe ich getan, wie mir geheißen, Mühe und Fleiß in meine Arbeit gesteckt. Doch wie lohnen es mir die Winde? Sie zerreißen mein prächtiges Haupt und lassen die Fetzen arglos am Boden liegen!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wieder zogen die Wolken zusammen und aus ihrer grauen Mitte spricht Riadugoras Stimme: „Sterblicher wieder zweifelst du an uns. Doch was maßt du es dir an, dich zu schmücken in prächtigen Farben? Der eitle Tand steht dir nicht zu, so tragen die Winde ihn fort. Und auch ist es Zeit für dich, die Arbeit ruhen zu lassen. Was dem Mensch der Tag, ist dem Baum das Jahr. Und so wie der Mensch abends seine Glieder zur Ruhe bettet, ist es Zeit für dich, alle Anstrengungen sein zu lassen und über den Winter zu träumen. Doch fürchte dich nicht: Riaranjoscha wird eine Decke aus Schnee über dich breiten, auf dass du im Frühling die Arbeit erneut wirst aufnehmen können.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Schnee aber gefallen war, ächzte der Yerig schwer unter dem Gewicht, schüttelte sich und warf ihn zornig hinfort. Noch ehe er aber diesmal ein Wort des Undankes sprechen konnte, fuhr ein Blitz in ihn ein, fällte ihn und verbrannte ihn zu Asche. Und da die Götter nun lange keine Klage mehr von Yerig hörten, erbarmten sie sich zum nächsten Frühjahr und ließen aus seiner Asche neunundvierzig Blumen spießen. Sie weilten in einem glücklichen, unbeschwerten Leben, tranken Riaranjoschas Wasser, wärmten sich unter Riasions Angesicht, speisten von Riaplots Gaben, vermehrten sich, um am Ende in Riadugoras hütende Arme zu sinken. Sie lebten nur um zu leben in Göttlichem Frieden. Und wie es war, so hatten die Götter ihre Freude daran, denn es war ihr Wille, weil sie es gemacht hatten wie es war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wie der Schnee entstand ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der glänzenden Sonne im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war wohl zu Zeiten des heiligen Timor - weder die Ältesten und Weisesten können dies jedoch mit Sicherheit sagen - dass am letzten Tag, bevor der erste grüne Halm des Frühlings in der Steppe spross und sich Jardo für den nahenden Frühling von Riaplots Angesicht verabschieden musste, er drei Schwestern erblickte, die in der Steppe ihre Stuten molken. Die Frauen gefielen ihm gut und so beschloss er, sich mit ihnen den letzten Tag vor seinem Abschied zu versüßen. In Schlangengestalt kroch er über die Wiese und nacheinander kroch er unter die Röcke aller drei.&lt;br /&gt;
Die drei Schwestern, von denen keine verheiratet war, fanden sich nun bald schwanger und danken den Göttern für das Zeichen ihrer Fruchtbarkeit. Später im Jahr, in der Nacht des ersten schweren Wintersturmes gebaren alle drei ihre Söhne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die große und herrliche Riadugora sah dies und wurde zornig. „Es soll nicht sein, dass mein Sohn, der Gefährte der Nacht, sich mit Sterblichen paart!“ Riadugora ließ die Nächte länger und finsterer als je zuvor werden. Vieh verirrte sich in der Dunkelheit und erfror und die Menschen bekamen Angst und trauten sich bald nicht mehr vor die eigene Tür.&lt;br /&gt;
Die Mutter der Schwestern erschrak, denn sie erkannte dies als Zeichen des Zorns der Göttin und riet ihren Töchtern: Ihr müsst euch der Allverzeihenden stellen, wenn sie es will von Angesicht zu Angesicht, und zwar heute, denn dem Zögernden wird nur zögerlich verziehen.&lt;br /&gt;
Die Schwestern fassten sich ein Herz und ritten hinaus in die Steppe zum Geisterhügel. Nach Sonnenuntergang riefen sie ihre Ahnen um Beistand an und boten der großen und herrlichen Riadugora ihr letztes Vieh als Opfergabe. Sie warteten beharrlich in der bitteren Kälte, bereit zu geben, was die Herrin des Atems ihnen nehmen wollte. Die Allverzeihende legte ihre Stirrn in tiefe Falten: Sie sah die Verzweiflung doch sah sie auch den Mut und die Aufrichtigkeit des Opfers. Die Schwestern harrten bis zum Morgen aus, und die Allverzeihende beschloss schließlich, dass sie den Frauen nicht das Leben nehmen wollte, und so verwandelte sie die Schwestern in drei schwarze Falken.&lt;br /&gt;
Um zu verschleiern, wo ihre Seelen wandelten rief sie mit ihrer Schwester viele Nebelgeister zu sich und schickte sie in einer wilden Jagd über die Steppe, um ihren Sohn irrezuführen. Im Federkleid kehren die Schwestern vor Jardos Augen verborgen zu ihrer Sippe zurück, mit Falkenaugen wachten sie über ihr Heim, und mit ihren scharfen Klauen jagten sie fortan für ihre Kinder, die nie wieder Hunger hatten. Als die jungen Söhne herangewachsen waren, wurden sie zu großen Jägern und ihre Sippe groß und fruchtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jardo wurde traurig, dass seine Mutter die Mütter seiner Kinder in der Kälte sterben lassen hatte und mit Hilfe ihrer Schwester ihre Seelen zu rastlosen Nebelgeistern gemacht hatte. In der Tat wurde er wütend, dass seine allverzeihende Mutter so unversöhnlich gegenüber seinen Kindern war und grausam zur alten Großmutter, die mit gebeugtem Rücken und trüben Augen weder Vieh hüten noch den Acker bestellen konnte. Alt wie sie war, hätte sie vor ihren Töchtern sterben sollen, doch nun musste sie noch die Kindeskinder ernähren.  Er sann auf eine List um die grausame Tat seiner Mutter zu mildern. Lange saß er auf einem grauen Stein und grübelte, doch es wollte ihm nicht gelingen. Während er saß und grübelte, begann er, Wollflusen aus seinem Mantel zu rupfen und je mehr er nachdachte, desto mehr rupfte er Fussel aus. Diese Flusen fielen hell auf Riaplots Antlitz und wie er so dasaß und grübelte und rupfte, wurde die Erde ganz davon bedeckt. Die Decke vervielfachte in der Nacht das Licht Riasinas und der Sterne, und die Menschen schöpften neuen Mut.&lt;br /&gt;
Riadugora blieb es nicht verborgen, dass ihr Sohn wütend gegen sie war, doch lächelte sie und befahl ihren Windgeistern, nun eine Weile zu ruhen. So blieben die Spuren von verirrtem Vieh noch lange bestehen, sodass kein Hirte mehr lange nach einem verlorenen Schaf suchen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aynur, die Schäferin ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit im Tejadun mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben im Kloster des Heiligen Danason Anfang des fünften Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Tobias''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früh im Sommer war eine junge Schäferin bei den Herden der Sippe, saß vor Ihrer Jurte und flickte gerade ihr Zaumzeug. Aus dem halbhohen Gras tapste ein Murmeltier auf sie zu, blieb vor ihr stehen und sprach sie an. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Das Murmeltier lief in die Jurte, trank Wasser und aß etwas von dem Brot mit Kümmel. Es erzählte der Schäferin von Wiesen mit süßen Kräutern und den Träumen die es im Winter geträumt hatte, bedankte sich und machte sich wieder davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas später im Sommer, die Nächte waren inzwischen frei von Frost, bekam die Schäferin erneut Besuch. Eine Gazelle trat vor die Jurte hin und fragte: &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe.&lt;br /&gt;
Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Nach dieser freundlichen Einladung rief die Gazelle ihr Junges aus dem hohen Gras und beide betraten die Jurte. Das Junge sprang in der Jurte über alle Kissen und Kisten, sie aßen und tranken und hatten einen vergnüglichen Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Tage vergingen, es war schon beinahe Abend, da trottete ein Dachs auf die Jurte zu. &amp;quot;Wer bist du denn und was machst du hier?&amp;quot; &lt;br /&gt;
„Ich heiße Aynur, bin Schäferin und hüte die Herden meines Vaters und meiner Sippe. Du musst müde sein, komm doch in meine Jurte, setz dich ans Feuer und iss und trink etwas - sei mein Gast.“ &lt;br /&gt;
Der Dachs brummte zuerst etwas missmutig vor sich hin, nahm die Einladung aber doch an. Er nahm gerne von dem Trockenfleisch der Schäferin und davon durstig geworden noch mehr vom Wein, den sie ihm anbot. Mehr als ein bisschen betrunken sang er ihr alle Leider vor, die er kannte und schlief am Feuer ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lauf des Sommers besuchten weitere Tiere der Steppe die junge Schäferin. Eine Schlange verbrachte die Nacht um das Herdfeuer geringelt und deutete ihre Träume, ein stolzer Hirsch lief mit ihr und ihrem Pferd um die Wette, von den hohen Gipfeln kam ein Adler zu ihr herab, der ihr Geschichten von jenseits der Berge erzählte und einer der wilden Esel trug sie, nachdem sie ihn zu Gast geladen hatte auf seinem Rücken zu einem versteckten Wasserloch, das sie bis dahin noch nicht gekannt hatte. Ihnen allen stellte sich Aynur vor und sie alle lud sie zu Gast. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende des Sommers, die Nächte waren schon viel länger geworden und der Herbst färbte das Land hörte die junge Schäferin ein heulen das nicht der Wind war. Sie löschte das Feuer in der Jurte, trieb die Schafe ein gutes Stück weit weg und gürtete sich mit dem langen Messer. Zurück an der Jurte setzte sie sich vor den Eingang und wartete.&lt;br /&gt;
Es wollte schon fast Nacht werden, als ein großer grauer Wolf vor sie hintrat. Seine gelben Augen leuchteten über den elfenbeinweißen Zähnen. Er knurrte leise. &amp;quot;Ein Menschenkind... Was machst du denn ganz alleine in der weiten Steppe?&amp;quot;&lt;br /&gt;
Aynur antwortete ihm: &amp;quot;Ich hüte meinem Vater die Jurte, er ist beim ersten Morgengrauen fort auf die Jagd, das ist sein Handwerk. Das Feuer in der Jurte ist leider ausgegangen, aber du kannst gerne auf ihn warten, damit er es wieder entzündet. Ich erwarte ihn jeden Moment!&amp;quot; &lt;br /&gt;
&amp;quot;Oh, keine Umstände meinethalben, Ich muss fort, ich habe dringende Geschäfte zu erledigen...&amp;quot; antwortete der Wolf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jedermanns Bruder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Stämmen Ischans und Natans überliefert, erstmals niedergeschrieben im Haus der Winde im zweiten oder dritten Jahrzehnt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Alice''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst, vor langer, langer Zeit, als Riasina ihre Herde zu sich rief und ihr Antlitz vor den Menschen verschleierte, kam es zu den Ereignissen, von denen ich euch nun berichten will. Bei dieser Mondfinsternis nämlich, gelang es Jardo, dem Gefährten der Nacht, sich aus den silbernen Ketten des Wissens zu befreien, mit denen er an Riasinas Thron gekettet ist, seit Anbeginn von Tag und Nacht. Was folgte nun, da der Herr von Frost und Schnee nun frei war, zu tun, was er wollte? Überzog er alles mit Kälte und der unsichtbaren Macht seiner Mutter? Machte er sich auf den Weg, endlich seine Geliebte zu erreichen, nach der er sich so viele Menschenalter schon sehnte? Nichts von Alledem! Die Menschen bemerkten sein Fehlen erst gar nicht und erfreuten sich an einem langen, warmen Sommer. Der Sommer hatte das Korn reifen lassen, doch die Früchte an den Bäumen verdorrten, ehe sie reif wurden. Und das, was den Menschen von der Ernte übrigblieb, wurde von Fliegen heimgesucht. Niemand konnte mehr ruhig schlafen, so viele Plagegeister hielten die Menschen nachts wach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bauer, der sein Haus am Fluß hatte, besah sich seine Felder, seinen Speicher und sein Haus, wo es von Fliegen und Schnaken nur so wimmelte, und sprach: „Dank sei dir Riaplot, doch wie sollen wir nur überleben, wenn unsere Vorräte verderben, noch ehe der weiße Mantel die Erde bedeckt? Wenn er doch nur kommen würde, der Gefährte der Nacht, mit Eis und Schnee, ehe es zu spät ist. Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte nicht nur Sonne. Nicht weit entfernt vom Bauern ging ein Jäger auf die Jagt. Eines Tages hatte der Jäger einen großen Hirsch verfolgt, als ein Unwetter aufzog und ein heftiger Regen ihn überraschte. Er zog einen Pfeil aus dem Köcher und zielte. Doch just in diesem Moment barst sein geliebter Bogen, denn der Regen hatte das Holz aufquellen lassen. Das Wasser klatschte und prasselte ihm nur so ins Gesicht, dass er bald rein gar nichts mehr sah und als er schließlich nach Hause kam, goss er ganze Bäche aus seinen Stiefeln. Der Hirsch war unterdessen in den Wald zurückgesprungen. Da rief der Jäger: „Wie soll ich nur jagen? Was wird aus mir? Bei diesem Regen muss ich mir bald eine Angel bauen und ein Netz knüpfen und auf die Pirsch gehen nach Hirsch-Fischen und Reh-Fischen! Wie glücklich wäre ich, wenn der Gefährte der Nacht die Blätter von den Bäumen fegen und mir ein paar schöne frost-klare Nächte bescheren könnte! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Der lange Sommer bescherte den Menschen viele saftige Weidegründe. Und so trieben die Hirten im Tal ihre Herden immer weiter und weiter. Doch die Mutter der Hirtensippe blieb allein zurück. Als die Zeit für die Herbstnächte immer näher rückte, sorgte sie sich sehr, denn noch war keines ihrer Kinder an das Herdfeuer ihres Heims zurückgekehrt. Die alte Frau rief: „Was wird nur aus mir altem Weib! Vor Sorge kann ich nicht schlafen und vor Einsamkeit werde ich noch ganz krank! Hilf mir, Gefährte der Nacht, und weise meinen Kindern den Weg zurück an mein Feuer! Dort wollen wir das Ende des Sommers feiern und dich preisen! Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
Landauf und landab im ganzen Tal riefen die Menschen bald: „Ich bitte dich, Gefiederte Schlange, kehre ein in mein Heim!“&lt;br /&gt;
All dies Rufen und Bitten hörte Jardo und beschloss, in die Heime derer einzukehren, die so flehentlich um seine Hilfe baten. Er kehrte ein in das Haus des Bauern, brachte alle Fliegen und Schnaken zum Schweigen, sodass die Vorräte nicht verdarben und der Bauer nach langer Zeit endlich wieder ruhig schlafen konnte. Er fegte die Blätter von den Bäumen und brachte frostige Nächte, in denen der Jäger mit reicher Beute von der Jagt heimkehrte. Er geleitete mit eiskaltem Westwind und Raureif die Hirten zurück zu ihrem Heim, wo sie zum Festessen mit ihrer Mutter fette Schafe schlachteten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wanderer ging er in den Häusern und Jurten ein und aus und zu den Menschen sprach er: &lt;br /&gt;
„Ihr habt mich in euer Heim gerufen. Nun, hier bin ich, bereit zu bleiben und zu geben, was ihr so lange vermisst habt. Doch habe ich drei Bedingungen: Jedem, der an eurer Tür Gastrecht erbittet, dem sollt ihr es gewähren! Bruder sollt ihr mich nun nennen, wenn ich in eurem Heim wohne! Und die Vögel, die füttert nicht vor eurer Tür, sondern dort, wo ihr auch euer Vieh füttert! Und ganz besonders die Eule, die nachts durchs Fenster schaut, die sollt ihr vertreiben, denn sie erspäht für die mächtige Riadugora die Seelen, die sie bald holen kommen will! Verriegelt die Fenster, dass sie eure Kinder in ihren Betten nicht zu lange ansieht!“&lt;br /&gt;
So verging die Zeit, in der der Gefährte der Nacht in den Häusern ein und aus ging. In den kurzen Tagen zehrten die Menschen von ihren Vorräten und fütterten ihr Vieh. Die wenigen Vögel, die sich an den Resten vom Viehfutter und Brotkrumen gütlich taten, hielten sie von ihren Türschwellen fern. Nachts kamen sie um die niedrig brennenden Herdfeuer zusammen, um zu erzählen. Sie hießen Gäste willkommen und waren froh und glücklich, Jedermanns Bruder in ihrer Mitte zu wissen. So vergingen Tag um Tag und Nacht um Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Große und Herrliche Riasina hatte sich derweil ihre Herde genug besehen, warf den Schleier ab und begab sich zu ihrem silbernen Thron, um ihre Reise fortzusetzen. Doch was fand sie dort? Leere Ketten und keine Spur der silbern gefiederten Schlange! Mit den geborstenen Ketten ging sie zu ihrer Schwester, damit sie ihr helfen könnte, den Flüchtigen zu finden. Die Allverzeihende kniff die Augen zusammen und siehe da: enddeckte sie Spuren ihres Sohnes im Tal zwischen den zwei Flüssen. So schickte sie ihre Vögel um Ausschau nach Jardo zu halten. besonders ihre alte treue Eule ließ sich nachts still und unentdeckt in den Bäumen nahe der Häuser nieder, um durch die Fenster zu spähen und zwischen all den Menschen den Sohn ihrer Gebieterin ausfindig zu machen. Doch es wollte ihr bei dem dichten Gewimmel an Menschen in den Häusern nicht gelingen. Tapfer saß sie Nacht um Nacht still ohne ein einziges, leises „Schuhu“ auf ihrem Baum und spitzte die Ohren. Doch hörte sie die Menschen sich untereinander nur Bruder nennen. &lt;br /&gt;
Bald enddeckte sie manch ein Vater auf ihrem Baum und begann, Steine auf sie zu werfen und sie mit den Worten zu verscheuchen: „Fort mit dir, wag es ja nicht, meine Kinder anzusehen, wie sie in ihren Betten schlafen!“&lt;br /&gt;
Das machte die alte, weise Eule stutzig. Hatten die Menschen sie nicht immer freundlich begrüßt, wenn sie auf einem Baum neben dem Haus saß, durch die Fenster die schlafenden Kinder besah und ihnen durch ihr „Schuhu“ gute Träume brachte? Hatte nicht manch eine Mutter nachts das Fenster offengelassen oder war gar mit einem weinenden Kind im Arm vor die Türe gegangen, damit es sich beruhigte und einschlief? &lt;br /&gt;
Sie flog heim zu ihrer Gebieterin und berichtete von all dem was sie gehört und gesehen hatte. Die Allverzeihende ahnte, was geschehen war. Ihr Sohn weilte unter den Sterblichen und verweilte zwischen ihnen, um sich seiner Pflicht zu entziehen. Und so schickte sie die Eule zurück zu den Menschen mit einer List.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Tal zwischen den zwei Flüssen wurden derweil die Nächte immer länger und kälter, jetzt, da Jedermanns Bruder bei den Menschen eingezogen war. Der Bauer besah sich seinen leeren Speicher, in dem selbst die Mäuse erfroren waren. Er seufzte: „Wie sollen wir leben, wenn wir bald das Saatgetreide essen müssen?“ Der Jäger kehrte bald immer öfter mit leeren Händen von der Jagt zurück. Denn im tief verschneiten Wald war kaum noch Wild zu finden. Am Herdfeuer der Sippenmutter tranken die Hirten bald nur noch dünnen Tee. Und statt Geschichten und Gelächter hörte man oft nur noch Murren und Zank. Denn mit der Zeit wird, wie wir alle wissen, die Enge Manchem lästig. &lt;br /&gt;
So kam es, dass eines Tages ein Mütterchen aus ihrer Jurte trat und nach ihren Tieren sah. Gerade hatte die Sippe das Abendgebet gehalten, schon stritten drinnen am Feuer ihre Töchter, während ihre Söhne grimmig und stumm in die Glut starrten. &lt;br /&gt;
Da sah sie auf einem Baum die Eule sitzen. Alt wie sie war, hatte sie keine Angst vor ihr. Was Jedermanns Bruder über die Eule sagte, beeindruckte sie nicht sehr. Die Kindeskinder schliefen in diesen Nächten zwar schlecht, es war jedoch keines gestorben und sie selbst hatte schon seit langem ihren Frieden gemacht. Wenn Die, Deren Thron am Ende steht, sie durch ihre Dienerin in ihre Hallen einladen würde, so sollte es eben geschehen.&lt;br /&gt;
„Grüß dich Mütterchen, Schuhu,“ rief die Eule. „Guten Abend, Eule,“ sprach das Mütterchen.&lt;br /&gt;
„Kalt ist es, Schuhu! Alleine hier draußen?“, sagte die Eule.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist Streit, hier draußen ist Frieden. Zu viel Lärm für meine alten Ohren.“&lt;br /&gt;
„Wie kommts? Schuhu,“ &lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder treibt die Leute zusammen und die Zeit wird ihnen lang. Keine Butter im Tee, alle Wolle versponnen, alle Geschichten schon siebenmal erzählt. Dafür teilen wir uns jetzt die Läuse und die Wanzen.“&lt;br /&gt;
„Jedermanns Bruder also, Schuhu! Wer mag er nur sein?“&lt;br /&gt;
„Der Klein-Große, der Dick-Dünne, der Mit-Ohne-Bart, der genau ist es, der bei uns ein und aus geht.“&lt;br /&gt;
„Der ist es also, Schuhu. Man freut sich ja über jeden Besuch. Bei Manchem bei Kommen, bei Manchem beim Abschied, nicht wahr?“&lt;br /&gt;
Die alte Frau lächelte und sagte nichts mehr.&lt;br /&gt;
„Schuhu, komm morgen wieder und bring einen leeren Schlauch mit.“, sagte die Eule und flog davon. &lt;br /&gt;
Am nächsten Abend trat die alte Frau wieder aus ihrer Jurte, ging dahin, wo das Vieh zusammengetrieben worden war und wartete mit einer leeren Ziegenhaut auf die Eule. Als die Sonne ganz untergegangen war, kam sie schließlich geflogen.&lt;br /&gt;
„Schuhu, Mütterchen, siehst du den Stein da? Nimm ihn und schlag die Eisdecke über dem Wasserloch ein, in dem ihr euer Vieh tränkt.“&lt;br /&gt;
Der Stein war schwer, doch gesagt, getan.&lt;br /&gt;
„Schuhu! Nun fülle den Schlauch und nimm eine Hand voll Schlamm vom Grund. Den Schlamm mischst du in den Gerstenbrei zuhause und lässt ihn stehen. Wirst schon sehen, was daraus wird. Und in den Schlauch sollst du jeden Sommer den Saft der reifsten und besten Früchte füllen und ihn aufheben, bis der Sommer vorbei ist. Der Trunk aus diesem Schlauch wird jeden, der davon trinkt, mit der Wärme des Sommers erfüllen. Einer, der vorm Feuer dies hier trinkt, wird offenbaren, ob er nun klein oder groß ist, ob dick oder dünn, ob er einen Bart hat oder keinen. Er wird seinen wahren Bruder Bruder nennen und seine wahre Schwester Schwester. Nun geh zurück in dein Haus.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Feuer schenkte die Frau allen von dem Wasser aus dem Schlauch ein. Doch wie sonderbar roch dieses Wasser! Es roch nach allen Früchten des Feldes, nach grünem Gras, nach Blumen, nach Honig und nach Harz von den Bäumen. Jeder, dem dieser betörende Duft in die Nase stieg, nahm einen tiefen Zug aus dem Becher. Und noch einen. Und noch einen. Eilig schenkte sie nach. Auch Jedermanns Bruder hatte sich am Feuer eingefunden und bereits gierig drei Becher geleert. &lt;br /&gt;
je mehr er trank, desto mehr stieg die Wehmut in ihm auf. Bald erzählte er den Menschen am Feuer von seiner Geliebten und seiner immerwährenden Suche. Er beweinte sein Schicksal, klagte bitterlich darüber, wie er sich in silbernen Ketten auf rastlosen Reisen am Thron der Riasina plagen musste. Der Trank hatte alle Streitereien am Feuer verstummen lassen und es wurde immer stiller. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald begannen sich die Brüder und Schwestern am Feuer aneinander zu lehnen, denn die Glieder waren ihnen schwer geworden. Nur Jedermanns Bruder trank und redete und trank und redete weiter. Schließlich merkte er, wie still es geworden war, erhob sich und trat vor die Tür. Dort setzte er sich auf einen Stein.&lt;br /&gt;
„Ein Bruder draußen allein in der Nacht. Warum nur, Schuhu?“, fragte eine Stimme.&lt;br /&gt;
„Ach, geh doch weg! Was verstehst du schon,“ sagte er.&lt;br /&gt;
„Drinnen ist ein warmes Feuer und alles schläft und träumt.“&lt;br /&gt;
„Weißt du wer ich bin? Die Nacht ist mir nicht fremd, die Kälte ist mir eigen. Alles war gut bis zu dieser Nacht. Nun zerreißt mich die Sehnsucht, wenn ich den Duft meiner Geliebten rieche, sie schmecke aber sie nicht sehen oder halten kann.“&lt;br /&gt;
So fuhr er fort, bis er schließlich alles gesagt hatte, müde wurde und sich nur noch unter dem Stein verkriechen und ausruhen wollte. Da lag er nun und die weise Eule griff ihn und trug ihn fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das gefiederte Kalb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''IT: Seit unbekannter Zeit von den Kindern Ischans und Natans mündlich überliefert, erstmals niedergeschrieben erstmals niedergeschrieben im Haus der Dämmerung Anfang des vierten Jahrzehnts.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''OT: Von Sebastian''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verstarb die Mutter von drei Töchtern. Der Klugen vererbte sie den Hof, der Willensstarken die Herde und der Geduldigen die magische Spindel, deren Garn nicht endet. So gab sie jeder Tochter ihren Teil und eine jede war zufrieden. In vollem Glück lebten sie gemeinsam, bis auch das Leben ihres Vaters sich dem Ende näherte und er sie an sein Bett rief. Und wie er sie nun zum letzten Mal sah musste er weinen.&lt;br /&gt;
„Weine nicht“, sagte die Willensstarke. „Denn auch nachdem du gestorben bist, werden deine Kinder und Kindeskinder deinen Namen kennen!“ Doch der Vater weinte nur noch mehr.&lt;br /&gt;
„Warum weinst du denn?“ fragte die Kluge. „Was ist es, dass dir keine Ruhe gönnt?“&lt;br /&gt;
„Ach meine Töchter“, sagte der Vater, „Ich versprach eurer Mutter, das Geheimnis ihres wahren Schatzes zu bewahren. Doch wenn ich gestorben bin, wird niemand mehr davon wissen. Dies betrübt mein Herz.“&lt;br /&gt;
Nun verlangten die Kluge und die Willensstarke von ihrem Vater, ihnen vom wahren Schatz der Mutter zu berichten. Nur die Geduldige hielt seine Hand bis er starb. Und kurz vor seinem letzten Atemzug murmelte er ihr sonderbare Worte ins Ohr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Bestattung sittsam verrichtet war, beschuldigte die willensstarke Tochter ihre geduldige Schwester, das Wissen über den Schatz der Mutter vom Vater offenbart bekommen zu haben und Streit brach aus, weil die eine auf dem Vorwurf beharrte und die andere ihn stur von sich wies. Wie das Glück im Haus abnahm, fasste die kluge Schwester sich ein Herz und sprach zuerst mit der Willensstarken.&lt;br /&gt;
„Warum beschuldigst du unsere Schwester, den Schatz unserer Mutter zu verbergen?“ Fragte sie. „Weißt du es nicht mehr? Die letzten Worte unseres Vaters galten ihr. Aber sie verrät uns nicht, was er ihr sagte.“ Entgegnete die willensstarke Schwester.&lt;br /&gt;
„Sie wird dir nichts davon sagen, weil du sie im Zorn gefragt hast.“ Sagte daraufhin die kluge Schwester. „Aber mir wird sie es sagen, wenn ich sie danach frage.“&lt;br /&gt;
So ging sie zur geduldigen Schwester. Anstatt sie nach den letzten Worten des Vaters zu fragen, wollte sie zunächst erfahren, wie denn der Streit begonnen hätte.&lt;br /&gt;
„Unsere Schwester behauptet, Vater hätte mir mit seinen letzten Worten den Schatz verraten und dass ich ihn für mich allein behalten wolle. Das ist nicht wahr! Doch wo sie mich so frech beschuldigt, will ich ihr gar nichts davon sagen. Soll sie doch denken was sie will und an ihrem ungerechten Zorn ersticken, mir wird sie ohnehin nicht glauben.“&lt;br /&gt;
„Mir aber, wenn ich die Worte kenne.“ Sagte da die kluge Schwester. „Bedenke, wenn der Streit zwischen euch nicht endet, wird das über uns alle Unglück bringen.&lt;br /&gt;
Da gab die geduldige Schwester nach und gab die Worte preis: „Es waren die verwirrten Worte der Seele, die schon auf dem Wege ist. Er sagte: Finde das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.“&lt;br /&gt;
Als die kluge Schwester der Willensstarken nun davon berichtete, meinte diese, dass jenes Kalb der Schatz der Mutter sein müsse. Statt sich mit ihrer geduldigen Schwester zu versöhnen, gab sie die Herde ihrer klugen Schwester zur Aufsicht, nahm Bogen und Dolch und zog aus, das gefiederte Kalb zu suchen, das wie die Lerche singt. Der Streit war zwar nicht geschlichtet, wurde aber auch nicht fortgeführt. Also nahm das Glück der Drei wieder zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lang wanderte sie durch die Welt und bestand viele Abenteuer, ohne das wundersame Tier jemals zu finden. Eines Tages, als die Schatten schon lang waren, kam sie zu einem hohen Berg. Obwohl sie ihn sogleich besteigen wollte, wurde sie plötzlich von einer jähen Müdigkeit erfasst. Nachdem ihr Wille mit ihrer Vernunft gerungen und die Vernunft gesiegt hatte, schlug sie ihr Lager auf um zu rasten und ihr Werk am nächsten Tag zu tun.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber keine Fremde war. &lt;br /&gt;
„Oh mein Kind“, sagte sie, „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will den Schatz meiner Mutter finden!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn so sieht der Schatz meiner Mutter aus!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den geraden Weg. Er führt mich auf den Gipfel dieses Berges!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut. Der Rücken dieses Berges ist von Gier bewaldet und in seinen Tälern fließt Verschwendung. Hier zeigen die Diebe die Wege, die von den Räubern angelegt wurden. Selbst wenn du nur den geraden Weg verfolgst mag es dennoch sein, dass du dein Ziel verlierst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Nach kurzer Zeit begegnete sie einem starken Mann der behauptete, ihr den Weg zeigen zu wollen. Doch die Schwester dachte sich: Verschweigt er die Gefahr, dann ist er ein Feind. Also kämpfte sie mit ihm und siegte, obwohl er viel stärker war. Sodann zwang sie ihn, ihr einen geraden Weg auf den Gipfel des Berges zu hauen.&lt;br /&gt;
Als sie ihr Ziel schon halb erreicht hatte, begegneten sie einem wunderschönen Mann, der sie freundlich nach ihrem Weg fragte. Doch die Schwester dachte sich: Verschweige ich meine Absicht, so hindert er mich nicht. Also sagte sie ihm, dass er ihr schon folgen müsse, um ihren Weg zu kennen. Und obwohl er ihr den blumigsten Wein und die köstlichsten Speisen anbot, wiederstand sie der Versuchung, zu rasten.&lt;br /&gt;
Kurz bevor sie den Gipfel des Berges erreicht hatten, erlahmte ihrem Knecht der Arm und er wollte seinen Dienst nicht länger tun, selbst wenn er geschlagen würde. Da hatte ihr Gefährte auch schon das Lager aufgeschlagen und den Wein und die Speisen bereitet. Da dachte die Schwester sich: Will ich mich nicht im Dickicht verstricken, muss ich darauf warten, dass mein Knecht wieder zu Kräften kommt und rasten. Ich selber aber will nichts von dem kosten, was mir im Wald der Gier angeboten wird.&lt;br /&gt;
Doch während der Rast kam die Nacht und am nächsten Morgen erkannte die Schwester den Wald nicht mehr. Sie konnte sich nicht daran erinnern, welches der gerade Weg auf den Gipfel sein mochte. Sie wollte aber auch ihre Absicht nicht verraten. Daher konnte sie nicht nach der Richtung fragen. So gab sie sich dem Wein, den Speisen und den Männern hin und die Zeit verging und sie vergaß das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod der Mutter vergangen waren und das Glück der beiden verbliebenen Schwestern wieder ab-, wieder zu und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwester zurückgekehrt war, beschloss die Kluge, nach ihr zu suchen. Sie gab der Geduldigen die Aufsicht über den Hof und die Herde und zog in die Welt.&lt;br /&gt;
Nach eiliger Suche erreichte sie den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Alle Diebe und Räuber dort hatte ihre Schwester sich inzwischen unterworfen. In der Hoffnung auf Beute führten sie die Kluge direkt zu ihrer Herrin. Die freute sich sehr über das Wiedersehen mit ihrer Schwester.&lt;br /&gt;
Doch die kluge Schwester sagte: „Sag‘ mir wie es sein kann, dass du deine Schwestern und deine Herde und deine Suche nach dem Schatz unserer Mutter vergessen hast!“&lt;br /&gt;
„Meine Herde habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Und es kümmert mich nicht, denn ich habe jetzt größeren Reichtum. Meine Schwestern hatte ich vergessen, aber ich erinnerte mich dank dir. Und ich will es wiedergutmachen: Geh‘ und bringe unsere Schwester her und lebt mit mir, denn hier wird es uns an nichts fehlen. Das gefiederte Kalb habe ich vergessen, aber ich erinnere mich jetzt. Doch glaube ich nicht, dass mehr daran ist als die verwirrten Worte unseres Vaters, die er sprach, als seine Seele schon auf dem Weg gewesen ist.“&lt;br /&gt;
Da merkte die Kluge, dass sie ihre Schwester nur wirklich zurückbekommen würde, wenn sie das gefiederte Kalb fände. Also ging sie zum Schein auf das Angebot ein und bat um einen Knecht, der ihr den Weg zeigen sollte. Diesen aber wies sie an, sie zum Gipfel zu führen. Und als er diesen Dienst verrichtet hatte, schickte sie ihn fort.&lt;br /&gt;
Auf dem Gipfel des Berges erblickte sie ein prachtvolles Haus. Doch ehe sie sich nähern konnte, wurde sie von rascher Müdigkeit übermannt und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschien ihr eine verschleierte Gestalt, die aber kein Fremder war. „Oh mein Kind“, sagte sie. „Welches Ziel verfolgst du nur?“&lt;br /&gt;
„Ich will meine Schwester zurück!“ Gab die Tochter zu Antwort.&lt;br /&gt;
„Wie willst du das anstellen?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich fange das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Denn wenn wir uns den wahren Schatz unserer Mutter teilen, werden ihre falschen Reichtümer sie nicht mehr blenden!“ Sagte die Tochter.&lt;br /&gt;
„Und welchen Weg gehst du, um dieses geheimnisvolle Tier zu finden?“ Fragte die Traumgestalt.&lt;br /&gt;
„Ich gehe den schnellen Weg. Er führt mich hinter die Türen dieses Hauses!“ Sagte die Tochter entschlossen.&lt;br /&gt;
Da seufzte die Traumgestalt und sprach: „Dann musst du diesen Weg gehen. Doch sei auf der Hut, denn hinter diesen Türen liegt die Schule, deren Dach mit Irrtümern gedeckt und deren Boden mit Fehlern gepflastert ist. Hier lehren die Blinden das Lesen und die Tauben den Gesang. Selbst wenn du nur den kurzen Weg verfolgst, mag es sein, dass du deinen Namen vergisst.“&lt;br /&gt;
Mit dieser Warnung brach sie am nächsten Morgen auf. Von fern sah sie zwei Dienerinnen mit geschorenen Köpfen, eine blind, die andere taub, wie sie das Tor bewachten. Mit lautlosen Schritten näherte sie sich. Sodann grüßte sie die Taube, die sie ja sehen konnte, ohne Stimme, indem sie nur ihre Lippen bewegte. Die fragte nun die Blinde, was die Fremde denn gesagt habe, doch jene gab mit Zeichen und Gebärden zur Antwort, nichts gehört zu haben und was für eine Fremde das denn sein solle. Da dachte die Taube, sie müsse einem Geist gegenüberstehen und sang einen Zauberspruch, um ihn zu binden. Die kluge Schwester merkte sich jeden Klang davon, doch als Wesen von Fleisch und Blut konnte sie damit nicht gebunden werden. Da fürchtete sich die Taube so sehr, dass sie es nicht wagte, ihr den Weg zu versperren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Mauern lebte sie lange Zeit unter den Blinden und Tauben. Sie mimte, zu ihnen zu gehören und lernte von ihnen: Von den Tauben den Gesang und von den Blinden die Schriften, bis sie Klang und Bedeutung vieler Namen erfahren hatte. Doch weil die Blinden nur Schriften lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch sehen konnten und die Tauben nur Lieder lehrten die sie gelernt hatten, als sie noch hören konnten, war es unmöglich, von ihnen den wahren Namen des gefiederten Kalbs zu lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wagte sie es, den Geist des Hauses zu beschwören, um ihn nach dem wahren Namen des gefiederten Kalbes zu fragen. Der Geist des Hauses, das mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist, gab der Schwester ohne Zögern Antwort auf ihre Frage und er sprach:&lt;br /&gt;
„Ich kenne das gefiederte Kalb, das wie die Lerche singt. Sein Name ist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt. Es muss mit glühenden Kohlen gefüttert und mit Blut getränkt werden. Drei können es hüten, aber nur wenn zwei von ihnen tot sind. Es durchschaut alle Lügen, doch es ist davon gelangweilt. Es gleitet durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser. Es gibt drei Wege es zu zähmen aber niemand kann diese Wege erlernen.“&lt;br /&gt;
Da grübelte und grübelte die Schwester über dieses Rätsel und konnte es nicht lösen. Ohne Unterlass suchte sie in den Schriften der Blinden und den Liedern der Tauben nach dem richtigen Hinweis. Und nach langer Zeit erfolgloser Mühen vergaß sie ihren Namen. Fortan hielt sie sich für eine Taube unter Tauben und eine Blinde unter Blinden und hielt die Schule auf dem Gipfel des Berges für ihr Heim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als drei Jahre nach dem Tod des Vaters vergangen waren und das Glück der verbliebenen Schwester wieder zu- und wieder abgenommen hatte, ohne dass ihre Schwestern zurückgekehrt waren, fand sie eines Mittags eine Lerche auf dem Zweig des Baumes, unter dem die Kälber Schatten suchen. Und zu ihrem Erstaunen ahmte die Lerche keinen Vogel, sondern eines der Kälber nach, welches sogleich antwortete.&lt;br /&gt;
„Oh wie wunderbar!“ Sagte geduldige Schwester. „Du bist das Kalb, das wie die Lerche singt. Wenn du nun auch noch Federn hättest, hätte ich den letzten Wunsch meines Vaters erfüllt.“&lt;br /&gt;
„Wenn du willst, dass mir Federn wachsen“, antwortete das Kalb, „dann musst du mich mit glühenden Kohlen füttern und mit Blut tränken.“&lt;br /&gt;
Die Schwester gab dem Kalb was es verlangte und tatsächlich fraß es die Kohlen. Doch plötzlich war es ihr, als würde sie selbst die Glut auf der Zunge spüren. Da halfen weder Wasser noch Wein, die Schmerzen wollten erst enden, als das Kalb alles aufgefressen hatte. Und als es das Blut trank, schnürte sich der Schwester die Kehle zu und sie wurde von Mattigkeit und Schwindel erfasst. So sank sie hin und fiel in tiefen Schlummer.&lt;br /&gt;
Im Traum erschienen ihr Mutter und Vater. &lt;br /&gt;
Ihr Vater sprach: „Deine Schwester lebt im Wald der Gier und hat ihr Ziel verloren. Du musst sie retten und heimbringen. Dies soll dein Ziel sein, verliere es nicht!“&lt;br /&gt;
Ihre Mutter sprach: „Deine Schwester lebt unter dem Dach der Irrtümer und hat ihren Namen vergessen. Du musst sie retten und heimbringen. Daran soll dein Name gebunden sein, vergiss ihn nicht!“&lt;br /&gt;
„Wie soll ich das anstellen?“ Fragte die Tochter.&lt;br /&gt;
Und sie sagten: „Beide suchten auf dem rechten Weg, aber nicht zur rechten Zeit. Doch sie werden gefunden werden von dem Tier, das sie nicht finden konnten so wie du es fandst, als du es nicht suchtest.“&lt;br /&gt;
Als sie erwachte hatte das Kalb, das wie die Lerche singt, ein prächtiges weißes Federkleid bekommen. Da wusste die Schwester, was sie zu tun hatte. Doch weil sie fürchtete, sie könnte auf dem Weg ihr Ziel verlieren und ihren Namen vergessen, knotete sie das Garn ihrer magischen Spindel an ihren Herd. Denn sie wusste, dass es nie enden und ihr stets den Weg nach Hause zeigen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf verschlungenen Pfaden trabte das gefiederte Kalb so rasch davon, dass die geduldige Schwester kaum mit ihm Schritt halten konnte. Doch bevor es ihr endgültig entwischte, stach sie ihm die magische Spindel ins Federkleid. Dort blieb sie unablöslich hängen und spann ihr Garn von selbst, sodass die Schwester dem gefiederten Kalb stets auf der Spur blieb, indem sie dem Faden folgte.&lt;br /&gt;
Sie fand es erst wieder an einem Feuer im Wald der Gier. Vorsichtig schlich sie sich heran und beobachtete heimlich aus der Dunkelheit, was dort vor sich ging. Am Feuer wärmte sich, einsam und verraten, ihre Schwester mit verschlissenen Kleidern und zerzaustem Haar. Sie saß zwischen zwei auf Stecken gespießten Köpfen und hatte soeben glühende Kohlen für das gefiederte Kalb aus ihrem Feuer geholt.&lt;br /&gt;
„Wer waren die Zwei, mit deren Köpfen du dein Feuer teilst?“ Fragte das Kalb.&lt;br /&gt;
Da berichtete die willensstarke Schwester. „Dieser war mein Knecht, der mich berauben wollte. Da schlug ich ihm den Kopf ab. Und jener war mein Gefährte, der mich bestehlen wollte. Da schlug ich ihm die Hand ab und als er verblutet war, nahm ich auch ihm den hübschen Kopf.“&lt;br /&gt;
Das Kalb blickte hin und her und überlegte.&lt;br /&gt;
„Du, der Räuber und der Dieb, ihr sollt meine Hirten sein!“&lt;br /&gt;
So sprach es und fraß. Da brüllte die einsame Schwester vor Schmerz. Und als das gefiederte Kalb trank, da fiel sie in einen traumlosen Schlummer.&lt;br /&gt;
Die Geduldige erinnerte sich gut an den Streit mit ihrer Schwester, der ohne Versöhnung geblieben war. Und weil sie sich vor dem wilden Anblick und den blutigen Trophäen fürchtete, wagte sie sich erst jetzt hervor. Sanft bettete sie ihre Schwester und flocht ihr das Haar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“ Fragte sie das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Sie glaubte, über Lügner und Betrüger zu herrschen. Aber sie wurde belogen und betrogen. Gestern dachte sie: Morgen hole ich mir meinen Reichtum zurück. Vorgestern dachte sie: Morgen nehme ich Rache an jenen, die meinem Zorn entgingen. Und am Tag davor dachte sie: Morgen kehre ich heim. So ergeht es jenen, die einen starken Willen, aber kein Ziel mehr haben. Sie wärmen sich jeden Tag an einer anderen Lüge. Heute glaubt deine Schwester, in mir den Schatz eurer Mutter gefunden zu haben. Und sie weiß nichts damit anzufangen. Sie wird mich hüten und denken, dass sie mich von Weide zu Weide treibt, so wie sie es einst gelernt hat. Dann wird sie zweifacher Lüge verfallen sein. Nicht sie treibt mich auf dem Pfad ihrer Wahl, ich locke sie auf meinen Pfad. Und es wird auch nicht der Schatz eurer Mutter sein, den sie hütet. Denn nicht zu sein, was ihr glaubt, dass ich bin, ist meine Natur.“ Dies sprach das Kalb.&lt;br /&gt;
Da erbebte die geduldige Schwester und rief unter Tränen: „Grausam bist du! Für dich haben wir unsere Münder mit Asche und Glut und unsere Hände mit Blut gefüllt. Und wie dankst du es? Bekümmert dich das Unglück nicht, das du über meine Schwester bringst?“&lt;br /&gt;
„Nein.“ Sagte das Kalb ohne Bosheit.&lt;br /&gt;
Da weinte die Geduldige die halbe Nacht und musste erkennen, dass das geheimnisvolle Tier ihre Schwester nicht freigeben würde, es gar nicht konnte, da ihre Mutter und ihr Vater und auch sie selbst sie an das gefiederte Kalb gefesselt hatten. So mühsam war ihr diese Erkenntnis, dass ihre Augen austrockneten wie Flüsse in der regenlosen Zeit. So flüsterte sie: „Der Pfad, auf den du meine Schwester lockst, wohin führt er dich?“&lt;br /&gt;
„Dahin, wohin der Mond mich ruft.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
„Dahin werde ich dir folgen, bis du meine Schwester freigegeben hast.“ Versprach sie.&lt;br /&gt;
„Das kannst du nicht.“ Wandte das Kalb ein.&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Sagte die Geduldige.&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag versteckte sie sich wieder vor ihrer Schwester und wartete ab, bis sie sich mit ihren abgeschlagenen Köpfen auf den Weg machte, das Kalb auf seinen Weiden zu hüten. Obwohl der Berg voller Diebe und Räuber war, wagte niemand, ihren Schatz zu begehren. Denn wenn ein gefiedertes Kalb von Dreien gehütet wird, von denen zwei tot sind, dann wird es unsichtbar. So kam die Willensstarke mit ihrem wundersamen Tier bis auf den Gipfel und ihre geduldige Schwester folgte ihnen unbemerkt am Garn ihrer magischen Spindel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wächter des Tores der Schule auf dem Gipfel des Berges sahen und hörten die Willensstarke schon von fern. Mit ihrem furchtlosen Gang, ihren abgeschlagenen Köpfen und ihrem geflochtenen Haar mussten sie sie für den Boten eines Feindes halten. Darum belegten sie sie mit Worten der Macht und warfen sie in den Kerker. Doch keinem Blinden und keinem Tauben offenbarte sie ihre Gründe noch ihre Absicht. Da war schließlich die Reihe an der klugen Schwester, der Fremden ihr Geheimnis zu entlocken. Die Willensstarke staunte nicht schlecht, als sie ihre Schwester erblickte und feststellen musste, dass sie nicht auf ihren Namen hörte und sich benahm, als spräche sie mit einer Unbekannten. So beschloss sie, der klugen Schwester nicht zu vertrauen und allen Fragen mit Schweigen zu begegnen. Nachdem sie sich zum ersten Mal begegnet waren, ohne dass der Willensstarken ein Wort über die Lippen gekommen war und die Kluge sie endlich allein gelassen hatte, um es ein anderes Mal zu versuchen, fragte sie das gefiederte Kalb: „Was ist nur mit meiner Schwester geschehen?“&lt;br /&gt;
„So ergeht es den Klugen beim Versuch, unlösbare Rätsel zu ergründen. Sie müssen ihren Namen vergessen und wer seinen Namen vergessen hat, erkennt das eigene Blut nicht mehr. In ihrem unermüdlichen Streben, einen Weg zu deiner Befreiung zu erlernen, ist sie nun zu der geworden, die dich gefangen hält. Heute wird sie sogar noch größere Mühen auf sich nehmen als sonst. Denn obwohl ihr Geist dich nicht erkennt, hat dein Gesicht in ihrer Seele eine Erinnerung wachgerufen. Und weil sie auf Fehlern wandelt und Schutz unter Irrtümern sucht, muss sie es missverstehen. Statt dich zu erkennen und zu befreien will sie glauben, kurz vor der Lösung ihres Rätsels zu stehen.“ Erklärte das gefiederte Kalb.&lt;br /&gt;
„Welches Rätsel plagt sie so sehr?“ Begehrte die Willensstarke zu wissen.&lt;br /&gt;
„Das Rätsel meines unaussprechlichen Namens, der dennoch nicht verschwiegen werden kann.“ Bekam sie zur Antwort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so geschah es, dass die Kluge tatsächlich einen Verdacht schöpfte. Obwohl sie das gefiederte Kalb nicht sehen konnte, erinnerte sie sich sehr gut an die Worte des Geistes der Schule. Als sie zum zweiten Mal in den Kerker ging, um mit der Gefangenen zu sprechen, nahm sie eine Schale glühender Kohlen und eine Schale Blut mit sich. Die stellte sie vor die Willensstarke hin und wartete wachsam ab, was geschehen möge. Das Kalb fraß und trank und die Kluge brüllte, aber nicht allein vor Schmerzen, sondern auch weil sie darüber frohlockte, der Lösung ihres Rätsels nahe gekommen zu sein wie nie zuvor. Daher webte sie, als sie Müdigkeit verspürte, nur umso rastloser ihr Zaubernetz um das gefiederte Kalb herum. Mit Hilfe aller Geister, die ihr im Himmel, auf der Erde und in der Unterwelt dienstbar waren, verlangte sie vom gefiederten Kalb, es möge ihr seinen wahren Namen preisgeben.&lt;br /&gt;
So sprach das gefiederte Kalb: „Mein Name liegt in vollkommener Offenheit vor dir. Er ist ebenso alt, wie die Verbannung der Götter der Unterwelt schon andauert. Er verleiht Macht über alle Wesen außer mir selbst. Mich selbst aber lässt mein Name nur verschwinden. Denn ich gleite durch Worte wie ein Fisch durch das Wasser.“ Und mit dieser Antwort entschwand es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Moment, in dem das gefiederte Kalb in die unsichtbare Welt überging, wurde auch die geduldige Schwester unsichtbar und leise wie ein Windhauch. Denn sie berührte das Garn ihrer magischen Spindel und diese steckte ja noch immer im Federkleid des Kalbes, war also mit in die Geisterwelt entschwunden. Auf diese Weise gelang es ihr, an den Wächtern vorbei durch die Gänge der Schule bis in den Kerker zu gelangen. Dort fand sie ihre willensstarke Schwester zunächst allein vor, weil die Kluge sich, von Müdigkeit überwältigt, in ihre Kammer zurückgezogen hatte. Das Garn schien mitten in einer Kerkermauer zu enden, doch als die Geduldige genau hinsah, lauschte und fühlte, da meinte sie, die Lücken zwischen den Steinen wären gerade groß genug, um sich hindurchzwängen zu können. Als sie es bemerkte, hörte sie die Willensstarke nach dem Kalb rufen. „Wohin bist du gegangen? Ich fütterte dich, ich tränkte dich, ich hütete dich ohne Rast selbst noch im finsteren Kerker und wie dankst du es mir? Du bist kein geheimer Schatz, ein Fluch bist du!“ Rief sie.&lt;br /&gt;
Die geduldige Schwester näherte sich dem Ohr der Willensstarken und flüsterte mit verstellter Stimme: „Nicht zu sein, was du glaubst, dass ich bin, ist meine Natur. Ich gehe dahin, wohin der Mond mich ruft. Dann erst offenbare ich meinen Segen. Warte geduldig, bis es soweit ist.“&lt;br /&gt;
„Ach, wenn nur meine geduldige Schwester hier wäre.“ Entgegnete die Willensstarke. „Sie wäre besser geeignet für die Aufgabe, die du mir stellst. Ich verließ sie vor Jahren im Streit. Aber nun wünschte ich, es sei für die Versöhnung nicht zu spät.“&lt;br /&gt;
„Wir werden ja sehen.“ Lächelte ihre Schwester.&lt;br /&gt;
Da betrat die kluge Schwester zum dritten Mal den Kerker, um ihre Gefangene zu zwingen, ihr das Versteck des gefiederten Kalbes zu zeigen. Denn sie wusste und wollte nicht, dass sie das nicht konnte. Als die Willensstarke dabei zusah, wie die Kluge ihre Zaubermittel bereitete, packte sie das Grauen.&lt;br /&gt;
So brüllte sie ihrer Schwester ins Gesicht: „Schläft denn deine Seele schon, während du noch am Leben bist? Erkennst du deine eigene Schwester nicht?“ Und sie sprach die Kluge mit ihrem Namen an und flehte, dass sie sich erinnern möge.&lt;br /&gt;
Diese zögerte, antwortete dann jedoch: „Ich falle nicht auf deine List herein. Dein Flehen und Fluchen wird dir nichts nützen. Ich gebe dich erst frei von meinem Zwang, wenn du mir das Versteck des gefiederten Kalbes verraten hast.“&lt;br /&gt;
Nun erkannte die geduldige Schwester, dass auch die Kluge dem Bann des wundersamen Tiers verfallen war. Darum flüsterte sie auch ihr zu: „Nur der Mond kennt mein Versteck. Dorthin kannst du mir nicht folgen. Doch bist du nicht ausgezogen, um deine Schwester zurückzuholen nachdem sie sich einst auf die Suche nach dem wahren Schatz eurer Mutter machte? Warte nur noch ein wenig. Wenn ich mein Ziel erreicht habe, dann hast du auch deins erreicht.“ &lt;br /&gt;
Als die Kluge verwirrt innehielt, verlor die Geduldige keine Zeit, band ihr magisches Garn um beide Schwestern und zwängte sich durch die Spalte und Fugen der Kerkermauer.&lt;br /&gt;
So gelangte sie in die unsichtbare Welt, die ihr wie eine mondlose Nacht auf schwarzem Meer unter dem Sternenzelt erschien. Weiter und weiter folgte sie dem Faden hinein, bis sie ein weiß erstrahlendes Schlangenei enddeckte. Klein sah es von Weitem aus, doch als sie es erreicht hatte, da war es sieben Ellen hoch, ohne jede Erhebung oder Kerbe und schöner als alles andere auf der weiten Welt. Verzückt stand das Geheimnistier davor. Kaum noch ein Kalb konnte man es nennen, so sehr war es gewachsen. Eben gerade so groß wie das Ei, aber nur, wenn es sich zusammenrollte.&lt;br /&gt;
„Wie bist du nur so groß geworden?“ Fragte die geduldige Schwester das Kalb.&lt;br /&gt;
„Wer das Unbekannte erblickt, dem erscheint es immer groß.“ Sagte das Kalb.&lt;br /&gt;
„Das habe ich erkannt. Doch obwohl du mich durch unbekannte, gar unsichtbare Lande geführt hast, entstammst du dennoch der Herde meiner Mutter. Dank mir hast du Federn. An das Garn meiner magischen Spindel bist du gebunden. Mit deiner Lerchenstimme sprach ich zu meinen Schwestern. Und ich habe den Ort gesehen, an den der Mond dich ruft. Ich kenne dich. Du bist verborgene Wahrheit, die in Schönheit wohnt und dein Name ist das Geheimnis.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„Ja, so ist es.“ Sagte das Geheimnistier. „Dennoch muss ich gehen, denn in dem Ei verborgen ist meine wahre Herde. Darum biete ich dir diesen Handel an: Jetzt ist die Stunde, in der die Herrin des Wissens ein weiteres Geheimnis verschließt. In der Welt der Sterblichen verfinstert sich der Mond. Nur jetzt ist es möglich, eines wieder herauszuholen. Und unter meinen hundert und tausend Geschwistertieren ist auch der wahre Schatz deiner Mutter. Schneide dein Garn ab und zum Lohn zeige ich ihn dir, auf dass du ihn herausholen kannst.“&lt;br /&gt;
„Nicht diesen Handel will ich mit dir schließen. Mein Name ist an ein anderes Ziel gebunden. Zerschneide ich meinen Faden, muss ich für immer in der Geisterwelt bleiben. Was nützt mir selbst das schönste Geheimnis hier, am schönsten aller Orte? Ich will dich ziehen lassen. Im Austausch will ich nur eine Feder deines Kleides.“ Dies sprach die geduldige Schwester.&lt;br /&gt;
„So ist es gesprochen und so soll es auch geschehen.“ Sagte das Geheimnistier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wandte die Geduldige sich ab von dem Ei und kehrte zu ihren Schwestern zurück. Sie sagte ihnen, dass der wahre Schatz ihrer Mutter die Gemeinschaft ihrer Töchter sei. Und weil die Geduldige eine Feder des Geheimnistiers im Haar trug, glaubten sie ihr. Also kehrten sie, nicht ohne Mühen und Gefahren, doch geleitet vom magischen Garn, nach Hause zurück. Dort erinnerten sie sich an glückliche gemeinsame Tage, versöhnten sich und ehrten Mutter und Vater.&lt;br /&gt;
Die Willensstarke hatte nie mehr das Gefühl, eine große Herde zu besitzen. Nach all ihren Erlebnissen kam ihr Erbe ihr klein und bescheiden vor. Auch die Kluge musste für den Rest ihres Lebens von Zeit zu Zeit an ihren Namen erinnert werden und verirrte sich zuweilen gar in ihrem eigenen Hof. Und die Geduldige dachte, wann immer sie eine Blume sah oder die Vögel an einem Frühlingsmorgen hörte, dass diese Dinge sehr gewöhnlich waren, nur ein blasser Abglanz göttlicher Schönheit. Doch die Drei suchten sich gute Männer, hatten viele Kinder und lehrten sie, stark im Willen, klug im Handeln und geduldig in ihren Werken zu sein. Sie erzählten ihnen die Geschichte vom gefiederten Kalb und dem wahren Schatz ihrer Mutter. Nur einen kleinen Teil verschwiegen sie: Keiner der Drei kam jemals ein Wort vom Garn der magischen Spindel über die Lippen. So geriet es mit den Jahren in Vergessenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag sein, dass ihr Haus inzwischen verfallen und ihre Nachkommen über die weite Welt verstreut sind. Doch das Garn von der magischen Spindel ist noch immer fest verknotet an der Stelle, wo einst das Herdfeuer brannte. Es führt hinauf auf den Berg, dessen Rücken von Gier bewaldet ist und in dessen Tälern Verschwendung fließt. Auf verschlungenen Pfaden führt es bis zu seinem Gipfel. Scheinbar nur endet es im Kerker der Schule, die mit Fehlern gepflastert und mit Irrtümern gedeckt ist. Doch nur scheinbar: Tatsächlich aber geht es in die unsichtbare Welt über. Und von dort bis in den Himmel oder in die Unterwelt oder wo auch immer Riasina ihr Schlangenei verbergen mag. Jedes Mal, wenn Sie vom Himmel verschwindet um ein neues Geheimnistier darin zu verstecken, wird das Garn sichtbar für den, der geduldig genug ist um es zu sehen. Wer zudem über genügend Willenskraft und Klugheit verfügt, vermag ihm zu folgen um, wenn es dem Schicksal gefällt, der Göttin des Wissens ein Stück aus ihrer Herde abspenstig zu machen. Alles was dafür vonnöten ist, sind ein paar glühende Kohlen und ein wenig Blut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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				<updated>2022-10-28T20:55:16Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: RiaRetterspitz lud eine neue Version von „Datei:Karte Arbon.jpg“ hoch&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<title>Kategorie:Hintergrund</title>
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				<updated>2022-10-27T21:09:23Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;6&amp;quot;&amp;gt;Willkommen im Hochfürstentum Trigardon!&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Trigardon%26Nachbarschaft.jpg|thumb|800px|Landkarte der Stammlande]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Karte Arbon.jpg|thumb|800px|Landkarte der Grafschaft Arbon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trigardon ist ein fiktives Land in der [http://www.mittellande.de Mittellande Kampagne], welches als Hintergrund für eine low-fantasy Larp-Kampagne mit mittelalterlichen Elementen dient. Dargestellt wird eine feudal organisierte Stammesgesellschaft mit Anleihen aus Tolkiens Rohan, die eine polytheistische Schriftreligion mit starkem schamanistischem Erbe pflegt. Der seit Langem andauernde Austausch zwischen sesshaften, halb- und vollnomadischen Bevölkerungsgruppen führte zu einer eigenwilligen Mischkultur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trigardon wurde von einer losen  Interessengemeinschaft von Larpern seit ca. 1994 bespielt. Seit Anfang 2011 haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt. Diese Spaltung ist auch in den Hintergrund übertragen worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Wir, der &amp;quot;[[Arbon e.V.]]&amp;quot;, bespielen das Reich des Hochfürsten von Trigardon mit den Territorien [[Arbon]], [[Altberg]], [[Provincia Orientalis]], [[Ringland]] und [[Okostria - ein Reiseführer|Okostria]], &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*die &amp;quot;Freie Spielerschaft&amp;quot; bespielen das Reich der Hochfürstin von Trigardon mit den Territorien [[Flutland]], [[Dunkelwald]] und [[Wwestport]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Das Fürstentum Yddland gehörte einige Jahre lang zu Trigardon, hat aber spielerisch und organisatorisch nur noch rudimentär mit uns zu tun. Seine Internetpräsenz ist hier [http://www.yddland.de/]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Eilige, die sich nur über die wichtigsten spielerischen Inhalte unseres Hintergrundes informieren wollen, haben wir diese [[Arbon/Trigardon Core-Facts|Kurzübersicht]] zusammen gestellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben findet ihr [[Spielphilosophie|hier]] Informationen über den Spielstil des Arbon e. V. und [[Simulation|hier]] Angaben darüber, welche Funktionen der Hintergrund in unserem Spiel erfüllen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herrscher ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Spitze des [[:Kategorie:Geschichte | noch sehr jungen Reiches]] stehen die Hochfürsten. Sie bzw. ihre Dynastie werden im [[Reichsthing]] gewählt, welchem die wichtigsten Adligen, Priester und Kundigen angehören. &lt;br /&gt;
* Zum ersten Hochfürst des Reiches wurde im Jahr 19 n. K. [[Ardor anh Rhack]] gewählt. &lt;br /&gt;
* Auf seine Herrschaft folgte eine kurze Zeit der Thronwirren, danach die Herrschaft des Hohepriesters [[Wastan]], dessen Abwahl und &lt;br /&gt;
* die Wahl von Ardors Neffen, [[Karoman anh Rhack II.|Karoman II]]. &lt;br /&gt;
* Nach dessen Ermordung leitete Erzkanzler [[Phosphoros anh Son]] die Regierungsgeschäfte kommissarisch. &lt;br /&gt;
* Im Jahre 32 n. K. (2007 Realzeit) wurde dann schließlich das heutige Hochfürstenpaar [[Marsiane Aribor Feuerspeer anh Crul]] und [[Emendon anh Erlenfels]] auf den Thron gewählt. &lt;br /&gt;
* Anfang 36 n. K. (2011) wurde Marsiane wahnsinnig, beschuldigte Emendon aberwitziger Verbrechen und rief dazu auf, ihn zu ermorden, woraufhin dieser schweren Herzens seine Streitkräfte an den Grenzen seiner Stammlande aufmarschieren ließ, um die Gefolgsleute der Hochfürstin davon abzuschrecken, einen sinnlosen Krieg vom Zaun zu brechen. Beide Seiten wachen seither aufmerksam über die Schritte der anderen, ohne wirkliches Blutvergießen zu wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nominell ist Emendons Reich in drei gräfliche Gerichtsbezirke gegliedert, aber neben ihm selbst hält niemand einen Grafentitel. Daher ist der mächtigste Adel der Stand der Barone, der mit großem Selbstbewusstsein über seine Erbterritorien herrscht. Nachgeordnete Vasallen sind, selbst wenn sie nennenswerte Lehen halten, in ihrer politischen Bedeutung mit sehr deutlichem Abstand unter den Baronen angesiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Provinzen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trigardons Kernland besteht aus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*der Grafschaft [[Arbon]]&lt;br /&gt;
*der Grafschaft [[Altberg]]&lt;br /&gt;
*der Freistatt [[Nordern]]&lt;br /&gt;
*der Grafschaft [[Flutland]]&lt;br /&gt;
*[[Dunkelwald|dem Dunklen Wald]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem verfügt das Binnenland Trigardon über die Küstenbesitzungen &lt;br /&gt;
*[[Provincia Orientalis]] &lt;br /&gt;
*und den zu Flutland gehörenden [[Wwestport]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Territorien sind &lt;br /&gt;
* das Fürstentum Okostria und &lt;br /&gt;
* das Ringland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Kultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hochfürstentum ist insgesamt eher dünn besiedelt und der nomadische Lebensstil nichts Exotisches, wenngleich nur in Flutland und im Tejadun wirklich dominant. Die Zugehörigkeit zu [[:Kategorie:Stamm, Sippe, Familie | Stamm, Sippe und Familie]] ist eine der wichtigsten Fragen nicht nur der politischen Kultur. Wirtschaftliche Mittelpunkte sind das [[Längstal von Arbon]], welches auch die Getreidekammer des Reiches genannt wird, die Freistatt [[Nordern]] als uraltes Handelszentrum der nomadischen Sippen und späterem religiösen und politischen Zentrum, sowie die Häfen Tinarport und Drachenport in der [[Provincia Orientalis]], welche mit den Erblanden zusammen ein Nadelöhr des Schiffsverkehrs zwischen dem Tinarrischen und dem Drachenmeer bildet. Der Adel ist die Triebkraft von Handel und Geldwirtschaft. Mit Ausnahme von Tinarport und Drachenport hat sich nirgends die Grundlage für eine reiche Kaufmannschaft oder städtisch-bürgerliche Kultur herausgebildet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gut gerüstetes Edlen-, und Stammeskriegerheer wird nur im Kriegsfall aufgestellt. Das Volk ist zwar zum Kriegsdienst und zum Tragen einer Waffe verpflichtet und die Wehrhaftigkeit ist eine soziale Norm für alle Freien. Aber die Edlen stellen das Gros der Berufskämpfer. Die einzigen Verbände, die Ähnlichkeit mit einem stehenden Heer aufweisen, sind die bewaffneten religiösen Orden. Ständig bewaffnete Söldnerverbände dagegen sind von eher lokaler Bedeutung, z. B. für die mitunter problematische Grenzsicherung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Exportgüter des Hochfürstentums bestehen maßgeblich aus Getreide, Pelzen, Häuten und natürlich Rauschmitteln aller Art. Besonders hervorgetan hat sich arbonisches Bier, welches aus hervorragendem arbonischem Getreide gewonnen wird, süße dunkelwäldische Met-Sorten und Wein, welcher in Arbon und Dunkelwald gekeltert wird. In manchen Klöstern versteht man sich auf die Herstellung konzentrierter Opiate, die ebenfalls in die ganzen Mittellande exportiert werden. Dazu kommen Papier, Holz und Holzkohle aus dem Dunkelwald. Trigardon produziert durch die geographische und z. T. auch einst politische Isolation weitestgehend zur Selbstversorgung. Der Handel mit Gütern des alltäglichen Lebens spielt eine untergeordnete Rolle. Wer allerdings Geld oder Edelmetalle anhäufen konnte – was wiederrum nur auf einen Teil des Adels und die oberste Geistlichkeit zutrifft – importiert Luxusgüter aller Art aus dem Ausland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Fest der Freundschaft]] ist der wichtigste Festtag des Hochfürstentums, sowie der wichtigste religiöse Feiertag der [[Einführung in die Siebenfaltigkeit | Siebenfaltigen Religion]]. An diesem Tag wird der Geist an Einigkeit im gemeinsamen Wettbewerb beschworen und der oberste Richter des [[Tribunal]]s nach einem Turnier von den Priestern für ein Jahr ernannt. Die aktuelle politische Situation hat jedoch ironischerweise dazu geführt, dass die Stämme beider Reichsteile dies nicht mehr gemeinsam tun, sondern getrennt voneinander und zu unterschiedlichen Terminen. Die religiösen Berater beider Hochfürsten sehen die Schuld dafür natürlich beim jeweils Anderen. Trotzdem ist die Siebenfaltigkeit die wichtigste, vielleicht letzte verbindende Klammer der auseinanderdriftenden Reichsteile und damit der einzige Garant für den Frieden. Ebenso wie das Reich ist auch der Klerus in seiner heutigen Form eine sehr junge Institution. Ein Großteil des spirituellen Lebens basiert auf den alten mündlichen Überlieferungen. Erst vor ein bis zwei Generationen entwickelte sich eine systematische Ausbildung des betenden Standes und eine Glaubenslehre auf schriftlicher Basis. Schrift genießt – auch wegen des geringen Alphabetisierungsgrades – einen fast magischen Status.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geltendes Recht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist das sog. [[Corpus Iuris Trigardonis]] in Verbindung mit weiteren Gesetzeswerken, deren Wirksamkeit nicht das ganze Reichsgebiet umfassen (zum Beispiel das [[Arbonisches Ständeedikt|arbonische Ständeedikt]]), sowie dem mündlich überlieferten Gewohnheitsrecht der Stämme und Sippen. Im Wesentlichen basiert das Rechtssystem auf einer jungen Feudalordnung, der man ihre archaischen Vorläufer häufig noch anmerken kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist es ein paar landestypische Eigenheiten zu beachten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&amp;quot;Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!&amp;quot; und &lt;br /&gt;
*&amp;quot;Wo kein Kläger, da kein Richter!&amp;quot; lauten zwei der wichtigsten trigardonischen Rechtsnormen.&lt;br /&gt;
*Gütliche Einigungen ohne eindeutige Schuldzuweisung werden harten Bestrafungen vorgezogen.&lt;br /&gt;
*Durchreisende unterliegen formal der Gerichtsbarkeit des [[Tribunal]]s, des höchsten richterlichen Gremiums.&lt;br /&gt;
*Über Streitigkeiten, die zwischen eigenen Hörigen, Gefolgs- oder Lehensleuten bestehen, richten die entsprechenden Adeligen und Sippenhäupter allein. Einmischung äußerer oder sogar höherer Instanzen kann heftigen Widerstand provozieren.&lt;br /&gt;
*Rache gehört zu den gängigen Schutzpflichten von Lehens- und Familienverbänden und steht nicht per se in Konflikt mit dem Gesetz.&lt;br /&gt;
*Die Ausübung von Schwarzer Magie (deren Definition durchaus variieren kann) ist verboten; &lt;br /&gt;
*des Weiteren sind Drow, Orks und ähnlich aussehende Wesen unerwünscht (Trigardonen neigen dazu, recht drastische und undifferenzierte Meinungen über diese &amp;quot;Tiermenschen&amp;quot; zu haben). &lt;br /&gt;
*Mit öffentlichem Spott wird unter Verweis auf die Bardenfreiheit recht großzügig umgegangen, andererseits schreckt man aber auch nicht davor zurück, Streitigkeiten mit tödlichen Waffengängen beizulegen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Hauptseite</id>
		<title>Hauptseite</title>
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				<updated>2022-10-27T21:02:42Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;1&amp;quot;&amp;gt;Diese Seite benutzt Cookies. Cookies sind für die optimale Nutzung einer Website grundlegend. Man kann sagen, dass sie tatsächlich auf fast allen Websites zum Einsatz kommen. Mit Cookies werden deine bevorzugten Einstellungen und andere Informationen gespeichert, mit denen wir unsere Website verbessern können.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot;&amp;gt;'''Willkommen auf der Homepage des Arbon e. V.!'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;2&amp;quot;&amp;gt;''(ehemals Trigardon e.V.)''&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Verein für Liverollenspiel, erlebte Geschichte und historischen Tanz&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
| [[Datei:Karte Arbon.jpg|thumb|600px|verweis=Trigardon|Hochfürstentum Trigardon]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''[[Trigardon|Das Hochfürstentum Trigardon]]'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;''(Grafschaften Arbon und Altberg, Provincia Orientalis und Fürstentum Okostria)''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;[http://www.larpwiki.de/LARP#('''L'''ive'''A'''ction'''R'''ole'''P'''layingGame)]: Die Mitglieder des Arbon e.V. bespielen als eine von zwei großen Spielergruppen &amp;lt;br&amp;gt; das gemeinsame fiktive Land &amp;quot;[[Trigardon|Hochfürstentum Trigardon]]&amp;quot;, welches Teil der [http://www.mittellande.de/ Mittellandkampagne] ist.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Datei:WappenArbonundTrigardon.jpg|thumb|600px|verweis=Newsletter]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''Aktuell:'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;'''* Unsere [[Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich|asfalonisch-arbonische Hochzeit]] ist leider abgesagt.'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;'''* Neues im Forum, Wiki und im IT:''' [[Newsletter|Hier]] findet ihr den vierteljährlichen Newsletter des Arbon e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gruppe und Verein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Arbon</id>
		<title>Arbon</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Arbon"/>
				<updated>2022-10-27T20:49:21Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Karte Arbon.jpg|thumb|400px|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:In_Riamodan_liegt_die_Herrlichkeit_unseres_Stammes.jpg|thumb|400px|&amp;quot;In Riamodan liegt die Herrlichkeit unseres Stammes!&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Dieser Artikel ist etwas in die Jahre gekommen. Die Informationen sind zwar im Großen und Ganzen nach wie vor richtig, eine Aktualisierung und Ergänzung steht jedoch an.'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herrschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Grafschaft Arbon gehört zum Hochfürstentum Trigardon und stellt die Grundlage für die Hausmacht des Hochfürsten dar. Seit dem Sommer 32 n. K. (2007 Realzeit) sind der Graf von Arbon und der Hochfürst Trigardons ein und dieselbe Person: [[Emendon anh Erlenfels]], der damals seit zwei Jahren über Arbon herrschte. Während dieser zwei Jahre ließ er einen wichtigen Anteil des [[arbonisches Ständeedikt|arbonischen Rechts]] kodifizieren. Zwar muss er sich die Macht als Monarch mit seiner [[Marsiane Aribor Feuerspeer anh Crul|Gattin]] teilen, aber er ist der direkte Lehnsherr aller arbonischen Vasallen und zugleich Oberhaupt des arbonischen Stammes. &lt;br /&gt;
*Neben ihm sind die mächtigsten Adligen Arbons die Barone, auf deren Territorien formal gesehen fast aller Boden der Grafschaft aufgeteilt ist (obwohl der Graf de facto einen Teil des Landes von einem [[Bruderschaft des Heiligen Danason|bewaffneten, religiösen Orden]] verwalten lässt, dessen Oberhaupt wiederum er selbst ist). Die meisten Barone, aber auch viele der geringeren Vasallen, blicken auf glänzende, uralte Familientraditionen zurück, was ihnen oft ein größeres Selbstbewusstsein verleiht, als es ihrer realen Macht und Position entspricht. &lt;br /&gt;
*Die in Trigardon noch recht junge Form der feudalen Herrschaft durchdringt längst nicht alle Lebensbereiche und Regionen. Das arbonische [[Arbonisches Ständewesen | Adelssystem]] lässt sich sowohl als klassische Lehenspyramide, als auch als kriegerische Ausformung einer [[arbonisches Sippenwesen|Stammesgesellschaft]] verstehen. Auch eine Verbindung weltlicher und spiritueller Autorität ist auf Basis der Sippentraditionen durchaus üblich. Die doppelte Legitimation von Herrschaft (einerseits von einem Herrscher/König/Gottheit, andererseits von einer Stammesgemeinschaft/Tradition/Vorfahren) ist auch das, was sie in fremden Ländern vorzufinden erwarten, wenn sie sich dort aufhalten. Ihr Herrschaftssystem ist für Arbonier der gute, erfolgreiche Normalfall und der seit über dreissig Jahren andauernde wirtschaftliche Aufschwung des Landes gibt ihnen recht. So erlauben sich die Arbonier eine Mentalität, nach der sie sich selbst als von den Göttern geliebte kulturelle Krone ganz Trigardons verstehen.&lt;br /&gt;
*Die Schulen des Ischan, welche auch für die hohe kulturelle und religiöse Befähigung ihrer Schüler gelobt werden, sind sowohl bei der Güte der militärischen Ausbildung, als auch bei der immensen Höhe des Schulgeldes in ganz Trigardon konkurrenzlos. Adlige, deren Familien sich die teure Ausbildung auf den Schulen des Ischan nicht leisten können, gehen nach den im Ausland so bewährten Ideen des Rittertums zu Freunden der Familie in den Pagen- und Knappendienst. Selbst die Zofenschaft ist nicht gänzlich frei von kriegerischen Inhalten und Prinzipien. Auch weiß jede arbonische Dame, dass der Erwerb und der Besitz von Waffen Selbstzweck ist. Obwohl der Kampf zu Fuß das mittelländische Kriegsgeschehen zu dominieren scheint, hat die schwer bewaffnete Elite der Ritter und Reiter das Heer der Freien Stammeskrieger längst in seiner Bedeutung abgelöst. Seine traditionellen Vorläufer sind der berittene Kampf der schwer bewaffneten Kriegsherren und Cirkater, die auch schon vor dem letzten Großen Stammeskrieg in dieser Weise zu Felde zogen. &lt;br /&gt;
*Nach dem Stammeskrieg erfreuten sich viele Errungenschaften der benachbarten Feudalgesellschaften großer Beliebtheit in der arbonischen Oberschicht. Die Einführung des Rittertitels unter Karoman II. war kein Bruch mit der arbonischen Tradition, sondern Ergebnis einer kontinuierlichen Entwicklung. Die Herausbildung höfischer Kultur ist der letzte, bislang unvollendete Schritt in der Übernahme ausländischer Vorbilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Untertanen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Das einfache Volk hat auch seinen Anteil am Reichtum des Landes, wenngleich die Vermögen fest in der Hand des Adels liegen. Aber nirgends findet man schlecht genährte Leibeigene und selbst unter den Angehörigen des Standes der Freien muss niemand verhungern. Die meisten Menschen wachsen in intakten Familiensituationen auf, in denen überaus konservative Werte gesät und geerntet werden. Dies gilt selbst für Leibeigene, die sich für gewöhnlich schlicht mit der Familie ihrer Herrschaft identifizieren. Sie gelten nicht als Sache oder gar Handelsgut, sondern sind unmündige Personen, die zwar keinen Besitz erwerben dürfen und in fast allen Lebensbereichen Abhängige sind, sich jedoch auf eine materielle Grundversorgung und ausgezeichneten Rechtsschutz durch ihre Herrschaft verlassen können. &lt;br /&gt;
*Grundsätzlich sind gebürtige Arbonier allesamt vom Leben auf dem Lande geprägt. Also gibt es zwei Dinge, die bei ihnen für ungläubiges Staunen sorgen werden, das schnell entweder in Ablehnung oder Begeisterung umschlagen wird: Große Städte und das weite Meer (von längeren Aufenthalten in städtischer Umgebung oder Schiffsreisen gar nicht erst zu reden). Aber Arbons Stärke bestand immer schon darin, neue Ideen und Verhältnisse den eigenen Bedürfnissen anzupassen.&lt;br /&gt;
*Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen sich alles Denken und Handeln alleine auf den Krieg mit den Flutländern bezog. Dennoch wird auch heute jede Sache noch auf ihre kriegerische Nützlichkeit geprüft. Der Wert von Personen richtet sich stark nach der Wehrfähigkeit. Handwerker und Bauern dieser Tage haben anderes im Sinn, als fremde Länder zu verheeren, aber nicht aus mangelnder Streitlust, sondern aus wirtschaftlicher Erwägung. Selbst freie Männer und Frauen, die durch Vergreisung oder Schwangerschaft vom Kriegsdienst befreit sind, tragen offen den schweren Dolch des Stammeskriegers. Den Umgang mit diesem und dem Bogen lernen alle freien Arbonier von Kindesbeinen an. Schon vor dem Abschluss des vierzehnten Lebensjahres, nach dem für gewöhnlich das heiratsfähige Alter beginnt, haben die Jungen und Mädchen gelernt, sich einem zermürbenden Mühlwerk von Pflicht, Tugend und Gehorsam unterzuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alltag ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Innerhalb der letzten zwei Generationen hat Arbon rapide gesellschaftliche und politische Umwälzungen durchgemacht. Neue politische, militärische und religiöse Ideen, neue Architektur und neue Anbautechniken und die Verfügbarkeit von Luxusartikeln wie etwa Papier und Glas haben fast alle Lebensbereiche fast aller Regionen Arbons beeinflusst. Für Aussenstehende mögen die althergebrachten Strukturen des arbonischen Stammes im Widerspruch zu all diesen Neuerungen stehen. Die Betreffenden selbst jedoch nehmen dies meist nicht als widersprüchlich wahr: Die Nachbarländer inspirierten genau so häufig zur Adaption wie zur Abgrenzung.&lt;br /&gt;
*Sowohl im Adel als auch bei den einfachen Stammesleuten ist die Zugehörigkeit zu einem Sippenoberhaupt die wichtigste Ordnungskategorie. Die Sippenoberhäupter bestimmen über Berufsausbildung und Eheschließung, legen das Erbrecht und seine alltäglichen Konsequenzen aus und organisieren die Altersversorgung. Ackerland, Werkstätten, Viehbestände, Waffen und auch Adelstitel werden in verschiedenen Spielarten einer Senioratsordnung weiter gegeben. Dabei erbt das Sippenoberhaupt den wertvollsten in der Sippe zur Verfügung stehenden Besitz (oder den höchsten Titel), weitere Ressourcen werden absteigend nach Macht und Ansehen an die erbrechtlich näher stehenden Verwandten weiter verteilt.&lt;br /&gt;
*Mit Stamm kann dieser Tage nicht nur bezeichnet werden, wer arbonische Vorfahren hat, sondern die Gemeinschaft aller, die in der Grafschaft Arbon leben, also auch Zwerge, Hobbits und die Kelten aus Montrowien. Die Stammesgemeinschaft schützt die Sippe vor äußeren Bedrohungen und hilft im Falle von Missernten etc. In der täglichen Wahrnehmung wird sie von den landhaltenden arbonischen Adligen repräsentiert, die rechtliche Probleme zwischen den Sippen regeln, die Kriegsfähigkeit zu gewährleisten haben und denen man Abgaben in Form von Gütern und Arbeitsleistungen schuldig ist.&lt;br /&gt;
*Die Arbonier glauben fast ausnahmslos an das [[Einführung in die Siebenfaltigkeit|Riacommon]], die Einheit der Sieben Götter. Für die meisten (in der Landwirtschaft tätigen) Menschen ist sie eine Naturreligion, in der jeder Gott sich in einem Teil der Schöpfung manifestiert. Die Sieben werden von den Priestern repräsentiert. Ihre Aufgaben sind &lt;br /&gt;
**Heilung von Körper und Seele: Krankheit oder soziale und seelische Probleme werden oft als Besessenheit von bösen Geistern interpretiert, den der Priester dann austreiben muss.&lt;br /&gt;
**Mit den Göttern sprechen, also die lästigen Wünsche und Bitten der Sterblichen den viel beschäftigten Göttern weiter tragen.&lt;br /&gt;
**Rituelle Handlungen vollziehen, also Eheschließungen, Bestattungen, das Gebet zu Sonnenauf- und Untergang leiten und allerlei mehr. &lt;br /&gt;
**Rechtsberatung: Wenn die Sippen oder Adligen bei einem Rechtsfall nicht weiter wissen, fragt man die Priester um Rat. Man kann Priester auch bitten, einen gegen gewisses Entgelt (das bei Adligen in schwierigen Gerichtsverfahren recht hoch ausfallen kann) rechtlich zu vertreten. &lt;br /&gt;
*Trigardonen es gewöhnt, das [[Corpus Iuris Trigardonis|Recht]] häufig in die eigene Hand nehmen zu müssen. Die kleinste juristische und ökonomische Organisationsform, die Sippe, ist dazu in der Lage, fast alle Streitigkeiten des täglichen Lebens gütlich und ohne äussere Einmischung zu regeln. Nur wenn die Interessen verschiedener Sippen miteinander oder mit den Interessen des Grundherren kollidieren, kommt die Gerichtsbarkeit des Adels zum Einsatz. Traditionell ist die höchste Strafe bei weltlichen Vergehen nicht die Hinrichtung, sondern die Vogelfreiheit (also die Hinrichtung nach einer zünftigen Menschenjagd). Es gibt bestimmte Verbrechen, mit denen man sich in Trigardon ganz ohne Gerichtsverhandlung zum Vogelfreien machen kann.&lt;br /&gt;
**Mord: Zwischen Mord und Totschlag wird auch im mündlich überlieferten Gewohnheitsrecht klar differenziert. Ein Mord ist geplantes, heimtückisches Meucheln, das Töten Verwundeter ect. Ein Mord ist nicht das Töten Vogelfreier, ein Mord ist auch nicht, wenn ein Adliger grob beleidigt wird und den Unverschämten aus Wut so sehr verwundet, dass dieser nicht überlebt. Das Töten im ehrenhaften Zweikampf, bei dem der Tod als Ende nicht vereinbart war, ist Totschlag und kostet Wergeld und eventuell Blutrache. &lt;br /&gt;
**Raub: Niederschlagen, ausplündern, wegrennen, das ist es, womit Vogelfreie ihren Lebensunterhalt verdienen. Weil man nicht immer, wenn ein Raub passiert, extra feststellen kann, ob der Räuber nun schon vogelfrei war oder nicht, ist ein Räuber selbstredend vogelfrei. &lt;br /&gt;
**Tiermensch sein: [[Tiermenschen]] sind Orks, Trolle, Oger, Echsenmenschen, Katzenmenschen und überhaupt alles, was unmenschlich und bedrohlich aussieht. (Elben und andere Spitzohren sind keine Tiermenschen sondern Halbmenschen, also unheimlich und etwas weniger wert als Menschen, können sich aber durch frommes Verhalten Anerkennung verdienen.) Weil Tiermenschen durch ihre Existenz die Göttliche Ordnung herausfordern (und sie hässlich und furchteinflößend sind), sind sie immer böse und gehören erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Karte_Arbon_klein.jpg|frame|Grafschaft Arbon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Längstal von Arbon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Tejadun]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dugor Harog]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baronie [[Erlenfels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baronie [[Argaine]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baronie [[Arden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baronie [[Rhack]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baronie [[Garesch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baronie [[Harog]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baronie [[Montrowia]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besondere Orte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Kloster des Heiligen Danason]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Burg Bärenfels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schulen des Ischan]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Jardoheim]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Argaine (Dorf und Gestüt)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Kloster des Riason]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Hochtempel des Riamodan]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Der Erlenfels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Caér'Na Dun]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Canuphers Wacht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Parvynsbruecc]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Batruschar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Carasevda]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Cajacale]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Regionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Datei:Karte_Arbon.jpg</id>
		<title>Datei:Karte Arbon.jpg</title>
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				<updated>2022-10-27T20:44:43Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Provincia_Orientalis</id>
		<title>Provincia Orientalis</title>
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				<updated>2022-08-17T21:09:21Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:Oostportkarte.JPG|thumb|350px|Provincia Orientalis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Politik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Ostprovinz wurde vor etwa 20 Jahren (ungefähr von 27 bis 29 n. K.) von der Schreckensherrschaft fürchterlicher Orkstämme befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herr [[Algonkin aus Gerbruck, genannt von Weidenhain]] wurde zum Seneschall der Provincia Orientalis benannt und ist gleichzeitig an der Seite seiner Gattin [[Riane von Finsterwald]] Baron von Drachenport. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die zweite Baronie der Ostprovinz heißt Tinar. Sie ist das Lehen von [[Said abu Saif Ibn Ahamed Ibn Said Razuli]] und seiner Gattin [[Sophie Viviane anh Quellgrund]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beide Barone teilen sich eine gemeinsame Haustruppe, die gut ausgerüsteten und disziplinierten [[Ritter vom Felsenturm]], die auch die einzigen permanent dafür vorgesehenen Kriegsschiffe in Emendons Reich stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der neu entstehende Kult um den [[Heiligen Cajetan]] gibt den Bewohnern der Ostprovinz zunehmend Halt und ein Zusammengehörigkeitsgefühl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mauten und Marktgebühren der Ostprovinz stellen eine der wichtigsten Einnahmequellen des Hochfürsten dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geografie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Provinz Osttrigardon, mitunter auch Ostprovinz oder zuweilen in Urkunden “Provincia Orientalis” genannt, liegt weit entfernt vom trigardonischen Kernland zwischen dem sogenannten Drachenmeer (dem nordöstlichen Teil des Weltmeeres) und dem Tinarischen Meer, dem größten bekannten kontinentalen Binnenmeer. Ihre östliche Grenze wird vom Tinarischen Kanal gebildet, einem natürlichen Nadelöhr des Schiffsverkehrs zwischen beiden Gewässern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihren größten Wert macht die strategisch günstige Lage der beiden Hafenstädte Drachenport und Tinarport aus, die zu den größten Städten des Reiches gehören. Nirgendwo sonst in den trigardonischen Landen gibt es eine vergleichbare kulturelle Vielfalt. Die meisten Menschen leben in Streusiedlungen in relativer Nähe der Hafenstädte oder mit direktem Zugang zum Tinarischen Kanal. Doch das Binnenland ist geprägt von unbesiedelten Wald, Steppen- und Moorgebieten. Dazwischen gibt es immer wieder Flecken fruchtbarer, aber noch wenig erschlossener Böden mit kleineren Dörfern und Wehrgehöften, die immer seltener werden, je weiter man nach Westen kommt. Ansonsten ist es keine Seltenheit, halbwilde Rinder- und Schafherden zu Gesicht zu bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den nördlichen Wäldern liegen die Ruinen der Rabennest, einer großen, uralten Burg. In den ersten Jahren nach der Eroberung war dies der Sitz des ehemaligen Statthalters. Mittlerweile ist sie jedoch verlassen und verfällt zusehends; der Zugang wird durch eine sehr solide Palisade versperrt und von den Rittern vom Felsenturm streng bewacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa eine halbe Tagesreise vom Drachenport nach Süden liegt die Festung Weidenhain, die stetig ausgebaut wird. Auffällig an dieser Festung ist der Mix verschiedener Baustile, der sich dennoch zu einem einigermaßen harmonischen Ganzen fügt. So gibt es etwa inmitten der Festung zwei große Langhäuser nach nordischer Art, obwohl keine Nordmänner in den Reihen der Besatzung zu finden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Straßen sind in gutem Zustand, allerdings ist nur die Straße zwischen den beiden Hafenstädten gepflastert. Die Reise durch die Provinz gilt im Allgemeinen als sicher, da seit Jahren schon keine Räuber mehr gesichtet wurden und auch die Orks fast ausgerottet oder wenigstens vertrieben sind. Manchmal werden auch offizielle Orkhatzen veranstaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bevölkerung und Glaube==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwohner der Ostprovinz werden zwar „Stamm des Cajetan“ genannt, sind aber nicht im eigentlichen Sinn eine ethnische Gruppe, sondern eine sehr heterogene Bevölkerung, denen der Kult um den Heiligen Cajetan aber zunehmend eine gemeinsame Identität verleiht. Die Region wurde erst in den Jahren von 26 bis 30 n. K. bestialischen Orks entrissen. Die wenigen menschlichen Ureinwohner sind Teil einer Gesellschaft geworden, die vor allem aus Siedlern besteht. Angehörige verschiedener Inselvölker und Arbonier stellen die beiden größten, aber bei weitem nicht die einzigen Siedlergruppen dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ostprovinz ist ein weites Land, in dem die adeligen Grundherren oft weit weg sind und die Sippenstrukturen wiet unzuverlässiger wirken als in Arbon. Darum sind die gewählten Ältesten oftmals die einzige Instanz, um die unverzichtbare bäuerliche Selbstorganisation zu dirigieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen, so nicht aus Trigardon eingewandert oder bekehrt, glauben an alle möglichen, meist nur lokal bekannten Götter und Geister, was im Rahmen der guten Sitten gestattet wird und mitunter zu kreativen Mischungen religiöser Vorstellungen führt. Hoheitlich gefördert wird aber natürlich nur der Siebenfaltigkeitsglaube und spielt im öffentlichen Leben eine große Rolle. Sollte es dennoch ein Missionar anderer Götter im Lande wagen, seinen Glauben zu bewerben, warten empfindliche Strafen auf ihn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergänzend zum Glauben an die Sieben wird der heilige Cajetan verehrt, ein frommer Krieger, der in weit entfernter Vergangenheit das mythische Königreich von Gar verließ und sich an der Mündung des Tinarischen Kanals niedergelassen haben soll. Für die Ureinwohner ist er der älteste bekannte Ahne, doch viele seiner Lehren gingen unter der brutalen Knechtschaft durch die Orks verloren. Heute gilt er vor allem als Schutzpatron der Reisenden, Händler und Krieger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurioses und Trivia==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Hafenstädte bereist, könnte an den Hafenmauern jeweils einer penibel blankgeputzen Messingtafel ansichtig werden, über der ein Balken angebracht ist: &amp;quot;Reserviert für Kapitän Piet Speigatt, soviel Zeit wird sein.&amp;quot; Auf dem Land hingegen, besonders in den nördlichen Gebieten der Provinz, sind des Nachts mitunter einzelne Kerzen in den nach Norden zeigenden Fenstern der Häuser zu sehen. Die Leute nennen diese Kerzen &amp;quot;Arnulfslichter&amp;quot;, und man erzählt sich, dass von Zeit zu Zeit denen auf geheimnisvolle Weise geholfe werde, die in Not geraten sind und ein solches Licht entzünden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirtschaft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Ostprovinz von Arbon mit am stärksten unterscheidet, ist die Art zu wirtschaften. So ist das Geldwesen in der Ostprovinz wesentlich ausgeprägter. Auch die Agrarwirtschaft ist darauf ausgerichtet, nicht nur die Bevölkerung von Stadt und Land zu versorgen, sondern gezielt den Bedarf des Schiffsverkehrs zu bedienen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Agrargütern handelt Osttrigadon mit Holz und behauenem und unbehauenem Stein und es gibt kleinere Silbervorkommen im Land, die abgebaut werden. Die größte Bedeutung hat jedoch das im trigardonischen Kernland heiß begehrte Meersalz.&lt;br /&gt;
Darüber hinaus gibt es über die Häfen einen regen Handel mit exotischen Gewürzen, Tabak und anderen Dingen, die von Schiffen mit hohen Heckkastellen, ohne Flagge, meist zweimal pro Jahr im Drachenport angelandet werden, ebenso wird mit Pelzen und Bernstein aus dem Norden Handel getrieben. Diese Dinge kommen mit Drachenboten ins Land.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Orden der Ritter vom Felsenturm ist der wichtigste Geldverleiher der Ostprovinz. Er macht einträgliche Geschäfte mit der Umwandlung von Bargeld in persönliche Schuldverschreibungen, die bei Ritterbrüdern und Freunden im Ausland wieder in Bargeld gewechselt werden.&lt;br /&gt;
Der Grundstock des Ordensvermögens ist jedoch die &amp;quot;Mitgift&amp;quot;, die jeder der Ritter, die im Orden leben, oder der befreundeten Brüder im Ausland gegeben hat.&lt;br /&gt;
Ein Teil der Einkünfte des Gutes Quellgrund in Arbon, die von der Dame Sophie Viviahne anh Quellgrund verwaltet wird, fließt ebenfalls dem Orden zu.&lt;br /&gt;
Regelmäßig tauchen aber auch Amonlondische Goldmünzen in Osttrigardon auf, deren Herkunft aber unklar ist.&lt;br /&gt;
Die Steuereinnahmen aus den Häfen Tinar und Drachenport sowie die Zehntabgaben aus den Amüsierbetrieben sind ebenfalls sichere Einnahmen für den Stadthalter, die Barone und den Orden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bespielte Orte==&lt;br /&gt;
* Drachenport: Sitz von Algonkin, Ordensburg der Ritter vom Felsenturm.&lt;br /&gt;
Im Wald um die Burg gibt es heiße Quellen und einen versteckten Tempel der Asen und Vanen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tinarport: Sitz von Said und Sophie – Herrenhaus und Hospital sind fertiggestellt. Gerüchte sagen, dass das Badehaus, das Said und Sophie für sich in Tinar bauen lassen, diesen Winter benutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Jagdhaus zu den Eichen, wo das Danturnier im Jahre 38 n.K. stattgefunden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Landgut Altweiler, ein Gutshof aus der Zeit vor dem Orkensturm, das wieder aufgebaut wurde und nun von Said und Sophie genutzt wird, um sich weitab der neugierigen Augen der Stadt mit Freunden und Verbündeten zu treffen, zu feiern oder auch nur sich zu entspannen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zweibrücken: Das Dorf lebt von Weinbau und Fischerei sowie dem Brückenzoll. Das Dorf mit allen Liegenschaften wurde Herrn Bernard von Zweibrücken, einem ehemaligen Knappen von Said, als Lehen gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Demyrcal (ehemals Lehen hinter den Brücken): Ein Lehen, das Narek Natan anh Garesch von Said und Sophie gegeben wurde und das von Camuran Barca anh Caja verwaltet wird. Bei ihrer Hochzeit bekamen sie und ihr Ehegatte Gareth von Darkenhowe von Narek die Grundherrenrechte und den Grundbesitz als Lehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Regionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Provincia_Orientalis</id>
		<title>Provincia Orientalis</title>
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				<updated>2022-08-17T20:55:55Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:Oostportkarte.JPG|thumb|350px|Provincia Orientalis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Politik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Ostprovinz wurde vor etwa 20 Jahren (ungefähr von 27 bis 29 n. K.) von der Schreckensherrschaft fürchterlicher Orkstämme befreit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herr [[Algonkin aus Gerbruck, genannt von Weidenhain]] wurde zum Seneschall der Provincia Orientalis benannt und ist gleichzeitig an der Seite seiner Gattin [[Riane von Finsterwald]] Baron von Drachenport. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die zweite Baronie der Ostprovinz heißt Tinar. Sie ist das Lehen von [[Said abu Saif Ibn Ahamed Ibn Said Razuli]] und seiner Gattin [[Sophie Viviane anh Quellgrund]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beide Barone teilen sich eine gemeinsame Haustruppe, die gut ausgerüsteten und disziplinierten [[Ritter vom Felsenturm]], die auch die einzigen permanent dafür vorgesehenen Kriegsschiffe in Emendons Reich stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der neu entstehende Kult um den [[Heiligen Cajetan]] gibt den Bewohnern der Ostprovinz zunehmend Halt und ein Zusammengehörigkeitsgefühl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mauten und Marktgebühren der Ostprovinz stellen eine der wichtigsten Einnahmequellen des Hochfürsten dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geografie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Provinz Osttrigardon, mitunter auch Ostprovinz oder zuweilen in Urkunden “Provincia Orientalis” genannt, liegt weit entfernt vom trigardonischen Kernland zwischen dem sogenannten Drachenmeer (dem nordöstlichen Teil des Weltmeeres) und dem Tinarischen Meer, dem größten bekannten kontinentalen Binnenmeer. Ihre östliche Grenze wird vom Tinarischen Kanal gebildet, einem natürlichen Nadelöhr des Schiffsverkehrs zwischen beiden Gewässern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihren größten Wert macht die strategisch günstige Lage der beiden Hafenstädte Drachenport und Tinarport aus, die zu den größten Städten des Reiches gehören. Nirgendwo sonst in den trigardonischen Landen gibt es eine vergleichbare kulturelle Vielfalt. Die meisten Menschen leben in Streusiedlungen in relativer Nähe der Hafenstädte oder mit direktem Zugang zum Tinarischen Kanal. Doch das Binnenland ist geprägt von unbesiedelten Wald, Steppen- und Moorgebieten. Dazwischen gibt es immer wieder Flecken fruchtbarer, aber noch wenig erschlossener Böden mit kleineren Dörfern und Wehrgehöften, die immer seltener werden, je weiter man nach Westen kommt. Ansonsten ist es keine Seltenheit, halbwilde Rinder- und Schafherden zu Gesicht zu bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den nördlichen Wäldern liegen die Ruinen der Rabennest, einer großen, uralten Burg. In den ersten Jahren nach der Eroberung war dies der Sitz des ehemaligen Statthalters. Mittlerweile ist sie jedoch verlassen und verfällt zusehends; der Zugang wird durch eine sehr solide Palisade versperrt und von den Rittern vom Felsenturm streng bewacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa eine halbe Tagesreise vom Drachenport nach Süden liegt die Festung Weidenhain, die stetig ausgebaut wird. Auffällig an dieser Festung ist der Mix verschiedener Baustile, der sich dennoch zu einem einigermaßen harmonischen Ganzen fügt. So gibt es etwa inmitten der Festung zwei große Langhäuser nach nordischer Art, obwohl keine Nordmänner in den Reihen der Besatzung zu finden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Straßen sind in gutem Zustand, allerdings ist nur die Straße zwischen den beiden Hafenstädten gepflastert. Die Reise durch die Provinz gilt im Allgemeinen als sicher, da seit Jahren schon keine Räuber mehr gesichtet wurden und auch die Orks fast ausgerottet oder wenigstens vertrieben sind. Manchmal werden auch offizielle Orkhatzen veranstaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bevölkerung und Glaube==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwohner der Ostprovinz werden zwar „Stamm des Cajetan“ genannt, sind aber nicht im eigentlichen Sinn eine ethnische Gruppe, sondern eine sehr heterogene Bevölkerung, denen der Kult um den Heiligen Cajetan aber zunehmend eine gemeinsame Identität verleiht. Die Region wurde erst in den Jahren von 26 bis 30 n. K. bestialischen Orks entrissen. Die wenigen menschlichen Ureinwohner sind Teil einer Gesellschaft geworden, die vor allem aus Siedlern besteht. Angehörige verschiedener Inselvölker und Arbonier stellen die beiden größten, aber bei weitem nicht die einzigen Siedlergruppen dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ostprovinz ist ein weites Land, in dem die adeligen Grundherren oft weit weg sind und die Sippenstrukturen wiet unzuverlässiger wirken als in Arbon. Darum sind die gewählten Ältesten oftmals die einzige Instanz, um die unverzichtbare bäuerliche Selbstorganisation zu dirigieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen, so nicht aus Trigardon eingewandert oder bekehrt, glauben an alle möglichen, meist nur lokal bekannten Götter und Geister, was im Rahmen der guten Sitten gestattet wird und mitunter zu kreativen Mischungen religiöser Vorstellungen führt. Hoheitlich gefördert wird aber natürlich nur der Siebenfaltigkeitsglaube und spielt im öffentlichen Leben eine große Rolle. Sollte es dennoch ein Missionar anderer Götter im Lande wagen, seinen Glauben zu bewerben, warten empfindliche Strafen auf ihn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergänzend zum Glauben an die Sieben wird der heilige Cajetan verehrt, ein frommer Krieger, der in weit entfernter Vergangenheit das mythische Königreich von Gar verließ und sich an der Mündung des Tinarischen Kanals niedergelassen haben soll. Für die Ureinwohner ist er der älteste bekannte Ahne, doch viele seiner Lehren gingen unter der brutalen Knechtschaft durch die Orks verloren. Heute gilt er vor allem als Schutzpatron der Reisenden, Händler und Krieger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurioses und Trivia==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Hafenstädte bereist, könnte an den Hafenmauern jeweils einer penibel blankgeputzen Messingtafel ansichtig werden, über der ein Balken angebracht ist: &amp;quot;Reserviert für Kapitän Piet Speigatt, soviel Zeit wird sein.&amp;quot; Auf dem Land hingegen, besonders in den nördlichen Gebieten der Provinz, sind des Nachts mitunter einzelne Kerzen in den nach Norden zeigenden Fenstern der Häuser zu sehen. Die Leute nennen diese Kerzen &amp;quot;Arnulfslichter&amp;quot;, und man erzählt sich, dass von Zeit zu Zeit denen auf geheimnisvolle Weise geholfe werde, die in Not geraten sind und ein solches Licht entzünden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirtschaft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Ostprovinz von Arbon mit am stärksten unterscheidet, ist die Art zu wirtschaften. So ist das Geldwesen in der Ostprovinz wesentlich ausgeprägter. Auch die Agrarwirtschaft ist darauf ausgerichtet, nicht nur die Bevölkerung von Stadt und Land zu versorgen, sondern gezielt den Bedarf des Schiffsverkehrs zu bedienen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Agrargütern handelt Osttrigadon mit Holz und behauenem und unbehauenem Stein und es gibt kleinere Silbervorkommen im Land, die abgebaut werden. Die größte Bedeutung hat jedoch das im trigardonischen Kernland heiß begehrte Meersalz.&lt;br /&gt;
Darüber hinaus gibt es über die Häfen einen regen Handel mit exotischen Gewürzen, Tabak und anderen Dingen, die von Schiffen mit hohen Heckkastellen, ohne Flagge, meist zweimal pro Jahr im Drachenport angelandet werden, ebenso wird mit Pelzen und Bernstein aus dem Norden Handel getrieben. Diese Dinge kommen mit Drachenboten ins Land.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Orden der Ritter vom Felsenturm ist der wichtigste Geldverleiher der Ostprovinz. Er macht einträgliche Geschäfte mit der Umwandlung von Bargeld in persönliche Schuldverschreibungen, die bei Ritterbrüdern und Freunden im Ausland wieder in Bargeld gewechselt werden.&lt;br /&gt;
Der Grundstock des Ordensvermögens ist jedoch die &amp;quot;Mitgift&amp;quot;, die jeder der Ritter, die im Orden leben, oder der befreundeten Brüder im Ausland gegeben hat.&lt;br /&gt;
Ein Teil der Einkünfte des Gutes Quellgrund in Arbon, die von der Dame Sophie Viviahne anh Quellgrund verwaltet wird, fließt ebenfalls dem Orden zu.&lt;br /&gt;
Regelmäßig tauchen aber auch Amonlondische Goldmünzen in Osttrigardon auf, deren Herkunft aber unklar ist.&lt;br /&gt;
Die Steuereinnahmen aus den Häfen Tinar und Drachenport sowie die Zehntabgaben aus den Amüsierbetrieben sind ebenfalls sichere Einnahmen für den Stadthalter, die Barone und den Orden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bespielte Orte==&lt;br /&gt;
* Drachenport: Sitz von Algonkin, Ordensburg der Ritter vom Felsenturm.&lt;br /&gt;
Im Wald um die Burg gibt es heiße Quellen und einen versteckten Tempel der Asen und Vanen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tinarport: Sitz von Said und Sophie – Herrenhaus und Hospital sind fertiggestellt. Gerüchte sagen, dass das Badehaus, das Said und Sophie für sich in Tinar bauen lassen, diesen Winter benutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Jagdhaus zu den Eichen, wo das Danturnier im Jahre 38 n.K. stattgefunden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Landgut Altweiler, ein Gutshof aus der Zeit vor dem Orkensturm, das wieder aufgebaut wurde und nun von Said und Sophie genutzt wird, um sich weitab der neugierigen Augen der Stadt mit Freunden und Verbündeten zu treffen, zu feiern oder auch nur sich zu entspannen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zweibrücken: Das Dorf lebt von Weinbau und Fischerei sowie dem Brückenzoll. Das Dorf mit allen Liegenschaften wurde Herrn Bernard von Zweibrücken, einem ehemaligen Knappen von Said, als Lehen gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Demyrcal (ehemals Lehen hinter den Brücken): Ein Lehen, das Narek Natan anh Garesch von Said und Sophie gegeben wurde und das von Camuran Barca anh Caja verwaltet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Regionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Hectors_Handbuch</id>
		<title>Hectors Handbuch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Hectors_Handbuch"/>
				<updated>2022-08-06T12:37:11Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Hintergrund==&lt;br /&gt;
„Ratschläge an die Heerführer von Natans Stamm“, umgangssprachlich „Hectors Handbuch“ genannt, ist eine Sammlung von Erkenntnissen und Überlegungen zur Kriegskunst. Auf das Bestreben von [[Hector Caroman anh Rhack]] wurden sie bei Gründung der [[Schulen des Ischan]] erstmals schriftlich niedergelegt und seitdem kontinuierlich ergänzt. Aus diesem Grund lässt sich nur noch vermuten, welche Teile von Hectors Handbuch tatsächlich auf ihn zurückgehen.&lt;br /&gt;
Obwohl die Gesamtheit der Ratschläge nur auf den Schulen des Ischan gelehrt werden, sind bestimmte Teile davon im ganzen Land bekannt, da in ihnen die Grundlagen der Heeresorganisation und Kriegsführung von Emendons Reich formuliert sind. Sie werden zwar nicht perfekt, aber immerhin so gut umgesetzt, dass eine umwälzende Reform des Heerwesens unnötig erscheint.&lt;br /&gt;
==Metaebene==&lt;br /&gt;
Anstatt ein gesamtes Kriegshandbuch zu formulieren, beschränken wir uns auf Auszüge daraus, von denen wir glauben, dass sie auf Veranstaltungen darstellbar sind, die dem Hintergrund nach besondere Bekanntheit besitzen oder die wir aus anderen Gründen für besonders spielrelevant halten. Schließlich ist den meisten Trigardonen Hectors Handbuch auch nur Auszugsweise bekannt.&lt;br /&gt;
Daher gehen wir auch davon aus, dass dieser Artikel hin und wieder Ergänzungen bekommen wird.&lt;br /&gt;
==von der Ordnung des Heeres==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Des Heeres Finger und Zehen sind die Kriegerscharen, seine Hände und Füße die Banner, Arme und Beine die Heerhauffen und seine Leiber die Jurten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''In dieser Weise sollen die Scharen geordnet sein:''' Nicht weniger als Fünf und nicht mehr als Neun Krieger sollen sie zählen. Und nur die Krieger sollen zu ihrer Ordnung gezählt werden, nicht die Hörigen, Heiler, Troßweiber, Pagen und zu jungen Knappen, gleich ob sie der Schar zugeteilt sind oder der Herdmutter dienen. Zur Zahl der Schar werden nur die Krieger gezählt und sie soll nicht kleiner als fünf und nicht größer als neun sein. Denn gesellt sich zur Schar der Zehnte, so sind es schon zwei Scharen geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder in der Schar hat einen Rang, vom Ersten bis zum Fünften oder bis zum sechsten und wenn die Schar mehr als sechs Krieger zählt haben alle nach dem Fünften den sechsten Rang, da sich ja den siebten Rang die Ahnen des Heerführers teilen. Der Erste der Schar führt die übrigen, es sei denn er kann nicht auf seinen Füßen oder den Hufen seines Pferdes stehen oder er kann nicht sehen, nicht hören, nicht sprechen oder nicht Zeichen geben. Denn dann führt der Zweite oder auch der kann es nicht, sodann führt der Dritte und so fort. Denn jeder Krieger der Schar hat einen Rang und so lange die Schar besteht, so wird sie auch geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schar lagert, marschiert, speist und wacht gemeinsam und kämpft gemeinsam in der Schlacht. Es ist nicht weise, die Krieger der Schar ohne Not voneinander zu trennen. Die Schar ist mit fünf Bögen oder mit fünf Speeren bewaffnet oder beides zugleich. Führt sie fünf Bögen, so ist es eine Schützenschar oder sie ist eine Lanze, wenn sie fünf Speere führt. Führt sie beides, so kann sie nach der Wahl ihres Herrn als Lanze oder Schützenschar kämpfen. Sind Einige in der Schar beritten und Andere nicht, so mag ihr Herr befehlen oder nicht befehlen, die Schar nach Reitern und Fußkämpfern zu trennen und neu zu ordnen. Dem Lande nach mag es weise sein, reine Reiterscharen ins Feld zu führen oder nicht. Ansonsten ist es nicht weise, die Krieger der Schar ohne Not voneinander zu trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Weise sollen die Kriegerscharen geordnet sein. Sie sind die Finger und Zehen des Heeres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Und in dieser Weise sollen die Banner geordnet sein:''' Nicht weniger als zwei und nicht mehr als fünf Scharen sollen sie zählen. Denn mit der sechsten Schar kommt auch das zweite Banner.&lt;br /&gt;
Herr der Scharen ist der Bannerherr. Er ist der Erste seiner Schar, doch er führt nur den Zweiten seiner Schar und der führt die Schar des Bannerherrn. Neben seinem Zweiten führt der Bannerherr die Ersten der anderen Scharen. Und unter den Ersten gibt es zumindest einen, der Bannerherr anstelle des Bannerherrn ist, wenn der nicht auf seinen Füßen oder den Hufen seines Pferdes stehen, nicht sehen, nicht hören, nicht sprechen oder nicht Zeichen geben kann. Denn das Banner muss einen Bannerherrn haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch muss das Banner Boten, ein Feldzeichen und ein Rufhorn ins Feld führen und wenn es ein Banner mit mehreren Schützenscharen ist, so muss es dazu auch eine laute, helle Pfeife führen. Es mag dem obersten Bannerherrn weise dünken oder nicht, reine Schützenbanner, reine Lanzenbanner, reine Reiterbanner zu haben oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Banner hat eine Bannerfrau. Sie mag das Banner begleiten oder der Herdmutter dienen. Doch ihr dient der Troß aller Scharen ihres Bannerherrn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Weise sollen die Banner geordnet sein. Sie sind die Hände und die Füße des Heeres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Und in dieser Weise sollen die Hauffe geordnet sein:''' Nicht weniger als zwei und nicht mehr als sechs Banner sollen sie zählen. Denn mit dem siebten Banner kommt auch die zweite Hauffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr der Banner ist der oberste Bannerherr. Doch er führt nicht sein eigenes Banner, sondern einer seiner Ersten oder der Zweite seiner Schar führt dieses. Den und die anderen Bannerherrn führt der oberste Bannerherr. Und unter den Bannerherrn gibt es zumindest einen, der oberster Bannerherr anstelle des obersten Bannerherrn sein kann, weil die Hauffe stets einen obersten Bannerherrn haben muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der oberste Bannerherr kann alle Bannerherrn und Ersten unter seinem Dach versammeln. Die Hauffe hat eine oberste Bannerfrau. Sie dient der Herdmutter und führt die anderen Bannerfrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Weise sollen die Hauffen geordnet sein. Sie sind die Arme und Beine des Heeres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Doch die Leiber des Heeres sind die Jurten und sie sollen in dieser Weise geordnet sein:''' Nicht weniger als zwei Hauffe aber auch nicht weniger als sieben mal sieben mal sieben Krieger sollen sie zählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Herr ist der Heerführer. Er selbst führt nicht mehr als eine Schar, doch ihm dienen alle Bannerherrn, die er gemeinsam mit allen Ersten unter seinem Dach versammeln kann.&lt;br /&gt;
Und seine Herdmutter versammelt alle Bannerfrauen und alle Weisen und Kundigen der Hauffen an ihrem Feuer auf das sie ihr dienen und sie dem Heerführer dienen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sind die Jurten unter den Heerführern geordnet, um dem obersten unter ihnen zu dienen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;von den Signalen des Fußvolkes&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„'''Das Feldzeichen''' braucht jedes Banner zu Fuß, um sich darum zu versammeln und dem Heerführer seinen Ort anzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Banner zu Fuß braucht keine Signalfahnen, weder die dunkle noch die helle. Es sei denn, der Heerführer verlangt es anders. Denn sie sind zumeist nur nützlich für die berittenen Banner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mit Trommelschlägen''' mag das Banner zu Fuß sich den Marsch erleichtern. Ist es darin bewandert, mag es auf besondere Trommelschläge auch besondere Manöver auszuführen. Doch kein Signal durch Trommeln muss vom ganzen Heer verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Signale durch das Horn''' müssen vom ganzen Heer verstanden werden. Sie richten sich an das Banner. Denn mag die Schar noch klein genug, das Nötige mit des Ersten lauter Stimme zu sagen, so ist das Banner schon zu groß dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom ganzen Heer verstanden werden müssen die Signale durch das Horn. Sie richten sich nicht nur an das Banner. Denn die Hornstöße eines Banners geben diesem Banner ein Kommando und zeigen auch zugleich den andern Bannern an, was diese wissen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darum müssen drei Hornsignale vom ganzen Heer verstanden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Signal gilt dem Angriff des Banners. Es wird mit langem Hornstoß gegeben, denn kein Echo wird daraus etwas anderes machen, als das Signal des Angriffs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite Signal gilt dem Ruf des Banners nach Unterstützung durch andere Banner. Es wird mit kurzen Hornstößen gegeben, denn kein Echo wird daraus etwas anderes machen, als den Ruf nach Hilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Signal gilt dem Rückzug des Banners. Es wird mit abwechselndem langem und kurzem Hornstoß gegeben. Denn so wird das Signal für den Rückzug eines Banners nicht versehentlich gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese drei Hornsignale müssen vom ganzen Heer verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Signale durch die Pfeife''' müssen nur von dem Banner verstanden werden, denen sie gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schützenscharen gibt die Pfeife das Signal, eine Salve zu entlassen und die vordersten Scharen auszuwechseln durch die Scharen hinter ihnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lanzenscharen gibt die Pfeife das Signal, die vordersten Scharen auszuwechseln durch die Scharen hinter ihnen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliothek]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theologie und sonstige Wissenschaften]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Hectors_Handbuch</id>
		<title>Hectors Handbuch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Hectors_Handbuch"/>
				<updated>2022-08-06T12:34:40Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Hintergrund==&lt;br /&gt;
„Ratschläge an die Heerführer von Natans Stamm“, umgangssprachlich „Hectors Handbuch“ genannt, ist eine Sammlung von Erkenntnissen und Überlegungen zur Kriegskunst. Auf das Bestreben von [[Hector Caroman anh Rhack]] wurden sie bei Gründung der [[Schulen des Ischan]] erstmals schriftlich niedergelegt und seitdem kontinuierlich ergänzt. Aus diesem Grund lässt sich nur noch vermuten, welche Teile von Hectors Handbuch tatsächlich auf ihn zurückgehen.&lt;br /&gt;
Obwohl die Gesamtheit der Ratschläge nur auf den Schulen des Ischan gelehrt werden, sind bestimmte Teile davon im ganzen Land bekannt, da in ihnen die Grundlagen der Heeresorganisation und Kriegsführung von Emendons Reich formuliert sind. Sie werden zwar nicht perfekt, aber immerhin so gut umgesetzt, dass eine umwälzende Reform des Heerwesens unnötig erscheint.&lt;br /&gt;
==Metaebene==&lt;br /&gt;
Anstatt ein gesamtes Kriegshandbuch zu formulieren, beschränken wir uns auf Auszüge daraus, von denen wir glauben, dass sie auf Veranstaltungen darstellbar sind, die dem Hintergrund nach besondere Bekanntheit besitzen oder die wir aus anderen Gründen für besonders spielrelevant halten. Schließlich ist den meisten Trigardonen Hectors Handbuch auch nur Auszugsweise bekannt.&lt;br /&gt;
Daher gehen wir auch davon aus, dass dieser Artikel hin und wieder Ergänzungen bekommen wird.&lt;br /&gt;
==von der Ordnung des Heeres==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Des Heeres Finger und Zehen sind die Kriegerscharen, seine Hände und Füße die Banner, Arme und Beine die Heerhauffen und seine Leiber die Jurten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''In dieser Weise sollen die Scharen geordnet sein:''' Nicht weniger als Fünf und nicht mehr als Neun Krieger sollen sie zählen. Und nur die Krieger sollen zu ihrer Ordnung gezählt werden, nicht die Hörigen, Heiler, Troßweiber, Pagen und zu jungen Knappen, gleich ob sie der Schar zugeteilt sind oder der Herdmutter dienen. Zur Zahl der Schar werden nur die Krieger gezählt und sie soll nicht kleiner als fünf und nicht größer als neun sein. Denn gesellt sich zur Schar der Zehnte, so sind es schon zwei Scharen geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder in der Schar hat einen Rang, vom Ersten bis zum Fünften oder bis zum sechsten und wenn die Schar mehr als sechs Krieger zählt haben alle nach dem Fünften den sechsten Rang, da sich ja den siebten Rang die Ahnen des Heerführers teilen. Der Erste der Schar führt die übrigen, es sei denn er kann nicht auf seinen Füßen oder den Hufen seines Pferdes stehen oder er kann nicht sehen, nicht hören, nicht sprechen oder nicht Zeichen geben. Denn dann führt der Zweite oder auch der kann es nicht, sodann führt der Dritte und so fort. Denn jeder Krieger der Schar hat einen Rang und so lange die Schar besteht, so wird sie auch geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schar lagert, marschiert, speist und wacht gemeinsam und kämpft gemeinsam in der Schlacht. Es ist nicht weise, die Krieger der Schar ohne Not voneinander zu trennen. Die Schar ist mit fünf Bögen oder mit fünf Speeren bewaffnet oder beides zugleich. Führt sie fünf Bögen, so ist es eine Schützenschar oder sie ist eine Lanze, wenn sie fünf Speere führt. Führt sie beides, so kann sie nach der Wahl ihres Herrn als Lanze oder Schützenschar kämpfen. Sind Einige in der Schar beritten und Andere nicht, so mag ihr Herr befehlen oder nicht befehlen, die Schar nach Reitern und Fußkämpfern zu trennen und neu zu ordnen. Dem Lande nach mag es weise sein, reine Reiterscharen ins Feld zu führen oder nicht. Ansonsten ist es nicht weise, die Krieger der Schar ohne Not voneinander zu trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Weise sollen die Kriegerscharen geordnet sein. Sie sind die Finger und Zehen des Heeres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Und in dieser Weise sollen die Banner geordnet sein:''' Nicht weniger als zwei und nicht mehr als fünf Scharen sollen sie zählen. Denn mit der sechsten Schar kommt auch das zweite Banner.&lt;br /&gt;
Herr der Scharen ist der Bannerherr. Er ist der Erste seiner Schar, doch er führt nur den Zweiten seiner Schar und der führt die Schar des Bannerherrn. Neben seinem Zweiten führt der Bannerherr die Ersten der anderen Scharen. Und unter den Ersten gibt es zumindest einen, der Bannerherr anstelle des Bannerherrn ist, wenn der nicht auf seinen Füßen oder den Hufen seines Pferdes stehen, nicht sehen, nicht hören, nicht sprechen oder nicht Zeichen geben kann. Denn das Banner muss einen Bannerherrn haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch muss das Banner Boten, ein Feldzeichen und ein Rufhorn ins Feld führen und wenn es ein Banner mit mehreren Schützenscharen ist, so muss es dazu auch eine laute, helle Pfeife führen. Es mag dem obersten Bannerherrn weise dünken oder nicht, reine Schützenbanner, reine Lanzenbanner, reine Reiterbanner zu haben oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Banner hat eine Bannerfrau. Sie mag das Banner begleiten oder der Herdmutter dienen. Doch ihr dient der Troß aller Scharen ihres Bannerherrn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Weise sollen die Banner geordnet sein. Sie sind die Hände und die Füße des Heeres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Und in dieser Weise sollen die Hauffe geordnet sein:''' Nicht weniger als zwei und nicht mehr als sechs Banner sollen sie zählen. Denn mit dem siebten Banner kommt auch die zweite Hauffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr der Banner ist der oberste Bannerherr. Doch er führt nicht sein eigenes Banner, sondern einer seiner Ersten oder der Zweite seiner Schar führt dieses. Den und die anderen Bannerherrn führt der oberste Bannerherr. Und unter den Bannerherrn gibt es zumindest einen, der oberster Bannerherr anstelle des obersten Bannerherrn sein kann, weil die Hauffe stets einen obersten Bannerherrn haben muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der oberste Bannerherr kann alle Bannerherrn und Ersten unter seinem Dach versammeln. Die Hauffe hat eine oberste Bannerfrau. Sie dient der Herdmutter und führt die anderen Bannerfrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Weise sollen die Hauffen geordnet sein. Sie sind die Arme und Beine des Heeres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Doch die Leiber des Heeres sind die Jurten und sie sollen in dieser Weise geordnet sein:''' Nicht weniger als zwei Hauffe aber auch nicht weniger als sieben mal sieben mal sieben Krieger sollen sie zählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Herr ist der Heerführer. Er selbst führt nicht mehr als eine Schar, doch ihm dienen alle Bannerherrn, die er gemeinsam mit allen Ersten unter seinem Dach versammeln kann.&lt;br /&gt;
Und seine Herdmutter versammelt alle Bannerfrauen und alle Weisen und Kundigen der Hauffen an ihrem Feuer auf das sie ihr dienen und sie dem Heerführer dienen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sind die Jurten unter den Heerführern geordnet, um dem obersten unter ihnen zu dienen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;von den Signalen des Fußvolkes&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„'''Das Feldzeichen''' braucht jedes Banner zu Fuß, um sich darum zu versammeln und dem Heerführer seinen Ort anzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Banner zu Fuß braucht keine Signalfahnen, weder die dunkle noch die helle. Es sei denn, der Heerführer verlangt es anders. Denn sie sind zumeist nur nützlich für die berittenen Banner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mit Trommelschlägen''' mag das Banner zu Fuß sich den Marsch erleichtern. Ist es darin bewandert, mag es auf besondere Trommelschläge auch besondere Manöver auszuführen. Doch kein Signal durch Trommeln muss vom ganzen Heer verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Signale durch das Horn''' müssen vom ganzen Heer verstanden werden. Sie richten sich an das Banner. Denn mag die Schar noch klein genug, das Nötige mit des Ersten lauter Stimme zu sagen, so ist das Banner schon zu groß dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom ganzen Heer verstanden werden müssen die Signale durch das Horn. Sie richten sich nicht nur an das Banner. Denn die Hornstöße eines Banners geben diesem Banner ein Kommando und zeigen auch zugleich den andern Bannern an, was diese wissen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darum müssen drei Hornsignale vom ganzen Heer verstanden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Signal gilt dem Angriff des Banners. Es wird mit langem Hornstoß gegeben, denn kein Echo wird daraus etwas anderes machen, als das Signal des Angriffs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite Signal gilt dem Ruf des Banners nach Unterstützung durch andere Banner. Es wird mit kurzen Hornstößen gegeben, denn kein Echo wird daraus etwas anderes machen, als den Ruf nach Hilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Signal gilt dem Rückzug des Banners. Es wird mit abwechselndem langem und kurzem Hornstoß gegeben. Denn so wird das Signal für den Rückzug eines Banners nicht versehentlich gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese drei Hornsignale müssen vom ganzen Heer verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Signale durch die Pfeife''' müssen nur von dem Banner verstanden werden, denen sie gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schützenscharen gibt die Pfeife das Signal, eine Salve zu entlassen und die vordersten Scharen auszuwechseln durch die Scharen hinter ihnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lanzenscharen gibt die Pfeife das Signal, die vordersten Scharen auszuwechseln durch die Scharen hinter ihnen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Kategorie:Bibliothek]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<title>Hectors Handbuch</title>
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				<updated>2022-08-06T12:33:55Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: Die Seite wurde neu angelegt: „==Hintergrund== „Ratschläge an die Heerführer von Natans Stamm“, umgangssprachlich „Hectors Handbuch“ genannt, ist eine Sammlung von Erkenntnissen un…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Hintergrund==&lt;br /&gt;
„Ratschläge an die Heerführer von Natans Stamm“, umgangssprachlich „Hectors Handbuch“ genannt, ist eine Sammlung von Erkenntnissen und Überlegungen zur Kriegskunst. Auf das Bestreben von [[Hector Caroman anh Rhack]] wurden sie bei Gründung der [[Schulen des Ischan]] erstmals schriftlich niedergelegt und seitdem kontinuierlich ergänzt. Aus diesem Grund lässt sich nur noch vermuten, welche Teile von Hectors Handbuch tatsächlich auf ihn zurückgehen.&lt;br /&gt;
Obwohl die Gesamtheit der Ratschläge nur auf den Schulen des Ischan gelehrt werden, sind bestimmte Teile davon im ganzen Land bekannt, da in ihnen die Grundlagen der Heeresorganisation und Kriegsführung von Emendons Reich formuliert sind. Sie werden zwar nicht perfekt, aber immerhin so gut umgesetzt, dass eine umwälzende Reform des Heerwesens unnötig erscheint.&lt;br /&gt;
==Metaebene==&lt;br /&gt;
Anstatt ein gesamtes Kriegshandbuch zu formulieren, beschränken wir uns auf Auszüge daraus, von denen wir glauben, dass sie auf Veranstaltungen darstellbar sind, die dem Hintergrund nach besondere Bekanntheit besitzen oder die wir aus anderen Gründen für besonders spielrelevant halten. Schließlich ist den meisten Trigardonen Hectors Handbuch auch nur Auszugsweise bekannt.&lt;br /&gt;
Daher gehen wir auch davon aus, dass dieser Artikel hin und wieder Ergänzungen bekommen wird.&lt;br /&gt;
==von der Ordnung des Heeres==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Des Heeres Finger und Zehen sind die Kriegerscharen, seine Hände und Füße die Banner, Arme und Beine die Heerhauffen und seine Leiber die Jurten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''In dieser Weise sollen die Scharen geordnet sein:''' Nicht weniger als Fünf und nicht mehr als Neun Krieger sollen sie zählen. Und nur die Krieger sollen zu ihrer Ordnung gezählt werden, nicht die Hörigen, Heiler, Troßweiber, Pagen und zu jungen Knappen, gleich ob sie der Schar zugeteilt sind oder der Herdmutter dienen. Zur Zahl der Schar werden nur die Krieger gezählt und sie soll nicht kleiner als fünf und nicht größer als neun sein. Denn gesellt sich zur Schar der Zehnte, so sind es schon zwei Scharen geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder in der Schar hat einen Rang, vom Ersten bis zum Fünften oder bis zum sechsten und wenn die Schar mehr als sechs Krieger zählt haben alle nach dem Fünften den sechsten Rang, da sich ja den siebten Rang die Ahnen des Heerführers teilen. Der Erste der Schar führt die übrigen, es sei denn er kann nicht auf seinen Füßen oder den Hufen seines Pferdes stehen oder er kann nicht sehen, nicht hören, nicht sprechen oder nicht Zeichen geben. Denn dann führt der Zweite oder auch der kann es nicht, sodann führt der Dritte und so fort. Denn jeder Krieger der Schar hat einen Rang und so lange die Schar besteht, so wird sie auch geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schar lagert, marschiert, speist und wacht gemeinsam und kämpft gemeinsam in der Schlacht. Es ist nicht weise, die Krieger der Schar ohne Not voneinander zu trennen. Die Schar ist mit fünf Bögen oder mit fünf Speeren bewaffnet oder beides zugleich. Führt sie fünf Bögen, so ist es eine Schützenschar oder sie ist eine Lanze, wenn sie fünf Speere führt. Führt sie beides, so kann sie nach der Wahl ihres Herrn als Lanze oder Schützenschar kämpfen. Sind Einige in der Schar beritten und Andere nicht, so mag ihr Herr befehlen oder nicht befehlen, die Schar nach Reitern und Fußkämpfern zu trennen und neu zu ordnen. Dem Lande nach mag es weise sein, reine Reiterscharen ins Feld zu führen oder nicht. Ansonsten ist es nicht weise, die Krieger der Schar ohne Not voneinander zu trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Weise sollen die Kriegerscharen geordnet sein. Sie sind die Finger und Zehen des Heeres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Und in dieser Weise sollen die Banner geordnet sein:''' Nicht weniger als zwei und nicht mehr als fünf Scharen sollen sie zählen. Denn mit der sechsten Schar kommt auch das zweite Banner.&lt;br /&gt;
Herr der Scharen ist der Bannerherr. Er ist der Erste seiner Schar, doch er führt nur den Zweiten seiner Schar und der führt die Schar des Bannerherrn. Neben seinem Zweiten führt der Bannerherr die Ersten der anderen Scharen. Und unter den Ersten gibt es zumindest einen, der Bannerherr anstelle des Bannerherrn ist, wenn der nicht auf seinen Füßen oder den Hufen seines Pferdes stehen, nicht sehen, nicht hören, nicht sprechen oder nicht Zeichen geben kann. Denn das Banner muss einen Bannerherrn haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch muss das Banner Boten, ein Feldzeichen und ein Rufhorn ins Feld führen und wenn es ein Banner mit mehreren Schützenscharen ist, so muss es dazu auch eine laute, helle Pfeife führen. Es mag dem obersten Bannerherrn weise dünken oder nicht, reine Schützenbanner, reine Lanzenbanner, reine Reiterbanner zu haben oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Banner hat eine Bannerfrau. Sie mag das Banner begleiten oder der Herdmutter dienen. Doch ihr dient der Troß aller Scharen ihres Bannerherrn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Weise sollen die Banner geordnet sein. Sie sind die Hände und die Füße des Heeres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Und in dieser Weise sollen die Hauffe geordnet sein:''' Nicht weniger als zwei und nicht mehr als sechs Banner sollen sie zählen. Denn mit dem siebten Banner kommt auch die zweite Hauffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr der Banner ist der oberste Bannerherr. Doch er führt nicht sein eigenes Banner, sondern einer seiner Ersten oder der Zweite seiner Schar führt dieses. Den und die anderen Bannerherrn führt der oberste Bannerherr. Und unter den Bannerherrn gibt es zumindest einen, der oberster Bannerherr anstelle des obersten Bannerherrn sein kann, weil die Hauffe stets einen obersten Bannerherrn haben muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der oberste Bannerherr kann alle Bannerherrn und Ersten unter seinem Dach versammeln. Die Hauffe hat eine oberste Bannerfrau. Sie dient der Herdmutter und führt die anderen Bannerfrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Weise sollen die Hauffen geordnet sein. Sie sind die Arme und Beine des Heeres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Doch die Leiber des Heeres sind die Jurten und sie sollen in dieser Weise geordnet sein:''' Nicht weniger als zwei Hauffe aber auch nicht weniger als sieben mal sieben mal sieben Krieger sollen sie zählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Herr ist der Heerführer. Er selbst führt nicht mehr als eine Schar, doch ihm dienen alle Bannerherrn, die er gemeinsam mit allen Ersten unter seinem Dach versammeln kann.&lt;br /&gt;
Und seine Herdmutter versammelt alle Bannerfrauen und alle Weisen und Kundigen der Hauffen an ihrem Feuer auf das sie ihr dienen und sie dem Heerführer dienen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sind die Jurten unter den Heerführern geordnet, um dem obersten unter ihnen zu dienen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;von den Signalen des Fußvolkes&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„'''Das Feldzeichen''' braucht jedes Banner zu Fuß, um sich darum zu versammeln und dem Heerführer seinen Ort anzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Banner zu Fuß braucht keine Signalfahnen, weder die dunkle noch die helle. Es sei denn, der Heerführer verlangt es anders. Denn sie sind zumeist nur nützlich für die berittenen Banner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mit Trommelschlägen''' mag das Banner zu Fuß sich den Marsch erleichtern. Ist es darin bewandert, mag es auf besondere Trommelschläge auch besondere Manöver auszuführen. Doch kein Signal durch Trommeln muss vom ganzen Heer verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Signale durch das Horn''' müssen vom ganzen Heer verstanden werden. Sie richten sich an das Banner. Denn mag die Schar noch klein genug, das Nötige mit des Ersten lauter Stimme zu sagen, so ist das Banner schon zu groß dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom ganzen Heer verstanden werden müssen die Signale durch das Horn. Sie richten sich nicht nur an das Banner. Denn die Hornstöße eines Banners geben diesem Banner ein Kommando und zeigen auch zugleich den andern Bannern an, was diese wissen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darum müssen drei Hornsignale vom ganzen Heer verstanden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Signal gilt dem Angriff des Banners. Es wird mit langem Hornstoß gegeben, denn kein Echo wird daraus etwas anderes machen, als das Signal des Angriffs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite Signal gilt dem Ruf des Banners nach Unterstützung durch andere Banner. Es wird mit kurzen Hornstößen gegeben, denn kein Echo wird daraus etwas anderes machen, als den Ruf nach Hilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Signal gilt dem Rückzug des Banners. Es wird mit abwechselndem langem und kurzem Hornstoß gegeben. Denn so wird das Signal für den Rückzug eines Banners nicht versehentlich gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese drei Hornsignale müssen vom ganzen Heer verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Signale durch die Pfeife''' müssen nur von dem Banner verstanden werden, denen sie gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schützenscharen gibt die Pfeife das Signal, eine Salve zu entlassen und die vordersten Scharen auszuwechseln durch die Scharen hinter ihnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Lanzenscharen gibt die Pfeife das Signal, die vordersten Scharen auszuwechseln durch die Scharen hinter ihnen.“&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich</id>
		<title>Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich</title>
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				<updated>2022-03-11T19:38:05Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Arbon e.V. und die Asfalon-Nord-Orga laden euch zur asfalonisch-arbonischen Hochzeit ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;Auf unserer Con-Location, Gut Orla, werden kurzfristig ukrainische Flüchtlinge untergebracht und weitere werden bis auf unbestimmte Zeit folgen. Dies bedeutet das endgültige Aus für unsere Veranstaltung vom 08.03.22 bis zum 10.03.22. Der Trost ist lediglich der gute und absolut zu unterstützende Zweck, der damit erfüllt wird. Wie wir persönlich damit umgehen, dass wir unser Konzept trotz zweimaligem Verschieben nicht über die Pandemiezeit retten konnten, steht noch nicht fest. Es aber ein drittes Mal zu verschieben, haben wir intern bereits ausgeschlossen.&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;'''Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;findet leider nicht statt.&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielinfos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schnee schmilzt, die ersten Blumen brechen aus dem kalten Boden und die Vögel beginnen mit ihrer Werbung - der Frühling bricht heran und mit ihm eine Zeit des Aufbruchs und Neuanfangs. Gleich zwei solcher Anlässe wollen wir mit euch, liebe Freunde, feiern: '''Garet Roderick von Moreshire''', Sohn und Knappe von Sir '''Pelindur von Darkenhowe''' aus Asfalon, wird in diesem Frühjahr zum Ritter geschlagen und geht als solcher den Bund der Ehe mit Frau '''Camuran Barca an Caja''' aus Trigardon ein. Lange haben nicht nur sie auf diese Tage gewartet und nun sollen diese freudigen Ereignisse im Kreise von Freunden und unter den Augen der Götter und Ahnen angemessen gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt nach Asfalon und stoßt mit uns auf die freudigen Ereignisse an! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzept ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich“ ist eine bodenständige Ambienteveranstaltung im Umfeld wohlhabenden Landadels. Im künftigen Lehen des Brautpaares, '''Gut Eichenbrück in Asfalon''', feiern wir die Verbindung des Asfalonischen mit dem Trigardonischen durch die Hochzeit von Garet Roderick von Moreshire und Camuran Barca an Caja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden die Schwerpunkte des Spiels ähnlich setzen, wie wir es von Hofhaltungen aus Arbon und Dros Rock inzwischen gewöhnt sind: Die politische Dimension dieser Hochzeit ist durchaus vorhanden und gehört klar zu den Spielinhalten, dennoch steht das Feiern im Vordergrund. Obwohl wir ein gesellschaftliches Ereignis der Oberschicht darstellen, isoliert der Adel sich zu diesem Anlass nicht von den einfachen Leuten, die durchaus Anteil am Leben und der Zukunft ihrer Grundherren nehmen. Wer also nicht mit Bauern tanzt, tanzt nicht. Zwanghafte Etikette nach viktorianischer Manier würden das von uns angestrebte Spiel nur stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein starres Programm mit langwierigen Zeremonien, bei denen die Mehrheit der SpielerInnen zur Passivität verurteilt sind, wird es ebenfalls nicht geben. Die Verschiedenheit der Kulturen von Braut und Bräutigam, z. B. in der Frage wie „Der Schönste Tag Des Lebens!“ auszusehen hat, bietet viel Raum für spielerische Improvisation, kreative Lösungen oder auch absurde Missverständnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nach DKWDDK (Du kannst, was du darstellen kannst) mit [[Opferregel]] als Spielphilosophie (Dir gelingt, was die Anderen dir glauben wollen) spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was ihr von uns erwarten könnt ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Ein stimmungsvolles Ambiente für euer Rollenspiel,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verlässliche Angaben der VeranstalterInnen über das angestrebte Spiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine zwar nicht 24/7, aber zuverlässig ansprechbare Orga auch im Vorfeld,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ausreichende Verpflegung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein durchdachter Fantasy-Spielhintergrund,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine engagierte SL-Betreuung für die gSC, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Fragen und Problemen auf der eigentlichen Veranstaltung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wir von euch erwarten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr das Spiel, das ihr haben wollt, selbstständig generieren könnt. Wir sind nicht für euren Spielspaß verantwortlich, sondern stellen nur den Rahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr die Angaben der VeranstalterInnen zur Kenntnis nehmt und euch dementsprechend verhaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr zum stimmigen Ambiente beitragt, insbesondere durch passende Gewandung, Zelte und Lichtquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr euch, wenn ihr aus irgend welchen Gründen gerade nicht am Rollenspiel teilnehmen wollt, dezent zurückzieht und nicht die, die spielen wollen, durch offensichtliches OT-Verhalten stört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr verantwortungsvoll mit eurem Wohlbefinden und dem eurer MitspielerInnen umgeht, insbesondere bei Alkoholkonsum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== GSC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird über einzelne Orga-Mitglieder hinaus keine klassischen NSCs oder Springer geben. Die ca. zehn Rollen, die wir als Orga zu vergeben haben, bekommen von uns nur ihren Hintergrund und allgemeine Hinweise zu Mode und Kultur. In diesem Rahmen sollen sie frei spielen. Auch als Orga werden wir in Rollen die meiste Zeit anspielbar sein. In den Hintergrundgeschichten der g(esetzten)SC werden wir Anregungen für mehr oder weniger dezente Nebenplots liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu vergebenden Rollen sind vielseitig und reichen von der Magd und dem Knecht über den reichen Großbauern der Nachbarschaft bis hin zu Vasallen und Verwandten von Braut und Gastgeber. In gewissem Rahmen könnt ihr die Rollen in Absprache mit uns mitgestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== SC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Con ist für Adelige niedriger und mittlerer Ränge sowie deren Gefolge konzipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorisches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wann:''' 8.-10. April 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wo:''' Gut Orla, Salzwedeler Str. 5, 29633 Munster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Unterbringung:''' Mehrbettzimmer, Jugendherbergsstil&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Verpflegung:''' Teilverpflegung: abends gibt es eine warme Mahlzeit unsererseits, alkoholfreie Getränke, Kaffee und Tee sind den Tag über vorhanden, Frühstück und Snacks über den Tag macht ihr selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teilnehmerbeitrag ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise: SC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 14.12.2021 - '''85€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 31.01.2022 - '''95€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''105€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise GSC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 14.12.2021 - '''60€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 31.01.2022 - '''70€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''80€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Conzahler nur nach Absprache!'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pandemiemaßnahmen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben beschlossen, dass unser Treffen eine '''2-G-Veranstaltung''' sein wird, sie also nur nachgewiesen Genesenen und Geimpften offensteht. Darüber hinaus müssen alle Teilnehmenden sich selbst vor der Ankunft auf dem Gelände negativ getestet haben. Auf dem Gelände selbst werden wir ohne Mund-Nasen-Bedeckung spielen und keine strikte Abstandsregel einhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Team, Anmeldung und Kontakt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Orga, bestehend aus Anna, Basti, Lars und Lukas erreicht ihr unter: '''eichenbrueck-orga@gmx.de'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anmelden könnt ihr euch hier: [https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSek8kcLS9NMYAfxD1Ehi-E8gUfYiEE77Fq3ZG5HLqol5Fg_wQ/viewform]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hier sind unsere [[Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters|AGB]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Veranstaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Hauptseite</id>
		<title>Hauptseite</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Hauptseite"/>
				<updated>2022-03-11T19:34:18Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;1&amp;quot;&amp;gt;Diese Seite benutzt Cookies. Cookies sind für die optimale Nutzung einer Website grundlegend. Man kann sagen, dass sie tatsächlich auf fast allen Websites zum Einsatz kommen. Mit Cookies werden deine bevorzugten Einstellungen und andere Informationen gespeichert, mit denen wir unsere Website verbessern können.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot;&amp;gt;'''Willkommen auf der Homepage des Arbon e. V.!'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;2&amp;quot;&amp;gt;''(ehemals Trigardon e.V.)''&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Verein für Liverollenspiel, erlebte Geschichte und historischen Tanz&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
| [[Datei:IMG 1155.jpg|170px|verweis=Trigardon|Hochfürstentum Trigardon]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''[[Trigardon|LARP - das Hochfürstentum Trigardon]]'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;''(Grafschaften Arbon und Altberg, Provincia Orientalis und Fürstentum Okostria)''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;[http://www.larpwiki.de/LARP#('''L'''ive'''A'''ction'''R'''ole'''P'''layingGame)]: Die Mitglieder des Arbon e.V. bespielen als eine von zwei großen Spielergruppen &amp;lt;br&amp;gt; das gemeinsame fiktive Land &amp;quot;[[Trigardon|Hochfürstentum Trigardon]]&amp;quot;, welches Teil der [http://www.mittellande.de/ Mittellandkampagne] ist.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:LArpSymbolbild.jpg|verweis=Newsletter]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''Aktuell:'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;'''* Unsere [[Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich|asfalonisch-arbonische Hochzeit]] ist leider abgesagt.'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;'''* Neues im Forum, Wiki und im IT:''' [[Newsletter|Hier]] findet ihr den vierteljährlichen Newsletter des Arbon e.V.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:TanzSymbolbild.jpg|verweis=Tanzen]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''[[Tanzen|historischer Tanz:]]'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;* Die Tanztrainings, Workshops und auch Bälle für historische und historisch inspirierte [[Tänze]] werden weitergeführt, aber nicht mehr unter arbonischer Flagge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gruppe und Verein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich</id>
		<title>Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich"/>
				<updated>2021-11-30T16:28:48Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Arbon e.V. und die Asfalon-Nord-Orga laden euch zur asfalonisch-arbonischen Hochzeit ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;Momentan können wir bei SC-Anmeldungen leider nur noch Wartelistenplätze anbieten.&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;'''Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;findet vom 08.-10. April 2022 auf Gut Orla bei Munster statt.&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielinfos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schnee schmilzt, die ersten Blumen brechen aus dem kalten Boden und die Vögel beginnen mit ihrer Werbung - der Frühling bricht heran und mit ihm eine Zeit des Aufbruchs und Neuanfangs. Gleich zwei solcher Anlässe wollen wir mit euch, liebe Freunde, feiern: '''Garet Roderick von Moreshire''', Sohn und Knappe von Sir '''Pelindur von Darkenhowe''' aus Asfalon, wird in diesem Frühjahr zum Ritter geschlagen und geht als solcher den Bund der Ehe mit Frau '''Camuran Barca an Caja''' aus Trigardon ein. Lange haben nicht nur sie auf diese Tage gewartet und nun sollen diese freudigen Ereignisse im Kreise von Freunden und unter den Augen der Götter und Ahnen angemessen gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt nach Asfalon und stoßt mit uns auf die freudigen Ereignisse an! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzept ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich“ ist eine bodenständige Ambienteveranstaltung im Umfeld wohlhabenden Landadels. Im künftigen Lehen des Brautpaares, '''Gut Eichenbrück in Asfalon''', feiern wir die Verbindung des Asfalonischen mit dem Trigardonischen durch die Hochzeit von Garet Roderick von Moreshire und Camuran Barca an Caja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden die Schwerpunkte des Spiels ähnlich setzen, wie wir es von Hofhaltungen aus Arbon und Dros Rock inzwischen gewöhnt sind: Die politische Dimension dieser Hochzeit ist durchaus vorhanden und gehört klar zu den Spielinhalten, dennoch steht das Feiern im Vordergrund. Obwohl wir ein gesellschaftliches Ereignis der Oberschicht darstellen, isoliert der Adel sich zu diesem Anlass nicht von den einfachen Leuten, die durchaus Anteil am Leben und der Zukunft ihrer Grundherren nehmen. Wer also nicht mit Bauern tanzt, tanzt nicht. Zwanghafte Etikette nach viktorianischer Manier würden das von uns angestrebte Spiel nur stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein starres Programm mit langwierigen Zeremonien, bei denen die Mehrheit der SpielerInnen zur Passivität verurteilt sind, wird es ebenfalls nicht geben. Die Verschiedenheit der Kulturen von Braut und Bräutigam, z. B. in der Frage wie „Der Schönste Tag Des Lebens!“ auszusehen hat, bietet viel Raum für spielerische Improvisation, kreative Lösungen oder auch absurde Missverständnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nach DKWDDK (Du kannst, was du darstellen kannst) mit [[Opferregel]] als Spielphilosophie (Dir gelingt, was die Anderen dir glauben wollen) spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was ihr von uns erwarten könnt ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Ein stimmungsvolles Ambiente für euer Rollenspiel,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verlässliche Angaben der VeranstalterInnen über das angestrebte Spiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine zwar nicht 24/7, aber zuverlässig ansprechbare Orga auch im Vorfeld,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ausreichende Verpflegung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein durchdachter Fantasy-Spielhintergrund,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine engagierte SL-Betreuung für die gSC, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Fragen und Problemen auf der eigentlichen Veranstaltung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wir von euch erwarten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr das Spiel, das ihr haben wollt, selbstständig generieren könnt. Wir sind nicht für euren Spielspaß verantwortlich, sondern stellen nur den Rahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr die Angaben der VeranstalterInnen zur Kenntnis nehmt und euch dementsprechend verhaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr zum stimmigen Ambiente beitragt, insbesondere durch passende Gewandung, Zelte und Lichtquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr euch, wenn ihr aus irgend welchen Gründen gerade nicht am Rollenspiel teilnehmen wollt, dezent zurückzieht und nicht die, die spielen wollen, durch offensichtliches OT-Verhalten stört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr verantwortungsvoll mit eurem Wohlbefinden und dem eurer MitspielerInnen umgeht, insbesondere bei Alkoholkonsum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== GSC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird über einzelne Orga-Mitglieder hinaus keine klassischen NSCs oder Springer geben. Die ca. zehn Rollen, die wir als Orga zu vergeben haben, bekommen von uns nur ihren Hintergrund und allgemeine Hinweise zu Mode und Kultur. In diesem Rahmen sollen sie frei spielen. Auch als Orga werden wir in Rollen die meiste Zeit anspielbar sein. In den Hintergrundgeschichten der g(esetzten)SC werden wir Anregungen für mehr oder weniger dezente Nebenplots liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu vergebenden Rollen sind vielseitig und reichen von der Magd und dem Knecht über den reichen Großbauern der Nachbarschaft bis hin zu Vasallen und Verwandten von Braut und Gastgeber. In gewissem Rahmen könnt ihr die Rollen in Absprache mit uns mitgestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== SC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Con ist für Adelige niedriger und mittlerer Ränge sowie deren Gefolge konzipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorisches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wann:''' 8.-10. April 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wo:''' Gut Orla, Salzwedeler Str. 5, 29633 Munster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Unterbringung:''' Mehrbettzimmer, Jugendherbergsstil&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Verpflegung:''' Teilverpflegung: abends gibt es eine warme Mahlzeit unsererseits, alkoholfreie Getränke, Kaffee und Tee sind den Tag über vorhanden, Frühstück und Snacks über den Tag macht ihr selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teilnehmerbeitrag ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise: SC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 14.12.2021 - '''85€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 31.01.2022 - '''95€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''105€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise GSC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 14.12.2021 - '''60€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 31.01.2022 - '''70€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''80€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Conzahler nur nach Absprache!'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pandemiemaßnahmen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben beschlossen, dass unser Treffen eine '''2-G-Veranstaltung''' sein wird, sie also nur nachgewiesen Genesenen und Geimpften offensteht. Darüber hinaus müssen alle Teilnehmenden sich selbst vor der Ankunft auf dem Gelände negativ getestet haben. Auf dem Gelände selbst werden wir ohne Mund-Nasen-Bedeckung spielen und keine strikte Abstandsregel einhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Team, Anmeldung und Kontakt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Orga, bestehend aus Anna, Basti, Lars und Lukas erreicht ihr unter: '''eichenbrueck-orga@gmx.de'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anmelden könnt ihr euch hier: [https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSek8kcLS9NMYAfxD1Ehi-E8gUfYiEE77Fq3ZG5HLqol5Fg_wQ/viewform]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hier sind unsere [[Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters|AGB]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Veranstaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=46/11/29_Zum_Rat_an_geheimem_Orte</id>
		<title>46/11/29 Zum Rat an geheimem Orte</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=46/11/29_Zum_Rat_an_geheimem_Orte"/>
				<updated>2021-11-29T22:44:53Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Eine PDF-Version zum Download ist hier: [[Datei:Zum Rat an geheimem Orte.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine IT-Druckversion gibt es noch nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wanderer siehe, ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einst, in der finsteren Zeit des Letzten Großen Stammeskrieges, zogen die Waffenprächtigen Ermengar aus Borunds Haus und Batruschec aus dem Hause Rhack in ein fernes Land, um ihrem Schicksal zu folgen. Ermengar war ein von Yddrasaje-Riaplot geliebter Mann, dessen Schild Verndarving vom Muttervater selbst gefertigt worden war, auf dass er Ermengars Sippe stets schützen möge. Denn Ermengars Sippe war so zäh und duldsam, als wären sie vom Kleinen Volke anstatt Menschen – eine Duldsamkeit und Kraft, wie man sie noch heute in ihren Nachfahren, dem Stamme der Dros-Rocker, erkennen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Waffenbrüder erreichten eine sonderbare Insel, die wie kein Land war, dass sie je zuvor gesehen hatten. Auf seinen blühenden Auen weideten Auerochsen und in seinem Hochland hatten die Yaks silberne Hufe. Und nichts geringeres als leibhaftige Greifen machten Jagd auf sie. Die Menschen, die sie trafen, waren von hohem Wuchs und in gefärbtes Tuch gekleidet. Sie nannten ihre Insel Hallarand und berichteten von den vielen Völkern und Königen, die dieses Land ihre Heimat nannten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ermengar und Batruschec bereisten einige dieser Reiche, doch sollten sie ihr Glück an diesen Orten nicht finden. Denn wie es schon einst gewesen, brachte der Fleiß der Götterfürchtigen den Faulen und Gottlosen die Muße, in Botans Erbe nach dem Geheimnis ewigen Lebens zu suchen. Und was sie fanden, verwandelte sie in Wesen der Gier, in Lebende Tote und in Bewohner der Schatten. Weil sie all jenen, deren Unterjochung ihnen gelingt, die Lebenszeit rauben, um ihr verdammtes Dasein zu verlängern, nennt das Kleine Volk sie die Schait-Ganabim, die Diebe der Zeit. Diese also überzogen Hallarand mit Krieg und blieben vorerst siegreich. Ermengar und Batruschec kämpften erbittert gegen den Feind, doch konnten sie ihm schließlich nicht mehr widerstehen. Als Ermengar fiel, konnte Batruschec nur noch den Kiefernzapfen seines Gefährten in die Heimat bringen, nicht aber seine Asche und auch Verndarving ging verloren. Batruschec aber gelangte nach langer Reise wieder in die Heimat, wo seine Urne gemeinsam mit Ermengars Kiefernzapfen bis in unsere Tage hinein aufbewahrt wurde, wenngleich man die Bedeutung der Waffenbrüder und ihrer Hinterlassenschaften mit der Zeit vergaß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungefähr zur gleichen Zeit, doch ohne Wissen um den arbonischen Königssohn oder den Schildkarl Ermengar, machte sich auch Jari anh Harog, in ihren Tagen die kundigste Lehrerin des Kleinen Volkes, auf den Weg nach Hallarand. Nachdem sie den Kindern Ischans und Natans das Grab der Weltväter gezeigt hatte, wo heute das Kloster Der Allverzeihenden steht, nachdem ihr Gatte aus dem Leben getreten war und nachdem sie Zeugin davon werden durfte, wie ihre Enkel das Laufen gelernt hatten, hörte sie erneut den Ruf der Götter. Im Schein Riasinas und Glanz Riasions trug es sie nach Morad Dûn, einem Königreich des Kleinen Volkes auf der Insel Hallarand, wo sie einen Ort finden durfte, an dem sie aus Geschichten lernen konnte. So stieß sie auf Geschichten vieler Sippen jener Länder und schloss sich schließlich einer verborgenen Gemeinschaft von Getreuen an. In dieser Gemeinschaft fand sie auch ihren neuen Gefährten, Periglom Mit-der-dunklen-Faust, den das Schicksal auf ähnlich wundersame Weise nach Hallarand verschlagen hatte, denn er stammte aus Nachal-Ewenn, das wir heute Steinbeck nennen, einem Land des ewigen Sommers jenseits von Hallarand.&lt;br /&gt;
Doch auch die Gemeinschaft der Getreuen entging nicht der Verfolgung durch die Diebe der Zeit. Und als Jari zum Sterben kam, gab sie ihrem Gefährten ihre letzten drei Wünsche mit auf den Weg: Den geheimen Zufluchtsort der Getreuen zu schützen, ihrem Gefährten treu zu bleiben und in ihre Heimat zurückzukehren. Und in all der Zerstörung blieb ihr als Urne nur ein Schmuckkasten mit einem großen Stein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Periglom Mit-der-dunklen-Faust begab sich in den Dugor Harog und übergab die Urne an Jaris Sippe, um danach in seine eigene alte Heimat zurückzukehren. Den Stein indes erbat er für sich selbst als Erinnerung, was die anh Harog ihm gewährten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr als sieben Menschenalter vergingen, in denen nicht nur die Taten Jaris und Batruschecs und Ermengars beinahe in Vergessenheit gerieten, sondern auch ganz Hallarand. Denn den Dieben der Zeit gelang es, auf der ganzen, gewaltigen Insel eine Herrschaft der Schatten zu errichten. Obwohl sie vom Neid auf die Lebenden zermartert wurden, obwohl die Gier auf das Leben sie blendete und obwohl die Saat der Zwietracht zwischen ihnen immer neue Früchte der Verderbnis trug, so waren sie sich doch einig in ihrer Furcht vor dem neuen Sonnenaufgang, den die Völker der Welt eines Tages auf ihre gestohlene Insel bringen würden. Um diesen Tag so weit wie möglich hinauszuzögern, schickten sie böse Geister an ihre Küsten, um alle mit Wahn zu schlagen, die sich von den Meeren her nähern wollten. Auch brachten sie eine Unzahl von Flüchen und Spionen an die Häfen der Welt, mordeten die Edlen unter den Seefahrern, bestachen den Abschaum unter ihnen und schüchterten die Übrigen so sehr ein, dass niemand mehr ein Wort über ihre ins Dunkel gefallenen Länder verlieren wollte. Und weil sie sich Botans Geheimnisse zunutze machten, verstrichen für sie die Jahre wie Monde, sodass sie noch selbst erleben konnten, wie die Menschengeschlechter Hallarand allmählich vergaßen.&lt;br /&gt;
Die Zeit verging, es kamen und gingen die Tage Hectors und die des Heiligen Karoman, uns erreichten die Worte der Heiligen Schrift und die Gesetze der Hochfürsten, wir ertrugen die Montrowische Plage, schlugen die Bestienheere in Ost und West, unterwarfen Cajetans Land und Okostria und Weitere und fanden das Blut der Könige des Alten Gar unerwartet auch im Lande Dros Rock vor. Die Zeit verging und es kamen unsere Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Erntefest im sechsundvierzigsten Jahr nach dem Martyrium des Heiligen Karoman erschien unserer lieben Frau Rycarda der Heilige Denubis im Traum. Er führte sie an den Ufern des Derian entlang, der rückwärts floss und sie schließlich fast bis zur Quelle führte. Doch die Quelle lag verborgen unter den Waffen ihres Gatten. „Nur der Besitzer dieser Waffen kann den Blick auf die Quelle freilegen!“, sprach der Heilige Denubis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Morgen drückte sie die Sorge, doch sprach sie ohne Zögern zu Laertes: „Der Heilige Denubis, der unsere Hochzeit schützte, will, dass du deine Waffen nimmst.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wohin soll ich ziehen?“, fragte der Landnehmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich weiß es nicht,“ entgegnete unsere liebe Frau Rycarda, „aber das Schicksal wird es uns früher offenbaren, als es uns jetzt noch gefällt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es. Wenige Tage später besuchte das Orakel des Heiligen Danason ein Gesicht, welches ihr Taten und Hinterlassenschaften von Batruschec und Ermengar offenbarte. Tief unten im Bärenfels suchte und fand sie Ermengars Kiefernzapfen bei Batruschecs Urne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derweil erreichten uns zwei Briefe, einer ging an unseren hochfürstlichen Herrn, Emendon den Frommen, und einer an Laertes Landnehmer. Ihr fürderhin unbekannter Absender stellte sich als Alberic Ohneland vor und lud die Fürsten, die Weisen und die Waffenprächtigen vieler Völker zum Rat. Jener Bruder Alberic lebte ein Leben in vollendeter Demut und war von den Göttern für ein außergewöhnliches Schicksal vorgesehen, um den Sterblichen zugleich ein Wunder und ein Rätsel zu offenbaren: Das silberne Wissen um die verborgene Insel Hallarand erneut aufleuchten und die Lüftung des Geheimnisses unter dem Schutz von Geheimnissen geschehen zu lassen. Doch noch konnte das weder Emendon der Fromme, noch Laertes Landnehmer verstehen. So beschlossen sie zweierlei: Laertes sollte die Einladung annehmen, als wäre sie treuen Willens ausgesprochen, aber dennoch mit einer Falle ihrer zahllosen Feinde rechnen. Und nachdem sie es beschlossen hatten, prüften sie die Worte, die Bruder Alberic ihnen geschickt hatte. Denn Letztgenannter hatte ihnen sowohl von Ermengar, als auch von der weisen Jari geschrieben, wovon die meisten der Gelehrten der trigardonischen Lande nichts mehr wussten. Und siehe: Die Erinnerung an die Reisen der Ahnen nach Hallarand war noch nicht ganz verloren. So machte Laertes sich nicht ohne Misstrauen, doch mit der Mahnung an die Siebzehn Verse auf den Weg und mit ihm ging das Orakel des Heiligen Danason.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum Rat an geheimem Orte ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
empfing sie bescheiden aber trefflich Bruder Alberic. Unter seinem Dach versammelten sich mit ihm und Laertes noch Königin Ain, Herzog Danwyn, ein Erbvasall von Königin Viviane, ein Vasall von Herzog Theoderic, ein Heerführer der Valaren, ein Bote der Priesterfürstin von Steinbeck, eine Botin aus Selphiriol und Weitere und sogar Boten der Verstoßenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuvor hatte ein Geisterbote aus vergangenen Tagen auf verschlungenen Pfaden seinen Weg zu Bruder Alberic gefunden und ihm Einblicke in die Schicksale nicht nur von Ermengar, Batruschec und Jari, sondern auch von Vorfahren jener aus all dieser anderen Herren Länder gegeben, die dereinst mit ihren Taten je ihre eigenen Spuren in Hallarand hinterlassen hatten. Treu wie ein Hütehund erfüllte der Bote seinen Dienst weit über den Tod derer hinaus, die ihn dereinst geschickt hatten und war dabei um ein vielfaches weiter gekommen, als jede Brieftaube fliegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gäste staunten und verwunderten sich sehr über das erstaunliche Geistertier, das sie an Alberics Seite erblickten, als er sie empfing. Denn es hatte sich für die Augen der Lebenden sichtbar gemacht mit einer Gestalt, wie keiner der Gesandten sie je zuvor gesehen hatte: Wie ein Geschöpf aus Meerestiefen, aber kein Fisch, in den Farben von Sternenlicht und Regenbogen, aus Fleisch wie gewobenem Licht. Seine Art die Nüstern zu blähen, die Mähne zu schütteln, zu knurren, zu schnurren oder zu wedeln war es, seine Farbe zu verändern. Leider verstand es niemand. Obgleich es viele Menschenalter überdauert hatte, war es dennoch sterblich, wie sich später erweisen sollte. Und weil es so alt war und vielen dabei half, ihr verschüttetes Ahnenwissen freizulegen, benannte man es mit einem Wort der alten jovischen Sprache: Das Luminare, womit man eine Art von Blendlaterne beschreibt. Man sollte es mit „Erleuchter“ übersetzen, wenngleich sein wahrer Name vergessen ist, obwohl er gepriesen sein sollte. Zunächst misstrauten alle dem Geistertier ob seiner Fremdheit und fragten, ob es ein Spion des Feindes sei. Ein schlechter Spion wäre es aus zwei Gründen gewesen: Der Feind hatte weit bessere Spione, wie sich später zeigen sollte, die weniger auffielen. Daneben ist fraglich, ob es die Worte der Menschen überhaupt verstand, denn seine eigene Sprache bestand aus Bildern und Erinnerungen, die allein mit dem sechsten Sinn gehört werden können. Worte waren zwar auch Teil seiner Botschaft, doch blieben es stets die Worte Anderer, die seiner Herren aus der vergangenen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine dritte Wissensquelle hatte Bruder Alberic an diesem Ort zusammengetragen. Neben dem Ahnenwissen der Versammelten und den Botschaften des Enthüllers war auch ein Schiffskapitän in seiner Gewalt, der für die Schattenherrscher Hallarands Ware geschmuggelt hatte und voller Scham und Schrecken über den eigenen schwärenden Wahn seine Verderbnis gestand. Im Grunde seines Herzens sehnte er sich nach Sühne für seine Schlechtigkeiten, doch nur mit der Mühe einer harten Hand ließen sich ihm die Geheimnisse der Seewege nach Hallarand abringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam berieten die Gesandten mit Bruder Alberic alles, was sie über die Vergangenheit der vergessenen Insel noch zusammentragen konnten. Auch brachten die Boten aus Steinbeck den Stein von Periglom mit. Diesem Stein sei es gegeben, sagten sie, den Übergang gesprochener Worte von der sichtbaren Welt in die Unsichtbare, wie auch das Umgekehrte, zu erleichtern. Das Orakel des Heiligen Danason wusste, dass Jaris Geist sich seit je her nicht dazu hingab, mit ihren Nachkommen nur vermittels Weihrauches an ihrer Urne zu sprechen und die Träume, die sie gesandt hatte, waren stets undeutbar geblieben. Der Stein des Periglom musste nun aber das Zeichen sein, Worte mit der alten Lehrerin zu wechseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jari sprach das Folgende: In den vergangenen Jahrhunderten sei es für sie zu früh gewesen, in den Hallen der Allverzeihenden auf die Wiedergeburt zu warten. Denn die Pflichten ihres Lebens seien unerfüllt geblieben. &lt;br /&gt;
Fürderhin sprach sie das Folgende: In Hallarand gebe es unzählige geheime Orte, die gewiss noch heute der Verderbnis durch die bösen Geister der Schait-Ganabim trotzten. Allein sie heute noch zu offenbaren, sei ihr von Ferne aus unmöglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sprach auch von einem Ort der gestaltgewordenen Treue, einem Ort also, der in besonderem Maße vom silbernen Licht der Göttin der Treue berührt worden sein muss. Doch ihr blutete das Herz, als sie erkannte, dass die Natur dieses Mysteriums, das sie dereinst erfahren hatte, bereits in den Nebeln des Vergessens lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgendes sprach die alte Lehrerin: Sie erfreute sich daran, dass die Versammelten Steine des Schutzes gefunden hatten, mit denen sich die Fluchbringer des Feindes bannen ließen und wünschte sich, sie hätte solche Segensbringer selber schon zu Lebzeiten gehabt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jenen Rat gab uns die Kundige: So wie Hallarand groß und weit ist, so hatte es schon vor der Schattenherrschaft viele Völker und Herrscher gekannt, die einander nicht immer friedlich begegnet waren. Und nicht anders sei es heute zwischen den Herren der Lebenden Toten, die einander stets misstrauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Warnung sprach Jari: Das schwarze Pech der Verderbnis dürfe niemals und von keinem je berührt werden. Es erscheine an den schlimmsten Orten der Verfluchung in Hallarand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nichts wusste sie zu berichten von den Menschenkindern, die Hallarand bereist hatten und deren Namen die Versammelten inzwischen zusammengetragen hatten. So sprach Jari anh Harog, Tochter der Guril anh Harog, gepriesen sei ihr Name. &lt;br /&gt;
Man berichtete ihr von den Taten ihrer Nachkommen, so wie es Sitte ist. Man weiß nicht, ob sie erneut zu uns sprechen wird oder ob sie ihre Pflicht nun als erfüllt ansah, da sie von der Nachwelt die Versicherung erhalten hatte, dass man die geheime Insel nicht im Dunklen belassen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese und viele andere Arten berieten die Gesandten mit Bruder Alberic also alles, was sie über die Vergangenheit der vergessenen Insel noch zusammentragen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ereilte den Hochfürsten besorgniserregende Kunde aus dem Phönixreich. Der Großen Und Herrlichen Riaranjoscha wird es bald schon gefallen, sich selbst zur Königin über dieses Land zu machen und es mit Fischen zu bevölkern. Daher sucht das Volk von Königin Ain eine neue Heimat. Emendon der Fromme versprach Hilfe in zweierlei Weise: Getreide und Zuflucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schreckliche Kunde brachte Vivianes Erbvasall aus Kirson: Schon vor fünf Jahren hatten die Lebenden Toten es mordbrennend in die Finsternis gestoßen und alle getötet, die nicht hatten fliehen können. Wir beten für die Lebenden und für die Seelen der Märtyrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anwesenden versprachen einander gegenseitig Rat und Hilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anwesenden beschlossen auch das Folgende: Bruder Alberic wird an geheimem Orte mit seinem Haushalt Zuflucht finden und nur jene, die es beschlossen, wissen, wer in den Kreisen des Rates ihm seinen Schutz gewährt. Und nur jener allein darf wissen, wo Bruder Alberic künftig mit dem gesammelten Wissen leben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fürderhin fasste der Rat folgenden Beschluss: Laertes Landnehmer wird das Licht des Wissens ins Dunkel Hallarands bringen. Wer ihm folgen will, den verlorenen Verndarving erneut zu gewinnen, Häfen und Orte der Zuflucht in Hallarand zu finden, den Kampfeswillen der Geknechteten in den Reichen der Schattenherrscher anzufachen und die Diebe der Zeit herauszufordern, der solle seiner Führung vertrauen. Alle jubelten. Und seinem Ratschluss soll es obliegen, von welchem Hafen und mit wie vielen Schiffen sie in See stechen werden. Alle sagten, dass es so sein solle. So wurde am dreizehnten Sion der elften Sina im sechsundvierzigsten Jahr nach dem Martyrium des Heiligen Karoman Laertes Landnehmer aus Borunds Haus zum Heerführer gewählt. So wurde es gesprochen und so soll es geschehen.&lt;br /&gt;
Als dies gesprochen und geschehen war, warnte uns der Erleuchter noch ein letztes Mal vor dem Hochmut seiner alten Herren, der seinen Beitrag zu ihrer Niederlage beigesteuert hatte. Sodann verstarb das treue Geistertier.&lt;br /&gt;
Im Kreis seiner Getreuen übergab Laertes Landnehmer den Kiefernzapfen Ermengars, der sieben Menschenalter an Batruschecs Urne gewartet hatte, dem König der Unterwelt und versprach Rache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drei Hiebe führte der Feind ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gegen uns aus: Einen durch Flüche, einen durch Spione und einen durch Verlockung. Denn obwohl man an geheimem Orte Rat hielt, war es dem Feind dennoch nicht gänzlich verborgen geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Hieb brachte böse Geister ins Haus von Bruder Alberic. Zunächst befielen sie die Gemüter mit einer Kälte, die mächtig genug gewesen wäre, um Einsamkeit, Furchtstarre und Irrsinn auszulösen. Die Versammelten aber unterwarfen sich dem Gastrecht mit einer Strenge, die den Rössern der Zwietracht alle Freiheit nahm. Sie ehrten das Herdfeuer mit Liedern und Geschichten. Sie lachten laut an der Tafel und keiner verstieß seinen Tocelem aus dem Kreis. Vor so viel Sittsamkeit konnten die Schadgeister des Feindes nicht bestehen, weshalb sie einen anderen Weg suchen mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider fanden sie ihn. Die Mägde und Knechte Bruder Alberics waren wenige an der Zahl und hielten ihm wie auch einander stets die Treue. Mit ihm hatten sie bereits stattliche Reisen bewältigt, da er schon seit längerer Zeit den Nachstellungen des Feindes auszuweichen gelernt hatte. Daher waren alle auch fremd an dem geheimen Orte des Ratschlusses. Alle bis auf einen, denn einen Getreuen muss man stets haben, der den Ort des Herdfeuers aller besser kennt. Dieser war Jäger am Orte und hatte schon zu lang allein dort gelebt, man weiß nicht, aufgrund welchen Zwists mit seinen Ahnen. Er war es gewohnt, allein im tiefen Wald zu wandeln. Weil er ein Geschick darin besaß, brachte er oftmals reiche Beute heim und keiner fragte, wie weit ihn seine Füße das nächste Mal tragen würden. Und da er noch wenig vertraut mit Alberics Haushalt war, unterschätzte er die Gefahr, die von der Ankunft der Gäste auch für ihn ausging. So fanden die bösen Geister der Schait-Ganabim, die im Hause sich geschlagen geben mussten, den Jäger einsam in der Dunkelheit. Es gelang ihnen, von seinem Geist in seinen Leib zu fahren und mehr zu tun, als nur Fieber oder Ausschlag zu bringen, wie andere Geister es tun. Mit der gestohlenen Macht aus Botans Erbe waren sie fähig, sich in sein Fleisch zu kleiden durch eine perverse Verhöhnung des heiligen Geburtsaktes, was freilich den Jäger mit qualvoller Langsamkeit zu Tode brachte. Durch dieses Schicksal wurde sein Name zur grausigen Mahnung daran, dass der Einzelne nichts, der Haushalt aber alles ist. Und sein Name war Jakob Feldhaas, der ohne Schande und Verrat sein Leben geben musste am zwölften Sion der elften Sina im sechsundvierzigsten Jahr nach Karomans Martyrium. Möge seine Seele den Weg in ein besseres Leben finden und die Warnung seines Todes, dass die Einsamen eine Gefahr für alle sind, niemals verhallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fleischgewordenen Daimonen, nun ausgestattet mit Macht, in der sichtbaren und in der unsichtbaren Welt zugleich zu wirken, zögerten nicht, das Haus mit ihrer Schlechtigkeit zu überziehen. Dazu begingen sie dreierlei Taten: Ihre giftige Saat derart zu versprühen, dass die Sterblichen ihrer üblen Frucht zur Nahrung werden würden. Die Kundigen unter den Gästen aber wussten Rat, denn es ist ein Kraut gegen Solcherlei gewachsen. Durch die Gnade der Meret-Riaplot forderten die gifttriefenden Klauen der Unholde keine weiteren Todesopfer. Zugleich hörten sie nicht damit auf, den Seelen der Anwesenden nachzustellen. Sie erschienen ihnen in Träumen, in Schatten und sogar über dem heiligen Herdfeuer. Nur Schrecken zu verbreiten und auf Gelegenheit zur Mordtat zu warten war die Absicht ihrer Taten, wie es zunächst schien. Doch diente ihnen das auch zur Ausführung ihrer dritten Tat: Der Herbeirufung ihres Leitwolfs, eines in nachtschwarze Häute gekleideten Wesens von unbeschreiblicher Hässlichkeit, einer Harpye nicht unähnlich, doch nur so, wie eine Fratze einem Lächeln ähnelt. Von dessen Hilfe erhofften sich die Ungeheuer den Sieg im Kampfe. Dies Wesen brauchte, um leibhaftig zu erscheinen, die Witterung der Beute. Nicht selten nehmen Geisterwesen die Witterung auf, indem sie zuerst die Träume ihrer Opfer vom Ahnensegen trennen und sich als Alpdruck auf die Herzen setzen. Doch dadurch sind auch die Opfer gewarnt. Diesen Umstand wussten die Kundigen zu nutzen, indem sie sich nicht auf ein langwieriges Kräftemessen aus Bann und neuerlichem Fluch und neuem Bann einließen, sondern indem sie selbst die Scheußlichkeit zum Schlachtfeld ihrer Wahl riefen. Und dort obsiegten die Unseren. Denn ein auf Sicht geschossener Pfeil bringt Gefahr, ein Pfeil aber der dorthin fliegt, wo der Feind stehen wird, bevor er es noch selber weiß, der bringt den Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der erste Hieb der Schait-Ganabim. Sie führten ihn mit Flüchen aus und wir parierten ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Hieb, nicht weniger tückisch, wurde gleichzeitig mit dem ersten ausgeführt. Er machte sich die Schwäche der Menschen zu nutze. So hatten die Diebe der Zeit sich der Lieben eines Kundigen bemächtigt und ihn durch Drohung dazu gebracht, ihr widerwilliger Knecht zu werden. Er streute falschen Rat und lauschte allen Einsichten, um sie später an seine Herren weiter zu geben, was ihm später vermutlich auch gelang. Doch weil er sich stets hüten musste, seine Absicht zu verschleiern, hielt sich der Schaden, den er damit brachte, in Grenzen. Auch hatte der Feind keine Gelegenheit gehabt, sich einen besseren Spion zu suchen. Der Kundige, den er gefunden hatte, besaß zwar Wissen und Macht in seinem Lande aber keinen guten Leumund unter den Gesandten oder dem Gastgeber. So dachte jeder zweimal darüber nach, was man ihm sagte und prüfte seinen Rat stets gegen die Weisheit und das Wissen anderer. Schließlich muss gesagt sein, dass der Spion seine Taten des Verrats nur widerwillig beging und er sich daher stets für das kleinere Übel entschied. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollte er auch Zwietracht schüren, als die Verstoßenen mal wieder unerträglich wurden. Theoderics Vasall hatte schon gefordert, dass der Preis für eine Einigung das Versprechen der Elben sein müsse, im Walde von Brionne niemals wieder Menschenkinder zu stehlen. Dies Versprechen wurde nur zu billig von den anwesenden Verstoßenen gegeben, die keinen Hehl daraus machten, dass sie nie von Brionne gehört hatten und auf diese Weise der gerechten Forderung entsprachen und sie zugleich verspotteten. Es muss jedoch gesagt sein, dass es den meisten Elben die meiste Zeit gelang, ihren Hochmut zu zügeln. Denn sie verstanden die Gefahr durch den Feind genau und hatten also gute Gründe.&lt;br /&gt;
Nachdem also Theoderics Vasall die Größe gezeigt hatte, den Verlockungen der Zwietracht zu entsagen, versuchte der Kundige im Dienst des Feindes es bei den Trigardonen. Diesen sagte er, dass es doch sehr unvorsichtig sei, sich mit dem Elbenvolke einzulassen, das für seinen Eigensinn bekannt sei. Die Trigardonen gaben ihm zur Antwort, dass sie sehr dankbar für seine Wachsamkeit seien. Denn auf diese Weise könnten sie selbst beruhigt auf ihre Herzen vertrauen. Gewiss sei ihr Verstand voll Misstrauen, doch in der Lage, in der sie alle waren, konnte man dem Verstande allein nicht alle Entscheidungen überlassen. Denn zu gering sei noch das Wissen über all die rätselhaften Dinge, denen man gegenüberstehe. Ihre Herzen aber sagten ihnen, dass alle hier versammelten einander brauchen würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So scheiterte die Saat der Zwietracht an der Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen zweiten Spion schickten uns die Diebe der Zeit. Dieser war ein scheußlicher Wechselbalg von so vollendeter Verdorbenheit in seiner dunklen Kunst, dass er selbst die Geister zu täuschen vermochte, als er die Züge des Hofkundigen von Königin Ain annahm. Er belauschte ihren Rat und versuchte sich daran, die gesegneten Bannsteine zu stehlen, die Jari so gelobt hatte. Doch ob seiner Schlechtigkeit konnte er sie nicht berühren und versengte sich, als er es versuchte. Obgleich es keine Zeugen für diese Tat gegeben hatte und er in allem sehr vortrefflich log, konnte er dennoch nicht bestehen vor dem schicksalhaften Glück der Phönixkönigin. Nach zwei Tagen und einer Nacht an der Seite des Wechselbalges bemerkte sie doch noch, dass ihr vermeintlicher Berater sich eines Betragens befleißigte, das ihr sonderbar erschien. Schließlich folgte sie ihrem Herzen anstatt dem Augenschein und vertraute sich einer Kundigen der Verstoßenen an. Diese, eingeweiht in die Geheimnisse der Täuschung, tilgte den Wechselbalg mit Mut und Mühe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der zweite Hieb der Schait-Ganabim. Sie führten ihn mit Spionen aus und wir parierten ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr dritter Hieb überraschte uns am meisten. Sie schickten einen Boten, der stolz verkündete, Herold aller Schattenreiche Hallarands zugleich zu sein. Er schmähte, höhnte und drohte. Aber man sagt, dass er einigen der Gesandten heimlich noch ein zweites Angebot machte: Er sei zwar mit dem Worte aller Schattenherrscher ausgestattet, diene aber eigentlich nur einem davon. Dieser müsse vor seinen Brüdern und Schwestern den Schein wahren, wolle sich aber eigentlich mit den Menschenvölkern, die ja nun den Weg in seine Heimat kennen würden, verbünden. Denn die Schait-Ganabim kennen weder Stamm noch Sippe noch Familie, sondern nur den eigenen Vorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nicht sagen, ob dies geheime Angebot, so es denn wirklich erfolgte, nur eine Prüfung unseres Bundes oder ein echtes Geschäft sein sollte und, falls Letztgenanntes zuträfe, wann seine Herren die erste Gelegenheit zum Betrug gesehen hätten. Doch wir werden es nicht mehr erfahren, denn wir übergaben den Boten der Lebenden Toten dem König der Unterwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der dritte Hieb der Schait-Ganabim. Sie führten ihn stümperhaft aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Feind besitzt Reichtümer, Mächte und Wissen im Überfluss und mag uns darin weit überragen. Doch hätte es ihm mit wenig Mühe gelingen können, den neuen Bund zu zerschlagen, noch ehe er sich gefunden hatte. Die Verlockung zu einem früheren Zeitpunkt, die Spione mit Wissen über die fluchbringenden Geister und umgekehrt, die Tötung des Erleuchters oder nur eine Fackel im Dachstuhl im richtigen Moment, damit hätte der Feind unseren Bund gewiss verhindern können. Doch er vermochte es nicht und vermag es nun nie mehr. Denn trotz all seines Reichtums, seiner Macht und seinem Wissen kann es ihm nicht gelingen, dem eigenen Diener zu vertrauen und auch nicht dem eigenen Herrn. Die einen werden stets Gründe haben, ihr Versagen, und die anderen, ihr Wissen zu verschweigen. Denn sie sind Wesen der Gier und können kein Herdfeuer pflegen. Und wer das Herdfeuer nicht ehrt, dessen Haus muss einstürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gelang dem Feind nicht länger, Hallarands neuen Sonnenaufgang weiter zu verzögern. Damit diese geheimnisvolle Insel nicht erneut in Vergessenheit geraten möge, beschloss unser hochfürstlicher Herr, sein Wissen über dieses Land und seine Lage beim Kristallmeer zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er teilte es mit der Hochfürstin, König Hagen, Königin Adelheit und König Heinrich, König Richard, König Ferdinand, König Heinrich dem Normonter, König Hector, König Desmond, Königin Katharina, König Corvinius und Herzog Heinrich dem Avarier, Königin Celeste, Königin Sirinhilde, König Ramiro, Fürstin Amsira, Fürst Wilmar und Graf Sieghard, Fürst Xarxon, Fürst Janal, Herzog Johann, Freigräfin Yasmeen und König Galhádon, Freigräfin Sophie-Christine, den Lichtbrüdern im Lande der Lesath, den Erbländern und Kriegsherren der Inselvölker und Weiteren und dem Tassilo. Wenn König Rasim Emendons Boten empfangen würde, hätte er es sogar mit ihm geteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliothek]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Überlieferungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bekanntmachungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=46/11/29_Zum_Rat_an_geheimem_Orte</id>
		<title>46/11/29 Zum Rat an geheimem Orte</title>
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				<updated>2021-11-29T22:44:06Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Eine PDF-Version zum Download ist hier: [[Datei:Zum Rat an geheimem Orte.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine IT-Druckversion gibt es noch nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wanderer siehe, ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einst, in der finsteren Zeit des Letzten Großen Stammeskrieges, zogen die Waffenprächtigen Ermengar aus Borunds Haus und Batruschec aus dem Hause Rhack in ein fernes Land, um ihrem Schicksal zu folgen. Ermengar war ein von Yddrasaje-Riaplot geliebter Mann, dessen Schild Verndarving vom Muttervater selbst gefertigt worden war, auf dass er Ermengars Sippe stets schützen möge. Denn Ermengars Sippe war so zäh und duldsam, als wären sie vom Kleinen Volke anstatt Menschen – eine Duldsamkeit und Kraft, wie man sie noch heute in ihren Nachfahren, dem Stamme der Dros-Rocker, erkennen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Waffenbrüder erreichten eine sonderbare Insel, die wie kein Land war, dass sie je zuvor gesehen hatten. Auf seinen blühenden Auen weideten Auerochsen und in seinem Hochland hatten die Yaks silberne Hufe. Und nichts geringeres als leibhaftige Greifen machten Jagd auf sie. Die Menschen, die sie trafen, waren von hohem Wuchs und in gefärbtes Tuch gekleidet. Sie nannten ihre Insel Hallarand und berichteten von den vielen Völkern und Königen, die dieses Land ihre Heimat nannten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ermengar und Batruschec bereisten einige dieser Reiche, doch sollten sie ihr Glück an diesen Orten nicht finden. Denn wie es schon einst gewesen, brachte der Fleiß der Götterfürchtigen den Faulen und Gottlosen die Muße, in Botans Erbe nach dem Geheimnis ewigen Lebens zu suchen. Und was sie fanden, verwandelte sie in Wesen der Gier, in Lebende Tote und in Bewohner der Schatten. Weil sie all jenen, deren Unterjochung ihnen gelingt, die Lebenszeit rauben, um ihr verdammtes Dasein zu verlängern, nennt das Kleine Volk sie die Schait-Ganabim, die Diebe der Zeit. Diese also überzogen Hallarand mit Krieg und blieben vorerst siegreich. Ermengar und Batruschec kämpften erbittert gegen den Feind, doch konnten sie ihm schließlich nicht mehr widerstehen. Als Ermengar fiel, konnte Batruschec nur noch den Kiefernzapfen seines Gefährten in die Heimat bringen, nicht aber seine Asche und auch Verndarving ging verloren. Batruschec aber gelangte nach langer Reise wieder in die Heimat, wo seine Urne gemeinsam mit Ermengars Kiefernzapfen bis in unsere Tage hinein aufbewahrt wurde, wenngleich man die Bedeutung der Waffenbrüder und ihrer Hinterlassenschaften mit der Zeit vergaß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungefähr zur gleichen Zeit, doch ohne Wissen um den arbonischen Königssohn oder den Schildkarl Ermengar, machte sich auch Jari anh Harog, in ihren Tagen die kundigste Lehrerin des Kleinen Volkes, auf den Weg nach Hallarand. Nachdem sie den Kindern Ischans und Natans das Grab der Weltväter gezeigt hatte, wo heute das Kloster Der Allverzeihenden steht, nachdem ihr Gatte aus dem Leben getreten war und nachdem sie Zeugin davon werden durfte, wie ihre Enkel das Laufen gelernt hatten, hörte sie erneut den Ruf der Götter. Im Schein Riasinas und Glanz Riasions trug es sie nach Morad Dûn, einem Königreich des Kleinen Volkes auf der Insel Hallarand, wo sie einen Ort finden durfte, an dem sie aus Geschichten lernen konnte. So stieß sie auf Geschichten vieler Sippen jener Länder und schloss sich schließlich einer verborgenen Gemeinschaft von Getreuen an. In dieser Gemeinschaft fand sie auch ihren neuen Gefährten, Periglom Mit-der-dunklen-Faust, den das Schicksal auf ähnlich wundersame Weise nach Hallarand verschlagen hatte, denn er stammte aus Nachal-Ewenn, das wir heute Steinbeck nennen, einem Land des ewigen Sommers jenseits von Hallarand.&lt;br /&gt;
Doch auch die Gemeinschaft der Getreuen entging nicht der Verfolgung durch die Diebe der Zeit. Und als Jari zum Sterben kam, gab sie ihrem Gefährten ihre letzten drei Wünsche mit auf den Weg: Den geheimen Zufluchtsort der Getreuen zu schützen, ihrem Gefährten treu zu bleiben und in ihre Heimat zurückzukehren. Und in all der Zerstörung blieb ihr als Urne nur ein Schmuckkasten mit einem großen Stein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Periglom Mit-der-dunklen-Faust begab sich in den Dugor Harog und übergab die Urne an Jaris Sippe, um danach in seine eigene alte Heimat zurückzukehren. Den Stein indes erbat er für sich selbst als Erinnerung, was die anh Harog ihm gewährten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr als sieben Menschenalter vergingen, in denen nicht nur die Taten Jaris und Batruschecs und Ermengars beinahe in Vergessenheit gerieten, sondern auch ganz Hallarand. Denn den Dieben der Zeit gelang es, auf der ganzen, gewaltigen Insel eine Herrschaft der Schatten zu errichten. Obwohl sie vom Neid auf die Lebenden zermartert wurden, obwohl die Gier auf das Leben sie blendete und obwohl die Saat der Zwietracht zwischen ihnen immer neue Früchte der Verderbnis trug, so waren sie sich doch einig in ihrer Furcht vor dem neuen Sonnenaufgang, den die Völker der Welt eines Tages auf ihre gestohlene Insel bringen würden. Um diesen Tag so weit wie möglich hinauszuzögern, schickten sie böse Geister an ihre Küsten, um alle mit Wahn zu schlagen, die sich von den Meeren her nähern wollten. Auch brachten sie eine Unzahl von Flüchen und Spionen an die Häfen der Welt, mordeten die Edlen unter den Seefahrern, bestachen den Abschaum unter ihnen und schüchterten die Übrigen so sehr ein, dass niemand mehr ein Wort über ihre ins Dunkel gefallenen Länder verlieren wollte. Und weil sie sich Botans Geheimnisse zunutze machten, verstrichen für sie die Jahre wie Monde, sodass sie noch selbst erleben konnten, wie die Menschengeschlechter Hallarand allmählich vergaßen.&lt;br /&gt;
Die Zeit verging, es kamen und gingen die Tage Hectors und die des Heiligen Karoman, uns erreichten die Worte der Heiligen Schrift und die Gesetze der Hochfürsten, wir ertrugen die Montrowische Plage, schlugen die Bestienheere in Ost und West, unterwarfen Cajetans Land und Okostria und Weitere und fanden das Blut der Könige des Alten Gar unerwartet auch im Lande Dros Rock vor. Die Zeit verging und es kamen unsere Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Erntefest im sechsundvierzigsten Jahr nach dem Martyrium des Heiligen Karoman erschien unserer lieben Frau Rycarda der Heilige Denubis im Traum. Er führte sie an den Ufern des Derian entlang, der rückwärts floss und sie schließlich fast bis zur Quelle führte. Doch die Quelle lag verborgen unter den Waffen ihres Gatten. „Nur der Besitzer dieser Waffen kann den Blick auf die Quelle freilegen!“, sprach der Heilige Denubis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Morgen drückte sie die Sorge, doch sprach sie ohne Zögern zu Laertes: „Der Heilige Denubis, der unsere Hochzeit schützte, will, dass du deine Waffen nimmst.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wohin soll ich ziehen?“, fragte der Landnehmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich weiß es nicht,“ entgegnete unsere liebe Frau Rycarda, „aber das Schicksal wird es uns früher offenbaren, als es uns jetzt noch gefällt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es. Wenige Tage später besuchte das Orakel des Heiligen Danason ein Gesicht, welches ihr Taten und Hinterlassenschaften von Batruschec und Ermengar offenbarte. Tief unten im Bärenfels suchte und fand sie Ermengars Kiefernzapfen bei Batruschecs Urne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derweil erreichten uns zwei Briefe, einer ging an unseren hochfürstlichen Herrn, Emendon den Frommen, und einer an Laertes Landnehmer. Ihr fürderhin unbekannter Absender stellte sich als Alberic Ohneland vor und lud die Fürsten, die Weisen und die Waffenprächtigen vieler Völker zum Rat. Jener Bruder Alberic lebte ein Leben in vollendeter Demut und war von den Göttern für ein außergewöhnliches Schicksal vorgesehen, um den Sterblichen zugleich ein Wunder und ein Rätsel zu offenbaren: Das silberne Wissen um die verborgene Insel Hallarand erneut aufleuchten und die Lüftung des Geheimnisses unter dem Schutz von Geheimnissen geschehen zu lassen. Doch noch konnte das weder Emendon der Fromme, noch Laertes Landnehmer verstehen. So beschlossen sie zweierlei: Laertes sollte die Einladung annehmen, als wäre sie treuen Willens ausgesprochen, aber dennoch mit einer Falle ihrer zahllosen Feinde rechnen. Und nachdem sie es beschlossen hatten, prüften sie die Worte, die Bruder Alberic ihnen geschickt hatte. Denn Letztgenannter hatte ihnen sowohl von Ermengar, als auch von der weisen Jari geschrieben, wovon die meisten der Gelehrten der trigardonischen Lande nichts mehr wussten. Und siehe: Die Erinnerung an die Reisen der Ahnen nach Hallarand war noch nicht ganz verloren. So machte Laertes sich nicht ohne Misstrauen, doch mit der Mahnung an die Siebzehn Verse auf den Weg und mit ihm ging das Orakel des Heiligen Danason.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum Rat an geheimem Orte ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
empfing sie bescheiden aber trefflich Bruder Alberic. Unter seinem Dach versammelten sich mit ihm und Laertes noch Königin Ain, Herzog Danwyn, ein Erbvasall von Königin Viviane, ein Vasall von Herzog Theoderic, ein Heerführer der Valaren, ein Bote der Priesterfürstin von Steinbeck, eine Botin aus Selphiriol und Weitere und sogar Boten der Verstoßenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuvor hatte ein Geisterbote aus vergangenen Tagen auf verschlungenen Pfaden seinen Weg zu Bruder Alberic gefunden und ihm Einblicke in die Schicksale nicht nur von Ermengar, Batruschec und Jari, sondern auch von Vorfahren jener aus all dieser anderen Herren Länder gegeben, die dereinst mit ihren Taten je ihre eigenen Spuren in Hallarand hinterlassen hatten. Treu wie ein Hütehund erfüllte der Bote seinen Dienst weit über den Tod derer hinaus, die ihn dereinst geschickt hatten und war dabei um ein vielfaches weiter gekommen, als jede Brieftaube fliegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gäste staunten und verwunderten sich sehr über das erstaunliche Geistertier, das sie an Alberics Seite erblickten, als er sie empfing. Denn es hatte sich für die Augen der Lebenden sichtbar gemacht mit einer Gestalt, wie keiner der Gesandten sie je zuvor gesehen hatte: Wie ein Geschöpf aus Meerestiefen, aber kein Fisch, in den Farben von Sternenlicht und Regenbogen, aus Fleisch wie gewobenem Licht. Seine Art die Nüstern zu blähen, die Mähne zu schütteln, zu knurren, zu schnurren oder zu wedeln war es, seine Farbe zu verändern. Leider verstand es niemand. Obgleich es viele Menschenalter überdauert hatte, war es dennoch sterblich, wie sich später erweisen sollte. Und weil es so alt war und vielen dabei half, ihr verschüttetes Ahnenwissen freizulegen, benannte man es mit einem Wort der alten jovischen Sprache: Das Luminare, womit man eine Art von Blendlaterne beschreibt. Man sollte es mit „Erleuchter“ übersetzen, wenngleich sein wahrer Name vergessen ist, obwohl er gepriesen sein sollte. Zunächst misstrauten alle dem Geistertier ob seiner Fremdheit und fragten, ob es ein Spion des Feindes sei. Ein schlechter Spion wäre es aus zwei Gründen gewesen: Der Feind hatte weit bessere Spione, wie sich später zeigen sollte, die weniger auffielen. Daneben ist fraglich, ob es die Worte der Menschen überhaupt verstand, denn seine eigene Sprache bestand aus Bildern und Erinnerungen, die allein mit dem sechsten Sinn gehört werden können. Worte waren zwar auch Teil seiner Botschaft, doch blieben es stets die Worte Anderer, die seiner Herren aus der vergangenen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine dritte Wissensquelle hatte Bruder Alberic an diesem Ort zusammengetragen. Neben dem Ahnenwissen der Versammelten und den Botschaften des Enthüllers war auch ein Schiffskapitän in seiner Gewalt, der für die Schattenherrscher Hallarands Ware geschmuggelt hatte und voller Scham und Schrecken über den eigenen schwärenden Wahn seine Verderbnis gestand. Im Grunde seines Herzens sehnte er sich nach Sühne für seine Schlechtigkeiten, doch nur mit der Mühe einer harten Hand ließen sich ihm die Geheimnisse der Seewege nach Hallarand abringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam berieten die Gesandten mit Bruder Alberic alles, was sie über die Vergangenheit der vergessenen Insel noch zusammentragen konnten. Auch brachten die Boten aus Steinbeck den Stein von Periglom mit. Diesem Stein sei es gegeben, sagten sie, den Übergang gesprochener Worte von der sichtbaren Welt in die Unsichtbare, wie auch das Umgekehrte, zu erleichtern. Das Orakel des Heiligen Danason wusste, dass Jaris Geist sich seit je her nicht dazu hingab, mit ihren Nachkommen nur vermittels Weihrauches an ihrer Urne zu sprechen und die Träume, die sie gesandt hatte, waren stets undeutbar geblieben. Der Stein des Periglom musste nun aber das Zeichen sein, Worte mit der alten Lehrerin zu wechseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jari sprach das Folgende: In den vergangenen Jahrhunderten sei es für sie zu früh gewesen, in den Hallen der Allverzeihenden auf die Wiedergeburt zu warten. Denn die Pflichten ihres Lebens seien unerfüllt geblieben. &lt;br /&gt;
Fürderhin sprach sie das Folgende: In Hallarand gebe es unzählige geheime Orte, die gewiss noch heute der Verderbnis durch die bösen Geister der Schait-Ganabim trotzten. Allein sie heute noch zu offenbaren, sei ihr von Ferne aus unmöglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sprach auch von einem Ort der gestaltgewordenen Treue, einem Ort also, der in besonderem Maße vom silbernen Licht der Göttin der Treue berührt worden sein muss. Doch ihr blutete das Herz, als sie erkannte, dass die Natur dieses Mysteriums, das sie dereinst erfahren hatte, bereits in den Nebeln des Vergessens lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgendes sprach die alte Lehrerin: Sie erfreute sich daran, dass die Versammelten Steine des Schutzes gefunden hatten, mit denen sich die Fluchbringer des Feindes bannen ließen und wünschte sich, sie hätte solche Segensbringer selber schon zu Lebzeiten gehabt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jenen Rat gab uns die Kundige: So wie Hallarand groß und weit ist, so hatte es schon vor der Schattenherrschaft viele Völker und Herrscher gekannt, die einander nicht immer friedlich begegnet waren. Und nicht anders sei es heute zwischen den Herren der Lebenden Toten, die einander stets misstrauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Warnung sprach Jari: Das schwarze Pech der Verderbnis dürfe niemals und von keinem je berührt werden. Es erscheine an den schlimmsten Orten der Verfluchung in Hallarand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nichts wusste sie zu berichten von den Menschenkindern, die Hallarand bereist hatten und deren Namen die Versammelten inzwischen zusammengetragen hatten. So sprach Jari anh Harog, Tochter der Guril anh Harog, gepriesen sei ihr Name. &lt;br /&gt;
Man berichtete ihr von den Taten ihrer Nachkommen, so wie es Sitte ist. Man weiß nicht, ob sie erneut zu uns sprechen wird oder ob sie ihre Pflicht nun als erfüllt ansah, da sie von der Nachwelt die Versicherung erhalten hatte, dass man die geheime Insel nicht im Dunklen belassen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese und viele andere Arten berieten die Gesandten mit Bruder Alberic also alles, was sie über die Vergangenheit der vergessenen Insel noch zusammentragen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ereilte den Hochfürsten besorgniserregende Kunde aus dem Phönixreich. Der Großen Und Herrlichen Riaranjoscha wird es bald schon gefallen, sich selbst zur Königin über dieses Land zu machen und es mit Fischen zu bevölkern. Daher sucht das Volk von Königin Ain eine neue Heimat. Emendon der Fromme versprach Hilfe in zweierlei Weise: Getreide und Zuflucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schreckliche Kunde brachte Vivianes Erbvasall aus Kirson: Schon vor fünf Jahren hatten die Lebenden Toten es mordbrennend in die Finsternis gestoßen und alle getötet, die nicht hatten fliehen können. Wir beten für die Lebenden und für die Seelen der Märtyrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anwesenden versprachen einander gegenseitig Rat und Hilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anwesenden beschlossen auch das Folgende: Bruder Alberic wird an geheimem Orte mit seinem Haushalt Zuflucht finden und nur jene, die es beschlossen, wissen, wer in den Kreisen des Rates ihm seinen Schutz gewährt. Und nur jener allein darf wissen, wo Bruder Alberic künftig mit dem gesammelten Wissen leben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fürderhin fasste der Rat folgenden Beschluss: Laertes Landnehmer wird das Licht des Wissens ins Dunkel Hallarands bringen. Wer ihm folgen will, den verlorenen Verndarving erneut zu gewinnen, Häfen und Orte der Zuflucht in Hallarand zu finden, den Kampfeswillen der Geknechteten in den Reichen der Schattenherrscher anzufachen und die Diebe der Zeit herauszufordern, der solle seiner Führung vertrauen. Alle jubelten. Und seinem Ratschluss soll es obliegen, von welchem Hafen und mit wie vielen Schiffen sie in See stechen werden. Alle sagten, dass es so sein solle. So wurde am dreizehnten Sion der elften Sina im sechsundvierzigsten Jahr nach dem Martyrium des Heiligen Karoman Laertes Landnehmer aus Borunds Haus zum Heerführer gewählt. So wurde es gesprochen und so soll es geschehen.&lt;br /&gt;
Als dies gesprochen und geschehen war, warnte uns der Erleuchter noch ein letztes Mal vor dem Hochmut seiner alten Herren, der seinen Beitrag zu ihrer Niederlage beigesteuert hatte. Sodann verstarb das treue Geistertier.&lt;br /&gt;
Im Kreis seiner Getreuen übergab Laertes Landnehmer den Kiefernzapfen Ermengars, der sieben Menschenalter an Batruschecs Urne gewartet hatte, dem König der Unterwelt und versprach Rache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drei Hiebe führte der Feind ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gegen uns aus: Einen durch Flüche, einen durch Spione und einen durch Verlockung. Denn obwohl man an geheimem Orte Rat hielt, war es dem Feind dennoch nicht gänzlich verborgen geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Hieb brachte böse Geister ins Haus von Bruder Alberic. Zunächst befielen sie die Gemüter mit einer Kälte, die mächtig genug gewesen wäre, um Einsamkeit, Furchtstarre und Irrsinn auszulösen. Die Versammelten aber unterwarfen sich dem Gastrecht mit einer Strenge, die den Rössern der Zwietracht alle Freiheit nahm. Sie ehrten das Herdfeuer mit Liedern und Geschichten. Sie lachten laut an der Tafel und keiner verstieß seinen Tocelem aus dem Kreis. Vor so viel Sittsamkeit konnten die Schadgeister des Feindes nicht bestehen, weshalb sie einen anderen Weg suchen mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider fanden sie ihn. Die Mägde und Knechte Bruder Alberics waren wenige an der Zahl und hielten ihm wie auch einander stets die Treue. Mit ihm hatten sie bereits stattliche Reisen bewältigt, da er schon seit längerer Zeit den Nachstellungen des Feindes auszuweichen gelernt hatte. Daher waren alle auch fremd an dem geheimen Orte des Ratschlusses. Alle bis auf einen, denn einen Getreuen muss man stets haben, der den Ort des Herdfeuers aller besser kennt. Dieser war Jäger am Orte und hatte schon zu lang allein dort gelebt, man weiß nicht, aufgrund welchen Zwists mit seinen Ahnen. Er war es gewohnt, allein im tiefen Wald zu wandeln. Weil er ein Geschick darin besaß, brachte er oftmals reiche Beute heim und keiner fragte, wie weit ihn seine Füße das nächste Mal tragen würden. Und da er noch wenig vertraut mit Alberics Haushalt war, unterschätzte er die Gefahr, die von der Ankunft der Gäste auch für ihn ausging. So fanden die bösen Geister der Schait-Ganabim, die im Hause sich geschlagen geben mussten, den Jäger einsam in der Dunkelheit. Es gelang ihnen, von seinem Geist in seinen Leib zu fahren und mehr zu tun, als nur Fieber oder Ausschlag zu bringen, wie andere Geister es tun. Mit der gestohlenen Macht aus Botans Erbe waren sie fähig, sich in sein Fleisch zu kleiden durch eine perverse Verhöhnung des heiligen Geburtsaktes, was freilich den Jäger mit qualvoller Langsamkeit zu Tode brachte. Durch dieses Schicksal wurde sein Name zur grausigen Mahnung daran, dass der Einzelne nichts, der Haushalt aber alles ist. Und sein Name war Jakob Feldhaas, der ohne Schande und Verrat sein Leben geben musste am zwölften Sion der elften Sina im sechsundvierzigsten Jahr nach Karomans Martyrium. Möge seine Seele den Weg in ein besseres Leben finden und die Warnung seines Todes, dass die Einsamen eine Gefahr für alle sind, niemals verhallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fleischgewordenen Daimonen, nun ausgestattet mit Macht, in der sichtbaren und in der unsichtbaren Welt zugleich zu wirken, zögerten nicht, das Haus mit ihrer Schlechtigkeit zu überziehen. Dazu begingen sie dreierlei Taten: Ihre giftige Saat derart zu versprühen, dass die Sterblichen ihrer üblen Frucht zur Nahrung werden würden. Die Kundigen unter den Gästen aber wussten Rat, denn es ist ein Kraut gegen Solcherlei gewachsen. Durch die Gnade der Meret-Riaplot forderten die gifttriefenden Klauen der Unholde keine weiteren Todesopfer. Zugleich hörten sie nicht damit auf, den Seelen der Anwesenden nachzustellen. Sie erschienen ihnen in Träumen, in Schatten und sogar über dem heiligen Herdfeuer. Nur Schrecken zu verbreiten und auf Gelegenheit zur Mordtat zu warten war die Absicht ihrer Taten, wie es zunächst schien. Doch diente ihnen das auch zur Ausführung ihrer dritten Tat: Der Herbeirufung ihres Leitwolfs, eines in nachtschwarze Häute gekleideten Wesens von unbeschreiblicher Hässlichkeit, einer Harpye nicht unähnlich, doch nur so, wie eine Fratze einem Lächeln ähnelt. Von dessen Hilfe erhofften sich die Ungeheuer den Sieg im Kampfe. Dies Wesen brauchte, um leibhaftig zu erscheinen, die Witterung der Beute. Nicht selten nehmen Geisterwesen die Witterung auf, indem sie zuerst die Träume ihrer Opfer vom Ahnensegen trennen und sich als Alpdruck auf die Herzen setzen. Doch dadurch sind auch die Opfer gewarnt. Diesen Umstand wussten die Kundigen zu nutzen, indem sie sich nicht auf ein langwieriges Kräftemessen aus Bann und neuerlichem Fluch und neuem Bann einließen, sondern indem sie selbst die Scheußlichkeit zum Schlachtfeld ihrer Wahl riefen. Und dort obsiegten die Unseren. Denn ein auf Sicht geschossener Pfeil bringt Gefahr, ein Pfeil aber der dorthin fliegt, wo der Feind stehen wird, bevor er es noch selber weiß, der bringt den Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der erste Hieb der Schait-Ganabim. Sie führten ihn mit Flüchen aus und wir parierten ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Hieb, nicht weniger tückisch, wurde gleichzeitig mit dem ersten ausgeführt. Er machte sich die Schwäche der Menschen zu nutze. So hatten die Diebe der Zeit sich der Lieben eines Kundigen bemächtigt und ihn durch Drohung dazu gebracht, ihr widerwilliger Knecht zu werden. Er streute falschen Rat und lauschte allen Einsichten, um sie später an seine Herren weiter zu geben, was ihm später vermutlich auch gelang. Doch weil er sich stets hüten musste, seine Absicht zu verschleiern, hielt sich der Schaden, den er damit brachte, in Grenzen. Auch hatte der Feind keine Gelegenheit gehabt, sich einen besseren Spion zu suchen. Der Kundige, den er gefunden hatte, besaß zwar Wissen und Macht in seinem Lande aber keinen guten Leumund unter den Gesandten oder dem Gastgeber. So dachte jeder zweimal darüber nach, was man ihm sagte und prüfte seinen Rat stets gegen die Weisheit und das Wissen anderer. Schließlich muss gesagt sein, dass der Spion seine Taten des Verrats nur widerwillig beging und er sich daher stets für das kleinere Übel entschied. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollte er auch Zwietracht schüren, als die Verstoßenen mal wieder unerträglich wurden. Theoderics Vasall hatte schon gefordert, dass der Preis für eine Einigung das Versprechen der Elben sein müsse, im Walde von Brionne niemals wieder Menschenkinder zu stehlen. Dies Versprechen wurde nur zu billig von den anwesenden Verstoßenen gegeben, die keinen Hehl daraus machten, dass sie nie von Brionne gehört hatten und auf diese Weise der gerechten Forderung entsprachen und sie zugleich verspotteten. Es muss jedoch gesagt sein, dass es den meisten Elben die meiste Zeit gelang, ihren Hochmut zu zügeln. Denn sie verstanden die Gefahr durch den Feind genau und hatten also gute Gründe.&lt;br /&gt;
Nachdem also Theoderics Vasall die Größe gezeigt hatte, den Verlockungen der Zwietracht zu entsagen, versuchte der Kundige im Dienst des Feindes es bei den Trigardonen. Diesen sagte er, dass es doch sehr unvorsichtig sei, sich mit dem Elbenvolke einzulassen, das für seinen Eigensinn bekannt sei. Die Trigardonen gaben ihm zur Antwort, dass sie sehr dankbar für seine Wachsamkeit seien. Denn auf diese Weise könnten sie selbst beruhigt auf ihre Herzen vertrauen. Gewiss sei ihr Verstand voll Misstrauen, doch in der Lage, in der sie alle waren, konnte man dem Verstande allein nicht alle Entscheidungen überlassen. Denn zu gering sei noch das Wissen über all die rätselhaften Dinge, denen man gegenüberstehe. Ihre Herzen aber sagten ihnen, dass alle hier versammelten einander brauchen würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So scheiterte die Saat der Zwietracht an der Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen zweiten Spion schickten uns die Diebe der Zeit. Dieser war ein scheußlicher Wechselbalg von so vollendeter Verdorbenheit in seiner dunklen Kunst, dass er selbst die Geister zu täuschen vermochte, als er die Züge des Hofkundigen von Königin Ain annahm. Er belauschte ihren Rat und versuchte sich daran, die gesegneten Bannsteine zu stehlen, die Jari so gelobt hatte. Doch ob seiner Schlechtigkeit konnte er sie nicht berühren und versengte sich, als er es versuchte. Obgleich es keine Zeugen für diese Tat gegeben hatte und er in allem sehr vortrefflich log, konnte er dennoch nicht bestehen vor dem schicksalhaften Glück der Phönixkönigin. Nach zwei Tagen und einer Nacht an der Seite des Wechselbalges bemerkte sie doch noch, dass ihr vermeintlicher Berater sich eines Betragens befleißigte, das ihr sonderbar erschien. Schließlich folgte sie ihrem Herzen anstatt dem Augenschein und vertraute sich einer Kundigen der Verstoßenen an. Diese, eingeweiht in die Geheimnisse der Täuschung, tilgte den Wechselbalg mit Mut und Mühe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der zweite Hieb der Schait-Ganabim. Sie führten ihn mit Spionen aus und wir parierten ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr dritter Hieb überraschte uns am meisten. Sie schickten einen Boten, der stolz verkündete, Herold aller Schattenreiche Hallarands zugleich zu sein. Er schmähte, höhnte und drohte. Aber man sagt, dass er einigen der Gesandten heimlich noch ein zweites Angebot machte: Er sei zwar mit dem Worte aller Schattenherrscher ausgestattet, diene aber eigentlich nur einem davon. Dieser müsse vor seinen Brüdern und Schwestern den Schein wahren, wolle sich aber eigentlich mit den Menschenvölkern, die ja nun den Weg in seine Heimat kennen würden, verbünden. Denn die Schait-Ganabim kennen weder Stamm noch Sippe noch Familie, sondern nur den eigenen Vorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nicht sagen, ob dies geheime Angebot, so es denn wirklich erfolgte, nur eine Prüfung unseres Bundes oder ein echtes Geschäft sein sollte und, falls Letztgenanntes zuträfe, wann seine Herren die erste Gelegenheit zum Betrug gesehen hätten. Doch wir werden es nicht mehr erfahren, denn wir übergaben den Boten der Lebenden Toten dem König der Unterwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der dritte Hieb der Schait-Ganabim. Sie führten ihn stümperhaft aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Feind besitzt Reichtümer, Mächte und Wissen im Überfluss und mag uns darin weit überragen. Doch hätte es ihm mit wenig Mühe gelingen können, den neuen Bund zu zerschlagen, noch ehe er sich gefunden hatte. Die Verlockung zu einem früheren Zeitpunkt, die Spione mit Wissen über die fluchbringenden Geister und umgekehrt, die Tötung des Erleuchters oder nur eine Fackel im Dachstuhl im richtigen Moment, damit hätte der Feind unseren Bund gewiss verhindern können. Doch er vermochte es nicht und vermag es nun nie mehr. Denn trotz all seines Reichtums, seiner Macht und seinem Wissen kann es ihm nicht gelingen, dem eigenen Diener zu vertrauen und auch nicht dem eigenen Herrn. Die einen werden stets Gründe haben, ihr Versagen, und die anderen, ihr Wissen zu verschweigen. Denn sie sind Wesen der Gier und können kein Herdfeuer pflegen. Und wer das Herdfeuer nicht ehrt, dessen Haus muss einstürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gelang dem Feind nicht länger, Hallarands neuen Sonnenaufgang weiter zu verzögern. Damit diese geheimnisvolle Insel nicht erneut in Vergessenheit geraten möge, beschloss unser hochfürstlicher Herr, sein Wissen über dieses Land und seine Lage beim Kristallmeer zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er teilte es mit der Hochfürstin, König Hagen, Königin Adelheit und König Heinrich, König Richard, König Ferdinand, König Heinrich dem Normonter, König Hector, König Desmond, Königin Katharina, König Corvinius und Herzog Heinrich dem Avarier, Königin Celeste, Königin Sirinhilde, König Ramiro, Fürstin Amsira, Fürst Wilmar und Graf Sieghard, Fürst Xarxon, Fürst Janal, Herzog Johann, Freigräfin Yasmeen und König Galhádon, Freigräfin Sophie-Christine, den Lichtbrüdern im Lande der Lesath, den Erbländern und Kriegsherren der Inselvölker und Weiteren und dem Tassilo. Wenn König Rasim Emendons Boten empfangen würde, hätte er es sogar mit ihm geteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliothek]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Überlieferungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<title>Datei:Zum Rat an geheimem Orte.pdf</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
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		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<title>46/11/29 Zum Rat an geheimem Orte</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: Die Seite wurde neu angelegt: „ == Wanderer siehe, ==  einst, in der finsteren Zeit des Letzten Großen Stammeskrieges, zogen die Waffenprächtigen Ermengar aus Borunds Haus und Batruschec a…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Wanderer siehe, ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einst, in der finsteren Zeit des Letzten Großen Stammeskrieges, zogen die Waffenprächtigen Ermengar aus Borunds Haus und Batruschec aus dem Hause Rhack in ein fernes Land, um ihrem Schicksal zu folgen. Ermengar war ein von Yddrasaje-Riaplot geliebter Mann, dessen Schild Verndarving vom Muttervater selbst gefertigt worden war, auf dass er Ermengars Sippe stets schützen möge. Denn Ermengars Sippe war so zäh und duldsam, als wären sie vom Kleinen Volke anstatt Menschen – eine Duldsamkeit und Kraft, wie man sie noch heute in ihren Nachfahren, dem Stamme der Dros-Rocker, erkennen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Waffenbrüder erreichten eine sonderbare Insel, die wie kein Land war, dass sie je zuvor gesehen hatten. Auf seinen blühenden Auen weideten Auerochsen und in seinem Hochland hatten die Yaks silberne Hufe. Und nichts geringeres als leibhaftige Greifen machten Jagd auf sie. Die Menschen, die sie trafen, waren von hohem Wuchs und in gefärbtes Tuch gekleidet. Sie nannten ihre Insel Hallarand und berichteten von den vielen Völkern und Königen, die dieses Land ihre Heimat nannten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ermengar und Batruschec bereisten einige dieser Reiche, doch sollten sie ihr Glück an diesen Orten nicht finden. Denn wie es schon einst gewesen, brachte der Fleiß der Götterfürchtigen den Faulen und Gottlosen die Muße, in Botans Erbe nach dem Geheimnis ewigen Lebens zu suchen. Und was sie fanden, verwandelte sie in Wesen der Gier, in Lebende Tote und in Bewohner der Schatten. Weil sie all jenen, deren Unterjochung ihnen gelingt, die Lebenszeit rauben, um ihr verdammtes Dasein zu verlängern, nennt das Kleine Volk sie die Schait-Ganabim, die Diebe der Zeit. Diese also überzogen Hallarand mit Krieg und blieben vorerst siegreich. Ermengar und Batruschec kämpften erbittert gegen den Feind, doch konnten sie ihm schließlich nicht mehr widerstehen. Als Ermengar fiel, konnte Batruschec nur noch den Kiefernzapfen seines Gefährten in die Heimat bringen, nicht aber seine Asche und auch Verndarving ging verloren. Batruschec aber gelangte nach langer Reise wieder in die Heimat, wo seine Urne gemeinsam mit Ermengars Kiefernzapfen bis in unsere Tage hinein aufbewahrt wurde, wenngleich man die Bedeutung der Waffenbrüder und ihrer Hinterlassenschaften mit der Zeit vergaß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungefähr zur gleichen Zeit, doch ohne Wissen um den arbonischen Königssohn oder den Schildkarl Ermengar, machte sich auch Jari anh Harog, in ihren Tagen die kundigste Lehrerin des Kleinen Volkes, auf den Weg nach Hallarand. Nachdem sie den Kindern Ischans und Natans das Grab der Weltväter gezeigt hatte, wo heute das Kloster Der Allverzeihenden steht, nachdem ihr Gatte aus dem Leben getreten war und nachdem sie Zeugin davon werden durfte, wie ihre Enkel das Laufen gelernt hatten, hörte sie erneut den Ruf der Götter. Im Schein Riasinas und Glanz Riasions trug es sie nach Morad Dûn, einem Königreich des Kleinen Volkes auf der Insel Hallarand, wo sie einen Ort finden durfte, an dem sie aus Geschichten lernen konnte. So stieß sie auf Geschichten vieler Sippen jener Länder und schloss sich schließlich einer verborgenen Gemeinschaft von Getreuen an. In dieser Gemeinschaft fand sie auch ihren neuen Gefährten, Periglom Mit-der-dunklen-Faust, den das Schicksal auf ähnlich wundersame Weise nach Hallarand verschlagen hatte, denn er stammte aus Nachal-Ewenn, das wir heute Steinbeck nennen, einem Land des ewigen Sommers jenseits von Hallarand.&lt;br /&gt;
Doch auch die Gemeinschaft der Getreuen entging nicht der Verfolgung durch die Diebe der Zeit. Und als Jari zum Sterben kam, gab sie ihrem Gefährten ihre letzten drei Wünsche mit auf den Weg: Den geheimen Zufluchtsort der Getreuen zu schützen, ihrem Gefährten treu zu bleiben und in ihre Heimat zurückzukehren. Und in all der Zerstörung blieb ihr als Urne nur ein Schmuckkasten mit einem großen Stein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Periglom Mit-der-dunklen-Faust begab sich in den Dugor Harog und übergab die Urne an Jaris Sippe, um danach in seine eigene alte Heimat zurückzukehren. Den Stein indes erbat er für sich selbst als Erinnerung, was die anh Harog ihm gewährten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr als sieben Menschenalter vergingen, in denen nicht nur die Taten Jaris und Batruschecs und Ermengars beinahe in Vergessenheit gerieten, sondern auch ganz Hallarand. Denn den Dieben der Zeit gelang es, auf der ganzen, gewaltigen Insel eine Herrschaft der Schatten zu errichten. Obwohl sie vom Neid auf die Lebenden zermartert wurden, obwohl die Gier auf das Leben sie blendete und obwohl die Saat der Zwietracht zwischen ihnen immer neue Früchte der Verderbnis trug, so waren sie sich doch einig in ihrer Furcht vor dem neuen Sonnenaufgang, den die Völker der Welt eines Tages auf ihre gestohlene Insel bringen würden. Um diesen Tag so weit wie möglich hinauszuzögern, schickten sie böse Geister an ihre Küsten, um alle mit Wahn zu schlagen, die sich von den Meeren her nähern wollten. Auch brachten sie eine Unzahl von Flüchen und Spionen an die Häfen der Welt, mordeten die Edlen unter den Seefahrern, bestachen den Abschaum unter ihnen und schüchterten die Übrigen so sehr ein, dass niemand mehr ein Wort über ihre ins Dunkel gefallenen Länder verlieren wollte. Und weil sie sich Botans Geheimnisse zunutze machten, verstrichen für sie die Jahre wie Monde, sodass sie noch selbst erleben konnten, wie die Menschengeschlechter Hallarand allmählich vergaßen.&lt;br /&gt;
Die Zeit verging, es kamen und gingen die Tage Hectors und die des Heiligen Karoman, uns erreichten die Worte der Heiligen Schrift und die Gesetze der Hochfürsten, wir ertrugen die Montrowische Plage, schlugen die Bestienheere in Ost und West, unterwarfen Cajetans Land und Okostria und Weitere und fanden das Blut der Könige des Alten Gar unerwartet auch im Lande Dros Rock vor. Die Zeit verging und es kamen unsere Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Erntefest im sechsundvierzigsten Jahr nach dem Martyrium des Heiligen Karoman erschien unserer lieben Frau Rycarda der Heilige Denubis im Traum. Er führte sie an den Ufern des Derian entlang, der rückwärts floss und sie schließlich fast bis zur Quelle führte. Doch die Quelle lag verborgen unter den Waffen ihres Gatten. „Nur der Besitzer dieser Waffen kann den Blick auf die Quelle freilegen!“, sprach der Heilige Denubis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Morgen drückte sie die Sorge, doch sprach sie ohne Zögern zu Laertes: „Der Heilige Denubis, der unsere Hochzeit schützte, will, dass du deine Waffen nimmst.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wohin soll ich ziehen?“, fragte der Landnehmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich weiß es nicht,“ entgegnete unsere liebe Frau Rycarda, „aber das Schicksal wird es uns früher offenbaren, als es uns jetzt noch gefällt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es. Wenige Tage später besuchte das Orakel des Heiligen Danason ein Gesicht, welches ihr Taten und Hinterlassenschaften von Batruschec und Ermengar offenbarte. Tief unten im Bärenfels suchte und fand sie Ermengars Kiefernzapfen bei Batruschecs Urne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derweil erreichten uns zwei Briefe, einer ging an unseren hochfürstlichen Herrn, Emendon den Frommen, und einer an Laertes Landnehmer. Ihr fürderhin unbekannter Absender stellte sich als Alberic Ohneland vor und lud die Fürsten, die Weisen und die Waffenprächtigen vieler Völker zum Rat. Jener Bruder Alberic lebte ein Leben in vollendeter Demut und war von den Göttern für ein außergewöhnliches Schicksal vorgesehen, um den Sterblichen zugleich ein Wunder und ein Rätsel zu offenbaren: Das silberne Wissen um die verborgene Insel Hallarand erneut aufleuchten und die Lüftung des Geheimnisses unter dem Schutz von Geheimnissen geschehen zu lassen. Doch noch konnte das weder Emendon der Fromme, noch Laertes Landnehmer verstehen. So beschlossen sie zweierlei: Laertes sollte die Einladung annehmen, als wäre sie treuen Willens ausgesprochen, aber dennoch mit einer Falle ihrer zahllosen Feinde rechnen. Und nachdem sie es beschlossen hatten, prüften sie die Worte, die Bruder Alberic ihnen geschickt hatte. Denn Letztgenannter hatte ihnen sowohl von Ermengar, als auch von der weisen Jari geschrieben, wovon die meisten der Gelehrten der trigardonischen Lande nichts mehr wussten. Und siehe: Die Erinnerung an die Reisen der Ahnen nach Hallarand war noch nicht ganz verloren. So machte Laertes sich nicht ohne Misstrauen, doch mit der Mahnung an die Siebzehn Verse auf den Weg und mit ihm ging das Orakel des Heiligen Danason.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum Rat an geheimem Orte ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
empfing sie bescheiden aber trefflich Bruder Alberic. Unter seinem Dach versammelten sich mit ihm und Laertes noch Königin Ain, Herzog Danwyn, ein Erbvasall von Königin Viviane, ein Vasall von Herzog Theoderic, ein Heerführer der Valaren, ein Bote der Priesterfürstin von Steinbeck, eine Botin aus Selphiriol und Weitere und sogar Boten der Verstoßenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuvor hatte ein Geisterbote aus vergangenen Tagen auf verschlungenen Pfaden seinen Weg zu Bruder Alberic gefunden und ihm Einblicke in die Schicksale nicht nur von Ermengar, Batruschec und Jari, sondern auch von Vorfahren jener aus all dieser anderen Herren Länder gegeben, die dereinst mit ihren Taten je ihre eigenen Spuren in Hallarand hinterlassen hatten. Treu wie ein Hütehund erfüllte der Bote seinen Dienst weit über den Tod derer hinaus, die ihn dereinst geschickt hatten und war dabei um ein vielfaches weiter gekommen, als jede Brieftaube fliegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gäste staunten und verwunderten sich sehr über das erstaunliche Geistertier, das sie an Alberics Seite erblickten, als er sie empfing. Denn es hatte sich für die Augen der Lebenden sichtbar gemacht mit einer Gestalt, wie keiner der Gesandten sie je zuvor gesehen hatte: Wie ein Geschöpf aus Meerestiefen, aber kein Fisch, in den Farben von Sternenlicht und Regenbogen, aus Fleisch wie gewobenem Licht. Seine Art die Nüstern zu blähen, die Mähne zu schütteln, zu knurren, zu schnurren oder zu wedeln war es, seine Farbe zu verändern. Leider verstand es niemand. Obgleich es viele Menschenalter überdauert hatte, war es dennoch sterblich, wie sich später erweisen sollte. Und weil es so alt war und vielen dabei half, ihr verschüttetes Ahnenwissen freizulegen, benannte man es mit einem Wort der alten jovischen Sprache: Das Luminare, womit man eine Art von Blendlaterne beschreibt. Man sollte es mit „Erleuchter“ übersetzen, wenngleich sein wahrer Name vergessen ist, obwohl er gepriesen sein sollte. Zunächst misstrauten alle dem Geistertier ob seiner Fremdheit und fragten, ob es ein Spion des Feindes sei. Ein schlechter Spion wäre es aus zwei Gründen gewesen: Der Feind hatte weit bessere Spione, wie sich später zeigen sollte, die weniger auffielen. Daneben ist fraglich, ob es die Worte der Menschen überhaupt verstand, denn seine eigene Sprache bestand aus Bildern und Erinnerungen, die allein mit dem sechsten Sinn gehört werden können. Worte waren zwar auch Teil seiner Botschaft, doch blieben es stets die Worte Anderer, die seiner Herren aus der vergangenen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine dritte Wissensquelle hatte Bruder Alberic an diesem Ort zusammengetragen. Neben dem Ahnenwissen der Versammelten und den Botschaften des Enthüllers war auch ein Schiffskapitän in seiner Gewalt, der für die Schattenherrscher Hallarands Ware geschmuggelt hatte und voller Scham und Schrecken über den eigenen schwärenden Wahn seine Verderbnis gestand. Im Grunde seines Herzens sehnte er sich nach Sühne für seine Schlechtigkeiten, doch nur mit der Mühe einer harten Hand ließen sich ihm die Geheimnisse der Seewege nach Hallarand abringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam berieten die Gesandten mit Bruder Alberic alles, was sie über die Vergangenheit der vergessenen Insel noch zusammentragen konnten. Auch brachten die Boten aus Steinbeck den Stein von Periglom mit. Diesem Stein sei es gegeben, sagten sie, den Übergang gesprochener Worte von der sichtbaren Welt in die Unsichtbare, wie auch das Umgekehrte, zu erleichtern. Das Orakel des Heiligen Danason wusste, dass Jaris Geist sich seit je her nicht dazu hingab, mit ihren Nachkommen nur vermittels Weihrauches an ihrer Urne zu sprechen und die Träume, die sie gesandt hatte, waren stets undeutbar geblieben. Der Stein des Periglom musste nun aber das Zeichen sein, Worte mit der alten Lehrerin zu wechseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jari sprach das Folgende: In den vergangenen Jahrhunderten sei es für sie zu früh gewesen, in den Hallen der Allverzeihenden auf die Wiedergeburt zu warten. Denn die Pflichten ihres Lebens seien unerfüllt geblieben. &lt;br /&gt;
Fürderhin sprach sie das Folgende: In Hallarand gebe es unzählige geheime Orte, die gewiss noch heute der Verderbnis durch die bösen Geister der Schait-Ganabim trotzten. Allein sie heute noch zu offenbaren, sei ihr von Ferne aus unmöglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sprach auch von einem Ort der gestaltgewordenen Treue, einem Ort also, der in besonderem Maße vom silbernen Licht der Göttin der Treue berührt worden sein muss. Doch ihr blutete das Herz, als sie erkannte, dass die Natur dieses Mysteriums, das sie dereinst erfahren hatte, bereits in den Nebeln des Vergessens lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgendes sprach die alte Lehrerin: Sie erfreute sich daran, dass die Versammelten Steine des Schutzes gefunden hatten, mit denen sich die Fluchbringer des Feindes bannen ließen und wünschte sich, sie hätte solche Segensbringer selber schon zu Lebzeiten gehabt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jenen Rat gab uns die Kundige: So wie Hallarand groß und weit ist, so hatte es schon vor der Schattenherrschaft viele Völker und Herrscher gekannt, die einander nicht immer friedlich begegnet waren. Und nicht anders sei es heute zwischen den Herren der Lebenden Toten, die einander stets misstrauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Warnung sprach Jari: Das schwarze Pech der Verderbnis dürfe niemals und von keinem je berührt werden. Es erscheine an den schlimmsten Orten der Verfluchung in Hallarand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nichts wusste sie zu berichten von den Menschenkindern, die Hallarand bereist hatten und deren Namen die Versammelten inzwischen zusammengetragen hatten. So sprach Jari anh Harog, Tochter der Guril anh Harog, gepriesen sei ihr Name. &lt;br /&gt;
Man berichtete ihr von den Taten ihrer Nachkommen, so wie es Sitte ist. Man weiß nicht, ob sie erneut zu uns sprechen wird oder ob sie ihre Pflicht nun als erfüllt ansah, da sie von der Nachwelt die Versicherung erhalten hatte, dass man die geheime Insel nicht im Dunklen belassen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese und viele andere Arten berieten die Gesandten mit Bruder Alberic also alles, was sie über die Vergangenheit der vergessenen Insel noch zusammentragen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ereilte den Hochfürsten besorgniserregende Kunde aus dem Phönixreich. Der Großen Und Herrlichen Riaranjoscha wird es bald schon gefallen, sich selbst zur Königin über dieses Land zu machen und es mit Fischen zu bevölkern. Daher sucht das Volk von Königin Ain eine neue Heimat. Emendon der Fromme versprach Hilfe in zweierlei Weise: Getreide und Zuflucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schreckliche Kunde brachte Vivianes Erbvasall aus Kirson: Schon vor fünf Jahren hatten die Lebenden Toten es mordbrennend in die Finsternis gestoßen und alle getötet, die nicht hatten fliehen können. Wir beten für die Lebenden und für die Seelen der Märtyrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anwesenden versprachen einander gegenseitig Rat und Hilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anwesenden beschlossen auch das Folgende: Bruder Alberic wird an geheimem Orte mit seinem Haushalt Zuflucht finden und nur jene, die es beschlossen, wissen, wer in den Kreisen des Rates ihm seinen Schutz gewährt. Und nur jener allein darf wissen, wo Bruder Alberic künftig mit dem gesammelten Wissen leben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fürderhin fasste der Rat folgenden Beschluss: Laertes Landnehmer wird das Licht des Wissens ins Dunkel Hallarands bringen. Wer ihm folgen will, den verlorenen Verndarving erneut zu gewinnen, Häfen und Orte der Zuflucht in Hallarand zu finden, den Kampfeswillen der Geknechteten in den Reichen der Schattenherrscher anzufachen und die Diebe der Zeit herauszufordern, der solle seiner Führung vertrauen. Alle jubelten. Und seinem Ratschluss soll es obliegen, von welchem Hafen und mit wie vielen Schiffen sie in See stechen werden. Alle sagten, dass es so sein solle. So wurde am dreizehnten Sion der elften Sina im sechsundvierzigsten Jahr nach dem Martyrium des Heiligen Karoman Laertes Landnehmer aus Borunds Haus zum Heerführer gewählt. So wurde es gesprochen und so soll es geschehen.&lt;br /&gt;
Als dies gesprochen und geschehen war, warnte uns der Erleuchter noch ein letztes Mal vor dem Hochmut seiner alten Herren, der seinen Beitrag zu ihrer Niederlage beigesteuert hatte. Sodann verstarb das treue Geistertier.&lt;br /&gt;
Im Kreis seiner Getreuen übergab Laertes Landnehmer den Kiefernzapfen Ermengars, der sieben Menschenalter an Batruschecs Urne gewartet hatte, dem König der Unterwelt und versprach Rache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drei Hiebe führte der Feind ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gegen uns aus: Einen durch Flüche, einen durch Spione und einen durch Verlockung. Denn obwohl man an geheimem Orte Rat hielt, war es dem Feind dennoch nicht gänzlich verborgen geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Hieb brachte böse Geister ins Haus von Bruder Alberic. Zunächst befielen sie die Gemüter mit einer Kälte, die mächtig genug gewesen wäre, um Einsamkeit, Furchtstarre und Irrsinn auszulösen. Die Versammelten aber unterwarfen sich dem Gastrecht mit einer Strenge, die den Rössern der Zwietracht alle Freiheit nahm. Sie ehrten das Herdfeuer mit Liedern und Geschichten. Sie lachten laut an der Tafel und keiner verstieß seinen Tocelem aus dem Kreis. Vor so viel Sittsamkeit konnten die Schadgeister des Feindes nicht bestehen, weshalb sie einen anderen Weg suchen mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider fanden sie ihn. Die Mägde und Knechte Bruder Alberics waren wenige an der Zahl und hielten ihm wie auch einander stets die Treue. Mit ihm hatten sie bereits stattliche Reisen bewältigt, da er schon seit längerer Zeit den Nachstellungen des Feindes auszuweichen gelernt hatte. Daher waren alle auch fremd an dem geheimen Orte des Ratschlusses. Alle bis auf einen, denn einen Getreuen muss man stets haben, der den Ort des Herdfeuers aller besser kennt. Dieser war Jäger am Orte und hatte schon zu lang allein dort gelebt, man weiß nicht, aufgrund welchen Zwists mit seinen Ahnen. Er war es gewohnt, allein im tiefen Wald zu wandeln. Weil er ein Geschick darin besaß, brachte er oftmals reiche Beute heim und keiner fragte, wie weit ihn seine Füße das nächste Mal tragen würden. Und da er noch wenig vertraut mit Alberics Haushalt war, unterschätzte er die Gefahr, die von der Ankunft der Gäste auch für ihn ausging. So fanden die bösen Geister der Schait-Ganabim, die im Hause sich geschlagen geben mussten, den Jäger einsam in der Dunkelheit. Es gelang ihnen, von seinem Geist in seinen Leib zu fahren und mehr zu tun, als nur Fieber oder Ausschlag zu bringen, wie andere Geister es tun. Mit der gestohlenen Macht aus Botans Erbe waren sie fähig, sich in sein Fleisch zu kleiden durch eine perverse Verhöhnung des heiligen Geburtsaktes, was freilich den Jäger mit qualvoller Langsamkeit zu Tode brachte. Durch dieses Schicksal wurde sein Name zur grausigen Mahnung daran, dass der Einzelne nichts, der Haushalt aber alles ist. Und sein Name war Jakob Feldhaas, der ohne Schande und Verrat sein Leben geben musste am zwölften Sion der elften Sina im sechsundvierzigsten Jahr nach Karomans Martyrium. Möge seine Seele den Weg in ein besseres Leben finden und die Warnung seines Todes, dass die Einsamen eine Gefahr für alle sind, niemals verhallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fleischgewordenen Daimonen, nun ausgestattet mit Macht, in der sichtbaren und in der unsichtbaren Welt zugleich zu wirken, zögerten nicht, das Haus mit ihrer Schlechtigkeit zu überziehen. Dazu begingen sie dreierlei Taten: Ihre giftige Saat derart zu versprühen, dass die Sterblichen ihrer üblen Frucht zur Nahrung werden würden. Die Kundigen unter den Gästen aber wussten Rat, denn es ist ein Kraut gegen Solcherlei gewachsen. Durch die Gnade der Meret-Riaplot forderten die gifttriefenden Klauen der Unholde keine weiteren Todesopfer. Zugleich hörten sie nicht damit auf, den Seelen der Anwesenden nachzustellen. Sie erschienen ihnen in Träumen, in Schatten und sogar über dem heiligen Herdfeuer. Nur Schrecken zu verbreiten und auf Gelegenheit zur Mordtat zu warten war die Absicht ihrer Taten, wie es zunächst schien. Doch diente ihnen das auch zur Ausführung ihrer dritten Tat: Der Herbeirufung ihres Leitwolfs, eines in nachtschwarze Häute gekleideten Wesens von unbeschreiblicher Hässlichkeit, einer Harpye nicht unähnlich, doch nur so, wie eine Fratze einem Lächeln ähnelt. Von dessen Hilfe erhofften sich die Ungeheuer den Sieg im Kampfe. Dies Wesen brauchte, um leibhaftig zu erscheinen, die Witterung der Beute. Nicht selten nehmen Geisterwesen die Witterung auf, indem sie zuerst die Träume ihrer Opfer vom Ahnensegen trennen und sich als Alpdruck auf die Herzen setzen. Doch dadurch sind auch die Opfer gewarnt. Diesen Umstand wussten die Kundigen zu nutzen, indem sie sich nicht auf ein langwieriges Kräftemessen aus Bann und neuerlichem Fluch und neuem Bann einließen, sondern indem sie selbst die Scheußlichkeit zum Schlachtfeld ihrer Wahl riefen. Und dort obsiegten die Unseren. Denn ein auf Sicht geschossener Pfeil bringt Gefahr, ein Pfeil aber der dorthin fliegt, wo der Feind stehen wird, bevor er es noch selber weiß, der bringt den Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der erste Hieb der Schait-Ganabim. Sie führten ihn mit Flüchen aus und wir parierten ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Hieb, nicht weniger tückisch, wurde gleichzeitig mit dem ersten ausgeführt. Er machte sich die Schwäche der Menschen zu nutze. So hatten die Diebe der Zeit sich der Lieben eines Kundigen bemächtigt und ihn durch Drohung dazu gebracht, ihr widerwilliger Knecht zu werden. Er streute falschen Rat und lauschte allen Einsichten, um sie später an seine Herren weiter zu geben, was ihm später vermutlich auch gelang. Doch weil er sich stets hüten musste, seine Absicht zu verschleiern, hielt sich der Schaden, den er damit brachte, in Grenzen. Auch hatte der Feind keine Gelegenheit gehabt, sich einen besseren Spion zu suchen. Der Kundige, den er gefunden hatte, besaß zwar Wissen und Macht in seinem Lande aber keinen guten Leumund unter den Gesandten oder dem Gastgeber. So dachte jeder zweimal darüber nach, was man ihm sagte und prüfte seinen Rat stets gegen die Weisheit und das Wissen anderer. Schließlich muss gesagt sein, dass der Spion seine Taten des Verrats nur widerwillig beging und er sich daher stets für das kleinere Übel entschied. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollte er auch Zwietracht schüren, als die Verstoßenen mal wieder unerträglich wurden. Theoderics Vasall hatte schon gefordert, dass der Preis für eine Einigung das Versprechen der Elben sein müsse, im Walde von Brionne niemals wieder Menschenkinder zu stehlen. Dies Versprechen wurde nur zu billig von den anwesenden Verstoßenen gegeben, die keinen Hehl daraus machten, dass sie nie von Brionne gehört hatten und auf diese Weise der gerechten Forderung entsprachen und sie zugleich verspotteten. Es muss jedoch gesagt sein, dass es den meisten Elben die meiste Zeit gelang, ihren Hochmut zu zügeln. Denn sie verstanden die Gefahr durch den Feind genau und hatten also gute Gründe.&lt;br /&gt;
Nachdem also Theoderics Vasall die Größe gezeigt hatte, den Verlockungen der Zwietracht zu entsagen, versuchte der Kundige im Dienst des Feindes es bei den Trigardonen. Diesen sagte er, dass es doch sehr unvorsichtig sei, sich mit dem Elbenvolke einzulassen, das für seinen Eigensinn bekannt sei. Die Trigardonen gaben ihm zur Antwort, dass sie sehr dankbar für seine Wachsamkeit seien. Denn auf diese Weise könnten sie selbst beruhigt auf ihre Herzen vertrauen. Gewiss sei ihr Verstand voll Misstrauen, doch in der Lage, in der sie alle waren, konnte man dem Verstande allein nicht alle Entscheidungen überlassen. Denn zu gering sei noch das Wissen über all die rätselhaften Dinge, denen man gegenüberstehe. Ihre Herzen aber sagten ihnen, dass alle hier versammelten einander brauchen würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So scheiterte die Saat der Zwietracht an der Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen zweiten Spion schickten uns die Diebe der Zeit. Dieser war ein scheußlicher Wechselbalg von so vollendeter Verdorbenheit in seiner dunklen Kunst, dass er selbst die Geister zu täuschen vermochte, als er die Züge des Hofkundigen von Königin Ain annahm. Er belauschte ihren Rat und versuchte sich daran, die gesegneten Bannsteine zu stehlen, die Jari so gelobt hatte. Doch ob seiner Schlechtigkeit konnte er sie nicht berühren und versengte sich, als er es versuchte. Obgleich es keine Zeugen für diese Tat gegeben hatte und er in allem sehr vortrefflich log, konnte er dennoch nicht bestehen vor dem schicksalhaften Glück der Phönixkönigin. Nach zwei Tagen und einer Nacht an der Seite des Wechselbalges bemerkte sie doch noch, dass ihr vermeintlicher Berater sich eines Betragens befleißigte, das ihr sonderbar erschien. Schließlich folgte sie ihrem Herzen anstatt dem Augenschein und vertraute sich einer Kundigen der Verstoßenen an. Diese, eingeweiht in die Geheimnisse der Täuschung, tilgte den Wechselbalg mit Mut und Mühe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der zweite Hieb der Schait-Ganabim. Sie führten ihn mit Spionen aus und wir parierten ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr dritter Hieb überraschte uns am meisten. Sie schickten einen Boten, der stolz verkündete, Herold aller Schattenreiche Hallarands zugleich zu sein. Er schmähte, höhnte und drohte. Aber man sagt, dass er einigen der Gesandten heimlich noch ein zweites Angebot machte: Er sei zwar mit dem Worte aller Schattenherrscher ausgestattet, diene aber eigentlich nur einem davon. Dieser müsse vor seinen Brüdern und Schwestern den Schein wahren, wolle sich aber eigentlich mit den Menschenvölkern, die ja nun den Weg in seine Heimat kennen würden, verbünden. Denn die Schait-Ganabim kennen weder Stamm noch Sippe noch Familie, sondern nur den eigenen Vorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nicht sagen, ob dies geheime Angebot, so es denn wirklich erfolgte, nur eine Prüfung unseres Bundes oder ein echtes Geschäft sein sollte und, falls Letztgenanntes zuträfe, wann seine Herren die erste Gelegenheit zum Betrug gesehen hätten. Doch wir werden es nicht mehr erfahren, denn wir übergaben den Boten der Lebenden Toten dem König der Unterwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war der dritte Hieb der Schait-Ganabim. Sie führten ihn stümperhaft aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Feind besitzt Reichtümer, Mächte und Wissen im Überfluss und mag uns darin weit überragen. Doch hätte es ihm mit wenig Mühe gelingen können, den neuen Bund zu zerschlagen, noch ehe er sich gefunden hatte. Die Verlockung zu einem früheren Zeitpunkt, die Spione mit Wissen über die fluchbringenden Geister und umgekehrt, die Tötung des Erleuchters oder nur eine Fackel im Dachstuhl im richtigen Moment, damit hätte der Feind unseren Bund gewiss verhindern können. Doch er vermochte es nicht und vermag es nun nie mehr. Denn trotz all seines Reichtums, seiner Macht und seinem Wissen kann es ihm nicht gelingen, dem eigenen Diener zu vertrauen und auch nicht dem eigenen Herrn. Die einen werden stets Gründe haben, ihr Versagen, und die anderen, ihr Wissen zu verschweigen. Denn sie sind Wesen der Gier und können kein Herdfeuer pflegen. Und wer das Herdfeuer nicht ehrt, dessen Haus muss einstürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gelang dem Feind nicht länger, Hallarands neuen Sonnenaufgang weiter zu verzögern. Damit diese geheimnisvolle Insel nicht erneut in Vergessenheit geraten möge, beschloss unser hochfürstlicher Herr, sein Wissen über dieses Land und seine Lage beim Kristallmeer zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er teilte es mit der Hochfürstin, König Hagen, Königin Adelheit und König Heinrich, König Richard, König Ferdinand, König Heinrich dem Normonter, König Hector, König Desmond, Königin Katharina, König Corvinius und Herzog Heinrich dem Avarier, Königin Celeste, Königin Sirinhilde, König Ramiro, Fürstin Amsira, Fürst Wilmar und Graf Sieghard, Fürst Xarxon, Fürst Janal, Herzog Johann, Freigräfin Yasmeen und König Galhádon, Freigräfin Sophie-Christine, den Lichtbrüdern im Lande der Lesath, den Erbländern und Kriegsherren der Inselvölker und Weiteren und dem Tassilo. Wenn König Rasim Emendons Boten empfangen würde, hätte er es sogar mit ihm geteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliothek]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Überlieferungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<title>Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich</title>
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				<updated>2021-11-26T09:12:01Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: /* Organisatorisches */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Arbon e.V. und die Asfalon-Nord-Orga laden euch zur asfalonisch-arbonischen Hochzeit ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Momentan können wir bei SC-Anmeldungen leider nur noch Wartelistenplätze anbieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;'''Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;findet vom 08.-10. April 2022 auf Gut Orla bei Munster statt.&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielinfos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schnee schmilzt, die ersten Blumen brechen aus dem kalten Boden und die Vögel beginnen mit ihrer Werbung - der Frühling bricht heran und mit ihm eine Zeit des Aufbruchs und Neuanfangs. Gleich zwei solcher Anlässe wollen wir mit euch, liebe Freunde, feiern: '''Garet Roderick von Moreshire''', Sohn und Knappe von Sir '''Pelindur von Darkenhowe''' aus Asfalon, wird in diesem Frühjahr zum Ritter geschlagen und geht als solcher den Bund der Ehe mit Frau '''Camuran Barca an Caja''' aus Trigardon ein. Lange haben nicht nur sie auf diese Tage gewartet und nun sollen diese freudigen Ereignisse im Kreise von Freunden und unter den Augen der Götter und Ahnen angemessen gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt nach Asfalon und stoßt mit uns auf die freudigen Ereignisse an! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzept ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich“ ist eine bodenständige Ambienteveranstaltung im Umfeld wohlhabenden Landadels. Im künftigen Lehen des Brautpaares, '''Gut Eichenbrück in Asfalon''', feiern wir die Verbindung des Asfalonischen mit dem Trigardonischen durch die Hochzeit von Garet Roderick von Moreshire und Camuran Barca an Caja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden die Schwerpunkte des Spiels ähnlich setzen, wie wir es von Hofhaltungen aus Arbon und Dros Rock inzwischen gewöhnt sind: Die politische Dimension dieser Hochzeit ist durchaus vorhanden und gehört klar zu den Spielinhalten, dennoch steht das Feiern im Vordergrund. Obwohl wir ein gesellschaftliches Ereignis der Oberschicht darstellen, isoliert der Adel sich zu diesem Anlass nicht von den einfachen Leuten, die durchaus Anteil am Leben und der Zukunft ihrer Grundherren nehmen. Wer also nicht mit Bauern tanzt, tanzt nicht. Zwanghafte Etikette nach viktorianischer Manier würden das von uns angestrebte Spiel nur stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein starres Programm mit langwierigen Zeremonien, bei denen die Mehrheit der SpielerInnen zur Passivität verurteilt sind, wird es ebenfalls nicht geben. Die Verschiedenheit der Kulturen von Braut und Bräutigam, z. B. in der Frage wie „Der Schönste Tag Des Lebens!“ auszusehen hat, bietet viel Raum für spielerische Improvisation, kreative Lösungen oder auch absurde Missverständnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nach DKWDDK (Du kannst, was du darstellen kannst) mit [[Opferregel]] als Spielphilosophie (Dir gelingt, was die Anderen dir glauben wollen) spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was ihr von uns erwarten könnt ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Ein stimmungsvolles Ambiente für euer Rollenspiel,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verlässliche Angaben der VeranstalterInnen über das angestrebte Spiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine zwar nicht 24/7, aber zuverlässig ansprechbare Orga auch im Vorfeld,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ausreichende Verpflegung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein durchdachter Fantasy-Spielhintergrund,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine engagierte SL-Betreuung für die gSC, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Fragen und Problemen auf der eigentlichen Veranstaltung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wir von euch erwarten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr das Spiel, das ihr haben wollt, selbstständig generieren könnt. Wir sind nicht für euren Spielspaß verantwortlich, sondern stellen nur den Rahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr die Angaben der VeranstalterInnen zur Kenntnis nehmt und euch dementsprechend verhaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr zum stimmigen Ambiente beitragt, insbesondere durch passende Gewandung, Zelte und Lichtquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr euch, wenn ihr aus irgend welchen Gründen gerade nicht am Rollenspiel teilnehmen wollt, dezent zurückzieht und nicht die, die spielen wollen, durch offensichtliches OT-Verhalten stört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr verantwortungsvoll mit eurem Wohlbefinden und dem eurer MitspielerInnen umgeht, insbesondere bei Alkoholkonsum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== GSC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird über einzelne Orga-Mitglieder hinaus keine klassischen NSCs oder Springer geben. Die ca. zehn Rollen, die wir als Orga zu vergeben haben, bekommen von uns nur ihren Hintergrund und allgemeine Hinweise zu Mode und Kultur. In diesem Rahmen sollen sie frei spielen. Auch als Orga werden wir in Rollen die meiste Zeit anspielbar sein. In den Hintergrundgeschichten der g(esetzten)SC werden wir Anregungen für mehr oder weniger dezente Nebenplots liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu vergebenden Rollen sind vielseitig und reichen von der Magd und dem Knecht über den reichen Großbauern der Nachbarschaft bis hin zu Vasallen und Verwandten von Braut und Gastgeber. In gewissem Rahmen könnt ihr die Rollen in Absprache mit uns mitgestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== SC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Con ist für Adelige niedriger und mittlerer Ränge sowie deren Gefolge konzipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorisches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wann:''' 8.-10. April 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wo:''' Gut Orla, Salzwedeler Str. 5, 29633 Munster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Unterbringung:''' Mehrbettzimmer, Jugendherbergsstil&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Verpflegung:''' Teilverpflegung: abends gibt es eine warme Mahlzeit unsererseits, alkoholfreie Getränke, Kaffee und Tee sind den Tag über vorhanden, Frühstück und Snacks über den Tag macht ihr selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teilnehmerbeitrag ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise: SC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 14.12.2021 - '''85€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 31.01.2022 - '''95€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''105€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise GSC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 14.12.2021 - '''60€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 31.01.2022 - '''70€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''80€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Conzahler nur nach Absprache!'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pandemiemaßnahmen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben beschlossen, dass unser Treffen eine '''2-G-Veranstaltung''' sein wird, sie also nur nachgewiesen Genesenen und Geimpften offensteht. Darüber hinaus müssen alle Teilnehmenden sich selbst vor der Ankunft auf dem Gelände negativ getestet haben. Auf dem Gelände selbst werden wir ohne Mund-Nasen-Bedeckung spielen und keine strikte Abstandsregel einhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Team, Anmeldung und Kontakt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Orga, bestehend aus Anna, Basti, Lars und Lukas erreicht ihr unter: '''eichenbrueck-orga@gmx.de'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anmelden könnt ihr euch hier: [https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSek8kcLS9NMYAfxD1Ehi-E8gUfYiEE77Fq3ZG5HLqol5Fg_wQ/viewform]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hier sind unsere [[Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters|AGB]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Veranstaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich</id>
		<title>Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich"/>
				<updated>2021-11-25T17:17:58Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Arbon e.V. und die Asfalon-Nord-Orga laden euch zur asfalonisch-arbonischen Hochzeit ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Momentan können wir bei SC-Anmeldungen leider nur noch Wartelistenplätze anbieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;'''Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;findet vom 08.-10. April 2022 auf Gut Orla bei Munster statt.&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielinfos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schnee schmilzt, die ersten Blumen brechen aus dem kalten Boden und die Vögel beginnen mit ihrer Werbung - der Frühling bricht heran und mit ihm eine Zeit des Aufbruchs und Neuanfangs. Gleich zwei solcher Anlässe wollen wir mit euch, liebe Freunde, feiern: '''Garet Roderick von Moreshire''', Sohn und Knappe von Sir '''Pelindur von Darkenhowe''' aus Asfalon, wird in diesem Frühjahr zum Ritter geschlagen und geht als solcher den Bund der Ehe mit Frau '''Camuran Barca an Caja''' aus Trigardon ein. Lange haben nicht nur sie auf diese Tage gewartet und nun sollen diese freudigen Ereignisse im Kreise von Freunden und unter den Augen der Götter und Ahnen angemessen gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt nach Asfalon und stoßt mit uns auf die freudigen Ereignisse an! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzept ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich“ ist eine bodenständige Ambienteveranstaltung im Umfeld wohlhabenden Landadels. Im künftigen Lehen des Brautpaares, '''Gut Eichenbrück in Asfalon''', feiern wir die Verbindung des Asfalonischen mit dem Trigardonischen durch die Hochzeit von Garet Roderick von Moreshire und Camuran Barca an Caja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden die Schwerpunkte des Spiels ähnlich setzen, wie wir es von Hofhaltungen aus Arbon und Dros Rock inzwischen gewöhnt sind: Die politische Dimension dieser Hochzeit ist durchaus vorhanden und gehört klar zu den Spielinhalten, dennoch steht das Feiern im Vordergrund. Obwohl wir ein gesellschaftliches Ereignis der Oberschicht darstellen, isoliert der Adel sich zu diesem Anlass nicht von den einfachen Leuten, die durchaus Anteil am Leben und der Zukunft ihrer Grundherren nehmen. Wer also nicht mit Bauern tanzt, tanzt nicht. Zwanghafte Etikette nach viktorianischer Manier würden das von uns angestrebte Spiel nur stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein starres Programm mit langwierigen Zeremonien, bei denen die Mehrheit der SpielerInnen zur Passivität verurteilt sind, wird es ebenfalls nicht geben. Die Verschiedenheit der Kulturen von Braut und Bräutigam, z. B. in der Frage wie „Der Schönste Tag Des Lebens!“ auszusehen hat, bietet viel Raum für spielerische Improvisation, kreative Lösungen oder auch absurde Missverständnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nach DKWDDK (Du kannst, was du darstellen kannst) mit [[Opferregel]] als Spielphilosophie (Dir gelingt, was die Anderen dir glauben wollen) spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was ihr von uns erwarten könnt ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Ein stimmungsvolles Ambiente für euer Rollenspiel,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verlässliche Angaben der VeranstalterInnen über das angestrebte Spiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine zwar nicht 24/7, aber zuverlässig ansprechbare Orga auch im Vorfeld,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ausreichende Verpflegung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein durchdachter Fantasy-Spielhintergrund,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine engagierte SL-Betreuung für die gSC, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Fragen und Problemen auf der eigentlichen Veranstaltung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wir von euch erwarten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr das Spiel, das ihr haben wollt, selbstständig generieren könnt. Wir sind nicht für euren Spielspaß verantwortlich, sondern stellen nur den Rahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr die Angaben der VeranstalterInnen zur Kenntnis nehmt und euch dementsprechend verhaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr zum stimmigen Ambiente beitragt, insbesondere durch passende Gewandung, Zelte und Lichtquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr euch, wenn ihr aus irgend welchen Gründen gerade nicht am Rollenspiel teilnehmen wollt, dezent zurückzieht und nicht die, die spielen wollen, durch offensichtliches OT-Verhalten stört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr verantwortungsvoll mit eurem Wohlbefinden und dem eurer MitspielerInnen umgeht, insbesondere bei Alkoholkonsum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== GSC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird über einzelne Orga-Mitglieder hinaus keine klassischen NSCs oder Springer geben. Die ca. zehn Rollen, die wir als Orga zu vergeben haben, bekommen von uns nur ihren Hintergrund und allgemeine Hinweise zu Mode und Kultur. In diesem Rahmen sollen sie frei spielen. Auch als Orga werden wir in Rollen die meiste Zeit anspielbar sein. In den Hintergrundgeschichten der g(esetzten)SC werden wir Anregungen für mehr oder weniger dezente Nebenplots liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu vergebenden Rollen sind vielseitig und reichen von der Magd und dem Knecht über den reichen Großbauern der Nachbarschaft bis hin zu Vasallen und Verwandten von Braut und Gastgeber. In gewissem Rahmen könnt ihr die Rollen in Absprache mit uns mitgestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== SC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Con ist für Adelige niedriger und mittlerer Ränge sowie deren Gefolge konzipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorisches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wann:''' 17.-19. April 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wo:''' Gut Orla, Salzwedeler Str. 5, 29633 Munster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Unterbringung:''' Mehrbettzimmer, Jugendherbergsstil&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Verpflegung:''' Teilverpflegung: abends gibt es eine warme Mahlzeit unsererseits, alkoholfreie Getränke, Kaffee und Tee sind den Tag über vorhanden, Frühstück und Snacks über den Tag macht ihr selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teilnehmerbeitrag ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise: SC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 14.12.2021 - '''85€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 31.01.2022 - '''95€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''105€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise GSC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 14.12.2021 - '''60€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 31.01.2022 - '''70€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''80€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Conzahler nur nach Absprache!'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pandemiemaßnahmen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben beschlossen, dass unser Treffen eine '''2-G-Veranstaltung''' sein wird, sie also nur nachgewiesen Genesenen und Geimpften offensteht. Darüber hinaus müssen alle Teilnehmenden sich selbst vor der Ankunft auf dem Gelände negativ getestet haben. Auf dem Gelände selbst werden wir ohne Mund-Nasen-Bedeckung spielen und keine strikte Abstandsregel einhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Team, Anmeldung und Kontakt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Orga, bestehend aus Anna, Basti, Lars und Lukas erreicht ihr unter: '''eichenbrueck-orga@gmx.de'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anmelden könnt ihr euch hier: [https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSek8kcLS9NMYAfxD1Ehi-E8gUfYiEE77Fq3ZG5HLqol5Fg_wQ/viewform]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hier sind unsere [[Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters|AGB]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Veranstaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich</id>
		<title>Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich"/>
				<updated>2021-11-25T07:23:02Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Arbon e.V. und die Asfalon-Nord-Orga laden euch zur asfalonisch-arbonischen Hochzeit ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;'''Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;findet vom 08.-10. April 2022 auf Gut Orla bei Munster statt.&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielinfos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schnee schmilzt, die ersten Blumen brechen aus dem kalten Boden und die Vögel beginnen mit ihrer Werbung - der Frühling bricht heran und mit ihm eine Zeit des Aufbruchs und Neuanfangs. Gleich zwei solcher Anlässe wollen wir mit euch, liebe Freunde, feiern: '''Garet Roderick von Moreshire''', Sohn und Knappe von Sir '''Pelindur von Darkenhowe''' aus Asfalon, wird in diesem Frühjahr zum Ritter geschlagen und geht als solcher den Bund der Ehe mit Frau '''Camuran Barca an Caja''' aus Trigardon ein. Lange haben nicht nur sie auf diese Tage gewartet und nun sollen diese freudigen Ereignisse im Kreise von Freunden und unter den Augen der Götter und Ahnen angemessen gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt nach Asfalon und stoßt mit uns auf die freudigen Ereignisse an! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzept ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich“ ist eine bodenständige Ambienteveranstaltung im Umfeld wohlhabenden Landadels. Im künftigen Lehen des Brautpaares, '''Gut Eichenbrück in Asfalon''', feiern wir die Verbindung des Asfalonischen mit dem Trigardonischen durch die Hochzeit von Garet Roderick von Moreshire und Camuran Barca an Caja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden die Schwerpunkte des Spiels ähnlich setzen, wie wir es von Hofhaltungen aus Arbon und Dros Rock inzwischen gewöhnt sind: Die politische Dimension dieser Hochzeit ist durchaus vorhanden und gehört klar zu den Spielinhalten, dennoch steht das Feiern im Vordergrund. Obwohl wir ein gesellschaftliches Ereignis der Oberschicht darstellen, isoliert der Adel sich zu diesem Anlass nicht von den einfachen Leuten, die durchaus Anteil am Leben und der Zukunft ihrer Grundherren nehmen. Wer also nicht mit Bauern tanzt, tanzt nicht. Zwanghafte Etikette nach viktorianischer Manier würden das von uns angestrebte Spiel nur stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein starres Programm mit langwierigen Zeremonien, bei denen die Mehrheit der SpielerInnen zur Passivität verurteilt sind, wird es ebenfalls nicht geben. Die Verschiedenheit der Kulturen von Braut und Bräutigam, z. B. in der Frage wie „Der Schönste Tag Des Lebens!“ auszusehen hat, bietet viel Raum für spielerische Improvisation, kreative Lösungen oder auch absurde Missverständnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nach DKWDDK (Du kannst, was du darstellen kannst) mit [[Opferregel]] als Spielphilosophie (Dir gelingt, was die Anderen dir glauben wollen) spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was ihr von uns erwarten könnt ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Ein stimmungsvolles Ambiente für euer Rollenspiel,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verlässliche Angaben der VeranstalterInnen über das angestrebte Spiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine zwar nicht 24/7, aber zuverlässig ansprechbare Orga auch im Vorfeld,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ausreichende Verpflegung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein durchdachter Fantasy-Spielhintergrund,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine engagierte SL-Betreuung für die gSC, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Fragen und Problemen auf der eigentlichen Veranstaltung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wir von euch erwarten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr das Spiel, das ihr haben wollt, selbstständig generieren könnt. Wir sind nicht für euren Spielspaß verantwortlich, sondern stellen nur den Rahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr die Angaben der VeranstalterInnen zur Kenntnis nehmt und euch dementsprechend verhaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr zum stimmigen Ambiente beitragt, insbesondere durch passende Gewandung, Zelte und Lichtquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr euch, wenn ihr aus irgend welchen Gründen gerade nicht am Rollenspiel teilnehmen wollt, dezent zurückzieht und nicht die, die spielen wollen, durch offensichtliches OT-Verhalten stört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr verantwortungsvoll mit eurem Wohlbefinden und dem eurer MitspielerInnen umgeht, insbesondere bei Alkoholkonsum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== GSC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird über einzelne Orga-Mitglieder hinaus keine klassischen NSCs oder Springer geben. Die ca. zehn Rollen, die wir als Orga zu vergeben haben, bekommen von uns nur ihren Hintergrund und allgemeine Hinweise zu Mode und Kultur. In diesem Rahmen sollen sie frei spielen. Auch als Orga werden wir in Rollen die meiste Zeit anspielbar sein. In den Hintergrundgeschichten der g(esetzten)SC werden wir Anregungen für mehr oder weniger dezente Nebenplots liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu vergebenden Rollen sind vielseitig und reichen von der Magd und dem Knecht über den reichen Großbauern der Nachbarschaft bis hin zu Vasallen und Verwandten von Braut und Gastgeber. In gewissem Rahmen könnt ihr die Rollen in Absprache mit uns mitgestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== SC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Con ist für Adelige niedriger und mittlerer Ränge sowie deren Gefolge konzipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorisches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wann:''' 17.-19. April 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wo:''' Gut Orla, Salzwedeler Str. 5, 29633 Munster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Unterbringung:''' Mehrbettzimmer, Jugendherbergsstil&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Verpflegung:''' Teilverpflegung: abends gibt es eine warme Mahlzeit unsererseits, alkoholfreie Getränke, Kaffee und Tee sind den Tag über vorhanden, Frühstück und Snacks über den Tag macht ihr selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teilnehmerbeitrag ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise: SC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 14.12.2021 - '''85€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 31.01.2022 - '''95€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''105€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise GSC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 14.12.2021 - '''60€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 31.01.2022 - '''70€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''80€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Conzahler nur nach Absprache!'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pandemiemaßnahmen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben beschlossen, dass unser Treffen eine '''2-G-Veranstaltung''' sein wird, sie also nur nachgewiesen Genesenen und Geimpften offensteht. Darüber hinaus müssen alle Teilnehmenden sich selbst vor der Ankunft auf dem Gelände negativ getestet haben. Auf dem Gelände selbst werden wir ohne Mund-Nasen-Bedeckung spielen und keine strikte Abstandsregel einhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Team, Anmeldung und Kontakt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Orga, bestehend aus Anna, Basti, Lars und Lukas erreicht ihr unter: '''eichenbrueck-orga@gmx.de'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anmelden könnt ihr euch hier: [https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSek8kcLS9NMYAfxD1Ehi-E8gUfYiEE77Fq3ZG5HLqol5Fg_wQ/viewform]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hier sind unsere [[Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters|AGB]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Veranstaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich</id>
		<title>Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich"/>
				<updated>2021-11-24T12:15:51Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Arbon e.V. und die Asfalon-Nord-Orga laden euch zur asfalonisch-arbonischen Hochzeit ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;'''Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;findet vom 08.-10. April 2022 auf Gut Orla bei Munster statt.&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielinfos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schnee schmilzt, die ersten Blumen brechen aus dem kalten Boden und die Vögel beginnen mit ihrer Werbung - der Frühling bricht heran und mit ihm eine Zeit des Aufbruchs und Neuanfangs. Gleich zwei solcher Anlässe wollen wir mit euch, liebe Freunde, feiern: '''Garet Roderick von Moreshire''', Sohn und Knappe von Sir '''Pelindur von Darkenhowe''' aus Asfalon, wird in diesem Frühjahr zum Ritter geschlagen und geht als solcher den Bund der Ehe mit Frau '''Camuran Barca an Caja''' aus Trigardon ein. Lange haben nicht nur sie auf diese Tage gewartet und nun sollen diese freudigen Ereignisse im Kreise von Freunden und unter den Augen der Götter und Ahnen angemessen gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt nach Asfalon und stoßt mit uns auf die freudigen Ereignisse an! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzept ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich“ ist eine bodenständige Ambienteveranstaltung im Umfeld wohlhabenden Landadels. Im künftigen Lehen des Brautpaares, '''Gut Eichenbrück in Asfalon''', feiern wir die Verbindung des Asfalonischen mit dem Trigardonischen durch die Hochzeit von Garet Roderick von Moreshire und Camuran Barca an Caja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden die Schwerpunkte des Spiels ähnlich setzen, wie wir es von Hofhaltungen aus Arbon und Dros Rock inzwischen gewöhnt sind: Die politische Dimension dieser Hochzeit ist durchaus vorhanden und gehört klar zu den Spielinhalten, dennoch steht das Feiern im Vordergrund. Obwohl wir ein gesellschaftliches Ereignis der Oberschicht darstellen, isoliert der Adel sich zu diesem Anlass nicht von den einfachen Leuten, die durchaus Anteil am Leben und der Zukunft ihrer Grundherren nehmen. Wer also nicht mit Bauern tanzt, tanzt nicht. Zwanghafte Etikette nach viktorianischer Manier würden das von uns angestrebte Spiel nur stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein starres Programm mit langwierigen Zeremonien, bei denen die Mehrheit der SpielerInnen zur Passivität verurteilt sind, wird es ebenfalls nicht geben. Die Verschiedenheit der Kulturen von Braut und Bräutigam, z. B. in der Frage wie „Der Schönste Tag Des Lebens!“ auszusehen hat, bietet viel Raum für spielerische Improvisation, kreative Lösungen oder auch absurde Missverständnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nach DKWDDK (Du kannst, was du darstellen kannst) mit [[Opferregel]] als Spielphilosophie (Dir gelingt, was die Anderen dir glauben wollen) spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was ihr von uns erwarten könnt ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Ein stimmungsvolles Ambiente für euer Rollenspiel,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verlässliche Angaben der VeranstalterInnen über das angestrebte Spiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine zwar nicht 24/7, aber zuverlässig ansprechbare Orga auch im Vorfeld,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ausreichende Verpflegung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein durchdachter Fantasy-Spielhintergrund,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine engagierte SL-Betreuung für die gSC, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Fragen und Problemen auf der eigentlichen Veranstaltung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wir von euch erwarten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr das Spiel, das ihr haben wollt, selbstständig generieren könnt. Wir sind nicht für euren Spielspaß verantwortlich, sondern stellen nur den Rahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr die Angaben der VeranstalterInnen zur Kenntnis nehmt und euch dementsprechend verhaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr zum stimmigen Ambiente beitragt, insbesondere durch passende Gewandung, Zelte und Lichtquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr euch, wenn ihr aus irgend welchen Gründen gerade nicht am Rollenspiel teilnehmen wollt, dezent zurückzieht und nicht die, die spielen wollen, durch offensichtliches OT-Verhalten stört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr verantwortungsvoll mit eurem Wohlbefinden und dem eurer MitspielerInnen umgeht, insbesondere bei Alkoholkonsum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== GSC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird über einzelne Orga-Mitglieder hinaus keine klassischen NSCs oder Springer geben. Die ca. zehn Rollen, die wir als Orga zu vergeben haben, bekommen von uns nur ihren Hintergrund und allgemeine Hinweise zu Mode und Kultur. In diesem Rahmen sollen sie frei spielen. Auch als Orga werden wir in Rollen die meiste Zeit anspielbar sein. In den Hintergrundgeschichten der g(esetzten)SC werden wir Anregungen für mehr oder weniger dezente Nebenplots liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu vergebenden Rollen sind vielseitig und reichen von der Magd und dem Knecht über den reichen Großbauern der Nachbarschaft bis hin zu Vasallen und Verwandten von Braut und Gastgeber. In gewissem Rahmen könnt ihr die Rollen in Absprache mit uns mitgestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== SC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Con ist für Adelige niedriger und mittlerer Ränge sowie deren Gefolge konzipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorisches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wann:''' 17.-19. April 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wo:''' Gut Orla, Salzwedeler Str. 5, 29633 Munster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Unterbringung:''' Mehrbettzimmer, Jugendherbergsstil&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Verpflegung:''' Teilverpflegung: abends gibt es eine warme Mahlzeit unsererseits, alkoholfreie Getränke, Kaffee und Tee sind den Tag über vorhanden, Frühstück und Snacks über den Tag macht ihr selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teilnehmerbeitrag ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise: SC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 14.12.2021 - '''85€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 04.01.2022 - '''95€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''105€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise GSC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 14.12.2021 - '''60€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 04.01.2022 - '''70€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''80€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Conzahler nur nach Absprache!'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pandemiemaßnahmen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben beschlossen, dass unser Treffen eine '''2-G-Veranstaltung''' sein wird, sie also nur nachgewiesen Genesenen und Geimpften offensteht. Darüber hinaus müssen alle Teilnehmenden sich selbst vor der Ankunft auf dem Gelände negativ getestet haben. Auf dem Gelände selbst werden wir ohne Mund-Nasen-Bedeckung spielen und keine strikte Abstandsregel einhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Team, Anmeldung und Kontakt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Orga, bestehend aus Anna, Basti, Lars und Lukas erreicht ihr unter: '''eichenbrueck-orga@gmx.de'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anmelden könnt ihr euch hier: [https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSek8kcLS9NMYAfxD1Ehi-E8gUfYiEE77Fq3ZG5HLqol5Fg_wQ/viewform]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hier sind unsere [[Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters|AGB]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Veranstaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich</id>
		<title>Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich"/>
				<updated>2021-10-25T10:49:06Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Arbon e.V. und die Asfalon-Nord-Orga laden euch zur asfalonisch-arbonischen Hochzeit ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;'''Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;findet vom 08.-10. April 2022 auf Gut Orla bei Munster statt.&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielinfos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schnee schmilzt, die ersten Blumen brechen aus dem kalten Boden und die Vögel beginnen mit ihrer Werbung - der Frühling bricht heran und mit ihm eine Zeit des Aufbruchs und Neuanfangs. Gleich zwei solcher Anlässe wollen wir mit euch, liebe Freunde, feiern: '''Garet Roderick von Moreshire''', Sohn und Knappe von Sir '''Pelindur von Darkenhowe''' aus Asfalon, wird in diesem Frühjahr zum Ritter geschlagen und geht als solcher den Bund der Ehe mit Frau '''Camuran Barca an Caja''' aus Trigardon ein. Lange haben nicht nur sie auf diese Tage gewartet und nun sollen diese freudigen Ereignisse im Kreise von Freunden und unter den Augen der Götter und Ahnen angemessen gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt nach Asfalon und stoßt mit uns auf die freudigen Ereignisse an! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzept ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich“ ist eine bodenständige Ambienteveranstaltung im Umfeld wohlhabenden Landadels. Im künftigen Lehen des Brautpaares, '''Gut Eichenbrück in Asfalon''', feiern wir die Verbindung des Asfalonischen mit dem Trigardonischen durch die Hochzeit von Garet Roderick von Moreshire und Camuran Barca an Caja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden die Schwerpunkte des Spiels ähnlich setzen, wie wir es von Hofhaltungen aus Arbon und Dros Rock inzwischen gewöhnt sind: Die politische Dimension dieser Hochzeit ist durchaus vorhanden und gehört klar zu den Spielinhalten, dennoch steht das Feiern im Vordergrund. Obwohl wir ein gesellschaftliches Ereignis der Oberschicht darstellen, isoliert der Adel sich zu diesem Anlass nicht von den einfachen Leuten, die durchaus Anteil am Leben und der Zukunft ihrer Grundherren nehmen. Wer also nicht mit Bauern tanzt, tanzt nicht. Zwanghafte Etikette nach viktorianischer Manier würden das von uns angestrebte Spiel nur stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein starres Programm mit langwierigen Zeremonien, bei denen die Mehrheit der SpielerInnen zur Passivität verurteilt sind, wird es ebenfalls nicht geben. Die Verschiedenheit der Kulturen von Braut und Bräutigam, z. B. in der Frage wie „Der Schönste Tag Des Lebens!“ auszusehen hat, bietet viel Raum für spielerische Improvisation, kreative Lösungen oder auch absurde Missverständnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nach DKWDDK (Du kannst, was du darstellen kannst) mit [[Opferregel]] als Spielphilosophie (Dir gelingt, was die Anderen dir glauben wollen) spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was ihr von uns erwarten könnt ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Ein stimmungsvolles Ambiente für euer Rollenspiel,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verlässliche Angaben der VeranstalterInnen über das angestrebte Spiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine zwar nicht 24/7, aber zuverlässig ansprechbare Orga auch im Vorfeld,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ausreichende Verpflegung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein durchdachter Fantasy-Spielhintergrund,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine engagierte SL-Betreuung für die gSC, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Fragen und Problemen auf der eigentlichen Veranstaltung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wir von euch erwarten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr das Spiel, das ihr haben wollt, selbstständig generieren könnt. Wir sind nicht für euren Spielspaß verantwortlich, sondern stellen nur den Rahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr die Angaben der VeranstalterInnen zur Kenntnis nehmt und euch dementsprechend verhaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr zum stimmigen Ambiente beitragt, insbesondere durch passende Gewandung, Zelte und Lichtquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr euch, wenn ihr aus irgend welchen Gründen gerade nicht am Rollenspiel teilnehmen wollt, dezent zurückzieht und nicht die, die spielen wollen, durch offensichtliches OT-Verhalten stört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr verantwortungsvoll mit eurem Wohlbefinden und dem eurer MitspielerInnen umgeht, insbesondere bei Alkoholkonsum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== GSC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird über einzelne Orga-Mitglieder hinaus keine klassischen NSCs oder Springer geben. Die ca. zehn Rollen, die wir als Orga zu vergeben haben, bekommen von uns nur ihren Hintergrund und allgemeine Hinweise zu Mode und Kultur. In diesem Rahmen sollen sie frei spielen. Auch als Orga werden wir in Rollen die meiste Zeit anspielbar sein. In den Hintergrundgeschichten der g(esetzten)SC werden wir Anregungen für mehr oder weniger dezente Nebenplots liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu vergebenden Rollen sind vielseitig und reichen von der Magd und dem Knecht über den reichen Großbauern der Nachbarschaft bis hin zu Vasallen und Verwandten von Braut und Gastgeber. In gewissem Rahmen könnt ihr die Rollen in Absprache mit uns mitgestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== SC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Con ist für Adelige niedriger und mittlerer Ränge sowie deren Gefolge konzipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorisches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wann:''' 17.-19. April 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wo:''' Gut Orla, Salzwedeler Str. 5, 29633 Munster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Unterbringung:''' Mehrbettzimmer, Jugendherbergsstil&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Verpflegung:''' Teilverpflegung: abends gibt es eine warme Mahlzeit unsererseits, alkoholfreie Getränke, Kaffee und Tee sind den Tag über vorhanden, Frühstück und Snacks über den Tag macht ihr selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teilnehmerbeitrag ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise: SC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 30.11.2021 - '''85€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 04.01.2022 - '''95€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''105€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise GSC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 30.11.2021 - '''60€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 04.01.2022 - '''70€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 18.03.2022 - '''80€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Conzahler nur nach Absprache!'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pandemiemaßnahmen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben beschlossen, dass unser Treffen eine '''2-G-Veranstaltung''' sein wird, sie also nur nachgewiesen Genesenen und Geimpften offensteht. Darüber hinaus müssen alle Teilnehmenden sich selbst vor der Ankunft auf dem Gelände negativ getestet haben. Auf dem Gelände selbst werden wir ohne Mund-Nasen-Bedeckung spielen und keine strikte Abstandsregel einhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Team, Anmeldung und Kontakt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Orga, bestehend aus Anna, Basti, Lars und Lukas erreicht ihr unter: '''eichenbrueck-orga@gmx.de'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anmelden könnt ihr euch hier: [https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSek8kcLS9NMYAfxD1Ehi-E8gUfYiEE77Fq3ZG5HLqol5Fg_wQ/viewform]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hier sind unsere [[Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters|AGB]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Veranstaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich</id>
		<title>Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich"/>
				<updated>2021-10-25T10:42:24Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Arbon e.V. und die Asfalon-Nord-Orga laden euch zur asfalonisch-arbonischen Hochzeit ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;'''Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;findet vom 08.-10. April 2022 auf Gut Orla bei Munster statt.&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielinfos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schnee schmilzt, die ersten Blumen brechen aus dem kalten Boden und die Vögel beginnen mit ihrer Werbung - der Frühling bricht heran und mit ihm eine Zeit des Aufbruchs und Neuanfangs. Gleich zwei solcher Anlässe wollen wir mit euch, liebe Freunde, feiern: '''Garet Roderick von Moreshire''', Sohn und Knappe von Sir '''Pelindur von Darkenhowe''' aus Asfalon, wird in diesem Frühjahr zum Ritter geschlagen und geht als solcher den Bund der Ehe mit Frau '''Camuran Barca an Caja''' aus Trigardon ein. Lange haben nicht nur sie auf diese Tage gewartet und nun sollen diese freudigen Ereignisse im Kreise von Freunden und unter den Augen der Götter und Ahnen angemessen gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt nach Asfalon und stoßt mit uns auf die freudigen Ereignisse an! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzept ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich“ ist eine bodenständige Ambienteveranstaltung im Umfeld wohlhabenden Landadels. Im künftigen Lehen des Brautpaares, '''Gut Eichenbrück in Asfalon''', feiern wir die Verbindung des Asfalonischen mit dem Trigardonischen durch die Hochzeit von Garet Roderick von Moreshire und Camuran Barca an Caja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden die Schwerpunkte des Spiels ähnlich setzen, wie wir es von Hofhaltungen aus Arbon und Dros Rock inzwischen gewöhnt sind: Die politische Dimension dieser Hochzeit ist durchaus vorhanden und gehört klar zu den Spielinhalten, dennoch steht das Feiern im Vordergrund. Obwohl wir ein gesellschaftliches Ereignis der Oberschicht darstellen, isoliert der Adel sich zu diesem Anlass nicht von den einfachen Leuten, die durchaus Anteil am Leben und der Zukunft ihrer Grundherren nehmen. Wer also nicht mit Bauern tanzt, tanzt nicht. Zwanghafte Etikette nach viktorianischer Manier würden das von uns angestrebte Spiel nur stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein starres Programm mit langwierigen Zeremonien, bei denen die Mehrheit der SpielerInnen zur Passivität verurteilt sind, wird es ebenfalls nicht geben. Die Verschiedenheit der Kulturen von Braut und Bräutigam, z. B. in der Frage wie „Der Schönste Tag Des Lebens!“ auszusehen hat, bietet viel Raum für spielerische Improvisation, kreative Lösungen oder auch absurde Missverständnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nach DKWDDK (Du kannst, was du darstellen kannst) mit [[Opferregel]] als Spielphilosophie (Dir gelingt, was die Anderen dir glauben wollen) spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was ihr von uns erwarten könnt ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Ein stimmungsvolles Ambiente für euer Rollenspiel,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verlässliche Angaben der VeranstalterInnen über das angestrebte Spiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine zwar nicht 24/7, aber zuverlässig ansprechbare Orga auch im Vorfeld,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ausreichende Verpflegung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein durchdachter Fantasy-Spielhintergrund,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine engagierte SL-Betreuung für die gSC, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Fragen und Problemen auf der eigentlichen Veranstaltung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wir von euch erwarten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr das Spiel, das ihr haben wollt, selbstständig generieren könnt. Wir sind nicht für euren Spielspaß verantwortlich, sondern stellen nur den Rahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr die Angaben der VeranstalterInnen zur Kenntnis nehmt und euch dementsprechend verhaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr zum stimmigen Ambiente beitragt, insbesondere durch passende Gewandung, Zelte und Lichtquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr euch, wenn ihr aus irgend welchen Gründen gerade nicht am Rollenspiel teilnehmen wollt, dezent zurückzieht und nicht die, die spielen wollen, durch offensichtliches OT-Verhalten stört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr verantwortungsvoll mit eurem Wohlbefinden und dem eurer MitspielerInnen umgeht, insbesondere bei Alkoholkonsum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== GSC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird über einzelne Orga-Mitglieder hinaus keine klassischen NSCs oder Springer geben. Die ca. zehn Rollen, die wir als Orga zu vergeben haben, bekommen von uns nur ihren Hintergrund und allgemeine Hinweise zu Mode und Kultur. In diesem Rahmen sollen sie frei spielen. Auch als Orga werden wir in Rollen die meiste Zeit anspielbar sein. In den Hintergrundgeschichten der g(esetzten)SC werden wir Anregungen für mehr oder weniger dezente Nebenplots liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu vergebenden Rollen sind vielseitig und reichen von der Magd und dem Knecht über den reichen Großbauern der Nachbarschaft bis hin zu Vasallen und Verwandten von Braut und Gastgeber. In gewissem Rahmen könnt ihr die Rollen in Absprache mit uns mitgestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== SC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Con ist für Adelige niedriger und mittlerer Ränge sowie deren Gefolge konzipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorisches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wann:''' 17.-19. April 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wo:''' Gut Orla, Salzwedeler Str. 5, 29633 Munster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Unterbringung:''' Mehrbettzimmer, Jugendherbergsstil&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Verpflegung:''' Teilverpflegung: abends gibt es eine warme Mahlzeit unsererseits, alkoholfreie Getränke, Kaffee und Tee sind den Tag über vorhanden, Frühstück und Snacks über den Tag macht ihr selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teilnehmerbeitrag ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise: SC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 30.11.2020 - '''85€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 04.01.2021 - '''95€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 01.03.2021 - '''105€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise GSC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 26.10.2020 - '''60€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 21.12.2020 - '''70€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 01.03.2021 - '''80€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Conzahler nur nach Absprache!'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Team, Anmeldung und Kontakt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Orga, bestehend aus Anna, Basti, Lars und Lukas erreicht ihr unter: '''eichenbrueck-orga@gmx.de'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anmelden könnt ihr euch hier: [https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSek8kcLS9NMYAfxD1Ehi-E8gUfYiEE77Fq3ZG5HLqol5Fg_wQ/viewform]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hier sind unsere [[Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters|AGB]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Veranstaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Hauptseite</id>
		<title>Hauptseite</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Hauptseite"/>
				<updated>2021-10-25T10:41:33Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;1&amp;quot;&amp;gt;Diese Seite benutzt Cookies. Cookies sind für die optimale Nutzung einer Website grundlegend. Man kann sagen, dass sie tatsächlich auf fast allen Websites zum Einsatz kommen. Mit Cookies werden deine bevorzugten Einstellungen und andere Informationen gespeichert, mit denen wir unsere Website verbessern können.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot;&amp;gt;'''Willkommen auf der Homepage des Arbon e. V.!'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;2&amp;quot;&amp;gt;''(ehemals Trigardon e.V.)''&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Verein für Liverollenspiel, erlebte Geschichte und historischen Tanz&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
| [[Datei:IMG 1155.jpg|170px|verweis=Trigardon|Hochfürstentum Trigardon]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''[[Trigardon|LARP - das Hochfürstentum Trigardon]]'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;''(Grafschaften Arbon und Altberg, Provincia Orientalis und Fürstentum Okostria)''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;[http://www.larpwiki.de/LARP#('''L'''ive'''A'''ction'''R'''ole'''P'''layingGame)]: Die Mitglieder des Arbon e.V. bespielen als eine von zwei großen Spielergruppen &amp;lt;br&amp;gt; das gemeinsame fiktive Land &amp;quot;[[Trigardon|Hochfürstentum Trigardon]]&amp;quot;, welches Teil der [http://www.mittellande.de/ Mittellandkampagne] ist.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:LArpSymbolbild.jpg|verweis=Newsletter]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''Aktuell:'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;'''* Unsere [[Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich|asfalonisch-arbonische Hochzeit]] ist auf den 08. - 10. April 2022 verschoben.'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;'''* Neues im Forum, Wiki und im IT:''' [[Newsletter|Hier]] findet ihr den vierteljährlichen Newsletter des Arbon e.V.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:TanzSymbolbild.jpg|verweis=Tanzen]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''[[Tanzen|historischer Tanz:]]'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;* Die Tanztrainings, Workshops und auch Bälle für historische und historisch inspirierte [[Tänze]] werden weitergeführt, aber nicht mehr unter arbonischer Flagge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gruppe und Verein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Hauptseite</id>
		<title>Hauptseite</title>
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				<updated>2021-05-08T18:26:23Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;1&amp;quot;&amp;gt;Diese Seite benutzt Cookies. Cookies sind für die optimale Nutzung einer Website grundlegend. Man kann sagen, dass sie tatsächlich auf fast allen Websites zum Einsatz kommen. Mit Cookies werden deine bevorzugten Einstellungen und andere Informationen gespeichert, mit denen wir unsere Website verbessern können.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot;&amp;gt;'''Willkommen auf der Homepage des Arbon e. V.!'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;2&amp;quot;&amp;gt;''(ehemals Trigardon e.V.)''&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Verein für Liverollenspiel, erlebte Geschichte und historischen Tanz&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
| [[Datei:IMG 1155.jpg|170px|verweis=Trigardon|Hochfürstentum Trigardon]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''[[Trigardon|LARP - das Hochfürstentum Trigardon]]'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;''(Grafschaften Arbon und Altberg, Provincia Orientalis und Fürstentum Okostria)''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;[http://www.larpwiki.de/LARP#('''L'''ive'''A'''ction'''R'''ole'''P'''layingGame)]: Die Mitglieder des Arbon e.V. bespielen als eine von zwei großen Spielergruppen &amp;lt;br&amp;gt; das gemeinsame fiktive Land &amp;quot;[[Trigardon|Hochfürstentum Trigardon]]&amp;quot;, welches Teil der [http://www.mittellande.de/ Mittellandkampagne] ist.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:LArpSymbolbild.jpg|verweis=Newsletter]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''Aktuell:'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;'''* Unsere [[Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich|asfalonisch-arbonische Hochzeit]] ist auf den 19. - 21. März 2021 verschoben.'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;'''* Neues im Forum, Wiki und im IT:''' [[Newsletter|Hier]] findet ihr den vierteljährlichen Newsletter des Arbon e.V.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bild:TanzSymbolbild.jpg|verweis=Tanzen]]&lt;br /&gt;
| align=&amp;quot;left&amp;quot; | &amp;lt;font size=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;'''[[Tanzen|historischer Tanz:]]'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;* Die Tanztrainings, Workshops und auch Bälle für historische und historisch inspirierte [[Tänze]] werden weitergeführt, aber nicht mehr unter arbonischer Flagge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gruppe und Verein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich</id>
		<title>Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Meine_Braut,_unsere_Lehnsherren_und_ich"/>
				<updated>2020-06-27T11:21:41Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: /* Team, Anmeldung und Kontakt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Arbon e.V. und die Asfalon-Nord-Orga laden euch zur asfalonisch-arbonischen Hochzeit ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;'''Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;findet vom 19.-21. März 2021 auf Gut Orla bei Munster statt.&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielinfos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schnee schmilzt, die ersten Blumen brechen aus dem kalten Boden und die Vögel beginnen mit ihrer Werbung - der Frühling bricht heran und mit ihm eine Zeit des Aufbruchs und Neuanfangs. Gleich zwei solcher Anlässe wollen wir mit euch, liebe Freunde, feiern: '''Garet Roderick von Moreshire''', Sohn und Knappe von Sir '''Pelindur von Darkenhowe''' aus Asfalon, wird in diesem Frühjahr zum Ritter geschlagen und geht als solcher den Bund der Ehe mit Frau '''Camuran Barca an Caja''' aus Trigardon ein. Lange haben nicht nur sie auf diese Tage gewartet und nun sollen diese freudigen Ereignisse im Kreise von Freunden und unter den Augen der Götter und Ahnen angemessen gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt nach Asfalon und stoßt mit uns auf die freudigen Ereignisse an! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzept ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich“ ist eine bodenständige Ambienteveranstaltung im Umfeld wohlhabenden Landadels. Im künftigen Lehen des Brautpaares, '''Gut Eichenbrück in Asfalon''', feiern wir die Verbindung des Asfalonischen mit dem Trigardonischen durch die Hochzeit von Garet Roderick von Moreshire und Camuran Barca an Caja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden die Schwerpunkte des Spiels ähnlich setzen, wie wir es von Hofhaltungen aus Arbon und Dros Rock inzwischen gewöhnt sind: Die politische Dimension dieser Hochzeit ist durchaus vorhanden und gehört klar zu den Spielinhalten, dennoch steht das Feiern im Vordergrund. Obwohl wir ein gesellschaftliches Ereignis der Oberschicht darstellen, isoliert der Adel sich zu diesem Anlass nicht von den einfachen Leuten, die durchaus Anteil am Leben und der Zukunft ihrer Grundherren nehmen. Wer also nicht mit Bauern tanzt, tanzt nicht. Zwanghafte Etikette nach viktorianischer Manier würden das von uns angestrebte Spiel nur stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein starres Programm mit langwierigen Zeremonien, bei denen die Mehrheit der SpielerInnen zur Passivität verurteilt sind, wird es ebenfalls nicht geben. Die Verschiedenheit der Kulturen von Braut und Bräutigam, z. B. in der Frage wie „Der Schönste Tag Des Lebens!“ auszusehen hat, bietet viel Raum für spielerische Improvisation, kreative Lösungen oder auch absurde Missverständnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nach DKWDDK (Du kannst, was du darstellen kannst) mit [[Opferregel]] als Spielphilosophie (Dir gelingt, was die Anderen dir glauben wollen) spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was ihr von uns erwarten könnt ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Ein stimmungsvolles Ambiente für euer Rollenspiel,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verlässliche Angaben der VeranstalterInnen über das angestrebte Spiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine zwar nicht 24/7, aber zuverlässig ansprechbare Orga auch im Vorfeld,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ausreichende Verpflegung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein durchdachter Fantasy-Spielhintergrund,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine engagierte SL-Betreuung für die gSC, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Fragen und Problemen auf der eigentlichen Veranstaltung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wir von euch erwarten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr das Spiel, das ihr haben wollt, selbstständig generieren könnt. Wir sind nicht für euren Spielspaß verantwortlich, sondern stellen nur den Rahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr die Angaben der VeranstalterInnen zur Kenntnis nehmt und euch dementsprechend verhaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr zum stimmigen Ambiente beitragt, insbesondere durch passende Gewandung, Zelte und Lichtquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr euch, wenn ihr aus irgend welchen Gründen gerade nicht am Rollenspiel teilnehmen wollt, dezent zurückzieht und nicht die, die spielen wollen, durch offensichtliches OT-Verhalten stört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr verantwortungsvoll mit eurem Wohlbefinden und dem eurer MitspielerInnen umgeht, insbesondere bei Alkoholkonsum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== GSC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird über einzelne Orga-Mitglieder hinaus keine klassischen NSCs oder Springer geben. Die ca. zehn Rollen, die wir als Orga zu vergeben haben, bekommen von uns nur ihren Hintergrund und allgemeine Hinweise zu Mode und Kultur. In diesem Rahmen sollen sie frei spielen. Auch als Orga werden wir in Rollen die meiste Zeit anspielbar sein. In den Hintergrundgeschichten der g(esetzten)SC werden wir Anregungen für mehr oder weniger dezente Nebenplots liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu vergebenden Rollen sind vielseitig und reichen von der Magd und dem Knecht über den reichen Großbauern der Nachbarschaft bis hin zu Vasallen und Verwandten von Braut und Gastgeber. In gewissem Rahmen könnt ihr die Rollen in Absprache mit uns mitgestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== SC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Con ist für Adelige niedriger und mittlerer Ränge sowie deren Gefolge konzipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorisches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wann:''' 17.-19. April 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wo:''' Gut Orla, Salzwedeler Str. 5, 29633 Munster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Unterbringung:''' Mehrbettzimmer, Jugendherbergsstil&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Verpflegung:''' Teilverpflegung: abends gibt es eine warme Mahlzeit unsererseits, alkoholfreie Getränke, Kaffee und Tee sind den Tag über vorhanden, Frühstück und Snacks über den Tag macht ihr selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teilnehmerbeitrag ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise: SC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 30.11.2020 - '''85€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 04.01.2021 - '''95€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 01.03.2021 - '''105€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise GSC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 26.10.2020 - '''60€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 21.12.2020 - '''70€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 01.03.2021 - '''80€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Conzahler nur nach Absprache!'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Team, Anmeldung und Kontakt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Orga, bestehend aus Anna, Basti, Lars und Lukas erreicht ihr unter: '''eichenbrueck-orga@gmx.de'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anmelden könnt ihr euch hier: [https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSek8kcLS9NMYAfxD1Ehi-E8gUfYiEE77Fq3ZG5HLqol5Fg_wQ/viewform]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hier sind unsere [[Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters|AGB]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Veranstaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://trigardon-larp.de/index.php?title=Kategorie:Hintergrund</id>
		<title>Kategorie:Hintergrund</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://trigardon-larp.de/index.php?title=Kategorie:Hintergrund"/>
				<updated>2020-06-11T13:31:30Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;font size=&amp;quot;6&amp;quot;&amp;gt;Willkommen im Hochfürstentum Trigardon!&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trigardon ist ein fiktives Land in der [http://www.mittellande.de Mittellande Kampagne], welches als Hintergrund für eine low-fantasy Larp-Kampagne mit mittelalterlichen Elementen dient. Dargestellt wird eine feudal organisierte Stammesgesellschaft mit Anleihen aus Tolkiens Rohan, die eine polytheistische Schriftreligion mit starkem schamanistischem Erbe pflegt. Der seit Langem andauernde Austausch zwischen sesshaften, halb- und vollnomadischen Bevölkerungsgruppen führte zu einer eigenwilligen Mischkultur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trigardon wurde von einer losen  Interessengemeinschaft von Larpern seit ca. 1994 bespielt. Seit Anfang 2011 haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt. Diese Spaltung ist auch in den Hintergrund übertragen worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Wir, der &amp;quot;[[Arbon e.V.]]&amp;quot;, bespielen das Reich des Hochfürsten von Trigardon mit den Territorien [[Arbon]], [[Altberg]], [[Provincia Orientalis]], [[Ringland]] und [[Okostria - ein Reiseführer|Okostria]], &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*die &amp;quot;Freie Spielerschaft&amp;quot; bespielen das Reich der Hochfürstin von Trigardon mit den Territorien [[Flutland]], [[Dunkelwald]] und [[Wwestport]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Das Fürstentum Yddland gehörte einige Jahre lang zu Trigardon, hat aber spielerisch und organisatorisch nur noch rudimentär mit uns zu tun. Seine Internetpräsenz ist hier [http://www.yddland.de/]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Eilige, die sich nur über die wichtigsten spielerischen Inhalte unseres Hintergrundes informieren wollen, haben wir diese [[Arbon/Trigardon Core-Facts|Kurzübersicht]] zusammen gestellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben findet ihr [[Spielphilosophie|hier]] Informationen über den Spielstil des Arbon e. V. und [[Simulation|hier]] Angaben darüber, welche Funktionen der Hintergrund in unserem Spiel erfüllen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herrscher ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Spitze des [[:Kategorie:Geschichte | noch sehr jungen Reiches]] stehen die Hochfürsten. Sie bzw. ihre Dynastie werden im [[Reichsthing]] gewählt, welchem die wichtigsten Adligen, Priester und Kundigen angehören. &lt;br /&gt;
* Zum ersten Hochfürst des Reiches wurde im Jahr 19 n. K. [[Ardor anh Rhack]] gewählt. &lt;br /&gt;
* Auf seine Herrschaft folgte eine kurze Zeit der Thronwirren, danach die Herrschaft des Hohepriesters [[Wastan]], dessen Abwahl und &lt;br /&gt;
* die Wahl von Ardors Neffen, [[Karoman anh Rhack II.|Karoman II]]. &lt;br /&gt;
* Nach dessen Ermordung leitete Erzkanzler [[Phosphoros anh Son]] die Regierungsgeschäfte kommissarisch. &lt;br /&gt;
* Im Jahre 32 n. K. (2007 Realzeit) wurde dann schließlich das heutige Hochfürstenpaar [[Marsiane Aribor Feuerspeer anh Crul]] und [[Emendon anh Erlenfels]] auf den Thron gewählt. &lt;br /&gt;
* Anfang 36 n. K. (2011) wurde Marsiane wahnsinnig, beschuldigte Emendon aberwitziger Verbrechen und rief dazu auf, ihn zu ermorden, woraufhin dieser schweren Herzens seine Streitkräfte an den Grenzen seiner Stammlande aufmarschieren ließ, um die Gefolgsleute der Hochfürstin davon abzuschrecken, einen sinnlosen Krieg vom Zaun zu brechen. Beide Seiten wachen seither aufmerksam über die Schritte der anderen, ohne wirkliches Blutvergießen zu wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Trigardon%26Nachbarschaft.jpg|thumb|400px|Landkarte der Stammlande]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nominell ist Emendons Reich in drei gräfliche Gerichtsbezirke gegliedert, aber neben ihm selbst hält niemand einen Grafentitel. Daher ist der mächtigste Adel der Stand der Barone, der mit großem Selbstbewusstsein über seine Erbterritorien herrscht. Nachgeordnete Vasallen sind, selbst wenn sie nennenswerte Lehen halten, in ihrer politischen Bedeutung mit sehr deutlichem Abstand unter den Baronen angesiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Provinzen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trigardons Kernland besteht aus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*der Grafschaft [[Arbon]]&lt;br /&gt;
*der Grafschaft [[Altberg]]&lt;br /&gt;
*der Freistatt [[Nordern]]&lt;br /&gt;
*der Grafschaft [[Flutland]]&lt;br /&gt;
*[[Dunkelwald|dem Dunklen Wald]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem verfügt das Binnenland Trigardon über die Küstenbesitzungen &lt;br /&gt;
*[[Provincia Orientalis]] &lt;br /&gt;
*und den zu Flutland gehörenden [[Wwestport]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Territorien sind &lt;br /&gt;
* das Fürstentum Okostria und &lt;br /&gt;
* das Ringland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Kultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hochfürstentum ist insgesamt eher dünn besiedelt und der nomadische Lebensstil nichts Exotisches, wenngleich nur in Flutland und im Tejadun wirklich dominant. Die Zugehörigkeit zu [[:Kategorie:Stamm, Sippe, Familie | Stamm, Sippe und Familie]] ist eine der wichtigsten Fragen nicht nur der politischen Kultur. Wirtschaftliche Mittelpunkte sind das [[Längstal von Arbon]], welches auch die Getreidekammer des Reiches genannt wird, die Freistatt [[Nordern]] als uraltes Handelszentrum der nomadischen Sippen und späterem religiösen und politischen Zentrum, sowie die Häfen Tinarport und Drachenport in der [[Provincia Orientalis]], welche mit den Erblanden zusammen ein Nadelöhr des Schiffsverkehrs zwischen dem Tinarrischen und dem Drachenmeer bildet. Der Adel ist die Triebkraft von Handel und Geldwirtschaft. Mit Ausnahme von Tinarport und Drachenport hat sich nirgends die Grundlage für eine reiche Kaufmannschaft oder städtisch-bürgerliche Kultur herausgebildet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gut gerüstetes Edlen-, und Stammeskriegerheer wird nur im Kriegsfall aufgestellt. Das Volk ist zwar zum Kriegsdienst und zum Tragen einer Waffe verpflichtet und die Wehrhaftigkeit ist eine soziale Norm für alle Freien. Aber die Edlen stellen das Gros der Berufskämpfer. Die einzigen Verbände, die Ähnlichkeit mit einem stehenden Heer aufweisen, sind die bewaffneten religiösen Orden. Ständig bewaffnete Söldnerverbände dagegen sind von eher lokaler Bedeutung, z. B. für die mitunter problematische Grenzsicherung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Exportgüter des Hochfürstentums bestehen maßgeblich aus Getreide, Pelzen, Häuten und natürlich Rauschmitteln aller Art. Besonders hervorgetan hat sich arbonisches Bier, welches aus hervorragendem arbonischem Getreide gewonnen wird, süße dunkelwäldische Met-Sorten und Wein, welcher in Arbon und Dunkelwald gekeltert wird. In manchen Klöstern versteht man sich auf die Herstellung konzentrierter Opiate, die ebenfalls in die ganzen Mittellande exportiert werden. Dazu kommen Papier, Holz und Holzkohle aus dem Dunkelwald. Trigardon produziert durch die geographische und z. T. auch einst politische Isolation weitestgehend zur Selbstversorgung. Der Handel mit Gütern des alltäglichen Lebens spielt eine untergeordnete Rolle. Wer allerdings Geld oder Edelmetalle anhäufen konnte – was wiederrum nur auf einen Teil des Adels und die oberste Geistlichkeit zutrifft – importiert Luxusgüter aller Art aus dem Ausland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Fest der Freundschaft]] ist der wichtigste Festtag des Hochfürstentums, sowie der wichtigste religiöse Feiertag der [[Einführung in die Siebenfaltigkeit | Siebenfaltigen Religion]]. An diesem Tag wird der Geist an Einigkeit im gemeinsamen Wettbewerb beschworen und der oberste Richter des [[Tribunal]]s nach einem Turnier von den Priestern für ein Jahr ernannt. Die aktuelle politische Situation hat jedoch ironischerweise dazu geführt, dass die Stämme beider Reichsteile dies nicht mehr gemeinsam tun, sondern getrennt voneinander und zu unterschiedlichen Terminen. Die religiösen Berater beider Hochfürsten sehen die Schuld dafür natürlich beim jeweils Anderen. Trotzdem ist die Siebenfaltigkeit die wichtigste, vielleicht letzte verbindende Klammer der auseinanderdriftenden Reichsteile und damit der einzige Garant für den Frieden. Ebenso wie das Reich ist auch der Klerus in seiner heutigen Form eine sehr junge Institution. Ein Großteil des spirituellen Lebens basiert auf den alten mündlichen Überlieferungen. Erst vor ein bis zwei Generationen entwickelte sich eine systematische Ausbildung des betenden Standes und eine Glaubenslehre auf schriftlicher Basis. Schrift genießt – auch wegen des geringen Alphabetisierungsgrades – einen fast magischen Status.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geltendes Recht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist das sog. [[Corpus Iuris Trigardonis]] in Verbindung mit weiteren Gesetzeswerken, deren Wirksamkeit nicht das ganze Reichsgebiet umfassen (zum Beispiel das [[Arbonisches Ständeedikt|arbonische Ständeedikt]]), sowie dem mündlich überlieferten Gewohnheitsrecht der Stämme und Sippen. Im Wesentlichen basiert das Rechtssystem auf einer jungen Feudalordnung, der man ihre archaischen Vorläufer häufig noch anmerken kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist es ein paar landestypische Eigenheiten zu beachten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&amp;quot;Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!&amp;quot; und &lt;br /&gt;
*&amp;quot;Wo kein Kläger, da kein Richter!&amp;quot; lauten zwei der wichtigsten trigardonischen Rechtsnormen.&lt;br /&gt;
*Gütliche Einigungen ohne eindeutige Schuldzuweisung werden harten Bestrafungen vorgezogen.&lt;br /&gt;
*Durchreisende unterliegen formal der Gerichtsbarkeit des [[Tribunal]]s, des höchsten richterlichen Gremiums.&lt;br /&gt;
*Über Streitigkeiten, die zwischen eigenen Hörigen, Gefolgs- oder Lehensleuten bestehen, richten die entsprechenden Adeligen und Sippenhäupter allein. Einmischung äußerer oder sogar höherer Instanzen kann heftigen Widerstand provozieren.&lt;br /&gt;
*Rache gehört zu den gängigen Schutzpflichten von Lehens- und Familienverbänden und steht nicht per se in Konflikt mit dem Gesetz.&lt;br /&gt;
*Die Ausübung von Schwarzer Magie (deren Definition durchaus variieren kann) ist verboten; &lt;br /&gt;
*des Weiteren sind Drow, Orks und ähnlich aussehende Wesen unerwünscht (Trigardonen neigen dazu, recht drastische und undifferenzierte Meinungen über diese &amp;quot;Tiermenschen&amp;quot; zu haben). &lt;br /&gt;
*Mit öffentlichem Spott wird unter Verweis auf die Bardenfreiheit recht großzügig umgegangen, andererseits schreckt man aber auch nicht davor zurück, Streitigkeiten mit tödlichen Waffengängen beizulegen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>RiaRetterspitz</name></author>	</entry>

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		<title>Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich</title>
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				<updated>2020-06-11T13:29:47Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;RiaRetterspitz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__Notitle__&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Arbon e.V. und die Asfalon-Nord-Orga laden euch zur asfalonisch-arbonischen Hochzeit ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;'''Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;font size=&amp;quot;5&amp;quot; color=&amp;quot;b40404&amp;quot;&amp;gt;findet vom 19.-21. März 2021 auf Gut Orla bei Munster statt.&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielinfos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schnee schmilzt, die ersten Blumen brechen aus dem kalten Boden und die Vögel beginnen mit ihrer Werbung - der Frühling bricht heran und mit ihm eine Zeit des Aufbruchs und Neuanfangs. Gleich zwei solcher Anlässe wollen wir mit euch, liebe Freunde, feiern: '''Garet Roderick von Moreshire''', Sohn und Knappe von Sir '''Pelindur von Darkenhowe''' aus Asfalon, wird in diesem Frühjahr zum Ritter geschlagen und geht als solcher den Bund der Ehe mit Frau '''Camuran Barca an Caja''' aus Trigardon ein. Lange haben nicht nur sie auf diese Tage gewartet und nun sollen diese freudigen Ereignisse im Kreise von Freunden und unter den Augen der Götter und Ahnen angemessen gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt nach Asfalon und stoßt mit uns auf die freudigen Ereignisse an! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzept ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Braut, unsere Lehnsherren und ich“ ist eine bodenständige Ambienteveranstaltung im Umfeld wohlhabenden Landadels. Im künftigen Lehen des Brautpaares, '''Gut Eichenbrück in Asfalon''', feiern wir die Verbindung des Asfalonischen mit dem Trigardonischen durch die Hochzeit von Garet Roderick von Moreshire und Camuran Barca an Caja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden die Schwerpunkte des Spiels ähnlich setzen, wie wir es von Hofhaltungen aus Arbon und Dros Rock inzwischen gewöhnt sind: Die politische Dimension dieser Hochzeit ist durchaus vorhanden und gehört klar zu den Spielinhalten, dennoch steht das Feiern im Vordergrund. Obwohl wir ein gesellschaftliches Ereignis der Oberschicht darstellen, isoliert der Adel sich zu diesem Anlass nicht von den einfachen Leuten, die durchaus Anteil am Leben und der Zukunft ihrer Grundherren nehmen. Wer also nicht mit Bauern tanzt, tanzt nicht. Zwanghafte Etikette nach viktorianischer Manier würden das von uns angestrebte Spiel nur stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein starres Programm mit langwierigen Zeremonien, bei denen die Mehrheit der SpielerInnen zur Passivität verurteilt sind, wird es ebenfalls nicht geben. Die Verschiedenheit der Kulturen von Braut und Bräutigam, z. B. in der Frage wie „Der Schönste Tag Des Lebens!“ auszusehen hat, bietet viel Raum für spielerische Improvisation, kreative Lösungen oder auch absurde Missverständnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nach DKWDDK (Du kannst, was du darstellen kannst) mit [[Opferregel]] als Spielphilosophie (Dir gelingt, was die Anderen dir glauben wollen) spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was ihr von uns erwarten könnt ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Ein stimmungsvolles Ambiente für euer Rollenspiel,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verlässliche Angaben der VeranstalterInnen über das angestrebte Spiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine zwar nicht 24/7, aber zuverlässig ansprechbare Orga auch im Vorfeld,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ausreichende Verpflegung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein durchdachter Fantasy-Spielhintergrund,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine engagierte SL-Betreuung für die gSC, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Fragen und Problemen auf der eigentlichen Veranstaltung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wir von euch erwarten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr das Spiel, das ihr haben wollt, selbstständig generieren könnt. Wir sind nicht für euren Spielspaß verantwortlich, sondern stellen nur den Rahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr die Angaben der VeranstalterInnen zur Kenntnis nehmt und euch dementsprechend verhaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr zum stimmigen Ambiente beitragt, insbesondere durch passende Gewandung, Zelte und Lichtquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr euch, wenn ihr aus irgend welchen Gründen gerade nicht am Rollenspiel teilnehmen wollt, dezent zurückzieht und nicht die, die spielen wollen, durch offensichtliches OT-Verhalten stört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dass ihr verantwortungsvoll mit eurem Wohlbefinden und dem eurer MitspielerInnen umgeht, insbesondere bei Alkoholkonsum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== GSC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird über einzelne Orga-Mitglieder hinaus keine klassischen NSCs oder Springer geben. Die ca. zehn Rollen, die wir als Orga zu vergeben haben, bekommen von uns nur ihren Hintergrund und allgemeine Hinweise zu Mode und Kultur. In diesem Rahmen sollen sie frei spielen. Auch als Orga werden wir in Rollen die meiste Zeit anspielbar sein. In den Hintergrundgeschichten der g(esetzten)SC werden wir Anregungen für mehr oder weniger dezente Nebenplots liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu vergebenden Rollen sind vielseitig und reichen von der Magd und dem Knecht über den reichen Großbauern der Nachbarschaft bis hin zu Vasallen und Verwandten von Braut und Gastgeber. In gewissem Rahmen könnt ihr die Rollen in Absprache mit uns mitgestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== SC: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Con ist für Adelige niedriger und mittlerer Ränge sowie deren Gefolge konzipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorisches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wann:''' 17.-19. April 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wo:''' Gut Orla, Salzwedeler Str. 5, 29633 Munster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Unterbringung:''' Mehrbettzimmer, Jugendherbergsstil&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Verpflegung:''' Teilverpflegung: abends gibt es eine warme Mahlzeit unsererseits, alkoholfreie Getränke, Kaffee und Tee sind den Tag über vorhanden, Frühstück und Snacks über den Tag macht ihr selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teilnehmerbeitrag ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise: SC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 30.11.2020 - '''85€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 04.01.2021 - '''95€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 01.03.2021 - '''105€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Preise GSC'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlungseingang...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 26.10.2020 - '''60€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 21.12.2020 - '''70€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
… bis 01.03.2021 - '''80€'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Conzahler nur nach Absprache!'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Team, Anmeldung und Kontakt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Orga, bestehend aus Anna, Basti, Lars und Lukas erreicht ihr unter: '''eichenbrueck-orga@gmx.de'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anmelden könnt ihr euch hier: [https://docs.google.com/forms/d/1rBqz1IiLZRZaSI0VgHWqIKZtiDlwHXwoNq0On6gt3xY/edit]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hier sind unsere [[Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters|AGB]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Veranstaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
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