Arbonische Hochzeit

Aus Trigardon
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Grundsätzlich entspricht eine „Hochzeit“ in unserem Verständnis genau dem, was der Begriff wortwörtlich bedeutet: Es ist eine Hohe Zeit, eine Zeit, in der die Zusammenführung zweier Menschen gefeiert werden darf. Überträgt man diese Vorstellung in den arbonischen Hintergrund, trifft sie natürlich zu – muss aber gleichzeitig als nur einer von vielen wichtigen Punkten im Umfeld einer Vermählung gesehen werden.

Je nach gesellschaftlichem Stand und Ansehen des Brautpaares schließt eine Heirat immer ihre Familien, ihr direktes Umfeld und möglicherweise jene mit ein, die nur im indirekten Sinne mit ihnen interagieren oder gar von ihnen abhängig sind. Hinzu kommt nicht zuletzt der Segen der Ahnen oder Götter, ohne den der Eheschluss schlichtweg nicht möglich oder rechtlich ungültig wäre. Es wird selbst bei dieser oberflächlichen Betrachtung schnell deutlich, dass eine Hochzeit zwar Anlass zur Freude, Feier und Zusammenkunft vieler Menschen gibt, sie jedoch gleichzeitig das Spielfeld für viele heikle gesellschaftliche und politische Interaktionen bereitet.


Was ist denn nun eine arbonische Hochzeit?

Diese Frage ist tatsächlich niemals eindeutig zu beantworten. Durch das Zusammenspiel des sehr vielfältigen trigardonischen Sippenwesens mit seinen individuellen, traditionellen Brauchtümern und der hierarchisch aufgebauten Gesellschaftsstruktur wird eine Hochzeit zu einem äußerlich sehr wandelbaren Feiertag. Sie orientiert sich aber stets an bekannten Eckpunkten, die den groben Rahmen für diesen Anlass stecken.


Klärung der Sippenzugehörigkeit

Bereits im Vorfeld müssen alle wichtigen Punkte, die das Erbrecht betreffen, geklärt werden, gerade dann wenn nicht innerhalb einer Sippe geheiratet wird. Wird außerhalb der Sippe geheiratet, muss festgelegt sein, ob die eigene Sippe mit der Heirat verlassen wird.


Brautpreis

Der Brautpreis ist eine verhandelbare Masse, die je nach Wohlstand der Sippe ausfällt. Mit dem Brautpreis wird die Sippe entschädigt, die ein Mitglied verliert.


Güterverteilung

Wird eine Hochzeit vollzogen, geht damit auch gleichzeitig der Gedanke einer Zusammenführung von Haushalten einher. So wird verhandelt, welche Sippe welche wirtschaftlich relevanten Güter mitbringt und in welchen Besitz sie übergehen. Alle genannten Aspekte sind stets Teil der vorangehenden Absprachen zwischen den Sippen oder in manchen Fällen auch des Ehevertrages. Da es immer um finanzielle und/ oder wirtschaftliche Veränderungen geht, ist jede Seite sicherlich darauf bedacht, das Bestmögliche beim „Ehegeschäft“ für sich herauszuschlagen. Dabei geschieht es häufig, dass sich die Verhandlungen sehr in die Länge ziehen. Kommt es zu einer Einigung, folgt die eigentliche Feierlichkeit ziemlich bald. Ort und Zeit sind meistens aus ganz persönlichen oder traditionellen Gründen gewählt.


Der Eheschluss

Die Vermählung ist, wie oben bereits erwähnt, oftmals vielfältig und durch viele Riten und Traditionen ausgeschmückt, die hier beleuchtet werden. Seit je her jedoch sind es die Sippenoberhäupter, die als Zeuge vor der Gesellschaft und den Ahnen die Eide hören, die Ehe beglaubigen und somit rechtskräftig machen. In den letzten Jahren hat sich der Klerus jedoch vermehrt dafür eingesetzt, diese Funktion zu übernehmen und so kommt es auch vor, dass ein Priester als Zeuge eingesetzt wird, der noch dazu den göttlichen Segen vermittelt. Als Zeichen des Aneinanderkettens, der Gebundenheit, werden dem Brautpaar Eheringe übergeben, die am Unterarm oder Handgelenk getragen werden.


Die Feier

Ist und bleibt der für alle Beteiligten wichtigste und zentralste Punkt. Nach den meist anstrengenden und langwierigen Vorbereitungen geizen die Gastgeber nicht mit ihrer Ausrichtung und lassen oft ihr weites Umfeld daran teilhaben. Als besonders edel und glückversprechend gilt es, bei einer Hochzeit auch ein Bestattungszeremoniell eines rühmlichen Ahnen zu vollziehen, was allerdings aus praktischen Gründen nicht immer möglich ist. Der Gedanke einer Doppelhochzeit, entweder als gleichzeitige oder als auf einander folgende Zeremonien, ist weit verbreitet unter den Edlen. Dies soll zusätzliches Glück bringen und gilt als gutes Omen, in dem die zu Vermählenden als Glücksbringer der jeweils anderen Hochzeit dienen. Für Reiche gehört es zum guten Ton, auf diese Weise auch die Hochzeitsfeier eines anderen Paares zu spendieren. Nun gelangt eine arbonische Eheschließung an den Punkt, an dem ihrer Vielfalt keine Grenzen mehr gesetzt sind. Im Folgenden werden einige der bekanntesten Riten und Bräuche aufgeführt und näher erläutert.


Die Einschließung

Ein unter den Edlen Trigardons weit verbreiteter Brauch, das Hochzeitspaar nach dem Ablegen der Eide durch die Sippenoberhäupter ein- und wieder auszuschließen. Diese Zeit soll das Hochzeitspaar nutzen, das Geschworene auf die Probe zu stellen, zu vollziehen und zu festigen. Nach 7 Stunden des Riason, also 3 Tagen, geschieht dann die feierliche Ausschließung, bei der das Paar die einzige Gelegenheit bekommt, die Eide zu revidieren oder ihren Bund nochmals zu bestätigen. Tatsächlich spricht man nur in alten Märchen davon, dass von einer Berufung der Hochzeit Gebrauch gemacht worden sei.

Die Bindung

Da auch die anwesenden Gäste ihren Segen und ihre Glückwünsche zum Ausdruck bringen sollen, geschieht es oft, dass farbige oder mit Segenssprüchen versehene Bänder um die Handgelenke des Hochzeitspaares gelegt werden. Dabei werden traditionell die linke Hand der Frau und die rechte Hand des Mannes zusammen gebunden und durch die letzten, die der Sippenoberhäupter, gefestigt.


Das Tieropfer

Um sich dem Segen und dem Wohlwollen der Götter und Ahnen näher zu wissen, greift man oftmals auf Tieropfer zurück. Den eigentlichen Ritus kann sowohl ein Priester als auch der Bittsteller selbst vollziehen. Als besonders glückversprechend gilt der edle Stier, dessen Innereien manchmal noch von den Hexern der Sippen verwendet werden, um in der Zukunft zu lesen. Die (ohne Zögern, roh und im Ganzen! gegessenen) Hoden des Stiers gelten dabei als besonders potenzfördernd.

Die Vorbereitungen für die Hochzeitsnacht

Das Brautpaar wird getrennt und die weiblichen, sowie die männlichen Gäste ziehen sich in jeweils einen mehr oder weniger isolierten Raum zurück, in dem die Frauen beispielsweise für die Braut einen hübschen Kranz flechten, ihr die Haare richten, sie mit guten Ratschlägen auf die Nacht vorbereiten. Die Männer hingegen kümmern sich um den Bräutigam und trinken auf die bevorstehenden Nächte, was die Manneskraft steigern soll, usw.


Geheimnisbrot/ Kuchen

Ein Kuchen oder anderes großes Backwerk, welches mit all den guten Dingen gebacken wurde, die Wohlstand, Fruchtbarkeit und Freude versprechen. Dieses wird an die Gäste verteilt und ist manchmal mit kleinen Wünschen oder Orakelsprüchen versehen.


Priester

Priester können an jeglichen Feierlichkeiten und Riten beteiligt sein. Sie sind Boten des Glücks, die den Segen der Götter zu diesem Feierlichen Anlass bringen.


Und viele weitere...

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